mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchkain.
Sonntagsbeilage: Allnstrirtes KrmrrtMSMaH.
Erstes Blatt
<3
Marburg
Somtag. 14. Oktober 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck imb Verlag' Joh. Aug. Koch, Umvcrtztäts-Buchdruckeref
Marburg, Markt 2L — Telephon 55.
Deutsche Kolonien.
Südwestafrika. Vom sogenannten Caprivi- zipfel, welchen man nach Durchquerung des Ovambolandes, im nördlichen Südwestafrika, erreicht, ging schon lange die Nachricht, daß dort Kohle vorhanden sei. Jetzt wird bekannt, daß ein bewährter Bergingenieur, welcher zurzeit als Kontrollingenieur der Otavi-Minen- und Eisen- bahngesellschaft die Abnahme der von der Firma A. Koppel, A.-E., fertiggestellten Otavibahn leitet, demnächst im Auftrage eine Expedition
Dettingens Augen hatten, während sie svrach, wie gebannt auf ihrem Antlitz geruht. Als sie nun ergriffen innehielt, nahm er ihre Rechte in seine Hände und preßte sie an sein hochschlagendes Herz:
„Aus Ihnen spricht ein Engel. Gräfin, und ich will versuchen, mich seinem Machtspruch zu fügen. Ja, ich will versuchen, dem einstigen Freunde das Glück zu gönnen, das er besitzt — ich will es ihm nicht rauben, nicht trüben — aber für mich erhoffe ich kein Glück mehr."
„Warum nicht? Ist die einstige Frau Ihres früheren Freundes nicht frei? Lieben Sie s» noch, gehen Sie zu ihr und legen Sie ihr Jhi Herz zu Füßen."
Ich?---Ein Krüppel?---“ fragt,
Dettingen bitter lächelnd zurück.
„Warum gebrauchen Sie immer den häßlichen Ausdruck, der auf Sie kaum paßt, Her» Dettingen? Sie mit Ihrer herrlichen Stimm« dürfen es wagen, noch um die schönste, beste Frau zu werben."
In Dettingens Augen blitzte es auf: „Da; sagen Sie mir, Gräfin Landegg?" rief er, vq? Scham und Reue gepackt.
„Jas" antwortete Elisabeth einfach.
„Und meine Schuld, mein vergiftetes Leben» Darf ich die Geliebte, die Hohe und Reine data» ketten?"
„Die Liebe überbrückt jede Kluft, sie veredell und macht glücklich, sie . . ." Hier stockt Elisa« beth. Was für Worte redete sie da zu einem Fremden? Sie predigte von der Liebe und hatte doch selber die Liebe nicht — sie sprach von Glück und empfand keins. Heiß wallte es in ihr auf. alles Blut drängte sich zum Herzen, ihr Gesicht ward bleich und ein tiefanglücklicher Ausdruck trat in ihre schönen Augen.
Fortsetzung folgt.)
Umschau.
Haftpflichtversicherung der Landwirte.
Bekanntlich besteht seit Einführung des Burger!. Gesetzbuches eins so weitgehende Haftpflicht, daß Versicherungen geradezu eine Notwendigkeit geworden sind. Natürlich sind sehr verschiedene Haftxflichtfälle denkbar. Die Gesellschaften suchen sie möglichst zu scheiden und das Risiko zu verteilen. Das Reichsgericht unterstützt sie in diesem Streben nicht. In einem Urteile vom Anfang Oktober 1906 trägt es sehr weitgehenden Ansprüchen Rechnung. Der Kläger, ein Stellmacher, der auf dem Laude wohnte und einigen Grundbesitz hatte, versicherte sich als „Grundstücksbesitzer" gegen Haftpflicht; ausgeschloffen wurden Unfälle aus gewerblichen und industriellen Anlagen, sowie im landwirtschaftlichen Betrieb. Am 6. Juni 1903 hatte die Tochter des Klägers Häcksel geschnitten und die Maschine stehen lassen, ohne die Sicherheitsoorrichtung cinzuschalten. Ein Knabe des Nachbars machte sich an der Maschine zu schaffen und schnitt sich drei Finger der linken Hand ab. Der Kläger wurde vom Nachbar haftpflichtig gemacht: die beklagte Gesellschaft bestritt aber, versicherungs- pslichtig zu sein, weil der Unfall sich im landwirtschaftlichen Betriebe ereignet habe, zu dem -die Häckselmaschine gehörte. Die Klage wurde vom Landgerichte auch abgewiesen. Das Kammergericht hob das Urteil auf und verurteilte. Die Revision wurde vom Reichsgericht zurückgewiesen. Die Beklagte wußte, daß Kläger ein ländliches Grundstück besaß und daß in solchen Grundstücken, auch wenn sie nicht ausschließlich der Landwirtschaft zu dienen bestimmt sind, etwas Landwirtschaft getrieben wird. Sie wußte ferner, daß eine Häckselmaschine auf dem Grundstück des Klägers stand und konnte nicht im Zweifel fein, daß der Kläger auch dieses Risiko versichern wollte. Die Maschine war ferner dem Kläger, der einige Kühe besaß, unentbehrlich: sie ist deshalb als Zubehör zum Grundstücks gemäß § 93 B.-G.-B. anzusehen. Demzufolge war Kläger, da er als „Grundstücksbesitzer" versichert hatte, auch gegen Haftpflicht gedeckt, dis aus einem Anfall bei der Häckselmaschine entstanden war., Diese Entscheidung ist insofern wichtig, als ein Landwirt, auch dann, wenn er eine besonders Versicherung gegen Haftpflicht als solcher nicht, sondern nur als Grundstücksbesitzer abgeschlossen hat, gegen Unfälle versichert ist, die zwar im landwirtschaftlichen Betrieb sich ereig-
Zur Fleischnot
schreibt die „Frankfurter Zeitung", es sei die bemerkenswerte Tatsache zu verzeichnen, daß nicht !nur Organe des Zentrums, sondern auch konser- »vativ gesinnte Blätter neuerdings, wenn auch s unter allerlei Verklausulierungen, dem Eedan- jken Raum gäben, daß von Staatswegen etwas »gegen die Kalamität der hohen Fleischpreise ge- ischehen müsse. Diese „bemerkenswerte Tatsache" »hätte das Frankfurter demokratische Organ schon hängst „verzeichnen" können. Weder die Landwirte selbst noch deren Freunde haben das Verlangen nach unerträglich hohen Preisen für ihre Erzeugnisse gestellt, noch weniger ist es ihnen erwünscht, sprunghafte Preiserhöhungen eintreten zu sehen. In diesem Sinne hat man sich auch von Seiten der Konservativen schon seit Jahren grundsätzlich geäußert.
Von konservativer Seite ist ferner bereits vor langer Zeit die Forderung gestellt worden, daß von Staats wegen Vorkehrungen getroffen werden möchten, um den preissteigernde Fruk- tifizierungen des neuen Zolltarifs durch den spekulativen Zwischenhandel vorzubeugen. Leider ist in diesem Punkte nichts geschehen, und so haben die Spekulanten mit Unterstützung der freisinnig-demokratischen Presse freie Hand behalten. Ja nicht nur die Blätter der freihändlerischen Richtung haben die Preissteigerungen unterstützt und zum Teil sogar provoziert, sondern auch verschiedene, in ihrer Kurzsichtigkeit große Stadtverwaltungen haben sich daran beteiligt, anstatt pflichtgemäß selbst Schritte zu hin,, um von ihrer Einwohnerschaft die übermäßige Verteuerung fernzuhalten.
Wenn in der Presse der Freihändler und Vieh- ßesro. Fleischspekulanten jetzt die Behauptung verbreitet wird, die jetzige Fleischverteue- rung sei eine Folge des neuen Zolltarifs, so ist das falsch: denn für Zucht-, Zug-, Milch- und Schlachtvieh bestehen bekanntlich seit dem Jahre 1905 andauernd gute Preise, und zwar nicht bloß im Jnlande, sondern auch in weite Teilen des Auslandes, das selbst an Viehmangel leidet und darum seine Ausfuhr nach Deutschland einzu- fchränken gezwungen ist. Wie vor kurzem in feiner Kreisversammlung des Landwirtschaftlichen Vereins von Schwaben und Neuburg Dekonomierat Mühlschlegel darlegte, ist der aus- Dndische Viehmangel dadurch konstatiert worben, daß in den 4 Monaten von März bis Juni : von dem durch d i e neuen Handelsverträge erhöhten Schweineein- Ifuhr-Kontingent lange nicht der vorgesehene Gebrauch gemacht jw u r d e. In den 4 Monaten von März bis »Juni 1906 wurden insgesamt nur 29529 Vtiick Schweine eingeführt, somit um »40471 Stück weniger als gestattet w a r. Mit dem Schlagwort „Oeffnung der 'Grenzen" kommt man also nicht weit, da ja
(Nachdruck beiboten.)] I ich habe noch eine Pflicht zu erfüllen, denn nicht I bäumt gegen das entsetzliche Geschick, das ihn un-
Qta«: I ich allein habe gelitten unter der Verblendung I schuldigerweise betroffen hat und daß ihm dann
-ßlUCl I meines früheren Freundes. Sein Weib, die, I jedes Mittel, welches ihm zur Erreichung einer
Roman von E Borckiart. I ift mein Zeuge, rein wie ein Engel ist, Hal I vielleicht unedlen, aber doch immerhin begreif-
moma.i von c. »or-yarr. _ der Unmensch verstoßen, er hat sich von ihr los- lichen Rachebefriedigung dienen zu können ... 'KorNehung.) i gesagt, und ich habe keine Ahnung, wo sie lebt, I scheint, willkommen ist."
M^weiß nicht, was und ^wieotel Ihnen | wie und ob sie lebt. Jahrelang habe ich mich I „Ich kann Ihnen leider gar kein Urteil über von der ganzen Welt zurückgezogen, ich wußte I das mir Mitgeteilte aussprechen, lieber Herr nicht einmal, daß er sich von ihr hatte scheiden I Dettingen," entgegnete Elisabeth sanft, mir erlassen. Erst nach und nach erwachte ich wie aus I scheint das, was Sie mir gesagt haben, alles so schwerem Traum und erkannte, daß es für mich I ungeheuerlich, daß ich mich darin nicht zurecht noch eine Pflicht zu erfüllen gab, und dies führte I finden kann. Wer kann einen Freund, ein heiß- mich ins Leben zurück!" I geliebtes Weib verurteilen, ohne sie zu hören,
„Ja, aber was hat das alles mit mir zu tun. I und wer kann sich von einem Dritten so beein- Herr Dettingen?" unterbrach ihn Elisabeth, „ich fluffen lassen, daß er geradezu blind und taub finde darin noch immer keine Erklärung für Ihr, I wird für alles bessere Gefühl, für alle Vernunft ich muß Ihnen gestehen, sonderbares Auftreten I und Einsicht — aber eins nur weiß ich, armer mir gegenüber." . I Freund: „Die Rache ist mein" — spricht der
„Ich komme schon dahin, Gräfin, leihen Sie I Herr! — Sie dürfen sich nicht rächen, Herr Oet- mir nur noch wenige Minuten Gehör. Es wird, I tingen. Sie können nicht wissen, ob Ihr Freund es muß Ihnen ja manches unklar bleiben in mei- I nicht schon genug gestraft ist, ob er nicht ebenso nem Benehmen, weil ich gerade Ihnen nicht I schwer gelitten hat wie Sie, ob das Bewußtsein, alles sagen kann; lassen Sie sich daran genügen, I Ihnen Ihr Lebensglück geraubt zu haben, ihn wenn ich Ihnen also gestehe, daß mich gerade die I nicht unglücklich macht! Und dann — der Schein Bekanntschaft mit Ihnen unsagbar erregt und I muß doch gegen Sie gesprochen haben, und Ihr Gefühle aufs neue wachgerufen hat, die ich doch I Freund war durch seine Schwester argwöhnisch mehr erstorben glaubte. Vor allen Dingen ist I gemacht und aufgestachelt worden. Dennoch der Wunsch, mich an dem Vernichter meines I wollte et Sie wohl nicht töten, Sie, den er einst Künstlerdaseins zu rächen, hier wieder lebendig I seinen Freund genannt hatte. Es war ein furcht- in mir geworden, und für kurze Zeit wollte ich I bares Verhängnis, daß der Schuß so unglücklich Sie zum Werkzeug meiner Rächt machen!" I traf. — Nein, Herr Dettingen, ich meine doch, „Mich?" rief Elisabeth entsetzt aus, indem I Sie haben kein Recht, Ihren Freund so durchaus sie aufsprang, „was habe ich mit Ihrem Leben I zu verdammen. Vergeben Sie ihm. Wer weiß, zu tun. I welches mächtige Geschick beide Gatten ausein-
Eräfin Boyneburg von meinem Schicksal erzählt hat," begann letzterer ruhig, „aber alles läßt sich mit einem kurzen Satz sagen und erklären: Sehen Sic mich an, was aus mir geworden ist! Das Wie ist ja das Grauenvolle — hören Sie Fenn, daß ist ein Mann, der sich einst mein bester freund nannte, mich so verwundet hat, daß ich, Lio Sie sehen, nur noch ein verstümmelter Krüp- f'-'I bin. Sie schaudern, aber es wird Ihnen noch »nehr Entsetzen verursachen, wenn ich Ihnen sage, Laß doppelte Eifersucht — auf der einen Seite Unbegründet, denn ich war nicht schuldig — aus )er anderen unberechtigt, denn ich hatte niemandem ein Wort gegeben — die Veranlassung zu ineinem herben Geschick geworden ist. Mein Freund glaubte, ich liebe sein Weib — und seine Schwester, die eine, heimliche Liebe zu mir int Herzen trug — dieses aber mir ganz unbewußt stachelte den Freund gegen mich auf, und so Kurde aus ihm mein schlimmster Feind, denn da fer eine sehr heftige, wenngleich durch und durch fedle Natur war, so duldete er keine Erklärungen, sondern sein Temperament trug den Sieg über jede Regung des Verstandes davon, er forderte mich, ohne mich gehört zu haben, und Sie sehen, toas nach seinem Schuß aus mir geworden ist! Ach! hätte er mich getötet, dann wäre ich einfach ^^96^01(1)1, hinweggeweht gewesen, und alle die I „Ganz richtig, Gräfin, das ist auch mir noch | ander gerissen hat. — Und sollten Sie erfahren S^lan^n entietzlichen Qualen, mit denen ich zur rechten Zeit eingefal/en, und nun sagen Sie daß Ihr früherer Freund vielleicht doch noch ? ? SS “«^«WJeppt habe, waren mir nur. das Eine: daß Äe es begreifen, daß wieder glücklich geworden ist, so gönnen Sie ihm L beblreben So aber verdammte er Sie es vielleicht auch sogar entschuldigen können, sein Glück. Die alte Schuld ist längst verjährt,
eIenb^1,2eB£?.- I wenn ein Mensch, dem man wie mir alles ae- I und darum rate ich Ihnen, versuchen Sie Ihr
Wre ost I raubt hat, was ihm das Leben besitzens- und le- I Unglück mit Würde zu tragen, nur so können Sie
./ßbe ich ihm schon ein Ende machen wollen, aber I benswert gemacht Hatte» sich doch Ktnmlfi Aäfc J Men, noch einmal glücklich zu werden.-.
Vierteljährlicher Bezugspreis- bei der ErpÄtbm 2 Mk,, Jti 241 bei allen Postämtern 2,25 Mk. ^cL Bestellgeld).
” Hnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder seren Raumlö Pfg.
____________________ Neclamcn: die Zeile 30 Pfg.
| Kn unbehindert eingeführt werden I nossenschastliche Diehlieferunneg, wie dies bei- I net haben, aber im Zusammenhänge mit einem
^nnn und Rußland und Oesterreich selbst zu we- I spielswcise vom Landwirtschaftlichen Verbände I Zubehörstück des Grundstücks stehen
mg Schweine produzieren, die holländischen und in Schwaben jetzt schon geschieht zu unter- qitw*wpiwt oes wrunvstuas stehen.
dänischen Zufuhren aber ihrer geringen Menge stützen und mit den Metzgern 'gegen die! . ...
I wegen nicht ausgegeben würden. Sehr bemer- Ringbildungen der Viehgroßhänd- ! 2«« Parteitag der deutsche«
kenswert ist dann auch, daß in Frankreich, I ler vorzugehen. Wenn das Publikum über die! Sozialdemokraten.
I CVtA3/iä$rfi0\e$-UV Ursachen der Fleischverteuerung gehörig | Ein Gesellschaftsbild vom sozialdemokrati-
rAnfHiA.n Roheren l anbwtt t - aufgeklärt wird, dann wird es zweifellos ein sol- | schen Parteitag in Mannheim, das des Jnter- A? Ergehen mit allen Kräften unterstützen, effes nicht ermangelt, zeichnet ein republikani- i’<A r billiger rst als I Allerdings durfte dabei auch die Regierung nicht j fches Batt, die „Neue Zürcher Ztg.": Wir lesen Nieb, b<VtC1i Ve sranzosische untätig bleiben. da: Bei den Genossen ist trotz ihrer Eleich.
SIÄ hL nti?VA energischen ---------- macherei nicht weniger als unter der bürget.
^psLmi also um ' ick ' r/n 8 Ftr Umschau. keme!kba"?wU
NuNton "ßt$r?'h6 » 6e,M,t fcit Btorörung d-- BÜI. SUfte $«üf bm'^Äu’SMtg tonnte
Sreh^ ^ Gesetzbuches eine so weitgehende Haftpflicht, man sodann ganz deutlick drei Hauptgrup-
«tC Versiaierungen geradezu eine Notwendigkeit pen unterscheiden: die A'-demiker ober wissen. 2 ÄkT/ Jt 6es’ .^e<GUr^ Natürlich sind sehr verschiedene | schaftlich Gebildeten: die behäbigen Siebermän.
2 erklärte, Hastp lichisalle denkbar. Die Gesellschaften su- net, bie ihr Schäflein im Trocknen haben: die
"I.^uach, die Viehpreise bis zur Unerschwing- chen sie möglichst zu scheiden imb bas Risiko zu eigentlichen Arbeiter. In gleicher Weise unter.
LlL'ia tfcc\ [on5?ern deren Haupt- verteilen. Das Reichsgericht unterstützt sie in schieben sich auch bie Damen. Die Arbeitet
S ^tin' V eine gewiße Gleich- diesem Streben nicht. In einem Urteile vom machten ehrfurchtsvoll Platz, wenn Herr Bebel
S™ der Tierzucht und damit eine Sie- Anfang Oitober 1996 trägt es sehr weitgehenden ! mit seinem Stabe daherkam, und während die
Xfl1 ^^ehpreisen herveigefuhrt werde. I Ansprüchen Rechnung. Der Kläger, ein Stell- | gewöhnlichen Frauen in der Schloßrestauration
Un<n f J)m3uwirfen^fein, bag unange- I machet der auf bem Lande wohnte und einigen | zwischen den Arbeitern und Biedermännern Jtei0rIun8ln ^C5 Schlachtviehs Erundbesitz hatte, versicherte sich als „Grund- j herumsaßen, hatten sich die weiblichen Kory- ^Erden, so muß andererseits dis Ta.- I stucksbesttzer gegen Haftpflicht; ausgeschlossen | phäen auf reservierte Plätze zurückgezogen. Die
KL ^^^."N!ugen.verloren werden, baß wurden Unfälle aus gewerblicheii und industriel- Schönheiten, an denen es nicht fehlte, ließen
b « Mehverteurer ist und len Anlagen, sowie im landwirtschaftlichen Be- sich wie ihre bürgerlichen Schwestern umschwär-
^"bros-Pxeisbildiing für I trieb. Am 6. ^uni 1903 hatte die Tochter des I men und huldigen. Nur eine, eine wahre Juno-
o'eum gar! -einen Einfluß hat. I Klagers Häcksel geschnitten und bie Maschine | gestalt, hielt sich in abweisender Zurückgezogen-
. Recht wies vielmehr der genannte land- I stehen lassen, ohne bie Sicherheitsvorrichtung | beit. (Vielleicht Lilly Braun, die so stolz auf wirtschaftliche Sachverständige daraus hin, baß cinzuschalten. Ein Knabe bes Nachbars machte I ihren „Ahnen" Jerome Napoleon ist? D. Red.)
Teil der oleiichverteuerung auf dem sich au,der Maschine zu schaffen und schnitt sich I Was besonders auffiel, ist bie Tatsache, baß aus
Wege vom „kleinen Schmuser auf dem Lande I drei Finger der linken Hand ab. Der Kläger j den Tischen bes von Hunderten von Genossen be-
Eroschandler in der. S»adi entstehe. wurde vom Nachbar haftpflichtig gemacht; die | lauerten Nestaurationsgarten weit, weit mehr S>ier.-.ii aber komme noch, daß bie Fleischmarkte I behagte Gesellschaft bestritt aber, verstcherungs- | Kaffee- und Teetaffen als Bier- oder Wein-
S °dte oft von wenigen Eroßftrmen be- pflichtig zu fein, weil der Unfall sich im land- aläser zu sehen waren, unter den Genossen sich
H* be<m Metzger die Preise d:k- wirtschaftlicheii Betriebe ereignet habe, zu dem | somit viele Alkoholgegner befinden; allerdings
2 kann das Fleisch nicht -bie Häckselmaschine gehörte. Die Klage wurde | hatten die „Biedermänner" sich sehr frühzeitig
npffon91 m Zum Selbstkostenpreise ab- vom Landgerichte auch abgewiesen. Das Kam- I in die Restaurationen der Stadt, insbesondere ^eder Eeweroetreibcnde I mergericht hob das Urteil auf und verurteilte. | in den trinkfesten „Perkes", zurückgezogen und
zu verdienen. Drc Revision würbe vom Reicksgericht zurück- | abends kam bei dem Bankett in der Stadtball«
rrntsLn e l mirö Ulfo Nicht I gewiesen. Die Beklagte wußte, daß Kläger ein ! auch Eambrinus noch ordentlich auf feine Rech-
Lande oder vom Metzger ^ndliwes Grundstück besaß und daß in solchen nung. Sieht man sich diese Leute an, so kann
sL°A?„e-r t, tsachlich auf l Grundstücken, auch wenn sie nicht ausschließlich ! man sich nur darüber wundern, wie sie oft so
hfn ™ wuV ,5?" fccr ^Udwirtschaft ZU dienen bestimmt sind, et- | blutrünstige Reden Über den Staat und bie
b lx- ^ttS fut draktlken was Landwirtschait getrieben wirb. Sie wußte | bürgerliche Gesellschaft verüben, in beten
bieft anwenben um die Preise unangemessen in ferner baß eine Häckselmaschine auf dem Grund- Schutz und Gemeinschaft sie sich äugen-
tret-6s"’ '1e^-baIÖU5 Erst stuck bes Klägers stand und konnte nicht im | sch einlich wohl und behaglich befinden.
trot des „Viehmangels" — von 2180 Stück Großvieh .1 Stück auswärtigen, b. h. nichtbayerischen - änblern überlassen wurden. Die Münchner Metzger und Gastwirte, bie gegen diese Preistreibereien geschlossen vorzugehen, übereingekommen sind, befinden sich also auf dem allein richtigen Wege, und es kann nur gewünscht werden, daß dieses Vorgehen allerorts Nachahmung finden möchte. Aber auch ein anderer Vorschlag des Oekonomierats Mühlschlegel ist sehr beachtenswert, nämlich dieser: In Fällen von Preistreiberei erwächst den Landwirten die Pflicht, die Metzger durch direkte ge=