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mit -em Kreisblatt für -ie Kreise Marburg un- Kirchhain.
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Marburg
Sonntag, 11. November 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck intb Verlag' Joh. Uug. Koch, UniversitätS-Buchdruckerei 41. Jahrg. . Marburg, Markt 21. — Telephon oo.
Drittes Blatt.
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Neueste Telegramme.
Berlin, 9. Noo. Als Nachfolger des .Landwirtschaftsminister v. Podbielski wessen Entlassung jetzt nahe bevorsteht, wird in politischen Kreisen bereits seit einiger Zeit ein 'filteret konservativer Parlamentarier genannt, der lange Führer der deutsch-konservativen Fraktion im Reichstag gewesen ist. (Gemeint ist wohl Graf Mirbach-Sorquitten. D. Red.) i Berlin, 9. Nov. Die Einberufung des »reutzischen Landtages ist zum 8. Ia - ,n u a r in Aussicht genommen.
Berlin. 10. Nov. In hiesigen Blättern wird versichert, daß der Uebertritt des Prinzen ^Joachim Albrecht in die Schutztruppe für Süd- Mestafrika seinem eigenen Wunsch entspreche. Er ifolte später das Oberkommando über die Schutztruppe an Stelle des Obersten v. Deimling übernehmen, sobald dieser nach Verminderung der Schutztruppe die Kolonie verlassen und der Prinz (sich in die dortigen Verhältnisse eingelebt haben «wird.
Briissel, 9. Nov. In der gestrigen entscheidenden Versammlung der elf Syndikate der ^Wollkämmer von Verviers wurde mit einer -Mehrheit von 400 Stimmen die Wiederaufnahme -der Arbeit beschlossen.
Paris, 9. Nov. Der Kassationshof entschied, daß der Artikel des Strafgesetzbuches, der es den 'Geistlichen untersagt, eine kirchliche Trauung vorzunehmen, bevor die bürgerliche Eheschließung 'erfolgt ist, durch das Trennungsgesetz nicht aufgehoben worden ist.
' Paris, 9. Noo. Die Kommission der Depu- stiertenkammer für Marineangclegenheiten hat idie Vorlage betr. den Bau von sechs neuen (Linienschiffen im Jahre 1907 fast einstimmig angenommen.
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Die Maske herunter!
J,n Hinblick auf die gestern Abend von dem R e i chs t agsabg eo r d n eten von Verlach hier abgehaltene Versammlung wird uns geschrieben:
Eifriger denn je ist die nationalsoziale Partei an der Arbeit, um ihrem Vertreter, Herrn v. Verlach, das einzige Reichstagsmandat, das ihr die Wahlen 1903 in den Schoß warfen, zu erhalten. Da ist es denn die Pflicht aller nationalen Kreise, Augen und Ohren
Wissenschaft, Kunst und Leben.
Einiges aus der Geschichte des Neugriechische« von Professor Dr. A. Rose, Newyork.
Die kürzlich von demselben Verfasser her- rührende Besprechung der Arbeiten des griechischen Professors Hatzidakis, derzeitigen Rektors der Athener Universität, haben in philologischen Kreisen unserer Leser solches Interesse gefunden, daß wir gern auch die folgende für die „Ober- hessische Zeitung" geschriebene Studie des Verfassers, die einer Universttätsrede entnommen ist, ausgenommen haben:
Die Geschichte der altgriechischen Literatur ist nur ein Teil der Geschichte des Altgriechischen, denn der Teil der altgriechischen Literatur, der uns durch die Klassiker überliefert worden, ist ein Kunstprodukt, das mit Homer beginnt und mit dem Ende des Heidentums schließt. Dieses Kunstprodukt war zu keiner Zeit die wirklich gesprochene Sprache.
Altgriechisch beginnt mit dem Ursprung der griechischen Rasse und erstreckt sich bis aus heute. Griechisch ist keine tote Sprache!
Griechisch ist die älteste unter den lebenden Sprachen zivilisierter Völker. Von der klassischen Zeit der attischen Redner bis auf den heutigen Tag ist es eine Fortsetzung des klassischen Attisch. Das heutige Griechisch ist eigentlich gar kein Neugriechisch.
Dem Byzantinischen und Mittelalterlichen oder Mittel-Griechischen ist in der Neuzeit wenig Beachtung geschenkt worden. Die Philologen im allgemeinen haben wenig Sympathie dafür gezeigt. Man hat im Gegenteil diese Phasen der Sprache durch Vorwürfe, durch Verunglimpfungen gebrandmarkt, und das heute gesprochene Griechisch hat man zum Gegenstand der Lächerlichkeit und Verachtung gemacht. Das ist der Gebrauch von Männern gewesen, die sonst zu den Gelehrten zählen, die aber das heutige Griechisch gar nicht kennen, und nur wiederholen, was sie vom Hörensagen gelernt, was sie in griechenfeindlichen Zeitschriften und Büchern gelesen.
offen zu halten, um dem Eift derVerhetz- u n g, das wiederum in dem Wahlkreis Marburg uns gestreut wird, mit aller Entschiedenheit entgegenzuarbeiten. Nicht gar schwer ist die Aufgabe, denn es gilt nur die Taten der nationalsozialen Partei überall bekannt zu machen, und die erdrückende Mehrheit der Bevölkerung des Marburger Kreises wird sich mit Abscheu von dieser Partei wenden. Ueberall in Stadt und Land müssen die Nationalsozialen als das hingestellt werden, was sie sind, als Bundesgenossen und Hörige der Sozialdemokratie. Schon auf dem Parteitag von 1901 hat Pfarrer Naumann, der nationalsoziale Führer, seine politischen Auffassungen dahin zusammengefaßt: „Dort, wo heute die sozialdemokratische Parteileitung ist, da wird die Zukunft des neuen deutschen Reiches entschiede n.“
Diesem Ziele, die Entscheidung über die deutsche Zukunft in die Hände der Sozialdemokratie zu legen, ist die nationalsoziale Partei dauernd treu geblieben. Wo immer es galt, einen Reichstagssitz in die Hände der Sozialdemokratie zu spielen, die Nationalsozialen sind stets zu diesem Judasdienste, wenn auch in den meisten Fällen vergeblich, bereit gewesen. Ganz besonders sind sie da eifrig am Werk gewesen, wo es galt, einem Sozialdemokraten zum Siege über einen Nationalliberalen zu verhelfen. In Frankfurt a. d. O. traten sie für den Sozialdemokraten Braun gegen den Nationalliberalen Führer Bassermann ein, obwohl dieser auch von der Freisinnigen Volkspartei unterstützt wurde und seine soziale Gesinnung auch einst von den Nationalsozialen gerühmt wurde. Für Darmstadt gab in der Stichwahl am frühesten die „Hessische Landeszeitung", das Organ v. Gerlachs, die Parole aus, für den Sozialdemokraten Berthold gegen den National- liberalen Stein und verhalf der Sozialdemokratie zum Siege. In I e n a , wo 1903 mit geringer Mehrheit der Nationalliberale Lehmann über den Sozialdemokraten mit Hilfe der Nationalsozialen siegte, war jetzt Herr v. Verlach erschienen und erklärte öffentlich auf Anfrage der Sozialdemokraten für 1908: „Ich halte es einfach für selbstverständlich, daß ich im Falle einer Stichwahl zwischen Lehmann und einem Sozialdemokraten die Parole für Letzteren ausgeb en werde."
Trotzdem wagt es diese Partei, wie es mehrfach in der „Hessischen Landeszeitung" geschehen ist, dieselben Nationalliberalen, die derartig bekämpft werden, um Wahl- Unterstützung zu bitten. Es kann da nur auf Unkenntnis der liberalen Wähler gerechnet werden und diese Rechnung wird nicht gelingen. Denn es ist bekannt genug, daß nicht
In der Mitte des 1 . Jahrhunderts, nach dem Fall von Konstantinopel, kamen griechische Flüchtlinge nach allen Teilen von Europa, führten das Studium der griechischen Sprache ein und legten den Grund der „westlichen" Schule. Der erste Akt dieser Schule war, die überlieferte Aussprache des Griechischen abzuschaffen und Griechisch für eine tote Sprache zu erklären.
Sie brachen alle Verbindung zwischen mündlicher und schriftlicher Ueberlieferung der griechischen Sprache (' und von da an wurde das Studium der PbiloMgie, in Bezug auf Griechisch, unwissenschaftlich, und so ist es bis jetzt geblieben! Das Studium einer Sprache wie das der griechischen darf sich nicht auf die schriftliche Ueberlieferung beschränken. Nur das Erforschen beider Formen in ihrem Zusammenhang ermöglicht ein wissenschaftliches Verständnis der alten sowohl wie der neuen Phase: die zwei Formen der Ueberlieferung beeinflussen einander. Eine dieser Beeinflussungen ist die der älteren Denkmäler der Literatur auf die späteren Phasen der Sprache, und dieser Einfluß ist um so größer, je mannigfaltiger die ältere Literatur und je fleißiger sie von den Nachkommen studiert wird.
Hatzidakis sagt in seiner Einleitung in die neugriechische Grammatik (Leipzig 1892): Es ist allbekannt, daß die Sprachgeschichte eines lebenden Kulturvolkes von derjenigen, eines kulturlosen, wie auch von derjenigen eines ausgestorbenen Volkes sehr verschieden ist, und daß sie deshalb auch auf andere Weise erforscht werden muß. Denn während z. B. die Sprache des alten Baktriens nur auf eine Weife schriftlich, oder die der Buschmänner ebenfalls auf eine Weise, mündlich, überliefert ist . . . ist die Sprachüberlieferung bei einem lebenden Kulturvolle eine doppelte, eine mündliche und eine schriftliche, oder eine volkstümliche und eine g e - lehrte. Und diese Ueberlieferungen gehen nicht ganz unabhängig von einander ihren Weg, sondern im Gegenteil beeinflussen sie sich wechselseitig sehr ic.
Zu Ende des 6. Jahrhunderts v. Ehr. überwog der Dialekt der Athener, das Attische, alle
nur Nationallibcrale, sondern auch entschiedene Linksliberale dieses Verhalten der National- sozialen aufs schärfste mißbillige». Schrieb doch sogar die „Weserzeitung", ein Organ der Freisinnigen Vereinigung, über das Verhalten der Nationalsozialen:
„Für eine solche Kameraderie (mit den Sozialdemokraten) haben wir an unserem Teile kein Verständnis, und wenn wir sehen, daß die, die für sie eintreten, zugleich die Einigkeit der Liberalen im Munde führen, so will es uns scheinen, als ob auch da verdächtiges Spiel getrieben würde. Es wird gut und nützlich fein, in dieser Zeit des Niederganges des Liberalismus die Fraktionsgegensätze nicht unnötig zu betonen oder zu verschärfen. Aber mit glatten, gleisnerischen Worten über sie hinweg und um sie herum zu reden und gleichzeitigPropaganda für den Bund mit der Sozialdemokratie zu machen, das kann nur die Aufgabe von Männern sein, die trotz der häufig gewechselten Uniform ihren wahren Charakter als Werbeoffizier des Sozialismus nicht verbergen können.
Der Rektor Kopsch aber, der bekannte freisinnige Abgeordnete fertigte Herrn v. Verlach selbst im Reichstage in folgender Weise a b:
„Ebensowenig wie die Herren auf der äußersten Linken von dem s o z i a l liberalen Herrn v. Gerlach etwas wissen mögen in der richtigen Erkenntnis, daß all dieses Liebeswerben nur die Tendenz hat, auf ihre Kosten sich Anhänger zu erwerben, ebensowenig wollen wir von dem sozial liberalen Herrn v. Verlach etwas wissen oder irgend etwas mit ihm zu tun haben. Diese meine Ausführungen geschehen in voller Neberein- stirnmung mit meinen politischen Freunde n.“
Dieses Verhalten sogar freisinniger Abgeordneter gegen Herrn v. Gerlach und seine Partei ist nicht unverständlich, wenn man sich vor Augen hält, das? bei der Stichwahl in Erlangen-Fürth die Nationalsozialen sogar gegen einen Freisinnigen Volksparteiler den Sozialdemokraten unterstützt haben.
Wir bringen eine Zusammenstellung der Stichwahlparole der Nationalsozialen bei den Stichwahlen seit 1903.
Die Nationalsozialen traten für den Sozialdemokraten in folgenden Kreise» ein:
Frankfurt a. d. O. für Sozialdemokraten gegen Nationalliberalen Bassermann.
Schmalkalden für Sozialdemokraten gegen Deuischsoziale» Raab.
Erlangen für Sozialdemokraten gegen Freis. Volkspartei Barbeck
anderen griechischen Dialekte: er verdrängte sie. Es war darum das Attische, das überwog, weil Athen, besonders nach den Perserkriegen, vollständige Herrschaft über alle anderen griechischen Gemeinden erlangt hatte und die Metropole aller griechischen Stämme geworden war.
Nie hat eine Sprache eine größere Mannigfaltigkeit und besonders schärfere Bestimmtheit des Ausdrucks gestattet als das Attische: es war reicher an Formen als die anderen griechischen Dialekte.
Atttsch zu sprechen und zu schreiben war wegen seines Reichtums ebenso leicht, als es schwer war, es schön zu sprechen und zu schreiben. Wenn wir daher von Attisch sprechen, dürfen wir nicht annehmen, daß alle Athener und alle atticifier- ten Griechen es so schön gesprochen, wie es uns in der klassischen Literatur erscheint, denn das wäre unlogisch, es würde gegen geschichtliche Tatsachen und gegen die alltägliche Erfahrung sprechen. Kein Schriftsteller gebraucht dieselbe Ausdrucksweise in seinen Schriften, die ihm im täglichen Verkehr geläufig ist. Jeder unserer griechischen Zeitgenossen z. B. bedient sich im Alltagsleben, wenn er mit weniger Gebildeten verkehrt, der Volkssprache, oder selbst seines heimatlichen Dialekts, so bald er aber seine Gedanken zu Papier bringen will, ist er gebunden, sich nach der attischen Grammatik zu richten, der Stil selbstverständlich entspricht dem besonderen Bildungsgrade eines jeden Schreibers. Die gewöhnliche Umgangssprache ist daher fast gar nicht in der Literatur zu finden. Sie hat nie Anerkennung, nie Billigung unter den Gebildeten gefunden, im Gegenteil, es hat zu allen Zeiten ein großes Vorurteil gegen dieselbe bestanden, und die Schriftsteller aller Zeiten haben eine besondere Ehre darin gesucht, einen besonderen Stolz darin gefunden, dem Wortschatz der Volkssprache so wenig wie möglich Zugestägh: nisse zu machen. Zwar wurde während der Türkenherrschaft versucht, die vulgäre Sprache in der Literatur zu gebrauchen. Die römisch- katholischen Priester, um unter den Grieche» Propaganda zu machen, bedienten sich der Volkssprache, und Mönche dieser Kirche überlebte» die
Eisenach für Sozialdemokraten gegen Deutschsozialen Schenk, den Führer des deutschnatio» nuten Handlungsgehilfenverbandes.
Rinteln für Sozialdemokraten gegen Deutsch» fozialen Herzog.
Darmstadt für Sozialdemokraten gegen Rationalliberalen Stein.
Essen für Sozialdemokraten gegenZentrums- abgeordneten Giesberts, den Führer der katholischen Arbeiter.
Bei der Ersatzwahl in Hannover freuten sie sich darüber, daß die Sozialdemokratie schon im ersten Wahlgang über die bürgerlichen Parteien siegten, in Döbeln nahmen sie in gleicher Weise gegen den Nationalliberalen Haffe und für den Sozialdemokraten Stellung. Diese Tatsachen dürften genügen, um die Nationalsozialen als das zu kennzeichnen, was sie sogar nach freisinnigem Urteil sind: „Werbeoffiziere des Sozialismus."
Zur Lage in Rußland.
Charkow, 9. Nov. Da eine Anzahl Studierender gewaltsam in den Prüfungssaal des technologischen Instituts eindrang, um den dort anwesenden, boykottierten Professor zu verdrängen, wurde das Institut auf unbestimmt« Zeit geschloffen.
Warschau, 9. Nov. Ueber den bei der S!al en Rogow auf einen Postzug verübten Anschlag wird weiter gemeldet, daß kurz vor der Einfahrt des Zuges eine bewaffnete Bande von etwa 60 Man» sich der Station bemächtigte. Als der Zug hielt, wurden 3 Bomben und gleichzeitig ein Kewehrfeuer auf den Wagen, in dem sich die Militärwache befand, eröffnet. Der Zug traf nachts um 2 Uhr in Warschau ein und führte 14 Verwundete mit sich. Sämtliche Paffa- giere wurden untersucht: zwei derselben wurden verhaftet.
Lodz, 9. Nov. (W. B.) Wie nunmehr fest, gestellt ist, sind während des gestrigen Zusammenstoßes zwischen Arbeitern vier getötet und vier verwundet worden, 21 wurden verhaftet.
Warschau, 9. Nov. (W. B.) Nach den letzten Feststellungen wurden bei den bei der Station Rogow von einer bewaffneten Bande auf einen Postzug ausgeführten Ueberfall 41000 Rubel Bargeld und 25 000 Rubel in Wertpapieren geraubt. Einige mit Gold gefüllte Säcke waren den Räubern entgangen. Verletzt wurden 17 Personen, getötet wurde eine Person.
Tiflis, 9. Nov. (W. B.) Bei dem gestern hier auf dem Eolovinsky-Prospekt verübten Bombenanschläge wurden außer den bereits gestern genannten Verwundeten noch der General Sewreinow, die Generalin Koranow und der Ingenieur Artasow vernmndet. Letzterer ist heute gestorben.
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Liturgie in das Volksidiom; einige dieser Ueber- setzungen waren selbst in lateinischen Buchstaben gedruckt. Dieselbe Sprache gebrauchten sie in der Kirche. Die Griechen haben, wie schon er wähnt wurde, immer eine gewisse Abneigung gegen die Volkssprache gehabt und sie sind stetq besonders vorsichtig gewesen, sie nicht zu gebraut chen, wenn sie von heiligen Dingen sprachen, Man muß unter Griechen gelebt haben, um sich einen Begriff machen zu können, wie sehr sie er verabscheuen, wenn Ausdrücke aus der Volks spräche in Verbindung mit kirchlichen Dingt, gebraucht werden: der geringste Grieche tjütl dies für sakrilegisch. Selbstverständlich hattet die katholischen Priester keinen Erfolg. Bis zu welchem Grade das griechische Volk dagegen iftz die Volkssprache in die Literatur zu bringens haben die Ereignisse vor einigen Jahren ih Athen dargethan, als einige Ausländer, denen sich nun merkwürdigerweise der deutsche Pro^ fessor Krumbacher angeschloffen, versuchten, eine Uebersetzung des Evangeliums in die Volkssprache einzuführen. Es kam damals — vor fünf Jahren — zum Blutvergießen. Während' jener unglücklichen Ereignisse sprach sich unter den in Newyork lebenden Griechen einstimmig und in den stärksten Ausdrücken der Abscheu ge-, gen die Idee einer Uebersetzung des Evangeliums ins Vulgärgriechische und gegen di« Malliaren, wie man die Befürworter dieser Idee nannte, aus, und aus den griechischen Zeitungen, in denen die Proben dieser lieber' setzung besprochen wurden, konnte ich lernen, wie reich die griechische Sprache an Schimpfworten ist, denn der ganze Reichtum derfelbea an solchen Ausdrücken war gegen die llebersetz- ung zu Hülfe genommen worden. ;
Diese Tatsachen beweisen, wir ungerecht est ist, eine Parallele zu ziehen zwischen klassischem Griechisch in seiner künstlerischen und künstlichen Form und dem Alltagsgriechisch, und es im Eegensatz zum Griechisch der Klassiker als Neugriechisch zu bezeichnen, aber solche Ungerechtigkeit ist die Regel, selbst unter Philologen.
(Schluß folgt.)