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Marburg
Mittwoch, 14. November 1906.
Erscheint wöchentlich siebe« mal.
Druck und Verlag: Joh. klug, «och, UaiverfitätS-vttchdritckerek 41. Jahra. Marburg, Mark 21. — Telephon 55. °
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
SonntagSbeUager^Attustrirtes
Zweites Blatt.
-Die Gesellschaften mit beschränkter Haftung in Preußen 1905.
<■' Die im vorigen Jahre vom Königlichen Statistischen Landesamte aufgemachte Statistik her Gesellschaften mit beschränkter Haftung mit Witz in Preußen ist fortgeführt worden. Die Zahl der Gesellschaften m. b. H. hat sich von Pnde 1904 bis dahin 1905 nach Mitteilung der ^Statistischen Korrespondenz" von 5548 aus ;6481, also um 933, d. i. um etwas über ein Sechstel (16,8 v. H), und deren Stammkapital von 1458 320 521 auf 1614 908 321 M, also um 156 587 800 <31, d. h. um nahezu ein Neuntel [(10,7 v. H.) vermehrt. Im Durchschnitte für je eine Gesellschaft ist dagegen das Stammkapital hon 262 855 aus 249 176 M gesunken. Insgesamt betrug im Berichtsjahr der Zugang an Gesellschaften m. b. H. durch Neugründung, Ver- ilegung des Sitzes nach Preußen usw. 1374 mit einem Stammkapital von 188 425 800 '<31, andererseits der Abgang durch Auflösung infolge Beschlusses der Gesellschafter, durch Konkurs, Verlegung des Sitzes außerhalb Preußens usw. '441 mit 67 889 660 <U Stammkapital,' außerdem 'trat bei 321 Gesellschaften eine Erhöhung des Stammkapitals um 41578 510, hingegen bei 39 ’jfeine Verminderung um 5 526 850 <31 ein, so daß iftd) der gesamte Kapitalzugang auf 230 004 310, der gesamte Kavitalabgang auf 73 416 510 M Oelief. Die Zahl der Neugründungen in den letzten Jahren ist außerordentlich gestiegen, wäh- srend sich das 1903 stark in die Höhe gegangene ^Stammkapital seitdem nicht unbeträchtlich ver- ■ tingcrt hat. Insbesondere waren von 1371 im Berichtsjahre gegründeten Gesellschaften mit insgesamt 188105 800 <31 Stammkapital am Schlüsse desselben Jahres bereits 23 mit einem Stammkapital »on 4 457 700 <33 zumeist infolge Bsschluffes der Gesellschafter, in drei Fällen infolge Konkurses, wieder aufgelöst. Ferner ist 'bei 3 ebenfalls 1905 gegründeten Gesellschaften noch in demselben Jahre das Stammkapital um insgesamt 370 000 <31 herabgesetzt, andererseits bei 45 UM 2161760 *<4t erhöht worden. Zeigt toon die geschilderte Entwicklung, daß namentlich in neuester Zeit die Gesellschaft mit be- : schränkter Haftuitg vorwiegend von dem weniger ikapitalkräftigen Unternehmertum als Eeschäfts- form gewühlt wird, so ergibt sich dies auch aus der die Gesellschaften m. b. H. nach Kapitalgruppen darstellenden Uebersicht. Danach hatten näm- j'lich von den Ende 1905 in Preußen vorhandenem Gesellschaften etwas mehr als zwei Fünftel nur ,ein Stammkapital von 20—50 000 <31, noch über hin Fünftel ein solches von 50—100 000 <31, etwas weniger als ein Fünftel ein solches von 100—250 000 <41, rund ein Neuntel ein Stammkapital von 250—500 000 <33., ein Zwanzigstel von 500—1000 OOO«ti und nicht viel mehr als ein Dreißigstel ein solches von über 1000 000 M. Andererseits entfielen auf die ziemlich genau iyter Fünftel aller Gesellschaften m. b. H. enthal- ienden drei unteren Kapitalgruppen bis zu 250 000 <31 zusammen noch nicht ein Mertel, auf die oberste von über 1 Million Mark hingegen
Wissenschaft, Kunst nnd Leben.
(Einiges aus der Geschichte des Neugriechischen von Professor Dr. A. Ros«, Newyork,
r (Tchluh.)
Mit der Unterwerfung Griechenlands unter ' macsdonische Herrschaft endeten die Tage des Ruhms für Griechenland. Zu dieser Zeit kamen große Mengen von Griechen auf den Erobe- rungszügen Alexanders des Großen nach Asien, Aegypten, Nord-Afrika, Süd-Europa. Die griechische, schon atticierte Sprache wurde überall 'die vorherrschende, sie wurde zur internationalen Sprache. Die vielen Tausende von Hellenen, die mit Alexander dem Großen nach Asten kamen, waren gezwungen, ihre Heimatidiome mehr und mehr aufzugeben und den attischen ^Dialekt anzuwenden, wenn ste einander vergehen wollten. Diese Verallgenteinerung des Attischen wurde die Koine genannt. Attisch wurde Koine, das ist Allgemeinsprache, und dies äst gleichbedeutend mit Neugriechisch. Attisch hat die alten Dialekte verdrängt. Die Inschriften jaus der Zeit Alexanders des Großen waren an» Ifänglich noch zum Teil in Dialekten, schließlich Mer verschwand alles Dialeftische aus den Inschriften.
; Während des ersten und zweiten Jahrhun- jberts der christlichen Zeitrechnung versuchten er ,stoch einige Schreiber, aus Neigung zum Ar» [chaeiemus, die alten Dialette zu schreiben, aber Jie vermochten es nicht mehr, Re begingen aller- [hand Irrtümer in den Schäften. Dies würde Sicht der Fall gewesen sein, wenn die alten («lettischen Formen noch in Gebrauch gewesen
allein schon wesentlich mehr als zwei Fünftel des gesamten Stammkapitals. Im übrigen bemerken wir, daß nur in den beiden untersten Kapitalgruppen die Zahl, dagegen in allen Gruppen außer der höchsten auch das Stammkapital verhältnismäßig zugenoinmen hat. Die meisten Gesellschaften mit beschränkter Haftung mit der bedeutendsten Kapitalsumme haben ihren Sitz in Berlin; es folgen schon in weitem Abstande der Regierungsbezirk Düsseldorf und demnächst die Bezirks Köln und Arnsberg, während die Bezirke Sigmaringen, Allenstein und Gumbinnen mit je noch nicht 10 Gesellschaften und Gumbinnen mit noch nicht 2 Millionen, Sigmaringen und Allenstein sogar mit je noch nicht 1 Million Mark Stammkapital die letzte Stelle einnehmen. Das durchschnittliche Stammkapital stellt sich dagegen in den Bezirken Trier und Breslau mit über % Million Mark am höchsten, worauf erst Berlin mit Über 300 000 <41 kommt; am geringstenist dieses Kapital mit weniger als 100 000 <31 in den Bezirken Sigmaringen, Allenstein und Marienwerder.
Hesien-Naksan irnd Kachbargebrele.
Ruppertsburg, 8. Nov. Wenn auch noch so oft vor den Zigeunerweibern gewarnt wird, es fallen doch immer wieder Leute herein. Vorige Woche kampierte eine Bande hier und die Weiber fochten fleißig im Dorfe herum. Zu einer älteren Witwe kam ein Zigeunerweib, die ihr Handwerk verstand. Sie hatte bald ein Gespräch im Gange und klopfte wiederholt an die Rocktasche der Frau, wobei das Weib die Entdeckung machte, daß Geld in der Tasche war. Ein kühner Griff und glatt war das Portmonnaie mit 70 Mark Inhalt verschwunden, die die arme Witfrau zur Bezahlung ihrer Kuh verwenden wollte. Erst nachmittags wurde der Verlust bekannt, nachdem die Zigeuner über alle Berge waren. Ein Auffangen der Bande war nicht möglich und die arme Frau ist um ihre 70 Mk. (G. Anz.)
Frankfurt a. M., 12. Nov. In einem hiesigen Privathaus wurde ein angeblich echter Lionardo da Vinci entdeckt, eine Madonna mit zwei Kindern. Dieses Bild war seit langer Zeit verschollen. Die Echtheit ist allerdings von Sachverständigen noch nicht festgestellt.
Wiesbaden, 10. Nov. Die Strafkammer hat einen Chauffeur, der in betrunkenem Zustande mit seinem Fahrzeug sehr schnell gefahren war und dadurch einen Unfall herbeigeführt hatte, durch den ein sechsjähriger Knabe verletzt wurde, wegen fahrlässiger Körperverletzung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.
Stegen, 11. Nov. Die Fleischerinnung faßte einstimmig den Beschluß, von nächster Woche ab das Pfund Schweinefleisch, das bisher 1 Mk. kostete, für 90 Pfg. bis 1 Mark je nach der Qualität zu verkaufen. Kalbfleisch wurde von 80 Pfg. auf 70 Pfg. herabgesetzt. Der Preis für Rindfleisch konnte nicht herabgesetzt werden, weil günstigere Bezugsquellen für Rindfleisch nicht vorhanden sind. Die Wurstpreise verbleiben in ihrer bisherigen Höhe.
Vermischtes.
Berlin, 10. Nov. Die Zahl der Referendare, die bei den preußischen Justizbehörden be-
wären, wenn man ste noch in ihrer Reinheit gesprochen hätte.
Kultur und Gelehrsamkeit verzogen sich nach dem Osten, in Alexandrien war nun der Mittelpunkt für Erziehung und Wissenschaft, und diese Periode wird die alexandrinische genannt.
Die griechische Auswanderung, hauptsächlich aus Soldaten, Kolonisten, Kaufleuten bestehend, hatte sich unter fremden Raffen angesiedelt und bildete die Minderzahl unter bett Eingebornen. Es entwickelte sich eine Art Kolonien-Eriechisch, das sogenannte levantinische Griechisch, aber die fremden Elemente, die zu dieser Zett in die Sprache eingeführt worden, verschwanden in späteren Perioden wieder aus derselven.
Während der griechisch-römischen Periode (150 v. Ehr. bis 300 A. D.) wurden die Römer, anstatt die Griechen zu romanisteren, von ihren griechischen Untertanen, hellenisiert. Die lateinischen Worte, welche in mehr, oder weniger griechischer Form während dieser Periode der Bereinigung mit den Römern ausgenommen worden waren, wurden ebenfalls tn späterer Zeit wieder ausgestoßen.
Als in dieser Zeit der Römerherrschaft di« Sprache in Gefahr geriet, fremde Elemente in sich aufzunehmen, in Gefahr kam, den Vergleich mit dem Attisch der glorreichen alten Zeiten nicht halten zu können, unternahmen es viele Gelehrte, und nach ihnen die Mehrzahl der Gelehrten, dem Fortschritt der „gemeinen" Sprache, wie sie ste nannten, d. h. dem unklasfischen Griechisch, Einhalt zu tun, und das reine Attisch wieder zu beleben. Man nannte diese die Atticisten oder PMften, "
schästigt werden, ist, einer neuen Nachweisung zufolge, von 1894 bis 1906 auf mehr als das Doppelte gestiegen. Am 1. Juli 1894 betrug sie 3230, am 1. August 1906 7003. Die Steigerung ist von Jahr zu Jahr durchaus stetig. Seit dem 1. August 1905 sind allein 479 Referendare hinzugekommen. Von den einzelnen Oberlandesgerichtsbezirken hat von jeher der des Kammergerichts die meisten Referendare. Nach dem Stand vom 1. August zählt dieser jetzt 1148.
Königsberg, 11. Nov. In dem Kirchdorf Kaukehmen wurde kürzlich ein grausiger Fund gemacht. Der Easthofbesitzer Szidat verkaufte vor einigen Monaten feine Gastwirtschaft untet der Bedingung, daß der Nachfolger das baufällige Haus erst nach dem Tode des Vorbesitzers abbrechen dürfe. Szidat ist nun vor ungefähr vier Wochen verstorben und der neue Besitzer begann nun sofort mit dem Abbruch des Hauses. Bei den Ausschachtungsarbeiten wurden zwei menschliche Gerippezu Tage gefördert. Das eine wies noch Fleischreste auf. Nach dem Gutachten der Sachverständigen soll das Gerippe mindestens zehn Jahre in der Erde gelegen haben, während das andere aus jüngerer Zeit stammt. Die Ausgrabungen werden noch fortgesetzt, da man vermutet, daß noch mehr Skelette in der Erde verborgen sind.
Hohensalza, 10. Nov. Einem seit drei Wochen verheirateten Ehepaaar von hier wurde die Aussteuer der Frau total vernichtet. Als die Leute von einem Ausgang zurückkehrten, fanden sie die Bettbezüge, Handtücher und alles mit einem Messer Zerschneidbare zerschnitten. Die neuen Möbel, Tische, Bettstellen usw., waren durch Mefferschnitte ruiniert. Die Bettfedern lagen auf dem Fußboden, und gestohlen war nichts.
Metz, 9. Nov. Wegen Rekrutenmitz- h a n d l u n g in 145 Fällen wurde der Serge rnt Ollenburg vom Jnf.-Rgt. Nr. 67 zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte es längere Zeit so arg getrieben, daß eines feiner Opfer zur Fahnenflucht getrieben wurde. An der Grenze abgefaßt, gab der Flüchtling als Grund feiner Desertion die Mißhandlungen an, und so kam alles an den Tag und gegen den Angeklaaten Ollenburg wurde eine kriegsgerichtliche Untet« suchung eingeleitet, die, obgleich die Zeugen nur zögernd mit der Sprache herauswollten, eine Mißhandlung nach der andern zu Tage förderte, was der Angeklagte immer mit der Drohung: „Gnad Euch Gott, wenn mich einer anzeigt!" bisher gu verhindern gewußt hatte. Wenn die Korporalschaft nicht gut exerziert hatte, bann gab es abends auf der Stube „Kirmes", wie der Sergeant sich ausdrückte: Die Soldaten mußten ihren Kaffee wegschütten und statt des Abendessens mußten ste exerzieren, Schemelstrecken und Fußboden und Möbel scheuern, wobei die lässigen mit Fußtritten angespornt wurden. Obgleich die Anklage die Oeffentlichkeit bei der Verhandlung ausgeschloffen haben wollte, wurde dieselbe vom Gericht gestattet. Eine Degradation wurde in dem Urteil aus dem Grunde nicht ausgesprochen (?) weil der Angeklagte sowieso i« einigen. Wochen aus dem Militärdienst..ausscheidet.
Die Literatur der Zeit der extremen Atti- cisten, wenigstens die Schriften dieser Atticisten geben uns kein Bild der Sprache ihrer Zeit.
Die Autoren der griechisch-römischen Periode waren 1. Atticisten, 2. konventionelle Schreiber, welche das Attische mit Zugeständnissen, die dem Geist der Zeit entsprachen, schrieben, 3. die levan- tiner Gruppe, gu der asiatische Griechen und hellenisierte Fremde gehörten. Das neue Testament ist in levantiner Griechisch geschrieben.
Das Christentum entsprang in Kleinasien, das von Rom regiert wurde, aber griechisch sprach; es entwickelte sich inmitten des Volkes, borgte vom Hellenismus die Sprache und wurde gewiffermaßen ein Teil des Hellenismus. Der Gründer der christlichen Religion hat wahrscheinlich griechisch gesprochen, seine Apostel, das ist Tatsache, haben gttechilsch gepredigt und geschrieben. Nichts hat mehr zur Erhaltung des Altgriechischen beigetragen, als der Einfluß der Kirche. Es waren nicht die Gesänge von Homer, nicht die Schttften von Plato, sondern es war die Sprache der Evangelien, der die Griechen die Erhaltung ihrer Nationalität und ihrer Sprache verdanken.
Als das römischeNeich endete, ging es zu feinem Glücke im Hellenismus auf. In dieser Form erhielt es eine neue Kraft, welche ihm ein weiteres Millenium der Bestehen gab. Der erste byzantinische Kaffer, Konstantin der Große, nahm bas Christentum an, er war der erste christliche Kaiser.
Bis auf die neuesteZeit war die byzanttnische Aera die am wenigsten gekannte und die dunkelste auf dem Gebiet der christlichen Forschung.
Eingegangene Bücher und Schriften (Sine eingehendere Besprechung bleibt unser Ermessen vorbehalten. Rücksendung unoco» langtet Eingänge findet ni-.bt statt.)
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Bergnüzungs -Anzeiger Uepcrtoir-SnttLurf der gtattlf«$t«X Stadttyearer.:
Schauspielhaus. 'W
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Donnerstag, 15. Nov., y28 Uhr: „Ein idealer Gatte?
Freitag, 16. Nov., 7 Uhr: „Graf Essex."
Samstag, 17. Nov., 7 Uhr: „John Gabriel
Borkmann."
Sonntag, 18. Nov., 3V> Uhr: „Alt Heidelberg?
7 Uhr: „John Gabriel Vorkmann."
Montag, 19. Nov., 7 Uhr: „Romeo und Julia? Opernhaus.
Mittwoch, 14. Nov., i/28 Uhr: «Die Entführung aus dem Serail."
Donnerstag, 14. Nov., 7 Uhr: „Die lustige« Weiber von Windsor."
Freitag, 18. Nov., 7 Uhr: „Tausend und eine
Nacht."
Samstag, 17. Nov., 7 Uhr: „Beatrice und Benedict." Hierauf: „Die Altweibermühle."
Sonntag, 18. Nov., 3 Uhr: „Cavalletta rusti» cana.“ Hierauf: „Der Bajazzo." 7 Ahr: „Die Zauberflöte."
Montag, 19 Nov., 7 Uhr: „Tausend und ein« Nacht."
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Wie ich in einem Kapitel meines Buches „Die Griechen und ihre Sprache seit der Zeit Kon- Hantins des Großen" gezeigt, ward die Geschichte der Byzantiner, ihres christlichen und griechischen Staates von mehr als tausendjährigem Bestehen mit großer Ungerechtigkeit, Übertriebener Sttenge und mit Geringschätzung behandelt. Zwei Geschichtsschreiber vor allen, Montesquieu und Gibbon, haben viel dazu beigetragen, Irrtümer und Ungerechtigkeiten in Bezug auf byzanttnische Geschichte zu verbreiten.
Was von der Geschichtsschreibung über die Byzantiner zu sagen ist, läßt sich auch auf die Erforschung ihrer Literatur und Sprache an- wenden. Philologen sind gewohnt, Altgttechisch von Neugriechisch zu unterscheiden, ohne auf Mittelgriechisch Rücksicht zu nehmen, trotzdem cs nichts im modernen Griechisch gibt, das nicht durch Mittelgriechisch aus dem Altgrie« ch i s ch e n überliefert worden ist. Das Studium des Mittelgriechischen ist von der größten Wichtigkeit, Neugriechisch sowohl als Altgriechisch wissenschaftlich zu erforschen.
Eine Entschuldigung für die Unkenntnis bet Geschichte des Neugriechische gibt es für unsere Philologen nicht mehr, seit vor fünfzehn Jahren das Werk von G. N. Hatzidatts „Einleitung tu die neugriechische Grammatik" erschienen.
Griechisch von heute, wie es in allen Schulen, der Universität sowohl, wie in der Volksschule des geringsten Dorfes in ganz Griechenland ge- lehtt wird, ist reines Attisch, so rein wie es je war. Es ist die unsterbliche griechische Sprache in all' ihrer Jugend und Schönheit, frei von ftemden Elementen. « ""