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Marburg
Dienstag, 20. November 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck unb Berlage Joh. Ang. Koch, UnivrrsitLtS-Buchdruckrrei
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
4L Jahrg. i
KekeAe Telegramme.
Berlin, 19. Nov. Im Kolonialamt wird zur- zeit an einer Denkschrift über die finanziellen jzrnd wirtschaftlichen Ergebnisse unserer Kolonien ,'gearbeitet, in der der Nachweis geführt wird, dass !die Einnahmen der Kolonien von Jahr zu Jahr (mehr steigen und in nicht allzu ferner Zeit bei (einer verständigen Kolonialpolitik Ueberschüsse labwerfen müssen. Die Denkschrift wird demnächst ihem Reichstage zugehen.
- Köln, 18. Nov. Die „Kölnische Volkszeitung" veröffentlicht ein Handschreiben des Papstes an den Kardinal Fischer auf Gründ der Berichte des Mardinals Bannutelli, der als Vertreter des Papstes der Essener Katholikenversammlung He iw oh nie. Darin lobt der Papst den Eifer und hie tatkräftige Klugheit der Katholiken, die in dllen religiösen Dingen der Autorität des apostolischen Stuhles folgen wollen.. „Dieser Gehorsam lässt", so heisst es in dem Handschreiben, „wie die fortwährende Erfahrung zeigt, jedem vollständige uneingeschränkte Freiheit in denjenigen Angelegenheiten, welche die Religion nicht betreffen.
’• Pose», 17. Nov. Gegen den Prälaten und päpstlichen Kammerherrn Klos ist ein Strafverfahren auf Grund des § 110 (Aufforderung zum Angehorsam gegen die Gesetze) eingeleitet worden.
- Paris, 17. Nov. Das „Echo de Paris" meldet, dass die gegenwärtig in Madrid stattfindende» diplomatischen Verhandlungen die Notwendigkeit .rascher Besetzung der marokkanischen Häfen durch französische und spanische Truppen zum Gegenstände haben. Motiviert wird dies durch das angeblich offenkundige Bestreben gewisser Bandenfäh rer, in den Hafenstädten vollendete Tatsachen zu schaffen und Zustände herbeizuführen, .bereit Beseitigung später allzu grosse Opfer kosten würde. Aus Marokko verlautet, dass nach dem Ramadanfeste mehrere tausend wohlbewafsne'ce Fanatiker (Reiter und Fussvolk) gegen die in der Sahararegion bestehenden französischen Posten vorgehen werden. Abdeslan, der Gouverneur von Marrakesch, untersagte allen Fremden und Schutzbefohlenen die Erwerbung von Grundbesitz in der Stadt und innerhalb der Bannmeile.
Konstantinopel, 17. Nov. Nach türkischen Angaben fand in den Bergen von Dschilovo und Tschernovo im Bezirke Köpulil ein grosser Kampf zwischen serbischen und bulgarischen Banden statt. Die beiderseitigen Verluste sollen gross sein.
7 t Nachdruck verboten.),
lieber alles die Kunst.
Roman von Llarissa Lohde.
(Fortsetzung).
-- Ein Strahl der durch die farbigen Vorhänge schimmernden Abendsonne traf dabei ihren entblössten Arm. Wie bezaubernd, ja verführerisch sie in diesem Momente aussah. „Sind wir denn nicht Freundinnen?" fuhr die Gräfin fort: „Wozu denn die steife Titulatur?" Nennen Sie mich mit meinem Vornamen Alaja, wie ich Sie Marga nenne. Und sind wir auch verschieden an Jahren und Temperament, so meine ich Sie recht erkannt zu Haven, wenn ich behaupte: Eines ist uns gemeinsam. Wir besitzen beide das rechte Fludium, die Fähigkeit, des Lebens Freude voll auszukosten. Aber freilich," unterbrach sie sich, als sie Margas trotz aller Selbstbeherrschung etwas verwunderten Blick be- merfte, „es beleidigt Sie wohl, sich mit der alternden Frau auf eine Stufe gestellt zu sehen. Aber die Jahre machen es nicht immer, Schatz. Ich fühle mich innerlich noch so jung, als läge das Leben noch vor mir, wie vor Ihnen. Zwar habe ich manche Erfahrung vor Ihnen voraus, aber gerade dadurch kann ich Ihnen nützlich werden. Ich weiss, Sie sind ehrgeizig, möchten eine berühmte, gefeierte Künstlerin werden. Ich werde Ihnen dazu behilflich sein, soviel ich vermag. Aber aus Ihrem Auge leuchtet mir noch etwas anderes entgegen, als künstlerischer Ehrgeiz ,ein Ihnen selbst vielleicht noch unbewusstes Verlangen, das Leben in seinen Höhen und Tiefen kennen zu lernen. Sie haben Nietzsche gelesen, nicht? Nun möchten Sie auch eine Herrcnnatur sein, die sich mehr erlauben darf, als andere."
Marga nickte nur ein zustimmendes „Ja", obwohl sie sich innerlich doch nicht zu der Stufe der Philosophie emporgeschwungen hatte, zu der die schöne Gräfin sich bekannte. Die bürgerlich« Ehrbarkeit steckte ihr noch zu sehr in den Gliedern.
„Ich vermute fast," fuhr die Gräfin mit demselben einschmeichelnden Lächeln fort, „dass Sie
Zum Jubiläum
der sozialen Gesetzgebung veröffentlicht der „Reichs- und Staatsanzeiger" nachstehenden Allerhöchsten Erlass:
Der heutige Tag, an welchem vor 25 Jahren der in Gott ruhende Kaiser und König Wilhelm der Grosse seine unvergessliche Botschaft erliess, gibt Mir willkommenen Anlass, mit dem deutschen Volke in ehrfurchtsvoller Dankbarkeit dieses Friedenswerkes zu gedenken, durch welches Mein erlauchter Anherr zum Schutze der wirtschaftlich Schwachen der Gesetzgebung neue Bahnen wies.
Nach seinem erhabenen Willen ist es unter freudiger Zustimmung der verbündeten Regierungen und der verständnisvollen Mitwirkung des Reichstages gelungen, den schwierigen und weitverzweigten Ausbau der staatlichen Arbeiterfürsorge auf dem Gebiete der Kranken-, Unfall- und Invalidenversicherung so zu fördern, dass die Hilfsbedürftigen in den Tagen der Not einen Rechtsanspruch auf gesetzlich geregelte Bezüge besitzen. Die Arbeiter haben damit, dank den umfassenden Leistungen des Reiches und ihrer Arbeitgeber, sowie auf Grund ihrer eigenen Beiträge eine erhöhte Sicherheit für ihren notwendigen Lebensunterhalt und für den Bestand ihrer Familien erreicht.
Die grossen und werbenden Gedanken der Kaiserlichen Botschaft haben diesen Erfolg aber nicht nur in unserem eigenen Vaterlande gezeitigt, sondern wirken auch weit über dessen Grenzen hinaus vorbildlich und bahnbrechend. Leider wird die Erreichung des höchsten Zieles der Kaiserlichen Botschaft gehemmt und verzögert durch den andauernden Widerstand gerade von der Seite, welche glaubt, die Vertretung der Arbeitsrinteressen vorzugsweise für sich in Anspruch nehmen zu können. Gleichwohl vertraue Ich auf den endlichen Sieg gerechter Erkenntnis des Geleisteten und auf wachsendes Verständnis für die Grenzen des wirtschaftlich Möglichen in allen Kreisen des deutschen Volkes. Dann wird sich auch die Hoffnung Kaiser Wilhelms erfüllen, dass sich die Arbeiterversicherung als dauernde Bürgschaft inneren Friedens für das Vaterland erweisen möge. In dieser Zuversicht ist es Mein fester Wille, dass die Gesetzgebung auf dem Gebiete der sozialpolitischen Fürsorge nicht ruhe und in Erfüllung der vornehmsten Christenpflicht auf den Schutz und das Wohl der Schwachen und Bedürftigen fortgesetzt bedacht sei.
auf dem Gebiete der Leidenschaft noch ein Fremdling sind. Oder sollte ich mich doch irren? Sie erröten? Sind Sie am Ende doch nicht ganz unempfindlich gegen dieses kleinen Buben Pfeile gewesen?"
Dabei tippte sie leicht mit dem juwelen- blitzenden Finger auf den kleinen Amor des Aschebechers. Marga zögerte noch. Sollte sie der Gräfin des Geheimnis ihres Herzens verraten? Ein Geheimnis, das sie sogar vor ihren Eltern verschwieg? Indes lag hier dis Sacke durchaus anders. Die Gräfin stand auf einem ganz anderen Standpunkte, einem viel freieren, als die Eltern, als alle ihre Bekanntenkreise, denen eine Braut fast wie eine verheiratete Frau erschien, die sich alle möglichen äußeren Rücksichten auferlegen mußte. Für die Gräfin würde es vielleicht gerade von besonderem Reize sein, Mitwisserin ihrer geheimen Liebe zu werden, und sie konnte Alfred auf diese Weise am leichtesten in dieses vornehme Haus einführen, wie sie es sich selbst vorgenommen.
„Wenn Sie verschwiegen sein wollen, Aglaja," versetzte sie deshalb zum erstenmale, die Erlaubnis der Gräfin, sie mit dem Taufnamen zu nennen, benutzend, so will ich beichten."
„Also eine erste Liebe," lächelte die Gräfin. „Wie interessant! Erzählen Sie, Marga! Ach, wäre ich noch in diesem Stadium erster Liebe und Leidenschaft! Bei mir hat das alles schon den Glanz der Neuheit eingebüßk, man hat zu viel Enttäuschungen erlebt. Ja, ja, Sie wollen das alles nicht recht glauben, Sie denken, bei mir sei alles so fein nach der Schablone gegangen, Liebe, Ehe usw. Mit Nichten, Schatz! Ich habe auch die Leiden der Liebe kennen gelernt, unsagbar schwere."
In der Tat hatte es sich bei den letzten Worten über das schöne Antlitz der Gräfin wie ein Schleier der Schwermut gebreitet, die dunklen Augen blickten wie starr in sich hinein, als zögen an ihnen Bilder einer düsteren Vergangenheit vorüber. Bilder voll dunkler Schatten und bitterem Schmerz! Doch es war nur ein Augenblick, schon lachten wieder die Augen und
Durch gesetzliche Vorschriften und Leistungen allein ist indes die Aufgabe im Geiste der Kaiserlichen Botschaft und ihres erlauchten Schöpfers nicht zu lösen. Ich erkenne es an dem heutigen Tage gern an, dass es dem deutschen Volke nie an Männern und Frauen gefehlt hat, die freiwillig und freudig ihre Kraft in den Liebesdienst zum Wohle des Nächsten stellten, und sage allen, die sich dem grossen, sozialen Werke unserer Zeit selbstlos und opferwillig widmen, Meine » kaiserlichen Dank.
Ich beauftrage Sie, diesen Erlaß zur allgemeinen Kenntnis zu bringen.
Gegeben Donaueschingen, 17. Nov. 1906.
Wilhelm I. R. An den Reichskanzler.
Deutsches Reich.
? Berlin, 19. Nov.
— Seine Majestät der Kaiser traf am vorgestrige» Samstag Abend 6 Uhr in Baden- Baden ein. Zum Empfange war Prinz Max im Auftrage des Grotzherzogs von Baden am Bahnhof anwesend. Der Kaiser wurde im Schlosse vom Grossherzog empfangen und in seine Wohnung geführt. Die Herrschaften verblieben dort bis zur Abendtafel, zu welcher die Prinzessin Wilhelm, Prinz und Prinzessin Max von Baden eingeladen waren. Die Abreise des Kaisers nach Potsdam erfolgte kurz vor 9 Uhr.
Anlässlich des Besuchs des dänischen Kö- nigspaarrs am Berliner Hofe, der am heutigen Montag stattfin.det, schreibt die in Berlin erscheinende dänische Zeitung „Berlingske Ti- dende" in einem längeren Artikel: Wenn König Frederik jetzt den deutschen Kaiser besucht, so ist dies der Ausdruck für den Wunsch Seiner Majestät, die Sympathie zu erwidern, mit welcher Kaiser Wilhelm an der Trauer über den Tod Christian IX. teilnahm, und zugleich für den Drang, die Entwickelung der Freundschaftsbande fortzusetzen, welche den deutschen Kaiser an das dänische Königshaus knüpfen. Weiter heißt es in dem Artikel: Wenn ein König, begleitet von seinem Minister des Auswärtigen, einen Besu h bei dem Monarchen eines anderen Landes abstattet, so hat man das Recht, über eine politische Bedeutung der Reise zu sprechen. Der Besuch des Königs bei dem deutschen Kaiser und seine Begleitung durch den Minister des Aeußern, Grafen Raban-Levetzau, einem persönlichen Freund des Reichskanzlers Fürsten Bülow, wird hier als eine Befestigung des guten VerhältnisseszumDeutschenReiche
Lippen, als sie sich zu Marga mit der ungÄrul- digen Frage wandte: „Nun erzählen Sie, Marga, wer ist der Glückliche, der Ihr steinern Herz gerührt hat?"
Neber des jungen Mädchens Wangen flog eine schnelle Röte.
„Ein Künstler wie ich — junges Blut — noch im Anfang seiner Laufbahn."
„Ein Maler?"
„Nein, Architekt."
„Und sein Name?"
„Alfred Verger, ein bescheidener bürgerlicher Name, seine Schwester ist Volksschullehrerin. Er lebt mit ihr zusammen, da sie früh verwaist sind."
„Oh weh, solche ältere Schwester ist ost sehr unbequem! Ich begreife — und eine Lehrerin — puh — natürlich klein und kleinlich in ihren Anschauungen. Sie wird ein Hindernis für die freie Entfaltung Ihrer Liebe werden, denn ich merke schon, dass Sie sich nicht zu fest binden möchten. Wer weiss denn auch, ob Ihnen das Leben nicht noch ein ganz anderes Glück bietet, nicht ein so ungewöhnliches, alltägliches. Sagen Sie gar nichts, Marga? O ich kenne das Leben, ich verstehe Sie. Aber deshalb möchten Sie doch die Anbetung Ihres Jünglings nicht verlieren, ihn nicht ganz loslassen. Führen Sie ihn bei mir ein, Schatz? Ich erlaube es Ihnen. Bei mir werden Sie ungestört mit ihm verkehren dürfen, ohne daß es irgend jemand auffällt."
Wieder lachte sie laut auf und Marga konnte sich eines leisen Unbehagens nicht erwehren, sie war eine so leichte Lebensauffassung doch nicht gewöhnt.
„Wenn Sie gestatten!"
„Und sobald als möglich, Schatz? Gerade jetzt, ehe die Saison in Berlin beginnt, kann mir ein Cavalier sans consequence nur angenehme sein. Dieses sans consequence bezieht sich aber für Ihren Freund weder auf mich noch auf Sie, sondern auf meine Tochter, die ich in den nächsten Tagen erwarte."
„Ah, Ihre Tochter kommt hierher?"
„Ja ihr Vormund, Baron Nemethy, wird sie mir zusühren. Da sie in einem adeligen Stift t» der Nähe von Pest erzogen ist, wäre es viel
aufgefaßt. Alle müssen sich dem Wunsche anschlie* ßen, daß dies wirklich wird geschehen können. Der Artikel schliesst: Man wird in Dänemark den herzlichen und schönen Empfang zu schätzen wis« sen, der in Berlin für das dänische Königspaar vorbereitet wird.
— Berliner Blätter lassen sich berichten, daß für die nächste Session des preussischen Landtages bereits drei Vorlagen ausgearbeitet sind, nämlich eine über Wanderarbettsstätten, eine über die. Ausübung des Jagdrechts und eine über die Verunstaltung von Ortschaften und landschaftlich hervorragenden Gegenden. Es handelt sich, wie wir bemerken möchten, um drei Gesetzentwürfe, die dem Landtage bereits in der vorigen Session Vorgelegen haben und unerledigt geblieben sind. Von diesen Vorlagen wird gerade die letztere sich besonderer Sympathie erfreuen, denn der Schutz der landschaftlichen Schönheit ist zur dringenden Notwendigkeit geworden!
— Die Einnahmen der deutschen Eisenbahnen aus dem Personenverkehr betrugen in dem ve« flossenen Monat Oktober 4 020 781 Mark mehr als im gleichen Monat des vorigen Jahres. Dieses Mehr würde, wenn es sich auf der gleicher Höhe auch in den kommenden Monaten erhielt^ den Voranschlag der Fahrkarten st euer annähernd erreichen. (Es ist aber zu berücksichtigen, dass eine alljährliche Steigerung der Einnahmen aus dem Personenverkehr auch ohne dir Fahrkartensteuer ganz natürlich ist, dass also das obeil erwähnte Mehr keineswegs allein auf das Konto der Fahrkartensteuer zu setzen ist. D. Red.) Für Güter wurden im Ottober 146 345 514 Matt (plus 16 372 337 Mark) vereinnahmt.
Parlamentarisches. x
L ; Deutscher Reichstag. ' -j
* Berlin, 17. Nov. ,
Am Vundesratstisch: Kommissare.
Auf der Tagesordnung stehen zunächst Wahl- ■ : Prüfungen.
Die Wahl des Abg. Kern (wildkons.) beantragt die Kommission für gültig zu erkläret». Hingegen verlangt ein Antrag der Freisinnigen Volkspartei Rückverweisung an die Kommission.
Abg. Kopsch (Frs. Vp.) sucht nachzuweisen, daß sich int Wahlkreise des Abg. Kern Amtsvorsteher unzulässige Wahlbeeinflussungen haben zuschulden kommen lassen.
Abg. Cchwarze-Lippstadt (Ztr.) etnpfiehlt den Kommissionsantrag.
leicht natürlicher, rvenn ich sie in der ungarischen Hauptstadt in die Gesellschaft einführte. Aber Pest ist mir, offen gesagt, ganz verleidet. Es hat sich da einmal ein tragischer Roman abgespielt, in dem ich die Hauptrolle inne hatte. Ich erzähle Ihnen das einmal später.' Jetzt handelt es sich darum, Gisela so schnell al- möglich zu verheiraten, wie ich Ihnen vorhin schon sagte. Und dazu bietet sich mir Gelegen- heit. Nemethys Schwester war in Schlesien! an einen polnischen Grafen Kaminski verhei, ratet. Sie ist lange tot, ebenso ihr Mann, aber sie hat einen Sohn hinterlassen, der ein sehr verschuldeltes Gut geerbt hat. Ihm ist darum zu tun, eine reiche Heirat zu machen, und dn wird er Gisela trotz ihres wenig ansprechende»' Aeußeren gern in sein Schloss einführen und für sie und ihre Neigungen, meine ich, wird ein zurückgezogenes Leben auf dem Lande gerade geeignet sein."
Marga hatte aufmerksam zugehört. In ihr, stieg ein gewisses Mitleid mit der Tochter ihrer, schönen Freundin auf, über die man so ohn^ weiteres, ohne sie zu fragen, verfügte. |
Wird Ihre Tochter sich aber gleich bereit finden, den Ihr von Ihnen und ihrem Vormund, zugedachten Gatten zu nehmen?" .
„Daß wir ihn ihr zugedacht haben, darf sie eben nicht wissen," entgegnete die
„Denn sie ist eigenwillig und könnte uns bähet" leicht einen Strich durch die Rechnung mache»».' Es muß scheinbar alles von selbst kommen, Stanislaus Kaminski ist ein hübscher und gewandter Mensch und ich denke, es wird ihch nicht schwer werden, der Eifel unerfahrenes Herz' zu gewinnen. Ich rechne dabei auch ein wenig auf Sie, liebe Marga," fügte Sie mit' einem raschen Seitenblick hinzu, „und bitte Eie' deshalb, für einige Zeit meine Hausgenossin zn! werden. Es ist das ja schon wegen meines Porträts eine Notwendigkeit, da meine Zeit mit. kaum erlauben wird, Ihnen in Ihrem Haufe zü sitzen, und wenn einer, so wird es Ihnen ge-' fingen, sich die Freundschaft und das Vertrauens der Eise! zu erwerben."
< ((Fortsetzung folgt.)