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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirckkain.
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Truppen intervenierten und gaben Schüsse ab, welche von den Kretern erwidert wurden. Zwei Kreter wurden getötet, mehrere verwundet. Die Bevölkerung begrüßte den Prinzen mit Zurufen.
Aberdeen, 26. Sept. Zum 400jährigen Jubiläum^ der hiesigen Universität sind Vertreter aller Länder hier eingetroffen. Bei der gestrigen Eröffnungsfeier hielt Professor Deißmann (Heidelberg) die Begrüßungsansprache.
tion aufzuspüren. Der Zar und der Minister Präsident sehen beide ein, daß es der PolizeL zwar gelungen ist, viele Bombenwerfer zu fassei^ daß sie aber an der Aufgabe gescheitert ist, di« leitenden Persönlichkeiten der Terroristen zu er« Mitteln. Der frühere Minister Durnowo wirdl bei der Reorganisation der Polizei mitwirken. <
Petersburg, 26. Sept. Der Petersburger! Appelhof verurteilte die deutsche Untertantni Wera Stolterfoth zu löjähriger Zwangsarbeit laj Sibirien. Während einer Haussuchung bei der, Stolterfoth hatte die Polizei einen Koffer gefuiu' den, in dem 8700 Gramm Dynamit, 3070 Gramm weiße Dynamitgelatine, 3560 Gramm rote Dynamitmasse, 500 Gramm Pyroxilin in Patrone« und Zündschnur usw. aufbewahrt wurden. Sach-, verständige sagten aus, daß die Angeklagte volle' kommen ohne Hilfe alle Bomben hergestellt hätte, Ihre Zugehörigkeit zum revolutionären Vere! bande ist erwiesen. Es wurde ferner bei Stolle«' foth eine Menge falscher Pässe gefunden. '
Hamburg, 27. Sept. Die in Petersburg ver-r urteilte Vera Stolterfoth entstammt einer enge*; sehenen Lübecker Familie, aus deren Ersuche» der dorttge Senat bei der russischen Regierung^ wegen Auslieferung der Angeklagten vorstellig^ geworden war, jedoch ohne daß die Verhandlung gen zu einem Resultat führten. Vera hatte sich,« um ihren revolutionären Neigungen nachgehe« zu können, nach Rußland gewandt. - l
Helstngsors, 26. Sept. Kurz nach Mitternacht' explodiette vor dem Hause des Eeneralstaatsan«! walts Albrecht in der Cirkusstraße eine Bomb^ Der Eeneralstaatsanwalt war gerade abwesend« überhaupt wurde niemand verletzt. Das Haus ist stark beschädigt worden. Die Täter entkamen,
Jekaterinoslaw, 26. Sept. Der Direktor der Briansker Werke, Iwanow, wurde gestern in' der Nähe der Werke ermordet. Sein Eehilftz' wurde verwundet.
Zur Lage in Rußland4
Petersburg, 26. Sept. Der Zar empfing den Ministerpräsidenten Stolypin und den Minister des Auswärttgen, Iswolsky an Bord der Jacht „Standard" und konfetterte mit ihnen. Der Ministerpräsident hat eine durchgreifende Reorganisation des Polizeiministeriums in Angriff genommen. Er hat die früheren Leiter der Polizei, die nach dem Tode des Ministers Plehwe zurücktraten, zu sich entboten, um mit ihnen Rücksprache zu nehmen. Der Zar und Stolypin sind beide höchst unzufrieden mit der Polizei, wie sie gegenwärtig ist, weil sie sich außerstande gezeigt hat, das Zentrum der terroristischen Organisa-
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Deutscher Reich. ,
- • \ .. Berlin, 27. Sept.
Seine Majestät der Kaiser wird sich, wie' irus Rominten berichtet wird, anfangs der: nächsten Woche zusammen mit der Kaiserin für: mehrere Tage nach Cadinen begeben. Der Staats« sekretär des Reichsmarineamts Admiral v. Tir« pitz ist gestern in Rominten zum Vortrag eingee, troffen.
— Bei der gestern vorgenommenen Landtags^, Ersatzwahl im Wahlkreise Hannover wurde dek nationalliberale Direttor des Leibniz-Eymna« siums zu Hannover, Ramdohr, von sämtliche« Wahlmännern einstimmig gewählt. Von tat konservativen Partei wurde im Wahlkreis« Zauch-Belzig an Stelle des verstorbenen Abz/ Kropatscheck der Kommerzienrat Metzenthin in Brandenburg als Kandidat aufgestellt. j
— In Kiel fand gestern die Uebergabe bee Flottenkommandos an den Prinzen HeinriÄ
Marburg
Frettag, 28. September 1906
(Nachdruck Verboten.),
Zwei Frauen.
Roman von 8. Borchart.
^Fortsetzung.)
NeneAe Telegramme.
’ Berlin, 27. Sept. Im Laufe der nächsten Zeit dürsten in den höheren Kommandostellen des Heeres eine Reihe von Veränderungen eintreten. Abgesehen von den freigewordenen Stellen der 1. Armee-Jnspektton, die Prinz Albrecht von Preußen bekleidete, des 2. Armeekorps und des Präsidenten des Reichsmilitärge- xichts (die inzwischen neu besetzt sind), sollen, wie .verlautet, noch verschiedene Armeekorps neue Kommandeure erhalten.
Berlin, 26. Sept. Der Verttag des Auswärtigen Amtes mit der Woermann-Linie über Transporte nach Westafrika läuft schon im tlächsten Frühjahre ab. Amtlich wurden Hamburger und Bremer Firmen, die sich für die neue Westafrika-Linie interessieren, zur Einreichung von Angeboten aufgefordert. Zweifellos bleibt die Woermann-Linie an den Transporten beteiligt.
Hamburg, 26. Sept. Das hiesige mexikanische Generalkonsulat erhielt auf seine telegraphische Anfrage betreffend die am 24. September von einer ausländischen Depeschenagentur verbreit >te Nachricht, nach welcher in mehreren Städten der Provinz Veracruz eine Revolution gegen den Präsidenten Diaz ausgebrochen sei, von der Regierung den Bescheid, daß die Nachricht gänzlich falsch und das Land ruhig sei.
Parts, 26. Sept. Bekanntlich wurde im Mo-, Mt Juli zwischen England, Frankreich und Italien ein Abkommen über die abessynischen Bahnen unterzeichnet und sodann dem Kaiser von Abessynien zur Genehmigung unterbreitet. Kaiser Menelik hat sich nun gegen die drei Staaten sehr aufgebracht gezeigt, weil sie ohne seine Einwilligung sein unabhängiges Land zum Gegenstände eines Vertrages machten. Er wei- tzert sich denn auch entschieden, das Abkommen (zu sanktionieren, obgleich seitens der drei Mächte die dringendsten Vorstellungen bei ihm Erhoben wurden.
!' Athen, 26. Sept. Prinz Georg hat gestern Übend Kanea an Bord des „Psara" verlassen. Bewaffnete Kreter versuchten die Abfahrt des Prinzen zu verhindern. Die internationalen
zählte dir von meinem Künstlertraum... ich wollte doch Vühnensängerin werden . . . und du begreifst, daß er nicht gern daran erinnert werden mag!" stotterte Elisabeth ganz verlegen.
„Rein, das begreife ich eigentlich nicht, am wenigsten von deinem Gatten. So kleinlich ist Graf Landegg nicht."
Elisabeth war feuerrot geworden.
„Nun, ich weiß den Grund auch nicht — aber nicht wahr, du gibst mir das Versprechen, ihm nichts von meinem heuttgen Singen zu er-
war in Elisabeth erwacht aus deut Winterschlaf; sie ließ sich nicht zügeln, sie stürmte und drängte und warf alle Hindernisse über Bord.
Nur einmal wieder ein Instrument berühren, nur, einmal wieder singen dürfen nach Herzens-
Unten im Musiksaal steht der herrliche Bech- stein, unbenutzt, verstaubt. In ihrer nächsten Nähe liegt das Paradies. Und davor stehen und nicht hinein dürfen? 3tet», sie hält es nicht länger aus. Und wenn die ganze Welt darüber aus den Fugen gehen soll, sie muß singen.
Herbert ist nicht zu Hause; sie hat ihn vor kurzem das Schloß verlassen sehen. Wahrscheinlich wird er auf die Felder geritten sein und so bald nicht wiederkehren.
Mit kurzem Entschluß eilt Elisabeth hinunter und steht nun hochaufatmend vor der Tür; einen Augenblick zögert sie, dann öffnet sie. Eine dumpfe Lust strömt ihr entgegen. Wohl selten betritt jemand diesen Raum, der nur monatlich einmal von den Dienstboten gesäubert und gelüstet wird; auch sie ist seit jenem ersten Tage, wo Herbett sie flüchttg hindurchgeführt, nicht wieder darin gewesen.
Eine seltsame Befangenheit überkommt Elisabeth, und ihr Herz klopft in lauten Schlägen. Aber mutig schreitet sie näher, öffnet die Fenster und läßt die schöne Frühlingsluft ein. Dann nimmt sie die Schutzdecke vom Instrument und betrachtet dieses Prachtstück fast zärtlich. Die Jahre scheinen spurlos an ihm vorübergegangen zu sein. Eine spiegelglatte schwarze Fläche leuchtet ihr entgegen, und ein freundlicher Gedanke an die einstige Besitzettn, der dieses Instrument heilig gewesen sein mutz, steigt in ihr auf. Ob das Innere dem Aeußeren entsprechen mag?
Elisabeth vermag ihre Ungeduld kaum noch 9« zügeln. Als die Lust im Zimmer nur ein M»i- erträglicher geworden ist, schließt sie die
Edith war darauf eingegangen, aber sie hatte befremdet den Kopf geschüttelt. Und Elisabeth war es unbehaglich zu Mut. Es war die erste I Heimlichkeit, die sie vor ihrem Gatten hatte, und sie hatte noch dazu eine andere aufgefordert, sie mit ihr zu teilen. Sie schämte sich fast darüber. Warum sollte er es eigentlich nicht wissen, daß sie bei Edith Boyneburg gesungen hatte? Sie wußte sich das Gefühl, aus dem heraus sie Edith um Schweigen gebeten hatte, selbst nicht recht zu erklären, aber widerrufen ließ es sich jetzt nicht nicht. Was sollte Edith nur denken, vor der, wie vor allen anderen sie den Schein einer glücklichen Ehe stets zu wabren gesucht hatte?
Eine Gelegenheit, wo dre beiden Frauen wieder allein waren, hatte sich seitdem nicht gefunden. Entweder war Graf Boyneburg oder der kleine Werner zugegen. Und Elisabeth sehnte sich nach Musik und hatte doch nicht den Mut offen und vor aller Welt ihrer schönen Kunst zu huldigen.
Da zog der Frühling ein, und mit ihm wuchs ®ie Sehnsucht. Alle Befürchtungen, alle Bedenken zerranne» i» ein Nichts,- Die Küulllerlerle
Fenster und öffnet den Flügel. Blendend weist liegen die Tasten vor ihr, bebend vor Erregung setzt sie sich nieder und berührt sie wie liebkosen« mit ihren feinen schlanken Händen. Dann spielt sie kräftiger. Eine bezaubernde Tonfülle schlagt an ihr Ohr. Sie spielt weiter; jede Scheu ist verflogen. Darauf erhebt sie ihre Stimme. Wiß Orgelton, so voll und klar, hallen die Töne au« ihrer Kehle in dem hohen, weiten Raum wiedett
Ein jubelndes Entzücken erfüllt sie. Das sink» noch dieselben Töne, die sie einst besessen Hatz, nein, weicher, voller noch; sie hat ihre Stimme noch, sie ist nicht verloren. O, wie unermeßlrH
Zeit und Raum find vergessen; sie lebt nur tq ihrer Kunst.
„Elisabeth---Elrsabeth!"
In jähem Schrecken fährt sie aus: vor ih< steht, wie aus der Erde gewachsen, dre hohe dunkle Gestalt Beates. Ein geisterbleiches, angsterfülltes Gesicht starrt zu ihr hinüber.
„Elisabeth, was tust du?"
Elisabeth hat sich erholt. Sie steht stolz auf- gerichtet vor Beate.
„Was wünschest du von mir, Beate?"
,Hast du vergessen, daß du in einem Trauer-, Hause bist?" ■
„Ein Trauerhaus? Bleibt es denn ewig ei« Trauerhaus? Beinahe in Jahr ist vergangen."
„So hast du kein Verständnis für unsere« Schmerz." , •
„Ich ehre diesen Schmerz, aber was hat das, damit zu tun, daß ich einmal singe? Willst btt mir daraus einen Vorwurf machen? Habe ich nicht lange genug gewartet _ und meine Sehnsucht nach der Kunst unterdrückt?"
„Nach der Kunst?" fragte Beate. „Das ist deine Sehnsucht? Hahaha!" ;
Das rauhe Lachen erschreckt Elisabeth. Sie tritt näher zu Beate hin, und ihre Stimme 6e6t:
ten, und die Aufständischen legten alsbald die Waffen nieder. Ob sich künftig unter ähnlichen Verhältnissen der Sultan wieder zu einem Liebesdienst herbeilassen würde, ist bei der jetzigen türkenfeindlichen Politik Englands mehr als zweifelhaft.
Vorerst freilich scheint es noch, als ob die Engländer wegen Indiens die Schwarzseher nicht zu spielen brauchen. Es hat ihnen in den letzten Jahren sogar nicht an einigen bedeutsame» Erfolgen gefehlt. So nahm der Emir von Afghanistan die Einladung zu einem Besuche von Britisch-Jndien an, während er noch vor wenigen Jahren unter russtsschem Einflüsse sich hattnäckig weigerte, einen früher abgeschlossenen Vertrag, der sein Land in eine gewisse Abhängigkeit von England brachte, zu erneuern. Es darf auch nicht vergessen werden, daß die Neubewaffnung der englischen Infanterie und Ar- ttllerie gerade in Indien ihren Anfang gemacht und daß infolge ihrer Durchführung die Schlagfertigkeit der den Engländern dort zur Verfügung stehenden Truppen — insgesamt etwa 100000 Mann — wesentlich zugenommen hat. Freilich würden diese Truppen im Falle von Aufständen, bei denen auf die Eingeborenentruppen doch nicht zu rechnen wäre, angesichts der ungeheueren Ausdehnung des Landes allzuviel nicht ausrichten können. Unverkennbar ist auch, daß die japanischen Erfolge den Mut derer, die das Verständnis für das Wort: „Asien den Asiaten" in immer weitere islamitische Kreise tragen möchten, in hohem Maße gesteigert hat, und so geht die Meinung vieler aufmerksamer Beobachter dahin, es bedürfe nur eines an sich geringfügigen Anlasses, um das unter der Aschs noch immer glimmende Feuer in Hellen Flammen emporlodern zu lassen. Wie es scheint, beabsichtigt England, auch Mekka und den Scherls unter brittsches Protettorat zu bringen. Wenn es mit diesem Schritte vorläufig noch zögert, so geht das eben auf das Bewußtsein zurück, daß er alle von den panislamittschen Ideen erfüllte Völkerschaften aufs äußerste erbittern und damit Ereignisse von unabsehbaren Folgen heraufbeschwören kann. Jedenfalls ist verständlich, daß England, dessen Weltstellung ja zu einem guten Teile von dem Besitze Indiens abhängt, zur Zeit mit großer Besorgnis auf die Einge- vorenengefahr in Indien hinblickt.
Edith war darauf ganz närrisch vor Begeisterung gewesen und hatte die Freundin immer wieder umarmt und geküßt und sie gescholten, daß sie ihnen so lange diesen Genuß entzogen hätte. Darüber war Elisabeth zur Besinnung gekommen, und sie hatte Edith gebeten, sie nie wieder zum Singen zu veranlassen und gegen jedermann, auch gegen die beiden Gatten zu schweigen.
„Aber weiß denn dein Gatte nicht, daß und wie herrlich du singst?" hatte Edith erstaunt und befremdet gefragt.
-Doch er weiß es . . . aber ... ja siehst du i_t * n ist in Trauer «nd .., dann ... ich ««
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England in Indien.
□ Mit wachsender Besorgnis sehen die Engländer zur Zeit auf die panislamitische Bewegung, die namentlich von Indien aus kräftig genährt wird. Wohl weiß der Engländer bei jeder Gelegenheit selbstbewußt zu versichere wo das britische Banner entfaltet sei, gehe das Land dem Wohlstände entgegen, und muß man auch zugeben daß Indien in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht hat, so sind doch einmal die Indier selbst über den Umfang und den inneren Wett dieser Fortschritte, wenigstens für die Eingeborenen, anderer Meinung und daneben kann nicht übersehen werden, daß es bei der englischen Verwaltung in der Tat an bedenklichen Mißgriffen nicht gefehlt hat. Den Engländern ist es in Indien auch nicht so sehr darum zu tun, das Land möglichst schnell hoher Blüte entgegenzuführen als immer steigende Einnahmen aus ihm herauszupressen. Und handelt es sich hier auch zweifellos um ein besonders reiches Land, so mehren sich doch auch auf englischer Seite die Stimmen, die diesen Reichtum bei der Beibehaltung des heutigen Aussaugungsprinzips als in absehbarer Zeit erschöpft betrachten. Die von Indien zu tragenden hohen Militärlasten und Beamtengehälter ruhen drückend auf der Bevölkerung, trotz des Riesenelends, das jede Hungersnot in Indien Bringt, find die Bahnverbindungen nach wie vor mangelhaft, liebgewordene Freiheiten sind den Eingeborenen durch die neueren Wald- undCerichts- gesetze genommen, selbst die befähigsten indischen Elemente werden von der Verwaltung des Landes rücksichtslos ausgeschlossen und so ist es kein Wunder, daß selbst in amtlichen englifchen Abhandlungen offen eingeräumt wird, die Engländer haben sich in Indien nicht nur keine Liebe zu erwerben vermocht, sondern werden dort von den Eingeborenen sogar bitter gehaßt.
Die Lage der Engländer in Indien ist auch insofern ziemlich heikel, als ihr sonst so reich erprobter Grundsatz „Teile und herrsche!" dott völlig versagt. Mögen zwischen den Hindus und den Mohammedanern noch so scharfe Gegensätze bestehen und möge diese von den Engländern auch noch so geflissentlich künstlich gesteigert worden sein, in dem Haß gegen die englischen Eroberer sind beide Völkerstämme einig. Nicht minder gefährlich aber für die Engländer ist der Wandel in der britischen auswärtigen Polittk. Als im Jahre 1857 die englische Herrschaft in Indien zusammenzustürzen drohte, genügte ein Befehl des türkischen Sultans, in dem auch die indischen Mohammedaner den Khalifen vereh-
- In ihrem Zimmer, wenn sie wußte, daß er INicht daheim war, hatte sie wohl hin und wieder gesungen, aber sie hatte kein Instrument zur Be- ffteitung. Den Bekannten gegenüber hatte sie ich ängstlich gehütet, von ihrer Begabung zu prechen; man hatte seltsamerweise auch nie von I zählen?" Kunst und Musik zu ihr gesprochen. Nur Edith „Ja, ich gebe es, doch wenn wir allein sind Boyneburg fragte einmal, ob sie musikalisch sei. I wirst du für mich dann wieder einmal fingen9“ .Gte konnte und wollte ihre heilige Kunst nicht „Ja, gern — aber nun laß uns von etwas verleugnen. Ern Wort gab das andere, und | anderem reden." schließlich wußte Edith von den Künstlerträumen denen Elisabeth in ihrer Mädchenzeit nachge- ijangen hatte . Auf das stürmische Drängen der Gräfin hin hatte sie sich sogar verleiten lassen, zu fingen. Die beiden Frauen waren ganz allein. Graf Boyneburg war auf die Felder gegangen und hatte den kleinen Werner mitgenommen. Und Elisabeth hatte gesungen, erst scheu, dann sich selbst und ihre Umgebung vergessend.