mit dem Kreisblati für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Marburg Erscheint wöchentlich sieben mal.
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Zweites Blatt.
NeueSe Telegramme.
Essen (Ruhr), 19. Okt. In der heutigen Sitzung der Siebener-Kommission wurde festgestellt, daß, abgesehen von einigen Braunkohlenwerken, von dem Bergbaulichen Vereine noch keine Antwort auf die bekannte Forderung der Bergarbeiter eingegangen sei, und auch schwerlich vor dem 25. d. M. eintreffen würde. Nach Eingang der Antwort des Bergbaulichen Vereins werden die Organisationsleiter und die Siebener-Kommission zur Beschlußfassung zusam- Aentreten.
Gnesen, 19. Okt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurden, im Laufe des heutigen Tages bei dem Donrpropft Piotrowicz und zahlreichen anderen katholischen Geistlichen der Ene- sener Diözese umfangreiche Haussuchungen und Beschlagnahmen in Sachen des Schulstreiks vorgenommen. Die Haussuchungen erfolgten durch die zuständigen Ortspolizeibehörden. Die beschlagnahmten Schriftstücke wurden der Staatsanwaltschaft eingesandt. (Endlich scheint man also Ernst machen zu wollen.)
^Braunschweig, 19. Okt. In der heutigen vertraulichen Sitzung des Landtages, welcher der Regentschaftsrat beiwohnte, wurde die Erwiderung auf die Vorlage der Negierung betreffend die Neuwahl eines Regenten festgestellt. Wie verlautet, ist nahezu völlige Einigung erzielt dahin^ daß zwar im Prinzip der Regierungs- Iorlage zugestimmt, aber voraussichtlich die Neuwahl des Regenten noch etwas verschoben wird. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß vorher versucht werden soll, di« Sachlage derart zu klären, daß es möglich wird, in absehbarer Zeit die Regierungsverhältnisse des Herzogtums in irgend einer Richtung definitiv zu regeln.
Paris, 20. Okt. Präsident Falliöres hat die Demission des Kabinetts angenommen. Er kehrt heute vormittag zurück, um die Verhandlungen zur Lösung der Krise aufzunehmen. Das „Journal des Däbats" bekämpft bereits die Kandidatur Pichons für das Ministerium des Aeutzern, weil Pichon nicht das nötige Ansehen bei den fremden Regierungen besitzen würde.
Hohenlohes Denkwl'lrdlgkeiten.
Zwischen den amtlichen Handlungen des früheren Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe und fernen Aufzeichnungen in den von seinem Sohne, dem Prinzen Alexander zu Hohenlohe, veröffentlichten Memoiren befinden sich Widersprüche so offensichtlicher Art, daß sie das höchste Erstaunen und die schärfste Verurteilung Hervorrufen müssen. Der Fürst schrieb unter dem 14. August 1899 von dem Gesetze, betreffend den
Marburger Begebenheiten.
Bon 8. Müller.
V.
Die Familie Christopher.
Wohl kaum hat ein Ereignis in Marburg dessen Bewohner mehr in Aufregung versetzt wie das folgende: Im Monat Mai 1847 durcheilte unsere Stadt die Schreckenskunde, die Familie des Kürschners Christopher in der Barfüßer- straße, jetzt Nr. 42, sei vergiftet worden. Wie cs früher allgemein Sitte war, hatten Christophers für ihren eigenen Hausbedarf zwei Schweine geschlachtet. Nach dem Genüsse dieses Schweinefleisches erkrankten sämtliche Familienmitglieder mit Ausnahme des alten Christophers. Mehrere starben, darunter der junge Karl Christopher, ein beliebter Mann von 32 Jahren, 2 Schwestern und eine Nichte. Es verbreitete sich nun das Gerücht, der alte Christopher habe feine Familienangehörigen, uni sich deren aus gewissen Gründen zu entledigen, vergiftet. Es gab eine Untersuchung Md der alte Herr wurde verhaftet. Da aber keine Beweise für die Verdachtsgründe erbracht sverden konnten, so wurden er und noch eine an-, oere Person wieder auf freien Fuß gesetzt. Noch" nach dem Tode des alten Christopher, der in demselben Jahre erfolgte, glaubte man fest, daß dieser die unselige Tat doch begangen habe. Spätere Jahre erst sollten Licht in diesen unaufgeklärten Fall bringen. Man kannte damals die Trichinen noch nicht. An diesen waren nach pent Genuß des Schweinefleisches, von dem die ganze Familie, außer dem alten Christopher, genossen hatte, alle erkrankt und gestorben. Der junge Christopher, der am 8. Juni 1847 starb-. Dar Mitbegründer des Liederverein». Ihm wurde folgender Nachruf gewidmet
Schutz der Arbeitswilligen, als dem „Zuchthausgesetz", dem Schlagwort der Sozialdemokratie. Derselbe Fürst Hohenlohe hatte aber mit seiner Unterschrift unter dem 26. Mai 1899 den ffijit= wurf des Gesetzes zum Schutz der gewerblichen Arbeiter eingebracht und in der Reichstags- fitzung vom 19. Juni 1899 folgendes erklärt:
„Die abfällige Kritik der gegenwärtigen Vorlage wird nun insbesondere von der sozialdemokratischen Partei in leidenschaftlicher Weise ausgeübt und zwar ohne Zweifel aus dem Grunde, weil sie die Folgen des Gesetzes ihren Interessen für nachteilig hält und befürchtet, daß die Macht, welche sie auf die Arbeiter ausübt, dadurch beeinträchtigt werden könnte. Daß diese Besorgnis nicht unbegründet ist, muß ich zugeben. Ich begreife deshalb vollkommen, daß die Herren der sozialdemokratischen Partei den Gesetzentwurf bekämpfen. Was ich aber nicht begreifen würde, wäre, wenn diejenigen Parteien, deren $e= strebungen weder auf die republikanische Staatsform noch auf den Kollefttvmus abzielen, sich auch an der grundsätzlichen Bekämpfung des Gesetzes beteiligen wollen, d^in, meine Herren, das Koalitionsrecht der Arbeiter soll nicht im geringsten beschränkt werden.
Trotz dieser Erklärung bezeichnet der ehemalige Reichskanzler in seinen Memoiren sein eigenes Gesetz als „Zuchthausgesetz" und tut dies, obgleich, wie wir bestimmt zu wissen glauben, er in den Vorstadien des Gesetzentwurfes dessen eifrigster und nachdrücklichster Förderer war. Erft während der Verhandlungen im Reichstage zog er sich ganz offensichtlich von demselben zurück und wohnte nach der Angabe seiner kurzen Erklärung nicht einmal der weiteren Verteidigung seiner Vorlage vom Bundesrats- tische aus bei. , , , , u „
Weiter vermerkt Fürst Hohenlohe in den Memoiren unter dem 7. März 1900:
, „Als ich gestern Abend mit den Agrariern sprach und das Bedenkliche hervorhob, das einmal in dem Hereintragen des Prohibitionssystems in unsere Zollgesetzgebung (durch das Fleischbeschaugesetz) und dann in der Verteuerung des Fleisches im Hinblick aus die Waffe liege, die wir damit den Sozialdemo- demokraten bei den Wahlen geben usw."
Er führt ferner aus:
„Die Zahl der Sozialdemokraten und aller kleinen Leute, welche durch die Verteuerung des Fleisches geschädigt werden, ist größer als die durch den Bund der Landwirte aufgeregte Landbevölkerung."
Fürst Hohenlohe erklärte trotzdem im klarsten Gegensätze zu diesen Auszeichnungen am 27. April 1898 im preußischen Abgeordnetenhause:
„Wenngleich die obligatorische Fleischbeschau in einer Reihe von Bundesstaaten, wenn auch in verschiedenem Umfange, bereits besteht, so bin ich doch der Ansicht, daß zum Schutz von Gesundheit und Leben der Bevölkerung diese Einrichtung im ganzen Reiche, und zwar nach übereinstimmenden Grundsätzen, einzuführen ist. Es besteht deshalb die Absicht, dem Bundesrat den Entwurf eines
Totenkranz.
(Von D. Weintraut.)
Rinne stille Wehmutszähre, Denn der Herrlichste von allen Ans'rer jungen Sangesfreunden dem Tode schon verfallen, Wie die hohe Königseiche, Die der Nordsturm niederweht, Wie die Blume, die der Schnitter Auf der Wiese niedermäht, Sank er in der Jugendfülle Zu der sttllen Gruft hernieder, Darum herrschet tiefe Trauer Im Vereine schöner Lieder. ._ Drum begleiten ihn die Liebej - Zu dem allerletzten Gang, Darum tönt an seinem Hügel Heute dieser Grabgesang. Eine Thräne dem Geliebten, Den wir jetzt zu Grabe tragen.
. Dessen Herz in treuer Liebe, Stets dem Schönen hat geschlagen. Ihm, der gern im Leben teilte Mit den Freunden Freud' und Leid, Sei dies kleine Lied des Schmerzes, Jetzt als Totenkranz geweiht. .Er ist schöner Kränze würdig, Der sein ganzes edles Streben, Nach dem wahrhaft Schönen weihte, Der ein Muster ausgegeben, Jüngling, dieses Jünglings Streben, Präge tief ins Herze ein!
So ein braver Sohn der Eltern, So ein Bruder sollst du sein! Ein Charatter ohne Lüge, So ein Freund im Frendeskreise, Froh und im Genüsse mäßig. Und im Rat der Alten weise. Ja, wenn solche Blüten fallen. Tut es jedem Braven weh.
Reichsgesetzes, betreffend die Einführung der obligatorischen Fleischbeschau im ganzen Reiche zur Beschlußfassung vorzulegen. Selbstverständlich werden gegenüber der ausländischen Einfuhr von Fleisch und Fleischwaren minde- stens gleichwertige hygienische Vorsichtsmaßregeln zur Anwendung gelangen müssen, wie gegenüber den inländischen Erzeugnissen gleicher Art."
Dementsprechend wurde unter dem 17. Februar 1899 der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die SchlachtviH- und Fleischbeschau, dem Reichstage vorgelegt, und während noch im Reichstage über den Gesetzentwurf verhandelt wurde, — die dritte Lesung fand am 21. Juni 1900 statt — schrieb Fürst Hohenlohe am 7. März 1900 jene Kritik, die im schreiendsten Widerspruch. zu seiner eigenen Erklärung im preußischen Abgeordnetenhaus« und zu seinem eigenen Gesetzentwürfe stand.
Endlich bezeichnet Fürst Hohenlohe das Handwerkergesetz, das unter dem 15. März 1897 mit seiner Unterschrift im Reichstage eingebracht ist, in seinen Denkwürdigkeiten unter 14. Juni 1896, als ein ziemlich törichtes Gesetz.
Wir haben zu diesen urkundlichen Nachweisen nur noch auf eine Bemerkung hinzuweisen, die in Berliner Blatt zu den Publikationen machte:
„Der alte Fürst Chlodwig zu Hohenlohe hat wohl gewußt, was er tat, als er seinem dritten Söhne die Memoiren übergab, denn gerade Prinz Alexander, den man halb scherzhaft den „roten Prinzen" nannte, stand seinem Vater politisch am nächsten, ja, es heißt, daß der dritte Reichskanzler bisweilen schmunzelnd darüber quittiert haben soll, wenn sein Sohn, der damals noch im Reichstage saß, gegen einzelne Regierungsvorlagen stimmte. „Mein Sohn ist mündig", pflegte der alte Herr achselzuckend zu sagen, wenn man ihm auf die Rollenwidrigkeit aufmerksam machte."
Diese Rollenwidrigkeit bestand nicht nur zwischen den Negierungshandlungen des Vaters und den Abstimmungen seines Sohnes, sondern, tote wir oben nachgewiesen haben, auch zwischen den Negierungshandlungen des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe und den in seinen Memoiren niedergelegten persönlichen Ansichten.
Zur Lage in Rußland.
Petersburg, 19. Okt. Ueber das gegen den Kronstädter Festungskommavdanten und die Mitglieder des Kriegsgerichts geplante Bombenattentat wird noch gemeldet, daß zwei nach Petersburg mit einem Dampfer dort eingetroffene Personen, ein Mann und eine Frau, den Verdacht von Geheimagenten erregten. Diese brachten in Erfahrung, daß der erstere eine gefüllte Bombe mitbrachte und in der Wohnung, wo die anderen Teilnehmer an der Verschwörung zu- sammenkamen, gelassen hatte. Am 15. ds. Mts. wurden beide in dem Augenblick ihrer Arbreise nach Petersburg verhaftet, ebenso ein aus dem Verschwörerhause kommender Soldat des zweiten
" ' O da blickt das reichbetränte Augc.
Auf die Sternenhöh'.
Ruhe sanft im Schoß der Erde, Von den Leiden, von den Mühen, Edler, o! du bist es würdig, Daß dir ew'ge Blumen blühen. Wer dein treues Herz erkannte, Dir ins klare Äug' gesehen, . O! der glaubt ganz zuversichtlich An ein frohes Wiedersehen.
Wenn die Nacht des Grabes fliehet Und die düst'ren Nebel schwinden, Werden wir gewiß die Lösung, — Deines Todes Rätsel finden.
Helle wird am großen Morgen, Was im Dunkel ist geschehen, Sah es auch kein Menschenauge, Unser Gott hat es gesehen
Am Grabe sang der Liederverein seinem Heimgegangenen Vereinsbruder zwei Lieder „Heber den Sternen wohnt Gottes Frieden und „Meine Lebenszeit verstreicht".
Der Pfarrer Kleinschmidt hielt die Grabrede, in der er die rätselhafte Todesursache besonders hervorhob. Er sagte unter anderem:
„Der Verlust eines solchen braven Mitbürgers, der einfach, schlicht, ehrbar, feufqj und mäßig unter uns wandelte, wurde aber der Gegenstand wahrhaft des Erschreckens durch die besonderen Umstände, unter welchen derselbe erfolgte. Er, der bisher so gesunde und kräftige Mann von 32 Jahren, der Krankheit bisher aus eigener Erfahrung kaum kannte, wird plötzlich samt den übttgen Familienmitgliedern von einer Krankheit ungewöhnlicher Art befallen. Als erstes Opfer fällt bald des Schwagers jugendliches Kind — mehrere Wochen hindurch schwankt sen Gesundheitszustand hin und her — jetzt hegt man Hoffnung auf Genesung — da wendet sich schnell die Sache zu einem qualvollen
Kronstädter Festungsbataillons, der eine Bombe unter dem Mantel trug. In seinen Taschen wurde auch Zündschnur vorgesunden. Die in einem Laboratorium entladene Bombe wog über 5 Pfund und ihre Sprengkraft wäre imstande gewesen, ein Gewicht von 4000 Pfund emporzu- schleudern. In dem Hause wurden keine Sprengstoffe und auch kein Laboratorium gefunden. Die Verhafteten find nach Petersburg gebracht worden.
Lodz, 19. Okt. Das hiesige Börsenkomitee hat sich an den Handelsminister mit dem Gesuch gewandt, die Besttmmungen aufzuheben, durch die es Personen nichtchristlicher Konfessionen untersagt ist, Börsenämter an einer örtlichen Börsenversammlung zu bekleiden. '
Kischinew, 19. Ott. Heute überfielen, 9 Werst von Kischinew entfeint, acht Bewaffnete, von denen drei Masken trugen, eine Gruppe von a0 Passagieren, die sich auf Fuhrwerken zur Dampferhaltestelle begaben, beraubten sie und verwundeten eine Anzahl von ihnen.
Petersburg, 19. Okt. „Nowoje Wremja" meldet: Die Warschau-Wiener Eisenbahn und die Lodzer Eisenbahn fühtten wieder al» innere Dienstsprache die polnische ein.
Deutsches Reich.
V?-- Berlin, 20. Oktober.
— Seine Majestät der Kaiser trat gestern morgen 9% Uhr eine Automobilfahrt nach der Urftalsperre bei Gmünd in der Eifel an. T>e< Monarch kehrte kurz nach 5 Uhr nach Bonn zu-, rück und verbrachte den Abend beim Offizierkorps des Husaren-Regiments „König Wilhelm", Die Fahrt ging über Euskirchen und Gemünd. Von Malsbenden hatte der Kaiser die Fahrt auf; dem Urftsee mit Motorbooten bis zur Sperre ge-, macht und im Gasthaus bei der Urftalsperre das Frühstück eingenommen. Dir Rückfahrt erfolgte von Gemünd über die Burg Nidcgge', dann über Zülpich, Liblar, Brühl und Wesseling nach Bonn. Die Rückreise nach Potsdam wird voraussichtlich, heute erfolgen. \
— In der polnischen Schulstreik-Angelege«- heit erwartet man ein direktes Eingreifen des Papstes. Propst Jakubowstt aus Eolejewko reist nach Rom, um den Papst über den Stand der Obstruktion und die Gefährdung der Religion durchs das Verhalten der preußischen Regierung Bericht' zu erstatten. Oberpräsident v. Waldow ist' gestern nachmittag nach Berlin abgefahren, unv seinerseits mit dem Kultusminister in der Angelegenheit zu konferieren. Der Oberpräsident, hatte in letzter Zeit mehrfach Unterredungen mit dem Erzbischof v. Stablewski. — Wenn die Regierung jetzt v'cht ihre Macht zur Geltung bringt und von der Kurie die Verurteilung des wider- fpenstigen Klerus durchsetzt, wird es mit ihrer Autorität ein für allemal vorbei sein. Für
Tode, nachdem vorher noch ein anderes bisher von der Krankheit verschont gebliebenes Mitglied auch erlegen war. Darum verbreitete sein Tod nicht nur Wehmut und Trauer, sondern auch Schrecken und Angst. Wer vermag es, hier in den Abgrund des Geheimnisses hinabzu- steigen, welches das Dunkel umhüllt! Wer von: uns wagt es, zu entscheiden, ob hier bloße Un-, Vorsichtigkeit oder ein Verbrechen! obrvalis Diesen Schleier zu lüften überlassen wir dem allwissenden Gotte rc." J
Als Piarrer Kleinschmidt seine Rede beendet hatte, trat der Kaufmann Moritz Erlanger an das Grab und hielt folgende Ansprache: .
„Das ehrendste Zeugnis für den trefflichen Charatter unseres teuren Dahingeschiedenen ist sowohl die allgemeine Teilnahme, die sein Toa findet, der beredteste Beweis für die Größe unseres Verlustes die aufrichtige Trauer Aller, die ihn kannten. Wir aber, die jüngeren Freunde des Verstorbenen, die infolge gleicher Jabre, gleicher Wünsche ihm am nächsten standen, ihn am genauesten kannten, wir, die wir die froh-, lichen Spiele der Kindheit mit ihm gespielt, die friedlichen Freuden der Jugend mit ihm ge-' teilt, dem ernsten Streben des Mannes mit ihm' entgegengingen, wir trauern hier nicht nur um, den Verlust eines für immer uns treuen Freundes, nein, er war uns nicht nur das im vollsten Sinne, er war uns ein Beispiel alles Edlen und Schönen. Darum um so härter der Verlust und unsere gerechte Trauer. Mit Recht. sagen wir, hier am Grabe tiefgebeugt und meinetü», mit Recht begleitet ihn zum Grabe die Musik bet Trauer, mit Recht ist heute umflort die Sängerfahne, die an ihm den treuesten Anhänger uei^ lor, die Fahne, der er noch vor nicht zwei Jah^ ten*) mit edlem Feuer für alles Schöne ztzm
*) Bei dem ersten Marburger SßngerfestF vom 19.—22. Juli 1845,