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' mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain-

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Bierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2 ML, bet allen Postämtern 2,25 M. (qcL Bestellgeld).

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Marburg

Mittwoch. 24. Oktober 1906.

' Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag: Joh.Sug.Koch, UniverfitätS-Buchdruckerei 41. Iabra Marburg, Markt 21. Telephon 55. °

Neueste Telegramme.

Darmstadt, 23. Olt. Der Landesausschuß der '.nationalliberalen Partei des Eroßherzogtums Hessen wird sicherem Vernehmen nach in kürzerer Frist zu einer besonderen Sitzung zusammen­treten, um zu der Bestätigung des sozialdemo- Uratischen Beigeordneten der Stadt Offenbach Stellung '-H« nehmen. Die nattonalliberale iKammerfraktion wird wahrscheinlich sofort beim Zusammentritt der Kammer eine Interpellation über diese Sache an die Regierung richten.

" * Braunschweig, 23. Okt. Der bekannte Welfe, Landgerichtspräsident a. D. Dedekind, veröffent­licht in derBr. Landesztg." eine Auslassung, Porin er die Regierungsvorlage und die An­träge der staatsrechtlichen Kommission scharf kritisiert. Zudem sei, falls ein eidlich gewünsch­ter Verzicht erfolge, keine Sicherheit vorhanden, job damit die Hindernisse der Thronbesteigung beseitigt find. Der Landtag möge die Anträge ablehnen für den Herzog von Cumberland oder wenigstens dafür eintreten, daß Prinz Ernst August den Thron besteige.

Mailand, 22. Okt. DerCorriera della Sera" veröffentlicht einen Brief eines hervor­ragenden Politikers, der die Fragen der aus­wärtigen Politik gründlich kennt, worin er die Möglichkeit eines Krieges zwischen Deutschland zmd England als die bei weitem größte inter­nationale Gefahr bezeichnet. Die Redaktion fragt im Anschluß hieran nach dem Verhalten Italiens in einem solchen Falle. Beim Abschluß des Dreibundes sei ein deutsch-englischer Krieg unmöglich gewesen. Italien könne seine Flotte Und Küste nicht dem Angriffe der englischen Seemacht aussetzen. Deutschland werde einfach die Erfüllung des Buchstabens des Vertrages verlangen, Italien aber müsse nach seinem Geist fragen. Die Regierung müsse dieses Dilemma -lösen. (Das heißt mit anderen Worten: in die­sem Falle bleibt Italien neutral).

London, 22. Okt. DieMorning Post" er­wartet, daß das Kabinett mit dem Schluß der Herbstsession im Parlament umgestaltet werden wird. Sir Campbell-Vannerman werde in das Oberhaus als Erster Lord des Schatzes über­gehen. Der Ehefsekretär für Irland Bryce werde Nachfolger des Lord - Eeheimstegel- bewahrers Marquis of Ripon und Winston Churchill zum Chefsekretär für Irland ernannt werden.

Ein freikonservativer Parteitag tagte, wie schon telegraphisch berichtet worden 'ist, in Breslau am 18. Oktober, der erste öffent­liche, den die Partei abhält. Den Vorsitz führte der Herzog von Ratibor. Als erster Redner schilderte der Abg. v. Kardorff die Ent st eh - t -i - , r iij t '=------

51 <Nachdruck verboten.))

Zwei Frauen.

Roman von E. Borchart.

(Fortiehung.)

Es erfüllte sie mit tiefer Betrübnis, aber zu­gleich mit dem Wunsche, wenn möglich hier ein­zugreifen, zu heilen, zu helfen.

Trotzdem beide Gatten sich eifrig bemühten, in Noras Gegenwart nichts von ihrem kühlen Verhältnis zueinander merken zu lassen, so waren sie doch zu stolz und offene Naturen, um etwas zu heucheln, das sie nicht empfanden. Noras Augen hatten es darum leicht, sie zu durchschauen. Aus Kleinigkeit schon sah sie manchmal mehr, als ihr lieb war, und allmäh­lich gewann sie ein vollständig klares Bild.

Zilerst berührte sie ein Umstand befremdend: Um welche Zeit sie auch nach Landegg kam sie richtete es absichtlich so ein, daß es immer zu anderer Tagesstunde war sie fand die Galten nie zusammen. Entweder war Gras Landegg überhaupt nicht im Schloß, oder er saß allein in seinem Arbeitszimmer. Ein glei­ches tat Elisabeth. Sie empfing die Freundin in ihrem Salon, zuweilen saß st« auch mit einer Handarbeit oder einem Buche auf der Terrasse vor dem Schlosse in Erwartung des ihr so lieben, unentbehrlich gewordenen Besuches. Kam der Graf dann hinzu, so spähte Nora vergeblich in beider Mienen nach einem einzigen heißen Blick, einem lieben Zulächeln, einem verstoh­lenen Händedruck. Daß sie in ihrer Gegen­wart keine Zärtlichkeiten tauschten, war bei der vornehmen Erziehung beider nur natürlich, aber dieses Kalte, Höfliche, Gleichgültige war etwas anderes, durchaus Ungerechtfertigtes.

Was stand eigentlich zwischen den beiden Gatten, die kaum ein Jahr verheiratet waren Md so recht die Honigmonate auskosten konn-

ungsgeschichte der Partei:Schlesische Abgeordnete waren es, die 1866 die Partei ge­gründet haben, als bei den Wahlen einzelne Herren in das Parlament entsandt wurden, die wohl auf der rechten Seite des Hauses ihren Platz hatten, aber denn doch Bedenken trugen, sich formell der konservativen Partei anzuschlie- ßen, weil sie einer freieren und konstitutio­nelleren Auffassung huldigten. Unsere Partei hatte sich die Aufgabe gestellt, die natio­nale Politik des Reichskanzlers Fürsten Bis­marck zu unterstützen und eine Verständigung herbeizuführen zwischen den gemäßigten libe­ralen Elementen und den konservativen An­schauungen im Lande. Eine solche Verständig­ung ist, bei dem Machtbereich der Krone, eine Forderung im Interesse des ganzen Landes. Der Redner gab dann eine eingehende Ueber- sicht über die politisch« Lage im Inneren und nach außen. Er meinte die Entwickelung der letzten Jahre habe bewiesen, daß die Landwirt­schaft mit dem Zolltarif zufrieden sein könne und beschäftigte sich dann ausführlich mit der Tagespolifik. Angesichts der heutigen Organi­sation der Sozialdemokratie sollten für die künf­tigen Reichstagswahlen alle bürger­lichen Parteien eine Organisation bilden gegenüber der Sozialdemo­kratie. Am Jahrestage der Schlacht bei Leipzig gelang es dem deutschen Volke, die fran­zösische Fremdherrschaft loszuwerden. Möge das deutsche Volk bald auch dazu kommen, die sozialdemokratische Fremdherrschaft von sich ab- ^uschütteln.

An zweiter Stelle referierte sodann der Ab­geordnete Freiherr Ottavio v. Zedlitz und Nen- kirch über di«Tättgkeit der freikonservativen Frattion im Abgeordnetenhause". Er behan­delte besonders die Angriffe auf den Landtag und das Wahlrecht. Man kann anerkennen, daß das preußische Wahlrecht verbesse­rungsbedürftig ist. Aber so schlecht, wie es all­gemein gemacht wird, ist es doch nicht. Jeden­falls ist es immer noch besser als das Wahlgesetz im Reiche, wo lediglich die Kopfzahl entscheidet. Wir müssen uns die Frag« vorlegen, ob das Reich das jetzige Wahlrecht auf die Dauer wird vertragen können. Wenn die Stunde kommt, in der wir die Ueberzeugung gewinnen, daß das Reichstagswahlrecht mit dem Bestands des Reiches unvereinbar ist, den Bestand des Kaisertums und die nationale Stellung Deutschlands in der Welt gefährdet, ist es die patriotische Pflicht eines jeden, auf Mittel und Wege zu sinnen, um das Reichstagswahlrecht mit den Existenzbedingungen des Reiches in Einklang zu bringen. Dann werden wir auch in der Lage sein, das preußische Wahlrecht in die Wagschale zu werfen. Andererseits aber werden wir in Preußen beizeiten dafür zu sor­gen haben, daß Kautelen eingeführt werden, die

ten? Wo lag das Hindernis zu ihrem Glück? Das fragte sich Nora Steinburg jetzt täglich, und der Entschluß, der Sache auf den Grund zu kommen, wurde immer fester in ihr. Wie ein Arzt wollte sie prüfen, und wenn sie die kranke Stelle gefunden hatte, so wollte fie mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln versuchen zu heilen.

Freilich vor der Hand konnte sie nur erst sondieren, und das war schwerer, als sie gedacht hatte. Elisabeth, die der geliebten und ver­ehrten Freundin sonst ein unumschränktes Ver­trauen entgegenbrachte, war in dem, was ihre Ehe betraf, äußerst verschlossen. Sie strebte vielmehr ängstlich danach, vor Nora ihren See­lenzustand, ihr Unbefriedigtsein zu verbergen. Wenn es Nora trotzdem gelang, etwas davon zu erforschen, so war das Mein ihrer feinen Klug­heit, oder bester gesagt, der List zuzuschreiben. Einige äußere Beobachtungen hinzugerechnet, konnte Nora sich bald ein ziemlich richtiges Bild der auf Landegg herrschenden Zustände machen. Danach hatte Elisabeth nur ein Opfer der Kindesliebe gebracht, als sie den Grafen Landegg heiratete, und von einer Neigung auf ihrer Seite war keine Rede. Sie trug jetzt ihr Los mit dem Stolz einer Märtyrerin, ohne je­doch ihrem Gatten, dem fie für seine Hilfe aus der Not dankbar sein mußte, irgend ein Recht über sich einzuraumen. Dadurch entstand das sonderbare Verhältnis, und Nora hätte fast an der Hoffnung auf eine mögliche Besserung ver­zweifelt, wenn ihr nicht einig« Nebenumstände zu denken gegeben hätten.

So hatte fie einmal, als Graf Landegg sich unbeobachtet glaubte, einen beißen, leidenschaft­lichen Blick, mit dem er Elisabeths ganze Ge­stalt zu verschlingen schien, aufaefangen.Gott­lob, auf einer Seite ist wenigstens noch ein Funken in der Asche," sagte sie sich erfreut, und fortan gelang es ibr denn auch, noch mehrere solcher blitzartigen Regungen bei ihm zu be-

Zustände verhindern, wie fie gegenwärttg im Reiche eingerissen sind, und es für alle Zett aus- schließen, daß der preußische Staat unter die Herrschaft des internattonalen Proletariats ge­rate. Im Abgeordnetenhaus« hatte die frei­konservative Partei hauptsächlich die Aufgabe, die Bildung einer konservativ-klerikalen Mehr­heit und das Abrücken der Nationalliberalen nach links zu verhindern. Beides ist gelungen. Das Schulkompromiß von 1904 hat bewiesen, daß die konservative, freikonservattve, national­liberale Pattei zusammen positive Arbeit leisten können. Wir haben ferner Gelegenheit gehabt, darzutun, daß wir gegen eine Kabinets- regierung sind und dem gegenwärtigen Reichskanzler, der sich seiner Verantwortung voll bewußt ist, durchaus unterstützen wollen. Ich meine die Verweigerung des beinahe mi­nisteriellen Gehaltes für den Chef des Zivil­kabinetts. Obwohl wir der Meinung find, daß der Mann an sich dieses Gehaltes durchaus würdig ist und stets in legaler und loyaler Weise den Versuchen widerstanden hat, seine Stellung gegen die Minister auszunutzen, haben wtt doch aus prinzipiellen Gründen nein ge­sagt. Man kann der Krone unserer Meinung nach keinen besseren Dienst erweisen, als indem man fie vor Entgleisungen nach der absolutistischen Seite schützt. Redner schloß mit der Versicherung, daß die freikonser­vattve Fraktion auch fernerhin alles tun werde, um das Wort des Reichskanzlers zur Geltung zu bringen: Preußen in Deutschland voran!

In der Debatte pries u. a. Reichs- und Land­tagsabgeordneter Eamp die Verdienste des Bundes der Landwirte um die Landwirtschaft. Redner kam dann auf die Fleischnot zu sprechen. Auch er bedauere, daß die Fleischpreise eine Höhe erreicht hätten, die es minderbemittelten Klassen unmöglich mache, ihr Fleischbedürfnis zu befriedigen. So hohe Fleischpreise seien auch gar nicht im Interesse der Landwirtschaft: er sei daher für die Zeiten solcher Fleischnöte durch­aus für die Erttchtung von Erenzschlachthäusern um die Zufuhr unverseuchten Fleisches zu ver­mehren. (Widerspruch). Ob freilich diese Maßregel Erfolg haben werde, sei zweifelhaft, denn im Auslande seien die Fleischpreise auch außerordentlich hoch. Schuld daran sei in Deutschland das Fleischbeschaugesetz, das große Massen bis dahin verbrauchten Fleisches vom Genuß ausschloß. Ferner sei schuld die sozial­politische Gesetzgebung. Während früher der Fleischer in der Stadt Kinder beschäftigen konnte, muß er sich jetzt zum Austragen des Fleisches Pferde, Wagen und Gesellen halten. Auch sonst weise die soziale Gesetzgebung schreiende Mißstände auf. Das Klebesystem sei so unglaublich kleinlich und schikanös, daß es nicht aufrecht erhalten werden könne. Dann schloß der Herzog von Ratibor den Parteitag

obachten: es war klar, er hatte Elisabeth aus Liebe geheiratet, und diese Liebe war nur durch die fortdauernde Kälte seinör jungen Frau zu­rückgedrängt worden. Noch eine andere köstliche Entdeckung machte aber Nora, die sie im Innern aufjubeln ließ.

Sie wußte, daß Elisabeth in Berlin, als sie noch ihre Schülerin war, ein Tagebuch gefühtt hatte. Eines Tages erinnerte sie daran, ganz absichtslos und zufällig, und fragte, ob sie es jetzt noch weiter führe. Elisabeth war bei die­ser Frage ganz blaß geworden.

Nein, ich führe es nicht mehr," hatte sie nur erwidett.

Warum denn nicht? Fehlt es dir an Zeit?"

Nein, das nicht, Mer ich habe eingesehen, daß es zwecklos ist."

Zwecklos? Wieso?" fragte Nora weiter, durch Elisabeths eigentümlichen Ton aufmerk­sam gemacht.

Es kommt nichts Gutes batet heraus. Du weißt, Nora, daß ich mein Tagebuch ost scher- zeM meinen Beichtvater nannte, weil ich ihm mein eigenes Fühlen und Denken anvertraute. Aber glaubst du, daß es angenehme Gefühle unb Erinnerungen in mir erweckt, wenn ich jetzt lese, was ich früher schrieb? Meine Ansichten, ja sogar mein Empfinben hat sich seitdem in vielem sehr verändert."

Das ist bei deiner Jugend nur natürlich, Elisabeth. In dir unb beinern Charakter wird sich noch manches vollziehen und ändern, woran du heute noch nicht glauben würbest. Jiy mein« aber, man sollte sich über biesen Fott- schtttt freuen."

Gewiß, nur wenn itgenb ein anderer es läse, müßte er mich nicht verachten?"

Verachten?" fragte Nora ganz erstaunt zu­rück.

Nun ja, ich meine, wenn er meine Nieder­schriften falsch auffatzte, wenn er die näheren

mit einem dreifachen Hoch auf das deutsche Va­terland.

In einer geschlossenen Sitzung des Vorstandes und der Abgeordneten wurden bezüglich der Or­ganisation der Pattei mehrere Beschlüsse ge­faßt. Ausführlich beschäftigte sich dann dis Sitzung mit der Polenfrage in Ober­schlesien. Es wurde hierzu eine längere R e s o lution gefaßt, in der es heißt:Der Pattei­tag spricht die Erwartung aus, daß die Regie­rung der großpolnischen Bewegung große Auf­merksamkeit zuwenden und alle zur Bekämpfung derselben geeigneten Mittel kräftig zur Anwen­dung bttngen wird. Insbesondere soll die Re­gierung festhalten an der bisherigen deutschen Schulpolitik unter Zulassung der Muttersprache in den durch die gegenwärtigen Bestimmungen gezogenen Grenzen. Ferner soll sie das Volks­schulwesen ausbauen durch Herabminderung der Klassenfrequenzen, durch Beseitigung des Leh­rerwechsels und Lehrermangels, durch weitere dem Bedürfnis entsprechende Vermehrung der Lehrerbildungsanstalten und durch Festsetzung auskömmlicher Lehrergehälter. Schließlich soll die Regierung Kleinkindetschulen einrichten un- obligatorische ländliche Fortbildungsschulen, di« Anstalten für Volksbildung und Volkswohlsahtt fördern und besonders die wirtschaftliche Stär, kung des deutschen Mittelstandes betreiben."

Deutsches Reich.

Berlin, 23. Ott.

Seine Majestät der Kaiser empfing am Sonntag die Mitglieder der Konferenz für das internationale Meßverfahren unter Führung des Geh. Regierungsrats Prof. Vusley und nahm die Meldung des Militär-Attachees in Rom Majors Frhrn. von Hammerstein ent- gegen. Der gestrige Geburtstag der Kaiserin wurde im engsten Familienkreise gefeiett. Gegen 9 Uhr vormittags nahm die Kaiserin die Gratulationen des engeren Hofes entgegen. Zur Frühstückstafel, um 1 Uhr, waren das Kronprinzenpaar, Prinz und Prinzessin Eitel Friedrich und Prinz Oskar geloben. Abends fand im Neuen Palais Theatervorstellung statt.

Bei der gestern erfolgten. Reichstagsersatz­wahl im Wahlkreise Döbeln erhielten: Prof. Hasse (ntl.) 8372 St., Lehrer Beck (Frs. Vp.) 3642 unb Photograph Pinkau (Soz.) 12 718 St. Pinkau ist gewählt. (Bei bet Wahl im Jahre 1903 erhielt bet Sozialdemokrat Grimberg 13162, Zimmermann (Antis.) 5569 unb Luck- weil (natl.) 5434 St.)

Auf das vom Provinzialverbande Schle­sien des Deutschen Flottenvereins an den Kaiser gerichtete Telegramm ist folgende Antwort ein- gelaufen:An des Herzogs von Ratibor und Fürsten von Corvey Durchlaucht, Breslau. Dem Provinzialausschuß des Deutschen Flottenver-

Umstände nicht kennte und . . ." Sie stockte jäh, als fürchte sie schon zuviel gesagt zu haben. Nora ahnte, daß hier etwas vorgefallen war, hütete sich aber wohl, etwas von ihren Mut- maßungen zu vertaten.

Du machst dir unnütze Sorgen, denn btt wirst doch sicher deinen Schatz hüten, daß er nicht vor unberufene Augen kommt."

Aber wenn es das Verbängnis will?" er­widerte Elisabeth fast heftig,ein Blatt ist leicht, es kann in alle Winde fliegen und natür­lich findet es bann jemand, dem man den In­halt am wenigsten preisgeben möchte."

Sie sagte das nicht bitter, aber traurig, und in ihren Armen glänzten Tränen. Nota suchte sie schnell auf andere Gedanken zu bringen, sie wußte genug.

Wessen Äugen konnte Elisabeth fürchten? Doch nur die ihres Gatten, unb würbe sie sor­gen, baß et etwas aus ihrem Tagebuch mißver­stehen könnte, wenn sie ihn nicht liebte?

Sie liebten sich beide unb nur Stolz unb Trotz hielten sie zurück, es einander zu geigen, denn jeder glaubte sich von dem anderen nicht wiedergeliebt. Vielleicht hatte Herbert etwas Aehnliches aus Elisabeths Tagebuch, das ihm ein Zufall in die Hände gespielt haben modite, gelesn: et zog sich verletzt und gekräntt zurück, und Elisabeth war zu stolz, ihm, wie eben ihr jetzt, zu bekennen: Ich habe die Ansichten von damals nicht mehr, ich denke und fühle anders, ich liebe dich jetzt.

Das wat also wohl die fronte Stelle, unb nun konnte Nora ihr Werk beginnen. Sie war weit davon entfernt, sich als Unberufene in die Ehe mischen zu wollen ober auch nut eine An­deutung über ihre Beobachtung zu einem der Gatten zu machen. Sie mutzten sich allein fin­den, unb sie wollte nur ein klein wenig Vor­sehung dabei spielen.

"" (FottschMg folgt.)