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der

(Nachdruck bcrbotcu.).

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Offiziere der Sicherheitspolizei und Gendarmerie

Gendarmen niederer Grade

Agenten der Sicherheitspolizei

Armeeoffiziere

Untermilitärs der Armee

Zivilbeamte

Geistliche

Landgemeindebeamten

"(Markt 21) unseren Ausgabestellen in ßittfy Kain, Neustadt und Wetter, sowie von pllen Postanstalten und Landbriesträgern ent» gegengenommen.

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Aus den deutsch-battisHru Provinzen.

Seit einer Woche arbeiten wieder Stand­gerichte und die unfähige Zentraladministration in den baltischen Provinzen muh nolens volens

Zum Tode verurteilt 17. Streiks 16. Zeitweilig oder ganz unterdrückte Zeitungen 18.

Naubanfälle: auf Privatpersonen 70 (gestohlen 200 000 J(), auf Beamte 42 (gestoh­len 750 000 J0, auf Kirchen 12 (gestohlen 160 000 auf Klöster 2, Eisenbahnkassen 5, öffentliche Anstalten 8, Monopolläden 36, Steuereinnehmer 7 (gestohlen 800 000 -U), Eisenbahnzüge 4, Postanstalten 16. Arretierte Räuber 59, erschaffene 35, verwundete 22!

Professor Th. Schiemann, deffen Wochenrund- schau über die äußere Politik in derKreuz, zeitnng" wir diese Angaben entnehmen, ergänz! vorstehende für sich selbst sprechende Statistik von 14 Tagen russischer Revolution durch eine ander« Statistik, welche dieBaltische Tageszeitung" demPraktischen Arzt", einer russischen medizi­nischen Zeitschrift, entnimmt. Es ist das Blut­konto der russischen Revolutionäre für die Zeit vom Februar 1905 bis zum Mai 1906.

Ermordet oder verwundet wurden in diesem

Zeitraum:

Ccneralgouverneure, Gouverneure oder

Stadthauptleute

Polizeimeister und deren Gehilfen

Landpolizeimeistcr, Pristawe und Stadt- teilaufsehcr

Schutzleute

Kosakenunteroffiziere u. Landwachtmänner

DieBaltische Jageszeitung" bemerkt dazu: Diese Liste der Opfer des Terrors ist natürlich ganz außerordentlich unvollständig, denn sie ent­hält nur die speziell angeführten Kategorien der Ermordeten und Verwundeten und auch nur männliche Personen. Für eine Abschätzung der wahren Zahl der Opfer aller Stände und beider Geschlechter fehlt vorläufig jeder Anhaltspunkt." Furchtbarer als diese Tatsache aber ist die sitt­liche Verwilderung, die sie zur Folge haben. Die bestialischen Triebe, die nicht nur in Miß­handlung des Viehes, sondern auch der Men­schen in wahrhaft erschreckender Weise zutage treten.Im Gouvernement Witebsk erscheint um ein Beispiel anzuführen (Rowoje Wremja" vom 25. September) eine Schar Banditen bei einem wohlhabenden Bauer und verlangt von ihm 15 000 Rubel. Als sich er­weist. daß der Bauer nur 800 Rubel geben kann, begießen sie ihm und feiner gefeffclten Frau die Füße mit Petroleum und zünden es an, den Sohn aber hängen sie an einen Balken und nehmen ihn erst ab, als er röchelt." Das sind die russischenFreiheitshelden", mit denen sick die deutsche Sozialdemokratiesolidarisch" er klärt hat.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck imb Verlag: Joh. Aug. Koch, Univerjitäts-vuchdruckerek 41. FfählÖ. Marburg, Markt 21. Telephon 55. ö

Za, siehst du, ich verschnappe mich gleich das erste Mal," erwiderte Edith, hell auflachend, während sie Elisabeths Arm durch den ihren zog und mit ihr den Weg nach dem Schloß ein­schlug. Werner war schon vorausgelaufen.Vor dir brauche ich es nicht zu verschweigen, du darfst ihn nur nicht merken lassen, daß du seinen wah­ren Namen kennst. Er heißt nämlich eigentlich Roden, will aber hier nur als Oettingen ge­kannt sein, wer weiß, aus welcher Künstler­schrulle wieder."

Künstler? So ist er ein Künstler?" fragte Elisabeth jetzt interessiert.

Ja, so etwas Verwandtes von dir; ich dachte mir wohl, das dich das interessieren würde. Er war einst ein vielbeneideter, gefeierter Held, den nur ein trübes Geschick gezwungen hat, allzu­früh seiner glorreichen Laufbahn zu entsagen."

Du machst mich wirklich neugierig, Edith, erzähle weiter," bat Elisabeth.

Edith, die von ihrem Besuch sehr eingenom­men zu sein schien, ließ sich nicht lange bitten, und lebhaft und redselig wie sie war, brachte sie bald alles vor, was sie von ihrem Besuch wußte. Elisabeth, die so lange nichts von Kunst und Künstlerleben vernommen hatte, heimelte es or­dentlich an, einmal wieder davon zu hören und darüber sprechen zu können, und obgleich der Künstler Oettingen ihr gänzlich fremd und gleichgiltig war, nahm sie doch lebhaften Anteil an dem, was Edith erzählte.

Er war erster Heldentenor an der Hofoper in München," berichtete Edith;zehn Jahre mögen es wohl her sein, als er zum ersten Male auf den Brettern stand und das Publikum ent­zückte. Schade, daß ich nicht dabei gewesen bin; mein Mann erzählte Wunderdinge von dem Bei» fallsrausch und den Erfolgen Rodens. Hugo ist, wie du weißt, Mustkenthufiast, und da er damals gerade in München stand, besuchte er fast jeden

kokettiert mi. Letten und Esten und hat mehr als platonische Neigungen für den radikalen Li­beralismus. Darum waren auch die Zustände immer unerträglicher geworden. In den Städten wuchs die Zahl der Ueberfälle auf Po­lizisten und Private, der Veraubungen von Banken und Kontoren, der Anfälle auf die Be­amten der boykottierten Straßenbahn und der Bombenattentate auf das Publikum, das diese Bahnen zu benutzen wagte. Auf dem Lande wurden die Krüge geplündert, die Gutshöfe von Banden nach Waffen durchsucht, die Schullehrer durch Todesandrohung am Unterricht verhin­dert, die ganze Bevölkerung durch Mord und Totschlag aufs unerhörteste terrorisiert. Erst das Attentat auf Stolypin veranlaßte die Re­gierung zu strengeren Maßnahmen, besonders zur Wiedereinrichtung von Feldgerichten. In den Ostseeprovinzen kam als Motiv zu kräftiger Abwehr noch die Ermordung des reichsdeutschen Fabrikdirektors Busch hinzu, die zu rascher In­tervention durch die deutsche Botschaft in Pe­tersburg führte. Trotz alledem herrschtauch jetzt noch völlige Anarchie und es wird noch geraume Zeit dauern, bis es bester wird. Noch sind die deutschen Güter teils verlaffen, teils verbrannt, die deutschen Wirtschaftsbeam­ten in täglicher Todesgefahr. Die Landpastoren halten zwar mannhaft auf ihren Posten aus, aber die Ermordung des Propstes Zimmermann und feiner Frau in Lennewarden (bei Riga), die Drohbriefe, die vielen Seelsorgern zugegan­gen, die freche Sprache derVolks"presse und die leeren Kirchen reden eine erschütternde Sprache von der sittlichen Verwahrlosung des lettischen Volkes. Ob es am 17. (30.) Oktober, dem Jahrestage des kaiserlichen Manifestes, zu einer allgemeinen Erhebung kommen wird, ob ein Blutbad unter den Deutschen angerichtet wer­den soll, wie zweifellos von der revolutionären Parteileitung geplant war, mag dahingestellt bleiben, da die unerwartete Energie der Re­gierung, bevorstehende Truppenkonzentrationen in Liv- und Kurland und nicht zum letzten der

Bestellungen für das vierte Quartal auf die Oberhefsifche Zeitung" nebst

Marburg

Sonnabend, 6. Oktober 1906

ihren die Zügel wieder straffer anziehen. Sie tut cs Beilagen werden von unserer Expedition ungern genug, denn sie liebt die Deutschen nicht,

nationale Zusammenschluß der deutschen Bevölkerung dieFreiheits­helden" stutzig gemacht haben. Die Deutschen sind fest entschlossen, sich nicht zum zweiten Mal wie im Winter 1905 überraschen zu lasten. In Riga besteht eine mehrere tausend Mann starke trefflich bewaffnete Selbstschutztruppe, in Kur­land hat die Ritterschaft große Mittel angewie­sen, um durch Anwerbung von waffenfähigen jungen Deutschen für jedes Rittergut einen be­waffneten Schuh zu schaffen, zugleich ist ein

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

SonntagsbeUaae: AllrtkkirteS Ssrrnkaa-Msi-.

Neueste Telegramme.

Brüffel, 4. Okt. Der Landesausschuß der belgischen Bergarbeiter erhielt von den deutschen Bergarbeitern die Aufforderung, im Falle eines Mastenstreiks die Produktion in Belgien so stark wie möglich einzuschränken, um dadurch die Aus­fuhr belgischer Kohlen nach Deutschland zu ver­hindern. Der belgische Ausschuß gab das Ver­

sprechen, sein möglichstes zu tun. Eine außer- 'ordentliche Sitzung der Bergarbeitervertreter Belgiens findet in Jemappes am 4. November statt.

Paris, 4. Okt. DerFigaro" veröffentlicht ein Schreiben mehrerer Royalisten aus der Dendä, die gegen die jüngste Rede Clemenceaus protestieren und erklären, daß sie sich, falls die Regierung versuchen sollte, die Kirchen zu schlie­ßen, die Priester zu verfolgen und die Ausübung des katholischen Gottesdienstes zu verhindern, gegen diese Tyrannei erheben werden, bereit, mit Begeisterung für Gott und ihren König zu sterben.

> Petersburg, 4. Okt. Das Kaiserpaar ist mit seinen Kindern in Peterhof wieder eingetroffen.

Philadelphia, 4. Okt. Eine Versammlung der irisch-amerikanischen Liga beschloß, während der nächsten zwei Jahre hunderttausend Dollars für die Sache des irischen Homerule beizusteuern. 78 000 Dollars wurden sofort gezeichnet.

Harrisburg (Pennsylvanien), 4. Okt. Prä­sident Roosevelt hielt bei der Einweihung des dortigen Parlamentsgebäudes eine Rede, in der er ausführte, genaue Klarstellung der Befug- niste der Regierung sei ein Hauptbollwerk gegen diejenigen großen Eeldinteresten, die sich dem Versuche widersetzten, sie unter eine wirksame Staatskontrolle zu stellen. Dem Einfluß der Erwerbsgier müsse ein Riegel vorgeschoben wer­den, um der Arbeit, dem Kapital und dem Pu­blikum ihr Recht zu sichern. Pflicht der Ameri­kaner sei es, nach der rechten Art der Zivili­sation zu streben, die nicht eine bloße Pluto- kratie eines Bank- und Wallstreet-S'p-dikates sein dürfte.

Zur Lage in Rußland.

Eine grauenhafte Statistik.

Die russische ZeitschriftTschernomorski Westnik" gibt für die 14 Tage vom 1. bis 14. September d. I. folgende Revolutionschronik:

Agrarunruhen: Güter geplündert und verbrannt 95, Ernten verbrannt 12, Meiereien niedergebrannt 540, Gutsbesitzer ermordet 4, Bauern 15 getötet, 159 verwundet.

Revolutionäre Unruhen: Land­polizisten ermordet 8, verwundet 10, Stadtpoli­zisten ermordet 10, verwundet 12, Polizeioffi­ziere ermordet 2, verwundet 2, Kreispolizei­offiziere ermordet 2, verwundet 2, Gendarm erie- offiziere 2 ermordet, Soldaten 6 ermordet, 12 verwundet, Offiziere 2 ermordet, 3 verwundet, ein Untersuchungsrichter verwundet, ein Ge­richtspräsident ermordet. Außerdem 500 andere Personen durch Strafexpeditionen getötet oder verwundet. Arretiert: 10 Dumamitglieder, 315 Agitatoren, 11 Arbeiter.

Konfisziert: Druckpressen und Labora­torien 6, Bomben 25, Flinten 25, Revolver 85, Patronen 4325. Hingerichtet 7 Revolutionäre.

Gutsbesitzer

Fabrikanten und deren höhere Bedienstete

Bankiers und Großhändler

Abend die Oper. Roden muß auch himmlisch ausgesehen haben damals, zum Beispiel als Lohengrin und Tannhäuser denke ich ihn mir be­zaubernd. Seine Stimme kenne ich leider nicht, da er seit jenem furchtbaren Unglück nicht mehr singt."

So hat er seine Stimme verloren?" warf Elisabeth teilnahmsvoll ein.

Nein, er soll sie noch in vollem Umfange und in voller Schönheit besitzen. Aber er ist nicht zum Singen zu bewegen, so oft Hugo und ich ihn schon darum gebeten haben. Sein Unglück liegt an anderer Stelle man sagt, er sei in einem Duell verwundet worden. Hugo weiß nichts Näheres, da er zu dieser Zeit München schon ver­losten hatte und auch nicht in persönlicher Be­ziehung zu Roden stand. Roden ist heute kaum sechsunddreißig Jahre alt, also ein Mann in bester Manneskraft und schon in seinen Hoff­nungen betrogen, schon seit zehn Jahren für sei­nen herrlichen Beruf untauglich. Ist das nicht ein Jammer?«

Unendlich traurig ist es," erwiderte Elisa­beth ergriften.Was ist er denn jetzt?"

Landwirt.--Denke dir nur, als Hugo

vor drei Jahren während eines Manövers auf ein Gütchen nach Regensburg verschlagen wird und im Eutshaus Quartier nimmt, erkennt er in seinem Quartiergeber den einst gefeierten und berühmten Roden wieder. Schnell begei­stert, wie Hugo ist, schließt er mit ihm Freund­schaft, und Roden besuchte uns dann auch öfter, während wir in Regensburg lebten. Seitdem wir aber auf Boyneburg fitzen, hatte er sich zu einem Besuch bei uns nicht bewegen lasten. Er ist eben voller Launen, du wirst selbst urteilen, Elisabeth doch sieh die alte vom Wolf--dort steht er, wieder in serii gewohn­

tes Träumen oder vielmehr Brüten versunken.

Zwei Frauen.

Roman von E. Borchart.

(Fortt-hung.)

Rach kurzer Zeit ging sie weiter, ein Stück am See entlang und dann wieder hinein in den Wald, bis sie das Parktor von Boyneburg er­reicht hatte.

Als sie eintrat, eilte ihr der kleine Werner mit ansgestreckten Aermchen entgegen:

Tante Elisabeth!"

Sie hob das Bübchen in die Höhe und küßte es zärtlich. Als sie es wieder heruntersetzte, stand auch Edith neben ihr.

Das nenne ich Glück, Elisabeth. Eben woll­ten Werner und ich zu dir gehen."

Hätte ich das gewußt, so wäre ich lieber zu Hause geblieben," erwiderte Elisabeth lachend.

Nun, und ich freue mich, daß du gekommen bist. Ich wollte dir von unserem Besuch er­zählen; jetzt kannst du persönlich seine Bekannt­schaft machen."

Ihr habt Besuch?" 7 K;

Ja, Onkel Klaus," fiel Werner ein.

Klaus Oettingen," ergänzte Edith;er ist zwar etwas meschenscheu und bat uns, während seiner Anwesenheit keine Gäste . . ."

.Siehst du, Edith, es wäre bester gewesen, ich wäre zu Hause geblieben," warf Elisabeth ein.

Oho, ich wollte wohl wissen, wer mir den Besuch meiner liebsten Freundin verwehren wollte. So ist das nicht gemeint und trotz aller Freundschaft und von meiner Seite ein klein Denig Schwärmerei für Roden pardon, Oet­tingen kann er uns doch nicht zu klösterlicher Abgeschiedenheit zwingen."

Warum sagtest du soeben Roden statt Dettingen?/

Vierteljährlichcr Bezugspreis: btt der ExMtion 2 MH, not bet allen Postämtern 2,25 M. (ejcu Bestellgeld).

Jnstrttonsgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 15 Ptz.

Reclamen: die Zeile 30 Pfg.

Er bemerkt uns nicht, sieh ihn dir genau an, nicht wahr, ich habe nicht zu viel gesagt."

Elisabeth hatte, noch während Edith sprach, den Blick erhoben und nach der bezeichneten Stelle gerichtet. Dort stand ein großer, schlanker Mann, an den Stamm einer Buche gelehnt, ge­dankenvoll in die Ferne schauend. Wunderbar sck>öne Augen waren es, die aus dem edlen Ge­sicht mit den markanten Zügen herausleuchteten. Der bartlose Mund mit dem fein geschwungenen Lippenpaar, das weiche Kinn, die echt griechiich« Nase, das krause, dunkle Haar, alles zusammen vereinte sich und gab ein Bild wirklich männ­licher Schönheit.

Elisabeth blieb unwillkürlich stehen, a.s fürchtete sie, mit dem Geräusch ihrer Schritte das Bild zu zerstören, das sie vor sich sah. Sie besaß viel Schönheitssinn, und die Schönheit die­ses Mannes war von packender Gewalt, Auf Ediths Frage:Habe ich zu viel gesagt?" schüt­telte sie nur den Kopf. Dann schoß es wie cm Blitz durch ihren Kopf:Wo habe ich dieses Ge- sicht schon einmal gesehen?" Aber ehe sie sich darüber klar werden konnte, ward ihre Aufmerk­samkeit durch den Gegenstand ihrer Gedanken abgelenkt. Ob die auf ihn gerichteten Blicke der beiden Frauen ihn geweckt hatten, oder cj es ein Zufall war? Klaus Roden regte sich und wendete den Kopf zu ihnen hin. Edith wrn..s ihm fröhlich mit dem Taschentuchc zu; da kam er ihnen entgegen.

Wie erschrak Elisabeth, als sie thn, lonoiit;,: und schwerfällig den linken Fuß nachschleppcnd, Schritt für Schritt machen sah. Fast wie ein körperlicher Schmerz berührte sie dieser Anblick. Jetzt war er ganz nahe, und Elisabeth fühlte, wie seine Blicke auf ihr ruhten. Da stellte Edith vor: Orttfttge» meine

Gräfin Landegg."

' (Fortsetzung folgt.)

flammender Aufruf (den wir schon mitgeteilt haben. D. Red.) ergangen, in dem die im Kur­lande studierende baltische Jugend dringend auf­gefordert wird, zum Schutz der Heimat zurückzu­kommen. Das hat konsterniert! Mit Haß und Verleumdung reagiert die lettische und estnische Presse. Schon der nationale Zusammenschluß zumDeutschen Verein in Livland" und zum Verein der Deutschen in Kurland", die durch eine Reihe von deutschen Schulgründungen ihre Kraft erwiesen, hatte Aerger und Neid hervor- gerufen, da man die Deutschen längst als quan- titä negligeable anzusehen gewohnt war. Daß sie jetzt sich nicht vom lettischen Pöbel massa­krieren lassen wollen, halten die Letten für ein Sakrileg. Aehnlich wie aus dem lettischen Lager schallt es ans dem russischen, das bis in die Knochen von revolutionären Ideen verseucht ist. Die deutsche Presse, allen voran das führende Organ des baltischen Deutschtums, dieDüna- Zeitung", hatte die Unfähigkeit und Verderbt­heit der Beamtenschaft, das Liebäugeln mit den revolutionären Elementen, das bei den Justiz­beamten Regel ist, aufs schärfste gebrandmarkt nnb den Nagel auf den Kopf getroffen die Empörung und Wut der russischen Lokalpresse bewies das nur zu gut. So steht das Deutsch- tum in den baltischen Provinzen auf schwer­bedrohtem Posten, umtobt von der wil­den Menge lettischer und russischer Revolutio­näre, ohne Unterstützung durch die Regierung, die im Grunde des Herzens für die einzigen Elemente, die loyal und kaisertreu im Strudel des Umsturzes dastehen, nur eine erzwungene Zuneigung hat. So heißt es denn für die bal­tischen Deutschen:Bereit sein ist alles!" B.