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Marburg

Sonntag, 14. Oktober 1906

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Berlage Joh. Aug. Koch, UniversttSts-Buchdruckerü 41. Jabra.

Marburg, Mar» 2t Telephon 55.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Zweites Blatt.

Die heutige Nummer umfaßt 3 Blätter.

Die Denkwürdigkeiten des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe sind jetzt im Buchhandel erschienen. (Deutsche Berlagsanstalt, Stuttgart, 2 Bände, Preis $0 M, geb. 24 Ui.) Bieten auch die Aufzeich- snungen des dritten Kanzlers wenig sachlich Neues und noch weniger geschichtlich Bedeu­tendes, so werden sie doch durch das Beiwerk 'linb durch fabelhafte Offenheit, mit der Fürst Hohenlohe alles mitteilt, was er gehört, erfah­ren und gemerkt hat, eine starke Ueberraschung Hervorrufen, die des peinlichen Beigeschmacks nicht entbehrt. Ein einigermaßen abgeschlos­senes Urteil ist unter dem frischen Eindrücke der ganzen Veröffentlichung nicht wohl möglich, aber schon heute kann gesagt werden, daß das Urteil des Kaisers, daß die Veröffentlichung im jetzigen Zeitpunkte taktlos und bedenklich sei, durch den Inhalt des gesamten Buches bestätigt wird. Die Erörterungen, die sich daran knüpfen werden und knüpfen müssen, dürften kaum dem Reiche zum Segen gereichen. Wir hegen den aufrichtigen Wunsch, daß sie mit maßvoller Ruhe und leidenschaftsloser Unbefangenheit geführt werden möchten. Das wird allerdings bei der Eigenart mancher Briefe sehr schwierig fein.

1 Der Herausgeber der Denkwürdigkeiten, Präsident des Oberkonflstoriums Augsburger Konfession, Professor Dr. Curtius, ein Sohn des bekannten Historikers, hat den Erinnerungen ein Vorwort Leigegeben, dem wir folgendes entnehmen^

Am 31. März 1901 feierte Fürst Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst, der im Herbst vor­her das Amt des Reichskanzlers niedergelegt hatte, zu Colmar im Hause seines Sohnes seinen Geburtstag. Nach dem festlichen Mahle nahm .er den Unterzeichneten beiseite und überraschte ihn durch die Frage:Wollen Sie mir helfen, meine Memoiren zu schrei­ben?" An diese Frage knüpfte sich eine Unter­redung, in welcher der Fürst mir aussprach, daß 'es sein Wunsch sei, den Rest seines Lebens da- ffür zu verwenden, seine schriftlichen Aufzeich­nungen zu ordnen und deren Veröffentlichung vorzubereiten. Er wollte alle seine Papiere und Akten nach Schillinsfürst schaffen und lud mich ein, ihn im Laufe des Sommers auf einige Wochen dort zu besuchen. Da sollte das Mate-

t (Nachdruck verboten.)

Zischgas tschekate Kuah.

Eine lustige Tiroler Geschichte

von Rudolf Ereinz.

(Schluß.)

'.fKaffee machst an guat'n!" begann der Loisl nach einer Weile.Bist überhaupt a reviari- fches') Madel! Man sicht schon, daß du dci' Ordnung hast!"

Man tuat halt, was man kann und soweit's /van' als a lediger g'freut!" erwiderte die Dirn freundlich.

Freilich, 's Ledigsein hat auch so seine zwoa Eeit'n!" meinte Loisl.'s Viech macht viel Ar­beit. Und wenn's g'rad' amal a Kuah verkau­fen will, muaß a ledig's Madel b'sonders acht geb'n, daß sie nit über die Ohren g'haut wird!"

»Ja, ja, man wird auf Weg und Steg be- Irog'n!" antwortete die Zischga, indem sie einen Abspülfetzen auswand.

Es is unterschiedlich!" meinte der Loisl, in seinem Kaffee löffelnd.I zum Beispiel könnt's nit nber's Herz bringen, a Madel z' betrüag'n, das so alloan in der Welt dasteht!"

Du freilich nit! Du bist halt a braver Mensch, Loisl!" sagte die Dirn mit einer ge­wissen Rührung.

Wir zwoa würden schon über Ort kommens, wenn wir amal an Handel miteinander hätt'n!" meinte der Loisl.Wenn oane a Eüetl so brav im Stand' haltet wia die Zischga, nachher kann man schon Handelseins damit werd'n!"

's Güetl is guat bei'nand'! In Feld und Stall alles in Ordnung! Zwoa Küah im Stall, die Blaß und die Tschekate! Drei Goas und a Mastschwein! Die Acker weißt selber!" erklärte die Zischga.'

*) tüchtiges.

.*) einig werben

rial der Arbeit gesichtet und deren Plan festge- stcllt werden. Für den Fall seines Todes, sagte mir der Fürst, werde sein Sohn, Prinz Alexander, die Verfügung über seinen schriftlichen Nachlaß haben und in die Beziehun­gen zu mir, mit denen er einverstanden sei, ein­treten.

Die Entscheidung über Einzelheiten wu: e auf weitere Besprechungen verschoben, die im Laufe des Sommers stattfinden sollten und die nicht mehr stattgefunden haben. Anfang Juli 1901 berührte der Fürst Colmar noch einmal, als ein Sterbender. Wenige Tage darauf en­dete sein Leben in Ragaz. So war es ihm nicht vergönnt, dis letzte Arbeit, mit der er sein langes und arbeitsreiches Leben abschließen wollte, selbst anzugreifen. Für den Prinzen Alexander und für den Unterzeichneten ergab sich hieraus die V»rpflichtung, den letz­ten Willen des Für st en, soweit möglich, ans zu führen. Freilich Ion te nach dem Scheiden des Fürsten seine Absicht nur in unvollkommener Weise erfüllt werden. Er hatte gehofft, bei Durchsicht seiner Aufzeichnun­gen und Akten seine Erinnerungen zu beleben und so sein eigener Biograph zu werden. Rach seinem Scheiden kann es sich nur darum han­deln, die hinterlassenen Aufzeich­nungen, soweit sie zur Veröffentlichung ge­eignet sind, gemäß dem Willen des Entschlafenen weiteren Kreisen bekannt zu machen.

Seit dem Jahre 1866 hat der Fürst seine Erlebniffe und Eindrücke in fortlaufenden Auf­zeichnungen, die er als seinI o u r n a l" be­zeichnete, niedergelegt. Die Mitteilungen dieses Journals" werden ergänzt dn.rch Konzepte und Abschriften von Berichten und Briefen, die der Fürst ihres autobiographischen Wertes wegen für diesen Zweck zurückgelegt hatte. Wäre es dem Fürsten vergönnt gewesen, die Redaktion seiner Denkwürdigkeiten selbst zu leiten, so würde er vermutlich das Journal und diese Aktenstücke zu einer einheitlichen Darstellung verschmolzen haben. Da dies nicht geschehen ist, mußte der Herausgeber auf eine einheitliche Ge­staltung verzichten. Denn es konnte ihm nicht in den Sinn kommen, den schriftlichen Nachlaß des Fürsten nur als Material für eine Biogra­phie zu verwerten. Eine Biographie gibt im­mer das Bild einer Persönlichkeit, welches die Betrachtung ihres Wirkens in dem Geiste des Verfasiers gestaltet hat. Selbst wenn ich mir daher die Fähigkeit zutraute, eine Biographie des Fürsten zu schreiben, so würde mich der von diesem empfangene Auftrag daran hindern.

Denn dieser ging dahin, daß ich ihm helfen sollte, seine Memoiren zu schreiben. Die größte Zurückhaltung des Herausgebers war die Bedingung für die Erfüllung dieser Aufgabe. Hieraus erklärt sich die Form des vorliegenden

Ah, freilick weiß i's!" sagte der Loisl be­wundernd.B'sonders das Viech is heutzutag' was wert. Die tschekate Kuah is halt schon a bissel alt. Aber siebz'g Gulden is sie alleweil nock wert!"

..Was? Siebz'g Gulden? Bist narrisch?" ereiferte die Dirn.Die Tschekate g'steahtt) noch alleweils Doppelte! Magst nit noch a Schalele Kaffee?"

Der Loisl, der ausgetrunken hatte, gab wie­der mit einem behaglichen Knurren seine Ein­willigung. Das war ja schneller gegangen, als er gehofft hatte. Ja, ja, man muß so einem alten Madel nur a bisiel Köberl kratzen. Dann schaut sie g'schwindherewärts". Er gab etliche tüch­tige Stücke Zucker in die Kaffeesupp'n und meinte nach einer Weile nachdenklich:

's Doppelte is wohl viel g'sagt!"

Da hast du dir dös Viech wohl noch nit g'nau ang'schaut!" erwiderte die Zischga.

Oh, i hab' sie guat g.nua g'sehen beim Trünken! Auf achtz'g Gulden, wenn sie noch recht fleischig is, könnt's einer schon steigern!" meinte der Loisl.

Dös is die Tschekate in'fünf Jahr' noch wert!" ergriff die Zischga die Partei ihrer Kuh.

Der Loisl entschloß sich zu einem großen Trumpf:Wenn einer an Hunderter gab', nach­her zahlet er wohl wia a Graf!"

Naa, naa!" meinte die Dirn.Um Hundert- zwanz'g wär sie noch g'schenft!"

An Zehner würdest schon nachlaff'n!" rief der Loisl.

Auf an Zehner geht's ja schließlich bei so a Schatzung nit z'samm'!" gab die Dirn nach. Dafür is die Blaß ihre zwoahundert wert. Und die Acker sind sonnseitig. Am Häusl fehlt sich nix. Schulden sind koane drauf. A bisiel a Spar- kasiageld is auch da, _ Die ein.? Hälfte g'hörj

') ist wert.

Werks, welche dem, was der Fürst wünschte, so nahe kommt, als dies nach feinem Tode zu er­reichen war. Der Leser steht nur dem Fürsten selbst gegenüber, er hört ihn reden oder betrach­tet die urkundlichen Belege seines Wirkens. Nur was von tatsächlichen Notizen für das Verständ­nis des Gebotenen unentbehrlich schien, ist hin- zugefügt worden."

B.r lasien nunmehr einige wichtige Auszüge aus dem ungeheuren Stoff folgen: 18711888.

Berlin, 12. Mai 1871.

Heute waren die Tribünen des Reichstags ziemlich besetzt, da man wußte, daß Bismarck von Frankfurt zurück sei und dem Reichstag den Abschluß des Friedens mitteilen werde. Bis 2 Uhr war eine langweilige Debatte über das Poftgesetz. Da erschien Bismarck, begrüßt vom ganzen Reichstag. Bald darauf erhob er sich und entschuldigte sich zuerst, die Debattedurch einen heterogenen Gegenstand" zu unterbrechen. Er erzählte, anknüpfend an feine frühere Mit­teilung von der Verzögerung der Verhandlun­gen in Brüsiel, daß er sich entschlosien habe, selbst mit Jules Favre zusammenzukommen, und des­halb nach Frankfurt gereist sei. Dort sei es ihm gelungen, zu Ende zu kommen. Er teilte dann die bekannten Friedensbedingungen mit und schloß, indem er sagte, das sei nach seiner An­sicht ein auf vernünftige Bedingungen gegrün­deter Friede, er hoffe, daß es ein dauernder Friede sein werde und daß die französische Re­gierung die Kraft haben werde, ihn durchzu­führen. Die Ratifikationsfrist läuft am 20. Mat ab. Nachdem kam Bismarck unter die Versam­melten und ließ sich gratulieren. Mir drückte er die Hand. Ich fragte ihn, ob er Schwierigkeiten gehabt hätte, was er bejahte und beisetzte, die französischen Unterhändler seien zuerst sehr schwierig gewesen. Er hat es durch das Gewicht seiner Persönlichkeit durchgesetzt. Es ist dies um so besser, als Moltke und seine Un­tergebenen immer gegen Bismarck räsonnieren und an allem, was er tut, et­was auszusetzen haben. Diese beiden Größen find schwer zu vereinigen, und es ist eines der großen Verdienste des Kaisers, daß er es durch seine taktvolle Liebenswürdigkeit immer zu­stande bringt, diese beiden Herren im richtigen Gleise zu halten. Es ist nicht genug hervorzu­heben, daß gerade die milde Persönlichkeit des Kaisers das größte Verdienst bei den großen Erfolgen hat, welche im vergangenen Jahre er­rungen worden sind. Auch gehört eine große Selbstverleugnung dazu, die Ovationen, welche Bismarck und Moltke erhalten, ohne Neid mit anzusehen. Meine Verehrung für den alten Herrn hat deshalb sehr zugenommen.

ja dem Bruader. Aber es is die andere Hälfte auch noch g'nua!"

Der Loisl horchte gar nicht mehr recht hin was die Dirn erzählte. Jetzt galt es rasch, die Gelegenheit beim Zopf packen.

Alsdann hundertzehne die Tschekate" sagte er.

Ja, unb die Blaß, 's Haus und der Grund", unterbrach ihn die Dirn.

Der Loisl erhob sich:Da könnten wir ja Handelseins werd'n?"

Wann du's halt redlich meinst" Und die Zischga trocknete sich die Hände an ihrem Schurz ab.

Freilich mein' i's redlich!" versicherte der Loisl.I hab' dir's schon g'sagt, daß i's nit über's Herz bringen könnt', a hilfloses Madel zu betrüag'n! Schlag' ein! Es gilt!" Er streckte rhr feine Rechte hin, in die die Zischga kräftig einhieb.

I möcht' mir halt a guate Behandlung aus- bitt'n!" meinte die Dirn.

Ah, da fehlt sich nix!" versicherte der Loisl, der im Geiste schon die tschekate Kuah schlachtete und nach allen Regeln der Kunst zerlegte.Da passiert nix! Dös is g'schwind vorbei! Alsdann können wir's morg'n in der Früah gleich an­gehn!"

Morg'n in der Früah?" rief die Zischga er­staunt.Dös geht ja nit. Was fageten denn b Leut'!" , . , m .

Dös geht doch d' Leut' nrx an! Morg'n tn der Früah iss am g'scheutesten! Js's gleich überstanden!" meinte der Loisl.

1Aber was fallt dir denn ein, Loisl!" sagte jetzt die Dirn ganz verwirrt.Wir müasi'n doch zuerst zum Pfarrer gehn!"

Zum Pfarrer?" fragte der Loisl verständ­nislos.Zu was brauch'n wir denn dazua an Pfarrer?."

Berlin, 31. August 1874.

Gestern wurde ich telegraphisch zum Kaiser nach Babelsberg beschieden. Ich fuhr mit dem Zuge um 12 Uhr. Der Kaiser empfing mich in feinem Schreibzimmer, einem schönen großen Zimmer, das aber, wie dies in gotischen Gebäu­den immer ist, durch allerlei unbequeme Trepp­chen und Eckchen höchst unbehaglich wird. Wir sprachen von Paris, vom König von Bayern und von der Anerkennung Serranos. Der Kai­ser schien sich noch nicht darüber zu beruhigen, daß ihn Bismarck dazu gezwungen hat. Er be­klagte sich, daß Bismarck ihm gleich mit Rücktritt drohe, um seinen Willen durch-, zusetzen, daß das nicht so fortgehen könne. Bis«' marck sei in großer Aufregung, und man wisse gar nicht, wohin er ihn, den Kaiser, noch führen werde. Man müsse jetzt konservativ werden, Bismarck sehe dies selbst ein, aber wie sei dies möglich zu machen, nachdem man schon so weit gegangen sei! Der Kaiser, der glaubte, ich ginge nach Varzin, bat mich, ihm dann Bericht zu erstatten, wie ich Bis­marck gefunden hätte. Ich sagte, ich hätte nicht, die Absicht, ohne Aufforderung von Bismarck nach Varzin zu gehen, was der Kaiser auch bil­ligte. Ich frühstückte dann mit dem Kaiser und der Kaiserin, nachdem ich letztere allein ge­sprochen hatte. Die Kaiserin äußerte sich sehr ungehalten über das Zeitungsgerücht, daß der Kaiser nach Italien gehen solle. Es sei ganz dummes Zeug, der Kaiser könne nicht alles im Stich lassen. Ich dachte mir dabei das meinige, und wie es dem alten Herrn wohl zu gönnen wäre, wenn er einen Winter in einem milden Klima zubrächte. Allein ich hätte durch Wider­spruch nur geschadet und nichts bewirkt.

*

. J.. !

~ r Varzin, 29. September 1876.

Bismarck sprach gestern abend wieder von seiner Absicht, das Amt aufzugeben. Er könne nicht immer die Verantwortung für alles tragen, was geschieht, und doch ohne Mittel sein, sich seine Kollegen selbst zu wählen. Diese arbeiteten ihm entgegen. Namentlich beklagte er sich über Camphausen, der seine, des Fürsten, Reformpläne, im Steuerwesen unberücksichtigt lasse. Eulenburg sei zu schwach, lasse alle alten Oberpräsidenten und habe radikale und reak­tionäre Räte zugleich im Ministerium. Das, könne nicht so fortgehen. Er hätte deshalb schon' längst seinen Abschied verlangt, aber er sehe voraus, daß dann die auswärtigen Angelegen­heiten schlecht gehen würden, da niemand dem Kaiser gegenüber die Macht habe, die er sich er­worben habe. Er habe deshalb daran gedacht^ sich eine Stellung zu bilden, in der er auf dir auswä tigen Angelegenheiten Einfluß üben könne. Wenn der Kaiser ihn zum Eeneral-

Ja, Loisl!" rief, die Zischga entsetzt. ..Bist denn auf oamal a Heid' word'n? Der Pfarrer; muaß doch dabei sein zum Einsegnen!"

Der Pfarrer?" meinte der Loisl.Zum Einsegnen? Dös Viech wird wohl nit verhext fein!

Was für a Viech?" frug die Dirn.

Ja, die tschekate Kuah!" rief der Loisl.

Wer red't denn von bet tschekaten Kuah?« die Zischga. 1

Wir reden doch schon die längste Zeit nq anders als von der tschekaten Kuah!,, der Loisl.

Don der tschekaten Kuah?" die Zischga.

Was denn sonst? Wir sind ja handelsciin worden wegen der Kuah av.k hundertzehn Gul den! Morg'n in aller Früah hol' i's, und da wird sie gleich g'schlag'n!"

Wer?"

Die tschekate Kuah!"

Oh, du Loder, du verdammter!" krenckle die Zischga.Weg'n der tschekaten Kuah sind wir Handelseins worden? Hast nit umadum g'red't vom Eüetl und vom Viech und hast alles haar- kloan wissen müass'n von weg'n dem Heirat'n? Und iatz möcht' er sich auf oamal auf die "tschekate Kuah außired'n, weil's ernst wird! Du Lump, du spottschlechter! Und so einer möcht' a hilf­loses Madel glaub'n mach'n, daß er sie nia be­trüag'n könnt'! Halt' du andere für an Narren, du Lugenbeutel, du höllischer! Metzgertuifl, malefizischer!"

Der Loisl riß zu seiner Rechtfertigung meh­rere Male den Mund auf. Er vermochte aber nicht zu Wort zu kommen.

I will dir außizünd'n, daß b* nimmer einerfindest!" Mit diesen Worten ergriff die Dirn den Kessel mit dem Waschwasser am Herd« Der Loisl wich in einer lmnklen Vorahnung un- willkürlich ein paar Schritte gegen die Kuchel- lür zurück.5 will dir die tschekate Kuah ein» tränken, du Sakra, du datnifcherl"