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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Vierteljährlicher Bezugspreis: btt ver ExpÄ>itio« 2 Mk^ btt all«! Postämlem 2,25 M. (e£cl. Bestellgeld).

ZnserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfg.

Reclamen: die Zeile 30 Pfg.

Marburg

Donnerstag, 8. November 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniverfitStS-Buchdruckera Marburg, Markt 21. Telephon 55.

41. Jahrg.

Neueste Telegramme.

Berlin, 6. Nov. Die Reichstagsstudienkom- mission, welche sich nach Ostasien begeben hatte, Hat die Rückreise angetreten. Diejenigen Mit- iglieder der Kommission, welche denselben Weg öroie auf der Hinreise gewählt haben, sind gestern Abend auf dem DampferPrinzeß Alice" in Hongkong eingetroffen. Abgeordneter v. Riepen- chausen, der mit der sibirischen Bahn zurückgereist 'ist traf bereits heute wieder in Berlin ein. Die Rückkehr der ersteren Herren erfolgt anfangs De« izember.

; Paris, 6. Nov. Im Hinblick auf die ernste 'Lage in Mauretanien beauftragte der Kolonial- Minister den Eeneralgouverneur von Französisch- Westafrika Roume, den Gouverneur des Ober« Senegal- und des Niger-Gebietes Merleaux, so­wie den Kommandeur der Truppen in West­afrika Audäoud, sofort auf ihre Posten zurück- kehren zu lasien.

Paris, 5. Nov. Nach den im Marineministe­rium eingegangenen Meldungen über den Kampf, der am 25. Oktober zwischen Tidjidka und Mont- jeria in Mauretanien stattfand, sind zwei Leut­nants und zwei Unteroffiziere gefallen. Die Mauren waren über 500 Mann stark und zum größten Teile mit Repstiergewehren ausgerüstet. Sie hatten starke Verluste an Toten und Ver­wundeten. Während die von den Mauren an­gegriffene Abteilung nach dem Posten von Tid­jidka, der Fort Coppolanie heißt, zurückmar­schierte, sind 18 Eingeborene verschwunden. Die Negierung läßt Maßnahmen treffen, um einer WiederholunL lder Ueberfälle durch Mauren vor­zubeugen.

Petersburg, 7. Nov. Wie die Blätter mel­den, arbeitet das Ministerium des Innern einen Gesetzentwurf aus, nach dem jüdische Freiwillige, statt die Wehrpflicht zu erfüllen, eine bestimmts Abgabe entrichten. Der Petersburger Stadt­hauptmann hob das Wohnrecht für jüdische freie Hörer der Universität auf; sie müssen die Residenz 'verlassen. Die entrichteten Kollegiengelder wer­den ihnen zurückerstattet.

London, 7. Nov. Das neue KriegsschiffDre­adnought" wird demnächst einige wichtige Probe­fahrten unternehmen, die sich auf mehrere Mo­nate erstrecken sollen. Zweck dieser Probefahrten ist die Herbeiführung von Vervollkommnungen im Schiffstyp, die, wenn sie sich bewähren, bei den künftigen Schiffsbauten zur Anwendung ge­langen sollen.

Teheran, 6. Nov. Unter der persischen Eeist- jlichkeit, welche Reformen wünschte, ist eine Spal­tung eingetreten. In der Stadt erschienen Pro­klamationen, in denen ein Teil der Priester die Führer der Bewegung beschuldigt, egoistische Zwecke zu verfolgen. Es macht sich Enttäuschung bemerkbar, und es fehlt an Vertrauen zu der Tätigkeit der Abgeordneten. Die Wahlen in der Provinz erleiden Verzögerungen.

Ja-sw-g - 1

2 tNachvruck verboten.)

" Fünkdreivlertel.

Humoreske von Sidonie Judeich-Mierswa. (Fortsetzung).

Nein, erlaube mal, ich schreibe nicht ab, son­dern ich fahre hin."

Dagobert!" Ein strafender Blick traf den Gatten.Ich denke, du bist über solche Tor­heiten hinaus!"

Wieso Torheiten? Gar keine Torheiten. Du weißt überhaupt nicht, was es heißt, Student gewesen zu sein. Das liegt einem zeitlebens im Blute."

Ja, das merke ich."

Kreuzhimmelbombsnelement, was soll das heißen?"

Daß alle früheren Studenten mehr oder weniger ein Gläschen über den Durst trinken ich spreche natürlich nur im allgemeinen, Dagobert!"

.O nicht alle Männer; ich glaube, Kandidat Herder"

Dem Sanitätsrat begann bei dieser Zwifchen- rede seiner Tochter die Zornesröte ins Gesicht zu steigen.

Heiliges Kanonenrohr, jetzt kommt die wieder mit dem sanften Heinrich an. Ja, das glaube ich. so ein Kneifer, so ein Kriecher, so .ein" hier ging dem kleinen runden Herrn der Atem ausder fällt womöglich nach dem er­sten Glase Bier um und bekommt beim bloßen Worte Mensur die Gänsehaut. Hiergeblieben, Kartell! Ansgekniffen wird nicht." Dabei drückte n sein vor Schreck bleich gewordenes Töchte;- hsn auf den Stuhl nieder, von dem sie aufge- I ßprungen war. I

-Lriederika aeb hinaus und sieb, daß ML-.?

Kaiser Wilhelm ll. und die Byzantiner".

Im Verlage von I. F. Lehmann in München erscheint demnächst ein beachtenswertes Werk: Kaiser Wikhm II. und die Byzantiner, von Graf Reventlow. Den uns zur Verfügung gestellten Aushängebogen entnehmen wir nachstehende in- tereffante Schilderungen:

Ueber die Beredsamkeit des Kaisers heißt es:

Im engsten Zusammenhangs mit der schnellen und beweglichen Intelligenz des Kai­sers stehen seine rednerischen Gaben, unterstützt durch eine außerordentlich starke Phantasie. Diese ist von einer Lebhaftigkeit und Vielsei­tigkeit, daß sie durch jeden Anlaß in erstaun­lichster Weise erregt wird, mag ersterer nun als Wirkung eines Buches, einer äußerlichen Gelegenheit, z. B. eines Festes oder eines ge­schichtlichen Gedenktages oder irgend eines Ge­dankens, der von außen in seinen Gesichtskreis tritt, hervorgerufen werden. Kaiser Wil­helm II. ist ein geborener Redner und besitzt auch das charakteristische Pathos eines solchen. Die Rede ist ihm meist nicht Mittel, sondern Zweck. . . . Ein so veranlagter, viel reisen­der und festlichen Veranstaltungen nicht ab­holder Monarch benutzt natürlich auch Anlässe zum Reden, die nur in einer verhältnismäßig geringen Anzahl von Fällen als Gelegenheit im politischen Sinn bezeichnet werden können. Da nun der Kaiser, was auch Reichskanzler und Staatssekretär sagen mögen, niemals Privatperson ist, sondern immer Kaiser des Deutschen Reiches und als solcherim Dienst", so ergibt sich der Konflikt von selbst und tritt um so schärfer hervor, als der Kaiser seine auf äußere und innere Politik, die Zukunft des Reiches, auf Kunst, Religion, und was es auch immer sei, gerichteten Gedanken, die er gerade im Moment der Rede gereift in sich glaubt, mit denkbar großer Schärfe und Pathos auszu­sprechen pflegt."

Die Wirkung der kaiserlichen Beredsamkeit wird folgendermaßen geschildert:

Das Volk läßt sich wohl bei großen Ge­legenheiten zu einer auch noch nachwirkenden Begeisterung hinreißen, kann aber sonst nur durch stetiges und erfolgreiches Handeln zu vertrauensvoller Gefolgschaft gebunden wer­den. Mit allgemeinen Zielen und Betrachtun­gen weiß es auf die Dauer nichts anzufangen. Es will auch zum Handeln gezwungen werden, das Ziel und den Weg dazu sehen. Dem Kaiser selbst wird auch mittlerweile das Gefühl nicht fremd geblieben sein, daß seine Worte jenes heiß erstrebte große Ziel nicht erreicht haben; wenn auch nicht in dem Maße, wie es der Wirklichkeit entspricht. Der Chor begeisterter Zustimmung und überschwänglicher Lobes­erhebung bietet alles auf, um den Kaiser über

rinka nicht das Esten anbrennen läßt," kam der Gegenbefehl der Frau Mama, die mit einem nicht mißzuverstehenden Blicke der Kampflust in ihren Augen, scheinbar aber äußerst ruhig, das Nähzeug zusammenpackte.

Der Sanitätsrat war aufgesprungen. Die Ruhe seiner Gattin reizte ihn.

Fritzi heißt das Mädel, damit basta," rief er, den Fehdehandschuh energisch aufnehmend. Ich wünschte, es wäre wirklich ein Fritz, aber den Gefallen haste mir ja damals nicht getan. Donnerwetter Parapluie, hätte ich mir den Jungen zu einem flotten Studenten erzogen! Und so muß sie wenigstens mal einen ehemali­gen heiraten, aber Schmisse muß er haben, sonst gebe ich mein Jawort nicht. Verstanden! Nun kannste gehen,Friederike", und schreib dir das wegen der Schmisse hinter die Ohren. Meinet­wegen kannste es auch deinem sanften Heinrich sagen."

Eilig stürzte Friederike hinaus. "2

Dagobert, sei vernünftig."

Bin ich überhaupt immer,, andere Leuie sollten sich an mir ein Beispiel nehmen. Also ich fahre, damit Punktum!"

Und deine Patienten?"

Mag mein Kollege Genfer totkurieren."

Dagobert, ich bin starr, still und stumm." Hier verfiel die entsetzte Sanitätsrätin unwill­kürlich wieder in ihren heimischen hannoverschen Dialekt, den sie sich seit ihrer zwanzigjährigen Ehe in Oberschlesten fast gänzlich abgewöbnj hatte.

... -Gar nicht stummer, sondern Krach wachste sur oter^ murrte der gereizte Gatte unhöflich.

Unterbrich mich nicht, sondern schweige, während ich dir etwas sage. Es ist überhaupt nicht höflich"

- - -Äb nfeife auf die. Höflichkeit, wenn einem

die Wirkung seiner Worte zu täuschen. Man geht darauf aus, ihn glauben zu machen, daß seine Reden wirklich Taten bedeuten und von unermeßlicher wohltätiger Wirkung sind. Die byzantinische Presse täuscht auch die Oeffent- lichkeit, d. h. ihre Leser, indem sie aus jeder Rede mit immer gleicher Begeisterung neue beglückende Perspekttven eröffnet; sie scheut auch vor groben Fälschungen nicht zurück und verwischt geflistentlich Widersprüche. Diese Presse ist es und bezeichnenderweise an ihrer Spitze die offiziös beeinflußten Organe, welche den Kaiserworten jenen mystischen Nimbus verschafft, der über ihren eigentlichen Inhalt täuscht. . . .

Wir dürfen uns nicht verhehlen, daß die Gabe der Rede, welche den Deutschen Kaiser mit der Kraft eines großen Talents zur Aus­übung zwingt, besonders nach der eben erör­terten Richtung hin von sehr schädlicher Wir­kung ist. Den lügenhaften Strebern gibt sie Handhabe, und die übrigen erfüllt sie mit echt byzantinischer Bewunderung, nimmt ihnen jegliches Augenmaß für das Wirkliche und läßt die Energie nicht aufkommen, das Wirk­liche auch nur erkennen und beurteilen zu wollen. Nur etwas mehr Wahrheitsmut und Charakter, etwas weniger Phrasenfreudigkeit und geistige Faulheit, so würde auch die Rück­wirkung der öffentlichen Stimmung auf die kaiserliche Person von sehr nützlichem Erfolgs sein. Wie die Verhältnisse aber jetzt noch lie­gen, muß der Erfolg seiner rednerischen Tä­tigkeit den Kaiser nur in dem Gefühl bestärken, daß er auf dem richtigen Wege sei, denn er sieht ja Erfolg, er sieht und hört, daß man ihm nicht nur zustimmt, sondern sogar mutatis mutandia nachzuahmen versucht."

lieber die Lieblingsneigungen des Kaisers schreibt Graf Reventlow:

Wo irgendwelche Lieblingsneigungen des Kaisers in Betracht kommen, findet natürlich großer Zusammenlauf des Byzantinertums statt. ... Es ist nicht ohne Interesse, die jährlichen Anmeldungen zu den Regattrn durchzulesen, denn in den Listen stehen Ver­treter des Großkapitals und im Speziellen der Industrie als größte Mehrzahl obenan; Leute, welche zum überwiegenden Teil sportlicher In­teressen bar sind. Sie lasten ihre Fahrzeuge durch einenSkipper" in Ordnung halten und steuern, stehen aber sicher auf den zahlreichen Festen, deren Ueberhandnehmen die wirklichen Sportsmänner immer mehr beklagen, ihren Mann. Sie reden sehr schön von dem freien Meer, das den Geist befreit, und schweigen heroisch um einen Ausdruck des alten Kai­sers Wilhelm zu gebrauchen von ihren Kreuzschmerzen und Bandwurmkrankheiten", zu deren Heilung sie großenteils sich in den kaiserlichen Jachtklub haben aufnehmen lasten. Sie schwärmen den Kaiser als den modernen

nicht einmal das kleinste Vergnügen gegönnt wird. Kannste denn nicht begreifen, daß man sich mal aus dem Reste hinaussehnt, mal raus, raus aus dem Philistergeklatsch und Getratsch. Ich fahre eben, und damit basta!"

Aber dein Alter, bedenke deine Neigung zur Gicht."

Die Stirnadern schwollen dem alten Herrn immer höher, und sein rotes Gesicht bekam eine Kupferfärbung.

Alter das war der dunkle Punkt, an dem man nicht rühren durfte, da er reichlich zwanzig Jahre älter war als seine Frau.

Alter, ich ha, ich nehme es mit dem jüng­sten Fant auf, ich" und nun folgte eine Ver­sicherung, was er noch alles imstande wäre, dann Vorwürfe und zuletzt eine Blütenlese von Krast- ausdrücken und Flüchen, die entschieden noch aus der Studentenzeit, wie seine Gattin schaudernd dachte, stammen mußten.

Sie war überhaupt sprachlos. Bis jetzt hatte sie bei allen häuslichen Szenen und die ka­men bei ihrem so leicht erregbaren Tempera­ment öfter vor stets das letzte Wort behalten, da ihr zur Behaglichkeit und Ruhe neigender Gatte sich am Ende immer ihrem Willen beugte. Heute sollte es anders sein. Nein, das ging nicht, und so orhob sie ihre Stimme und ver­suchte ihren Worten Geltung zu verschaffen. Da aber keiner nachgab, so schrien Lriden Ehe­gatten so lan;- auseinander ein, bis der macht- Äone Baß des Hausherrn die endlich atemlose Hausfrau vollständig übertönte.

Noch einmal versuchte die Sanitätsrätin, deren Stimme von der Anstrengung bereits matt geworden war, ihren Herrn und Gebieter auf die Gefahren der Großstadt aufmerksam zu machen; aber nichts verfing mehr, und so schwieg Re endlich resigniert. t

Mann, den ersten Segler Deutschlands an unk wissen sich vor freudigem Stolz nicht zu fassen; daß er sich in ihrer Umgebung wohlzufühle« scheint. Man kann sich gewiß nicht darüber wundern, wenn Vertreter des Eroßkapitalis- mus, trotz ihrer prinzipiell freien Anschauun­gen, erfolgreich mit dem geborenen Hofman» wetteifern, denn das besondere Interesse, web ches der Kaiser gerade diesen Gebieten unk Personen zuwendet, mag in ihren Augen daz» ermutigen. Auch erteilen sie ihm ja das höchst« Lob, was es in ihren Augen gibt; so hat vol nicht langer Zeit ein Hamburger sich in Rach ahmung des Herrn Ridder dazu verstiegen, bei Kaiser als ersten Geschäftsreisenden Deutsch lands zu bezeichnen. ... Es ist beinahe über- flüssig auszusprechen, daß es dem Kaiser völlig fernliegt, bewußt dem Byzantinismus direÜ oder indirekt entgegenzukommen ober ihn gas zu ermutigen. Sicher würde er sich bei Er kenntnis solcher Symptome mit Abscheu uni Widerwillen abwenden .. .

Deutsches Reich.

Berlin, 7. Nov.

Seine Majestät der Kaiser hörte gestern Vormittag die Vorträge des Chefs des Militär­kabinetts, des Chefs des Admiralstabes der Ma­rine und des Chefs des Marine-Kabinetts uni empfing die Minister-Residenten von Humbrachl und Zimmerer. Später empfing das Kaiserpaar den Bildhauer Professor Brütt, um eine von ihn modellierte Büste der Kaiserin zu besichtigen. Ko­pien dieser Büste, über die das Kaiserpaar sich sehr anerkennend aussprach, werden demnächst allgemein zugänglich gemacht werden.

Offiziös wird geschrieben: Es ist eine häu- .. fig zu beobachtende Tatsache, daß Wellenbeweg­ungen auf der Oberfläche der öffentlichen Mei­nung durch Vorgänge hervorgerufen werden, dit lange Zeit zurückliegen, und die, als sie attuell waren, keine gleiche Wirkung ausübten. Aehn- lich verhält es sich anscheinend auch mit den Kri- sengerüchte«, die über die Stellung des Reichs­kanzlers in neuerer Zeit verschiedentlich auf­tauchen. Wenn als Grund für solche Gerücht« angegeben wird, daß der Gesundheitszustand des Reichskanzlers sich noch nicht so weit wieder ge­hoben haben könnte, daß er mit voller Sicherheit den Anstrengungen des Amtes sich unterziehe» werde, so sind gewiß Zweifel in dieser Hinsicht während des Erholungsurlaubes des Reichskanz­lers möglich gewesen, und es mag auch nicht aus­geschlossen sein, daß solche an maßgebende, Stellen sich geltend zu machen versucht haben, Aber jetzt ist für Zweifel in Bezug auf den Ee. sundheitszustand des Reichskanzlers kein Raun mehr. Er hat täglich Gelegenheit, den bündige» Beweis zu führen, daß er mit voller Kraft di« Geschäfte seines schweren Amtes zu führen ver- mag, und er wird zweifelsohne, wenn in bei

Als der Sanitätsrat merkte, daß er alle!» noch sprach, ging ein befriedigter Zug über feie erregtes Gesicht. .... .

Also am Freitag abend reffe ich, bamrl basta," sagte er aufatmend.

Er warf einen unsicheren Blick zu seiner Gat­tin hinüber, die sich nur bestätigend zu nicke» ^Ein'stolzes Gefühl des Triumphes überkam ihn. Endlich hatte er gezeigt, wer Herr im Hause war. Nur jetzt sich nichts vergeben, nicht gleich wieder weich werden.

Fritzi!" schrie er mit lauter Stimme zur geöffneten Tür hinaus.

Sehr schnell und ganz blaß erschien das Toch-

JSrij sofort auf den Boden wo du, wahr­scheinlich unter altem Gerümpel" hier grollte die Stimme ihres Vaters dumpf wie rollender Donnereine alte gestickte Reisetasche finde« wirst; auf schwarzem Grunde ist ein roter Hund gestickt." Hier wurde die Stimme wieder wei­cher.Es ist meine Reisetasche aus der Studen­tenzeit, die wirft du mir instand setzen, ver-, standen! Ich" hier hob ein langer Atemzug seine Brustfahre am Freitag nach Breslau zum fünfzigsten Stiftungsfest meines Korps.

Als wäre nichts geschehen, küßte er fii««! Tockter auf die Stirn und verabschiedete sich i« gleicher Weise von feiner Frau, die noch immer, sprachlos auf dem Sofa saß. -

Addio, mein Schnuteken, du kannst nttfl schon heute meine Orden auf den neuen Frach annähen, wegen der Festrede, weißt du! Servus ich fahr jetzt auf Praxis und zum Kollegen, oej mich vertreten joll." Und wie ein Sieget M hocherhobenem Haupt verließ et das Zimmer.

(Fortsetzung folgt)'