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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhaim

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Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk»

bei allen Postämtern 2,25 Mk. (e$d. Bestellgeld).

SufextisnSieSatgbuselMttweJdfeotecbranSamlSSfs: AMst-g, 2. Oktober 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag; Joh. Ang. Koch, UniverfitätS-Suchdruckerel

Marburg, Markt 2t, Telephon 55.

41. Jahrg,

Zweites Blatt.

Bestellungen

für das »irrte Quartal

auf die

^Oberhefflsche Zei t « « g" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition ^Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch» ain, Neustadt und Wetter, sowie von ^pllen Postanstalten und Landbriefträgern ent- 'gegengenommen.

Marburg nnd Umgtgend.

^Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 bei Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe fc... »Oberheff. Ztg.' gestattet);

Marburg, 1. Oktober.

P"' * Was jeder Deutsche von der Marine wissen inutz. Die Präsidialgeschäftsstelle des Deutschen Flottenvereins hat unter obigem Titel eine Zu­sammenstellung interessanter Angaben über die Kaiserliche Marine gemacht, die an jedermann Segen Einsendung des einfachen Drucksachen­portos kostenlos abgegeben wird. Das Blatt ent­hält kurz: Einteilung der Marine, Dienstzeit, ,Personalstärke, befestigte Küstenorte, Werften, Schiffsbestand, Schiffsbauplan, Preise der ^Schiffe, Angaben über die neuesten fertigen Schiffe, Kosten der Kriegsflotten und noch manch «ndere wissenswerte Daten. Ferner beabsichtigt hie Präsidialgeschäftsstelle aus vorhandenen Flichees eine Anzahl Marinebilderbogen mit er­läuterndem Text herauszugeben. In Arbeit be­finden sich zurzeit Bilderbogen: 1. Schiffsgat­tungen, 2. Torpedoboote, 3.-6. Leben und Trei­ben an Bord, 7. Ilebungen, 8. Kriegsbilder. Die Sogen, welche für Vorträge und Schulen im be­schränkten Umfange kostenlos, in größeren Men­gen für den Preis von 2 Pfennigen das Stück abgegeben werden, erscheinen nach und nach; die ersten drei Vogen werden Anfang Oktober fertig. Die Marinebilder werden sicher dazu beitragen, das Verständnis für eine starke deutsche Seemacht zu wecken und mit Rücksicht auf den erläuternden Text auch belehrend und aufilärend zu wirken.

* Der Frauen-Hilfsausschuß für die not. leidenden Deutschen Rußlands, Berlin SW. 11, Hafenplatz 10, bittet alle Menschenfreunde herz­lich um Ueberlassung von abgelegten Kleidern, Wäsche, Möbeln und Hausgerät. Der Zuzug von völlig mittellosen, namentlich dem Arbeiter- ftande angehörigen Personen hat sich weiter ver­größert. Das Lager ist völlig aufgebraucht, dis vorgerückte Jahreszeit läßt überdies sicherlich einen größeren Bedarf namentlich an warmen Kleidungsstücken erwarten.

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(Nachdruck verboten.)'

Wilddieb wider Willen.

Erzählung von R. Trenkhorst, (Fortsetzung).

2.

Negierungsrat Pfeifer gab sich nach seiner Rückkehr nach Cassel alle Mühe, den Wünschen feines Freundes gerecht zu werden; er stellte dem alten Eeneralsuperintendenten Rommel die überaus dürftige Lage Ortweins vor, bat um hie Befürwortung der Gehaltserhöhung des Pfarrers und erhielt zu seiner Freude dessen Zu­lage dafür. Auch die übrigen Mitglieder des Konsistoriums, die Konsistorialräte Ernst und Schnakenberg, mit denen Pfeifer persönlich sehr befreundet war, versprachen, beim Kurfürsten für den Ebsdorfer Pfarrer zu sprechen. So kam. es, daß, als das Gesuch Ortweins im kurfürst­lichen Kabinett präsentiert wurde, dasselbe von so vielen Seiten und so gewichtig zur Be­willigung empfohlen wurde, daß der Regie- tungsrat Pfeifer kaum an eine Ablehnung des­selben denken konnte. Aber er kannte den wun­derlichen Charakter des Kurfürsten nicht, wenn jei einer solchen Protektion irgend einen Wert zuschrieb. Neben seinem fast sprichwörtlich ge­wordenen Geiz, war cs eine der hervorragend­sten Eigentümlichkeiten Wilhelms von Hessen, daß er seiner Umgebung und namentlich seinen Räten gegenüber stets im höchsten Grade miß- krauisch war. In der bitteren Schule des Un- lglücks und des Exils hatte der greise Fürst nichts weiter gelernt, als daß Treue und Wahrheit im Treibgarten des Hofes gar seltene Blumen feien,, tinb daß es vorteilhaft, jedem Rat von vorn­herein möglichst großes Mißtrauen entgegen zu bringen. Die Korruption so vieler seiner frü- Seren Beamten, welcher unter der Fremdherr­schaft offen zu Tage getreten war, hatte nach feiner Rückkehr die Folge, daß der xendantrsche ,

* Die Kirchweihfeste sind wieder auf der Ta­gesordnung. Ihre Entstehung gründet sich auf folgende geschichtliche Tatsache: Im Jahre 335 ließ Helene, die Mutter des ersten christlichen Kaisers Konstantin des Großen über dem Grabe Jesu eine schöne Kirche bauen und verordnete die feierliche Einweihung derselben. Zur Er­innerung dieser Kirchenweihe befahl der Kaiser, daß alle Jahre dieser Weihetag es war der 15. September feierlich begangen werden sollte. Das Beispiel Konstantins fand in der Christenheit Nachahmung; man weihte seitdem alle Kirchen feierlichst ein und beging jährlich das Andenken dieser Weihe. So hat sich diese Einrichtung bis auf den heutigen Tag erhalten. Insofern nun beim katholischen Gottesdienste die Messe als der vorzüglichste Teil betrachtet wird, nannte man die Kirchweihe auch Kirch­messe, und daraus entstand im gemeinen Leben das Wort Kirmse oder Kirms. Es hat jedoch auch nicht an solchen gefehlt, welche diesen Aus­druck von dem slavischen Worte Kermes^ d. h. Schmauserei, herleiten. < . . -

-- Neustadt, 29. Sept. Der Verkauf des städ­tischen Obstes brachte der Stadtkasse einen Erlös von 350,10 M, im Vorjahre 667,50 M. Für Aepfel und Birnen wurden 186,50 M, für Zwet- schen 163,60 M erzielt. Die kalten Regenwetter, welche in die Zeit der Aepfelblüte fielen, sowie die starken Niederschläge mit Hagel haben die Obsternte vernichtet.

© Treysa, 30. Sept. Heute Nachmittag brach in der Scheune des Bäckers Peter Mähler auf unaufgeklärte Weise Feuer aus, das bei den in ihr lagernden reichen Erntevorröten rasch um sich griff, bevor es bemerkt wurde. Da das erst vor einigen Ja» en errichtete Gebäude massiv ist und da eine vollständige Windstille herrschte, gelang es der hiesigen Feuerwehr, sämtliches Vieh zu retten und das Feuer auf feinen Herd zu beschränken; doch verkannten sämtliche Holz­teile sowie die Stroh- und Heuvorräte. Bei die­ser Gelegenheit bewährten sich die Hydranten unserer Wasserleitung sehr gut, sodaß auswär­tige Wehren nicht nötig waren. Der Besitzer der Scheune war mit seiner Familie in einem Nach- bardorse bei Verwandten zu Besuch, und auch die im Hause wohnenden Mieter waren ausge­gangen, als sich die Katastrophe ereignete.

Hessen-Nassau und Nachßargebüte.

Gießen, 28. Sept. Das Schwurgericht ver­urteilte lautFrkf. Zig." heute den 26 Jahre alten Milchkutscher Friedrich Buß, zuletzt in Dienst auf dem Gronauer-Hof bei Dortelweil, wegen Totschlags zu sieben Jahren Zuchthaus. Der Angeklagte hat am Sonntag, den 29. Juni d. I., auf der Straße zu Dortelweil direkt vor dem GasthausZur Eiche" den Schlosser Rudolf Angerstein ohne Veranlassung zusammenge-

Kurfürst jede Anstellung, bis hinab auf den Nachtwächter und den geringsten Kanzleiboten selbst prüfte und in jeder Person, die ihm beson­ders warm empfohlen wurde, einen von der Vetternstraße,, witterte. Und so erging es auch dem braven Pfarrer Ortwein. Denn noch ehe der ehrliche Ebsdorfer Seelenhirt zur Audienz gelangte, hatte Seine kurfürstliche Durchlaucht bereits so viele schriftliche und mündliche Emp­fehlungen über dessen Person erhalten, daß sein Verdacht gegen den Protegierten im höchsten Grade rege gemacht worden war. Als daher Ortwein, der in seiner vollkommenen Unkennt­nis des höfischen Ceremoniells äußerst verlegen und befangen war, mit einer tiefen Verbeugung in das Kabinett trat, musterte der Kurfürst schweigend und voll Argwohn den Pfarrer, wo­bei er denn gleich etwas höchst Mißfälliges be­merkte: der Mann hatte trotz meines Ediktes keinen Zopf, er gehörte also zu den Franzosen- freunden, zu den Revolutionären,

Was will Er?" herrschte er.

Erschreckt über den unfreundlichen Empfang, war der biedere Pfarrer im ersten Augenblicke außer Stande, zu antworten.

Na, wird's bald? Kann wohl nicht hören?" grollte der alte Herr von neuem.

Ortwein faßte sich schnell, sprach fein Gesuch aus und schilderte offenherzig seine äußerst be­drängte Lage.

Der Kurfürst Wilhelm, die langen Arme auf dem Rücken verschränkt, hörte ihm eine Zeitlang teilnahmlos zu, als de: Pfarrer aber unglück­licherweise darauf zu sprechen kam, daß er unter dem französischen Regiment beinahe das dop­pelte Gehalt gehabt hätte und er nach der Rück­kehr Seiner Durchlaucht, wie die meisten seiner Amtsbrüder, ohne weiteres auf dasjenige vom Jahre 1806 herabgesetzt worden wäre, geriet der alte wundnliche Herr jjt Michi geringe Wut,

stochen, er hat, wie der medizinische Sachverstän­dige sich äußerte, mit dem sogenannten Banditen­stich fein Opfer nach Art der Italiener auf der Stelle getötet. Der Angeklagte selbst verteidigte sich damit, er sei von mehreren Personen ange­griffen worden und habe in Notwehr vom Messer Gebrauch gemacht, doch wurde in der Verhand­lung festgestellt, daß er dem ahnungslosen Opfer auf der Straße allein gegenübergestanden und ohne ein Wort mit demselben zu wechseln drauf los gestochen hat.

G. Gelnhausen, 30. Sept. Vor der Trauung des Prinzen Albert von Schleswig-Holstein-Son- derburg-Elücksburg mit der Gräfin Ortrud zu Hsenburg und Büdingen in Meerholz, die be­kanntlich am Sonntag den 14. Oktober d. I. nach­mittags 2V3 Uhr in Meerholz stattfindet, wird der Kaiser unserer Stadt einen Besuch abstatten und die berühmten hiesigen Baudenkmäler be­sichtigen. Nach dieser Besichtigung fährt der Kaiser im Automobil nach dem benachbarten Meerholz zur Teilnahme an der Trauungsfeier.

Wiesbaden, 29. Sept. Am 1. Oktober d. I. werden im Bezirk der Eisenbahndirektion in Mainz die 3,24 km lange eingleisige Haupteisen­bahn Kurve-Betriebsstation E.-Wiesbaden Süd, die 4,44 km lange eingleisige Haupteisenbahn Kurve Vetriebsstation E.-Erbenheim und die 3,14 km lange vollspurige Nebeneisenbahn Kurve-Waldstraße, sämtlich ohne Zwischenstatio- nen, für den Güterverkehr eröffnet werden.

Salzschlirf, 28. Sept. Hier verunglückte gestern der 28 Jahre alte, erst kurz verheiratete Mühlenbesttzer Wilhelm Post dadurch, daß in einer Grube eine Lehmwand einstürzte und Post so quetschte, daß er auf dem Heimtransport starb.

Mainz, 28. Sept. Oberbürgermeister Dr. Göttelmann und Stadtverordneter Mayer als Vertreter der Bürgermeisterei und Stadtverord­neten, sowie eine aus den Landtagsabg. Mol- than und A. Feine bestehenede Deputation des Vereins Mainzer Kaufleute begibt sich nächsten Dienstag nach Berlin, um beim Eisenbahnmini­ster wegen der bevorstehenden Umleitung der Rheingauer Züge über Wiesbaden vorstellig zu werden.

Mainz, 29. Sept. Eine schwere Fischvergif­tung ist in hiesigen Familien nach dem Genuß von Bückingen aufgetreten. Ein Arzt, dessen Frau und zwei Kinder, sowie das Dienstmädchen, ferner ein Schneider und dessen Frau sind schwer erkrankt. Eine Untersuchung ist eingeleitet.

Gera, 29. Sept. Der Bierboykott ist aufge­hoben worden, weil die Wirte unter der Kündi­gung der Hypotheken leiden.

Eisenach, 29. Sept. Die von Gera aus ver­breitete Meldung, daß die Regierungen der thü­ringischen Staaten gemeinsam den Reichskanzler zur Oeffnung der Grenzen im Interesse der Lin­derung der Wehnot aufgefordert haben, ist kei­neswegs den Tatsachen entsprechend. Bei den Regierungen des Eroßherzogtums Sachsen-Wei­mar und dem Herzogtum Meiningen ist von einer solchen Aufforderung nichts bekannt. Scheinbar ist der allerdings sehr lebhafte Wunsch hier der Vater des Gedankens gewesen.

So!" fuhr Seine Durchlaucht auf, indem die großen blauen Adern an der Stirne weit her­vortraten,also Er ist auch einer von den Fran- zosenfreunden, von den Demokraten, den Sans- cülotten? Hält' es wohl gar am liebsten ge­sehen, wenn Sein Herr nicht wieder ins Land gekommen wäre. Hat wohl unter dem französi­schen Räuber und seinem sauberen Bruder, dem Usurpator" er meinte Napoleon und Jerome damitauch so gute Konnexionen gehabt, wie unter meinen Räten, he? Aber da täuscht Er sich, Sein Herr ist viel zu helle, um den Fuchs- schwänzern nicht sämtlich auf die Spur zu kommen!"

Aber kurfürstliche Durchlaucht wagte der Pfarrer einzuwerfen.

Noch räsonnieren? Schweigen!" donnerte ihn der erzürnte Kurfürst an, indem er drohend die Faust ballte,soll Ihn wohl noch ebenso be­zahlen, wie die Franzosen, mit denen Er Unter einer Decke gesteckt hat? Kann froh sein, daß ich Ihn nicht auf der Stelle fortjage, verstan­den? Und nun packe Er sich fort und lasse sich nicht wieder vor mir sehen!"

Ortwein wußte nicht, was er bei dem Aus­bruch des allerhöchsten Zornes sagen sollte, aber die drohende Weisung ließ ihm keinen Zweifel darüber, daß die Audienz beendet sei, und ihm nichts übrig bliebe, als den Schauplatz zu ver­lassen. Als er draußen auf dem Flur stand, war es ihm, als müsse ihn auf der Stelle der Schlag rühren, eine solche Aufregung hatte sich seiner bemächtigt; fassungslos lehnte der Aermste sich an eines der hohen Elasfenster, die auf den freien Wilhelmsplatz hinausführten und drückte die glühend heiße Stirn an die kühlenden Scheiben. Wie war es denn nur Möglich, daß er, den die glühendste Liebe zu fei*

Vermischtes.

Hamburg, 29. Sept Ein 16jähriger Real­schüler erschoß sich in der Schulklasse vor be# Augen des Lehrers und der Schüler wegen eine« schlechten Zeugnisses.

Hamburg, 29. Sept Der Senat 6ean< tagt mit Genehmigung der Bürgerschaft, daß der Penfionsanstalt deutscher Journalisten und Schriftsteller zur Errichtung einer Witwen- und Waisenkasse eine einmalige Beihülfe im Betrag« von 5000 Mark bewilligt wird. Der genannt« Betrag soll nachträglich in das diesjährig« Budget eingestellt werden.

Pensacola, 29. Sept Bei dem Sturm sind etwa 30 Fischerboote gesunken. Die Gleise der Lousville-Nashville-Bahn sind aus einer Strecke von 30 Meilen zerstört. Man fürchtet für die Sicherheit von vier Kanonenbooten, die auf der Kriegswerft von Pensacola einer Reparatur unterzogen wurden.

Wie Zar Nikolaus TI. freite. Die Szene, wie der damalige Eroßfürst-Thronfolqer um die Prinzessin Alix von Hessen freite, soll sich, wenn man einer rührenden Mitteilung Glauben schen­ken darf, die der Vossischen Zeitung aus Peters­burg zugeht, folgendermaßen abgespielt haben. In Walton an der Themse war Nikolaus zum ersten Male mit der jungen Prinzessin zusam­men getroffen, und sein Wunsch, sie zu seiner Lebensgefährtin zu machen, fand die Zustim­mung Alexanders III. Nun mußte der Zare­witsch um die Prinzessin werben. An einem schönen Sommerabend traf er die Auserkorene seines Herzens in einem kleinen Pavillon, wo sie in Träumereien versunken allein saß. Die Gelegenheit war so günstig, wie der junge Großfürst sie sich nur wünschen konnte, aber es fiel ihm schwer, das entscheidende Wort in der steifen Form zu sprechen, wie es die alte strenge russische Hofetikette ihm vorschrieb, und di« Worte blieben ihm fast im Halse stecken, als et schließlich Mut faßte, sich neben die Prinzessin setzte, ihre Hand ergriff und feierlich erklärte:.' Der Kaiser, mein Vater, hat befohlen, Ihnen meine Hand und mein Herz anzutragen."Die Königin," meine Großmutter," erwiderte die Prinzessin lächelnd und ihre Augen blitzten schelmisch,hat mir befohlen, Ihre mir ange­tragene Hand anzunehmen." Dann aber brach sie in Lachen aus und setzte hinzu:Das Herr nehme ich aus eigenem freien Millen!..."

Der Spätherbst hat noch Sonnentage

darum nie ohne Fays tote Sodener Mineral« Pastillen sein, die sich als Vorbeugungsmittel W ebenso glänzend bewäbrt haben, wie sie gegen alle Reizungen der Schleimhäute, der Lust« Wege ec. bewährt sind. Fays ächte Soden« kosten nur 85 Psg. die Schachtel und sind überall iu haben.

allein die find gefährlich, namentlich für empfindliche Leute: sie verführen dazu, daß man fick zu leicht kleidet und nur zu oft teiro ein Spaziergang mit einer starken Erkältung bezahlt. Gerade in dielen Tagen sollte man

nem Vaterlande erfüllte, bei seinem Fürsten i« den schlimmen Verdacht eines Franzosenfreundes hatte kommen können? Wie war es nur mög­lich, daß ein Regent, der eine so schwere Schul« des Unglücks in der Fremde hatte durchmachen müssen, jetzt, da fein zertrümmerter Fürstenstuhl durch das Gottesgericht int eisigen Rußland wie­der ausgerichtet worden war, so hart und grau­sam sein konnte? Der biedere Pfarrer wäre in Thränen ausgebrochen, wenn nicht der an­wesende Kammerdiener mitleidig an ihn heran­getreten wäre und sich erkundigt hätte, ob ihm' nicht wohl sei.

Ortwein zuckte zusammen, ergriff seinen Huh! der ihm entfallen war, dantte dem kurfürstliche« Cerberus, so gut es feine Verwirrung zuließ und schlich sich eilends davon. '

Regierungsrat Pfeifer war nicht wenig be­stürzt, als er feinen Freund so vollkommen gsz knickt zurückkehren sah. .

Aber Herzensfreund", rief er ihm zu, indem er ihm teilnehmend beide Hände entgegen^ streckte,was um's Himmels willen ist Dir denn: begegnet? Du siehst ja aus, als hättest Du de« Tod leibhaftig gesehen!" f

Der Pfarrer vermochte kaum zu antworten; er ließ sich in den Lehnstuhl nieder, den ihm Pfeifer vorsorglich hinschob, wischte sich den kal­ten Schweiß von der Stirne und erzählte mit Unterbrechungen den Verlauf der unglückselige« Audienz. Er bemerkte in seiner Erregung nicht/ daß noch eine dritte Person, ein würdiger Greis in der Stube zugegen war, der sich vor Lache« kaum halten zu können schien, als der ehrlich« Ortwein den unmotivierten Zorn des Kur( fürsten und die Schlußszene der Tragikomödie im Audienzsaal berichtete.

. '(Fortsetzung folgt) !