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hoffen, daß sie in unserem Sinne ausfallen wird. I nur über einen für große Schiffe zugänglichen Dann würde es mit den Vorrechten und Mono- Hafen rerfügt, nämlich Venedig, während der
Zweites Blatt
den. Unser Verhältnis muß zu beiden nach großen Gesichtspunkten neugeordnet und festgestellt werden. Da ist die erste Forderung: es muß mit den Eingeborenen anders umgegangen werden als bisher! Der Neger muß im Mittelpunkte unserer Kolonialpolitik stehen. Daß nach juristischem Begriff der Neger nicht Bürger, son- [ dern Untertan des Reiches ist, hat oft zu einer falschen Behandlung des Negers geführt. Man sieht in ihm nur den Untergebenen. Gewiß wird hier und da noch ein militärisches Einschreiten berechtigt sein; aber dann soll man danach trachten, die Neger zu begeisterten Deutschen zu erziehen, wie sie schon begeisterte Engländer und begeisterte Franzosen sind. Das ist gar nicht so schwer zu erreichen. Im allgemeinen erkennt der Neger die Autorität des Weißen willig an; er ist leicht zufrieden, wenn er gerecht behandelt wird, und er ist leicht begeistert, wenn man ihm nett und freundlich entgegenkommt. Der Neger muß voll und ganz sein Recht — nicht politische Freiheit — haben. Man soll ihn im Besitze seines ererbten Grund und Bodens lasten. Mit der Erklärung von Kronland soll man sehr vorsichtig vorgehen. Unsere ganze Politik muß dahin gehen, daß wir die glänzenden Chancen, dir heute noch unsere Kolonien haben, auch richtig ausnützen. Es ist Land genug da, daß jeder auf eigenem Boden sitzen kann, wie einst das deutsche Volk. Gehen wir dann noch mit dem Bau von Eisenbahnen vor, so werden in kurzer Zeit unsere Kolonien einen Handel haben, von dem man sich jetzt nichts träumen läßt. Zum Schluste gedachte der Redner dann noch der Mission, als der großen Kultur- nracht, die für die Entwicklung unserer Schutzgebiete so viel geleistet habe. Er sei viel in der ganzen Welt herumgekommen, habe viele Verbindungen und kenne das Leben sehr gut, und er mäste sagen, es ist richtig, was man im Hannoverschen über die Schulhäuser schreibe: „Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang". So trete er aufs lebhafteste dafür ein. daß man den Negern auch das Christentum nicht vorenthalte. (In vielem werden diese Ausführungen berechtigten Widerspruch Hervorrufen.)
polen in unseren Kolonien aus sein und die herrlichen Länderstrecken ständen wieder dem deutschen Volke zur Verfügung, das jetzt so viel Blut für sie opfert.
Aber ein völliger Systemwechsel ist notwendig! Wir haben hauptsächlich zwei große Werte in unseren Kolonien, die von einander abhängig find: die Eingeborenen'und den Grund und Bo-
Gefechtswert der an Zahl geringeren österreichischen Flotte außer ihrer Bewaffnung, gerin
geren Tiefgangs und größerer Schnelligkeit noch durch die Ueberlegenheit der Operationsbasen erhöht wird, über die sie verfügt."
Großbritannien. Großartige Unsauberkeiten bei der Verfertigung von Fleischwaren und anderen Lebensmitteln werden nun auch in England aufgedeckt. Dr. Newman erklärt in einem Aufsehen erregenden Artikel, daß er in englischen Würsten Dinge entdeckt hat, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit bilden. Andere Aerzte erklären, daß ihnen zahlreiche Vergiftungsfälle vorgekommen find, nachdem die betreffenden Patienten gewiße Würste gegeßen hatten. Ferner wird gemeldet, daß Vüchsenfleisch aller Sorten fast ausschließlich aus Pferdefleisch besteht, ja sogar in Fäulnis übergegangenes Pferdefleisch wird vielfach verwendet. Aeußerst gesundheitsschädlich, ja lebensgefährlich sei der Büchsenlachs, zu dem zumeist faules Material zur Verwendung gelangt. Die Mehrzahl der englischen Geschäftshäuser, die sich mit der Präparierung von Büchsenfleisch und anderer Konserven beschäftigen, seien unglaublich nachläßig in ihren Methoden. Andererseits werde mehr als eine Million Liter Milch im Laufe eines Jahres in England verkauft, die zweifellos gesundheitsschädlich sei. Es sei unmöglich, auch nur entfernt dir Krankheitsfälle zu zählen, die durch giftige Eßwaren verursacht werden. Das Le- bensmittelgesetz bedürfe dringend einer Reform; eine strenge staatliche Kontrolle müße eingeführt werden.
deren älterer Bruder, Graf Wilhelm von Hohenau, als General a la suite des Kaisers einer der elegantesten Kavaliere des Berliner Hofes ist, sind Söhne des Prinzen Albrecht- Vater von Preußen, aus der zweiten (standes- ungleichen) Ehe, die dieser jüngste Bruder Kaiser Wilhelms I. mit dem Fräulein Rosalie von Rauch schloß. Nahe Verwandtschaft verbindet die Familien von Prillwitz und von Waldenburg den Herren von Wildenbruch. Die Prillwitz spielten am Hofe des Kaisers Wilhelm I. eine beträchtliche Nolle. — Frau Georgine von Prillwitz war eine der durch ihr geiellschaftiches Auf- trsten berühmten „drei Schwestern", geborenen Gräfinnen Moltke, stand aber der Gräfin Danckelmann und der Gräfin Perponcher an Reiz der äußeren Erscheinung nach. Ihr Gatte, der Kammcrherr und frühere EaÄe-Kürassier- Osfizier Ludwig von Prillwitz war ein Sohn des Prinzen August von Preußen, Bruders des Prinzen Louis Ferdinand. Und vom Prinzen August stammen auch die in Schlesien begüterten Herren von Waldenburg ab. Die Familie von Jägersfeld, von der ein Zweig in Arkansas in Amerika lebt, haben zum Ahnherrn einen Sohn des Markgrafen Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Schwedt, Georg Wilhelm Jägersfeld, der 1786 den preußischen Adel erhielt. Die in Preußen, Bayern und Oesterreich zahlreich bestehenden Freiherren vott Falkenhausen sehen ibfta Stammvater _ tu dem 1757 verstorbenen
Marburg
^Zrrwoch, 17. Oktober 1906.
Ein Kolonialkaufmann überKolonial- Politik.
Nachdem wir kürzlich die Dr. Petersschen Ausführungen wiedergegeben haben, wollen wir noch eine ander Stimme zu Wort kommen lasten.
Auf dem christlich-sozialen Parteitage in Weimar sprach, wie der „Hannoversche Kurier" berichtet, der bekannte Kolonialkaufmann I. K. Dietor aus Bremen über die nächsten Aufgaben unserer Kolonialpolitik. Er bezeichnete einen völligen Systemwechsel als notwendig und bedauerte,, daß man nicht auf dem praktischen, durch Bismarck eingeschlagenen Wege weiter fortgegangen sei. Freilich schütte man bei der Beurteilung der Kolonialpolitik oft das Kind mit dem Bade aus und vergeße die vielen Beamten und Offiziere, die wirklich etwas daran gesetzt haben, um aus den Kolonien etwas zu machen. Tatsache sei ja, daß ein Mann mit eiserner Faust gefehlt hat. Aber die Regierung, das müsse anerkannt werden, habe viele Fehler schon e^hrnnt und sei auch bemüht gewesen, sie zu beseitigen. In den letzten Jahren habe er aus seinen Reisen auch schon manchen Fortschritt gefunden.
Die weitere Korrektur der begangenen Fehler werde nicht so schwer sein. Der Redner geht besonders auf die Landkonzessionen ein. Deutschland habe seine Kolonien in der Zeit der lieber« Schätzung des Kapitalismus erhalten; da sei kein Geld für die Kolonien zu haben gewesen und. daher habe man sich gegen teure Werte und Konzessionen von englischen und belgischen Gründern einige papierneMillionen geben lassen. Die Konzessionsinhaber aber ließen die Konzessionen ganz unbenutzt, weil man wiße, daß man, ohne i jetnen Finger zu rühren, an deni Wertzuwacks der Konzessionen Millionen verdienen werde. Südwestafrika sei das mineralreichste Land der Welt, aber die de Veers-Kompagnie habe durch erne andere Gesellschaft, der Deutschland un- tzemessene Konzessionen verliehen habe, den ganzen Edelsteinbau brachgelegt, um dadurch die Konkurrenz gegenüber den anderen Edelsteingegenden zu verhindern. An dieser Gründung I der de Beer-Kompanie sollten allein 16 Millio- | nen Mark verdient worden sein. Die Gesellschaften hätten dazu geradezu empörend mit den Ein- I geborenen gewirtschaftet. Wenn die Gesellschaft I ten es so gewollt hätten, dann hätten sie einfach I dekretiert, daß die Bewohner eines Dorfes die I Wohnungen zu räumen hätten, weil dorthin eine Plantage kommen solle. Hätten die Ein- I tzebornsn sich dann geweigert, dann im allge- I meinen das im Interesse der Gebiete seien ein- I fach beschossen worden. Die sämtlichen Kon- I Zessionen der Gesellschaften in unseren Kolonien I bestehen nicht zu Recht (?). Um rechtsgültig Zu. sein, hätten sie vom Kaiser gezeichnet sein I luüßen . Ohne Entschädigung könnten wir I Land und Konzessionen zurückfordern (?). Der I Würde des Reiches würde es freilich mehr ent- I «sprechen, wenn man ihnen das aufgewendete I Geld zurückgibt und nur das Land zurücknimmt, I das lediglich Cpekulationszwecken dienen sollte. I Die Regierung hat das noch nicht gewagt und I Zur Entscheidung bekanntlich eine Kommission I eingesetzt, deren Ergebnis man mit großer Span- I nung entgegensieht. Die Entscheidung wird von I größter Bedeutung sein für das Wohl und Wehe I unserer Schutzgebiete. Heute dürfen wir wohl |
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Ausland.
Italien. Der bekannte Marineschriftfteller Depalma vergleicht im „Mattino" die österreichische und die italienische Marins und sagt: „Es ist wahr, Italien verfügt über 50 Kampft I ßhiffe. Aber von diesen verdienen den Namen in Wirklichkeit nur 17, und von diesen 17 entsprechen nur neun modernen militärischen Anforderungen, da die Typs „Brin" und „Vit- torio Emmanuele" für das Mittelmeer konstruiert sind und sicher nicht die brauchbarsten Schiffe für die Adria darstellen, wo Oesterreich e'ne homogene, ausgezeichnet ausgerüstete, mächtig armierte Flotte mittleren Tonnen- gehälts besitzt. Der außerordentliche Tiefgang vieler italienischer Schiffe ist eine schwere Gefahr für den Krieg in der Adria, wo Italien
Erscheint wöchentlich siebe» mal.
Druck «nd Verlag: Joh. Äug. Koch, Universitäts-Buchdruckers 41. Jahrg.
Marburg, Markt 2L — Telephon ob.
Markgrafen Karl Friedrich Wilhelm zu Vran- ! denburg-Ansbach. Die Freiherren von Stoltzen» - berg sind Abkömmlinge des Markgrafen Hein-! rich von Brandenburg-Schwedt, und die Freiherren von Kotzau verdanken ihren Ursprung dem Bunde des Markgrafen Georg Albert von! Brandsnburg-Culmbach mit Regina Lutz, dem Töchterlein des Amtmanns Johann Peter Lutz^ sie sind jetzt meist in Bayern zu Hause, er« loschen im Mannesstamme ist die Nachkommen« schäft der Gräfin Lichtenau, der Favoritin Friedrich Wilhelms II.; das Grabmal ihres im Kindesalter verstorbenen Sohnes, des Grafen Alexander von der Mark in der Dorotheen« städtischen Kirche zu Berlin, ist eines der vollendetesten Werke von Johann Gottfried Scha« dows Meisterhand; in weiblicher Linie find indessen noch Nachkommen der Gräfin Lichtena» vorhanden und mit den oben erwähnten Grafe» Jugenheim verschmolzen. Früh erlosch auch, wie Zum Schluß erwähnt sein mag, in männlicher Folge eine Familie „von Carlowitz", die der Markgraf Karl zu Brandenburg-Schwedt und eine Regina Wilke begründeten. Der 1744 von Friedrich dem Großen nobilitierte Sohn start finderlos, seine einzige Schwester vermählte sich; einem Grafen Schönburg, dem Adjutanten ihres' markgräflichen Vaters. — Das find, ohne An- spruch auf Vollständigkeit, die lebenden und die verschwundenen Eeitenzweige v« preußischen • Histrigshauses, ~
zollernsprossen gedient. Friedrich der Große nobilitierte einen Sohn des Markgrafen Heinrich Friedrich von Brandenburg-Schwedt 1776 als von „Wildenbruch"; der Nobilitikrte stand als Fähnrich im 1. Bataillon Garde, und das Diplom verzeichnet als den Grund der Auszeichnung den Vermerk: „wegen Diensteifers". Dieser erste Wildenbruch starb ohne Nachkommen. Aber es gibt noch eine Reihe von Familien in Deutschlands die ihre Herkunft auf die Verbindung zur linken Hand eines Mitgliedes der Dynastie Hohenzollern zurückführen. Da sind, um zunächst der morganatischen Ehe zu gedenken, die Grafen von Jugenheim, die vom König Friedrich Wilhelm II. und dem schönen Hoffräulein Amalie Elisabeth von Voß abstammen; und da ist, auf seinem Schlosse Domanze in Schlesien lebend, der 86jährige Graf Gustav E,9tI,?Jankcn6utg, früher deutscher Gesandter in
^er letzte Enkel des Königs Friedrich Wilhelm II. und der Gräfin Sofie Juliane Donhoff, „rs der Monarch sich nach dem Tods der
«n o?J,Wn$eim, dem Beispiele des Land- .grafen Philipp von Hessen folgend, neben seiner remtmaßigen Gemahlin, der Königin, antraucn
, 7er morganatifdjcn Ehe des Prinzen Adalbert von Preußen mit der lieblichen Tänzerin Therese Elsler entsprang nur ein Sohn, ™ ^e .ne„9?utier den freiherrlichen Namen
* P1- ItU0’ und am 12. Juli 1860 unverheiratet starb. Dis Grafen von Hohenau. -
Wisimfchaft, Krmft und Leben.
Die 100. Wiederkehr des Tages, an dem Prinz Louis Ferdinand von Preußen im Vorpostengefechte von Saalfeld den Heldentod fand, gibt Veranlassung, nicht nur der ritterlichen Gestalt dieses Prinzen zu gedenken, den Clause- «itz den „preußischen Nlcibiades" genannt hat, sondern auch daran zu erinnern, daß noch Nachkommen Louis Ferdinands am Leben sind, und daß zu ihnen einer der vortrefflichsten lebenden Dichter Deutschlands, Ernst von Wildenbruch gehört. Der Verbindung des Prinzen Louis Ferdinand mit Henriette Fromm, einem jungen Mädchen aus guter Bürgerfamilie, waren zwei Kinder entsprossen, ein Sohn und eine Tochter Beide nahm nach des Prinzen Tode feine Schwester^ die Fürstin Luise von Radziwill, zu sich, und Friedrich Wilhlem III. verlieh ihnen 1810 den tdligen Namen „von Wildenbruch". Die Tochter, Blanka von Wildenbruch, wurde Hofdame chrer Tante Radziwill. und starb 1887 als Witwe des Majors a. D. Friedrich von Roeder, -^r Sohn, Ludwig von Wildenbruch, war bei fernem 1884 erfolgten Tode preußischer Generalleutnant a. D. und Gesandter in Konstantinopel gewesen; der Dichter der „Quitzows" und der .Haubenlerche" fit sein Sohn. Wildenbruch, ein vut ber Ererfenhagen in Pommern, war Eigen- wm des Prinzen Louis Ferdinand, und hatte Don früher einmal der Benennung eines Hohen-
krafttreten des Gesetzes nicht mehr verliehe«' werden dürfen. Der bei den früheren Vorhand-', lungen vielfach erörterte Gedanke, die Apothskenf zu verstaatlichen oder zu kommunalisieren, ist' in dem Entwurf angeblich ganz unberücksichtigt geblieben. Im wesentlichen soll versucht werden, durch das beabsichtigte Reichsgesetz die gewerbliche Seite des Apothekerwesens zu regeln, alss die Voraussetzungen der Erteilung und des Erlöschens einer Konzession, die Vorbildung des Personals, den Arznei- und Eeheimmittelver- kehr, die Arznei-Taxe.
* Wozu die Zeitung da ist. Der „Rhein. Kurier" schreibt: „Die Auffassung, daß die Zeitung ein großes Amüsements-Institut ist, wird immer allgemeiner. Man will in der Zeitung nicht belehrt, sondern unterhalten sein. Ist noch zudem für die Zeitung auch gar nicht der Mann, sondern die Frau ausschlaggebend, die dem Seriösen in der Politik mit eingeborener Tendenz aus dem Wege geht. Aber auch die Man- ner sind auf dem besten Wege, die Zeitung als papiernes Ueberbrettl anzusehen, als die täglich servierte Variötä-Nummern; wir werden allmählich, ganz amerikanisch. Man glaubt gar nicht, wie der Abscheu vor langen Artikel immer mehr um sich greift, nur nicht studieren, nur nicht ernstlich nachdenken müßen! Von dieser Verflachung des polittschen Geschmacks, von der politischen Denkfaulheit sind alle Kreise angekränkelt."
MarLurfi rmd Umgrgeud.
(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 drS Urheberrechts nur M't der deutlichen Quellenangabe .Oberheff. Ztg.« gestattet!
Merxburg, 16. Oktober.
* Ferien-Ende. Nun haben auch die Herbst- fericn ihr Ende erreicht, und da die wenigen Tage der Ruhe und Erholung infolge des schönen Wetters von Lehrern und Schülern aufs beste ausgsnutzt werden konnten, geht es jetzt mit neuer Kraft und neuem Mute in das Wintersemester hinein, an dessen Schluß der wichtige Oster-Prüfungs-, Versetzungs- oder Entlaßungs- termin winkt.
* Polizeiliches. Der Minister hat, um der Denunziation Schranken zu setzen, an die Polizeibehörden die Anweisung ergehen lassen, in Zukunft auf allen polizeilchen Strafverfügungen Name, Stand und Wohnort des Anzeigenden, sowie die genaue Begründung der begangenen Untat zu verzeichnen,
* Regelung des Apothekerwesens. Im Reichsamt des Innern ist ein Gesetzentwurf über die reichsgcsetzliche Regelung des Apothekerwesens fertig gestellt und wird voraussichtlich in nächster Zeit den Bundesregierungen zur Prüfung übersandt werden. Der Entwurf soll der „Kölnischen Zeitung" zufolge hinsichtlich der Apothskenkonzession auf dem Grundsatz der Per- scnalkonzession stehen, der in Preußen schon seit dem Jahre 1894 zur Durchführung gelangt ist. Die Ablösung der bestehenden Realkonzessionen soll den Landesregierungen überlaßen bleiben, während neue Realkonzessionen nach dem Jn-
* Heber das Holzgeschäft in Hessen-Rassan wird der „Frkf. Ztg." aus Caßel geschrieben: „Die herbstliche Bautätigkeit ist ungeachtet der schwierigen Lage des Hypothekenmarktes nicht allein in den Großstädten bedeutend, sondern auch an allen kleineren Plätzen der Provinz. Der Bedarf des Baumarktes ist denn auch zur Zeit recht umfaßend; die Sägewerke sind lebhaft beschäftigt und sie berichten übereinstimmend, daß die Preise ihrer Erzeugniße abermals etwas anziehen konnten. Im Bretterhandel macht sich gleichfalls einiges Leben bemerkbar, hier konnten indeßen die Verkaufspreise infolge zu großen Angebots nur unbedeutende Aufbesserungen erfahren; in fünfviertelzölligen Fußbodenbrettern bröckelten sogar die Preise weiter ab. Der Platzholzhandel ist augenblicklich lebhaft beschäftigt infolge des drängenden Bedarfs des Baumarktes, sowie der Anforderungen der Möbelindustrie. Dio großen Möbelfabriken find andauernd gut beschäftigt; sie erklären, daß ost nur ein Teil der vorliegenden Bestellungen aufgenommen werden könne. Auch solche Betriebe, die fabrikmäßig Türen, Fenster und Rahmen herstellen, teilen mit, daß der Arbeitsgang zugenommen habe und die Preise fast durchweg eine Aufbesserung erfahren. Die für Bretter geforderten, jetzt aber zumeist nicht bezahlten Preise von M 75—77.50 per Kubikmeter fichtene Stammbohlen 1. Klasse in Stärke von 52 bis 80 mm dürften sich infolgedessen in einigen Wochen bereits einheitlich durchfetzen lassen. Astreine Seiten und Füllungsbretter, ebenso feint breite Zopfbretter tendieren schon jetzt nach oben. Auf dem Laubholzmarkte steht feine milde Eichenware von feiner Struktur und gleichmäßiger Textur im Vordergründe; wirklich feine Sortimente erzielen phantastische Preise und auch sekunda Ware findet zu staunenden Preisen zumeist über 125 per Kubikmeter Abnehmer. Rotbuchen-Stammbretter und Bohlen, sodann gedämpfte Treppenflächen haben guten Markt, die Preise bewegen sich zwischen 52—65 je nach Abmessung, Qualität und Lieferungsmenge per Kubikmeter. Das Geschäft in Erlen und Birkenschnittware geht schleppend." ' i
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg «ad Kirchhain.^
SonntaaSbeUagerAlkrstrtrteS HsnitMshlätt. ■*"