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Corbach, 17. Okt. Gestern bot sich in der Richtung nach Lengefeld hin ein interessantes Schauspiel, indem ein bemannter Luftballon, von Westen kommend, langsam niederging und dort auf einem Kornacker landete. Nach Mitteilung der Insassen der Gondel, zweier Offiziere und eines Oberlehrers, waren diese gegen 1 Uhr mittags in Godesberg bei Bonn aufgestiegen und hatten die weite Tour innerhalb
leiste.
Kopfe und war längere Zeit im RochushospstaL Ein Verfahren. wegen fahrlässiger Körperver. letzung konnte nicht eingeleitet werden, weil der Vater des Kindes, der mit mehreren taufend, Mark entschädigt wurde, keinen Strafantrag stellte. Der Angeklagte, der nicht erschienen wat,; machte durch seinen Verteidiger, Dr. Schulz (Frankfurt) geltend, daß er nicht zu rasch ge» fahren sei. Durch die Zeugen, einen Gymnasial-- lehrer und einen Fuhrmann, wurde sestgestellt, das; Kröll dermaßen rasch gefahren, daß das Automobil in Zickzackbewegungen geraten sei. Einer der Zeugen erklärte, er habe geglaubt, die Insassen des Autos seien entweder verrückt ge-
gemeine.
Hilchenbach, 18. Okt. Durch Kinderspielerek bat der Sohn eines hiesigen Maurermeisters schweres Unglück gebracht, indem er vor einiget Zeit mit einem Flitzebogen einen Pfeil, an dessen Spitze er zum Ueberfluß noch eine Nadel befestigt gehabt haben soll, dem Sohn eines hie- .... pgen Werkmeisters ins Auge schoß. Trotzdem der verletzte Junge sofort in die Klinik kam, war das getroffene Auge nicht mehr zu retten; er erblindete darauf und es soll nun auch noch das zweite Auge so sehr in Mitleidenschaft gezogen sein, daß eine gänzliche Erblindung als wahrscheinlich betrachtet wird. Man wird sich den Schmerz der Eltern vorstellen können, wenn man bedenkt, daß sie durch solch S,nfef ihren einzigen Sohn für sein Leben „vg unglücklich sehen müssen. (Sieg. Ztg.)
Warburg, 18. Okt. Bei der S^attzn Ronen-, bürg wurde heute vormittag ein' Lohnarbeiter aus Willebadessen von einer ?i?,lgiermaschine überfahren und sofort getötet. ..
Bingerbrück-Rüdesheim ist seit heute morgen wegen Nicderwasser bis auf weiteres eingestellt. Die Verbindung Bingen-Rüdesheim wird vorerst noch aufrschterhalten. Der Pegel zeigt heute früh eine Wasserhöhe von 0,83 Meter. Ein dichter Nebel liegt heute vormittag über dem ganzen Gebiet des Mittelrheins. Dir Schiffahrt ist hierdurch unterbrochen.
Fredeburg, 17. Okt. Auf dem Wege von Oberkirchen nach Gleidorf verunglückte gestern abend der Gerichtsvollzieher John von hier, indem er mit seinem unbeleuchteten Fahrrad gegen einen am Wege stehenden, mit Fichten» ftangen beladenen Wagen fuhr, der ebenfalls keine Laterne hatte. Eine Stange drang dem Radfahrer in den Unterleib, wodurch derselbe derart verletzt wurde, daß der Tod sofort ein», trat. John, der ein nüchterner und geachteter Beamter war, hinterlaßt Frau und drei Kinder, für welche die Teilnahme eine allgemeine ist.
Hoof, 15. Okt. Vier Todesfälle in einem Zeitraum von nur zehn Tagen ereigneten sich hier, wie die „Fritzl. Ztg." meldet, in einer Familie. Die Frau eines hiesigen Einwohners wurde von zwei Knäblein entbunden. Kurz darauf starb die Frau, ehe nur ärztliche Hilfe zur Stelle fein konnte. In vergangener Nacht" starben nun das Zwillingspaar sowie auch eil noch nicht volle zwei Jahre altes, aber seit letzter Zeit kränkliches Mädchen. Die Teilnahme für den bedauernswerten Vater ist eine all«
888 Millionen Mar? tegen das Jahr 1904 den Wert von 18,2 Milliarden Mark erreicht hatte, durch einen um 16 Prozent höheren Totalwert der im Außenverkehr k-ewegten Güter in den Schatten gestellt und durch eine Zunahme des Außenverkehrs um die Sßeitfurn: e von rund 1800 Millionen Mark weit überholt werden. Von einem Lande aber, dessen Außenhandel in einem Zeitraum von zwei Jahren um zwei Milliarden Mark oder mehr im Werte steigt, wird man nicht sagen können, daß es sich irgendwie in einer Notlage befände.
Stadttheater.
Don Jos6 Echegaray, der in der zweiten Hälfte seines Lebens ein (für einen ehemaligen Rathematikprofessor und Finanzminister) erstaunlich fruchtbares dramatisches Talent entwickelte, hat in den letzten zwanzig Jahren eine Reihe von Theaterstücken geschrieben, von denen „Galeotto" in der deutschen Bearbeitung Paul Lindau's von Zeit zu Zeit auf «nsern Bühnen aufgeführt wird. Im allgemeinen zeichnen sich Echegarays Stücke durch gut durchgeführte Handlung, scharfe Eharakteristik der Personen und eine lebendige Sprache aus. „El gran Ea- leoto", der aus dem Jahre 1881, aus den ersten Jahren des dramatischen Schaffens stammt, behandelt die Episode von Lancelot und Ginevra ins Moderne übertragen, wie das Vorspiel des Dreiakters vorausahnen läßt.
Die gestrige Vorstellung erhob sich nicht über bas Durchschnittsniveau. Erst gegen Schluß wurde das Spiel lebhafter und die erregende Handlung löste stärkeren Beifall im Publikum uus. Am besten spielte gestern Frau Bayr- hamrner. Sie hat unleugbar seit dem letzten Winter Fortschritte gemacht. Ihre Darstellung der Julia konnte befriedigen, nut ließ sie es an verschiedenen Aeußerlichkeiten fehlen. Zweifel-
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Der Köpmicker Gaunerstreich.
Berlin, 18. Okt. Der Köpenicker Gauner ist bisher nicht entdeckt; aber man hat Spuren von ihm gefunden. Er ist bald nach vollbrachter Heldentat laut „Frkf. Ztg." nach Berlin gefahren und fuhr gegen 7% Uhr in einer Droschke bei einem Herrenkonfektionsgefchäst in der südlichen Friedrichstraße vor und kaufte dort einen schwarzen Jakettanzug, einen schwarzen Cheviot-Win- terpalctot und einen schwarzen steifen Hut. Als der Verkäufer ihn bat, zum Maßnehmen den Rock aufzuknöpfen, lehnte es der Fremde mit dem Bemerken ab, es müsse auch so möglich sein, einen passenden Anzug für ihn zu finden. Der Verkäufer begnügte sich nun damit, oberflächlich über dem Jnterimsrock zu messen. Der Käufer nannte sich v. Malzahn, gab aber keine Wohnung an, weil er die Sachen in der Droschke, die vor der Tür hielt, gleich mitnehmen wollte. Er beglich die Rechnung mit einem Tausendmarkschein und steckte das herausgezahlte Geld gelassen ein. Dann trug der Hausdiener die Sachen in einem Karton nach der Droschke und der Käufer fuhr davon.
Von der Uniform des Gauners sind inzwischen auf dem Tempelhofer Felde bei Rixdorf Weste und Mütze gefunden worden. Bei ihrer Vernehmung sind die beteiligten Soldaten auch gefragt worden, ob sie Mißtrauen gegen den angeblichen Hauptmann gehabt hätten. Auch wurde gefragt, ob sie auf den Befehl des Hauptmanns gegen die Magistratsbeamten auch von der Waffe Gebrauch gemacht haben würden. Hierauf wurde von den Soldaten folgende Antwort gegeben: „Wir haben ein gewisses Bedenken gegen die Person des uns fremden Hauptmanns wohl gehabt. Der Gefreite hatte daher befohlen, daß wir unterwegs aus dem CoupSfenster sehen sollten, ob der Hauptmann sich nicht etwa entferne. Dieses Mißtrauen ist aber in dem Augenblick geschwunden, als die Gendarmerie vor dem Haupmann Honneur machte, und auch die Polizei seinen Anordnungen Folge leistete." Auf die zweite Frage antworteten die Grenadiere, daß sie unbedenklich auch von der Waffe Gebrauch gemacht hätten, nachdem ihre Zweifel beseitigt waren. Aber auch innerhalb des Magistrats hatte man zunächst kaum einen Zweifel an der Persönlichkeit, weil diesem nämlich fortgesetzt Briefe von den Soldaten Überbracht wurden. Das klärt sich später dahin auf, daß der Schwindler Befehl gegeben hatte, die an den Bürgermeister gerichteten Briefe ihm auszuhändigen. Diese las er dann während der Unterredung mit Dr. Langerhans und steckte sie dann in die Tasche feines Ueberrockes. Ein Brief mit Mk. 1800 und «in anderer mit Mk. 80 entgingen dem Gauner durch ZufaL
Heber das Benehmen, welches der Herr ^Hauptmann" bei Durchführung seiner Mion zur Schau trug, wird noch allerlei mitgeteilt. Auf dem Wege vom Bahnhof Köpenick nach dem Rathause hatte der Herr Hauptmann das lln- {ilück, einen Sporn am Absatz zu verlieren. Ge- assen winkte er den Gefreiten vom Grenadier- -kegiment heran und ließ sich von ihm auch den enberen noch abziehen. Dann marschierte er »hne Sporen weiter. Er wußte offenbar auch Mit den Kassenverhältnissen Bescheid. Al» ihm mitgeteilt wurde, daß im Kassenschrank noch Mk. 60 lägen, die schon hätten gezahlt werden müssen, wegen Erkrankung eines Beamten aber noch liegen geblieben seien, ordnete der neue Derwal- 4et an, sie liegen zu lassen, weil sie eigentlich »icht mehr zum Kassenbestande gehörten. Al» er die Quittung unterfchtteb, zog er seine Hand- Schuhe aus. Als der Bürgermeister auf dem Weg in die Gefangenschaft noch einmal ein Zimmer neben seinem Dienstzimmer betteten wollte, Jam er bei den Grenadieren, die ihn geleiteten, schlecht an. Einer, ein Pole, herrschte ihn an: Fkix da, gerade aus!" Die Unterredung mit feinet Gattin gewährte der Herr Hauptmann »uldooll, nachdem er einen Augenblick überlegt satte. Auf der Straße hielten Gendarmerie und Polizei strenge Ordnung. Einige Frauen, die Sicht Platz machen wollten und sich widersetzten, fei-=■=■..., j
| Marburg und Mögend.
(Nachdruck aller CrigntaladiM ist gemäß § 18 bei Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe
»Oberheff. Ztg." gestattet)
| Marburg, 19. Oktober.
-f Kirchliches. Der bisher vormittags 8 Uhl in der reformierten Kirche abgehaltene Gottesdienst wird vom nächsten Sonntag an wieder um 5 Uhr abends wahrend bet, Wintermonote stattfinden. ;i
* Postpersonalien. Versetzt sind die Postassistenten: Merseburg von Neukirchen Ziegenhain) nach Hanau, Claus von Cassel« Bettenhausen nach Kirchhain (Bez. Caste'), ’ Rudloff von Vöhl nach Cassel, Stieglitz von ffit’? ungen nach Fritzlar, Wilke von Wildungen nach Wabern (Bez. Cassel) und Klein von Homberg (Bez. Cass.l) nach Cassel.
* Aus dem Amtsblatt. In den Forstrats« bezirken Cassel-Habichtswald, Rotenburg, Marburg und Treysa werden vom 1. Oktober ab bei den öffentlschen Holzverkäufen Bürgschaften für Holzkaufgelder nicht mehr angenommen. Ilm denjenigen Käufern die Zahlung zu erleichtern, welche das Holz nicht sofort abzufahren beab, sichtigen, sollen Zahlungsfristen bis zu drei Monatengewährt werden. (Diese Bestimmung ist übrigens, wie wir auch damals berichteten, in hiesiger Gegend schon seit einem Jahr eingeführt worden.)
* Die Steidl-Siinger, die heute abend im Museum auftreten, werden nur dieses eine Gastspiel veranstalten. Da die Steidl-Sängei bei ihrem letzten Auftreten außerordentlich starken Beifall gefunden haben, werden sie auch heute wohl wieder ein volles Haus finden.
§ Turnerisches. Nächsten Sonntag, den 21. Oktober, findet in Bad Nauheim eine Vor» turnetstunde der Leiter von Frauenabteilun^N statt. Zu dieser Stunde werden auch die Marburger Turnve. :ine einige Vertreter entsenden«
G. Frauen- und Mädchenturnen. Nächsten Sonntag fei-' t die Frauen- and Mädchen-A>'« teilung der hiesigen „Turngemeinde" im Saale
Uetzer das Verhalten der Militärbehörden schreiben einzelne Blätter ttitisch: Nachdem der Unteroffizier von der „Entführung" des Wach- kommandos Kenntnis gegeben hatte, rechnete man, wie gestern mitgeteilt, mit der Möglichkeit, daß ein Schwindler die Absicht habe, die Gewehre der Soldaten zu rauben. Ein Sergeant unternahm die Verfolgung und iuhr vom Bahnhof Paulitzstraße aus von Station zu Station, um den Verbleib des militärischen Transportes zu ermitteln. Wären sofort, nachdem der Verdacht entstanden war, die militärischen und Polizeibehörden von dem Verschwinden des Wachkommandos benachrichttgt worden, so würde selbstverständlich durch eine telegraphische Be- nachrichtung den Polizeibehörden aller Vororte i ««nben »der toninfm ra e, „Za
von der Entführung Kenntnis gegeben worden f,d) Ä\n®?
sein und bas Vetrugsmanöver wäre noch immer I Unglück re$* h^los benommen und er» verhindert worden. Durch die Nachforschungen I klart, „er mache alle» mit Geld ab . Der Amts» des Sergeanten wurde zwar der Verbleib der I anwalt, Assessor Äthan, beantragte drei Wochen Soldaten ermittelt, jedoch erst nachdem der I Haft, das Gericht, unter dem Vorsitze des Asses- Raub beendet und sowohl der Schwindler als I sors Dr. Fricdenreich, erkannte auf 60 dl Eeld- auch der Bürgermeister Dr. Langerhans in Ber- I strafe und die Kosten des Verfahrens.
lin waren. | (Gieß. Anz.)
Bingen, 18. Ott. Der Staatsbahntrajett
wurden auf die Wache «Bgeführt, später aber wieder entlassen.
Eine Untersuchung durch den Regierungspräsidenten in Potsdam in seiner Eigenschaft als Aufsichtsbehörde der Stadt Köpenick ist eingeleitet worden. Zweck und Ziel der Ermittelungen find: festzustellen, ob die Köpenicker städtische Beamtenschaft, zu welcher auch die dortige Polizei gebärt, die Ausführung des Schelmenstückes, durch welches das Ansehen der Behörde arg geschädigt wird, nicht hätte bei vflicht- gemäßer Sorgfalt verhindern können. Es soll insbesondere ermittelt werden, ob den Drohungen des Schwindlers zu glauben war, so daß er diesen im Weigerungsfälle Nachdruck mit der Waffe gegeben hätte. Soweit ersichtlich, wird nicht allenthalben recht an die Ernsthaftigkeit der Drohungen der Pseudo-Hauptmanns geglaubt. Vielmehr wird lediglich mit einem Einschüchterungsverfuch gerechnet, der den bestürzten Beamten gegenüber glücklich zur Durchführung gekommen ist. Bei aller Sympathie, die Herr Dr. Langerhans als Bürgermeister bei denjenigen genießt, die mit ihm in amtlichen Verkehr getreten find, scheint die Ansicht Ober- I Die Tragikomödie von Köpenick erschien behänd zu gewinnen, daß er bedauerlicherweise I teils auf der Bühne. Im Metropoltheater mar- nicht bis zum Aeußersten protestiert hat. Würde I schierten eine Anzahl Soldaten auf, die sich darr es auf Zwangsmaßregeln haben ankommen 1 rauf beschränkten, zu allen Befehlen des Hauptlassen, so erscheint es mehr als zweifelhaft, ob I manns zu nicken.
sie ausgeführt worden wären. Auch der Haupt- | Auch die Postkartenindustrie hat sich schon kassenrendant hat nach feiner ersten Weigerung I des Gaunerstreichs bemächtigt und macht damit anscheinend allzuleicht klein beigegeben. Dr. I glänzende Geschäfte.
Langerhans erklätt, daß er sich in einer ver- j Die Phantasiekarten zeigen ein Rathaus, das zweifelten Zwangslage befunden hat. Bei dem I allerdings aussieht wie eine kleine Dorfttrche, geringsten Versuche, das Zimmer zu verlassen, j im ersten Bilde den Herrn Hauptmann im wurde ihm von dem Doppelposten das Bajonett | Aeberrock mit 10 Grenadieren, die zum aufge- auf die Brust gesetzt. Ebenso äußert sich der I pflanzten Seitengewehr die Feldmütze tragen, Hauptrendant von Wiltberg. Der Bürgermei- I im zweiten die Bürgermeisterei, in der der Bürstet erklärt, daß seiner ganzen Auffassung der I germeifter vor dem Herrn Hauptmann auf den Sachlage nach die Grenadiere unbedingt, falls et I Knien liegt, ein drittes die Abfahrt nach Berlin sich widersetzte, gefeuert hätten. Das wirb von I und ein viertes den Abzug des Herrn Haupt- den Soldaten selbst bestättgt. Don der Fort- I manns, dem Gendarmen und Polizeibeamte, bringung der Hauptkasse hatte der Bürgermei- I die sich die Hand reichen und Ketten bilden, den fier keine Ahnung, da et ja isoliert worden war. I Weg durch die Menge freihalten, während ein Dieses Gaunerstück hat er erst auf der Neuen | Grenadier präsentiert.
Wache in Berlin erfahren. — Eine große Verwunderung herrscht auch übet das Verhalten der Polizei und Gendarmerie, die der Verhaftung und Entführung des Bürgermeisters und Rendanten nicht den geringsten Widerstand entgegengesetzt habe. Erst nachdem das Verbrechen ausgefiihrt war, gelangten Anfragen an die Kommandantur, an das Landratsamt. Lediglich durch eine außerordentliche Kopflosigkeit aller Fattoren, die unfreiwillig bei diesem Skandal mitgewirkt haben, konnte bet Schwindlet seinen Erfolg erzielen. Die Schuldfrage des etzelnen Beamten soll jetzt im Aufsichtswege ge= klärt werden. I 314 Stunden zurückgelegt. Nachdem der Ballon
Berlin, 18. Ott. (abends). Der Held des be- I geborgen und die Hilfskräfte und der Besitzer rühmten Köpenicker Gaunerstreichs ist noch nicht I des Ackers gut entschädigt waren, fuhren die ermittelt, man hat auch noch keinen bestimmten I Herren um A/27 Uhr abends über Cassel nach Anhalt für die Personlrchkeit desselben, denn die I $onn zurück.
Nachricht, daß das Per- | Cassel, 18. Ott. Der Ausstand der Klempner SÄÄÄW STÄÄ • •-** Me 9t;
cheralbum herausgefunden habe, bestätigt sich I wtebet auf. Es wurde eine Etmgung auf nicht. In den Blättern wirb die photographische I F,Iunb eines neuen Tarifs erzielt. Die Ar- Rachildung der Quittung und Unterschrift ver- I beitszett bis zum Januar 1908 wurde auf 9% öffentlicht, die der falsche Hauptmann im Rat- I Stunden, von da ab auf 9 Stunden festgesetzt, hause beim Empfang der Kasse ausgestellt hat. I Der Ausstand hat über 8 Wochen gedauert. Die Schriftzüge und die Att, wie et die famose I Großalmerode, 18. Ott. Ein heiteret Vorfall Remsion vollzogen deuten auf einen einiger- I hat sich kürzlich laut „Eschw. Tgbl." in unserem ^en gebildeten Mann und auf einige Kennt- | Nachbardörfchen H. zugetragen. Die Tochter des nis militärischer Verwaltungspraxis. Der Ver- I Bürgermeisters und Gastwirts wollte ihren Hochdacht richtete sich daher u. a. gegen einen ehe- I zeitstag begehen. Als sie ihren Brautstaat her- maligen Zahlmersier des Gardefiifilier-Reqi- I vorholte, bemerkte sie zu ihrem Schreck, daß das rnents, auf den die Personalbeschreibung pallen I schöne Zeichen bewahrter sittlicher Stärke, der und dem man den Streich zutrauen soll. Ge- I Brautkranz, fehlte. Alles Suchen danach wat meldet hat sich der Droschkenkutscher, der den I vergebens und da es sich in diesem Falle nur um Verbrecher gefahren hat, als er oder vielmehr I einen von losen Buben ausgeführten Scherz han- nachdem er in einem großen Earderobeqefchäst I dein konnte, so kann man sich denken, daß der der Friedrichstraße sich den Zivilanzug gekauft I Zorn im bürgermeifterlitten Hause groß war. hatte. Er beschreibt ihn genau wie alle übrigen, I Die Tat konnte nicht ungerochen bleiben. Es die ihn gesehen haben. Sein müder Gang fiel I ging vom Ortsoberhauvte ein Erlaß, worin die «hm auf, schien ihm aber begreiflich, weil er den I Erlaubnis zur Abhaltung der diesjährigen Kir- alten Hauptmann für einen inaktiven Offizier I tnes versagt wurde!
hielt. Von dem Earderobengeschätt bat sich ber I Aus Thüringen, 17. Okt. Nachdem die Nn- Hauptmann die Friedrich- und Belle-Alliance- I läge des Truppenübungsplatzes für das 11. Ar- pta{je entlang nach dem Ringbahnhof in der I meekorps bei Ohrdruf genehmigt ist, verkaufte trS? oiitfiHH rft .ms mia tzXx ixI ^itttergutsbesitzer Freiherr v. ^.ritschler, e*ner
«infam «» « 'M «mgetteidet hat. bcr ^ftigften Gegner dieses Projektes, fein Oki. Die Hamburger Polizei I Rittergut Heerda bei Ohrdruf für 1300 000 dl Meudohauptmann on bctt Militärfiskus. '
ße ÄXXSÄ Äh« Herborn. 16. Ott. Die andauernde Preis-
,Lamb. Fremdenbl." stellte die Polizei weiter I und^auck^n?a? flach/ Land^ träat" bctt fest, daß Milners Vater ein deutscher Geschäfts- | „ri
mann, Milner junior in Amerika geboren ist, I «^EE uuertraMche Hohe nrmcht. Me auf sowie daß kürzlich in Hannover ein Unbekannter |
Ln wattÄä niUrÄ” s
auf N-!n- «w-ichmg-n SSerefattimmt.)
, " .. “T-iT-rr1----I Kranzberg (Kreis Ufingen), 17. Ott. Sin
los wat die rote Schminke zu stark und schlecht I Motorradfahrer von Bad Nauheim mit An- r^rteift aufgetragen, was besonders im Schluß- | hangewagen, in dem eine Dame saß, rannte mit
oft auffiel, wo me^t Blässe und höchstens rot- I seinem Fuhrwerk in ber Nähe ber Herrnmiihle
uerwetnte «ugen richtiger gewesen wären. I gegen einen Baum. Die Dame würbe in einen
auch nicht bas Auf die Hüsten- I Graben geschlendett und besinnungslos in die
Stützen der Hande zu der Rolle einer eleganten I Mühle gebracht, woselbst sie fich aber bald wie- Same bet Gesellschaft. ^Derartige Mängel, bie I der erholte. Erfreulicherweise hat sie keine be- ber einiger Aufmerksamkeit zu vermeiden find, 1 deutenden Verletzungen davongetragen. Der j ll?re? ast den ffiefttmtetnbtutf. Herr Bak 0 f I Fahrer selbst kam mit dem Schrecken davon, als Don Manuel gab den Großkaufmann ziem- I Der Anhängewagen ging in Trümmer.
lich konventionell, nur tn den entscheidenden I Darmstadt, 18. Okt. Aus dem Eehaborner Schlußszenen ging et mehr aus fich heraus. Als I Hof bei Weiterstadt find 1000 Haufen Korn Don Ernesto ließ es fich Herr Kober angelegen I verbrannt. Der Schaden ist beträchtlich.
fein, eine ausgeglichene Figur zu schaffen, jedoch I Mainz, 16. Ott. Ein Mann, der glaubt, mit gelang ihm dies nicht vollständig. Sein Spiel I Geld alles machen zu können, der 29jährige war oft sprunghaft, die leidenschaftliche Sprache I Rentner Martin Kröll aus Cleve, wohnhaft in Lberhastig, dazwischen mancher Moment steif. I Eltville, welcher erst wegen fahrlässiger Tötung Einzelne Szenen dagegen waren recht hübsch I in Wiesbaden zu 6 Monaten Gefängnis ver- I und wirkungsvoll. Das Jntriguantenpaar Se- I urteilt wurde, hatte sich heute vor dem Schöffen- I vero und Mercedes, dargesteüt durch Herrn I geeicht wegen zu raschen Fahrens mit seinem Echlottau und Frau v. Jagemann, wat sehr I Automobil zu verantworten. Der Angettagte schablonenhaft. Herr (Sreef als Miguel ent- I fuhr am 31. Mai in rasendem Tempo die sprach dem Charakter bet Rolle, ebenso Frl. I Finther Straße am Krematorium entlang Bon6 als Wirtin. Die Ausstattung des Salons I herab nach dem Binger Schlag unb überfuhr an (durch bie Regie des Herrn Bakof) hätte gern I ber Ecke ber Straße, die nach dem Mainzer vornehmer sein können. Sie war selbst für I Friedhof führt, den stebenjährigen Schüler Eg. Marburger Bühnenverhältnisse einfach. D-B. I Rik. Andres. Das Kind, das nicht mehr aus-
..... ■ I weichen konnte, erlitt schwere Verletzungen am