Einzelbild herunterladen
 

4

JSß. 235

Zweites Blatt.

d. L aufs Tausend

die Zahl der

um

ihren

waren.

1523925

1238774

43466

17179

Beilagen werden von unserer Expedition ^(Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch- Hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern ent« gegengenommen.

am

1. Dezbr.

1905

37293824

18 398903

18894421

384948

495518

Es wurden

Zr:nahme(-^)oder

Abnahme () auf Tausend des

Standes von 1900

Evangelischen Katholiken anderen Christen Juden

Die heutige Nummer umfaßt 3 Blätter.

r"" ! -------

Das Ergebnis der Volkszählung in Preußen.

vierteljährlicher Bezugspreis: bet der Expchitio« 2 SIL, b« allen Postämtern 2,25 M. (ejcl. Bestellgeld).

Iusertlonsgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 15 M. Rcclamen: die Zeile 80 Pfg.

durch- schnitt. jädrl.

+15.66

+16, +15,4« +12,60

13,14

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, UniberfitätS-Buchdruckerei

Marburg, Markt 2L Telephon 55.

Bestellungen

ffit das vierte Quartal

... _ auf die

Oberhessische Zei tung" nebst

über­haupt +81,63

484,13 +79,6l +65,«»

-64,4«

Marburg

Sonntag, 7. Oktober 1906.

am

1. Dezbr.

1900

ortsanwes. Pers. 34472509 davon

männl. Personen 16971425 weibl. Personen 17501084 aktive Militärpers. 801283 Ueberschuß be§ weib­

lichen Geschlechts 529659

I Heffen-Nesias und 1 7

Kiesten, 4. Okt. Im hohen Alter von 85 $r' ten ist in Friedberg der Lehrer i. P. Wild-' Loos gestorben. Er war über 60 Jahre als Lei - ! rer tätig und zwar während dieser ganzen Zeit in Södel i. d. W., wo er seit 1841 wirkte. Nach seiner Pensionierung irn Jahre 1901 zog er t'<i Friedberg.Vater Loos" war in Lehrerkr. : u allgemein geehrt und geachtet und nahm an oc-i Bestrebungen seiner Berufsgenossen regen An­teil.

Ciesten, 4. Okt. Ein überaus trauriges Bild von Beamtenelend entrollte die Schwurgericht verhandlung gegen den Weichensteller und vertretenden Stationsbeamten Otto ' llrich, früher in Geist-Nidda, zuletzt auf der Stali a. Dorheim tätig. Dem 34jährigen Manne wurde von seinen Vorgesetzten und den anderen Leu­mundszeugen ein glänzendes Zeugnis ausge­stellt. Der Mann, der eine längere Zeit kraule Frau und 3 Kinder zu ernähren hatte, war schon durch diese Verhältnisse in Geil-" r, wo er den Tag 2,50 dl bei freier Wo-,......g erhielt,

verschuldet. Am 1. Januar wurde der Mann endlich fest angestellt und auf seinen Wunsch n.;dj Dorheim versetzt, erhielt 900 dl Gehalt und 50 dl Wohnungsgeld. Gleich im ersten Vierteljahr mutzte der Beamte 78 dl Kleidergelder sich ab­ziehen lasten, dazu kamen noch 13,50 dl in Ab­zug für Versicherungen, die Miete von jährlich 150 dl, sodaß dem Manne zum Leben für sich, seine kranke Frau und seine 3 Kinder täglich 1,84 dl blieben. Dazu die drängenden Gläu­biger. Diese trüben Verhältnisse drängten den Mann geradezu auf die Bahn des Verbrechens, und er unterschlug der Eisenbahn nach und nach 1050 dl und fälschte die Bücher, um seine Tat zn verdecken. Nachdem das Treiben entdeckt war, deckte er mit Hilfe von Verwandten den Fehl­betrag. Die Geschworenen bejahten die Schuld­frage unter Zubilligung mildernder Umstände. Der Gerichtshof erkannte auf die niedrigst zu- lässige Strafe von 6 Monaten Gefängnis. DU Geschworenen ermächtigten einstimmig den $? leidiger des bedauernswerten Mannes, Jusi^- rat Dr. Entfleisch, in ihrem Namen dem Landes­herrn ein Gnadengesuch einzureichen.

Gelnhausen, 4. Okt. Der Kaiser kommt am 14. Oktober, morgens 9.15 Uhr von Berlin hier an, fährt durch die Stadt bis zum Ziegeltor, wo der Empfang stattfindet, sodann nach der Kirche, besichtigt hierauf das romanische Haus und die Burg. Mittags fährt der Kaiser mit Automobil nach Meerholz zur Hochzeit.

Schmalkalden, 4. Okt. Auf dem Elashütten- werk Wiegand Schmidt im benachbarten Neu­stadt ist eine Gastrommel explodiert, wodurch die Fabrik eingeöschert wurde.

Widdershausen, 4. Okt. Hier hat eine lustige Bauernhochzeit einen traurigen Abschluß gefun­den. Abends, als die Fröhlichkeit schon ihren Höhepunkt erreicht hatte, stürzte plötzlich der Schuhmacher Johannes Bischmann zusammen. Der herbeigerufene hiesige Arzt Dr. Püß stellte Alkoholvergiftung fest. Der so jäh aus dem Leben Geschiedene war ca. 50 Jahre alt und ein sehr kräftig aussehender Mann.

SteStatistische Korrespondenz" veröfsent- a»&ie endgiltigen Feststellungen der Volkszählung vom 1. Dezember 1905, nachdem die vorläufigen. Ergebnisse bereits zu Anfang d. I. mitgeteilt worden gezählt; . ,6, .

(Nachdruck verboten.), Wilddieb wider Willen. Erzählung von N. Trenkhorst.

(Fortsetzung).

3.

... Für den Pfarrer hatte die Audienz beim Kurfürsten außer ihrem üblen Verlauf noch eine recht unangenehme Folge: die ungewöhnliche Aufregung hatte den schwächlich gebauten Mann so angegriffen, daß er in ein Nervenfieber ver­fiel, welches so bösartig auftrat, daß der Ne­gierungsrat es für geraten hielt, Ortweins älteste Tochter aufzufordern, sie möge selbst zur Pflege des erkrankten Vaters nach Cassel kom­men. Unter der sorgenden Hand seines Kindes erholte sich der Pfarrer denn auch glücklicherweise wieder, doch ging die Genesung so langsam vor sich, daß Vater und Tochter erst nach Wochen das gastfreundliche Haus des Regierungsrats verlaffen konnte. Auch für Pfeifer waren die Ereigniste dieser Zeit nicht ohne Eindruck geblie­ben, denn der Humor, der sonst denselben stets ausgezeichnet hatte, schien ihm ganz verloren gegangen zu fein, und als es ans Abschied­nehmen ging, ließ er den Kopf gar bedächtig hängen. Seine Freunde am Stammtisch kannten den fidelen Regierungsrat kaum wieder, schüt­telten bedenklich die Köpfe und glaubten mit ihren kritischen Augen bemerkt zu haben, daß derselbe, seitdem die fremde hübsche Dame nach Cassel gekommen sei, lange nicht mehr mit sol­cher Begeisterung Junggeselle fei, als ehedem. Auch der alte Oberjägermetster, der fast täglich in das Haus seines Neffen kam, nickte nachdenk­lich mit dem Kopfe, wenn er denselben jetzt be­obachtete, und sagte einmal lächelnd zu ihm, daß eine viel schlimmere Krankheit bei ihm im An- luge sei, als bei seinem Freunde, dem Pfarrer, und wenn er die Diagnose richtig stelle, so sei die

Die durchschnittliche jährliche Volkszunahme hat wahrend des letzten Jahrfünftes im preußi­schen Staate mit Ausnahme des vorhergehenden niemals zuvor einen so hohen Betrag erreicht, seitdem völlig zuverlässige Aufnahmen des Stan­des der Bevölkerung stattgefunden haben, b. h. feit der Errichtung des Norddeutschen Bundes. Eie betrug aufs Tausend der Bevölkerung im ganzen 15,85, während vorher das Maximum der Zunahme 12,4 betragen hatte, im vorigen Jahrfünft allerdings auf 15,9 gestiegen war. Der zahlenmäßige Ueberschutz des weiblich».: über das männliche Geschlecht hat sich während des letzten Jahrfünftes um 34,141 Personen ver­mindert, betrug aber in Preußen am 1. Dezem­ber 1905 immerhin noch 495,518 Köpfe. Diese Erscheinung beruht zum Teil auf der neuerlichen Abnahme der überseeischen Auswanderung, in­folge der ein größerer Anteil der männlichen Bevölkerung im Lande bleibt, sowie andererseits

auf der starken, meist aus Personen männlichen Geschlechts bestehenden Vermehrung der Reichs­ausländer.

Dem Neligionsbekenntniste nach hat im preu­ßischen Staatsgebiete seit dem 1. Dezember 1900 zugenommen

allgemeinen und der direkten Verwaltung in Vorschlag zu bringen. Die Anwärter dürfen im Lebensalter noch nicht zu weit vorgeschritten sein. Die Altersgrenze beträgt etwa dreißig Jahre. Die Einberufung erfolgt gegen eine Jahresremuneration von zunächst 1800 Mark, neben einer Zulage von 30 Mark monatlich, etatsmäßige Beamte nach Maßgabe ihres bis­herigen Gehaltes. Die Beamten werden nach spätestens 5 Jahren als Assistenten mit 2100 bis 3000 Mark Gehalt und 540 Mark Wohnungsgeld angestellt. Von besonderem Interesse sind die körperlichen Anforderungen, deren Erfüllung durch ein ärztliches Zeugnis festzustellen ist. Es wird darin festgestellt, ob die Eltern noch leben, ol sie gesund und in welchem Alter sie gestorben sind. Bis zu den Großeltern wird nach Lungenschwindsucht, Krebs, Schlaganfall, Herz­leiden, Geisteskrankheiten, Selbstmord, Eehirn- und Rückenmarkkrankheiten gefragt, ebenso nach Fran und Kindern. Bei der Angabe der bis­herigen Krankheiten des Bewerbers sind auch ge­ringfügige Störungen der Verdauungstätigkeit und des Nervensystems, leichte Anfälle von Rheumatismus und Ohrenleiden usw. zu berück­sichtigen. Festgestellt soll werden, ob der zu Untersuchende zu Kopfschmerzen, Nervosität, Herzklopfen, Durchfall, Verstopfung neigt oder etwa schon wegen Ueberarbeitung Urlaub hat nehmen müssen. Der Zustand sämtlicher Or­gane des Körpers ist genau aufzunehmen.

* Die ZeitschriftHessenland" hat in ihrer Nummer 19 folgenden Inhalt: Herbert, M., Heimgarten. Bertelmann, H., Sonntag (Ge­dichte). Wippermann, Professor, Die französische Besitznahme Hessens vor hundert Jahren. Losch, Dr. Philipp,General-Major Lord George Coleraine, sonst Hangher genannt" (Schluß). Bertelmann, H., Der Liebenbach. (Nach einer hessischen Sage. Fortsetzung), Aus Heimat und Fremde. Personalien.

* Viehseuche. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Stadtkreis Cassel: Cassel (Verdacht). Kreis Eschwege: Friemen (Verdacht), Aue, Nieder­dünzebach. Kreis Hofgeismar: Hofgeismar. Kreis Hersfeld: Hersfeld (Verdacht). Kreis Witzenhausen: Hubenrode, Nommerode, Witzen­hausen. Schweineseuche (Schweinepest): Stadtkreis Cassel: Cassel. Landkreis Cassel: Nollmarshausen, Heckershausen, Oberzwehren, Crumbach, Nieste, Oberkaufungen. Kreis Esch­wege: Frieda, Wanfried. Kreis Frankenberg: Frankenberg. Kreis Fritzlar: Lohne, Kirchberg. Kreis Fulda: Großenlüder, Neuhof, Harmerz, I Weyhershof. Kreis Gelnhausen: Wächtersbach. Kreis Hanau Land: HLttengesäß, Windecken. Kreis Hersfeld: Kirchheim. Kreis Hofgeismar: I Liebenau, Stammen. Kreis Homberg: Uns- I hausen. Kreis Melsungen: Niedervorschütz. Kreis I Mitzenhausen: Unterrieden, Witzenhausen. Kreis I Molfhagen: Rittergut Hohenborn. Kreis Zie- I genhain: Ropperhausen. Influenza bet I Pferde (Brustseuche): Stadtkreis Cassel: Cas- I fei. Kreis Hofgeismar: Rittergut Meimbressen, I

Die Personen mit anderer oder unbekannter Religion haben dagegen um 2469 abgenommen; das ist aufs Tausend um 251,61 oder 56,3 durch­schnittlich jährlich. Demgegenüber betrug wäh­rend des Jahrfünftes 1895/1900 die jährliche Zunahme vom Tausend der Evangelischen 14,0, der Katholiken 19,5, der anderen Christen 31,3, der Juden 6,6 und der Personen mit anderem oder unbekanntem Bekenntnisse 135,0. Das stärkere Anwachsen der Kopfzahl der Katholiken gegenüber ben Evangelischen wird auf den stär­keren Vevölkerungsaustausch zwischen Preußen und den süddeutschen Staaten zurückgeführt, außerdem auf die natürliche Bevölkerungszu­nahme der polnischen Landesteile. Der auf die Juden entfallende Anteil hat sich irr Verhält­nis zu der Eesamtbevölkerung ständig vermin­dert, seit 1900 von 11,38 auf 10,98 v. T., was durch Auswanderung und Uebertritt zu anderen Bekenntnissen erklärt wird. Es wurden in Preußen dem Religionsbekenntnis nach gezählt: Evangelische 23,341,502 (gegen 21,817,577 in 1900), Katholiken 13,352,444 (12,113,670), an­dere Christen 182,533 (139,127), wobei die Hauptzunahme auf die Dissidenten entfällt, die 51,076 gegen zuletzt 27,679 zählten, Juden 409,501 (392,322), andere Personen nicht christ­licher Religion 402 (739), Personen mit unbe­stimmter Religionsangabe 5679 (6984), Per­sonen ohne Angabe der Religion 1263 (2090). Unter den Katholiken befinden sich 13,334,765 (12,108,476) Römisch-Katholische, 831 (284) Russisch-Orthodoxe und 16,848 (9910) Ange­hörige der griechisch- und der anderen katho­lischen Kirchen, unter den anderen Christen, außer den Dissidenten 18,860 (13,876) Menno- niten, 42,370 (38,143) Baptisten, 45,654 (32,215) Apostolische (Jrvingianer), 11,004 (8400) Frei­religiöse, 18,569 (18,814) sonstige Christen.

"- 1 g i

Marburg nnd Umgrzend.

^Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § *18 des Urheber rechts nur mit der deutlichen Quellenangabe .Okrrheff. Zig." gestattet)

Marburg, 6. Oktober.

* Kolonialbeamts gesucht. Bureaubeamte sollen jetzt in größerer Zahl von der Kolonial­verwaltung eingestellt werden. Durch einen ge­meinsamen Erlaß des preußischen Finanzmini­sters und Ministers des Innern werden die Re- grerungsbehörden ersucht, geeignete Beamte der

unMn>at. Pfeifer errötete wie ein junges Mädchen und suchte sein eigentümliches Beneh- men mit der Sorge um seinen Freund zu ent­schuldigen, aber der Onkel lachte nur noch mehr und meinte:

3ta, Justus, das kennen wir schon! Aber warte nur, wenn es gut geht, schaffe ich Dir Dei­nen Freund bald her nach Cassel, nicht wahr: Fraulein Ortwein mag dann immer in Ebsdorf bleiben!"

Es war einige Wochen nach der Abreise des Pfarrers und seiner Tochter von Cassel als der Oberjägermeister v. Witzleben eines schönen Ta­ges zum Kurfürsten befohlen wurde, um geeig­nete Vorschläge zur Verbesserung der Jagd und Vermehrung des Wildstandes zu machen Schon im Vorzimmer hörte Witzleben durch den Hof- marschall v. Dalwigk, daß heute der Herr nicht gerade seinen guten Tag habe, er fei mit feinem Gast, dem Herzog Alexander von Anhalt-Vern- burg, am Morgen auf dem Anstande gewesen und nicht ein Stück Wild getroffen. Der alte Herr fand denn auch Seine Durchlaucht in heller Verzweiflung.Diese ordinären Schurken von Franzosen!" rief er in polterndem Tone Witz- leben entgegen, als dieser mit einer respektvollen Verbeugung eintrat,meine Wildbahnen sind total ruiniert, henken ließ ich die Kerle einen neben den anderen, wenn ich sie hier hätte, und ihren Räuberhauptmann oben an! Kann Ers glauben, Witzleben, daß ich mit meinem Vetter, dem Anhaltiner, i>- Reinhardswald sechs Stun­den auf dem Lnb d gewesen bin und nicht einen lumpigen B sehen habe? Ich habe mich wie ein Schulbube vor Seiner Durchlaucht schämen müssen. Und bas muß mir im Rein- hardswald begegnen, dessen Gehege mir anno 4 blanke achttausend Taler gekostet hat!"

Allerdings, kurfürstliche Durchlaucht," nickte der Alte,die Art und Weile, wie der Ulurvator

und sein Gesinde gehaust hat, ist eine verbreche- IJa, ja, Durchlaucht," nickte der alte Prak- rische gewesen, die wohl den Strang verdient I tikus ironisch lächelnd,man hat Exempel, daß so hat, und muß jedes ehrlichen Jägers Herz er- I ein Pfarrer, der mit feinem knappen Gehalt bittern! Aber was können Durchlaucht von einem I feine liebe Not hat, feine vielköpfige Familie davongelaufenen Ellenreiter anders verlangen!" I durchzubringen, es durchaus für kein so großes

.Davongelaufener Ellenreiter ist gut, gefällt I Unrecht hält, feinen mageren Tisch, wenn die Ce- mtt fe^r! lachte der Kurfürst, daß das Zimmer I legenheit sich findet, ab und zu mit einem ge­dröhnte,so nenne Er den Jerome nur immer in I bratenen Häschen zu bereichern!"

meiner Gegenwart!" IAber ich bitte Ihn um Alles in der Welt,

Weiter ist der Usurpator auch nichts gewesen, I warum wird denn solch' ein Mensch nicht zur Bc-

Durchlaucht," versetzte v. Witzleben.Die Forsten I strafung gebracht?" fragte der Kurfürst ver- im Oberfürstentum sind übrigens noch viel ärger I wundert, indem er die langen Arme zornig in zugerichtet, Durchlaucht, da findet sich nur noch I die Seiten stemmte.

Raubzeug; Hasen und Kaninchen gehören dort IEi, Durchlaucht, daß ist nicht schwer zu er- auch schon zu den Seltenheiten!" I klären," meinte der Obrrjägermeister ernst,er«

Recht haben, Recht haben." murmelte der I sterns gibt sich niemand dazu her, einen solchen

Kurfürst, indem er, die Hände auf dem Rücken, I Mann, wenn er sonst tüchtig und beliebt ist, mit langen Schritten das Zimmer durchmaß, I wegen eines Hasen zu denunzieren; und dann aber was tun, damit die Jagd wieder besser I hat es doch auch für die Regierung schwere Be­wirb. Rate er mir, Witzleben, helfe er mir!" I denken, einen Beamten an den Pranger zu fiel»

Ja, Durchlaucht, da gibt's eben kein anderes I len, wo soll da bei den Bauern die Ächtung, der

Mittel, als gewissenhafte Schonung der Jagd!" I Respekt vor dem geistlichen Stande bleiben!"

meinte der OberjLgermeister, das Raubzeug muß IJa, ja, da hat er allerdings vollkommen

ausgerottet und die Forstgesetze sollten streng ge- I Recht!" stimmte ihm der Kurfürst bei,aber das handhabt werden. In der bösen Zeit, wo I kann doch nicht so bleiben!"

Durchlaucht das Land nicht bewachen konnten, INun, meine untertänigste Meinung ist da, haben sich die Bauern ans Wilddieben gewöhnt, I so einen verdächtigen Pfarrer in die Stadt zu und das Handwerk muß ihnen vor allen Dingen I versetzen," sagte v. Witzleben,da wtrb's ihm gelegt werden." I schon vergehen, das Handwerk weiter zu

Die Kerle abfassen, prügeln, einstecken!" I treiben!"

nef der Kurfürst entrüstet, daß ihm bet bicke INicht übel, fürwahr nicht übel!" murmelte Zopf um ben Kopf flog. I Seine Durchlaucht,aber sag' er 'mal, Witzleben.

Der alte Jager lächelte.Verzeihung, kur- I weiß Er benn so einen gefährlichen Menschen?" fürstliche Durchlaucht," sagte er, inbem er sich I Der alte Herr zuckte bedenklich mit den Äch- longfam über ben grauen Schnurbart strich,die I fein.Das ist eine heikle Sache; wir Jäger hn- Sache ist nicht ganz so leicht, benn in so einem I ben schon so unseren Verdacht, aber man mag echten, rechten Wilddiebsnest stibitzt alles, vom I doch auch niemand, «hne daß man strikte Beweise Pfarrer bis zum Knecht!" I hat, Unrecht tun, Durchlaucht!"

Was Er nicht sagt? Auch ein Pfarrer I --------- (Schluß folgt.)

könnte lo ein gottloses Handwerk treiben? . I---------- ~

überhaupt

dur<h- schniitl. jährl.

um

um

69«

13.,

102,,

19.7

811 69

55,

43

8.