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mit dem Kreisblatt für die Krerse Marburg und Kirchhain.

Sontttaasbellaaer-AUuNrirtrH '

Vierteljährlicher Bezugspreis: btt der Exp^ition 2 PL, bet offen Postämtern 2,25 Ml. (ejtU Bestellgeld).

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Reclamen: die Zeile 80 Pfg.

Marburg

Domerstag. 1. November 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, UniversttätS-vuchdruckerei

Marburg, Mattt 21. Telephon 55.

41. Jahrg.

Zweites MM.

Landesversicherungs-AnstalL Hessen-Nassau.

s'" Cassel. 25. Oktober. Am heutigen Tage fand kn dem Sitzungssaal« der Landes-Verficherungs- .imfittU, Hohenzollernstraße Nr. 52, die ordent. ftott 2'Ö9Un8 bes Ausschusses dieser Anstalt > Nach Eröffnung der Sitzung durch den! bisherigen Vorsitzenden, Justizrat Häuser- Frankfurt a. M. wurde zunächst das Bureau ge­bildet tlnd Justizrat Häuser zum ersten, Kassen­kontrolleur Brinkmann-Cassel zum zwerten - Vorsitzenden, Stadtrat Ruetz zum Schriftführer, Kassenrendant Gerhard-Wiesbaden zum ersten und Fabrikant Mittler-Wetter zum zweiten Beisitzer gewählt. Es wohnten der Sitzung bei Regierungs-Assessor Plate als Vertreter des Oberprästdenten, der Vorsitzende des Vorstandes Landeshauptmann Freiherr Rtedesel zu Eifen­bach und die sämtlichen übrigen Mitglieder des Vorstandes.

Nach Bildung des Bureaus begrüßte der Vorsitzende des Ausschusses den Vertreter des 'Oberpräsidenten und die neu in den Vorstand gewählten Mitglieder aus dem Stande der Ar­beitgeber und Versicherten. Dabei nahm Justiz­rat Häuser Veranlassung, des aus dem Vorstand ausgeschiedenen langjährigen Mitgliedes Werk­meister Otto Kell-Cassel zu gedenken und ihm für seine langjährige treue und erfolgreiche -Mitarbeit an der Verwaltung der Landesoer- sicherungsanstalt zu danken, wobei der Vor­sitzende itoch seiner ganz besonderen Freude dar­über Ausdruck gab, daß die Verdienste des Werkmeisters Kell durch eine Allerhöchste Aus­zeichnung auch nach außen hin sichtbare Aner- »rennung gefunden hätten.

I Cs wurde hiernach von der eingesetzten Rech- ^nungsprüfungs-Kontmission Bericht über die Ivorgeprüste Rechnung der Landes-Verficherungs- 'ansstalt für das Jahr 1905 erstattet und auf ähren Antrag dem Vorstände Entlastung für die 'Rechnungsführung erteilt.

Weiter wurden auf Antrag dieser Kommis­sion eine Reihe von Überschreitungen einzelner Ausgabe-Titel des Haushaltungsplans geneh- l trügt. Diese lleberschreitungen waren zum Teil 'rein formaler Natur, zum Teil betrafen sie den «Verlag für Krankenfürsorge-Zwecke, der in 'Höhe von rund IG 000 'M hat überschritten wer­den müssen.

, Im Anschluß hieran begann die Verhand- fiung über die Feststellung des Haushaltungs- Iplanes für das Jahr 1907. Beim Vortrag der (einzelnen Einnahme- und Ausgabeposten wurde (gleichzeitig eine ausgiebige Aussprache über (sämtliche Zweige der Verwaltung und insbe­sondere über das Renten-Feftstellungsverfahren und die llebernahme der Krankenfürsorge her- ,beigeführt. Dem Haushaltsplan selbst wurde in .dein vom Reichs-Versicherungsamt zu Berlin l bereits genehmigten Umfange zugestimmt.

. Das Ausschussmitglied Gerhardt-Wiesbaden regte wie in der vorigen Sitzung von neuem

Musik.

lleber die Künstler - Abende im kommenden WiutSr wird uns geschrieben:

In dem Künstlerleben Marburgs ist seit vo- rigent Jahre eine Aenderung eingetreten, di« schon öfter an dieser Stelle freudig begrüßt wor- den ist. In früheren Jahren hatten wir neben den Konzerten des Akademischen Konzert-Ver­eins noch eine ganze Anzahl beliebiger Solisten- Konzerte. Künstler, die gerade Marburg auf ihrer Reise berührten, gaben hier ein Konzert. Meist blieb aber nach Deckung der Unkosten den Künstlern nichts mehr übrig und so ist es denn natürlich, daß gefeierte und anderwärts viel be- gehrte Künstler nur noch dann nack Marburg kommen, wenn ihnen eins sichere Garantie von vornherein geboten wird. Die Musikalienhand­lung W. Braun hat es sich angelegen sein lassen, auch in diese Konzerte System zu bringen. Sie engagiert namhafte Künstler, sorgt dabei für entsprechende Abwechslung in der Besetzung und den Programmen. Besonders im kommenden Wittter stehen uns ganz hervorragende Abende in Aussicht. Als Geiger werden wir Professor 'Carl Flesch kennen lernen. Der Künstler ! verließ die Konservatorien in Wien und Paris :mit dem ersten Preise. Bis 1902 war er Lehrer am Konservatorium in Bukarest und Leiter des -dortigen Hofquartettes. Bis dahin war Flesch .verhältnismässig wenig bekannt. Das änderte sich mit einem Schlage, als drei im Winter >1902/03 in Berlin gegebene Konzerte ihn in die -irrste Reihe der jüngeren Geiger stellten: Elän- tende, unfehlbare Technik, einschmeichelnder Reiz^

an, eine eigene Lungenheilstätte und zwei Ge- ncsungshäuser zu bauen. Da indessen diese Berechtigung von den verschiedensten Seiten an­gefochten wurde, nicht rechtzeitig zur Tagesord­nung angemeldet war, so konnte über denselben nur beschlossen werden, wenn dessen Dringlich­keit anerkannt wurde. Diese Dringlichkeit wurde indessen mit allen Stimmen gegen die Stimme des Antragstellers verneint.

Weiter fanden hiernach eine Reihe von Er­satzwahlen von Schiedsgerichtsbeisitzern und von Arbeiter-Vertretern zwecks Mitwirkung bei der Beratung von llnfallverhütungs-Vorschristen statt.

Der Wohnungsgeldzuschuß der Unterbeamten wurde in der gleichen Werse, wie dies von feiten des Staates geschehen ist, erhöht.

Endlich erklärte sich der Ausschuß damit ein­verstanden, daß die vorläufig auf die Dauer von 3 Jahren in Montabaur errichtete Rentenstelle unter der Voraussetzung der Zustimmung des Prooinzial-Ausschusses auf die Dauer von wei­teren 3 Jahren fortbestehen, indessen zur Ge­winnung weiterer Erfahrungen in eine andere Gegend und wenn möglich in rein landwirt­schaftliche Kreise in Hessen verlegt werden soll.

Gegen %2 Uhr erfolgte der Schluß der Sitzung.

Marburg und Umgrgend.

(Nachdruck aller Origmalartikel ist gemäß § 18 bei Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberhess. Zig.' gestattet)

Marburg, 31. Oktober.

* Für Inhaber belgischer Papiere. Nach einer Mitteilung des Kaiserlich deutschen General­konsulats zu Antwerpen hat die Belgische Na­tionalbank beschlossen, nachdem der Druck der neuen vierfarbigen Einhundert Franken-Noten genügend vorgeschritten ist, die im Januar d. I. ausgegebenen provisorischen Billets mit den in rot-braun gedruckten WortenCent Francs" zurückzuziehen, und da die Direktion ferner Gründe zu der Annahme hat, daß Versuche zur Fälschung auch dieser provisorischen Banknoten gemach. worden sind, sich veranlaßt steht, den Umlauf der letzteren gänzlich anzuhalten. Sie ersucht daher um deren baldmögliche Einwechse­lung gegen neue Einhundert Franken-Noten oder gegen diejenigen alten Stils, welche den schwarzen Ausdruck, Cent Francs tragen.

W. Turnerisches. Zum Zwecke der weiteren Ausgestaltung des Frauenturnens im Mittel­rheinkreis, der darin noch weit zurück ist er nimmt innerhalb der Kreise der Deutschen Turnerschaft hierin die zweitletzte Stelle ein, fand am letzten Sonntag eine sehr zahlreich be­suchte Versammlung in Frankfurt im Haus der Turngemeinde statt. Die Zeit von morgens 10 bis 12 Uhr war den praktischen Vorführungen gewidmet. An ihnen beteiligten sich die Frauen­abteilungen der Turngemeinde, des Turnver­eins und Turn- und Fechtklubs von Frankfurt und des TurnvereinsVorwärts" von Bocken- heim. Nach Begrüßung durch den Cauvertreter Prof. Bender (Frankfurt) und Eröffnung der Zusammenkunft durch den Kreisturnwart Volze unter Hinweis auf die hohe Bedeutung dersel-

des Tones und musikalische Gediegenheit waren die Quellen seiner Erfolge, die Flesch einen Ruf nach Amsterdam als Lehrer am Konservatorium verschafften. In der Interpretation von Vach und Beethoven soll Flesch Joachim gleichkommen, ein Urteil das aus Joachims eigenem Munde stammt.

Das 2. Konzert bedeutet direkt ein musikali­sches Ereigni- für Marburg: »Das Böhmische Streichquartett" sagt schon genug. Die Künstler werden in unseren bedeutendsten Konzertsälen mit immer größerer Begeisterung empfangen; reicht doch z. B. in Frankfurt der größte Konzert­saal bei weitem schon nicht mehr aus, um die Verehrer dieses ersten Streichquartetts zu fassen. Für die Vermittlung dieses Abends werden ge­wiß alle Muflkfteunde besonders dankbar sein.

Der dritte Abend verspricht ebenfalls nicht nur durch seine Zusammenstellung, sondern auch durch die hierfür gewonnenen Künstler recht ge­nußreich zu werden. Fräulein - Margarethe Knüpfer kennen wir schon von vorigem Win­ter her. Diesmal begrüssen wir ste in einem Duett-Abend mit der rühmlichst bekannten So- pranistin Frau Marie Knüpfer-Egli, königl. preuß. Hofopernfängerin. Die Künstlerin gehört zu den gefeiertsten Konzertsängerinnen der Gegenwart. Sie ist ein regelmäßiger Gast in den großen Konzert im Covent-Garten in London. Der Pianist O. Weinreich, ein zwar noch nicht bekannter, aber deshalb nicht weniger tüchtiger junger Pianist wirkt als Solist und Begleiter mit.

Für das 4. Konzert ist Wilhem Back­haus gewonnen. Alle Berichte über den

ben zeigten die Turnerinnen von Bockenheim (Leiter Turnlehrer Reinheimer) Uebungen mit dem Schwingrohr in Verbindung mit Wiege­schritten und Platzwechsel in den Reihen und Rotten, diejenigen der Turngemeinde Frank­furt (Leiter Turnlehrer Gräser) ebenfalls llebungen mit dem Schwingrohr, aber zu Paaren, dann Stabübungen mit Ausfall, Hieb und Deckungen, dazwischen als Ordnungsübung Schrittkehre mit Kreuztupftritt, hieran an­schließend Keulenschwingen mit Arm- und Hand­kreisen, dabei besonders schön die schwierigen Mühl- unb Schneckenschwünge. Die Turnerinnen des Turn- und Fechtklubs (Leiter Turnlehrer Braun) brachten eine Uebungsgruppe von Stab­winden mit Rumpfbeugen und verschiedenen Schrittarten, diejenigen des Turnvereins end­lich (Leiter Turnlehrer Böker) Freiübungen mit Rumpfbeugen und Zwirbelschritten. Es traten dann sämtliche Abteilungen zum Ge­räteturnen an Barren, Pferd und schrägen Stangen an. Ein bunt bewegtes Bild, Kraft mit Anmut vereinigt, boten diese Uebungen dem Auge der Zuschauer. Man gewann hier die lleberzeugung, welch großer Nutzen dem weib­lichen Körper aus einem in solcher Art gelei­teten Turnbetrieb entsprießt, und ein Gefühl des Bedauerns überschlich einen bei dem Gedan­ken, daß sich das Frauenturnen noch so wenig der Gunst vieler Kreise erfreut. Der Nachmittag war der Beratung gewidmet, wie das Frauen­turnen mehr gefördert werden könne. Ein Vor­trag des Kreisturnwarts Volze über seinen Wert leitete dieselbe ein. Die verschiedenen da­bei in Betracht kommenden Punkte: Seine ge­sundheitliche Bedeutung, die Mittel und Wege für seine weitere Ausbreitung, die Art und Weise seines Betriebs, die geeignetste Turn­kleidung usw. wurden eingehend beleuchtet. In der ausserordentlich regen Erörterung, die von dem hohen Interesse Zeugnis ablegte, das die Anwesenden beseeltH kam man zu dem Ergeb­nis. daß alljährlich mindestens einmal eine solche Zusammenkunft, tote ste andere Kreise schon längst haben, veranstaltet werden müsse, die nächste im Herbst 1907 in Darmstadt und daß der Frage der Ausbildung von Leiterinnen und Leitern für Frauenabteilungen durch Kreisvertreter Schmuck näher zu treten sei. Mit dem Wunsche, daß reicher Gewinn der an­regenden Zusammenkunft folgen möge, schloß dieser die Versammlung.

* Preußische Klassenlotterie. Am Freitag, den 2. November, läuft die Erneuerungsfrist für die Lose fünfter Klasse 215. Lotterie ab; es emp­fiehlt sich daher, die neuen Lose, sowie die Ge­winne sofort an einem Werktage, vormittags 912 Uhr oder nachmittags 36 Uhr, bei dem hiesigen Lotterieeinnehmer in Empfang zu neh­men, zumal in den letzten Tagen vor Ablauf der Erneuerungsfrist der Andrang stets sehr be- deutend ist.

* Der schöne Altweibersommer scheint zu Ende zu sein, indem jetzt weit und breit das rechte Herbstbild, die graue Nebelstimmung sich zeigt. Ein seines Naß rieselt hernieder und merklich kühl ist es geworden. Obschon der Landwirt das nasse Wetter für seine Fluren herbeisehnte, ja sich einige Tage tüchtig Regen wünschte, damit der Boden für die Herbstbe-

Künstler sind geradezu verblüffend begeistert. Backhaus muß in der Tat Unglaubliches leisten. Manche haben feinen Klavierabend im Gie­ßener Akademischen Konzert-Verein im vorigen Winter besucht. Der Erfolg an dem Abend ist ein riesiger gewesen. Busoni, Eugen d'Albert, Richard Strauß, Wüllner, Eodowski, Steinbach, und wie die ersten Künstlernamen alle lauten, alle sind einig darin, in Backhaus nicht nur einen vollendeten Techniker und Virtuosen, son­dern vor allem auch einen eminent feinen Mu­siker zu sehen.

So dürfen wir an jedem Abend die besten Vertreter ihres Faches erwarten. Marburg bie­tet in diesem Winter Konzerte, wie sie eine Zweite Stadt mit gleicher Einwohnerzahl sicher nicht aufzuweisen hat.

Jedermann soll Gelegenheit haben, sich an wirklich guter Musik zu erfreuen. Deshalb sind geradezu beispiellos niedere Preise angesetzt. Im Abonnement kostet jedes Konzert nur 1,50 Ml Bedauerlich wäre es, wenn die Be­mühungen der Musikalienhandlung, gute Kon­zerte zu billigen Preisen zu schaffen, nicht allge­mein unterstützt würden. Nur bei regster Be­teiligung sind natürlich derartige Abende mög­lich. Es ist also schon etwas in Marburglos", wenn's nur namentlich seitens unserer Stu­dentenschaft gewürdigt würde? Die Beteili­gung der Studenten an allen größeren Künstler- Konzerten im letzten Winter war ja geradezu jämmerlich. Ist denn nut noch Interesse für Biermusik" vorhanden? hat man sich oft un­willkürlich gefragt

stellung geeigneter wird, so hat doch mancher vom diesjährigen Altweibersommer noch viele sonnige Tage erhofft. Es muß jedoch auch mal anders werden und in den letzten Oktobertagen hat man zumeist ein solches Wetter, feucht und kalt, zu verzeichnen. Die Natur will zur Ruhe gehen nach dem vielen Schaffen, um neue Kräfte für den kommenden Lenz zu sammeln.

* Viehzählung. Nach Beschluß des Landes- ausfchustes vom 19. September d. I. soll für bas Jahr 1907 die Erhebung einer einfachen Virh- seuchenabgabe für Pferde, Fohlen und Esel usw.' 15 Pfg. für jedes Stück stattfinden. Air Feststellung der Abgaben sowie zu statistischen Zwecken ist eine Zählung des Viehbestandes er­forderlich und es wird eine solche am 2. Novem­ber d. I. bewirkt werden.

| Hessen-Nassau und Nachbargebiete.

I Frankfurt a. M., 27. Ott. Der Kaiser hat I bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Unter* I diirkheim, bezw. bei der Deutschen Mercedes- I Gesellschaft in Frankfurt a. M. zwei elektrisch« I Mercedeswagen bestellt, die für Stadtfahrten in I Berlin bestimmt sind. Einer der Wagen ist so, I weit fertiggestellt, daß er auf der Berliner I Automobilausstellung, die am 1. November en I öffnet wird, ausgestellt werden kann. Nach Ab- I lieferung der Wagen besitzt der Kaiser 6 Autos, I 5 Mercedes- und 1 Fiatwagen.

Mühlhausen i. Th., 28. Oktober. Neulich I mietete hier ein Herr ein Dienstmädchen. Wer I beschreibt sein Erstaunen als ihm seine Gattin I mitteilte, das neue Dienstmädchen habe sich, I ohne zu fragen einen besonderen Briefkasten an I der Türe anbrrngen lassen. Da der Briefkasten I der Herrschaft an der Türe eingelassen ist, bc- I anspruchte das Mädchen ebenfalls einen solchen, I nicht etwa einen Briefkasten zum Anhängen. I lieber den Grund befragt, erklärte das Mädchen, I daß der Kasten für ihre umfangreiche Privat- I korrespondenz bestimmt sei, und daß ste bei ihrer I früheren Herrschaft ebenfalls einen besonderen I Briefkasten gehabt habe. Sie liebe eben di« I Ordnung!

Göttingen, 28. Oktober. Der von einer Ver­sammlung des Wirtevereins zur Verhandlung I mit den Brauereien Beauftragte Vorstand hat I sich mit den Vertretern bet Brauereien dahin geeinigt, baß bis butch bis erhöhte Bietsteuer, die erhöhten Preise für Rohmaterialien und bit höheren Arbeitslöhne entftanbene Verteuerung bet Bierproduktion von Wirten und Brauereien je zur Hälfte getragen wird. Die gestrige Ver­sammlung des Wirtevereins hat dies Abkom­men genehmigt. Die Biertrinker werden von der Bietverteuerung nicht getroffen.

Erfurt, 26. Oki. Eine Soldatennnf/ hing bet schlimmsten Art beschäftigte gestern das Kriegsgericht bet 38. Division. Angeklagt war bet in Betenb bei Danzig gebotene Unteroffizier der 6. Kompagnie bes 95. Infanterie-Regiments in Hildburghausen, Johann Krüger. Er legte ein umfassendes Geständnis ab unb führte als | Entschuldigungsgrund die große Erregun" die der Mißhandelte bei ihm durchDickfe,. leit, Faulheit unb Unsauberkeit" hervorgerufen habe. Der Mißhanbelte ist bet jetzige Reservist Landwirt Ernst Neubett aus Bensheim. Er

Am 6. November kommt unser Ludwig Heß wieder zu uns. Gern kommt er immer wieder nach seiner Vaterstadt. Daß wir ihn gerade hier in einem vollbesetzten Hause begrü­ßen, hoffen wir doch bestimmt. Ludwig Heß war im letzten Iahte der Tenor aller großen Musiffeste in Deutschland, Oesterreich und bet Schweiz unb wurde überall enorm gefeiert. Ju Marburg wollen wir nicht nachstehen, roenr, Ludwig Heß uns feine Lieder bringt. Der tüch­tige Casseler Musikditettot C. Hall wach» wird ihn begleiten. Neue, interessante Kompo­sitionen, denen Heß besonders gern Bahn Bridjt, werden wir u. a. hören.

Das Symphonie-Konzert der Mei­ninger Hofkapelle unter Professor W. Berger findet diesmal an einem Sonntag und zwar am 3. Februar 1907, nachmittags 5 Uhr, statt. Den auswättigen Musikfreunden wird diese Nachricht besonders willkommen sein Aber auch mancher Marburger, den das Es schäft in der Woche nicht fortläßt, kann sich ft. den hehren Genuss dieses herrlichen Orchesters leisten. Diesmal soll Brahms mit zu seinem Rechte kommen.Marburg unb kein Brahms?" so hat bet Herzog bas letzte Mal verwunbert ge­sagt, als er bas Programm sich votlegen ließ. Alle Wünsche lassen sich auf einmal ja nicht be« friebigen. Geplant finb roieber zwei Sympho­nien, Beethoven unb Brahms. Das übrige Pro­gramm wird ebenfalls in Kürze festgestellt werden.

Nochmals empfehlen wir den Besuch bet Konzerte allgemein. - -" --