Erstes Blatt
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(Nachdruck verboten.)
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vergangen.
(Fortsetzung folgt.),
zur- am für
der nach
Zur Lage in Rußland.
Mit allem Vorbehalt gibt der Vertreter der „Voß. Ztg." die Gerüchte wieder, die über die jetzige Stimmung und über die politische Strömung im Umlauf sind. Darnach soll der Gesundheitszustand des Zaren in der letzten Zeit sehr viel zu wünschen übrig lassen. Auch sein Aufenthalt in den finischen Schären wird damit in Zusammenhang gebracht. Von einer Persönlichkeit, die zu Hofkreisen Beziehungen unterhält, hört der Gewährsmann des Berliner Blattes, der Zar befinde sich in einem so nervösen Zustande, daß sogar bereits mit der Möglichkeit der Einsetzung einer Regentschaft gerechnet wird. Darüber, wer mit der Regentschaft betraut werden soll, gehen di; Meinungen auseinander; die einen sollen für die Kaiserin-Mutter sein, während die anderen den Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch vorziehen würden.
Das Kriegsministerium beschloß, den Regi- nrentern, in denen Meutereien ausgebrochen waren, in diesem Jahre keine Rekruten zuzuführen, sondern sie durch Einstellung von Soldaten aus treugebliebenen Regimentern zu ergänzen.
Petersburg, 29. Sept. Die Entscheidung über die Erweiterung der Bürgerrechte der Juden ist in negativem Sinne ausgefallen. Eine Erweiterung der Rechte wird nicht eher stattfinden, als bis die jüdische Jugend einen mehr gesetzlichen Geist beweist.
leit wendet die Regierung der Verstärkung der Freiwilligen Flotte zu.
London. 29. Sept. Alderman Str William Treloar wurde zum Lordmajor von London für das kommende Jahr gewählt.
Konstantinopel. 29. Sept. Vorgestern und gestern sind 5 Schnellfeuergeschützbatterien, 384 Pferde nnb 16 Waggons mit Munition nach Adrianopel abgegangen. Nach den Angaben der Pforte sind die Unruhen in Krije (Wilajet Sku« tari) unterdrückt worden. Nach den Informationen der Pforte wurde ein großes bulgarisches revolutionäres Komplott in Jenidse entdeckt. Eine Kommisiion wurde hingesandt; zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. In Va- richan (Bezirk Monastir) tötete eine griechische Bande 5 Bulgaren und verwundete ein junges Mädchen.
zeit hier weilenden preußischen Gesandten oldenburger Hof, von Bülow, der auch Braunschweig akkreditiert ist.
Braunschweig, 29. Sept. Auf Beschluß wölfischen Parteigänger war unmittelbar
Helsingborg, 29. Sept. Als heute nachin' g eine Abteilung Soldaten hierher zurückke^rle, fanden sich einige Anhänger der jnngsozialisti« schen Partei mit Fahnen am Bahnhof ein. Eina Fahne trug die Inschrift: „Weg mit dem Milt- tarismus! Krieg ist Brudermord!" Beim Abmarsch vom Bahnhofe entfalteten die Sem. n* stranten die Fahne. Die Polizei schritt ein u”** bemächtigte sich der Fahne. Es entstand ein Handgemenge, in dem die Polizei von de« blanken Waffe Gebrauch machte. Drei Personen wurden verwundet, darunter zwei schwer. Eine Person wurde verhaftet.
Tiflis, 30. Sept. Nach einer amtlichen Meldung aus Baku ist der Ausstand dort beendet. Sämtliche Arbeiter haben die Arbeit wieder auf« genommen.
Mita«, 30. Sept. Adelsversammlungen der verst-stedenen Kreise der Provinz Kurland warfen 120 000 Rubel aus zur Organisation eines Schutzes der Bevölkerung gegen die Gewallt tert bewaffneter Banditen.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck Md Verlag: Joh. Ang. Koch, UmverfitätS-Luchdruckerei
Marburg, Markt 2L — Telephon öS.
Marburg
Dienstag, 2. Oktober 1906.
ReueSe Telegramme.
r Berlin, 30. Sept. Der ordentliche Professor »n der Friedrich Wilhelm-Universität zu Bersin, Geh. Justizrat Dr. Heinrich Dernburg, hat Ke große goldene Medaille für Wissenschaft er.
dem Tode des Prinzen Albrecht eine Abordnung unter Führung des Reichstagsabgeordneten von Damm zum Herzog von Cumberland gesandt worden, der damals noch in Kopenhagen weilte. Auf die dem Herzog unterbreitete Bitte, daß et die Thronfrage in einem für Braunschweig günstigen Sinne lösen möge, erwiderte der Herzog, wie die Braunschweiger Nachrichten melden, daß er bereit sei, den Wünschen der Braunschweiger Bevölkerung so weit wie möglich entgegenzukommen. Er fügte hinzu, er "befürchte nur, daß Kaiser Wilhelm keiner Verständigung geneigt sei. In diesem Sinne hat der Herzog sich jetzt auch in Gmunden einem höheren braunschweigischen Staatsbeamten gegenüber geäußert, er wäre gern bereit, seinen Frieden mit Preußen zu machen; man glaubt auch, daß er für seine Person auf die Thronfolge in Braunschweig verzichten würde, um seinen Söhnen eine selbstständige Entscheidung zu ermöglichen. Wie die Dinge sich aber in der letzten Zeit entwickelt haben, wird wohl von preußischer Seite das erste Wort in der Angelegenheit gesprochen werden.
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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
SonntaasbeUagerSUastrirles
ben muffen, und sie wußte genau, daß er einzig und allein sie, eine zweite Frau liebte. Wie sonderbar! Dieser letzte Gedanke beruhigte sie, und sie hatte sich doch nie etwas aus einer Liebe gemacht, sie war ihr lästig und peinlich gewesen.
Nora muß nach Landegg kommen: sie — Elisabeth — wird alles aufbieten, ihren Gatten mit ihr zu versöhnen. Wie herrlich wird es sein, die geliebte Freundin in der Nähe auf Steinburg zu haben, nach Herzenslust zu ihr hinüberlaufen und sich Rat und Trost holen zu können. Eine solche Freundin, zu der sie aufblicken kann, von der allein sie sich lenken laffen würde, hat ihr gefehlt. Wie verlockend erscheint ihr auf einmal die Zukunft!
Noch heute will sie Herbert bitten oder doch wenigstens von ihrer Begegnung mit Nora sprechen und prüfen, wie weit fein Herz für die Versöhnungssaat vorbereitet ist. Vielleicht erzählt er ihr dann einiges aus seiner ersten Ehe. Aber — ihr Herz zuckte vor Schmerz zusammen, — wenn er sich nicht versöhnen laffen will, wenn er ihr nicht gestattet, fernerhin mit Nora zusammenzutreffen? Das kann ja aber nicht sein,, er wird ihr diese Bitte nicht abschlagen, er hat ihr bisher noch eine jede erfüllt.
Zwölf laute Schläge der Kirchturmuhr des nahen Dorfes Notweiler tönen plötzlich in die Stille, und mitten in Elisabeths Gedanken hinein. Sie fährt ganz erschreckt aus ihrem Sinnen auf. Das ist die Zeit des zweiten Frühstücks, das sie stets mit Herbert zusammen einnimmt. Er liebt es, wenn sie ihm dabei Gesellschaft leistet, und sie hatte es bisher nie verabsäumt, pünktlich um zwölf Uhr im Eßzimmer auf seine Rückkunft von den Feldern zu warten. Er war ebenso pünftlich wie sie, und nachdem sie eine halbe Stunde zusammen geplaudert hatten, war er dann Meder gegangen.
Aufstand auf der Insel Cuba.
Havanna, 29. Sept. Die Einsetzung einer provisorischen Regierung von feiten der Vereinigtert Staaten von Amerika ist heute morgen erfolgt.
Newyork, 29. Sept. Kriegsminister Tast proklamierte sich heute als Militärgouverneur von Cuba. Er wird vorläufig keine Aenderungen treffen, sondern nur für die Neuwahlen Vorsorge treffen.
Havanna, 30. Sept. Die von Taft erlaßene Proklamation, die, abgesehen von der Veröffent* lichung im Amtsblatt, in Tausenden von Exemplaren in Havanna und anderwärts verbreitet wird, machte einen ausgezeichneten Eindruck, besonders wegen ihrer gemäßigten Sprache. In der Proklamation wird erklärt, daß die Einsetzung einer provisorischen Regierung nur wegen der dringenden Erforderniffe der Lage und der Wiederherstellung der Ruhe, Ordnung und des öffentlichen Vertrauens erfolgte, bis eine ständige Regierung geschaffen sein wird. Alle Exekutive-, Stadt- und Provinzialbehörden bleiben bestehen, wie die Proklamation besagt. Die Gerichte sprechen Recht wie bisher. Alle Gesetze, soweit sie nicht ihrer Natur nach zeitweilig unanwendbar sind, bleiben in Kraft. Niemand scheint die ehrlichen Absichten Roosevelts und seiner Vertrete, in Zweifel zu ziehen bezw. Befürchtungen z« hegen, daß die provisorische Regierung Schwierigkeiten oder offenen Widerstand in irgend einem Teile von Cuba finde. Die geschäftliche« Kreise sind von dem Wechsel der Regierung seh, befriedigt.
Havanna, 29. Sept. Das Vorgehen Tafts ist die Folge des Mißlingens des Versuches, den tu* banifchen Kongreß zusammentreten und einen neuen Präsidenten für Palma wählen zu laffen, der mitsamt seinen Anhängern sich weigert, weiter im Amte zu bleiben. Zu der Zeit, zu d« gestern Abend die Sitzung des Kongreßes eröffnet werden sollte, waren nur vier Mitglieder anwesend, die sich schließlich entfernten, ohne dich eine Sitzung stattgefunden hätte. __________
dann, was du erreichst hast, gleichviel was, ich bin auf alles gefaßt. Unsere Freundschaft und unsere Liebe wird es nicht beeinfluffen. Du gabst mir eben einen schönen Beweis deiner Liebe und deines Vertrauens, denn du ließest dich nicht irre führen durch das, was ich dir mitteilen mußte, und meiner Liebe bist du für alle Zeiten sicher. Und nun lebe wohl, meine süße Nachtigall, und laß uns auf ein frohes Wiedersehen hoffen."
Nora hatte die junge Frau an sich gezogen und wiederholt auf Stirn und Wangen geküßt. Dann machte sie sich sanft los und wandte sich, noch einmal stumm mit der Hand grüßend, zum Gehen. Ihre hohe, majestätische Gestalt schimmerte noch eine Weile durch das Grün, dann verlor sie sich im Schatten des Waldes. Elisabeth stand noch immer aus demselben Flecke und startte ihr naw. Es war ihr ganz traumhaft zu Akute. War es denn wirklich wahr, was sie soeben gehört und erlebt hatte? Nora Stein, ihre geliebte Lehrerin und Freundin eins Gräfin Landegg, die geschiedene Frau ihres Gatten? — Mein Gott, warum gerade sie? Warum nicht eine Unbekannte, von der sie nichts wußte und auch nichts wißen mochte? Hoch und unantast- stand Nora bisher in ihrem Herzen. Soll sie nun irre werden an ihr oder an dem Gatten zweifeln?--Nein, beides ist undenkbar, aber,
was konnte diese beiden Menschen, die für einander geschaffen schienen, trennen?--Allein
die Kunst, wie Nora sagte?
Nun war es ihr auf einmal klar, warum sie selbst nicht singen sollte: er wollte nicht auch die zweite Frau an die Kunst verlieren. Oder wollte er nur nicht an die herrliche Stimme seiner ersten Frau, die ja noch viel schönet als die ihttge war, erinnert werden?
Torheit! Dann hätte er die .erste ja noch jie-
Heute ist sie zum ersten Male nicht da. Er wird sie vermißen, sich wundern, vielleicht ga, sich beunruhigen. Wenn sie sich jetzt beeilt, tan« sie ihn vielleicht noch antreffen und aufllareix. ihm unter vier Augen die Begegnung mit Nora Stein oder vielmehr mit der Gräfin Steinburg erzählen. Schnell nimmt sie ihr Tagebuch vot, der Bank, ohne das herausgefallene Blatt zu bemerken und tritt eilig den Heimweg an. Sis wählt einen Nichtweg, der nicht so schön, aber bedeutend kürzer ist, als der gerade Pfad und hoffte das Schloß schon in einer halben Stunde er*, reichen zu können.---
Graf Landegg ist pünktlich wie immer um zwölf Uhr in das Eßzimmer getreten. Seine Augen eilen suchend durch den Raum, doch nuH Beate fitzt auf ihrem Platze. *
,Wo ist Elisabeth?" ist seine erste Frage.
Ich weiß es nicht, Herbert. Ich sah sie vor geraumer Zeit in den Park gehen. Sie wird sich! versvätet haben."
„Hm!" macht Graf Landegg. „Elisabeth ist' die Pünktlichkeit selbst und hat sich bisher -noch nie verspätet."
Er fetzt sich an den Tisch, zündet sich eine Zigarre an, nimmt eine Zeitung aus der Brusttasche, und fängt an, zu lesen. Seine Gedanke« sind kaum halb dabei. Er horcht auf jedes Geräusch, auf jeden Schritt. Jetzt muß sie doch endlich kommen! ,
„Willst du nicht wenigstens anfangen, pt eßen? Die Eier werden kalt," fragt Beate nach einer Weile.
„Nein, danke, ich warte, bis Elisabeth zurück ist."
Das liebe, schöne Gesicht, das et sonst immer sich gegenüber sieht, fehlt ihm. Sein Appetit ist
Die Regelung der Thronsolgefrage in Braunschweig.
Eine süddeutsche Korrespondenz mit angeblich guten Informationen erzählt (nach Berichten hiesiger Blätter) von Versuchen, eine Verständigung zwischen Preußen und dem Herzog von Cumberland herbeizuführen. Die Grundlage, auf der dies geschehen solle, sei ungefähr folgende: Der Herzog verzichte zugunsten seines ältesten Sohnes auf die Sukzession in Braunschweig; beide Söhne entsagen mit väterlicher Ermächtigung allen Ansprüchen auf Hannover und verkünden dies in einer Proklamation an die hannoversche Bevölkerung. Die Notabeln der yan- noverfchen Welfenpartei erklären in öffentlicher Kundgebung, daß sie den durch die Ereignisse von 1866 geschaffenen de kaeto-Zustand nunmehr als de inre-Zustand anerkennen und fordern ihre Gesinnungsgenossen zur Treue gegen die Hohenzollerndyn-astie auf; Preußen erkläre im Bundesrat, daß gegen die Sukzession des Hauses Braunschweig-Lüneburg in Braunschweig Hinderniffe nicht mehr bestehen. Ob der Herzog für diese Grundlage einer Aussöhnung der beiden Dynastien zu gewinnen sei, und ob sich der Kaiser damit begnügen werde, laße sich heute noch nicht mit Sicherheit beurteilen. In Kreisen, die es wißen können, werde geglaubt, König Eduard habe schon bei der Friedrichshofer Zusammenkunft über die Möglichkeit einer Verständigung sondiert und den Eindruck gewonnen, daß eine solche nicht ausgeschloßen sei, zumal der Kaiser eine Einverleibung Braunschweigs nicht beabsichtige und auch gegen eine Personal-Union Bedenken hege. Dies habe dazu beigetragen, daß die Familie Cumberland ihr früheres Mißtrauen gegen die preußischen Absichten auf gegeben habe und einer ernstlichen Prüfung der Frage näher getreten sei.
Braunschweig, 29. Sept. Staatsminister Dr. von Otto ist aus Homburg hier wieder eingetroffen. Heute vormittag fand unter seinem Vorsitz im Staatsministerium eine Beratung statt, der der Inhalt der vertraulichen Besprechung Dr. von Ottos mit dem Reichskanzler zugrunde lag. Auch ein Schreiben des Herzogs von Cumberland
das hier eingettoffen ift lag dem Regentschaftsrat vor. Darin sollen bedeutsame Aeußerungen zur Thronfolge enthalten sein. Nach der Sitzung empfing Staatsminister Dr. von Otto den
; Berlin, 29. Sept. Am 27. und 28. September haben Konferenzen von Vertretern der Bundesregierungen in Eisenach stattgefunden, in denen pber einzelne Ausführungsbestimmungen der Vereinbarungen über die Reform der deutschen Personen- und Eepäcktarift beraten wurde, lieber alle wesentlichen Punkte wurde ein erfreuliches Einverständnis erzielt, sodaß nun* sucht mit Sicherheit auf das Inkrafttreten des vieformtarifes auf der bekannten Grundlage am p. Mai 1907 gerechnet werden kann.
: Barcelona, 30. Sept. In der Carlistentangelegenheit wurde ein besonderer Untersuchungsrichter ernannt, der zahlreiche Per- shaftungen angeordnet hat.
Belgrad, 29. Sept. Der hier weilende englische Schriftsteller Alfred Steads unterbreitete lm Namen eines englischen Komitees der serbischen Regierung ein Angebot für den Bau feiltet transbalkanischen Eisenbahn von Kladnow iifcer Risch und die serbisch-türkische Grenze und {an der Adria und ein weiteres Angebot eines Zweiten Komitees Bett, die Errichtung einer Kroßen Konservenfabrik in Serbien, die sich zu [einet jährlichen Verarbeitung von 100 000 Stück Pieh verpflichten würde.
s Paris, 30. Sept. Man erwartet hier mit Bestimmtheit, daß bet Chef des japanischen Ce- ffchwaders, welches 1907 den Weg um das Kap bet Guten Hoffnung nehmen wird und einige 'europäische Häsen, darunter auch französische, [sanzulaufen beabsichtigt, irgend einen Anlatz [wahrnehmen werde, über die Japan zugeschtie- •fienen Absichten auf europäische Besitzungen in {Asien (Jndochina usw.) ein orientierendes, be- Mhigendes Wort zu sprechen. Noch vor Beginn dieser japanischen Reise dürfte zwischen den Kabinetten von Paris und Tokio ein Arrange- jment wegen Zulassung jüngerer französischer Offiziere zum zeitweiligen Dienste in der japanischen Armee und Marine zustande kommen.
i Petersburg, 29. Sept. Die Petersburger Telegraphen-Agentut meldet aus Tokio: Für Reparaturen und den Bau von Kriegsschiffen beantragte der Marineminister beim Parla- linent einen auf Zeit bis 1930 zu verteilenden Kredit von 270 Millionen Yen, davon 23 Millionen Yen für 1906. Vom Kriegsreßort wird In Hiroshima ein neues Arsenal erbaut. Die Kachalinbahn soll bis zum Winter ferttggestellt fberben; sie soll anfangs ausschließlich Militär- porrate befördern. Ihre besondere Aufmerksam-
Ztvei Frauen.
Roman von E. vorchart.
"(gorilefeimg.)
... , Hast bu ben Namen der ersten Frau deines Mannes auch nicht gewußt?"
„Nein — Herbert sprach an unserem Ver- kobungstage von seiner ersten Ehe — es war nur kurze Erwähnung, ohne Namen und Einzelheiten."
„Und bu hast nie geforscht: Wer war sie, die xinst fein Hetz besessen hat?"
„Nie," kam es zögernd über Elisabeths Lippen."
Nora fühlte, wie sie darunter heiß errötete. Was hatte Nora nur?
„Elisabeth," begann diese gleich darauf, „versuche dein Versöhnungswerk; ich sehne mich nach einer Aussprache und Aufklärung verschiedenet Tatsachen, und ich möchte auch gern zu dir kom- tnen. Nur eine Frage beantworte mir noch: Wie stehst du mit Beate?"
„Beate?" Elisabeth seufzte unwillkürlich. „Sie ist höflich und freundlich zu mir, wenn -uch--"
„Wenn sie mir auch wenig sympathisch ist. Dir kann ich es ja sagen, Nora."
„Dann geht es dir, wie einst mir, und ich ?laube, es wird mir einige Selbstüberwindung osten, ihr ruhig und harmlos wieder entgegenzutreten. Doch sei ruhig, Herz, das soll das kleinste Hindernis sein.--Nun aber müßen
wir uns leider trennen. Ich habe noch einiges ;u ordnen, und ich sagte dir schon, daß ich heute Hoch nach München fahren will. Heute Übet drei Wochen zu derselben Stunde wirst du mich hier Mi Landeaaer See wiederfinden. Sage mit