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JnsertlonSgrbühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 15 Pfg. Reclamen: die Zeile 30 Pf«.

Dienstag, 6. November 1906,

^Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag: Joh.Aug.Koch, Universitäts-Buchdruckers Marburg, Markt 2L Telephon 55.

41. Jahrg,!

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INachdruck verboten.)

Zwei Araneu.

Roman von T. Borchart.

(Schluß.)

Klaus Noden ist allein, Herbert ist gegangen, Damit er ruhen soll. Aber er kann nich^ ruhen. Ein Fieberfrost schüttelt ihn, und er weiß nicht, ob es die Folgen des unfreiwilligen Bades, oder ob es die Erwartung ist. Jeder Nerv in ihm bebt jede Fiber zittert der Geliebten entgegen. Da werden leichte Schritte hörbar, die Tür öff- tet sich leise, und eine schön«, hoheitsvolle Ee- talt steht an der Schwelle. .

'Nora!" schreit Klaus auf, springt in die iHöhe und breitet der Geliebten beide Arme ent« sgegen, und Nora birgt ihr Gesicht an seiner Schulter und weint und lacht in einem Atem.

: Lange sitzen die beiden Menschen bei einan- iver und sprechen von ihrem Leid, von ihrer sCehnsucht, von ihrem Glück, Hand in Hand, -Auge in Auge und Mund an Mund.

Erst nach langer Zeit entschlichen sie sich, Hinunter zu Herbert und Elisabeth zu gehen. ' Im Empfängssolon wollten diese zusammen -warten, bis die beiden Glücklichen da oben zu iihnen herunterkämen, aber sie haben ihrer bald -vergessen.

I Der Graf sitzt auf einem Sessel und halt .Elisabeth auf den Knieen, und diese beichtet ihm mit heißen Wangen alle ihre Empfindungen iund Kämpfe von dem Tage ihrer Verlobung an ;6is auf den heutigen Tag. Ihre ganze reine, Keusche Seele offenbarte sie, es gab kein Winkel- Ichen ihres Herzens, in das sie ihn nicht schauen iließ. Sie erzählte ihm auch von ihrer Begeg­nung mit Klaus Roden, von seinem Vertrauen szu ihr, sie erzählt« ihm von Noras Einwirken iftuf sie. Ganz zuletzt, mit vor Scham geröteten sWangen, gestand sie ihm, daß sie ihn schon lange .liebe, daß sie seine gleichgültige Ruhe kaum '«ehr hatte ertragen können, und wie sie sich in ' Sehnsucht nach einem lieben Wort, nach einem

Neueste Telegramme.

Berlin, 4. Nov. Der zweite preußische Partei­tag der Sozialdemokratie findet am 27. Dezember Hier im Eewerkschaftshause statt. Für die Tages- ordnung ist in Aussicht genommen: Die Organi­sation in Preußen, die bisherige Tätigkeit des preußischen Landtages und das Wahlrecht in Preußen, die Landtagswahlen 1908.

Berlin, 3. Nov. Die Direktion der Siemens- Zverke hat gestern in mehreren Abteilungen sämt­licher Vertrauensmänner des Deutschen Metall- jgrbeiter-Verbandes entlasten. Insgesamt strei­ken jetzt etwa 1000 Arbeiter.

Düsseldorf, 3. Nov. Gestern Abend fand in' Köln eine vom Eewerkverein der Maschinen­bauer einberufene Versammlung im Kristall- palaft statt. Etwa 900 Personen waren an­wesend. Es wurde über den Streik aufNote Erde" debattiert. Gegen 12 Uhr erschien der schriftliche Führer Wernerus. Es entstand darauf ein großer Skandal. Mehrere hundert christliche Arbeiter drangen auf die Cewerkvereinler mit Stühlen, Viergläsern usw. ein. Ein Gewerkoer- einler ist schwer verletzt. Mehrere, darunter die Beamten Hartmann-Aachen, Köthner-Köln, sind 'leichter verletzt. Das Saalmobilar ist total de­moliert.

Karlsruhe, 4. Nov. Das Hofamt des Prinzen Max dementiert die Blättermeldung von Ver­mittelungsversuchen des Prinzen Max in der braunschweigischen Frage als unrichtig.

Wien, 3. Nov. Das offiziöse Wiener Frem« denblatt schreibt:Die ersten Unterredungen, di« zwischen dem Minffter des Aeußern Frhrn. von Aehrenthal und dem italienischen Botschafter Herzog von Avarna stattgefunden haben und die den Beziehungen zwischen Oestereich-Ungarn und Italien galten, führten zu einem Austausch sehr freundschaftlicher Erklärungen zwischen den Mi­nistern des Auswärtigen beider Länder. Sowohl von feiten des Ministers Frhrn. v. Aehrenthal als auch von feiten des Ministers Tittoni kam Hierbei die völlig übereinstimmende Absicht zum Ausdruck, der Pflege und der Befestigung der tengen und herzlichen Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien ihre volle Sorg­falt zuzuwenden."

London, 4. Nov. Die Londoner Stadtbezirks- vahlen, in denen die Konservativen einen glän­zenden Sieg errangen, erregen ungemein großes fiufsehen, da sie einen totalen Umschlag der libe­ralen Strömung andeuten. In Regierungs- steisen herrscht Bestürzung, da es hiernach zwei­felhaft geworden ist, ob ein Apell an das Land Degen der Opposition der Lords gegen das Schul­gesetz ratsam sein würde.

Die gegenwärtige polttische Lage hat der nationalliberale Parteiführer Baster- mann vor einigen Tagen in Wiesbaden einer sehr scharfen Kritik unterzogen. Seine Ausführungen scheinen so bemerkenswert, daß sie verdienen, auch weiteren Kreisen bekannt zu werden. Es sei keine Frage, äußerte sich der Abgeordnete, daß in den kommenden Zeiten Er­örterungen über die auswärtige Politik Deutschlands in immer stärkerem Maße das Parlament beschäftigen werden. Solange ein großer Meister in der Staatskunst,wie Bismarck, die auswärtige Politik leitete, konnte man sich seiner Führung unterwerfen. Aber die Politik des Herrn von Tschirky zu kritisieren, diese Frei­heit werden wir uns herausnehmen (lebhafter Beifall), und es wird gut sein, wenn auch in der deutschen Bevölkerung das Interesse fürdieAuswärtigeLagestärkerals bisher in die Erscheinung tritt.

Wie sich die Dinge in den letzten Jahren ge­staltet haben, ist eine Befriedigung nicht zu ver­zeichnen, wohl aber viel Grund zur Be­sorgnis vorhanden. Der Angelpunkt unserer ganzen politischen Weltentwicklung ist England! (Zurufe:Sehr richtig!") Der König von England reist auch, aber schweigsam, durch die Länder. Sein Ziel ist natürlich die Größe Englands, und sein Mittel, sie zu erreichen ist die Isolierung Deutschlands (an­haltende Zustimmung), und dieses Ziel wird mit eiserner Konsequenz verfolgt. Es ist keine Politik der Plötzlichkei­ten, keine Politik der Schenkungen, da läuft man nicht heute dem und morgen jenem nach, sondern schreitet beharrlich weiter. So in Ost- asien durch dasBündnismitJapan.das sich ebenso wie gegen Rußland gegen das deutscheTerritoriuminEhina richtet, so durch die Entente cordiale mit Frankreich, die vielleicht heute schon zu einer Militär- konvention gediehen ist. Und dabei ist jetzt in Frankreich Herr Clemenceau am Ruder, der Mann des Revanchegedankens, von dem dieser Tage ein französisches Blatt schrieb: Er hat eine zielbewußte Strategie: Sein Angelpunkt ist Eng­land, sein Ziel ist Deutschland und sein Lohn ist Elsaß-Lothringen! Und Italien, unser bra­ver Freund, hat sich so entwickelt, daß wir nicht mehr wisien, ob das Bündnis mit ihm für uns noch einen Wert besitzt. Denn wenn Italien in einem Weltkampf sowohl gegen Frankreich wie gegen England versagt, sind wir eben nur noch die Rückendeckung für Italien gegen Oesterreich. Und Rußland! Die Zeiten find vorüber, wo wir mit derartigen Dingen hinter dem Berge hielten (allseitigesBravo!"), und wir werden so frei

warmen Blick von ihm verzehrt habe, daß aber ihr Stolz ihr nicht gestattet habe, es ihm zu zei­gen bis Nora sie auf den rechten Weg gewiesen habe und daß sie ihm heute nachgerannt sei, mitten in den Eewittersturm, nur um bei ihm zu sein.

Andächtig, mit verklärten Blicken die ganze liebe Gestalt, das schöne Antlitz mit dön süßen Augen umfassend, hatte Graf Landegg zugehört, und dann hatte er ihr geantwortet: «Ich hotte nie aufgehört, dich zu lieben, mein süßes Weib, selbst damals nicht, als ich dein Tagebuchblatt fand. Der Schlag war furchtbar, aber seit der heutigen Stunde am Landegger See ist alles Vergangene ausgelöscht und begraben. Laß uns fortan nur der Gegenwart und Zukunft leben/

Darauf hatten sie sich umschlungen und sich in seligem Selbstvergessen in die Augen geschaut.

Mir ist es, als feierten wir heute erst unse­ren Hochzeitstaq," sagte Graf Landegg, sie an sich presiend, und Elisabeth schlang beide Arme um seinen Hals und barg ihr Antlitz an seiner Brust. , _

Die Außenwelt war für sie versunken; sie hatten auch ihrer Gäste vergefien und das Po­chen an der Tür überhört. Plötzlich blickten sie, von einem Geräusch gestört, auf.

..Elisabeth!" tief Nora.

Jäh errötend und verwirrt sprang Elisabeth auf, strick sich-das Haar glatt und eilte der ge­liebten Freundin entgegen, die an der Seite Klaus Rodens soeben eingetreten war.

Vier glückliche Menschen vereinigte heute die Abendtafel auf Landegg, und spät erst trennte man sich.

21. Kapitel.

Es ist Herbst geworden. Die Früchte find ge­reift, und die Blätter fallen langsam zur Erde.

Schwere bange Wochen, die nur die gegen­seitige Liebe leichter erträglich machte, find vor­übergegangen.

Klaus Roden war gefährlich erkrantt. Noch in derselben Nacht jagte .ein reitender Bote in

sein, dies auch im Reichstage zur Sprache zu bringen.

Wenn England an dem Deutschland am nächsten gelegenen Punkte eine neue Hei­matflotteerrichtet, und wenn zu gleicher Zeit ein deutscher Eeneraladjutant einem englischen Herzog einen Ehrensäbel über­reicht, dann fehlt uns für solche Dinge das Verständnis, und da möchte man wünschen, daß einmal ein Staatsmann kommt, der den Einfluß hat, solche Dinge unmöglich zu machen. Wenn man auf unseren Diplo­matenposten Leute mit Diminutivnamen wie Phili, Specki usw. hat, möchte man glauben, daß sie in solch leitender Stelle nicht die richtigen Leute sind. Zu wünschen bleibt nur noch eine größer Einigkeit in allen Volks­kreisen. Wir dürfen die Verbitterung zwischen den Parteien und den Volkslkafien nicht sich ins Maßlose auswachsen lassen. Ein jeder Deutscher muß sich sagen, wie die Weltlage heute ist, können wir mit einem Schlage vor große Entscheidungen gestellt w e r d e n, wie in Algeciras. Diese Dinge kön­nen sich aus der englischen Politik von einem Tag zum andern entwickeln, und wenn dann die Na­tion siegen soll, darf sie im Innern nicht zerklüf­tet sein. Der einigende große Gedanke darf nicht in den Hintergrund treten. Möge das deutsche Volk über den Kampf des Tages, der geführt werden wird und geführt werden soll, dieses große nationale Ziel nicht vergessen. (Anhalten­der Beifall.) In den Kreisen aber, die uns zu leiten berufen sind, möge man nicht vergessen, daß die Stellen nicht nach dem Gefühl der obersten leitenden Stelle eines Staates in solchen schweren Zeiten besetzt werden. Es ist die Lehre aus den schweren Tagen von Jena und Auerstedt vor hundert Jahren, daß das Mißtrauen in die äußere Politik Preußens damals unendlich ge­schadet hat, in die Kabinettspolitik des Königs, der an Stelle selbständiger Arbeiter Handlanger gesetzt hat! Dieses Mahnzeichen soll nach oben sprechen in diesen schweren Zeiten! Hoffen wir, daß wir in unseren deutschen Landen über diese kritische Zeit hinwegkommen, und daß das Vater­land keinen Schaden nehmen wird!"

Wir glauben, daß der Abg. Vassermann, nicht nur die Gefühle seiner nationalliberalen Partei­freunde Wiedergegeben hat, sondern daß man auch in anderen rechtsstehenden Kreisen gleiche Ansichten hegt, die sogar von einsichtiger streng- konservativer Seite laut geworden sind.

Deutsches Reich.

Berlin, 8. Nov.

Seine Majestät der Kaiser arbeitete am vorgestrigen Samstag allein. Gestern Mittag

die Stadt zum Arzt, und als dieser eintraf, schüttelte er besorgt den Kopf. Durch Erkältung bei seinem Unfall und die folgende seelische Er­regung war ein hochgradiges Nervenfieber aus- gebrochen. Tage und Nächte schwebt« er zwischen Tod und Leben. Nora war an das Lager des Geliebten geeilt, und mit Hilfe Elisabeths und Graf Landeggs pflegte sie ihn mit heißer, auf­opfernder Liebe; sie zitterte um das teure Le­ben, das ihr, kaum geschenkt, schon wieder ge­nommen werden sollte. Aber di« Gewalt des Fiebers brach, und der Tag kam, wo Roden der Genesung entgegen!*!ummerte. Als er zum erstenmal wieder n'rr die Augen auffchlug, sah er Nora vor sich stehen.Bleibe bei mir, Geliebte!" hauchte er leise. Und Nora blieb. Von dem Dorfgeistlichen ließ sie sich im Kran­kenzimmer mit ihm trauen, um ihn nicht ver­lassen zu müssen. Graf Landegg und Elisabeth waren die einzigen Zeugen des unter diesen Umständen traurigen Aktes.

Vier Wochen waren seitdem vergangen; Roden war wieder der Alte, oder nein, doch nicht der Alte. Ein Wunder schien sich vollzogen zu haben. Die Schwäche im Vein war geschwunden, das Knie war nicht mehr steif, die Krankheit hatte alles wieder mit hinweg genommen. Fast so kräftig wie einst war wieder fein Gang und feine Haltung, und mit welchen Gefühlen alle Beteiligten die Entdeckung machten, läßt sich kaum beschreiben.

Heute nun war das Ehepaar Roden zum letzten Male bei den Freunden auf Landegg, um mit ihnen Abschied zu feiern. Morgen fah­ren sie nach München, wohin sie ihren künftigen Wohnsitz verlegt haben; denn beide sind an der Hofoper engagiert. Mit freudigem Staunen hat der Intendant den einst gefeierten Helden, den gottbegnadeten Künstler wieder aufgenommen und in den Verband der Oper als ersten Helden­tenor eingereiht. Und nun soll es sich endlich erfüllen, was Nora und Klaus einst so sehnlich gewünscht haben: st« «erden zusammen spielen und fingen, Nora ift jetzt auch eine einfache

empfing der Kaiser im Neuen Palais die Teil­nehmer an der Internationalen Konferenz für Funkentelegraphie. Später fand bei dem Kaiser und der Kaiserin anläßlich des Abschlusses der Konferenz eine Frühstückstafel statt.

Der Berliner HofmoniteurLokalanzeiger" schreibt:Der Chef des Geheimen Zivilkabinetts Dr. v. Lucanus stattete gestern Abend dem er/ krankten Minister Podbielski einen Besuch ab. Wie wir mitteilen können, steht dieser Besuch mit der sogenannten Podbielski-Krist^ in keinerlei Zusammenhang; der Kabinettschef hatte lediglich eine in das Ressort des Landwirt« fchaftsministers fallende Personalfrage zu b« sprechen. Der Gesundheitszustand des Herrn vo« Podbielski läßt weiter viel zu wünschen übrig, der Minister leidet unter heftigen Schmerzen, die sein Gallenstein- und Eichtleiden mit sich bringen, und hütet zumeist das Bett." Hm! Hm! Eine' in das Ressort des Ministers fallende Personal-' frage ist schließlich auch die Stellung des Mi», nisters selbst. Die auffällige Betonung des lei­denden Zustandes des Ministers gibt ebenfalls zu denken, denn sie dürfte nicht ohne Absicht im Anschluß an die Meldung des Besuches erfolgt sein.

Die Börsensteuer hat in den ersten sechs Monaten des laufenden Finanzjahres insgesamt 25,5 Millionen Mark erbracht, wovon 16,6 Mill. Mark auf die Stempelsteuer für Wertpapiere und 8,9 Millionen Mark auf die für Kauf- und sonstige Anschaffungsgeschäfte entfielen. Ent­spricht das zweite Halbjahr 1906 dem ersten, sc ist auf einen Ueberschuß über den Etatsanschlag von nahezu 3 Millionen Mark zu rechnen, ob­schon der Reichstag den von den verbündeten Re­gierungen für die Börsensteuer in Vorschlag ge­brachten Einnahmeansatz von 40,1 Millionen Mark auf 48,1 Millionen Mark erhöht hat.

Die staatlichen Schullehrerseminare bet preußischen Monarchie waren am 1. Mai d. I, von 12 154 Zöglingen besucht. Darunter waren 5816 Interne, und zwar 3983 evangelische und 1833 katholische, sowie 6338 Externe, und zwar 4214 evangelische und 2124 katholische. Di« staatlichen Lehrerseminare waren von 1458 Zög­lingen besucht. Davon waren 484 Interne, und zwar 276 evangelisch, 208 katholisch und 974 Externe, davon 391 evangelisch, 570 katholisch und 13 jüdisch. An den außerordentlichen Se- minarnebenttlrsen nahmen zu dem angegebenen Termine 1062 Zöglinge teil, und zwar 49 evan­gelische Interne und 1013 Externe, wovon 838 evangelisch und 175 katholisch waren. Die Fre­quenz der Präparandenanstalten stellte sich aus 17 492. Davon waren 1509 Interne, und zwar 1369 evangelisch, 140 katholisch, 15 983 Externe, wovon 10 332 evangelisch und 5651 katholisch waren. An den außerordentlichen Präparan- dennebenkursen nahmen 3007 Zöglinge teil, wo-

Frau Roden und keine Gräfin Landegg mehr. Mit fieberhafter Spannung sieht das Müw chener Publikum dem ersten Ausreten dieses in. zwischen berühmt gewordenen Ehepaars ent­gegen, und selbst der Hof hat fein Erscheine« zugesagt. ,

Graf und Gräfin Landegg haben ver­sprochen, zu diesem wichtigen Tage nach Mün­chen zu kommen, und sich an bet Kunst und den Triumphen ihrer Freunde zu erholen. Gras Landegg ist längst kein Kunstverächter mehr. Musik und Gesang sind auf Landegg nicht mehl verpönnt; man huldigt der Muse mehr den« jemals. Der Graf braucht nicht mehr zu fürch­ten, sein junges Weib durch die Kunst zu ver­lieren.

(Seit einiger Zeit weilt noch ein lieber B» such auf Landegg; Elisabeths Eltern und Bru­der. Der General ist frisch und gesund, Fra» von Rittberg noch immer schön und Karl Enn» ther reifer und ernster geworden.

Die Eltern freuen sich an dem Glück ihre: Tochter, das ihnen aus deren Auge so roant entgegenleuchtet und sonnen sich darin. Niemand sieht es ihr an, daß sie einst ein Opfer brachte, als sie Graf Landegg heiratete.

In dem Kreise, der heute Abend zum Abschied für Noden auf Landegg versammelt ist, fehlt nur ein Glied des Hauses: Beate. Sie hat -ich nicht überwinden können, Heimzukommen, lange Klaus Roden und feine Frau noch auf Steinburg sind. Die Liebe zu ihm muß noch nicht erloschen sein, und um dieser Liebe willen verzeiht man ihr, was sie einst gesündigt hat. Unter dem Vorwand, die kranke Freundin Nicht verlassen zu können, hat sie ihren Aufenthalt in Salzburg immer wieder verlängert und will erst später heimkehren. Elisabeth fürchtet ihr« Heimkehr nicht. Sie weiß, daß sie "unin ihres Gatten Herzen und Haufe den ersten Platz hat. und daß sie stets die Herrin von Landegg fetw und bleiben wird.