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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Vierteljährlicher Bezugspreis: btt ver ErpÄ>ition 2 äto, bet allm Postämtern 2,25 Mk, ^cL Bestellgeld).
JnserttonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 1b Pfg.
Reelamen: die Zeile 30 Pfg.
Marburg
Sonnabend 13. Oktober 1906.
Erscheint wöchentlich fiebert mal.
Druck und Verlag' Joh. Slug. Koch, UntverfttätS-Buchdruckerei
Marburg, Mwckt 21. — Telephon 55.
41. Jahrg.
Neueße Telegramme.
Berlin. 12. Oktober. Der sozialdemokratische Parteivorstand beschloß dem „Vorwärts" zufolge, Her Fraktion zu empfehlen, sofort nach Zusammentritt des Reichstags eine Interpellation über jbie Lebensmittel- bezw. Fleischteuerung einzu- Pringen.
' Mannheim, 11. Okt. Dem Vorsitzenden des ^nationaAiberalen Parteitages in Goslar, Reichs- ,lagsabgeordneten Dr. Wassermann, ist nachstehendes Telegramm des Kaisers zugegangen: „Berlin, 10. Oktober 1906. An Herrn Rechtsanwalt und Stadtrat Bassermann in Mannheim: Seine Majestät der Kaiser und König lassen für den freundlichen Gruß der Vertreter der nationalliberalen Partei bestens danken. Auf Allerhöchsten Befehl: der Geheime Kabinettsrat von Eifenhart-Rothe."
Elberfeld, 11. Okt. Der vierte deutsche Abstinententag, der hier stattfand, faßte folgende Beschlüsse: 1. Der „Allgemeine Deutsche Zentralverband gegen den Alkoholismus" soll beauftragt werden, eine Eingabe an sämtliche deutsche Regierungen zu richten, um sie zu veranlassen, den Armenverbänden aufzugeben, daß sie, womöglich unter Zuziehung von Vertrauenspersonen aus den Enthaltsamkeitsvereinen eine fortlaufende Statistik über die auf Alkoholismus zurückzufüh- renden Unterstützungsfälle zu führen hätten. Erst wenn dadurch die Größe des Schadens klar gestellt sei, könne man hoffen für umfassende gesetzliche Maßnahmen den Boden bereit zu finden. 2. eine Resolution gegen die akademischen Trinksitten, in der es heißt: Durch die akademischen Trinksitten schädigen die höheren Stände bas. Gesamtleben der Nation in einer Weise, wie es kein anderes germanisches Volk heute auch nur annähernd zu erleiden hat. Es ist Heuchelei . schlimmster Art, sich über die Trunksucht der Arbeiter zu entrüsten, solange das Vorbild dieser Trunksucht, die akademische Trinksitte, Duldung genießt.
Ainsterdam, 12. Okt. Das „Giornale Lavori Pubblici" warnt in einem Privatbrief aus Tokio vor japanischen Anschlägen auf Java. Japanische Emissäre suchten dort Zwischenfälle zu erregen, die ein eventuelles Eingreifen ihrer Flotte nötig machen würden.
London, 11. Okt. „Daily Telegr." will wissen, daß die drei geheimnisvollen Panzerkreuzer, von denen zwei auf dem Clyde und einer in Elswick gebaut wurden, keine Kreuzer im gewöhnlichen Sinne des Wortes sind, sondern Schlachtschiffe von gleich schwerem Breitseitenfeuer als das des Dreadnought, aber noch schneller, und daß die Hauptabmeffungen der bisher offiziell als Panzerkreuzer bezeichneten Fahrzeuge find: Wasier- verdrängung 17,250 Tonnen, Länge 530, Breite 78.1/2, Tiefgang 26 Fuß. Jedes der Schiffe führt 8 zwölfzöllige 30-Zentimetsr-Geschütze und soll 25 Knoten laufen. Die Schiffe werden weniger schwer gepanzert sein, wie der Dreadnought".
CJ . (Nachdruck verboten.)'
Zwei Frauen.
Roman von E. Borchart.
(Sortierung.)
„Was sagt Gräfin Edith zu diesem schnellen Entschluß?
„Ich habe ihn ihr bis fetzt noch nicht mitgeteilt. — Gräfin, wollen Sie mir eine Bitte erfüllen. eine letzte Bitte, ehe ich scheide?"
„Wenn ich kann und darf, gewiß: aber ich weiß, Sie werden mich um nichts bitten, was ich nicht erfüllen könnte."
„Das verdiene ich nicht," murmelt er halblaut und unverständlich vor sich hin und setzt dann laut hinzu: „Sie haben mich vorhin singen hören--nun lasten Sie mich auch Ihre
Stimme hören."
„Gewiß, gern, heut' sollen Sie sie hören," erwidert sie schnell, ich bin es Ihnen gewissermaßen schuldig. So hören Sie."
Sie kämpft ein aufsteigendes banges Gefühl tapfer nieder und setzt ein, leise, erst schüchtern, fast zitternd, dann wie sich losringend von irdischer Hülle sich fortreißen lastend zu lichten Höhen. Sie singt, wie sie fast noch nie gesungen hat: cs ist, als ob ihre Stimme Flügel bekommen hätte, so leicht, rein und voll fließen die Töne von ihren Lippen.
Elisabeth weiß es, daß sie heute ihr Bestes gegeben hat, aber eine solche Wirkung hat sie doch nicht erwartet, als sie, innehaltend, zu Dettingen hinüberolickt und in seinen Äugen Tränen schimmern sieht. Stumm ergreift et ihre Hand, preßt diese an seine Brust und bemüht sich, seiner Erregung Herr zu werden.
Die hierdurch erzielte Gewichtsersparnis wird zugunsten der weit gewaltigeren Turbinen verwertet.
Zur Lage in Rußland.
Ans Sibirien.
Eine junge Dame aus Asch, die seit einem Jahre in Irkutsk bei der Familie des dortigen Advokaten Turitschew als Sprachlehrerin der Kinder angestellt war und am Samstag wieder in ihrer Heimat eintraf, erzählt, wie der „Vogtl. Anz." mitteilt, von furchtbaren Ereignisten, deren Schauplatz die sibirischen Städte Irkutsk und Tomsk waren. Es liegen darüber bisher keine Nachrichten außerhalb Sibiriens vor. Es scheint überhaupt, so meint das Fräulein, daß eine telegraphische Verbindung zwischen Zentral-Rutz- land und Sibirien nicht mehr besteht, oder daß die Zensur keinerlei Meldungen durchläßt. Nur einmal lasen wir über Judenverfolgungen in Tomsk. In Wirklichkeit aber handelt es sich in Tomsk um ein gräßliches Blutbad. An dem Pogrom, der an einem Freitag'Nachmittag ausbrach, beteiligten sich auch die Kalmücken, Vucha- ren und Ostjaken. Die Metzelei war schrecklich. In den Abendstunden wurden mehr als 400 Juden, darunter viele Frauen, in ein Gebäude einer großen Seifensiederei getrieben, das Gebäude sodann versperrt und an mehreren Stellen zugleich angezündet. Alle kamen in den Flammen um. Viele sprangen durch die Fenster ins Freie, wurden aber sofort niedergemetzelt. Die Ermordung einzelner Personen äst hier an der Tagesordnung und fällt gar nicht au.f. Wenige Tage vor der Abreise der Dame von Irkutsk war unter der dortigen Garnison eine großeMeuterei ausgebrochen. Am 16. September wurde zwischen den meuternden und den getreuen Truppen gekämpft. Die Meuterer wurden noch am selben Tage niedergeworfen und schon am anderen Morgen wurde an 41 Rädelsführern das Todesurteil vollstreckt. Die Verurteilten, unter denen sich sieben Offiziere befanden, wurden in fünf Gruppen, aneinandergefestelt, niedergeschosten und sogleich in dem reißenden Angara versenkt. Mehrere der Delinguenten wurden noch lebend mit den Toten zugleich über den Damm geschleift und in die Fluten geworfen.
Japanische Unterstützung der Revolutionäre.
Die „Kreuzztg." veröffentlicht in ihrer Wochenrundschau über die äußere Politik Mitteilungen aus einer russischen Broschüre, die betitelt ist: „Die Kehrseite der Revolution, eine bewaffnete Erhebung in Rußland auf japanische Kosten." Wenn diese Angaben richtig find, so wäre eine Unterstützung der russischen Revolution durch die Japaner erfolgt. Der japanische Militärattache in Petersburg. Akaschi, soll nämlich gleich nach Ausbruch des Krieges nach Stockholm Lbergesiedelt und von dort aus im November 1904 in Beziehung zu den in Paris lebenden russischen Revolutionären getreten sein. Sie hatten sich bereit gefunden, auf Kosten der japanischen Regierung einen bewaffneten Aufstand in Rußland zu organisieren und dabei als Vermittler den Grusier Georg Dekanosi und den bekannten Führer der finnländischen Partei des offenen Kampfes, Könnt Cylliakus, benutzt.
Erst nach Minuten gelingt es ihm. „Gräfin Landego, Sie opferten viel für Ihren Gatten. Mögen Sie in feiner Liebe reiche Entschädigung in Ihrer Ehe das tausendfach wiederfinden, was Sie dafür aufgaben."
Er merkt es nicht, wie Elisabeth bei diesen Worten leicht zusammenzuckt und erblaßt und fährt fort: „Ich habe mich seit Jahren nur mit Rachegedanken getragen, ich haßte denjenigen, der mich meines Lebensglückes beraubte, furchtbar wollte ich mich an ihm rächen. — Seitdem ich Sie kennen gelernt, nachdem ich Ihrer Stimme lauschen durste, find alle bösen Abneigungen in mir geschmolzen wie Schnee an der Sonne. Gräfin Landegg, Sie retteten meine verirrte Seele, ich darf wieder befreit aufatmen, und das danke ich Ihnen. Ihr reines, frauenhaft edles Bild wird mich begleiten, Ihre Stimme wird mir ertönen, wenn mich je wieder der Haß überkommen wollte, Sie haben einen neuen Menschen aus mir gemacht, dem das Leben nicht mehr so trostlos und öde erscheint. Können Sie ein schöneres Bewußtsein in sich tragen, als das, einer Seele Ruhe und Frieden geschenkt zu haben?"
Elisabeth kann nicht antworten ;es ist ihr ganz traumhaft zumute. Sie weiß nicht, was Dettingen meint, und versteht nicht, wovon er spricht. Rur eins fühlt sie: warmes Mitempfinden mit dem körperlichen und seelischen Leiden des Mannes, der ihr nicht mehr fremd erscheint, für den sie fast schwesterliche Zuneigung in diesem Augenblick empfindet.
„Wer hat Sie gelehrt, also zu fingen?" fragt Dettingen nach einer Pause.
„Ich sagte Ihnen schon einmal, dich tf iW
Die oben erwähnte Schrift veröffentlicht nun einen angeblichen Briefwechsel Akaschis mit diesen Agenten, und zwar zum Teil im Faksimile. Aus einer ebenfalls im Faksimile des Originals beiliegenden Rechnung ergibt sich, daß Cylliakus bis zum Mai 1905 im ganzen 26 000 Pfd. St. erhalten hat. Er stellte dafür, und wohl auch für später gezahlte Summen, im ganzen 25 000 Gewehre und 3 500 000 Patronen. Befördert wurden die Waffen, die sämtlich in der Schweiz hergestellt waren, auf der Jacht „Kallixt Garcia" und aufc dem „John Grafton", der bekanntlich an der finnländischen Küste auflief. Auf einem anderen Schiffe, dem „Snrius", aber schaffte Georg Dekanosi Waffen in den Kaukasus, lieber die letztere Expedition hat der holländische Anarchist Kornelisten zudem ausführlich in der Amsterdamer Zeitung ..Volksblad" berichtet. Daß russische Revolutionäre fremdes Geld an- nahmcn, konnte aber bei dem anarchistisch-nihilistischen Charakter, den die russische Bewegung zum Teil trägt, nicht überraschen.
Verschiedene Meldungen.
Petersburg, 11. Okt. Ausländische Zeitungen veröffentlichen beunruhigende Nachrichten aus Sebaftöpol betreffs der Desertion von Matrosen, die derartige Dimensionen angenommen haben soll, daß Schiffe nicht in See gehen können. Wie der Generalstab der Marine erklärt, entbehren diese Gerüchte jeder Begründung. Fälle, wo Matrosen freiwillig von ihren Schiffen abwesend sind, können nicht als Desertion angesehen werden und find wenig zahlreich. Ebenso sind die Gerüchte, nach denen Admiral Skrydlow von Matroftn festgenommen sein soll, vollkommen falsch. '
Helfingfors, 11. Okt. Der Kongreß der Kadettenpartei nahm mit 84 gegen 44 Stimmen die vom Zentralausschuß eingebrachte Resolution an, die den passiven Widerstand für unmöglich erklärt. Die Resolution der Minderheit, die die Organisation des passiven Widerstandes empfiehlt, wurde mit 88 gegen 53 Stimmen verworfen.
Lodz, 11. Okt. Hier ist der Generalstreik ausgebrochen. Die Fabriken, Läden und Schulen sind geschlosten. Zeitungen erscheinen nicht.
London, 12. Ott. Die britische Deputation zur Ileberreichung einer Adreste an den Präsidenten der ehemaligen Duma, die morgen nach Rußland abreisen sollte, beschloß, ihre Abreise bis zum Eintreffen weiterer Nachrichten von dem englisch-russischen Freundschafts-Komitee in Petersburg zu vertagen. Sie hat den beabsichtigten Besuch in Moskau aufgegeben und wird wahrscheinlich überhaupt nicht nach Rußland gehen.
Dentschrs NM.
Berlin, 12. Ott.
— Seine Majestät der Kaiser hörte gestern die Vorträge der Chefs des Admiralstabs der Marins, des Marinekabinetts, des Generalstabs der Armee und des Zivilkabinetts. Morgen tritt
gefeierte und berühmte Künstlerin war: Leonore Stein," antwortet sie jetzt.
Leonore Stein?"
„Sie kennen sie?"
„Und ob ich sie kenne! Das heißt, nur ihr Ruhm drang bis zu mir. Sie muß eine von den Wenigen fein, zu der die wahrhaft göttliche Kunst sich herabqelaffen hat."
„Das ist sie," sagt Elisabeth und in ihren Augen leuchtet es auf, daß es ihr auf einmal vergönnt ist, zu jemand von ihrer geliebten und verehrten Nora zu sprechen. Und während sie es tut und Dettingen sie ermuntert, immer mehr zu erzählen, gehen Sie zusammen dem Landegger See zu. Elisabeth fragt sich nicht: Wie komme ich dazu, ihm einen Einblick in der Freundin tiefster Seele zu gewähren, ihm von ihrem Unbefriedigtsein und ihrer Sehnsucht nach jenem Meister des Gesanges, der sie in ihrer Kunst eingeweiht und der sich vor ihr und der Welt verborgen hält, zu berichten? Es ist ihr, als müffe es so sein, und während sie spricht, wird sie immer wärmer und begeisterter, und es tut ihr ordentlich wohl, wenn Dettingen sie ab und zu unterbricht und interessiert nach diesem und jenem fragt. Sie antwortet ihm nur zu gern. Als sie dann erwähnt, daß fie Nora vor kurzer Zerr hier wiedergesehen, daß diese ihren Kontratt mit Berlin gebrochen habe und für dir kommende Saison inMünchen engagiert sei, geht eine merkwürdige Veränderung mit Dettingen oor. Er fragt nun nicht mehr, sondern geht schweigend und in sich gekehrt an ihrer Seite.
Elisabeth glaubt, daß fie ihn langweile — was geht ihn auch schließlich ihre Freundin an? Und Je kann sich jetzt auch selbst kaum begreifen, Haß sie entgegen ihrer sonstigen Art fich von dem
roialte.
(Fortsesung folgt.)
der Kaiser die Reise nach Gelnhausen und Meer- Holz an.
— Zur Frage des polnischen Schulstreiks Hai jetzt auch der Erzbischof von Posen, v. Stablewstt, Stellung genommen. Am Mittwoch empfing et nämlich, wie berichtet wird, eine Deputation polnischer Bürger, die eine mit 150 Unterschriften versehene Petition überreichte, in der eine Schilderung „der traurigen Folgen des deutschen Religionsunterrichts an polnischen Kindern" enthalten ist. In der Petition wird auf die feit 30 Jahren ununterbrochen fortschreitenden Schädigungen der polnischen Eltern und Kindern hin- gewiesen, die gegenwärtig ihren Höhepunkt et reicht hätten. Im letzten Jahre sei sogar de deutsche Religionsunterricht auf den niedrigste, Stufen der Volksschule eingeführt worden Dieser Anschlag auf die heiligsten Güte- de Menschheit, ihre Religion und Sprache, habe ii Hunderttausenden von Herzen einen Wehschre hervorgerufen. Der Erzbischof wird schließlir gebeten, zum Schutze der bedrohten Kinder cinzu treten. Dem „Dziennik Poznanzki" zufolge so' der Erzbischofs geantwortet haben, daß er ebenst wie die Eltern und die Bevölkerung um die Zukunft des Glaubens der Kirche und der öffentlichen Drbttung besorgt sei, wenn nicht eint Aenderung im Religionsunterricht eintrete. Hiei handle es sich nicht um irgend welche weltlichen Rücksichten, sondern um die Kirche, den Glauben und die Erlösung der. Seelen. Wenn er, der Erzbischof, eine Aenderung in dieser Hinsicht mit seinem Leben erlaufen könnte, so würde er es gern opfern, so wie er den bisherigen Schutz mit Opfern an Gesundheit und mit besorgtem Herzen erkauft habe. (Der Erzbischof irrt. Die „Zukunft des Glaubens" ist nicht durch den Religionsunterricht in deutscher Sprache gefährdet, wenn er ordentlich erteilt wird. Wohl aber gefährdet der Erzbischof, der nebenbei auch Staatsdiener ist, die Autorität des Staates, wenn et derartige Ansichten unterstützt.) Schließlich erklärte der Erzbischof, daß er auf den Grundsätzen der Kirche und der Rechte der Eltern beharre, nach denen der Religionsunterricht nur gute Früchte tragen könne, wenn et in der Muttersprache erteilt werde. Et selbst werde in seinen Bemühungen nicht erlahmen. — Es ist anzunehmen, daß nach dieser Stellung des Erzbischofs' die Schulferien dazu benutzt werden sollen, eint allgemeine Obstruktion der Schulkinder vorzubereiten. (Der Erzbischof maßt sich Vefugniffe und Entscheidungen an, die ihm nicht zustehen. Et vergißt ober will anscheinend nicht wißen, daß im 20. Jahrhundert di« Staatsgewalt über der Kirche stehl, nicht umgekehrt!)
— Wenn in linksliberalen und radikalen radikalen Blättern Lärm darüber geschlagen wird, daß innerhalb des militärischen QuiN- quennatsgesetzes nicht vorgesehene Heetttnen- sormationen geplant würden, so mag dahrnge- stellt bleiben, was nach dieser Richtung von der Heeresverwaltung in Wirklichkeit beabsichtigt wird. Daß eine 'bessere Ausgestaltung des Tele- Gegenstand des Gespräches so hat hinreiße, lassen und Dinge ausgeplaudert hat, bte bisher ihr und ihrer Freunbin tiefstes Geheimnis waren.
Währenb fie noch batüber nachbachte, waren sie am See angelangt. Da blieb Dettingen plotz- stehen unb sprach bewegt: „Gräfin Sie haben mir heute unenblich viel gegeben. Ich bleibe lebenslang Ihr Schulbner! Nur gewahren Sie mit noch eine letzte Gunst, eine letzte Gnade.
„Welche?" fragt Elisabeth lächelnd, „und warum sagen Sie so pathetisch: eine letzte Gunst? Sie reifen jetzt allerdings fort von hier, aber bald kehren Sie wohl wieder bei Ihren Freunden ein, und dann werden wir uns auch Wiedersehen, das hoffe ich bestimmt und hoste auch wieder Ihre herrliche Stimme zu Horen.
Nein nein, Gräfin!" unterbrach Oettingen! die "Sprechende rauh. „Ich werde Ihren Weg nicht wieder kreuzen — aber lasien Sie mich Ihnen eine Erklärung für mein Benehmen geben, das Ihnen ja vollständig unbegreiflich fern mutz. Hören Sie mich an, denn ich mochte nicht, daß Sie an mich zurückdächten, wie an einen Menschen, der ganz aus dem Gleichgewicht ge= rückt ist und besten Hanblungsweise eigentlich für die eines Wahnsinnigen angesehen werden müfcte. — Gräfin, ich war auch wirklich dem Wahnsinn nahe, aber Sie werben mich milder beurteilen, wenn Sie mich angehört haben. _ .
„Nun wohl, ich höre," entgegnete Elisabeth ernst, inbem fie sich auf bet kleinen Bank am See niederlietz und Dettingen an ihre Seite