■liüiHi.i.iton.iiwimMii ......•'»; «»Ai«,
mit dem MeisbLatt für die Kreise Marburg und Kirckbaim
Son«taqSbeUaaer>AU«ftrirteS ” ***
lauf. Es ist aber dem Zaren keinerlei Projekt
t
83
3
-
£
aufschließen,- man dürfe aber nicht den klein- ^^?«§^^punkt vertreten, daß man meine, die Gesellschaften dürften dabei nichts verdienen. Der Staat, der auch aus politischen Gründen große Ländergebiete an andere Nationen abgetreten habe, solle doch damit nicht so sparsam seinen eigenen Landsleuten gegenüber sein. Wenn diese Geld verdienten, so habe der Staat doch auch seinen Nutzen davon, denn er müsse an dem Gewinn der Konzessionen und Kompagnien
wäre, du hättest Elisabeth nicht so ost in den
Wald gelassen?"
Graf Landegg blickte erstaunt zu Beate hinüber.
Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk, bei allen Postämtern 2,25 Mk. texcl. Bestellgeld).
I u s e r t i o n 8 g e b ü h r: die gespaltene Zelle oder deren Raum 15 Pfg.' Reklamen: die Zelle 80 Pfgi
die von Island einzunehmende vertragsmäßige Stellung im Reiche.
Petersburg, 2. Ott. Die freundschaftlichen Verhandlungen, welche seit einiger Zeit zwischen dem russischen und dem englischen Kabinett zum Zweck der Erzielung einer Verständigung beider Mächte über einzelne Fragen der Orientpolitik geführt werden, nehmen einen normalen Ver-
London, 1. Ott. Wie die „Morningpost" aus Schanghai meldet, begann der japanische Gesandte in Pettng Unterhandlungen mit dem chinesischen Ministerium des Auswärtigen über die Verwaltung von Niutschwang. China nimmt die Bedingungen der Japaner über die Wiederabtretung der Verwaltung und der Eisenbahnen an. — Prinz Su wird als Militärgouverneur von Mukden ernannt werden.
Teheran, 1. Okt. Die Abgeordnetenwah^e i begannen mit der Wahl von vier Abgeordneten durch die Prinzen des regierenden Geschlechts der Kadscharen. Der Schah hat die Wahlen bestätigt. In der nächsten Woche wählen die Geistlichkeit, die Kaufleute und die Handwerker. Die Geistlichkeit in Täbris und Refcht hat sich beruhigt. Die in das englische Konsulat geflüchteten Perser verlassen dieses wieder.
Marburg
Mittwoch, 3. Oktober 1906.
Bestellungen für das vierte Quartal auf die
^Oberhefsische Zei t»«g" nebst ihren «Beilagen werden von unserer Expedition ^(Martt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch-. Kain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbriesträgern ent« Hegengenommen.
(Nachdruck verboten^
Zwei Frauen.
Roman von E. Borchart.
(Fortsetzung.)
Wieder vergeht eine Spanne Zeit. Es sind
Kopfes als mit seinem Inhalt zu arbeiten. Man möge sich doch dabei daran erinnern, welchen Entwicklungsgang die Deutschen durchgemacht; Tacitus habe nichts davon berichtet, daß die alten Deutschen vor 2000 Jahren in die Schule gingen, und trotzdem hätten sie recht froh gelebt. Warum sollten wir nun alles das, was wir in den 2000 Jahren durchgemacht, den Schwarzen ersparen; diese würden, wenn wir sie gleich aller Errungenschaften unserer Kultur teilhaftig werden ließem nur bis zu dem Jdeengang vordringen, die Erziehung dazu zu benutzen, um dann die Weißen totzuschlagen. Wir seien nicht nach Afrika gezogen, um den Schwarzen Bildung zu bringen, sondern um unser Wirtschaftsgebiet auszudehnen. Senttmentalität sei den Schwarzen gegenüber nicht am Platze, diese Erfahrung müßten jetzt auch dieEngländer in Transvaal machen. Die Buren hätten verstanden, die Schwarzen in Ordnung zu halten und sie zur Arbeit heranzuziehen; als nun die Engländer mit ihrem parlamentarischen Regi
ment auch für die Reger gekommen wären, häti ten die Schwarzen nicht mehr arbeiten wollen und Chinesen hätten zur Arbeit in den Gruben, am Rand herangezogen werden müssen. Deutsch« land dürfe in diesem Falle nicht nach dem eng« lischen Prinzip verfahren, sondern müsse sein«, eigene Bahn gehen und nach dem alten konse« vativen Prinzip verfahren. t
Der Redner hielt im weiteren für erforder« lich, daß alle kolonialfteundlichen Parteien sich ein sachliches Kolonialprogramm bilden müßten und danach jede Kolonialvorlage vom wirtschaftlichen Standpunkt aus behandel« ten; denn aus patriotischen Erwägungen unbesehen eine Vorlage annehmen, sei nicht immer patriotisch, die Vorlagen müßten von Fall zu Fall sachlich geprüft werden. Eine gesunde koloniale Wirtschaftspolitik werde in Deutschlaill) immer notwendiger, um Absatzgebietefür unsere Industrie zu schaffen. Deutschland sei nach der Gestaltung der allgemeine» Verhältnisse, der zunehmenden Bedeutung des Bundes der Westmächte, der Entwertung des Dreibundes, der Verlegung des politischen Schwerpunktes nach London, politisch und wirtschaftlich immer mehr auf sich selbst ange- wiesen, deshalb müsse es versuchen und lernen, sich eigene Wirtschaftsgebiete aufzuschließen. Aus diesen Gesichtspunkten heraus habe der Redner denn auch versucht, seine Hand auf Ostafrika zu legen. Deutschland werde lernen müssen, meinte er, seine überseeischen Gebiete wirtschaftlich auszunutzen; die Deutschen müßten dort eine neue Heimat unter deutscher Flagge finden.
bereits zwanzig Minuten nach zwölf. Da legt Graf Landegg das Zeitungsblatt auf den Tisch:
„Ich weiß nicht, wo Elisabeth bleibt. Sollte sie sich im Walde verirrt haben, oder sollte ihr gar etwas zugestoßen sein?" fragt er beunruhigt.
„Elisabeth kennt alle Wege und Stege genau, dank ihrer täglichen, einsamen Streifereien im Walde. Ich wundere mich schon lange, daß du sie nicht etwas darin einschränkst."
„Wie meinst du das?" fragt Graf Landegg, der kaum hingehört hat.
„Sie könnte jemand getroffen haben, der sie aufgehalten hat," sagte Beate, ihre vorigen Worte nicht wiederholend.
„Jemand getroffen? Aber wen denn? Elisabeth kennt kaum jemand hier in der Nähe, außer Gräfin Voyneburg, und Fußwanderungen sind nicht deren Passion."
„Nun vielleicht--" Beate zögert und sieht
den Bruder verstohlen an, „eine andere."
„Eine andere? Du redssi^sonderbar, Beate."
Beate schweigt sekundenlang.
„Nun also, von wem sprichst du?" fragt er ungeduldig.
„Weißt du nicht, daß sie hier ist?"
„Wer ist sie? Drücke dich, bitte, deutlicher aus."
„Nora Steinburg."
„Nora?" fragt er überrascht. „Woher weißt du das?"
„Ich belauschte zufällig ein Gespräch des Gärtnerburschen mit dem Kutscher. Sie erzählten, daß sie seit einigen Tagen in Steinburg ist."
„Die sollten auch etwas Besseres tun, als sich j Mm Dinge zu kümmern, die sie nichts angehen," j
zeugung aussprach, daß der neue Kolonialdirektor soviel praktische Erfahrung habe, daß er sich ohne Schwierigkeit in die Kolonialsache hineinarbeiten könne. Hoffen wolle er, daß dieser nicht so sehr seine Kenntnisse aus den Atten der Kolonialabteilung schöpfe, als aus dem Urteil in den Kolonien beschäftigter Praktiker, denn aus den Akten würde er manches schiefe Bild erhalten. Was die Entwicklung unserer Kolonien betreffe, so hänge diese immer in erster Linie von derWege-und Verkehrsfrage ab, möge die Kolonie liegen wo sie wolle. Als Beispiel führte der Redner in dieser Beziehung die Lüneburger Heide an, die erst durch die Eisenbahnen wirtschaftlich erschlossen worden sei. Theoretisch hätten wir ja auch schon eingesehen, daß ohne Eisenbahn- und Wegebau aus den Kolonien
Die Regelung der Thronfolgesrage in Braunschweig.
I , Bei der Unterredung über die braunschwei« I gische Thronfrage, die der Reichskanzler am Frei« I tag mit dem braunschweigischen Staatsminister I von Oto in Homburg hatte, kann es sich, wie der I „Köln. Ztg." offiziös aus Berlin gemeldet wird, I der ganzen Lage nach nur darum gehandelt ha- I ben, daß der braunschweigische Minister die Mit- I teilung der vom Landtage gefaßten Resolution I dem Reichskanzler gegenüber noch näher münd« I lich erläutern wollte. Wenn bisher der Reichskanzler noch keine Antwort erteilt hat, so dürst«
I diese Verschiebung darauf zurückzuführen sein, daß der Reichskanzler erst die ihm angekündigten näheren Mitteilungen der braunschweigischen Regierung oder des Regentschaftsrates anhören wollte. Man darf somit annehmen, daß jetzt die amtliche, sowohl vom Reichskanzler als vom königlich preußischen Ministerpräsidenten zu erteilende Antwort unmittelbar bevorsteht.
Braunschweig, 1. Ott. Die Nachricht, beim Ministerium sei ein Schreiben des Herzogs von Cumberland eingetroffen mit bedeutsamen Anfragen des Herzogs zur politischen Lage, ist der „Braunschw. Landesztg." zufolge vollständig unbegründet. Es handle sich lediglich um die An
gebietend. Seine Augen bohren sich in der
Schwester Antlitz, als wollten sie die geheimsteU Tiefen und Untiefen in dieser Seele erspähen.
„Es war ein unseliger Irrtum von mir, dich ich sie jemals niedriger Gesinnung beschuldigen, oder sie gar ehrlos nennen konnte. Beate, wir, haben mehr gesündigt als sie. Sie ging auf in ihrer Kunst, für die sie von Jugend auf geweiht schien, sie vernachlässigte den Gatten darum, und trug sich mit unerreichbaren, hochgestellten Wünschen und Hoffnungen, ich gebe das alles zu — aber — dies war auch ihr einziger Fehler. Und jener andere, der sie zu den Höhen der Kunst hinaufgeführt, der ihr das Allerheiligste mit seinem Feuergeist erschlossen hatte, der mußte ihr teuer sein, ja, Beate, sieh mich nicht so entgeistert an, ich wiederhole es noch einmal, der mußte ihr teuer sein. Aber anders, als du wähntest und glaubtest, anders, als du es mir vorstelltest. Ich schentte leider zu willig deinen Einflüsterungen Gehör. Ich war sinnlos vor Eifersucht .dank deiner Verdächtigungen und Zuträgereien. — Sei still, Beate, und laß mich ausreden. Ich will dir keinen Vorwurf machen und beklage nicht, was gekommen ist, besonders nicht, seit ich Elisabeth gefunden habe. Aber gerade in ihrer reinen Nähe ist mir klar geworden, welche furcht- ' bare Schuld ich damals auf mich lud. Ich verdamme schonungslos, und jenen Mann mit de» Künstleridealen, den ich meinen Freund nannte ich — hätte ihn lieber töten sollen, als ihn auf immer untauglich für seine herrliche Kunst z« machen. Was nützt mir die Entschuldigung, daß ich es nicht gewollt habe? Die Reue, die ungesühnte Schuld stißt an mir, und ich gäbe etwa» darum, jene beiden Menschen glücklich zu sehei^ meine Schuld an ihnen wett machen zu können, — So, nun habe ich mir endlich die Seele frei , gesprochen, und nun will ich gehen und Elisa- / beth suchen."
Er hatte leicht gegrüßt «nd war hinausgegangen.
' ' (Fortsetzung folgt.)
ReueAe Telegramme.
Königsberg (in Preußen), 1. Ott. Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen ist in der vergangenen Nacht hier eingetroffen und hat im Schloß Wohnung genommen. Der Prinz wird von Beginn dieses Monats an längere Zeit im staatlichen Verwaltungsdienst tätig sein.
Weimar, 1. Okt. Der christlich-soziale Parteitag wurde heute abend durch Stöcker nach einer großen Kolonialrede des Kaufmanns Viktor (Bremen) geschlossen. Als nächster Tagungsort wurde Elberfeld gewählt.
Karlsruhe, vv. Sept. Die Jubiläumsfeier» lichkeiten haben gestern abend mit einem großen Festbankett der Eisenbahnangestellten aus dem ganzen Land, die die große Festhalle bis auf den letzten Platz füllten, im allgemeinen ihr Ende erreicht. Der Eisenbahnminister v. Marschall gab ein Schreiben des Eroßherzogs bekannt, in dem den Eisenbahnern für ihre Leistungen Anerkennung und Dank ausgesprochen wird.
Straßburg, 2. Ott. Die Kaisermanöver im Jahre 1907 finden, den „N. Nachr." zufolge, zwischen dem 13., 14. und 15. Armeekorps statt und erstrecken sich bis in die Kreise Saarburg und Zabern.
Bern, 2. Ott. Wie die ,Hrkf. Ztg." erfähtt, haben sich neuerdings wieder die Aussichten auf (tine Verständigung mit Frankreich hinsichtlich des Handelsvertrages verschlimmert, sodaß die Wahrscheinlichkeit eines Zollkrieges näher- gerückt ist.
Kopenhagen, 1. Ott. Heute erfolgte dur-b Iben König die feierliche Eröffnung des Reichstages. Die Thronrede erwähnte eine Reihe be- soorstehender neuer Gesetzentwürfe und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Reichstag für die Notwendigen Verteidigungsmittel des Landes , ,,, - , , , - „ „ ■ ..... ..
(einmütig eintreten werde. Sie betonte ferner I p’M3, 3U ma$en Jc*- cy®e,I *,^ei),n.et wünschte, daß das freundschaftliche Verhältnis Dänemarks zu I * L™ ”221» *2 ” € 22rCIo?U2
o,„'s. " I gäbe bemächtige; dazu werde man aber Land-
stllen übrigen Landern und berührte den vom I konzessionen zu geben haben, und dürfe dabei
König beabsichtigten Besuch bei den verschie- I jefne Knauserei treiben. Die Eisenbahnkom-
henen Hofen. Sie schloß mit dem Passus betr. I pagnien würden das ihnen überwiesene Land
Erscheint wöchentlich sieben mal
Druck «nd Verlag: Joh. Aug. Koch, Umverfitäts-Vuchdruckrrei 4L ,
Marburg, Markt 2h - Telephon 55. I
fuhr der Graf ärgerlich auf. „Aber ich weiß noch immer nicht, in welchen Zusammenhang du sie mit Elisabeth bringst."
„Das ist sehr einfach. Hast du während dei
ner Anwesenheit in Berlin nie etwas von der I „Nein, das sehe ich nicht ein." berühmten Sängerin Nora Stein gehört, die an „So würdest du wünschen, daß sie sich mit der königlichen Oper engagiert war, und ihre jener anderen träfe?"
Zuhörer geradezu betötte?" „Wünschen? Das gerade nicht, aber ich würde
, r „Eewiß, ich horte von ihr; aber du weißt, ich es auch nicht zu verhindern suchen."
besuche seit langer Zeit keine Opern mehr. Die „Fürchtest du nichts von ihrem Einfluß auf Sängerin hatte kern Interesse für mich. Was I Elisabeth?"
^«1^5 äu tun?" | „Welchen Einfluß denn, Beate? Elisabeth
Beate warf einen lauernden Blick auf den I war mit ihr befreundet, lange, ehe sie mich
a. 4. . .... ,,, . . ... I kannte, und ich mertte bisher nichts von einem
-•„"•s -n mrrklich nicht, daß diese Sange- I .schädlichen Einfluß, wie du anzunehmen scheinst."
nn Esstisch ist mit Nora Steinburg?" I „Da wußten beide auch noch nicht, in welchem
„Iln. wglich. rief Graf Landegg letzt über- I Verhältnis sie zueinander stehen würden."
rasch:. I „Und gesetzt den Fall, Nora hätte ihr erzählt,
„So hattest du keine Ahnung, was aus ihr ge- I daß sie meine erste Frau war — was fürchtest worden ist?" forschte Beate weiter. I du davon?"
„Doch! Ich hörte, daß sie zur Bühne gegangen I „Ihre Einflüsterungen." ser, aber ich wußte nicht, daß sie diesen Namen I „Beate!"
angenommen hat." . ..... I Beate fuhr zusammen, zwang sich aber zu
„Und hat drr Elisabeth nie erzählt, daß diese äußerer Ruhe und fuhr fort:
Nora Stein ihre Eesanglehrerin war?" „Was willst du? Du hast sie jahrelang ge-
„Doch! Jetzt entsinne ich mich. Elisabeth I haßt."
sprach mir einmal von ihrer Lehrerin, der be- „Leider!" Graf Landegg seufzte, und Beates rühmten Sängerin Stein. Doch wie konnte ich I Erregung wuchs.
ahnen daß es Nora war? — Aber, wie ist mir „Leider, sagst du? Hattest du nicht guten denn, sah ich sie nicht einmal mit Elisabeth im I Grund dazu? Dein „Leider" klingt fast wie," Tiergarten? Haben mich meine Ahnung und I sie lacht spöttisch auf, „wie Reue." meme Augen doch nicht getäuscht?" setzte er in I „Und ist es auch!"
Gedanken das Gespräch fort. „Ganz recht, nach- I „Herbert!" ruft Beate, sich vergessend in höch-
dem ich um Elisabeths Hand geworben, ritt ich I ster Erregung, „sollte es möglich sein, daß du durch den Tiergarten und traf hier zufällig die sie--“
toehcotc mit einer eleganten Dame, deren Aehn- I „Was meinst du?" unterbricht er sie rauh, Mkeit mtt einer anderen mich im ersten Augen- I und in seinen Augen lodert ein heiliger Zorn. Oha stutzig machte. Später vergaß ich die Be- I Beate zitterte unter diesem Blick.
Begnnng, ebenso meine Absicht, Elisabeth nach I „Daß du deine Meinung so geändert hast," « Begleiterin zn fragen. Nun war sie es I vollendet sie ihren Satz.
6o9- I „Ja denn, ich habe sie geändett."
Hi-rweckte ihn Beate aus seinen Gedanken. I „Graf Landegg ist aufgesprungen und steht „Siehst du nun ein, daß e» besser gewesen । .nun vor ihr in seiner ganzen Größe, stotz und
eines englisch-russischen Abkommens überreicht btteiLt werd7n.
zweckmäßiger, als wenn der Staat sich ernen großen Teil des zur Verfügung stehenden Betriebskapitals vorweg als Kaufgeld zahlen lasse und es auf diese Weise der Anlage ent- zrehe, Es sollten aber keine Landkonzessionen an Spekulanten gegeben werden, sondern nur solchen, die sie wirtschaftlich ausnutzen könnten und wurden. Hier aber sei eine liberale Konzessionspolitik dringend erforderlich.
Der Redner erwarte von dem neuen Kolonialdirektor Dsrnburg, daß er die Kolonialpolitik von diesen höheren Gesichtspunkten auffasse und nicht wie seine Vorgänger handle, die in dieser Hinsicht einen kleinlichen Standpunkt einnahmen, statt recht liberal zu sein. Auch sollte man gleich der Selbstverwaltung vollen Spielraum geben. In Rhodesia z. B. erhielten bereits 50 Weiße an einem Ort das Recht, sich einen Bürgermeister zu wählen. Man müsse sich dabei aber frei machen von der nationalen Abschließung und allen Nationalitäten gleiche Rechte geben, wie wir sie doch auch in anderen Unsere afrikanische Politik.
> I lung der Weißen müsse möglichst Liberalität
® In Hannover hielt kürzlich Dr. Karl I und Entgegenkommen herrschen, dagegen in der Peters einen Vortrag über „unsere afrikanische I Behandlung der Schwarzen die Me- Politik". Er führte aus, daß das, was er über I thode der Staatszucht, nach altpreutzllchem alt- Afrika sage, wo er 23 Jahre tätig sei, sich auch konservativem Muster, um sie in Respekt zu hal- auf unsere anderen Kolonien beziehen lasse. Zu- I ten, und zur Arbeit zu zwingen. Das sei richtiger nächst ging et auf den Personenwechsel in der I und wichtiger, als ihnen Schulunterricht zu er- Kolonialverwaltung ein, wobei er die Ueber- | teilen. Der Schwarze sei nun einmal von der Natur dazu bestimmt, mehr mit der Rinde des