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MchM Jeilung

mit dem Kreisdlatt für die Kreise Marburg un- Kirchhains

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Jt° 222

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Marburg

Sonnabend, 22. September 1906»

Erscheint wöchentlich fiebert mal.

Druck und Verlag: Ioh. Lug. Koch, UmverfitätS-Duchdruckerei 41» SflfjTfl* Marburg, Markt 21. Telephon 55.

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Hl ; (Nachdruck verboten.)^

Zwei Frone«.

Noman von S. Borchart.

(Fortsedung.)

f ' 10. Kapitel.

Seit diesem Tage begann ein neues Leben ifür Elisabeth. Graf Landegg hatte Wort ge­halten und noch denselben Abend mit seiner Schwester gesprochen. Ob fie ihrem Bruder be­reitwillig zugestimmt, oder ob fie Einwendun­gen gemacht hatte, wußte Elisabeth nicht. Beate fiihrte fie am nächsten Morgen freundlich in das Wäschezimmer, zeigte ihr die großen Schränke mit ihrem Inhalt, und übergab ihr das Ver- ?eichnis sämtlicher vorhandenen Vorräte. Elt- abeth ging mit Feuereifer an eine Durchsicht sthrer Schätze, machte sich Notizen, musterte dies jund jenes, und wußte recht bald Bescheid.

Daß Beate ihr so freundlich entgegenkommen würde, hatte Elisabeth nicht erwartet, und fie bat ihr nun int Stillen ihre Beurteilung ab. .Sie ahnte nicht, wie schwer es Beate gemotben war, auch nur ein wenig aus der Hand zu geben, sie ahnte nicht, daß Beate fich fest vorgenommen Hatte, jedem weiteren Eindringen Elisabeths in die Führung des Haushaltes mit aller Kraft, ^Energie und Klugheit entgegenzutreten. Als Herbert ihr von seines Weibes Wunsch gespro­ßen hatte, war sie zuerst heftig erschrocken ge­wesen, aber fie hatte blitzschnell überlegt, wie ne dem Wunsche des Bruders nachkommen uni) doch gleichzeitig das Regiment behalten konnte. Ihrem Bruder offen zu widersprechen, wogte keate aus Klugheit nicht.Die Männer find verblendet, wenn sie lieben," sagte sie sich, uunb man darf ihnen nicht die Augen öffnen wollen, wenn man es nicht mit ihnen verder- /en will."

L. Elisabeth war ihrer Ansicht «ach «och ei«

Neueste Telegramme.

Berlin, 21. Sept. Der Herzog von Cumber­land hat seine Reise nach Karlsruhe zu den Festen am Eroßherzoglichen Hofe aufgegeben. Er will also offenbar einer Begegnung mit dem Kaiser ausweichen.

Gent, 20. Sept. Das Institut für inter- -tationales Recht nahm heute eine Resolutior jttn, in der es als den Forderungen des Völkerrechtes, den Forderungen von Treu und sGlauben und den gemeinsamen Interessen aller Völker entsprechend bezeichnet wurde, daß Feindseligkeiten nicht beginnen dürfen, ohne vorherige bestimmte Ankündigung in Form ikiner Kriegserklärung oder eines Ultimatums, Und daß die Feindseligkeiten erst nach Ablauf diner gewissen Frist beginnen dürfen. Weiter beschäftigte sich das Institut mit den Rechten |inb Pflichten der Neutralen.

| Paris, 20. Sept. Der Freimaurerkongreß veröffentlicht eine längere Erklärung, in der es jeißt, das französische Freimaurertum sei un- «schütterlich entschlossen, unablässig die auf die Interjochung der Gesellschaftskreise gerichteten Alnternehmungen der katholischen Kirche zu ent­larven.

h Barcelona, 20. Sept. Die Manöver wurden Aufgeschoben, um die Unterdrückung der karlisti- Gchen Agitation zu erleichtern.

Havanna, 20. Sept. Vertreter der verschie­denen Parteien unterbreiteten gestern dem Amerikanischen Kriegssekretär Taft und dem Alnterstaatssekretär Bacon eine Aufzeichnung Ihrer Ansichten. Heute legen sie ihnen die Be­dingungen vor, unter denen sie gewillt find, Frieden zu schließen. Tast erklärte in einem

Interview, seiner Schätzung nach seien 10 Tage nötig, bis sein Werk vollendet sein würde. Die Tatsache, daß Vertreter aller Parteien bei ihm und Bacon vorgesprochen haben, sei ein gutes Vorzeichen für den Erfolg der Mission.

Die Jubiläums - Festlichkeiten in Baden.

Wie aus Karlsruhe gemeldet wird, traf am gestrigen Donnerstag morgen kurz vor 10 Uhr das Kaiserpaar dort ein. Zur Begrüßung wa­ren der Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin am Bahnhof erschienen. Unter den Hochrufen einer ungeheuren Menschenmenge, die vom Bahnhof bis zum Schloß Spalier bildete, fuhren die Fürstlichkeiten nach dem Schloß, wo sich un­mittelbar nach dem Eintreffen der Majestäten die fürstlichen Gäste zur Darbringung der Glückwünsche für das großherzogliche und das schwedische Jubelpaar versammelten. Um 11 Uhr erschienen die Hofstaaten zur Gratulation.

Wie weiter telegraphisch gemeldet wird, traf mittags kurz nach 12 Uhr der König der Belgier in Karlsruhe ein und wurde auf dem Bahnhof von dem Erbgroßherzog empfangen. Die Herr­schaften begaben sich nach kurzer Begrüßung in das Schloß, wo der König von dem Eroßherzog und der Großherzogin sowie den anwesenden Mitgliedern des Croßherzoglichen Hauses be­grüßt wurde.

Karlsruhe, 20. Sept. Um 12% fand für sämtliche anwesende Fürstlichkeiten im Schloß Familientafel und für das Gefolge Marschall­tafel statt. Hieran schlossen sich um 2 Uhr Ce- sangsvorträge der vereinigten Männergesang­vereine vor dem Schloß, denen die Fürstlich­keiten vom Balkon aus beiwohnten. Der König der Belgier, der mit dem Kaiser eine viertel­stündige Aussprache hatte, reiste nach 4 Uhr wieder nach Baden-Baden ab.

Um 6 Uhr begann der feierliche Trauungsakt in der Schloßkirche, der mit Glockengeläute und Kanonendonner eingeleitet wurde. Den Zug in die Kirche führte der Kaiser und die Kafferin, denen sich die übrigen Fürstlichkeiten anschlossen. Nach Einnahme der Plätze in der Kirche begab sich Herr v. Brauer an den Eingang der Kirche zur Einholung der beiden Jubelpaare, des Eroßherzogpaares und des schwedischen Kron­prinzenpaares, womit die kirchliche Feier be­gann. Die Festpredigt hielt der Präsident des Oberkirchenrates Dr. Helbing. Der Predigt lag das Bibelwort 1. Buch Moses Kap. 12, Vers 2 zugrunde:Ich will dich segnen und du sollst ein Segen fein." Nach der Festpredigt über­reichte namens der evangelischen Geistlichkeit der Festredner dem Eroßherzogspaare eine Bibel als Geschenk. Nach der kirchlichen Feier nahmen die Jubelpaare die Glückwünsche des

Kind, dem man ein Spielzeug geben muß, um es ruhig zu halten. Nun war zwar die Heraus­gabe der Aufsicht über die Wäsche ein kostbares Spielzeug, aber wenn sie in allem anderen die Herrin blieb, so war es nicht zu teuer bezahlt. Und daß sie es blieb, dafür wollte sie schon sorgen.

Von diesen Gedanken ahnte Elisabeth natür­lich nichts, und gab sich mit voller Befriedigung ihrem neuen Wirkungskreise hin. Es war eine Menge zu tun und zu bedenken, und oft brachte fie ganze Vormittage in dem Wäschezimmer zu. die feinen Leinendamasttischtücher, die pracht­vollen, mit gewebtem Wappen verzierten Hand­tücher erregten, wie wohl bei jeder jungen Frau, ihr Entzücken. Sie freute sich darüber, wenn sie sich auch noch lange nicht an den Gedanken ge­wöhnen konnte, daß das alles jetzt ihr gehörte.

Auch die versprochenen Besuche in der Nach­barschaft waren gemacht worden. Sie führten das junge Paar zu lauter altangesesienen Fa­milien, die Graf Landegg noch von früher her kannte, die seinen Besuch schon lange erwartet hatten und nun ihm und seiner jungen Frau gastlich Tor und Tür öffneten. Sie alle wußten von seiner ersten unglücklichen Ehe und gönnten ihm fein neues Glück, das ihm aus den Augen zu leuchten schien. Aber sie vermieden es ängst­lich, irgend etwas zu erwähnen, was ihn an die vergangenen Zeiten erinnern konnte.

Nur eine Familie der nächsten Nachbarschaft war auch dem Grafen unbekannt, da sich wäh­rend der zehn Jahre seiner Abwesenheit man­ches verändert hatte. Der alte Graf Voyneburg auf Boyneburg war kinderlos gestorben, und das Majorat erbte ein Verwandter desselben Namens, Graf Hugo Voyneburg, der jetzige Be­sitzer. Er war Offizier gewesen, hatte 5en Dienst des Erbes wegen quittiert und wohnte nun mit seiner jungen Gattin fett ungefähr drei Jahren auf BoynebnrL " '

Kaisers und der übrigen Fürstlichkeiten ent­gegen. Später fand int Schlöffe Defiliercour statt, an die sich um %9 Uhr die große Festtafel anschloß.

Karlsruhe, 20. Sept. Um 8% Uhr abend» fand Festtafel im Ealeriesaal statt. Jedes Kou- vert war mit goldenen und silbernen Myrthen- sträußchen geschmückt. Rechts vom Kaiser saßetk der Croßherzog und die Großherzogin von Ba­den; links der Kronprinz und die Kronprinzes­sin von Schweden; gegenüber die Kaiserin zwi­schen dem Herzog von Connaught und dem Prinzen Heinrich von Preußen. Während der Tafel brachten der Kaiser und der Croßherzog Trinksprüche aus.

Der Kaiser hob in seinem Trinkspruch her­vor,daß, so lange ein deutsches Herz im deut­schen Busen schlägt, niemals der Mann ver- geffen sein wird und vergeffen werden darf, der der erste war, der seine Stimme erhob, um der Sehnsucht des deutschen Volkes nach Wiederver­einigung des Deutschen Reiches die Wege zu ebnen und die Ziele zu weisen und den neu­erstandenen Kaiser zu begrüßen, den unser Volk so lange ersehnt hatte, der Mann, der es mit- erlebte und mit daran arbeitete, daß wieder in den Lüften entrollt ist des Reiches wehende Standarte. Alle unsere Wünsche, die wir auf dem Herzen haben, faffen wir dahin zusammen: Möge Gott im Himmel Euch noch lange erhalten für Euer Land und für uns andere zu heiligen Vorbildern, denen nachzustreben ein jeder von uns für feine heiligste Pflicht halten möge! Gott segne, schütze und erhalte Euch beide!"

Der Großherzog antwortete:

Gestatten Eure Majestät, daß ich auf die wundervollen Worte, auf die schönen Gedanken, die Eure Majestät ausgesprochen haben, meinen Dank in Kürze sage. Alles, was Sie die große Güte hatten, über uns zu äußern, wird weit übertroffen dadurch, daß wir den Vorzug hatten, die beiden Majestäten hier bei uns zu besitzen, eine Auszeichnung, die wir sehr hoch schätzen, hoch schätzen persönlich, aber auch bezüglich ihrer großen politischen Bedeutung. Eure Majestät haben selbst dargelegt, welche Bedeutung es hat, wenn Kaiser und Kaiserin persönlich bei einem Fest erscheinen und so dessen nationale Bedeu­tung hochhalten. Und diese nationale Bedeu­tung ist es, um derentwillen ich an Eure Maje­stät die Bitte richte, uns das Vertrauen und das Wohlwollen, bas Sie uns bisher immer zu­teil werden ließen, auch künftig zu bewahren. Wir werden trachten, uns dieses Vertrauens würdig zu erweisen. Wir werden auch immer von neuem trachten, die hohe Stellung, die Eure Majestät in unserem Deutschen Reiche besitzen, durch die Hilfe aller derjenigen, welche mitzu- wirken haben, zu stärken, zu schützen und zu be­wahren. Und in dieser Gesinnung dankbarster Verehrung bitte ich die anwesenden Gäste mit

Er verstand nicht viel von der Landwirt­schaft, aber er hatte einen zuverlässigen Admini­strator, dem er die Sorge für sein Gut über­ließ. Er selbst huldigte seinen Passionen; die­selben bestanden nicht allein in Reiten und Jagen, sondern auch in der Ausübung mehrerer schönen Künste. Als et noch in München in Garnison stand, war er ein ebenso eifriger Be­sucher der berühmten Galerien wie der Oper und des Theaters gewesen. Er malte selbst, spielte Klavier und Ceige und wagte fich sogar auf das schriftstellerische Gebiet. Kurz und gut, er war ein Schöngeist und zog auch viele Künstler in fein Haus. -

Graf Boyneburg war mittelgroß, zählte un­gefähr vierzig Jahre und machte einen jovialen Eindruck. Dabei besaß er ein lebhaftes Tem­perament, war leicht erregt, zuweilen sogar heftig. Seine erste Frau hatte er nach kurzer Ehe verloren. Die jetzige war eine niedliche, mittelgroße Blondine mit hellen, lustigen Augen, keckem Stumpfnäschen und frischen roten Wangen. Dieser zweiten Ehe die erste war kinderlos geblieben war ein Knabs ent­sprossen, der jetzt fünf Jahre alt und ein aller­liebstes blondlockiges Kerlchen war.

Edith Boyneburg war Elisabeth gleich zu Anfang herzlich entgegengekommen, und die letztere hatte sich ebenfalls zu der jungen Frau, die vielleicht fünf Jahre älter war als sie, hin- gezogen gefühlt. Es entspann sich alsbald ein eifriger Verkehr zwischen Landegg und Boyne­burg, und die beiden Frauen befreundeten sich mehr und mehr. Der kleine Werner, der an der neuen Tante mit rührender Liebe hing, war außerdem ein ausgezeichnetes Bindemittel, denn Elisabeth liebte Kinder über alles und beschäf- ttgte sich gern und viel mit Klein-Werner.

Durch diesen regen Verkehr gewann Elisa­beth Einblick in die Ehe ihre neuen Freundin und fand viel darüber nachzudenken, _ Graf

mir einzustimmen: Ein Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und Ihre Majestät die Kaiserin der Deutschen Reiches! Sie leben hoch!"

Wie verlautet, hat der Eroßherzog eine um« fangreiche Begnadigung erlassen. Sie trifft u. a. schwere Verbrecher, die sich gut ge­führt haben, darunter zwei Mörder, die zu le- benslänglichem Zuchthaus verurteilt sind« Weiter hat das Justizministerium eine größere Anzahl Polizeistrafen erlassen. it

Die Illumination der Stadt war feenhaft und bis in die Vorstädte und kleinen Neben­straßen durchgeführt. Der Marttplatz mit denk Rathaus war in ein Lichtmeer getaucht. Präch­tig waren der Bahnhof, die Technische Hoch« schule und einzelne große Ceschäftshäuser be­leuchtet. Der Verkehr auf den Straßen wickelt« sich trotz des fürchterlichen Andranges ruhig ab«

Zur Lage in Rußland«

Die revolutionäre Bewegung.

Aus einer Unterredung, die kürzlich zwifche« einem jugendlichen Revolutionär und dem Mos­kauer Vertreter derNowoje Wremja" stattge­funden hat, sind manche erwähnenswerte Einzel­heiten bekannt geworden, wie die Umsturzpartef ihre Waffen vor der Polizei zu schützen weiß« Der Gewährsmann des Vertreters des Peters­burger Blattes erzählte dem Journalisten, daß die Revolver und Gewehre in großen Mengen zu teuren Preisen in den Waffenläden gekauft werden. Man bezahlt sie bar, nimmt aber ge­wöhnlich nur einen Teil mit, soviel man gerade nötig hat. Die übrigen Waffen werden in de« gleichen Handlungen versetzt und bleiben dort aufbewahrt. Hat man sie später nötig und löst sie ein, so lassen fich die Ladenbesitzer von de« Revolutionären ansehnliche Vergütunge entrich­ten. Man zahlt für die Revolver 5000 RubelZ dadurch ist die Nachf age nach diesen Waffe« stark gestiegen, und die Preise sind dementspre­chend in die Höhe gegangen. Auf die Frage de« Journalisten, ob man in den Wasfenläden auch stets dieversetzten" Revolver nJ\bet ausliefere, erfolgte eine bejahende AntwoI. Falls bet eine ober andere sich trotzdem w üg«so setze ma« ihn auf die Liste derzum Tode verurteilte« Personen", wie das jüngst mit dem junge« Mann einer Waffenhandlung geschehen fei. Der Revolutionär versicherte, daß es dem Umsturz durchaus nicht an Geld fehle. Man beschaffe sich dasselbe durchKanfiskationen", d. h. durch Einbrüche und Beraubungen. DieseKonfis­kationen" seien stets von Erfolg begleitet. Der! jugendliche Revolutionär sprach dann weitet sein Bedauern aus, daß die Soldaten gegenwär« tig eine feindselige Haltung dem Umsturz gegen­über einnehmen, und auch die Bauern demselbe« nicht mehr recht folgen. Besonders unangenriji«

Boyneburg war ihr eigentlich durchaus sym­pathisch, er war ritterlich, artig und zuvorkom­mend, aber im Hause, seiner Frau gegenüber; kehrte er oft schroffe Seiten heraus. Er könnt- bei der geringsten Veranlassung maßlos heftig werden, und Edith Boyneburg hatte keine« Stand. Zwar legte der Graf sich in Elisabeths. Gegenwart Zügel an, aber sie erschrak doch, wenn ein herbes Wort über seine Lippen kam« und fühlte sich in der Freundin Seele verletzt« Daß sich diese beiden Menschen dennoch liebten« war klar. Edith ertrug des Gatten Launen mit bewunderungswürdiger Ruhe, und Graf Boyne­burg suchte später durch verdoppelte Zärtlichkeit' seine Schroffheit wieder gut zu machen. ;

Die Szenen wiederholten sich ziemlich oft; und Elisabeth fand Edith bei ihren Besuche« auf Voyneburg häufig in Tränen. Zuweile« schüttete sie bet Freundin ihr Herz aus, und Elr- sabeth versuchte sie zu trösten.

Ach, Elisabeth," sagte Edith ernst,es war« zum Verzweifeln und Davonlaufen, wenn ich ihn nicht trotz allem so rasend liebte. Aber oft denke ich, er kann mich gar nicht lieb haben uni' er mag seine erste Frau mehr als mich geliebt haben, und hätte sie gewiß nicht so behandelt.

O Edith, das darfst du nicht denken!" tief Elisabeth erschrocken aus.

Edith hob bas blonde Köpfchen und bi« tränennassen Augen zu Elisabeth auf. 1

Du bist doch auch eine zweite Frau Elis« fieth--- ist dir noch nie ein ahnlrcher Gebaut«

gekommen?" , , .... ... . f

Nie," erwiderte Elisabeth, iah errötend. .

Auch nicht, wenn bu vor bem Bilde ber­eiften Frau stehst?" . k

Ich kenne bas Bild bei ersten Frau meine« Gatten nicht," sagte Elisabeth ernst;ich glaubq- es ist gar keins auf Landegg vorhanden.">

(Fortsetzung folgt^