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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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sämtliche Prinzessinnen das Kaiserpaar. Um 12 Uhr 30 Min. findet in den Gemächer« de« Kaisers ein Familienfrühstück statt, dem di« sämtlichen abwesenden Mitglieder des bayrischen Königshauses beiwohnen.

DerKöln. Ztg. wird aus Berlin tele­graphiert: Die Nachricht, daß vor wenigen Ta­gen der Staatssekretär des Reichsamts des In-, nern, (Bro; Posadowsky, dem Staatsministe- rium einen Gesetzentwurf über Arbeitskammern vorgelegt habe, wird uns bestätigt. Aus dem Umstande, daß es in der EesetzesüberschriftAr­beitskammer" und nichtArbeitsrkammer" heißt darf man schließen, daß die in Aussicht genom­mene Korporation sich paritätisch aus Arbeit­gebern und Arbeitnehmern zusammensetzen soll.

Deutsches Reich.

Berlin, 12. November.

Seine Majestät der Kaiser traf am vor­gestrigen Samstag vormittags im Automobil von Liebenberg im Berliner Schloß ein und nahm die Meldung des Prinzen Joachim Al­brecht in Schutztruppenuniform entgegen. Um 11 Uhr fand im Lustgarten die Rekrutenvereidi­gung der Garnisonen von Berlin und Umgegend statt. Nach einer Ansprache der Geistlichen beider Konfessionen und brigadeweiser Vereidigung hielt der Kaiser eine längere Ansprache an die Rekruten. Der Kaiser nahm dann das Früh­stück bei dem Offizierkorps des zweiten Earde- regiments ein und speiste abends beim Fürsten Bülow. Am heutigen Montag trifft das Kaissr- paar vormittags 10,50 Uhr in München ein und wird vom Regenten und der Gemahlin des Thronfolgers mit sämtlichen Prinzen am Zen­tralbahnhof erwartet. Es findet großer Em­pfang statt. Mit dem Kaiser fährt der Regent, mit der Kaiserin die Prinzesiin Ludwig, Ge­mahlin des Thronfolgers, zur Residenz. Im öst­lichen Thronsaal des Königsbaues erwarten

Deutsche Moniert.

Südwestasrika. Abermals ist aus dem Süd er des Schutzgebietes über ein anscheinend seh, schweres Gefecht zu berichten, das für unser« Truppen mit schmerzlichen Verlusten verbunden war. Wie der Kampf entstanden ist, und ob dabei ein Erfolg gegen den Feind errungen wurde, darüber erfährt man zunächst noch nichts. Ein Telegramm aus Windhuk meldet:

Am 1. November d. I. bei Uchanaris gefal- len: Gefreiter Friedrich Hauser, geboren am 25. 11. 81 zu Tübingen, früher im Feldartillerie- Regiment Nr. 30, Schuß rechte Brust, recht, Schulter, linken Oberarm. Reiter Wilhelm Schubert, geboren am 4. 4. 83 zu Kl. Bresa früher im Infanterie-Regiment Nr. 91, Kno. chenschutz rechten Unterschenkel, Fleischschuß Un­ken -Unterschenkel, rechten Oberschenkel, Herz- schuß. Reiter Karl Peisert, geboren am 2. 3. 81 zu Bergedorf, früher im Infanterie-Regiment Nr. 84, zwei Bauchschüsse, Knochenschuß rechten Ellbogen, linken Oberschenkel. Reiter Paul Cauermann, geboren am 24. 9. 83 zu Hertwigs- waldau, früher im Grenadier-Regiment Nr. 6, Schuß Kopf, Hals, Brust. Reiter August Schmidtke, geboren am 17. 8. 80 zu Wikischken, früher im Infanterie-Regiment Nr. 41, Kopf-, Becken-, zwei Brustschüsse. Verwundet: Gefreiter Alfred Bedürftig, geboren am 12. 9. 83 zu Bres­lau, früher im Grenadier-Regiment Nr. 10, schwer, Schuß linke Schulter, rechte Kniekehle, Streifschuß rechten Oberarm, rechte Seite. Reiter Wilhelm Ullrich, geboren am 27. 6. 84 zu Dem­min, früher im Infanterie-Regiment Nr. 42, schwer, Knochenschuß linken Unterschenkel, Bauch- deckenschuß, Fleischschutz rechten Unterarm, linken Unterarm, linken Oberarm, Streifschuh rechtt Brust, rechten Unterarm. Reiter Heinrich Wink­ler, geboren am 24. 2. 84 zu Langhanken, früher im Infanterie-Regiment Nr. 58, leicht, Streis- schutz rechten Oberschenkel.

Erscheint wSchcntllch sieben mal.

Druck und Berkag' Joh. klug. Koch, UmversitätS-Buchdruckerei 41.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

iNachdruck verboten.1

Neber alles die Kunst.

Roman von Clarissa Lohde.

I.

den Vorzug vor der bescheidenen, mehr häus­lichen Susanns gegeben. Er hat Marga trotz der pekuniären Opfer, die er zu bringen genötigt war, zur Malerin ausbilden lasten und hat sie zuletzt noch auf ein Jahr nach München geschickt, von wo sie jetzt eben zurückgekehrt ist.

Marga rückt sich einen Schemel neben den Stuhl der Mutter, die anderen nehmen ihr zur Seite Platz, und nun muß sie erzählen: von ihren Studien in München, wo sie im Atelier Güstows gearbeitet hat, von ihren sonstigen Erlebnissen und Erfolgen.

Die Augen der leidenden Mutter ruhen zärt­lich, die des Vaters voll Stolz auf ihr. Ab und zu gleitet die Hand der Kranken sanft über ihres Kindes üppiges braunes Haar, auf dem es wie Eoldschimmer ruht.

Dein Studienkopf, den du ausgestellt, hat also gefallen?" fragte der Vater, als sie einen Augenblick schweigt.

So sehr, daß er mir einen glänzenden Auf­trag eingetragen hat."

Einen Auftrag? Und von wem?"

Von einer schönen, vornehmen Ausländerin, einer Gräfin Palfy, die im Laufe des Sommers nach Berlin kommen wird, wo ich sie malen soll. Eine Skizze von ihr habe ich bereits in Mün­chen angefertigt."

Der Vater nickte freundlich.

Viel Glück, mein Kind. Der erste Verdienst! Willst du uns heute Abend deine Studien zeigen."

Gern, Papa!"

Elisabeth und Alfied kommen heute, du weißt es doch?"

Ja, Susi sagte es mir."

Sie erhebt sich auf Susannes Wink, denn die Mutter sieht etwas müde aus.

Sorgsam legt Sufi der Leidenden die Kissen zum Mittagsschläfchen zurecht, dann nimmt sie Margas Arm und geht mit ihr in deren Zim­mer, das in ein Atelier umgewandelt ist, ein Hinterzimmer in der Lützowftraße, ryo djqe am

nun genug davon! Willst du mir helfen, meine Koffer auspacken?"

Susi ist bereit dazu, aber sie kann den Blick von der Schwester gar nicht wenden, deren ruh-- ges Selbstbewutztsein etwas Bedrückendes für sie hat. Ihr ist es innerlich, als wäre Marga ihr weit, weit entrückt, und das bekümmert sie.

Eben hat Marga ihre Skizzenmappe ausge- packt und auf den Tisch gelegt:

Interessiert es dich, die Skizze zu dem Bilde der Gräfin Palfy, von der ich euch vorhin er­zählte, anzusehen?" fragte sie.Ich habe st« gerade in der Hand." £

Gewiß," nickte Sufi,mich interessiert alles, was dich angeht, was du malst."

Marga nimmt das Blatt aus der Mapp« und stellt es auf die Staffelei, die sie sorgsam ins beste Licht rückt.

So, nun sieh!"

Susanna tritt heran und betrachtet lange aufmerksam den schönen Frauenkopf. Eine dunkle Brünette mit feurigen Augen und üppig gewölbten Lippen. Hebet die entblößten Schultern ist ein Schal von goldig schimmernder Seide geworfen, alles nur erst angedeutet, aber man mertt doch schon, daß das Bild von fesseln­dem Reiz werden kann. Trotzdem bringt Susi kein Wort des Beifalls über ihre Lippen, wie ihre Schwester es erwartet, denn die ganze Er­scheinung der Dame, so schön sie auch ist, berührt sie unsympathisch. Sie fühlt mehr instinttiv als mit Bewußtsein in dem Ausdruck dieses Frauen­antlitzes etwas, das ihrem Sinn und Wesen entgegengesetzt ist. ,

Nun?" fragt Marga endlich, beinahe ver- letzt,du sagst nichts?" ,

,Zch muß mich in das Gesicht erst hinein- sehen," antwortet Susi,es hat so etwas Frei» des für mich."

Marga zuckt ein wenig verdrossen die Schul«

Klemhandelskammerrr.

Daß der kleine Kaufmann oder wie der Deutsche sagt, der Detaillist in den Handelskam­mern bei ihrer dezeitigen Zusammensetzung keine ausreichende Vertretung findet, ist eine ebenso berechtigte wie leider auch alte Klage. Sie zu erneuern und auf die Beseitigung ihrer Ursachen in der einen oder anderen Art zu dringen, ist eine unerläßliche Forderung einer gesunden Mittelstandspolitik.

Hier und da ist bereits ein Versuch gemacht worden, auch dem kleinen 'Kaufmann zu seinem Rechte zu verhelfen. So entstand im Herbste 1904 die erste deutsche Kleinhandelskammer, die Detaillistenkammer" in Hamburg. Es ging nicht eben schnell, bis das Verlangen des Ham­burger Mittelstandes Erfüllung fand. Schon im Februar 1897 wurde im Hamburger Parla­ment ein Antrag auf Errichtung einer Klein- handelskammer eingebracht. Aber erst nach mehr denn drei Jahren wurde ein entsprechen­der Gesetzentwurf dem Parlament vorgelegt, und erst im Februar 1904 kam das Gesetz zu­stande. Das allmächtige Großkapital aber hatte mit allen Kräften dafür gesorgt, daß der De­taillistenkammer möglichst wenig Bewegungs­freiheit eingeräumt wurde, und es sorgte später mit zäher Ausdauer dafür, daß ihr das Leben möglichst sauer gemacht wurde. Wie arg be­schnitten sind die Rechte dieser ersten Klein- handelskammer! Sie darf beileibe nicht unmit­telbar an eine Regierung eine Eingabe richten. Dies ist ihr sogar gegenüber dem Hamburger Senate unmöglich gemacht. Alle ihre Wünsche und Beschwerden werden von einer Senatskom­mission, der Deputation für Handel und Schiff­fahrt, geprüft; diese Kommission kann nach freiem Ermessen die Eingaben der Detaillisten­kammer benutzen oder weitergeben oder zu den Akten legen. Es liegt auf der Hand, daß schon diese eine Bestimmung die Tätigkeit der Klein­handelskammer unter Umständen völlig illu­sorisch machen kann. Wer aber gar ermattet hatte, die Hamburger Handelskammer werde sich ihrer jüngeren Schwester liebevoll annehmen und mit Freuden mit ihr Hand in Hand gehen, sah sich bitter enttäuscht. Die Hamburger Han­delskammer lehnte ein solches Zusammenarbei­ten grundsätzlich ab. Wie oft hat die großkapita­listische Presse bestritten, daß die Handelskam­mern eine einseittge Vertretung der Börse, des Exporthandels und der Reedereien feien. Hier, wo die Hamburger Handelskammer zeigen konnte, daß sie sich gern auch der kleinen selbst­ständigen Existenzen im Kaufmannsstande an­nehme, versagte sie vollkommen, und dies ist um so bezeichnender, als sich die Detaillistenkammer ängstlich, vielleicht zu ängstlich, vor Schritten hütete, die bei den hohen Herren der Handels­kammer nicht auf besonderes Wohlwollen hätten rechnen können. Als ihr z. V. nahegelegt wurde, den Entwurf zu einer Umsatzsteuer für Waren­häuser u.Filialgeschäfte auszuarbeiten, sowie eine Revision der für Warenhäuser geltenden bau­

polizeilichen Vorschriften zu beantragen, ver­hielt sie sich aus durchaus nicht durchschlagenden Gründen ablehnend. Selbst die großkapitalistische Nationalzeitung" muß zugeben, daß die Ham­burger Detaillistenkammer den Lockungen der .Mittelstandsretter" nicht gefolgt sei. Nun soll zwar nicht vettannt werden, daß in der Ham­burger Detaillistenkammer manch zweckmäßiger Vorschlag zur Besserung der Lage der kleinen Kaufleute gereift ist. Wenn freilich diese Kam­mer bisher nicht allen Anforderungen gerecht werden konnte, so lag das vorwiegend an den geringen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln.

DerKonfektionär" jubelt. Nach seiner An­schauung haben die Hamburger Erfahrungen gezeigt, daß die Gründung von Kleinhandels- kammern ein gänzlich verfehltes Experiment fei. Einsichtige Politiker aber werden einmal davor zurückschrecken, über die Hamburger Detaillisten­kammer nach ihrer erst so kurzen Tätigkeit schon ein abschließendes Urteil zu fällen, und sie wer­den, wenn dieses endgiltige Urteil möglich ist, die besonderen, ebenso geschilderten Hamburger Verhältnisse mit in Rechnung stellen. Darüber kann jedenfalls kein Zweifel bestehen, daß die kleinen selbständigen Kaufleute ein Recht auf eine bessere Vertretung ihrer Interessen haben, als dies heute in den Handelskammern der Fall ist. Ob es dazu der Gründung von Kleinhan­delskammern bedarf .oder ob auf Mittel zu sinnen ist, die eine dem Kaufmannsstande besser gerecht werdende Zusammensetzung der Handels­kammern gewährleisten, ist eine zweite Frage. Die Angelegenheit ist aber wichtig genug, daß sie erneut zur Besprechung gestellt werden muß, obwohl oder gerade weil ein Totschweigen hier der großkapitalistischen Presse im liebsten wäre.

wenigsten vornehm ist, mit zwei Fenstern nach dem Hofe. Aber da die Wohnung drei Treppen hoch liegt, ist es dort hell und Margas Staffelei steht in gutem Lichte. Das Zimmer sieht freund­lich ans, besonders heute, da Susanna es zur Ankunft der Schwester mit Blumen geschmückt hat. Sogar um die Staffelei ist ein Kranz von Tannengrün gewunden.

Marga läßt ihren Blick mit einem eigenen Ausdruck über den schlichten, sehr einfach aus­gestatteten Raum schweifen.

Hier also soll ich den Pfad des Ruhmes be­ginnen?" sagte sie mit leisem Spott.Nun, in früheren Zeiten hat vielleicht mancher in noch dürftigerem Raume den Lorbeer errungen, heut­zutage aber geht das nicht mehr. Da gehört Geld zu allem viel Geld. Ein glänzendes Atelier mit dem ganzen Raffinement moderner Ausstattung, kostbare Teppiche seltene Pflanzen, üppige Ruhebetten."

Ach, Marga, nicht so," bittet Susanna, ,^>as klingt so verletzend. Wir haben dir das Zim­mer hier so gut und schön, als es ging, ausge­stattet."

Ja, ja gewiß! Und ich danke dir und dem Vater auch von ganzem Herzen dafür!"

Marga zieht die Schwester an sich und drückt ihr einen Kuß auf die Stirn.

Nur nicht gleich empfindlich, Susi! Du mußt dich schon daran gewöhnen, daß ich in München eine andere geworden bin. Ich lebte dort in ganz anderen Kreisen, weißt du. Aus der phi­listerhaften Enge, in der wir uns hier bewegen, habe ich mich, wie ich hoffe, für immer losge­rungen. Schüttle nicht so traurig den Kopf dazu, Sufi, es ist nun einmal so, muß sein. Sonst hätte ich nicht Künstlerin werden sollen. Die Kunst gedeiht nur in der Freiheit, und ich be­sonders, die ich darauf angewiesen bin. mich durchzusetzen, um mir den Lebensunterhalt zu 8ersinnen, ich darf nicht weichmüttg und änost- ch sein. Tapfer vorwärts, ohne nach rechts und links zu sehen, das ist mein« Devise. Doch

Also endlich wieder daheim?"

Das junge, blühende Eestcht der Tochter sfchmiegt sich zärtlich an das bleiche, von schweren Leiden gezeichnete der Mutter.

:Es war ja nur ein Jahr," tönte die helle, Mädchenstimme zurück.

iKurz für dich, meine Marga, lang für mich. 'Ich habe mich sehr nach dir gesehnt und fürchtete sschon, ich würde dich nie Wiedersehen."

!Du arme Mama! Ja, du hast viel gelitten. ,Der Vater und Susi schrieben es mir."

» Ein dankerfüllter Blick der Kranken, die ein schweres Leiden an ihren Stuhl bannt, fliegt shinüber zu dem Gatten und der jüngsten Toch­ter, die, schlank und zart, auf ihren Zügen die -Spuren angstvoll durchwachter Nächte trägt.

;Ja, Marga, Ihre treue Pflege hat mir die Schmerzen erträglich gemacht", sagte sie leise und »treckte den beiden die schmalen, durchsichtigen jHände entgegen.

Der alte Rat Herrenburg streicht, um seine Bewegung zu verbergen, über die hohe, von Sorgen durchfurchte Stirn. Er ist der eckte Typus des fleißigen, korrekten Subalternbe- pmten, etwas verknöchert in langem Dienst, der liljm endlich mit grauen Haaren den Titel Rech- chungsrat gebracht, etwas müde und melancho­lisch infolge der ihn durchs Leben begleitenden materiellen Sorgen, da der kleine Gehalt den 'Bedürfnissen der Familie trotz aller Sparsam­keit nicht immer entsprechen will. Für die Sei- snen aber ist er der treueste und aufopferungs- jvollste Gatte und Vater, und seine Frau wie -seine beiden Töchter hängen mit zärtlicher Liebe an ihm, obwohl er, wenn auch vielleicht unbe- jwußt, seiner ältesten, der äußerlich wie inner- Dich reich begabten Marga, immer ein wenig

Neueste Telegramme.

Karlsruhe, 10. Nov. Eine Abordnung der -jbadischen Städte war hier beim Staatsminister -von Dusch und dem Vertreter des beurlaubten Ministers des Innern, Ministerialdirektcc Braun persönlich vorstellig, um von der oadi- sschen Regierung Abhilfemaßregeln gegen die herrschende Fleifchteuerung zu erwirken. Der Staatsminister und der Vertreter des Ministers des Innern erklärten, daß sie den durch die Stei­gerung der Fleischpreise und den Rückgang des Fleischkonsums in weiten Kreisen der Bevölker­ung eingetretenen Notstand ourchaus anerken­nen und lebhaft beklagen. Von dieser Auffas­sung ausgehend habe auch die badische Regier­ung ihren Bundesratsbevollmächtigten die In­struktion erteilt, für alle Maßnahmen zur Herab­setzung der Fleischpreise, insbesondere durch be­schränkte Oeffnung der Grenzen gegen die Nie­derlande und Dänemark energisch einzutreten. Die Oeffnung der französischen Grenze sei in letzter Zeit mit Rücksicht auf den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche erheblichen Bedenken begegnet. Die badische Regierung werde auch künftighin alle Maßregeln dringend befürwor­ten, die geeignet seien, ohne Schädigung der ein­heimischen Viehzucht eine Milderung des jetzigen Notstandes hsrbeizuführen.

Prag, 10. Nov. Die deutsche und die tsche­chische Technische Hochschule beginnen heute die Hundertjahrfeier der 1806 erfolgten Gründung der Prager Technischen Hochschule. Beiden Fest- persammkungen wohnten die Spitzen der staat- tichen und kommunalen Behörden, die Vertreter von zahlreichen wissenschaftlichen Vereinen und Institutionen, von Eisenbahnen, Fabriken, Städten und Hochschulen, sowie zahlreiche Ab- geordnetL- bei. An der Festversammlung der 'deutschülk-Technischen Hochschule nahmen auch Vertreter mehrerer reichsdeutscher technischen Kochschulen und Institute teil.

j Paris, 10. Nov. Die Verhandlungen über das Statut der marokkanischen Staatsbank haben !zu einem befriedigenden Abschluß geführt. Dis Deutschen Vertreter kehren heute nach Berlin jzurück.

Konstantinopel, 9. Nov. Heute nachmittag veranstalteten Marinesoldaten wegen des rück- tändigen Soldes vor dem Jildis eine Kundgeb­ung. Sie wurden nur mit großer Müye durch eine Anzahlung beruhigt. In drei Mlajet- Zentren in Macsdonien wurden dieser Tage die am 14. Oktober fällig gewesenen Gehälter an die Truppen und Beamten mit der letzten Geldsend­ung der Pforte im Betrage von 25 000 Pfund Sterling und mit Steuereingängen ausbezahlt, jauf dem Lande dagegen nicht, was vielfach Un- szufriedenheit hervorrief.

vierteljährlicher Bezugspreis: bet ver ErpMtion 2 M., ,**!***♦,*

bei allen Postämtern 2,25 M. <ejcu Bestellgeld). MwlvUiy

AnsertionSgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 15 Pfg. in mnz?

Neclamen: die Zeile 30 Pfg. DleNsMg. 13. MVeMvek 1966.