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und Kirchhain.
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lNuchdruck verboten.),
wird, durch das Anschneiden der Monroedoktrin und der deutschen Kolonisation in Südamerika weder Deutschland noch der Union einen Dienst geleistet. Man erachtet die Diskussion über diese Frrgen für durchaus unfruchtbar, da sie nur böses Blut machen kann. „Sun" erklärt an leitender Stelle, Burgetz habe durchaus nicht die Anschauungen des amerikanischen Volkes wieder
und an die wichtigsten und verbreitetsten Zei« tungen der betreffenden Länder versendet werden. Die Ausführung unseres Projekts würde gar nicht mal so viel kosten, wenn man erwägt, daß es in unserer Volksgesamtheit nicht wenig Personen gibt, welche die betreffenden Sprachen gut beherrschen, und welche, namentlich aber die polnischen Damen, Zeit genug haben, die polnisch geschriebenen Mitteilungen in die betreffenden Sprachen zu übersetzen. Und übrigens werden begüterte Leute für diesen Zweck gern rwch besondere Mittel hergeben.
„Durch die der ganzen europäischen Presse erteilten Informationen bringen wir unsere Sache vor das Forum der ganzen Welt. Wenn die erforderlichen Kräfte fehlen sollten, könnte man diese Mitteilungen schlimmstenfalls für alle ausländischen Blätter vorläufig in französischer Sprach» drucken lassen. In jedem Falle mutz etwas geschehen, und zwar so schnell wie möglich. Die Straz würde sich ein großes Verdienst erwerben, wenn sie sich mit dieser Sache befassen wollte."
Der Strazverein hat bereits selbst vor längerer Zeit ein derartiges Vorgehen in Erwägung gezogen, bisher aber davon Abstand genommen. Man wird abwarten muffen, wie er sich zu der neuerlichen Anregung des genannten Organs stellen wird. Sollte der Strazverein den Versuch machen, sich an die Seite derjenigen ausländischen Elemente zu stellen, die nichts Angelegentlicheres zu tun haben, als an der Störung der guten Beziehungen zu arbeiten, die das deutsche Reich zum Ausland unterhält, so dürfte eine derartige Handlungsweise weder für den Strazverein noch für die polnische Presse, die eine solche Taktik billigt und unterstützt, ohne unliebsame Folgen bleiben.
Zur Lage in Rußland.
Petersburg, 31. Okt. Die hiesige Universität war, wie sich jetzt erweist, nur einen Tag, am 30. Oktober, geschloffen. Heute finden wieder Vorlesungen statt.
Petersburg, 31. Okt. Die heutige Meldung eines Moskauer Blattes, daß die Untersuchungs- akten über den Moskauer Arbeiteraufftand vom Dezember 1905 gestohlen wurden, erweist sich als falsch. Der Prozeß kommt im November zur Verhandlung.
Moskau, 31. Okt. Auf Anordnung des Rektors wurde die hiesige Universität bis zum 12, November geschloffen.
Petersburg, 31. Okt. Das Feldgericht in der Peter-Paulsfestung verurteilte nach vielstündiger Verhandlung von den elf bisher gefangenen Teilnehmern am Bombenattentat auf der Wosnessenskibrücke acht zum Tode. Die anderen drei werden dem Militärbezirksgericht überwiesen. Die Todesurteile wurden sofort voll
gegeben. Jede Diskussion der Monroedoktrin sei unmöglich, da sie durch Clevelands Botschaft betreffs Großbritanniens und Venezuelas res iudicata geworden sei. Europäische Kolonisa- tron in Amerika könne keinesfalls geduldet wer- den. „Tribüne" weist auf die geringe deutsche Bevölkerung Brasiliens hin und meint, Deutschland selbst habe keine Absicht, dort zu kolonisieren,' sie konstatiert, daß Burgetz die Stimmung Amerikas vollständig falsch auffaffe.
streckt. Der Hauptanführer der Bande, dereck Mitgliederzahl auf 30 geschätzt wird, nannte sich einfach Sergius. Die Angabe seines Fa-k miliennamens verweigerte er, wie überhäuf alle Angeklagten bis auf zwei, einen gewisses Rabinowitsch, dessen Bruder sich während der Verfolgung erschoß, und einen Chaimowitsch, ihre Namen verheimlichten. Gegen den Gehitt fen des Kassierers, dem die Ueberführung der großen Summe anvertraut war, wie gegen dessen zwei Assistenten hat sich der Verdacht der Mitwissenschaft nicht aufrecht erhalten lassen. Die geraubten 366 000 Rubel sind bis jetzt noch nicht aufgefunden worden.
Moskau, 31. Okt. Die hiesige Filiale der Staatsbank hat die Bankinstitute benachrichtigt, daß die Beförderung von Wertsendungen und Geldpaketen nach den Gouvernements Astrachan^ Saratow und einigen Orten des Gouvernements Kasan wegen der auf den Wegen herrschenden Unsicherheit eingestellt ist.
— Seine Majestät der Kaiser verblieb in-, folge der Erkältung, die et sich vor einigen Tagen zugezogen hat, gestern und vorgestern int neuen Palais. Heute soll die bereits angekün- digte Einführung des Kronprinzen in den Zji vildienst stattfinden.
— Der Vorstand des Deutschen Städtetag«! wird am 5. November in Berlin zu einer Sitzung zusammentreten. Auf der Tagesordnung stehen u. a. folgende Gegenstände: Beschlußfassung über die Einberufung des Deutschen Städtetages auf Antrag von Ludwigshafen anläßlich der Fleischnot, Referent: Oberbürgermeister Beutler; (Dresden), Antrag des Verbandes deutscher Berufsfeuerwehren: der Städtetag möge darauf hinwirken, daß die im Dienste fahrenden Automobile der Feuerwehr von den Bestimmungen des neuen Automobilgesetzes ausgenommen werden, Referent: Oberbürgermeister Becker (Köln)s Antrag von Heilbronn: Der Deutsche Städtetag möge die Sammlung der Gaben der einzelnen deutschen Städte für die Unterstützung deutscher Interessen im Auslande und ihre Beteiligung in einer der Bedürftigkeit der Hilfesuchenden und der Leistungsfähigkeit der Städte entsprechenden Weise in die Hand nehmen. Referent: Oberbürgermeister Struckmann (Hildesheim). Dring« lichkettsantrag Stuttgart: Es möge der Deutsch« Städtetag oder eines feiner Organe die Wünsch« des Deutschen Städtetages bezüglich der Fleisch« teusrung nachdrücklich erneuern usw. Referent; Oberbürgermeister Becker (Köln).
— Die Wertzuwachssteuer im Eroßherzogtuch Hessen wird von der Regierung wiederholt zum Gegenstände einer Gesetzesvorlage an die Landstände gemacht, nachdem ein früherer Entwurf,
vierteljährlicher Bezugspreis: bei der ExxÄition 2 Mk., bet allen Postämtern 2,25 Mk. (ezcl. Bestellgeld).
Insertl» ns gebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 15 Pfg.
Rcclamen: die Zelle 30 Pfg.
'' Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag: Zoh. «ug. Koch, Umvcrsttätr-Buchdruckmi Marburg, Markt 81. — Telephon 55.
Deutsches Reich.
Berlin, 1. November.
Sie nahm ihre ganze Kraft zusammen und' strebte vorwärts.
Plötzlich blieben beide wie angewurzelt stehen. Elisabeth schrie auf und barg ihr Gesicht an ihres Gatten Schulter.
Ein Blitz, feuriger als alle vorhergehenden, fast gleichzeitig mit einem Donnerschlag, der die Erde aus den Fugen zu sprengen drohte, war in einen Baum, wenige Schritte von ihnen entfernt, niedergefahren: in zwei Teile geborsten, mit bläulich züngelnder Flamme stürzte er tro» chend zur Erde.
Graf Landegg legte den Arm um sein vor Schreck zitterndes junges Weib:
„Sei ruhig, mein Kind. Wir haben das Bootshaus sogleich erreicht."
Er trug sie mehr, als er sie führte, und Elisabeth fühlte trotz Furcht und Schrecken ein süßes, wonniges Beben durch ihren Körper rinnen.
Endlich war das schützende Dach erreicht, und befreit aufatmend traten sie ein. Erschöpft sank Elisabeth auf die kleine Bank nieder, während Herbert an das Fenster trat.
„Elisabeth," tief der Graf erregt, „komm einmal her."
Sie hatte stumm und regungslos gesessen und in all dem Toben des Wetters, unter dem Zucken der Blitze und dem Donnerrollen nur eins gefühlt: „Ich bin bei ihm!" Jetzt erhob sie sich und sah durch das Glas, das er ihr hinhielt.
„Siehst du das Boot? Und den Mann, der vergebens mit den Wellen kämpft?"
„Ja, ich sehe es."
Eine Tollkühnheit ist es, sich bei diesem Wetter auf den See zu wagen; überdies scheint et ein Unkundiger zu fein, der die Ruder nicht zu handhaben versteht. — Ich muß hinaus und Um retten."
(Fortsetzung folgt.)
Vom Polnischen SHÄßreik.
Das Craudenzer Polenorgan, dem der trau» rige Ruhm gebührt, der unverschämteste und gehässigste Rufer im Streit gegen das Deutschtum zu sein, ist mit seiner die Nationalitäten in den Ostmarken aufeinanderhetzenden Tätigkeit und deren Ergebnissen offenbar noch nicht zufrieden. Nach besseren, wirksameren Leistungen steht ihm der Sinn. Nach einem kürzlich erschienenen Hetzartikel hatte sich die „Gazeta Grudziadzka" vom Größenwahn soweit fortreißen lassen, um die Forderung zu erheben, daß das Deutschtum wegen des in Posen und Weßpreußen in Angriff genommenen Eermanisationswerkes „vor ein Gericht der zivilisierten Völker" gestellt werden müsse. Das war nicht nut bildlich gesprochen. Bereits ist sich das Blatt über das Mittel klar, das es amvenden mutz, um sein Ziel zu erreichen. Freilich, aus eigener Kraft vermag die „Gazeta Grudziadzka" diesen Areopag der zivilisierten Völker nicht zusammenzurufen. Aber wozu wäre der Strazverein da? Der Strazverein, der Rettet in allen Polennöten, der eine so umfassende Tätigkeit ausübt, datz er sein Arbeitsgebiet in bestimmt abgegrenzte „Sektionen" einteilen und sogar die polnisch-katholische Geistlichkeit zur Mitarbett heranziehen muß der Strazverein soll helfen. Das Blatt schreibt:
„Angesichts dessen erachten wir es geradezu für eine Pflicht unserer Volksgesamtheit, die Welt über die Niederträchtigkeit des Preußentums zu informieren. Diese Pflicht legen mir aber vor allen Dingen auf die Schultern der Straz. Wir haben schon früher zum Ausdruck gebracht, datz die Straz die Pflicht habe, die ganze Wett über die Gewalttaten, deren das Preußentum sich unserem unglücklichen Volks gegenüber zuschulden kommen läßt, zu informieren.
„Unserer Ansicht nach müßten wöchentlich mindestens zwei oder drei Mitteilungen für englische, französische, italienische und deutsche Zeitungen herausgegeben werden, die nur über die Tatsachen berichten ohne Kommentar. Die in Frage kommenden Zeitungen werden ihre Meinung selber zum Ausdruck bringen, und die wird für das Preußentum gewiß nicht sehr schmeichelhaft ausfallen. Diese Mitteilungen müßten in einigen hundert Exemplaren gedruckt
Marburg
Freitag, 2. November 1906
Neueste Telegramme.
Berlin, 31. Okt. Aus Deutsch-Südwestafrika wird von dem stellvertretenden Gouverneur gemeldet: Am 4. Oktober wurden 10 Kilometer ^nördlich von Keetmanshoop der Farmer Schuette sowie die Buren Hanekam und Pottzister von Biehräubern erschossen.
i 3tt*er, 31. Ott. Der Kronprinz traf heute vormittag hier ein, um der Feiet des 250jähri- sgen Bestehens der Ftiedenskirche beizuwohnen. Der Kronprinz fuhr nach dem Rathaus, wo ihm Bürgermeister Ervneberg namens der Stadt «Sauer den Willkommensgruß entbot und dem Dank der Stadt dafür Ausdruck gab, datz der Kaiser den Kronprinzen mit seiner Vertretung beauftragt hat. Der Kronprinz dankte in kurzen Worten. Von dort begab sich der Kronprinz nach der Friedenskirche, wo er von der Geistlichkeit empfangen wurde. Die Festpredigt hielt Pastor Maurer. Die Kirchengemeinde erhielt ein kaiserliches Gnadengeschenk von 15 000 M zur Wiederherstellung der Kirche.
Paris, 31. Okt. Dem „Echo de Paris" zufolge hat der Eeneralstabschef Borun einen vom früheren Kriegsministet Etienne gebilligten Entwurf ausgearbeitet, nach welchem zwei Regimenter afrikanischer berittener Jäger und 6 Kürassier-Regimenter aufgehoben werden und die Ersparnis für die Beschaffung von schwerem Geschütz sowie zur Vermehrung der Infanterie verwendet werden soll.
Paris, 31. Okt. Der Chirurg Prof. Poiriet regte in der Akademie der Medizin die Bildung einer französischen Liga für Krebskrankheit und die Errichtung eines Instituts für Krebsforschung an. Dr. Heinrich v. Rothschild stiftete noch während der Sitzung bet Akademie zu diesem Zwecke 100 000 Franks.
Cannes, 31. Okt. Der König von Sachsen sandte heute vormittag vor seiner Abreise an den Präsidenten Fallidres folgendes Telegramm: „Im Begriffe, von dieser schönen Küste zu scheiden, bitte ich Sie, Herr Präsident, für die mir von Ihnen und von der Regierung der Republik während meines Aufenthaltes in so reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten meinen aufrichtigsten Dank cntgegenzunHinen und <tn meine lebhaft empfundene Sympathie für ,Jhre Person und für die französische Nation zu ^glauben.
Rewyork, 30. Okt. Nach allgemeinem Dafürhalten deutschfreundlicher Kreise hat Professor
Zwei Frauen.
Roman von 6. Borchart.
(Fortlebungt
Horch? — Gingen da nicht Schritte über den kiesbestreuten Vorplatz? — Elisabeth beugte ;fidj über das Geländer und preßte die Hand auf chas klopfende Herz. Es war ihr Gatte, der soeben den Weg nach dem Park einschlug. Einen Augenblick starrte sie ihm sinnend nach, dann packte es sie mit jäher Gewalt — sie überlegte kein Für und Wider — sie folgte nut ihrer momentanen Regung und eilte, so wie sie war, ahne Hut zur Tür hinaus, die Treppe hinab und in den Park hinein. Sie stürmte dem Gatten mit fliegenden Schritten nach, auf dem Wege zum Landegger See. Sie achtete nicht darauf, daß schwere dunkle Wolken am Himmel aufzogen und sich Zusammenballten, sie hörte nicht das versteckte, drohende Grollen in den Stiften, und fühte nicht den Windstoß, der heulend durch die Blätter der Buchen fuhr — sie sah und fühlte nut eins: Vor ihr, kaum hundert Schritte von ihr entfernt, schritt des Grafen hohe, kräftige Gestalt, energisch, mit festen schnellen Schritten dahiit, und sie wollte bei ihm sein. So sehr si» sich auch bemühte, ihn einzuholen, der Abstand zwischen ihnen wurde immer größer. Da fing sie an zu laufen, bis ihr der Atem ausging. Nur wenige Schritte trennten sie noch von ihm,' da mußte sie anhalten:
1 „Herbert!" entrang es sich fast schreiend ihren .bleichen Lippen.
Graf Landegg wandte sich um; als er Elisa- ieih so schwer nach Atem ringend vor sich sah, »rschrak er.
„Elisabeth, was ist geschehen?"
: Lichts! — Ich bin nut so <— gelaufen —
um dich — einzuholen," preßte sie, noch immer nach Atem ringend, hervor.
„Und was wünschtest du so Wichtiges von mir, das keinen Aufschub erleidet?"
Eiskalt überlief es Elisabeth bei dieser kühlen Frage: aber sie faßte sich schnell. Er konnte ja nicht ahnen, daß es sie zu ihm trieb, daß sie Sehnsucht nach ihm fühlte, und daß sie darum ihren Stolz und ihre Würde verleugnete.
„Ich wollte einen Spaziergang nach dem Landegger See machen — da sah ich dich und —" sie stockte und errötete verlegen; es war eine Lüge, die sie sagen wollte, und brachte sie nicht über die Sippen.
.Hetzt einen so weiten Spaziergang?" fragte er erstaunt. „Siehst du nicht, daß ein Gewitter im Anzuge ist, und hörst du nicht beretts den Donner rollen? Du hättest besser getan, zu Hanse zu bleiben."
Elisabeth biß die Zähne zusammen und »- widerte nichts.
„Du weißt, wie schwer ein Gewütet in den. Bergen ist," fuhr et unmutig fort, „und haft es schon des £) öfteren durchgemacht. Umso unverständlicher ist es mir, daß du dich hinauswagst und einen so weiten Spaziergang machen willst. — Zum mindesten war es sehr unvorsichtig, und wi« ich sehe hast du nicht einmal Hut und Schirm mit." vollendete er, den Kopf schüttelnd.
Die tadelnden Worts taten ihr fast wohl: sie senkte den Blick verlegen errötend zu Boden und wußte nicht, wie sie sich rechtferttgen sollte. Da fuhr ein Blitz hernieder und ein lauter Donnerschlag hallte erschreckend von den Bergen widerx
„Latz uns eilen!" rief der Gras; ,^ut Umkehr ist es ohnehin zu spät, da wir die größte Hälfte des Weges hinter uns haben. Vielleicht erreichen wir noch vor Ausbruch des Wetters das Bootshaus qnt See, das uns genügend Mutz bietet." . • -
Schweigend ging sie an seiner Seite durch den immer dunkler werdenden Wald. So sehr sie sich auch bemühte, gleichen Schritt mit ihm zu halten, wurde es ihr nach der vorherigen Anstrengung des Laufens unendlich schwer; ihr Atem' ging laut und hastig. Graf Landegg verlaogsamto seinen Schritt.
„Gehe ich dir zu schnell?--Willst du nicht
meinen Arm nehmen?"
Schüchtern und zaghaft legte Elisabeth ihre Hand in den dargebotsnen Arm und trotz der Kühle, mit der er geboten wurde, wurde es ihr warm bei der Berührung.
So legten sie schweigend wieder eine kurze Strecke zurück. Da erhob sich plötzlich ein Wirbelwind, der den Staub hoch aufjagte — ein greller Blitzstrahl fuhr hernieder, ein krachender Donnerschlag folgte. Elisabeth war unwillkürlich zusammengezuckt.
„Fürchtest du dich?" fragte Graf Landegg und beugte sich zu ihr herab.
„Nein," sagte sie kurz, aber es lag eine frohe Zuversicht, ein Sichgeborgenfühlen in ihrem Ton.
Das Fortkommen wurde immer schwerer. Ein orkanartiger Sturm hatte sich erhoben. Er fuhr in schauerlichen Tönen durch die Bäume, knackende Aeste fielen zur Erde. Tiefe Dunkelheit herrschte plötzlich ringsum, so daß es sogar schwierig wurde, den Weg zu erkennen ; nut ab und zu leuchtete ein zuckender Blitzstrahl auf und unheimlich lang und dumpf hallte der Donner in den Bergen nach.
Elisabeth war sonst nicht furchtsam, aber es war das erste Mal, daß sie ein so schweres Gewitter im Freien, noch dazu im Walde, von hohen Bergen eingeschkoffen, erlebte; es wurde ihr doch Angst und sie wünschte, das Bootshaus xare _«ft erreicht
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