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Marburg
Freitag. 5. Oktober 1906.
Erscheint wöchentlich fieber» mal.
Druck mtb Verlage Joh. Aug. Koch, UmberfttätS-Buchdruckerei
Marburg, Markt 2L — Telephon 55.
41. Jahrg.
Bestellungen für das vierte Quartal auf die
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Neueste Telegramme.
— Berlin, 3. Okt. Im Königlichen Schlosse fand heute mittag zu Ehren der Mitglieder der International Law-Association ein Frühstück statt, wobei Prinz Friedrich Leopold als Vertreter des Kaisers die Honneurs machte. Als Vertreter der Reichsregierung waren die Staatssekretäre Graf Posadowsky und Nieber- ding, als Vertreter der preußischen Regierung Z"/.izminister Beseler anwesend.
' Berlin, 3. Okt. In der „Staatsbürger- Zeitung" bittet Hofprediger a. D. Stöcker um 60 000 M zur Bekämpfung der Sozialdemokratie: „Diese Summe wage ich, von Freunden und Gönnern, welche die Grütze der sozialen .Gefahr kennen, zu erbitten. Ich bedarf ihrer in einer Sache, die gegenwärtig allen anderen vorangeht. Besonders denke ich an reiche, kinderlose Leute, für die es ein Geringes ist, BO 000 M zusammenzubringen. Später wird Uber die Verwendung Mitteilung gemacht werden,' jetzt ist das noch unmöglich."
Berlin, 3. Okt. Das „Militärwochenblatt" sneldet: General der Kavallerie v. Deines, kommandierender General des 8. Armeekorps, in Genehmigung seines Abschiedsgesuchs zur Disposition und gleichzeitig a la suite des Hu- farenregiments Nr. 7 gestellt. Generalleutnant Schubert, Kommandeur der 39. Devision, zum Gouverneur der Festung Ulm ernannt. Generalmajor Briese, Kommandeur der 71. Jnfan- tericbrigade, mit der Führung der 35. Division beauftragt. Zn Genehmigung ihrer Abschiedsgesuche sind zur Disposition gestellt: General der Infanterie und Gouverneur von Köln Freiherr von Egloffstein, General der Infanterie und Gouverneur von Ulm v. Rosenberg - Gras- zczynski, Generalleutnant .und Kommandeur der 35. Division Mooh.
Hamburg, 3. Okt. Die Bürgerschaft nahm mit 81 gegen 33 Stimmen in zweiter Lesung den Antrag auf Schaffung einer Professur für Nationalökonomie mit Hinzufügung des Wunsches an, daß der Senat baldtunlichst der Bürgerschaft eine Vorlage zugehen lassen möge, durch welche eine organisierte Hochschulbildung für Kaufleute vorgesehen wird. Ferner
stimmte die Bürgerschaft dem Anträge des Senats betr. Bewilligung einer Beihilfe von 5000 Mark an die Penstonsanstalt deutscher Journalisten und Schriftsteller zu.
Rom, 3. Okt. Der Papst empfing gestern eine Reihe von Pilgern aus Frankreich, denen gegenüber er sich über die Ereignisse in Frankreich sehr betrübt erklärte, während er sich befriedigt darüber aussprach, datz die Bischöfe und die Geistlichkeit völlig einig seien. Auch sei er überzeugt, datz die Kirche schließlich als Siegerin aus dem Kampfe hervorgehen werde.
Paris, 4. Olt. Morgen beginnen im hiesigen Ministerium des Aeutzcrn dis Besprechungen betr. Abänderung der deutsch-französischen Konvention zum Schutze de': Urheberrechte. Die deutschen Delegierten sind: Direktor im Auswärtigen Amt Wirkl. Geheimrat v. Körner, vortragender Rat im Auswärtigen Amt Legationsrat Göbel von Harrant, vortragender Rat im Reichsjustizan:t Oberregierungsrat Dungs.
Madrid, 4. Oki. Nachdem einige Bischöfe erneut die Negierung und den Justizminister wegen der Haltung in der Zivilehefrage heftig angegriffen haben, besonders der Bischof von Tuy einen beleidigenden Hirtenbrief veröffentlicht hat, beschloß heute die Regierung gegen den letzteren gerichtlich einzuschreiten.
Wohnuligspolitik.
Die Entwicklung unseres wirtschaftlichen Lebens, die ungefähr mit den: Jahre 1871 in ein neues Stadium eingetreten ist, hat dazu geführt, daß sich große Bevölkerungsmassen vom Dorfe und der Kleinstadt losgelöst und in den Städten und Industriegebieten- angesiedelt haben. Das Kennzeichen dieser ganzen Entwicklung ist die Zentralisation. Diese Zem- tralisation hat wie so vieles ander: auch die Wohnungsverhältnisse großer Teile unserer Bevölkerung umgestaltet, zweifellos nicht in günstiger Weise. Unzählige Familien sind heute ihr Leben lang in die Mietskaserne eingesperrt, müssen sich auf einen sehr kleinen Wohnraum beschränken, leiden Mangel an Luft, Licht und Bewegungsfreiheit und müssen einen unverhältnismäßig großen Tefi ihres Einkommens für die Wohnungsmü'ie verwenden, was der Volksmund drastisch ausdrückt in dem Satze: „Die Hausmiete frißt mit aus der Schüssel." Es ist deshalb ein höchst bedeutsames wirtschaftliches und sozialpolitisches Problem, hier eins Reform auzustreben.
Man kann wohl sagen, datz zur Zeit die Frage nach einer Wohnungsreform in Deutschland eifrig erörtert wird. Einen bedeutsamen V.itrag zur Lösung dieser Frage hat soeben Im „Deutsche Verein für Wohnungsreform" gebracht. Dieser Verein hat im April 1905 eine Kommission eingesetzt, die Vorschläge für eine neue Bauordnung in Gegenden, die der Ansied
lung noch erschlossen werden sollen, machen sollte. Der Verein ging dabei von der Beobachtung aus, datz sich seit geraumer Zeit in vielen Gegenden Deutschlands die Tendenz zeigt, Jndustrieunternehmungen von ihren bisherigen Standorten in den größeren Städten und Jndustriemittelpunkten in die entferntere Umgebung dieser Orte oder in ganz neue Gegenden auf das Land oder in kleine Städte und deren Nachbarschaft zu verlegen, und daß es auch im allgemeinen der Zug unseres städtischen Lebens ist, einen engeren Anschluß an die Natur zu gewinnen. Demgemäß, so sagte sich der Verein, hat unsere Epoche im Unterschied von der vorausgegangenen das Streben nach Dezentralisation, und für diese Entwicklung muß vorgearbeitet werden, indem man zur rechten Zeit neue Vauordnungs- und Ansiedlungspläne aufstellt. Die Kommission, die mit dieser Aufgabe betraut war, hat unter dem Titel: „Neue Aufgaben in der Bauordnungssrage, eine Eingabe des Deutschen Vereins für Wohn- ungsreform", im Verlage von Vandenhoeck u. Ruprecht in Göttingen die Ergebnisse ihrer Arbeit veröffentlicht. Die Broschüre soll als Eingabe einer großen Reihe von Behörden überreicht werden. Lis enthält außer einer Abhandlung „Ein Wort über die Entwicklung gewerblicher und städtischer Dezentralisation in Deutschland" von K. v. Mangoldt eine Betrachtung über.die gegenwärtig bestehenden Bauordnungen für ländliche Bezirke und daran anschließend Vorschläge über die Verbesserung diese" Bauordnungen. Der letzte Teil der Schrift handelt über Gartenkolonien vom volkswirtschaftlichen und juristischen Standpunkte aus.
Ein sehr wichtiger Puntt darf in der Wohnungsfrage nicht übersehen werden: die Verkehrspolitik.
Ganz gewiß spielen auch die Fahrpreise auf der Eisenbahn eine Rolle im Haushalt des Einzelnen und zwar eine oft ausschlaggebende Rolle bei der Wahl eines Wohnortes. Billige Fahrpreise ermöglichen es datz ganze Bevölker- ungskreiss in den Autzenquartieren, in den Vororten im Verhältnis zu den Wohnungsmieten der inneren Stadt billigere und gesundere Wohnungen haben können. In einer Großstadt sind die Entfernungen von der Wohnstätte der Arbeiter, die mit dem Pfennig rechnen müssen, zur Arbeitsstätte allzu weit, als datz sie, selbst wenn sie die Zeit opfern wollten, zu Futz zu ihr gelangen können. Für diese kann der Fahrpreis gar nicht gering genug fein, auch im Interesse der Arbeitgeber, denen daran liegen mutz, schaffensfrohe und nicht durch den Weg zur Arbeitsstätte ermüdete Arbeiter zu beschäftigen. Und dann das Heer der Beamten, der freien Berufe, der Privatangestellten, der in Handel und Gewerbe Beschäftigten, denen es jetzt nut mit Aufbietung aller zur Verfügung stehenden
Kräfte in der Familie möglich sein wird, sich halbwegs anständig durch's Leben zu schlagen . . ., für sie alle spielt der immer wiederkehrende Posten der Ausgabe für Eisenbahnfahrt, zu dem auch häufig noch Straßenbahn» kosten kommen, eine große Rolle im monatlichen Haushaltsetat. Und der Staat hat ein Inter, esse daran, es diesen allen zu ermöglichen, in besserer Luft als in der Großstadt selbst, in saubererer Umgebung, in lüft- und lichtreicheren Wohnungen und vor allen Dingen auch billiger zu wohnen als in der Stadt.
Zur Lage in Rußland.
Petersburg, 3. Okt. Da die hiesige Polizeibehörde in Erfahrung brachte, datz für heute Nachmittag gegenüber dem Börsengebäude ein Ueberfall auf den aus der Rentei mit großen Geldsummen zurückkehrenden Kassierer einer Regierungsbehörde geplant sei, waren heute Nach- mittag in der Nähe der Börse Polizisten aufgestellt, nachdem schon gestern Abend einer der Hauptbeteiligten an dem Anschläge festgenommen worden war. Die Polizisten verhafteten fünf verdächtige jungeLeute; ein sechster suchte zu entkommen, wurde aber durch von den Schutz, leuten nachgesandte Schüsse getötet. Bei allen Verhafteten wurden Repetierpistolen gefunden.
Odessa, 4. Okt. Vom Chersoner Feldkriegsgericht wurden sieben an der Beraubung der Agentur der Petersburger Bank in Kachovka Beteiligte zum Tode durch Erschießen, zwei zu siebenjähriger Zwangsarbeit verurteilt.
Poti, 3. Okt. In der Nacht auf den 2. Oktober fand auf dem vonSuchan nach Otschentschenje gehenden Dampfer „Zesarewitsch Georgi" ein frecher Raubüberfall statt; 25 augenscheinlich an verschiedenen Punkten vorher eingestiegene, mit Revolvern und Gewehren bewaffnete Räuber überfielen die Passagiere dritter Klasse und die Mannschaft in dem Raume der dritten Klasse und beraubten die Post und die Schiffskasse um 12 000 Rubel. Die Passagiere erster Klasse schossen auf die Räuber; diese drohten jedoch, zwei Schiffsoffiziere und vier Matrosen als Geiseln zu erschießen, worauf man sie unbehelligt in Be- gleitung der Geiseln mit der Schaluppe landen ließ.
Deutsches Reich.
Berlin, 4. Oktober.
— Seine Majestät der Kaiser verläßt nach neueren Bestimmungen erst am Samstag mittag Cadinen, wohin sich das Kaiserpaar heute von Rominten begeben wird, und begibt sich über Marienburg, wo das Ordensschloß besichtigt wird, zum Besuch des Offizierkorps der Leibhusarenbrigade nach Langfuhr. Abends fährt der Kaiser über Dirschau, wo er mit der Kaiserin zusammentrifft, nach dem Neuen Palais bei Potsdam.
— Der nationalliberale Reichstagsabgeordnete Frhr. v. Heyl hat kürzlich in feinem
$5 (Nachdruck verboten.)
Zwei Frauen.
Roman von E. Borchart.
(Korttehung.)
Elisabeth weiß selbst nicht, wie lange sie so zesessen und gekämpft und gerungen hat. Endlich findet sie die Kraft, sich zum Heimweg zu entschließen. Langsam und müde geht sie den Weg zurück, den sie heute schon mehrere Male gemacht hat.
Als sie das Schloß erreicht hat, ist es bereits Mittagszeit. Am liebsten möchte sie sich in ihr Zimmer einschließen und niemand sehen und sprechen. Doch soll sie ihr Elend anderen Augen »reisgeben? Coll sie durch ihr Verhalten Anlaß zu Mutmaßungen geben? — Nein, sie wird sich überwinden, sie wird versuchen, harmlos zu scheinen vor Beate und den Dienern.
So geht sie innerlich zitternd und bangend in das Eßzimmer.
Beate kommt ihr entgegen.
„Wir werden heute allein essen, Elisabeth, Herbert läßt mit eben durch einen Boten sagen, daß er eilig nach Halldorf teilen mußte und daß tr nicht zu Tisch hier sein könnte." . Wie Schreck und Erleichterung zu gleicher Zeit kommt es über Elisabeth. Sie ahnt, was ihn jfernhält, aber es gewährt ihr eine Art Beruhigung, datz sie ihm jetzt nicht gegenüber zu sitzen braucht, daß sie sich jetzt nicht einen Zwang püfeilegen muß.
Beate ist heute still und einsilbig, und Elisabeths Schweigsamkeit scheint ihr nicht aufzufallen. Das Mahl wird ziemlich wortkarg ein- pommen. Beide sind froh, als es beendet ist, sind jeder sucht die Einsamkeit auf.
Erst das Abendessen vereinigt alle im Eß- |imta$t
Graf Landegg ist bleicher als sonst,■ feine Züge sind ernst, aber er spricht ruhig und ohne Erregung von gleichgültigen Dingen.
Plötzlich — Elisabeth horcht auf und ihre Hände krampfen sich int Schoß zusammen — sagt Graf Landegg mitten in etn gleigültiges Gespräch hinein:
„Ich habe heute eine wichtige Nachricht aus Hohenburg erhalten. Es handelt sich um einige Neuerungen, über die ich bestimmen und deren Notwendigkeit ich erst persönlich am Platze prüfen muß. Ich werde deshalb morgen abreisen und wahrscheinlich vierzehn Tage bis drei Wochen fortbleiben."
Durch Elisabeths Körper geht ein schmerzliches Zucken. Sie weiß nur zu genau, warum er fort will und daß et nur die erste sich bietende Gelegenheit wahrnimmt, um ihr zu entfliehen. „Es ist wohl am besten so, die Trennung wird alles wieder ins alte Geleise bringen," denkt sie. Aber laut erwidert sie kein Wort und verrät nicht einmal ein Staunen. Mit gesenkten Lidern sitzt sie ihm gegenüber und merkt nicht, daß sein Blick blitzschnell und verstohlen ihr Antlitz streift.
Nur Beate hat irgend etwas erwidert oder gefragt. Gleich darauf steht Graf Landegg aus und verläßt nach kurzem Gruß das Zimmer.
Auch Elisabeth erhebt sich und sucht ihr Schlafzimmer auf.
Lange, lange liegt sie grübelnd wach, bis auf die Ermüdung und Erregung die Rückwirkung folgt und sie in einen tiefen, traumlosen Schlaf fällt.
Als sie am nächsten Morgen das Eßzimmer betrat, stand Herbert schon reisefertig vor ihr. Er küßte ihr kühl und kurz die Hand und sprach dann mit Beate. Elisabeth forschte in seinen Zügen, ob darin Verachtung für sie ausgedrückt liege. Sie merkte nichts, aber heiß und wild stieg ihr das Blut zu Herzen, als pe sich dabei er
innerte, wie kurz er ihr gestern jede Rechtfertigung abgeschnitten hatte. Er würde es heute ebenso machen, wenn sie selbst nur versuchen wollte, wenigstens des Vaters Ehre zu retten.
Stolz und Zorn wallten in ihr auf; sie wollte sich keiner Demütigung aussetzen, sie wollte ihn nicht mehr, wie sie es sich gestern vorgenommen hatte, um eine Aussprache unter vier Augen bitten.
In dieser Stimmung war sie, als Graf Landegg jetzt auf sie zutrat und ihr zum AbschiÄ) die Hand reichte. Als er dabei ihre Hand küssen wollte, zog sie diese schnell mit verletzender Kühle zurück.
Eine Sekunde sah der Graf sie mit einem eigentümlich forschenden Blick an, dann stürmte er zur Tüt hinaus.
Kaum hatte sich diese hinter ihm geschlossen, als eine heiße Reue über Elisabeth kam.
Ohne sich zu besinnnen, eilte sie ihm nach, die Treppe hinunter an den vor der Rampe haltenden Wagen. Sie hatte vergessen, was zwischen ihnen stand, und nur ein einziger Wunsch beseelt sie, ihre Härte wieder gut machen, ihn nicht ohne Abschiedswort von sich lassen, ihm keine bittere Erinnerung mit auf den Weg geben.
Er war eben im Begriff, einzusteigen, da stand sie auch schon an seiner Seite, erfaßte seine Hand drückte sie:
„Lebe wohl, Herbert!"
Ganz erstaunt und verständnislos sah der Graf sein junges Weib an, und ein heißes Gefühl stieg plötzlich in seinem Herzen auf. Dann verstand er plötzlich ihre Absicht und ein bitteres Lächeln flog sekundenlang über sein Ersichi: „Ich danke dir ----lebe wohl, Elisabeth."
Darauf sprang er in den Wagen, die Pferde zogen an, der Wagen rollte über den Schloßhof, eine leichte Staubwolke aufwirbelnd.
Elisabeth stand noch immer auf der Freitreppe, die Augen mit der Hand beschattend. Erst als der Wagen ihren Blicken entschwunden und auch das Rollen der Räder verhallt war, kehrte sie langsam ins Schloß zurück.
Als sie die hohen, weiten Räume durchschritt, erschienen sie ihr öde und leer, als ob jemand gestorben wäre. Die Gewohnheit ist ein starkes Band, und Elisabeth fühlte es, daß sie Herbert vermissen werde, daß der Anblick seiner hohen Gestalt, seines männlichen Antlitzes ihr fehlen werde, datz eine Lücke entstanden war, die sich vorläufig nicht ausfüllen ließ. Ein wehes, peinigendes Gefühl bedrückte sie. Leise ging sie hinauf in ihr Zimmer, setzte sich still in eine Ecke und weinte bitterlich.
Der Nachmittag war heiß und druckend. Elisabeth hat sich endlich wieder gefaßt und beruhigt, aber sie konnte das Gefühl der Einsamkeit nicht los werden. Cie wollte Edith Boyne- bürg besuchen und bei ihr und Klein-Werner Zerstreuung und Ablenkung suchen. Sie machte sich denn auf den Weg. Beate redete ihr zu, den Wagen zu nehmen, aber sie ging lieber zu Fuß.
Der Weg führte sie, nachdem sie den Park verlassen hatte, steil die Höhe hinan. Zu beiden Seiten stiegen bewaldete Berge auf, am Weg entlang lief ein kleiner murmelnder Bach und das Tal wurde immer enger. Erst nach halbstündiger Wanderung, bei der Ruine Lauenstein, di« auf dem höchsten Gipfel des Berges thront, weitete sich das Tal und die breite Fläch- des Landeggers Sees ward sichtbar.
Hier machte Elisabeth Rast, auf der kleinen Bank, an welcher sie gestern so viel erlebt hatte, (Fortsetzung folgt.)
hi»niTiWa