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Kapstadt, 10. Rov. Amtlich wirb gemeldet: Der Transvaal-Bur Ferreira und mehrere an- bete Buren find tm Nordwesten der Kapkolonie eingedrungen und versuchen, einen Aufstand ins Werk zu setzen. Eie überraschten zwei Polizei, stationen und brachten Waffen und Munition in ihren Besitz. Kavallerie ist abgegangen, um ste einzufangen. 153 Mann Polizeitruppen wer« den außerdem nach Prieska aufbrechen.

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Letzte Nachrichten.

Potsdam, 11. Nov. Heute Vormittag fand in Gegenwart des Kaisers die Vereidigung der Rekruten der Potsdamer Garnison statt. An. wesend waren ferner die Kaiserin, das Kron» prinzenpaar und die Prinzen Joachim und Os­kar, ferner die Prinzessinnen Viktoria Luise und Eitel Friedrich, sowie die Generalität und fremdherrliche Offiziere.

Darmstadt, 11. Nov. Das Telegramm des Kaisers an den Großherzog von Hessen zur Ge­burt des Prinzen lautete:Hurra! Innigste Glückwünsche! Gott segne Kind und Mutter! Der große Woog, der kleine Woog, es lebe der kleine Erbgroßherzog! Ich bin natürlich Pate. Wilhelm.«

Düsseldorf, 11. Nov. Leber 700 Lehrer der westlichen Jndustriebezirke protestierten heute in einer großen Lehrerversammlung gegen den Studtschen Erlaß.

Hamburg, 10. Nov. Mit dem Postdampfer Eduard Wörmann« find heute abend 12 Offi­ziere und 620 Unteroffiziere und Soldaten aus Südwestafrika in Cuxhaven eingetroffen.

Poss«, 10. Nov. Die Zahl der gegenwärtig beim deutschen Religionsunterricht streikenden polnischen Kinder übersteigt 40 000.

Petersburg, 11. Nov. Heute ist ein Befehl des Kaisers ergangen, auf Grund dessen Militär­personen verboten ist, Verbänden irgend welcher politischen Parteien beizutreten oder Versamm­lungen beizuwohnen, in denen politische Fragen erörtert werden, sowie an gegen die Regierung gerichteten Agitafionen teilzunehmen. Alle Offi­ziere und Zivilbeamte der Militärverwaltung, die gegen diese Bestimmung verstoßen, können auf dem Disziplinarwege aus dem Dienste ent­lassen werden.

Petersburg, 10. Nov. Der Oktoberoerband veröffentlicht einen Aufruf an die Wähler. Nach der Aufforderung, das Wahlrecht auszuüben, heißt es: Das verflossene furchtbare und blutige Jahr hat die russischen Bürger vieles gelehrt und sie zur Kenntnis der früheren traurigen Fehler gebracht. In die Duma müßten die besten russischen Leute gelangen, die die friedliche Um- gestaltung des Vaterlandes auf ihr Banner schreiben und das Wohl des Volkes anstreben, ohne sich Träumen hinzugeben.

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mir mit Muhe gerettet werden.

Wien, 9. Nov. Wie dieNeue Fr. Presse" meldet ist in Arco der Sarcafiuß nur wenig ge­fallen. Er überschwemmt namentlich das Dörf­chen Linfano sowie die Straßen und Brücken bei Torbole, dessen Verbindung mit Riva abge- jdjnitten ist. Die Sarca umfließt ferner den

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sich* Der Zeuge wandte sich um, bke Zeugen­bank zu verlassen, aber lachte Hönisch, ab» er dem Richter den Rücken zukehrte. Der Richter war entrüstet über diese Unverschämtheit, rief den Zeugen zurück und fragte, wie er sich unter­stehen könne, im Eerichtssaal zu lachen. .Laben Euer Gnaden mich lachen sehen?" fragte der Sünder.Rein, aber ich habe e» gehört," war die zornige Antwort.Das ist kein genügen­der Beweis," antwortetePal" mit größter Seelenruhe und einem lustige» Zwiickern der Augen. Und nun lachte alles, und der Richter schautegrimmig drein. Anläßlich des unlängst gemeldeten Todes der Witwe Charles Eounods erinnerte dieVossische Zeitung" an ein Wort des Konmponisten, dos vor zwanzig Jahren in Paris vielen Beifall gefunden hat. Das Ehe­paar hatte bei einer Freundin, deren Mann ge­storben war, einen Beileidsbesuch gemacht. Die Witwe zeigte eine schöne Fassung, und so ertrug sie auch standhaft die pathetischen Umarmungen von Madame Gounod, die unter vielen Tranen exekutiett wurden. Beim Verlassen des Salons bemertte der Meister:Mein Kind, man muß nie trauriger sein als die Witwe selbst!"

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Innsbruck, 10. Rov. Die Bintschgau« Bahn hat den vollen Betrieb ausgenommen. In Sarnthein find große Muhrbrüche erfolgt. JDet Talweg ist verschüttet. In Saturn hat die Etsch den Damm an zwei Stelle« durchbrochen. Biele Häuser wurden geräumt. In Eries ist heute Nacht ein Neubau durch Unterwaschung des Fun­damentes infolge des Regens eingestürzt.

Vom Feldmarschall Grafe« Häseler. Kurze Zeit, bevor Feldmarschall Graf Häseler sich vom akttven Dienst zurückzog, wollte ein früherer Untergebener, höherer Offizier, ihm auf seinem nahe Berlin gelegenen Gute Harnekop einen kurzen Besuch machen, was wir auf gut Deutsch einesteife Vistte" nennen. Er kommt hin, der öffnende Diener bedauert, ihn nicht melden zu können, daSe. Exzellenz auf dem Felde sei." Der Besucher will nicht gern die Fahrt umsonst gemacht haben; nimmt auch an, daß der Guts­herr nach einem Besichtigungsgange in abseh­barer Zeit zurückkommen müsse, und will war­ten. Da meint der Diener, halb verlegen, Ex­zellenz würde kaum vor Abend heimkehren. Nun gut, so werde ich ihn auf dem Felde auf- kuchen." Er läßt sich einigermaßen zurechtwei­sen und geht querfeldein auf einen Kartoffel­acker, wo er schon von weitem die Leute in der Reihe gebückt stehend Kartoffelbuddeln,, steht. Er kommt näher, da erblickt er mitten in der Reihe eifrig arbeitend den Herrn Grafen! Die Begrüßung ist liebenswürdig wie stets, aber kurz, denn, so erklärte Graf H., jetzt ist keine Esscnspaufe. Es stellte sich nun heraus, daß bte Arbeiter tags zuvor um Lohnerhöhung einge­kommen waren, und daß Graf Häseler erklärt hatte, erst müsse er wissen, ob die Arbeit in der Tat so schwer sei, um die Erhöhung zu recht- ferttgen. Uni1 so war er am Morgen mit htn- ausgezogen aufs Feld, in Reih und Glied ar­beitend, Pause macheifd nur, wenn seine Arbei­ter Pausen machten, sein aufs Feld gebrachtes Essen verzehrend, wenn die Arbeiter atzen. Den ganzen Tag hatte er die ungewohnte schwere Arbeit mit durchgehalten, um abends zu erklä­ren:Ja, Ihr habt recht, es ist schwer; die Lohnerhöhung wird bewilligt!"

Der Dackel als Gänfehirt. Einen recht nütz­lichen und klugen Hund besitzt ein Einwohner in Birkenfelde. Das Tier, ein Dackel, folgt täglich einer Gänseherde bis weit ins offene Feld hinein und ist den Gänsen während der Suche nach Nahrung ein aufmerksamer, treu achtgebender Wächter und geduldiger Begleiter. Glaubt er, daß seine Schutzbefohlenen sich hin­reichend gesättigt haben, so wird der Heimweg angetreten, was meist erst zurzeit der Dämme­rung erfolgt. Stolz folgt er den Gänsen, führt oder treibt sie geschickt über eine Wiese mitten durch andere Eänsetrupps hindurch und liefert sie wohlbehalten auf dem heimischen Hofe ab. der Zug bietet einen recht originellen Anblick. Der Hund ersetzt vollkommen den Eänfehirten.

Mutterwitz. Die Allgemeine Zeitung" gibt nach der Westminster Gazette folgendes Bei­spiel von irischem Mutterwitz. Es handelt sich um eine Schießerei, und ein irischer Zeuge sollte aussagen, was er von der Geschichte wisse. Haben Sie ben Schuß gesehen?" fragte der Richter.Ich habe ihn nur gehört," war die ausweichende Antwort.Das ist kein genügen­der Beweis," donnerte der Richter,setzen Sie

hing wird ein gewaltiges Zeuaenmaterial aufgeboten werden, so daß der mehrere Tage in Anspruch nehmen wird. Boigt ist jetzt von feiner Krankheit gänzlich «iÄrerher gestellt.

Hamburg, 10. Nov. Heute Nachmittag «rbe in einem Abteil zweiter Klasse des Blan- keneser Zuges zwischen den Stationen Bahren- Mo und Groß-Flottbek bet Zahnarzt Claussen aas Altona durch Beilhiebe getötet und voll­ständig ausgeraubt. Die Leiche wurde erst ff, Blankenese bei der Revision des Zuges ent« deckt. Ein der Tat verdächtiger gut gekleideter tzmger Mann, dessen mit Blut besudelte Klei- düng den Bahnsteigbeamten in Eroß-Flottbek «uffiel, erklärte dies auf Befragen mit starkem Nasenbluten. Von dem Täter fehlt jede weitere

Spur.

Breslau, 10. Nov. Die Morgenblätter Melden, daß in Schlegel, Kreis Neurode, gestern Abend der Bergmann Blümel seins Schwieger- eiutter, seine Frau, seinen Sohn und sich selbst erschoß.

Dortmund, 6. Nov. Bon der hiesigen Strafiammer wurde der Bergmann Marwrcke aus Unna wegen fortgesetzter schwerer Mißhand­lung seiner Frau zu vier Jahren Eefängms ver­urteilt; die Frau war schließlich, als der Mann mit einem Lederriemen auf sie einschlug, in ihrer Angst zum Fenster herausgesprungen und starb infolge der dabei erlittenen Verletzungen.

Glatz, 10. Nov. Der Mörder des zehnjäh­rigen Schulmädchens Ida Sttauch, Stellenbe- sttzer Ernst Nentwig aus Seifersdorf, wurde vom Schwurgericht zum Tode verutteilt. Rent- wig gestand die Tat ein.

München, 8. Rov. liebet ein unerhörtes Vorkommnis, das in mancher Beziehung an Köpenick erinnert, berichten dieM. N. N." Ein Lazarettgehülfe beim Bezirkskommands München I ließ sich schwere Schwindeleien zu Schulden kommen und befahl den Leuten, welche eine Stellung als Kasernen-Verwalter wünsch­ten, daß nicht nur sie, sondern auch ihre Frau «nd sonstige weibliche Angehörige einer genauen militär-ärztlichen Untersuchung sich unterwerfen müßten. 'Schließlich wurde die Sache angezeigt und der Lazarettgehilfe namens Schulze ver- Nftet Die Vernehmung der Zeugen ist erfolgt. Die militärgerichtliche Verhandlung wird dem- »Schst stattfinden. Es soll noch eine Reihe ähn­licher Vorfälle vorgekommen fein.

München, 10. Rov. DieKorrespondenz Hoffmann" meldet: Der Kaiser hat die Restau­rierung bet Lorenzer Kirche in Nürnberg durch eine Spende von 10000 Mark gefördert.

Aschaffenburg, 9. Nov. Für das lau­fende Jahr erhielt jeher Bürger von Klingen- -erg dortselbst werden keine Gemeindeum- blgele bezahlt ans den Erträgnissen der Ge­meindenutzungen, die in Tonlagern und Wald- -eständen bestehen, einen Zuschuß von 400 M «usbezahlt.

Weimar, 9. Nov. Wegen Vergehen gegen bas Nahrungsmittelgesetz wurde die verheiratete Krtederike Dimmener zu 1 Jahr Gefängnis und 4 Wochen Haft verurteilt. Eie hatte völlig ver- borbenes Fleisch, darunter das eines totgebore­nen Kalbes, in den Handel gebracht. Ein Teil bet Käufer des Fleisches war unter schweren Bergiftungserscheinungen erkrankt und konnte

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Verantwortlich"für"die Redaktton:

Dr. Doerkes-Bopparb in Marb"rg.

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