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Zuserttonsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfg.
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Marburg
Sonnabend, 20. Oktober 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UmvcrsttätS-Ruchbruckerti
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
41. Jahrg.
Rerreste TcLegramme.
Berlin, 18. Okt. Von der Meldung, daß die Ernennung des Geh. Rats Dr. Seitz zum Eou- iierneur non Kamerun rückgängig gemacht vurde und der Geh. Legationsrat Dr. Gleim um Gouverneur von Kamerun ernannt werden oll. ist im Kolonialamt nichts bekannt.
x Berlin, 18. Okt. Der Bundesrat überwies «n seiner heutigen Plenarsitzung die Vorlage, ^betreffend den Entwurf des Gesetzes über dis Vornahme einer Berufs- und Betriebszählung Im Jahre 1907, dem zuständigen Ausschuß.
s Braunschweig, 18. Okt. Der Landtag nahm Beute die Vorlage über die Weiterzahlung des Zuschusses zur Zivilliste an. Die nächste Sitzung Jft am Dienstag mit der Beratung der Vorlage wegen Neuwahl des Regenten. Heute erfolgte harüber eine vertrauliche Besprechung.
i Belgrad, 18. Okt. Von zuständiger Seite wird mitgeteilt, daß die Meldung ausländischer Blätter über den bevorstehenden Abschluß einer Militärkonvention zwischen Serbien und Italien unbegründet sei. Ebenso unbegründet ist die Nachricht eines auswärtigen Blattes betr. .Einführung einer Branntweinsteuer zur Deckung der neuen Anleihe und des Heeres- bedarfs. Die serbische Regierung denkt nicht hn die Einführung irgendwelcher neuen Steuern.
Petersburg, 18. Okt. Den „Central News" Wird aus Petersburg telegraphiert, daß das Urteil in der Verhandlung gegen Admiral Rojestwenskij und die mit ihm angeklagten ^Offiziere verkündet worden ist. Der Admiral wurde freigesprochen; der Kommandant des Kanonenbootes „Lravy" wurde kassiert, ebenso Kapitän Clapier. Zwei andere Offiziere wurden außer Dienst gestellt.
Der Sozialismus in England.
_ # Ueber die Zukunft des Sozialismus in England hat sich ein Mitglied des Kabinetts, Minister Asquith, dahin geäußert, daß er trotz des Aufschwunges» den die sozialistische Bewegung bei den Hauptwahlen im Januar d. I. ge- nommen Ip” timt dieser Erscheinung eine Gefahr Er den StaakBicht zu erblicken vermöge; in kei- jm anderen »er W;li habe der Sozialismus schlechtere AussiÄen< als in England. Diese Auf- fassung hat ihre Berechtigung, als die
. ^Arbeiterpartei trotz ttz; Mandate, die sie im letzten Wahlkampfe gewonnen hat, nach Maßgabe ihres 'Stärleoerhältnisses gegenüber den anderen parlamentarischen Fraktionen auch jetzt noch eine Stellung im Unterhause einnimmt, die sie zur Bedeutungs- und Einflußlosigkeit verurteilt, wenn und solange die staatserhaltenden Parteien aegen die Grundsätze und Bestrebungen der radikalen Gruppe geschlossen Front machen. Mit völliger Gewißheit aber wäre der Entschluß zu einer derartigen Kartellpolitik, wie die Dinge
, g (Nachdruck verboten.)^
Zwei Frank«.
Roman von E. Borchart.
(Fortsetzung.)
i Die Unterhaltung spann sich harmlos weiter, Kis Gräfin Boyneburg endlich wieder heimkehren wollte.
„Darf ich Frau Gräfin meinen Wagen zur Verfügung stellen?" fragte Graf Landegg.
- „Danke, nein, ich gehe lieber zu Fuß." „Aber wenigstens meine Begleitung?" „Diese schon eher," erwiderte Edith launig, -*tt6et nicht weiter als bis zum Landegger. See, das ist Bedingung."
„Gut, ich füge mich ihr."
„Elisabeth, gibst du mir auch ein Stückchen das Geleit?" fragte Edith die Freundin.
„Gewiß, gern," beeilte sich Elisabeth zu versichern, nahm Werner bei der Hand und ging mit ihm voraus. Graf Landegg und Edith folgten nach.
Werner war ein sehr lebhaftes Kind, das beständig lachte und plauderte und durch seine drolligen Bemerkungen Elisabeths ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nahm. Sie verstand es vorzüglich, sich in die Kindesseele hineinzuver- Jetzen, und Kinder fühlen es nur zu leicht, ob emand sie gern hat und wer sie liebt.
< Sie waren schon eine Weile gewandert, als Werners Stimmchen matter als bisher zu Elisabeth scholl:
- „Werner ist so müde, Tante Elisabeth."
„Soll Tante den Jungen tragen?" fragte sie, sich zärtlich zu ihm hinabbeugend.
Statt aller Antwort streckte ihr das Bübchen Heide Arme entgegen.
„Elisabeth “ rief Edith jetzt, „du wirst doch -en schweren Jungen nicht tragen!"
gegenwärtig liegen, wohl nur für den Fall anzunehmen, daß die sozialistische Pattei den gänzlich aussichtslosen Versuch machen sollte, ihre anti- militaristischen Theorien in die Praxis zu übertragen und die Absichten zu Hintertreiben, die innerhalb der Regierung und im Einvernehmen mit der überwältigenden Mehrheit des Parlaments bezüglich der Erhaltung und Verstärkung der Wehrmacht des Landes, insbesondere der maritimen Verteidigungsmittel, bestehen. Auf diesen Fall würde allerdings die Auffassung zutreffen, der Herr Asquith mit der Wendung, „das natürliche Gefühl des Volkes sträube sich dagegen", Ausdruck gegeben haben soll.
Anderseits läßt sich ja nicht bestreiten, daß der Sozialismus in England Boden gewonnen und Fortschritte zu verzeichnen hat, Erfolge, die zum Teil allerdings weniger der sozialistischen Propaganda als der Annäherung der aus den Neuwahlen hervorgegangenen liberalen Mehrheit an das radikale Programm zuzufchreiben sind. Auf dem Gebiet der Wirtschaftspolitik besteht von vornherein eine Uebereinstimmung zwischen Liberalen und Sozialisten, weil beide auf das System des Freihandels schwören und zur Aufrechterhaltung dieses Systems verbunden sind. Im Wahlkampfe haben die Anhänger beider Parteien vielfach Schulter an Schulter gefochten, und die Arbeiterpartei wird nicht leugnen können, daß sie einen Teil der neugewonnenen Mandate der liberalen Wahlhilfe zu verdanken hat. In der Schulvorlage, deren weitere Behandlung voraussichtlich zu einem scharfen Zusammenstoß zwischen den beiden Häusern des Parlaments führen wird, decken sich im großen und ganzen die Ansichten und Wünsche der parlamentarischen Vertreter beider Parteien. In der Trade Disputes Bill, die gleichfalls im Oberhause heftigen Widersprächen begegnen wird, ist die liberale Partei zwar nicht soweit gegangen, die sämtlichen seitens der Arbeiterpartei gefär- derten Amendements gutzuheißen und in den Entwurf aiifzunehmen, sie hat aber doch gegenüber den Forderungen von jener Seite, besonders hinsichtlich der Rechte der Ausständigen gegenüber den Arbeitswilligen, ein sehr weitgehendes Entgegenkommen bewiesen. Zum Ueberfluß hat nun kürzlich noch das Parlamentsmitglied Thomas Butt in einer Wählerver- sammlung in Morpeth die Erklärung abgegeben, daß der groß: Sieg in den allgemeinen Wahlen hauptsächlich durch die Einigkeit der fortschrittlichen Kräfte ermöglicht wurde; in zahlreichen Wahlkreisen hätten Arbeitervettreter und Liberale Hand in Hand gearbeitet. Obwohl die 50 bis 60 Mitglieder der Arbeiterpartei nicht absolut in allen politischen Fragen übereinstimm- ten, würden sie doch unweigerlich und ohne Zögern in allen Fragen zusammenarbeiten, die die Interessen der Arbeitnehmer berühren und Angelegenheiten der allgemeinen Wohlfahrt betreffen, soweit sie im fortschrittlichen Sinne behandelt werden. Unter Bezugnahme auf. die angeblichen Gegensätze und Konflikte zwischen Liberalen und Sozialisten erklärt derselbe Redner, es sei töricht und irrig, Meinungsverschiedenheiten bei denen es sich lediglich um theoretische Differenzen handle, zu verschärfen und den Ver-
uch zu machen, Mißtrauen und Reibungen -wichen beiden Parteien zu schaffen. Man habe behauptet, alles, was in der vorigen Session erreicht sei, sei nur erreicht worden, weil die Arbeiterpartei die Regierung gedrängt habe. Tatsächlich sei aber der Sachverhalt der, baß die Regierung selbst solchen Eifer und Arbeitsdrang entfalte, baß es nicht nötig war, sie anzutreiben.
Unter diesen Umständen von einer völligen Aussichtslosigkeit des Sozialismus in England zu sprechen, dürfte kaum angängig sein. Mit größerem Rechte wird man sagen können, daß es dem englischen Sozialismus an Erfolg nicht fehlen kann, solange der Liberalismus dem Sozialismus in den Wahlkämpfen und bei den gesetzgeberischen Arbeiten Vorspanndienste leistet.
Deutsches Reich.
Berlin, 19. Oktober.
— Seine Majestät der Kaiser hätte gestern vormittag, wie aus Bonn gemeldet wird, den Vortrag des stellvertretenden Chefs des Zivilkabinetts. Nachmittags fuhr der Kaiser um iy2 Uhr im Automobil mit Gefolge auf die rechte Rheinseite nach Altenberg zur Besichtigung des Bergischen Domes. Abends um 8 Uhr fand im Palais Schaumburg Tafel statt, zu der u. a. geladen waren: der Kurator der Universität v. Rottenburg, der Landrat des Kreises Bonn Graf Galen, Prinz Bentheim und der erste Chargierte des Korps Borussia.
— Bei der gestern vorgenommenen Landtagsersatzwahl im Wahlkreise 12 Düsseldorf (Neuß, Grevenbroich, Krefeld-Land) erhielt der Zentrumskandidat, Oberlandesgerichtsrat Wilhelm Marx (Köln) 439, Landrat Brünning (nat.-lib.) 18 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt.
— Die deutschen Reichstagsabgeordneten haben ihre Studien in Japan beendet. Unter anderem wurden noch unter freundlichstem Entgegenkommen des Kriegs -und Marineministers Armee- und Marineeinttchtungen besichtigt. Die Abgeordneten find von der allseitig freundlichen Aufnahme hoch befriedigt und bezeichnen Tokio als Glanzpunkt ihrer Reise.
— Anfang Dezember nimmt der Beirat für Arbeiterstatistik seine Tätigkeit wieder auf, vorerst in den Ausschüssen. Die ersten Sitzungen werden der Arbeitszeit im Binnenschifffahrtsgewerbe (Erlaß vom 22. Juni 1902) und ber Arbeitszeit in Wasch- und Plättanstalten (Erlaß vom 7. Juli 1904) gewidmet sein. Es handelt sich in beiden Ausschußsitz mgen um Feststellung der Ergebnisse der Umfragen bei. den Arbeitgebern und Arbeitnehmern in den betreffenden Gewerben. Die Plenarsitzungen zur Beratung dieser schriftlichen Ergebnisse über die weitere Behandlung der Erhebungen sind für Mitte Januar 1907 in Aussicht genommen. Mitte Dezember d. I. tagt der Ausschuß, welcher sich mit den Ergebnissen der schriftlichen
„Laß mich doch," wehrte Elisabeth, „es macht mir Vergnügen und der Kleine ist müde."
„Ein kleiner Faulpelz ist er, weiter nichts. Setze ihn nur wieder herunter."
„Gib mir das Kind, Elisabeth," sagte jetzt Graf Landegg, der ebenfalls an ihre Seite getreten war.
Werner schlang die Arme fest um Elisabeths Hals, als wollte er sie nicht wieder freigeben. Sie zögerte und machte keine Anstalten, ihrem Manne das Kind zu überlassen, aber zufällig sah sie zu ihm empor und begegnete seinem ernsten, fast gebieterischen Blick. Da wurde sie dunkel- rot, küßte den Kleinen auf das rosige Bäckchen und reichte ihn gleich darauf dem Gatten hin.
„Geh, Herzchen, sei lieb."
Willig ließ sich Werner jetzt von Graf Landegg tragen, ja, er wurde sogar ausgelassen und munter, als dieser ihn einige Male hoch in die Luft fliegen ließ und dann auf seine Schulter setzte.
Am Landegger See verabschiedete sich Gräfin Boyneburg; sie wollte Graf Landeggs fernere Begleitung, die er ihr liebenswürdig angeboten hatte, nicht annehmen. Ehe der Graf den Kleinen auf die Erde setzte, drückte ex ihn an sich, während ein wehmütiges Lächeln über feine Züge flog, und küßte ihn auf die Wange, die auch Elisabeth vorhin mit ihren Lippen berührt hatte.
17. K a p i t e l.
Gräfin Boyneburg war längst im dunklen Tannenwald verschwunden, und beide Gatten standen noch immer auf derselben Stelle und sahen der Gehenden nach. Sie hatten beide nicht daran gedacht, daß sie nun gezwungen waren, den Rückweg zusammen zu machen. „Wir wollen fortan unsere eigenen Wege gehen!" —- diese Wotte des Grafen wurden somit gleich hinfällig.
Einen Augenblick überlegte er, ob er seinen Förster noch aufsuchen könne, dann aber erschien es ihm entgegen aller Ritterlichkeit, seine Gattin den weiten Rückweg allein machen zu lassen.
Auch Elisabeth hatte mit Schrecken erkannt, wozu sie jetzt gezwungen war, aber auch sie sah keinen anderen Ausweg, als in seiner Gesellschaft zu gehen.
Schweigend schritten sie nebeneinander her.
Elisabeths Herz klopfte hörbar. War es nicht wie eine Fügung des Schicksals, daß ihr jetzt die Gelegenheit geboten wurde, von Nora Stein zu sprechen? Sollte sie diese wieder ungenützt vorübergehen lassen?--Fort mit Stolz und
Trotz, und mutig ans Werk! Wenn et nur erst das drückende Schweigen brechen wollte! Sie wartete vergebens, da faßte sie ihren ganzen Mut zusammen:
„Herbert!"
Er wendet den Kopf nach ihr hin und streicht mit beiden Händen seinen Schnurrbart nach oben:
„Was steht zu deinen Diensten?"
Diese kühle, nachlässige Art reizt sie unsagbar, aber sie bezwingt das Gefühl des Verletztseins und will nur an ihre Aufgabe denken.
„Ich wollte — dich etwas fragen"
„Bitte!"
"Ich — möchte eine liebe Freundin — bei mit empfangen," sie stockt und schweigt.
„Nun, und?"
„Und fragen, ob — du es gestattest.
„Welche Frage! Ich sagte dir heute schon einmal, baß du Besuche machen und empfangen kannst nach deinem Belieben. Die Frage wat also unnötig.“
Elisabeth beißt die Zähne auf die Unterlippe vor herbem Schmerz.
„Willst du nicht wenigstens ihren Namen wissen?^
Umfragen bei den Organisationen und Krankenkassen des Fuhtgewerbes zu beschäftigen hat. (Erlaß vom 7. Juni 1902.) Zur Frage der Arbeitszeit ttm Fleischergewerbe kann der betreffende Ausschuß erst zusammentreten, wenn das Gutachten des kaiserlichen Gesundheitsamts vor liegt (Teil 6 der Erhebung). Schließlich fei daran erinnert, daß durch den Beirat für Arbeiterstatistik im Iahte 1906 enbgiltig erledigt wurden die Erhebungen übet die Arbeitsverhältnisse in der Fischindustrie (Erlaß vom 8. Juli 1904) und über die Lohnbücher in der Kleider- und Wäschekonfettion (Erlaß vom 9. Juli 1904).
Deutsche Kolonien.
Ostafrika. Seit dem 1. Septen.!:: ds. Js. ist im Schutzgebiet die vollkommene Trennung der Polizeitruppe von der Schutztrupps durchgeführt. Die Polizeitruppe besteht aus 1500 Mann farbiger Soldaten. Ihr Chef ist der Hauptmann Fonck, der schon seit 1893 in Ostafrika tätig ist und als besonders guter Kennet von Land und Leuten gilt; sein Vertreter ist Hauptmann v. Levetzow. Im übrigen sind nur Unteroffiziere als weiße Chargen bei der Polizeitruppe vorhanden. Die eigentliche Schutz- truppe umfaßt jetzt 15 Kompagnien zu je 159 Mann. Wie der „Köln. Ztg." zufolge verlautet, hat der neue Gouverneur von Rechenberg die von seinem Vorgänger beantragten, in Form des Ergänzungsetats im letzten Jahrs verlangten und vom Reichstage abgelehnten vier neuen Kcmpagnien Schutztruppe für dir Aufrechterhaltung der Ruhe 'm Schutzgebi.re für nicht erforderlich erklärt. Diese Forderung wird daher jedenfalls im neuen Etatsentwuff wohl unberücksichtigt bleiben. Bei der jetzigen starken Polizeitruppe und dem fortwährend-« Vorschieben der Zivilverwaltung wird b«l Schutz truppe für ihre eigentlichen militäriscksij Aufgaben von anbetn Arbeiten so entlastet unv beweglicher gemacht, baß fünfzehn Kompagnienj besonders wenn sie entsprechend ber kriegerischen Bedeutung einzelner Stämme richtig vettei-k werden und an ber Küste ein starkes Expn bitionekorps aus ihnen bereitgehalten wird, für bie Niederwerfung etwaiger aufrührerisch«! Bewegungen völlig ausreichen werden.
Ausland.
Großbritannien. Der Gesamtwert de4 Außenhandels im laufenden Jahre beträgt biß Ende September rund 720 Millionen Lstrh Hält die bisher vorhandene Steigerung an, f4 wird int Jahre 1906 der englische Außenhandel zum ersten Male die Höhe von 1 Milliard, Lstrl. ober 20 Milliarden Mark erreichen bez'vs überschreiten. Dann würbe bas Jahr 19-0) dessen Außenhandel mit einer Steigerung roch
„Nun, wie lautet er?" fragt er gleichgiiltiH 8Utel hat es längst vergessen, was Beate ibn» vor seiner Abreise nach Hohenburg von Nor, Steinburgs Hiersein und einem mittmaßlichel Zusammentreffen mit Elisabeth erzählt hat, uni glaubt, baß letztere irgenb eine tfreunbut er) Berlin zu sich einlaben mochte. Um so udc., raschenber trifft ihn ihre Antwort, bte zögern- unb doch so fest gesprochen wtrb.
„Nora — Steinburg.“ . .
Nora?" schreit er auf. „Nora Steinburg? sagst bu? Woher kennst bu sie?" Seine Stimm Hingt erregt, unb alle Gleichgültigkeit ist au* seinem Wesen geschwunden. i
Ich kenne sie von Berlin her; sie war mii Lehrerin unb Freundin zu gleicher Zeit. J
Richtig — ich hatte es vergessen, aber weigk bu auch, wen bu in beinern Hause empfangen willst?" Seine Augen blitzten sie an.
„Ich weiß es!“ antwortet Elisabeth leise.
"llnb bennoch?" \
Ja. Ich liebe sie. Sie war mir teuer, scholl ehe "ich dich kannte, als ich noch nichts von euren Beziehungen zueinander ahnte._ Soll ich sie nun darum aus meinem Herzen drängen?“
„Nein, du magst ihr deine — Liebe immerhii auch ferner widmen, aber bu mußt einsehen, das unter den obwaltenden Umständen ein Verkehr unmöglich ist." c „
Elisabeth seufzt schwer auf, und Tranen dran- gen sich in ihre Augen. *
„So hassest und verurteilst bu sie noch int mer?" , L _ „
„Kinb, Kind, wer spricht denn von Hassen?, — Du weißt nicht, was bu verlangst!" i
Ein schwerer Atemzug entringt sich seinen Brust, unb er versinkt in finsteres Brüten.
- (Fortsetzung folgt.)