mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchkain.
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J«sertionSgebühr:diegespalteneZeileoderderrnRaum15Pf. OA innz» Druck »nd Verlag: Joh. «ug. Koch, UniverfitStS-Buchdruckmi 41. Illbra.
Reklamen: die Zeile 30 Pfg. V0NNlag, 30. SepteMver 1906. Marburg, Markt 21. - Telephon 55.
Erttes Blatt.
Lehrlingspattonate.
Eine eigenartige Einrichtung zum Zwecke i't Lehrlingsfürsorge ist in der Schweiz ins Lern gerufen worden. Es sind dies die Lehr- ngspatronate, die 22 an der Zahl in einem erbande vereinigt sind. Diese Patronate ver- lgen den Zweck, das Lehrlingswesen nament- ch durch Lehrstellenvermittelung und durch eberwachung der Lehrlinge zu fördern. Sind i einzelnen die Aufgaben dieser Institute ehr oder weniger weit begrenzt und je nach sven Ortsverhältnisien auch verschieden einge- fichtet, so wird man doch im großen und ganzen inen Einblick in die Organisation und die Tätigkeit der Lehrlingspatronate zu gewinnen vermögen, «wvenn man die Satzungen eines dieser Institute betrachtet.
, Das amtliche „Gewerbeblatt aus Württemberg" fetzt uns dazu instand, indem es das Statut des Züricher Lehrlingspatronats vor- ührt. Daraus ist zu entnehmen, daß dieses Pa-, ironat sich folgende Aufgaben stellt: 1. Mithilfe bei der Berufswahl und Vermittelung von Lehrstellen; 2. Vermittelung geeigneter Wohnend Kostorte für Lehrlinge und Lehttöchter; 3, Abschluß von Lehrverträgen und Regelung des Verhältnisses zwischen Meistern und Lehrlingen im Interesse gründlicher Ausbildung; 4. Auf- icht über das Betragen der Lehrlinge, sowie Fürsorge für seine Erholung, Schutz und nützliche Beschäftigung derselben in der freien Zeit durch Lektüre, Besuch einer Fortbildungs- oder Gewerbeschule, der Lehrsäle, Bibliotheken, Un- iterhaltungsabende usw.; 5. Unterstützung unbe- imittelter tüchtiger Lehrlinge durch Beiträge für ^Lehrgeld, Kost und Wohnung, und 6. Stipendien an tüchtige und brave Lehrlinge für Fachschulen oder Wanderschaft.
l Das Züricher Patronat ist eine gemeinsame Einrichtung verschiedener gemeinnütziger bezw.
stände zu seinen Verhandlungen mit beratender Stimme zugezogen werden. Der Patron hat die Pflicht, den seiner Pflege unterstellten Lehrling in jeder Richtung zu beaufsichtigen und ihn zu nützlicher Tätigkeit und Zeitverwendung anzv- halten. Er hat, so oft es die Umstände erfordern, mindestens aber jährlich zweimal, an den Vorstand über Betragen, Fleiß und Fortschritte seines Pflegebefohlenen schriftlich zu berichten; bei etwaigen Differenzen mit dem Lehrmeister hat er vermittelnd einzugreisen und nötigenfalls den Vorstand zum Einschreiten aufzrufen. Bei ungünstigen Bettchten über den Lehrling gibt das Patronat davon den Eltern oder dem Vormund Nachttcht.
Für b'i Lehrverträge, welche durch die Vermittelung des Lehrlingspatronats abgeschloffen werden, wird ein besonderes Formular, das dem vom Schweizerischen Eewerbeverein aufgestellten Normal-Lehrvertrag angepaßt ist, zur Anwendung gebracht. Beim Vertragsabschluß tritt das Lehrlingspattonat als vertragsschließende Partei „im Auftrag der Eltern bezw. des Vormundes" auf. Durch den Lehrvertrag wird dem Lehrlingspatronat die Befugnis zur Beaufsichtigung des Lehrlings eingeräumt; auch wird im Vertrag der Lehrmeister verpflichtet, selbst (nicht durch Vermittelung des Patrons) jährlich mindestens einmal einen Bericht über dis Fortschritte und das Betragen des Lehrlings an das Lehrlingspatronat zu erstatten.
Lehrstellengesuche und Lehrstellenangebote sind bei dem Präsidenten des Vorstandes anzubringen. Die Verteilung der angemeldeten Lehrlinge auf die angemeldeten offenen Lehrstellen hat der Präsident dem Vorstandskollegium zur Genehmigung zu unterbreiten. (Im Jahre 1901 hatten sich 128 Lehrlinge und Lehrtöchter bei dem Lehrlingspatronat in Zürich angemeldet.) Die nötigen Geldmittel bringt das Lehrlingspatronat durch jährliche Beiträge der mitbeteiligten Gesellschaften und Vereine, durch Subventionen der Behörden und durch fteiwillige Beiträge auf. Wohltätigkeitsvereine und Anstalten, Gemeinde- und Armenbehörden pflegen die Verwendung der ihnen für
Die Tätigkeit der Lehrlingspatronate aus dem Gebiet der Lehrstellenvermittlung ist in erster Linie darauf gerichtet, die Lehrlinge bei tüchtigen, in jeder Hinsicht empfehlenswetten Lehrmeistern unterzubringen. In den Verbandsmitteilungen wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Lehrlingspatronate nicht das Absehen auf die Erzielung einer möglichst großen Zahl von Stellenvermittlungen zu ttchten haben. Durch die Lehrlingspatrone und durch sonstige Vertrauensmänner werden sorgfältige Erkundigungen über die angemeldeten offenen Lehrstellen eingezogen. In ähnlicher Weise wird auch der Befähigung der angemeldeten Lehrlinge und der Wahl eines für den einzelnen geeigneten Berufs große Aufmerksamkeit geschentt.
Vom Verband der schweizerischen Lehrlingspatronate wird der „Schweizerische Lehrlingsund Lehrstellenanzeiger" ausgegeben, welcher zweimal im Monat erscheint. Der Anzeiger steht Eltern und Meistern für Inserate über Lehrstellen unentgeltlich offen, wenn sie die Vermittelung eines Lehrlingspatronats in Anspruch nehmen. Lehrstellengesuche und Lehrstellenangebote werden in dem Anzeiger nach Berufen geordnet unter Namensangabe und mit Bezeichnung des Lehrlingspatronats, welches zur Auskunstserteilung und Vermittelung bereit ist, aufgeführt. Der Verband gibt auch durch Vermittelung der Lehrlingspatronate an Eltern und Vormünder ein Büchlein „Die Wahl eines Berufs" unentgeltlich ab. —
Sollte sich nicht auch bei uns die Schaffung von derartigen Lehrlingspatronaten ermöglichen laffen? Die Handelskammern und Ee- werbevereine sollten sich das doch reiflich überlegen. Beide Teile, die Lehrmeister und die Lehrlinge, haben non derartig ausgestalteten Patronaten Vorteil; schließlich aber dienen diese Institute in hervorragender Weise auch der Familie und der Allgemeinheit, indem durch sie den schädlichen Einflüffen, die gerade auf die jungen Lehrlinge einstürmen, entgegengewirkt werden kann.
.Gewerbe-Vereine in Stadt und Kanton; die Verwaltung des Instituts geschieht durch eine puf drei Jahre gewählte Kommission, zu der jeder beteiligte Verein je drei Vertreter entsendet. Aus der Mitte dieser Kommiffion wird pin neungliedriger Vorstand gewählt. Als be- fcnbere Organe der Patronate fungieren die Lehrlingspatrone, deren je einer fü: jeden Lehrling gestellt wird, und die sich meist aus Geistlichen, Lehrern ttnb Beamten rekrutieren. Mitglieder der Kommiffion brauchen die Patrone nicht zu sein, können aber vom Vor-
lNachVruck verboten.)
Zwei Frauen.
Roman von E. Borchart.
(Fortsetzung.)
। - „Nora, liebste Nora, warum das?" rief Elisabeth erschreckt.
„Ich hielt mich länger in Amerika auf, als ich Urlaub hatte. Meine Bitte um Nachurlaub war nicht gewährt worden; so gab ich ihn mir selbst. Man faßte das als einen Kontraktbruch auf und verurteilte mich zu der üblichen Konventionalstrafe. Ich zahlte sie, aber mein Stolz empörte sich, und ich verlangte, daß mein Kontrakt gelöst würde. Es geschah auch, aber man verbot mir, je wieder in einem königlichen Theater Berlins aufzutreten. Nun, was sagst du dazu, Elisabeth? Schicki man so den Liebling des Publikums fort?"
; „Es ist empörend und unverzeihlich."
„Ja, aber ich stehe über meinem Schicksal, ich habe andere, herbere Enttäuschungen ertragen, ich werde auch diese überwinden."
„Und was gedenkst du jetzt zu tun?"
„Ich verhandle bereits mit München und fahre heute noch hin, um den Kontrakt mit der dortigen Oper zu unterzeichnen."
„O, wie himmlisch, Liebste!" fiel Elisabeth hoch erfreut ein, „so bleibst du ja in meiner Nähe! Da können wir uns öfter sehen, ich werde deine Stimme wieder hören, dich in deinen Glanzrollen bewundern können! Sei gewiß, ich komme nach München, und wenn ich es —“ Sie stockte und errötete jäh.
Nora sah sie befremdend an: „Was sprichst du da, Kind? Wohnst du mit deinen Eltern nicht mehr in Berlin?"
, ,Vein--das heißt, meine Eltern wohl,
»bei ich —"
„Du bist auf einer Vergnügungsreise mit Bekannten nach Oberbayern und zufällig in diese Degend gekommen?"
. „Nein, ich wohne ja hier," stieß Elisabeth Heraus,
die Verwilligung von Lehrgeldsbeiträgen zur Verfügung stehenden Mittel den Lehrlingspatronaten zu überlasten. Die Ausgaben der Patronate bestehen neben den Verwaltungs- kosten hauptsächlich in Lehrgeldsbeiträgen. Das Lehrlingspatronat in Zürich verpflichtet sich den Lehrmeistern gegenüber zur Bezahlung des Lehrgeldes und verlangt seinerseits von den Eltern, Vormündern usw. Ersatz, soweit diese zur Ersatzleistung imstande sind. Es hat also nicht der Lehrmeister, sondern das Lehrlingspatronat das Risiko des Ausfalles.
„Hier? — Wo denn, Elisabeth? Du machst mich neugierig."
„Auf Landegg."
„Auf Landegg?" rief Nora erschreckt. Sie griff nach ihrem Herzen, wohin plötzlich alles Blut zurückgewichen schien. Ihr Gesicht war aschfahl, und ihre Lippen bebten. „Was machst du auf Landegg?"
„Graf Landegg ist mein Gatte."
„Elisabeth!"
Es ist ein Ruf, so angstvoll und weh, daß er Elisabeth durch Mark und Bein geht.
„Nora, was ist dir?" fragte sie erregt, vergeblich nach einem Schlüstel zu dem befremdenden Wesen der Freundin suchend.
„Nichts, ich sehe nur meine Ahnung bestätigt.«
„Welche Ahnung?"
„Damals, im Tiergarten, Kind, weiß du noch? Ein Offizier begegnete uns, es war Graf ‘ Landegg. Eine dunkle Ahnung sagte mir, daß du und er--“
„Wie?" unterbrach Elisabeth sie erstaunt, „du hattest eine Ahnung, wo ich selbst noch nicht im entferntesten daran dachte?"
„Ich weiß es wirklich nicht mehr, wie mir dieser Gedanke kam, genug, er war da."
„Kennst du denn meinen Gatten?"
„Ja, ich kenne ihn. Ach, Elisabeth!" Ein innerliches Schluchzen ging durch Noras Körper; sie nahm Elisabeths Kopf zwischen beide Hände und drückte ihn leidenschaftlich an ihre Brust. „Du die Gräfin Landegg, du, meine Elisabeth, meine Nachtigall!"--Dann hob sie in jäher
Aufwallung Elisabeths Antlitz in die Höhe und sah ihr in die Augen: „Bist du glücklich, mein Kind?"
Elisabeth sentte den Blick in tödlicher Verlegenheit. Es ward ihr plötzlich so bange und weh ums Herz. Da stieg eine Ahnung in ihr auf, blitzesgleich und beängstigend wie etwas Entsetzliches.
„Nora, du?" stieß sie zitternd hervor.
Liebkosend und beruhigend strich die Hand der anderen über ihren welligen Scheitri: ‘ „ .. -3» — ich — Elisabeth.- - '
Umschau.
Sie Apotheke« in Deutschland.
Auf Grund- von Zahlen, die über die in Deutschland vorhandenen Apotheken im Statistischen Jahrbuch verzeichnet sind, wird von einigen Blättern geklagt, daß, während die Zahl der Aerzte sich seit 1885 nahezu verdoppelt habe, der Fortschritt bei den Apotheken ein nur mäßiger gewesen sei. Die absolute Zunahme habe nicht ganz 1100 Apotheken in der gleichen
Da schluchzte Elisabtth laut auf und barg ihr Gesicht an Noras Brust.
„Weine nicht, mein liebes Kind. Ich sehe, du wußtest es vorher nicht, und nun hat es dich überrascht. Aber tut es dir so wehe, daß gerade ich es sein muß, -oder kannst du mich nun nicht mehr lieben, verurteilst du mich?"
„Nora, sprich nicht so," rief Elisabeth jetzt, sich jäh aufrichtend; „wie könnte ich aufhören, dich zu lieben! Aber es hat mich erschüttert, ja, warum mußt du es gerade sein, ich kann es nicht fassen, nicht begreifen, wie er dich aufgeben konnte."
„Es gibt Dinge und Vsrhältniffe im Leben, denen wir uns schweigend beugen müffen, Elisabeth. Ich sagte dir schon damals in Berlin, daß ich mich in dem Bewußtsein meiner Schuld nicht glücklich fühlen könnte. Sie besteht darin, daß ich in der Ausübung meiner Kunst und in meinen Forderungen zu weit ging, weiter^ als es sich für eine Gräfin Landegg geziemt hatte. Ich war aber jung und begeistert; jetzt, als reife Frau, urteile ich anders darüber. Die Strafe folgte, es hat alles so kommen müssen. Suche die Schuld nicht bei deinem Gatten, auch er war ein Opfer der Verhältnisse."
„Aber Nora, was soll nun werde?" fragte Elisabeth. „Soll diese Entdeckung trennend zwischen uns stehen? Ich hatte mich so sehr aus ein Zusammenleben gefreut. Gib mir das Versprechen, daß wir uns auch ferner sehen und sprechen werden, wenn auch nur hier im Walde."
„Ohne Wissen deines Gatten, Elisabeth?"
Die jüngere Frau erschrickt, daran hat sie nicht gedacht.
„Nein, das darf allerdings nicht fein"
„Siehst du, es darf nicht fein, du sagst es selbst. Wie nun?"
„Ich werde ihn bitten, daß er es mir gestattet."
„Ach, Elisabeth, du liebes, goldenes Herz? Glaubst du wirklich, er würde seine Zustimmung zu einem Verkehr seines jungen Weibes mit seiner von ihm geschiedenen ersten Frau geben 2" ... ^arum nicht, Rorq?, Er ist edel aiti> gut,"
Zeit betragen; während im Jahre 1885 an| eine Apotheke 116,91 Qu.-Km. gekommen, wä* ren es im Jahre 1895 94,62 Qu.-Km. gewesen« Dieser Fortschritt stehe in keinem Verhältnis zur Zunahme der Aerztezahl. Auf eine Apotheke seien im Jahre 1885 10 133 Einwohner entfaU len, im Jahre 1905 10 627, mithin rund 500 mehr. In Preußen stehe diese Verhältniszahl sogar noch unter dem Reichsdurchschnitt. Auf Grund dieser Zahlen wird eine bawige Revision der Apothekengesetzgebung verlangt. Diesen Zahlenangaben tritt die „Apotheker-Ztg." das Organ des Deutschen Apothekervereins, mit der Behauptung entgegen, daß sie nicht richttg seien. Das Statistische Jahrbuch pflege feine Angaben auf diesem Gebiete dem „Börnerschen Reichsmedizinalkalender" zu entnehmen. Der „Börnersche Kalender" für 1906 gebe die Zahl der Apotheken im Deutschen Reiche im Jahre 1905 mit 5703 an, in der Tat habe sie mindestens 130 mehr betragen. Der im Hirschwald- schen Verlag erscheinende „Medizinalkalender", der sich auf amtliches Material stütze, gebe die Zahl 5829 an, welche der Wirklichkeit schon näherkomme. Lege man diese Zahl und die Bevölkerungsziffer nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 (60 605183) zugrunde, so ergebe sich, daß auf 1 Apotheke 10 397 Einwohner (gegen 10133 im Jahre 1885) und nicht 10 627 entfielen, und daß auf 1 Apotheke nur 92,7 (nicht 94,82) Qu.-Km. kämen. In Preußen ferner seien 1905 nicht 11516, sondern nur 11055 Einwohner, und nicht 107,71, wie das „Statist. Jahrb." angibt, sondern nur 103,4 Qu.-Km. auf 1 Apotheke gekommen. In diesem Staate habe sich also die Zahl der Apotheken gegen 1885 bedeutend stärker als die Bevölkerungsziffer vermehrt. Daß die Durchschnittszahl größer sei als im ganzen Reiche, erkläre sich zwanglos alldem größeren Prozentsätze dünn bevölketter Landstriche. Es wäre erwünscht, daß die Angelegenheit durch amtliche Zahlen ihre Aufklärung fände. Jedenfalls würde es gut fein, künftig in das Statistische Jahrbuch nur zutreffende Zahlen aufzunehmen, da man diesem Jahrbuch einen amtlichen Charakter beilegt.
Ausland.
Belgien. Die gesamte belgische Presse be- schäftigt sich mit dem Kampfe der Deutsch-Belgier für die amtliche Anerkennung ihrer Muttersprache in Belgien. Das Urteil lautet fast ausnahmslos günstig; fast einstimmig werde« die Forderungen der Deutsch-Belgier als gerecht anerkannt. Hervorzuheben ist die entschieden« Erklärung des „Peuple", die sozialistische Partei werde geschlossen für die Sache der Deutsch»
„Edel und gut, ja, aber er müßte feine« innersten Gefühlen zuwiderhandeln. Kannst d« das verstehen und begreifen?"
„Doch, ich verstehe es, liebste Rora, und dennoch, ich gäbe etwas darum, wenn ich euch beide versöhnen könnte, wenn ich dich nicht zu verlieren brauchte."
„Du Liebe, ich glaube, du wärest imstande der Friedensengel zu fein."
„Wenn ich es vermöchte, wie gern wollte ich es. Aber hast du denn überhaupt den Wunsch nach einer Versöhnung?"
„Ich habe ihn schon lange, Elisabeth, aber wie sollte das eine stolze Frau zeigen, ohne sich zu tief zu demüttgen? Nur ein dritter konnte dieses Werk vollbringen, und du allein roärefr dessen fähig in deiner selbstlosen Liebe."
,Ind wenn ich nun mit tausend Freude« diesen Versuch machen wollte?"
„Ueberlege das Für und Wider, Herz, ehe de rin solches Versprechen gibst."
„Ich habe nichts zu überlegen — ttj St« nicht einmal selbstlos wie du sagst. Ich wrll je nur dich haben, Nora."
„Wie wohl mir deine Lrebe tut, Elisabeth« Du glaubst es nicht."
„Und du würdest gern zu mir kommen, selbst nach Landegg?"
Ein schwerer Seufzer entringt sich Nora- Brust: „Ja, aber nur um deinetwillen."
„Nora, damit ist der erste Schritt schon getan!" rief Elisabeth begeistert. „Doch ich wetz noch nicht einmal, wo du eigentlichst wohnst, und ob ich dich in meiner Nähe suchen darf." _ -
„In nächster Nähe, Elisabeth, auf meine« Schlosse Steinburg." __
„Steinburg, sagst du?" Wie Schuppen fiel es ihr von den Augen. Darum also Herberts settsam düstere Stimmung bei Erwähnung dieses Namens. „Bist du etwa eine geborene Gräfin Steinburg?"
„Ja, die bin ich, ich trug jetzt meinen Mad« chennamen verkürzt und nannte Mich Stete-
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