ttebtr die kürzlich gemeldete Mordtat in Keetmanshoop berichten di« Windhuker Nachrichten: Der Mörder der Farmer Schütte, Hane« tarn und Potgieter waren zwei Bondelzwaris, zehn Bersebaer und acht Bethanier. Sie kamen zu den drei Weißen unter irgend eine« neben« schlichen Vorwande, und während des G^prächs schossen sie plötzlich ihre Opfer nieder, worauf sie das Vieh der Getöteten obtrieben und nrit diesem verschwanden.
Ausland.
Spanien. Die politische Generaldebatte nahm in der letzten Sitzung der Cortes, eine Wendung, die geeignet ist, alle UnSarheiten zu beseitigen und der Entwicklung der parlamentarischen Erörterungen und Parteiverhältnisie eine bestimmte Richtung zu geben. Der Chef der Kon^ servativen Maura richtete, wie die „Frkf. Ztg." meldet, scharfe Angriffe gegen die antiklerikalen Projekte der Regierung und die liberal-radikale Kammermehrheit behauptete, die Kultusfreiheit sei unmöglich, und verkündete, daß die Annahme des Vereinsgesetzes einen völligen Bruch mit Rom Herbeifuhre und den Beginn des Bürgerkriegs bedeuten werde. Der Minister Garcia Pietro und namentlich der republikanische Führer Ascarate wiesen unter einmütigem Beifall die klerikalen Anmaßungen und Drohungeil energisch zurück, wobei Ascarate versicherte, die Sepublifaner würden die Liberalen rückhaltlos unterstützen gegen alle Angriffe auf ihre kultur- fortschrittlichen Reformwerke. Rach dem späten Sitzungsschluß erfolgten ungewöhnlich einheitliche Kundgebungen einerseits für Maura andererseits für die Kulturfreiheil und gegen die Reaktion. Die Morgenblätter konstatieren, der gestrige Tag bedeute eine Umwandlung der kon- servativen Partei unter Einschluß der übrigen reccktionären Elemente zur gemeinsamen Phalanx. Dadurch fei das Bündnis der antiklerikalen Gruppen noch mehr befestigt und zu einem fortschrittlichen Block zufammengefügt worden.
Marokko. Der frarqöfische Gesandte in Tanger Regnault, der sich auf seinen Posten zurück- begeben hat, erklärte einem Mitarbeiter des „lemps“ in Betreff der Lage in Marokko, es liege kein Grund zu übermäßiger Beunruhigung vor, aber man müsse immerhin auf den herrschenden anarchistischen Zustand in der marokkanischen Regierung Hinweisen, welcher in den von Europäern bewohnten Städten die ernsteste Aufmerksamkeit erfordere. Was die algerische Grenze anbelauge, so sei Wachsamkeit, Festigkeit und kräftiges Dorgehen notwendig, aber man müsse sich vor voreiligen Repressalien und pessimistischen Uebertreibungen hüten. Bon den Höfen müßten so rasch wie möglich die Entscheidungen der Konferenz von Algeciras ins Werk gesetzt «erden: bis das geschehe, müßten Leber- wachungs- und Porfichtsmatzregeln getrofsen werden, um dem Treiben Raisulis und feines» gleichen einen Dämpfer aufzusetzen, da der Maghzeu diese Aufgabe nicht zu erfüllen vermöge. JDtis find-, so schloß Regnault, „die Weisungen, welche mir die Regierung erteilt hat und »on denen ich mich in Tanger im Ein- »ernehmen mit den Zivil- und Militärbehörden Algeriens lenken lassen werde.
Hrffen-Nc-ssas mst RachbsrMete.
Sipperhausen, Kr. Homberg, 8. Rov. Die Ißitroe des verstorbenen Bürgermeisters Simon »erkaufte ihr zirka 160 Casseler Acker groß« Gut mit sämtlichem vorhandenen Inventar und Wirtschaftsgebäuden für 85000 Mark an de« Handelsmann Buxbaum.
Eaffel, 9. Rov. Auf ein Preisausschreiben des Herrn Dietrich Helmrich in der „Hefiffcken Rundschau" betreffs Gewinnung einer volks- fümlichen Vertonung des Liedes „Hessenland, d« teuerwertes Land" von Wilke erhielt bei 14 Bewerbern der König!. Musikdirektor H. Hiege
DiLrövrst Md UlMrZeäd.
(Nachdruck aller Orrgmalarttket ist v-nnstz § 18 de» Urheberrecht» nur vnt der deutlichen Quellenangabe »Qberhesi. Ztg.' «-stattet,
" «tfcnrfj, 12. Novbr.
• Die feierliche Uebergabe des Schiller-Gedenksteins an die Stadt erfolgte gestern (Sonntag) Vormittag 11% Uhr im Stadtpark durch einen kleinen Festakt, zu dem die Vertreter der staatlichen und städtischen «chörden, Mitglieder des Schwervereins, der Presse ufw. geladen waren. Auch zahlreiche Zuschauer hatten sich eingefunden. Vom schönsten Wetter begünstigt
vom Regt. 167 bett 1. Preis. Da» Lied, welch« Selb Gemeingut aller Hessen werden dürste, wird in Kürze in verschiedenen Bearbeitungen im Druck erscheinen. .
G. Hanau, 1L Rov. Hrer wurde ein jung« Mädchen verhaftet, das unter der Beschuldigung steht, sein Kind im Herdfeuer verbrannt zu haben. ...
Fechenhtim fKr. Hanau), 9. Rov. von eine« Zuge der Rodgaubahn wurden, als der Bürgeler Schäfer mit seiner Herde den Hebet» gang am Lämmerspieler Weg passierte, fünf Schafe und der Schäferhund getötet.
Frankfurt a. M., 10. Rov. Der Metzger Heinr Strauß verkaufte am 15. Mai Hackfleisch, das einen starken Zusatz von Präservesalz auf- «ies. Wie er angibt, ist das Salz durch einen Irrtum feiner Frau unter das Fleisch geraten. Die Strafkammer verurteilte ihn wegen Ser« gebens gegen § 12, 1 des Reichsgesetzes, betreffs den Verkehr mit Rahrungs- und Genuß- «itteln, zu zwei Wochen Gefängnis.
Birkenfelds, 8. Rov. Das benachbarte Rittergut Rumerode hat feinen Besitzer gewechselt: es wurde gestern von dem Fabrikanten Val. Sußmann tn Cassel käuflich erworben. Der Kaufpreis soll, wie verlautet, 200 000 Mark betragen.
Darmstadt, 10. Rov. Die „Darmst. Ztg." veröffentlicht einen Gnadenerlaß des Eroßher- p>gs' anläßlich der Geburt des Erögroßherzogs, nach welchem dir Strafen allen Personen er- lafien werlwn, die im Eroßherzogtum durch ein bei den bürgerlichen Gerichten ergangenes Urteil oder durch Strafbefehl zu Gefängnis-, Festungshaft- oder Geldstrafe verurteilt worden sind und zwar L wegen Majestätsbeleidigung, 2. wegen Beleidigung einer Behörde, eines Beamten, eines Rcltaionsdieners oder eines Mit- gliü»s der bewafsneten Macht in Ausübung tzhres Berufs, 3. wegen Zuwiderhandlung gegen die Bestimmungen des Forst- und Feldstraf- rechts, sofern nicht wegen Rückfalls,' gewerbs- oder gewohnheitsmäßiger Begehung auf Gefängnisstrafe erkannt ist.
Darmstadt, 11. Rov. Das Befinden der Großherzogin von Hesse« ist ein andauernd recht befriedigendes ; auch der neugeborene Erbgroßber- zog erfreut sich des besten Wohlseins. Aus Anlaß des freudigen Familienereignisses trafen bei dem Großherzogspaare im Reuen Palais in Darmstadt Zahlreiche Glückwunschtelegramme ein, darunter solche vom Kaiser Wilhelm und vom Zaren Nikolaus.
Darmstadt, 10. Rov. Die LandtaZsersatzwahl für den verstorbenen Abgeordneten Müller- Darmstadt ist, wie verlautet,' auf den 13 d. M. ftstgesetzt worden. Der Kandidat der Rational- liberalen ist Rechtsanwalt Dr. Osann II.
Kastel, 10. Rov. Hm 11% Ahr heute Vor- mittag wurde das zweite Hauptgelene der Strecke Frankfurt-Köln an der Unfallstelle bei Kostheim wieder frei, so daß alle Züge zweigeleisig fahren können. Es hat also genau 30 Stunden angestrengtester Arbeit getoftet das »weite Geleise von den ineinandergeschobenen Trümmern zu befreien und neue Schienen einzuziehen.
St. Goarshausen, 9. Rov. Die Frau des Brunnenarbeiters Eich in Rhens, die im Wochenbett lag, stürzte sich im Fieberwahn in den Rhein und ertrank. Der Ehemann wurde von dem Schicksalsschlag so schwer betroffen, daß et in Tobsucht verfiel und in das Koblenzer Krarckenhaus gebracht werden mutzte.
Die Auffiihrnug des Vaterl. Festspiels durch die Kriegerkameradschast Marburg.
Zum Besten der Unterstützung hilfsbedürftiger Kameraden, Witwen und Waisen, sowie bes Vaterländischen Frauenvereins in Marburg veranstaltet die „Krieger-Kameradschaft" in den Lagen vom 9. bis 19. November die Aufführung K» Vaterländischen Festspiels
»Barbarosias Erwachen, Deutschland» Erhebung und Einigung*,
deutsche Darstellungen und lebende Bilder aus der Zeit der Befreiungskriege 1806—1815 und aus dem großen Kriege 1870/71 von Ernst Pfort und Paul W e r n i n g. Schon feit einer Reihe von Jahren unternimmt es Herr Paul Werning, durch die Vorführung seines Kriegs- keftfpieles das Jnterefle für die krregerifchen Er- ligniffe der Jahre 1870/71 in den weitsten Boasfreifett, bei Alt und Jung zu wecken und neu zu beleben. Was in der Literatur, im Vortrage und im Unterricht geboten wird um die Allgemeinheit und besonders die Jugend mit der Geschichte der Wiedergeburt Deutschland» oeriraut zu machen, soll — das ist wohl das Motiv des Werningf^n Festspiels — in wirkungsvoller, plastischer Darstellung auf der Bühne eine Ergänzung finden, das Interesse soll durch dieMafienwirkungen auf der Bühne neu erweckt, tble Begeisterung für die Sache des Vaterlandes rntflammt werden. In diesem Streben hat Brie bekannt Herr Werning in allen Teilen Deutschlands, wo er bis jetzt mit seinem Festspiel »n bte Öffentlichkeit getreten ist, unstreitig Erfolge gehabt. Richt «Nein höhere Kreise haben sich für fein Unternehmen rnierssfiert, sondern was uns die Hauptsache dünkt, das Volk und K besonders die Jugend haben die Darstel-
_en mit Begeisterung und Verständnis ent- Hegengenommen. Dieser ideale Erfolg mag
Herrn Werning in seiner schweren Arbeit ein ganz besonderer Ansporn zum freudrgen Wmter- sihaffen gewesen sein.
Nachdem mehrere Proben vorauszegangen waren, die, wie bereits berichtet worden rst, das Beste erwarten ließen und am Samstag Mrttag, gewiffermaßen als letzte Hauptprobe eine Schülervorstellung stattgefunden hatte »ar für den Abend die erste allgemeine Aufführung ange- letzt die vor ausverkauftem Hause in Szene grng.
Sie Dichtung Ernst Pforts teilt mit vielen anderen patriotischen Dichtungen das Geschick daß sie, statt dramatisch belebt zu sein, tn Ascher, also in «zählender «reite dre Taten — hier das Geschick und Mrtzgeschrck des deutschen "Sones — beschreibt. Diese langen Monologe und Dialoge würden auf die Zeit ermüden, wenn nicht immer wieder etn „lebendes Bild in die Erzählungen eingestreut «are, drese un- terbrechen, oder richtiger gesagt, illustrieren, und wenn nicht die Musik sich dem Inhalt der Szenen stimmungsvoll anschlöfle und so au$ dre Macht der Töne das einfache Wort ergänzte. Das ganze Festspiel hinterläßt einen nachhaltrgen, oster tiefen Eindruck, und das hat es „zu einem großm, Teil der plastischen, farbenprächtigen Ausstat- tunq der wirklich schön gestellten lebenden Bilder zu verdanken, wie auch der stimmungsvoll schönen Musik, welche mtt patriotischen oder anderen beliebten Weisen die Vorgänge begleitet, bezw sie in Tone ausklingen läßt oder zu ihnen überführt. Dies alles zusammengenommen, ist in der Tat danach angetan, wie es das Programm besagt, patriotische Begeisterung ber ast und jung auszuläsen, von neuem warmes vaterländisches Empfinden wachzurufen und in den Herzen der Jugend den Keim zu aufopfernder und treuer Vaterlandsliebe zu wecken.
Die Eprechrollen waren tüchtig tinftudieri worden und sie Hauptdarsteller hatten sich in den Geist derselben gut eingelebt. Legte sich dieser oder jener im Anfang der Szenen «och etwa»
nahm die Enkhüllungsfeier einen stimmungsvolle« Verlauf. Oberrealschuldirektor Dr. Knabe gedachte in einer Ansprache der Dedeu- tiuifl Schillers für die deutsche Ration. Wenn auch Schillers Name durch seine Werke und im Herzen des Volkes unvergängstch ist, so hat ein Denkmal aus Stein oder Erz doch feine Berechtigung als Zeichen der Erinnerung und der Mahnung fiir spätere Generationen, den Idealen Schiller» treu zu bleiben. Beigeordneter Schimpfs übernahm das Denkmal im Kernen der Stadt, die diesem Geschenk stets ihren Schutz zuteil werden laste. Der Gesang „Deutschland, Deutschland über alles" beendete den Festest. Das in einen mastigen Granitblock aus dem Odenwald eittgelastene Plakette wit de« Bilde des Dichters ist in weißem Marmor von dem hiesigen Bildhauer Paffrath in künstlerisch ausgezeichneter Weise ausgeführt worden.
* Gerichtspersonalien. Eerichtsassessor Schneider in Herborn wurde zum Amtsrichter dort ernannt.
* Deutsche Kolonialgesellschast. In dem Bericht über die Deportationsfrage hat sich ein sinnstörender Druckfehler ringeschlichen. Es mutz heißen: eine Beschäftigung von Strafgefangenen würde im Jnterefle des Strafvollzugs fteudig zu begrüßen fein, statt: eine solche Beschäftigung würde im JnterMe der Str-afvallzu gsfreunde zu begrüßen sein.
§ Der Winter naht. Gestern früh waren zum ersten Mal in diesem Herbst die Fluren mit Reif und die Pfützen mit einer Eisdecke überzogen. Mit den reifen Himbeeren, Erdbeeren, den Blüten und den verspäteten Schmetterlingen, die uns dieser schöne Herbst brachte, ist es nun auf einmal vorbei. Bon den Akazienbäumen, die bekanntlich mit dem grünen Schmuck im Frühling länger auf sich warten lasten, wie die anderen Samte, uns aber im Herbst desto länger en die Pracht des Commers erinnern, fielen gestern ftüh die Blätter ununterbrochen wie die Schneeflocken zu Boden und nur erst die durchbrechende Sonne, die nach kalter Winternacht gestern noch einmal einige Stunden ßegreich den auf die Statur einstürmenden winterlichen Gesellen überwinden konnte, machte diesem uu= unterbrochenen Vlattfall, diesem Sterben, für kurze Zeit ein Ende. Richt mehr lange wird es dauern, bis der Wintersturm auch das letzte Blatt von den Bäumen jagt und mit feiner weißen Decke Feld und Wald, Baum und Strauch überzieht.
§ Schmiede-Versammlung. Wie au» dem Inseratenteil ersichtlich, findet em Mittwoch, den 14. d. M., nachmittags 3 Ahr, im Restaurant „Zur Jägersruh-, Kasernenstraße, eine Versammlung der Schmiede statt. Es empfiehlt sich, daß kein Schmiedemeister die Bersammlung versäumt.
§ Stiftungsfest. Schon oftmals nahmen wir Gelegenheit, bei dem Mitwirken und Aufstreben der Eefangsabteilung des hiesigen Turnvereins dieses in gebührender Weise in unserem Blatte zu vermerken. Aus Anlaß der vor 10 Jahren erfolgten Gründung dieser Sängerriege fand nun am Sonnabend im Turnergarten ein Fest- kommers statt, zu dem außer den 9JtitgIiebern des Turnvereins auch noch zahlreiche Vertreter anderer Vereine, sogar von auswärtigen Bru- dersereinen, eingeladen und auch erschienen waren. An eine Begrüßungsansprache schlossen sich die Glückwünsche der Vereinsvertreter, abwechselnd mit Gesangs- und deklamatorischen Borttägen. So nahm der Abend einen wohl alle Teilnehmer befriedigenden Verlauf. Um auch den Damen Gelegenhett zu geben, sich des Festes zu freuen, schloß fich gestern ein Familienabend an.
* Geflügel-Ausstellungen. In diesen Tagen fanden wieder in allen Teilen Deutschlands Ausstellungen statt. Es hatten fich auch Mitglieder des Marburger Vereins daran beteiligt und
Zurückhaltung auf, so entwickelte er fich doch im Dialog botb immer freier. So wurden recht ansprechende Stiftungen geboten, und ganz besonders war dies bei den Hauptdarstellern und Darstellerinnen der Fall.
Mit Vorussias Klage über den gallischen Ueber- fitut beginnt nach einem wirkungsvollen Prolog das Festspiel. Des Korsen Uebermut und Hohn treten Gesetz und Recht mit Füßen, aber die Weltgeschichte und das Weltgericht — Klio und Justitia —. die schon so manchem Tyrannen den Racken gebeugt haben, erheben auch Eallia ge- aenüber ihre Stimmen und weisen schon eingangs auf des Korsen Fall, aus Demischlands Befreiung und Einigung hin. In Borusstas Herzen sentt fich die Hoffnung und sie sinkt in bte Knie und betet: „Erhalte meinem Volke Recht und Glauben, Erhalte ihm sein teures Vaterlands — „Fürs Vaterland laß uns zum Kampfe gehen, Für Recht und Glauben in den Tod uns ziehen." Und nun erhebt fich der Zollemaar, doch bald muß er, auf den blutigen Schlachtfeldern von Jena und Auerstadt schwer getroffen, mit gebrochenem gütig in des Reiches äußerste Grenzen fliehen. Bornssias Mut ermattet von neuem, aber wieder stehen ihr Klw und Justitia mit verheißungsvollem Trost auf- richtend zur Seite. Und nun ziehen die Bilder an unfern Auge vorüber, die Biwer aus Preußens tiefster Schmach bis hin zu den großen Ällachtengemälden, in denen das einige Deutschland Napoleon III. gegenübersteht, b.s hin zu dem großen denkwürdigen Augenblick, in dem Frankreichs Kaiser König Wilhelm seinen Degen überreicht. Deutschlands Huldigung, eine prächtige Apotheose, schließt packend das Festspiel eb. , ,
Die »lebenden Biwer" war«, wie bereits erwähnt, von Direktor Werning sehr geschickt arrangiert. Sie boten — sei es nun in Maflen- gruppierungen oder i« intimen Einzelszenen, wobei de« Vorwurf bekannte (bemätbe gaben.
alle haben schone Erfolge gehabt. Zn (Eitenadt erhielten Hr. F. W. Wick, Marburg, aus Stui ber-Wyandottes ersten u. zweimal zweiten Preist auf Gow-Wyandottes Ehrenpreis, Herr C. Alten-; berend, Lohra, auf weiße Wyandottes erstens und zweiten Preis. In Duisburg, Rhein!., Herr Kraus, Goßfelden, auf weiße Wyaiwottes zwei; .al dritten und zweimal vierten Preis. Herr W. Römer, Kirchhain, auf Emdener Gänse Ehren- und ersten Preis, auf Rouen- Enten zweimal ersten Preis, auf Puten zweimal zweiten Preis. Herr H. Kuhl, Niederweimar, auf gefperberte Plymouth dritten und vierten Preis. In Grüna i. Sa. Herr W. Römer, K i r ch h a i n, auf Emdener Gänse zwei Ehren-, viermal ersten und zweimal dritten Preis, auf Rouen-Enten zweimal dritten und vierten Preis auf Bantam ersten und vierten Preis, Herr Louis Mengel, Marburg, auf Koburger Lerchen Siegerpreis, auf beste Leistung in Tauben ersten, zweimal zweiten, dritten und vierten Preis.
§ Bcfitzwechfel. Zu der Mewung in der letzten Nummer ist zu berichtigen, daß es fich um das Haus Friedrichstraße Nr. 11, nicht Nr. 3 handelt.
§ Ein Rohrbruch ereignete sich vergangene Nacht in der Kasernenstraße. Es entstand dadurch eine unliebsame Störung.
* Sternschießen. Das imposante Schauspiel der Sternschnuppsnfälle soll ans in den Rächten vom 12. bis 14. und vom 24. bis 26. November aufs neue geboten werden, vorausgesetzt, daß es» zur festgesetzten Zett stattfindet oder nicht etwa ganz ausbltibt, was auch schon dagewesen ist. In den erstgenannten Nächten werden es bi« aus dem Sternbilde des großen Löwen kommenden Schwärnre und vom 24. bis 26. die von der Andromeda ausgehenden sein, die das prächtige Gratisschauspiel veranstalten. Der Volksmund' sagt, daß man fich beim Anblick einer fallenden Sternschnuppe alles wünschen könne, was man nur wolle, es werbe in Erfüllung gehen.
I"lebensvolle Charakteristiken der früheren
1870/71 "ebende Gruppierung, gelungene
statteten Bilder ^s u^lle ^and^rmchstt erkennung -etaten baslu beschreiben
es waren und was sie ^lbst und freue
ein® sei nochmals ausgesprochen SLfSÄ ÄS*
mit bestem der Begeisterung
sowohl wie in der ^^matw ben Dienst Ausdruck zu geben, mtt v»«i Da es der patriotisch«» Sache- g st 9 die Kri- nicht bemlismatzta- Darstell P > Leistungen t» e6S ”CÄf^ber mTsefriebigung be- einzugehe , I .<< s|e Veranstalter wie alle
tag Abend fprmh bn Bo'st . allen, die
0t« ÄnJpÄ^irbtanben anerfennung zollte
Abends.
$ Kirchhain. 10 .Nov. In einem nahen Dorfe glaubte dieser Tage ein Mann, bas Mutter» schwein, das ihm schon viel Geld gebracht, fei' tingegangen. Man brachte das Tier auf ben Gemeindeanger, grub ein tiefes Loch und wollte es versenken. Da plötzlich zeigte sich, daß die Mock" noch Leben hatte, sie wurde deshalb wieder fürsorglich in den Stall gebracht und erfreut fich noch jetzt vergnügt grunzend ihres Dasein»,
Biedenkopf, 8. Nov. Die ortsanwesende Bevölkerung unseres Kreises betrug bei der letzte« Volkszählung 45 603, nämlich 21813 männliche und 23 790 weibliche Einwohner.
-4- Bromskirchen, 10. Rov. Vor einigen Tagen wurden dem hiesigen Gastwirt Koch 1700 Mark Gold und Silbergeld aus der neben der Wirtsstube liegenden Kammer gestohlen. Der Verlust trifft Koch um so empfindlicher, als 1300 Mark von dem gestohlenen Geld ihm von dem Zimmermeister Brandt von Neukirchen zur Aufbewahrung übergeben worden waren und vo« letzterem Ersatz des Geldes verlangt werd. O» der Diebstahl von den in der Wirischaftverkeh. renben Bahnbauarbeitern, meistens Italiener, oder einer sonstigen Person ausgefiihrtswotaett ist ist noch nicht festgestellt worden. Bon den» Täter fehlt bis jetzt jede Spur.
Wangershausen, 11. Nov. Das Allgemeine Ehrenzeichen wurde dem pensionierten Straßen- mtister Johannes Debus verliehen.
L_ Dainrode, 10. Nov. Gestern feierten dis Eheleute Reese hierselbst die goldne Hochztit. dem Jubelpaare wurde dre Cherub,laums-Me- adille durch Herrn Pfarrer Weinrich in Geismar feierlichst überreicht. „ . , .
Herzhaufen, 11. Rov. Dem pensiomerten Ctraßenmeister Julius Siebert SU HerzhauseNj wurde das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichen^ verliehen. —j
Vermischtes.
«erlitt 11. Rov. Der Prozeß des falsche«. Hauptmanns von Köpenick" dürfte Voraussicht- j lich *noch die diesjährige Schwurgerichtspenode beschäftigen. Die Voruntersuchung gegen Voigt