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Marburg

Sonntag, 14. Oktober 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Berlage Joh. A«g. Koch, UniversitätS-Buchdruckerel

Marburg, Markt 2L Telephon 55.

41. Jahrg.

Drittes Blatt.

Neueste Telegramme.

Berlin, 13. Okt. Der bisherige Komman- .deur der 25. Erotzherzogl. Hessischen Division, (Generalleutnant Freiherr von Gall ist zum Gouverneur der Festung Köln ernannt und Ge­neralmajor von Strantz, bisher Kommandeur «der 2. Eardeinfanterie-Brigade, mit der Füh- ftung der 25. Division beauftragt worden. '* Madrid, 12. Okt. Fünf Bischöfe der Diözese Burgos haben an die Regierung ein Schreiben gerichtet, in dem sie heftig gegen den Liberalis­mus Widerspruch erheben und feststellen, daß man den bürgerlichen Gesetzen den Gehorsam verweigern müsie, sobald sie im Widerspruch mit den Rechten der Kirche sich befinden. (Die Bi­schöfe sind von mittelalterlichen Anschauungen befangen). Auch der Bischof von Tuy erklärt, daß seine Erklärungen keineswegs einen Wider­ruf enthalten.

Petersburg, 12. Okt. Die hiesige persische Cesandschaft erhielt die Nachricht aus Teheran, daß der Gesundheitszustand des Schahs die höchsten Bedenken verursacht. Der Schah hat bereits selbst seinen Nachfolger bestimmt.

Washington, 12. Okt. Bei dem Festmahle der Veteranen aus dem spanisch-amerikanischen Kriege hielt Marinesekretär Bonaparte eine An­sprache, in welcher er betonte, daß die beständige Bereitschaft das beste Mittel zur Sicherung des Friedens sei. Der Redner führte aus, man solle beim Anblick der mächtigen Schiffe, die aus allen Teilen der Erde nach Newyork kommen, daran denken, dah diese Schiffe such durch die Völker, von denen sie Herkommen, dazu verwen­det werden können, um innerhalb eines Zeit­raums von 14 Tagen eine Brigade von Truppen an die Küsten von Amerika zu befördern, wenn es die Not erfordere.

Jena.

Hundert Jahre sind vergangen, seit unter des korsischen Eroberers gewaltigem Anstürme der preußische Staat jäh zusammenbrach. Noch einmal durchleben wir jene Langen Tage und prüfen sie auf ihre Ursachen wie auf ihre betrü­benden und ihre heilsamen Folgen. Wir denken zurück an jene Zeit, da sich der Mißmut des preußischen Volkes, desien Bestrebungen zur Bil­dung eines norddeutschen Bundes durch Na­poleon regelmäßig durchkreuzt wurden, immer reichlicher anhäufte und da das unter Friedrich dem Großen sieggewohnte Land das letzte Mittel sich des unbequemen Uebergewichtes des Korsen zu entledigen, im Schwerte erblicken mußte. Wir sehen die Truppen dem Feinde entgegeneilen,

Ans der Frauenwelt und für die Frauen. ^MßMbeth Krukenberg,Ueber das Einlagen der Frauen in männliche Berufe",

Baedecker, Essen-Ruhr. Preis 60

Für den, der die Entwickelung der heutigen Frauenbewegung verfolgt, ist es von großem Interesse zu beobachten, wie sie sich in den ver- Medenartigen Individualitäten ihrer Spreche­rinnen, vom äußersten linken bis zum äußersten rechten Flügel, darstellt. Frau Krukenberg scheint mir etwa in der Mitte zu stehen. Bei entschiedener Betonung der Forderungen der modernen Frauenbewegung bewahrt sich die feingebildete Frau einen objektiven, klar ab­wägenden Standpunkt innerhalb bet Flut von Fragen und Problemen, die wohl keinen, der mit seiner Zeit leben will, kalt lasten, über die aber nicht jeder aus eigener Kraft zu einem sicheren, begründeten Urteil gelangen kann, und bie eben barum für viele etwas Beunruhigenbes haben. Zubern hat Frau Krukenberg ein ganz besonders feines Empfinden für das, was unter den veränderten sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen, die das Leben der Frau in der Gegenwart bestimmen, der weiblichen Eigenart gemäß ist. Für die Bedingungen, unter denen sie sich nicht nur selbst harmonisch entwickeln, sondern auch für Staat und Gesellschaft etwas zu leisten vermag, das durch keine noch so ent­wickelte Männerarbeit zu ersetzen ist. Wenn also Frau Krukenberg zu irgend einer Frage das Wort ergreift, so ist es immer der Mühe wert, sie anzuhören. Für uns Frauen zunächst. Denn immer noch darf die Klage nicht ver­stummen, daß die hartnäckigsten Feinde der Mcsuenbewegun- unter den unselbständigen,

beklagen ihren ersten Mißerfolg bei Saalfeld und durchleben das maßlose Entsetzen, das bie Kunbe von ben entscheibenben Niederlagen bei Jena und Auerstädt im ganzen Lande hervor­rief und das die weiteren Unglücksbotschaften des an herben Enttäuschungen so reichen Krieges allein schon verständlich machte. Kampf- und rühmlos ergaben sich die meisten Festungen, Na­poleon konnte seinen Einzug in Berlin halten und was Jena und Auerstädt vorbereiteten, vol­lendeten die Niederlagen bei Pr.-Eylau und Friedland, bis der schimpfliche Frieden von Til­sit dem Trauerspiele ein Ende schuf und das Wort bestätigte, das Napoleon schon 1805, als das Korps Bernadotte das neutrale preußische Ansbach durchzogen hatte, höhnisch ausrief: Preußen ist, was es auch sagen mag, in die Reihe der Mächte zweiten Ranges hinabge­sunken."

Was war der Grund, daß der Staat, den der große König solange auf den lichten Höhen kriegerischen Ruhmes geführt hatte, die Schmach von Jena und Auerstädt auf sich nehmen mußte?. Nach den opferreichen Kriegen Friedrichs II. lechzte Preußen geradezu nach einem wirtschaft­lichen Aufschwünge und so dachte alles nur an die eigne Bereicherung, nicht aber auch an die Pflichten gegen den Staat, und so zog ein geistiger und sittlicher Verfall in immer weitere Kreise ein. Schließlich wurde auch das Heer und insbesondere das Offizierkorps von diesem ver­derblichen Zeitgeiste nicht verschont, wenn auch das Offizierkorps am Unglücke von Jena sicher­lich nicht allein schuld war. Unverkennbar aber war, daß Preußens Stolz zu seiner Kraft nicht im richtigen Verhältnisse stand. Erwägt man nun noch, daß der geniale Korse sich einer über­legenen Strategie rühmen konnte, und die Ueberzeugung von der belle Campagne nicht nur in sich trug, sondern auch seinem Heere ein­zuflößen verstand, dann ist es schließlich nicht allzu auffällig, daß der morsche Baum unter den wuchtigen Schlägen von Jena und Auerstädt zu Boden stürzte.

Auch der glühendste Patriot kann sich des Riesenelends, das das Geschick dem Preußenland vor hundert Jahren bescherte, ohne jedes Be­schönigen erinnern, um so eher als gerade die damalige Zeit lehrt, daß für unser Vaterland die tiefste Schmach immer nur Anlaß und Aus­gangspunkt zu geistiger und sittlicher Erneue­rung war. Je schmerzlicher man die Kette von Unglücksfällen empfindet, bei denen in Preußen nach des Dichters Wort niemand ohne Tadel war, um so mehr kann man sich der Niesen des Gedankens, des Wollens und Könnens freuen, die das schwergeprüfte Land wieder einer besse­ren Zeit entgegenführte. Es fanden sich, wie Treitschke sagt, das alte, harte, kriegerische Preußentum und die Gedankenfülle der moder­nen Bildung endlich zusammen und sicherten dem Lande ein schnelles Wiedererstarken. Diese

nur auf Männerurteil hörenden, noch mehr aber unter densatten, wohlgeborgenen Frauen" zu suchen sind. Doch es ist schon ost gesagt, die Frauenfrage sei eigentlich eine Männerfrage. Und so wendet sich das Schriftchen gleich sehr an den Mann. Ich möchte nament­lich diejenigen, welche etwas zu sagen haben in Staat und Gemeinde, herzlich bitten, nicht daran vorüber zu gehen.

Wird auch die Zahl der Männer, die von der Notwendigkeit der Frauenbewegung, von der Gerechtigkeit ihrer Forderungen überzeugt sind, immer größer, so gibt es doch wohl wenige, die sich des Gruselns erwehren können, wenn von dem Eindringen der Frauen in männliche Berufe die Rede ist. Und in der Tat haben sie so unrecht nicht, ihre Sorge ist berechtigt. Zwar darf der BegriffMännliche Berufe" nicht so aufgefaßt werden, als müßten alle Be­rufe, die bis dahin ausschließlich von Männern ausgeübt wurden, immer und für alle Zeit dem Manne aufbehalten bleiben. Privilegien schar­fen dadurch, daß man von vornherein ganze Menschenklasien, sei cs ihres Geschlechts wegen ober aus anberen Erünben, von bestimmten Be­rufen ausschließt, heißt nur ber Mittelmäßigkeit golbene Brücken bauen. Wo immer es sich um bas Ersitzen minberroertiger Kräfte durch tüch­tigere, leistungsfähigere hanbelt, kann man von gefunbem Fortschritt sprechen, auch wenn ein­zelne barunter leiben muffen. Allein wo bie Frauenarbeit Männerarbeit ersetzt, ist bas Ausnahmen abgerechnet leiber nicht ber Fall. Es treten dabei Nebenerscheinungen unerfreu­lichster Art hervor:Die Frau konkur­riert eigentlich nicht mit dem Manne, sie unterbietet ihn", wie Frau Enauck-

mehrfach erprobte Möglichkeit einer baldigen Wiedergesundung gibt uns auch jetzt das Recht, an der Zukunft des Deutschen Reiches nicht zu verzweifeln, soviel auch heute wieder am Marke unserer Volkskraft nagt und so hohe Wogen auch unter dem Einflüsse einer staatsfeindlichen Par­tei die Unzufriedenheit namentlich in den Groß­städten und Jndustriebezirken schlagen mag. So gemahnt uns der Tag von Jena zu ernster Ein­kehr und zu rastloser Arbeit zwecks Starkerhal­tung und Erneuerung des Vaterlandes, damit Preußens Geschichte nie wieder einen solchen schwarzen Tag zu verzeichnen habe.

Zur Regelung der Thronfolgefrage in Braunschweig.

Zur weiteren Entwickelung der braun­schweigischen Frage wird demB. T." von an­geblich unterrichteter Seite geschrieben:Nach dem Regentschaftsgesetz und nach der überein­stimmenden Auslegung, bie besten Bestimmun­gen sowohl burch bas braunschweigische Mini­sterium, als auch burch bie Justizkommission bcs Sanbtages gefunben hat, hätte sofort nach dem Ableben des Prinzen Albrecht ganz gleich, ob man bei einem Provisorium verharrte ober ein Definitivum schaffen wollte ein neuer Regent gewählt werden müssen. Da dieses bisher nicht geschehen ist, so liegt streng genommen ein Verstoß gegen das Regentschaftsgesetz vor. Man hat darüber hinweggesehen, weil man auf bie in ber bekannten Entschließung bes braunschweigi­schen Canbtage zutage getretene Stimmung bet braunschweigischen Bevölkerung Rücksicht nehmen wollte. Diese Rücksicht bürste auch ferner ge­übt werben, unb es ist bähet anzunebmen, baß bet Regentsckmftsrat bent Landtage nicht sofort nach besten Wieberzusammentritt bie Wahl eines Regenten vorschlagen wirb, sondern baß er sich einstweilen bamit begnügen wirb, bem Landtage ben in ber Thronfolgeangelegenheit bisher ge­pflogenen Schriftwechsel vorzulegen unb bie An­sicht ber ßanbtagsmitglieber dazu entgegenzu­nehmen."

Braunschweig, 13. Okt. Der Herzog von Cumberland richtete unter bem 9. Oktober ein Schreiben an das braunschweigische Ministerium worin er bedauert, daß der Kaiser sich außer stände erklärt habe, seiner Bitte näher zu treten. Die zur Ablehnung feines Vorschlages vorge­brachten Gründe könne er in keiner Richtung an­erkennen: denn durch die vorgeschlagene Neu­regelung der Negierungsverhältniffe im Herzog­tum habe sich doch die Rechts- und Sachlage we­sentlich geändert. Ganz unerklärlich sei ihm, in­wiefern die Regierungsübernahme seines jüng­sten Sohnes in Braunschweig die Interessen des deutschen Reiches gefährden könne. Der Bundes- ratsbesihluß von 1885 sei doch nur gegen ihn, nicht aber gegen seine Familienmitglieder ge­richtet.

Kühne a. a. O. feststellt. Neben der Tatsache aber, daß bie Frau als Lohnbrückerin auftritt, steht bie andere, daß die Frauenarbeit zu- nehmen und sich ausbreiten mutz. Das Warum" ist nach allen Richtungen oftmals er­örtert und kann hier nicht weiter untersucht werden genug, man hat damit zu rechnen, (Vergl. auch Fr. Naumann, Neudeutsche Wirt­schaftspolitik, Buchverl. d. HilfeDer Lebens­bereich der Frau".) Es ist leicht, sich mit hohen Worten von der Würde und Aufgabe der Frau zu berauschen unb babei zu vergessen, wie viel bittere Not sie hinauszwingt aus dem Frieden des Hauses auf den Markt des Lebens.

Frau Krukenberg tritt nun in ihrer Studie der Frage näher,ob es überhaupt möglich ist, die immer weiter vordringende Frauen­arbeit zu regeln und einzudämmen, damit die Gesamtheit nicht leide unter der Zunahme be­rufstätiger Frauen" und sie will prüfen, in welcher Weise die berechtigte Sorge des Mannes, daß Frauen auf immer mehr Plätzen Männer verdrängen, in etwas wenigstens verringert werden kaum Sie erörtert die Frage hauptsächlich nach zwei Richtungen.

Wenn die Frau Lohnbrückerin ist, d. h. wenn sie, sei es aus Not, sei es aus Unerfahren­heit ober Gedankenlosigkeit ihre Arbeit um je- ben Preis verkauft, so bedeutet bas für ben Mann einen Schaden, ber ihm um so fühlbarer ist, als er sich in Zahlen unb Prozenten aus­drücken läßt. Demgegenüber erweist sich die Praxis, der Frau die Wege zu einer der männ­lichen völlig gleichwertigen beruflichen Ausbil­dung zu erschweren, als verfehlt. Es ist kurz­sichtig. wenn Staat und Kommunen sich gleich-

Zur Lage in Rußland.

Moskau, 12. Okt. Die hiesige Monarchisten­partei sandte gestern an den König von Eng- land ein Telegramm mit dem Ausdruck der Zu­versicht, daß weder der König noch das englische Volk eine ausländische Abordnung, welche König und Volk beleidigen müßte, auf englisches Gebi " zulassen würden. Die angekündigte englische Deputation wolle aber vor Gericht gestellte Aus riihrer gegen den selbstherrlichen Kaiser begrüßen Darin erblickten die Russen Moskaus eine Beleb bigung bes ganzen russischen Volkes. Die Mo» narchistenpartei gebe sich bet Hoffnung hin, daß König Ebuarb einer solchen Beleibigung vorbeu­gen unb seine Antipathie gegen bie Entsenbung einer Deputation ausdrücken werde, welche Feindschaft zwischen dem englischen und russischen Volke säen könne, da die Abordnung offenbar den Zweck habe, Feinde des Kaisers und Ruß­lands zur Fortsetzung ihre frevelhaften Tattg» kett zu ermuntern. In einem Brief an den eng­lischen Konsul weist die Monarchistenpartei bau auf hin, baff sie stets bereit sei, Konflikten vor- zubeugen, boch werbe es ihr schwer fallen, ben Unwillen bes Volkes zurückzuhalten, wenn die englische Aborbnung nach Moskau komme. (Dre englische Deputation hat bereits vor zwei Tagen beschlossen, nicht nach Moskau zu kommen.)

Moskau, 12. Ott. (W. B.) Heute Abend faßte ber Gtabtrat in einer stürmischen Sitzung mit starker Majorität folgenben Beschluß: An­gesichts ber Möglichkeit eines Vorschlages, an bem Empfangs ber englischen Deputation teil- zunehmen, welche ben Mitgliebern ber Exdumo eine Abreffe überbringen soll, unb in ber Er­kenntnis, baff ein solcher Akt bas Nationalgefühl beleibigen würbe, beauftragen wir ben Bürger­meister, im Namen bes Stabtratcs eine Ern- labung zur Teilnahme an bem Empfange abzu- lehnen. .

Noskow am Don, 12. Okt. (W. B.) Heut« wurden die Geschäftsräume der Firma Friedberg Überfällen und beraubt. Sechs Räuber wurden auf frischer Tat festgenommen, ein siebenter ent­kam mit 6180 Rubeln, die drei in ben Geschäfts­räumen anwesenben Fremden abgenommen wor­den waren. Ein Angestellter wurde bei bem Uebcrfall verwundet. Die Menge wollte die fest, genommenen Räuber lynchen, wurde daran aber von der Polizei gehindert.

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Deutsches Reich.

Berlin, 13. Ott.

Seine Majestät der Kaiser hat sich gestern von Berlin im Automobil nach Hubertusstock begeben. Am Montag Mittag trifft der Kaiser von Schloß Friedrichshof bei Gronberg kom­mend, um 12% Uhr mittags im Sonderzuge aus Hügel ein zur Teilnahme an den Hochzeitsfeier­lichkeiten in der Familie Krupp.

Einen neuenbedeutenden" Fortschritt hat dieliberale Einigung" gemacht. In West­falen haben die Freisinnige Volkspartei und dir Freisinnige Vereinigung den lange angestrebten

gültig oder gar ablehnend dagegen verhalten, den Fortbildungsschulzwang auf Mädchen au5= zudehnen. Denn je weniger Mühe unb Geld bas Mäbchen auf seine Ausbildung verwendet hat»! um so leichter nimmt es mit jedem Lohn vorlieb,- ber ihm geboten wird. Die von bet Frauen­bewegung erhobene Forderung einer gleichen Berufsausbildung für Männer unb Frauen, ist zugleich ein wesentliches Mittel, jene Schade.i, von benen eben bie Rebe war, zu milbetn.Der Wettbewerb mit der tüchtigeren Kraft hebt, einen Stand unb Beruf burch Schaffung einer guten Auslese auf eine höhere Stufe". Unter-' bietung zieht ihn stets herab. Ebenso kurzsichtig und verfehlt ist es, bie Frau, selbst bei gleichen Leistungen so viel geringer zu entlohnen, als ben Mann. Gleiche Ausbildung unb sofern sie gleiche Leistungen hervoröringt gleicher Lohn. Das sichert ber tüchtigsten Kraft, ob Mann ober Frau, ben besten Arbeitsplatz und ber Mann wirb nicht burch bie unzuläng­lichere, weil billigere ber Frau aus bem seinen verbrängt.

Es.wird zwar meist geltend gemacht, die Frau stehe anders zum Beruf als der Mann, der größte Teil ber Frauen scheide burch bie Ehe aus dem Berufsleben aus. Das ist zwar an sich richtig, aber ber Schluff, ber daraus gezogen wird: deshalb braucht sie nicht dieselbe Berufs­bildung. wie ber Mann, ist falsch. Wären wir nicht solche Sklaven ber Gewohnheit, so würden wir einsehen, baff cs vielmehr heißen müßte: Die Frau hat eben bie schwerere Ausgabe; sie, wirb burch Ehe und Fortpflanzung am meistem unb am dauerndsten belastet") Unzählige müfN sen während der Ehe erwerben; stehen als Witq wen vor der Notwendigkeit, sich «nb und ihre»