entkam.
stistuntz ober Begünstigung an dem angeblichen Bruch der Amtsverschwiegenheit Anklage zu er- $eben suchen würde. Mithin gebe ihm auch § 54 der Strafprozeß-Ordnung wegen der Gefahr strafrechtlicher Verfolgung das Stecht, hi dieser Sache Auskunst abzulehnen.
Aufstand auf'der Jnfel Euba.
Einer Meldung der „Motning Post" aus I Washington zufolge hat man in dortigen Re- gierungskreisen die starke Empfindung, daß eine bewaffnete Intervention unnötig sein werde. Die Revolutionäre wollen neue Wahlen verlangen, die unter Aufsicht amerikanischer Beamten abzuhalten find. Die letzten Wahlen waren korrupt; sie stellen nicht den ehrlichen Aus- druck der Mehrheit der kubanischen Wähler dar. Wenn jetzt die wesentliche Mehrheit der Lu- | baner gewillt ist, das Resultat neuer Wahlen zu akzeptieren, und diejenigen loyal zu unterstützen, welche ehrlich gewählt werden, so wird das ein gangbarer Ausweg aus unangenehmer Lage sein.
Washington, 18. Sept. Dre kubanische Gesandtschaft teilte hier mit, daß der kubanische Staatssekretär Hevia von seinem Posten zurückgetreten, und der Sekretär für das Justizwesen, Diego, als sein Rachfolger in Aussicht genommen ist. Der Rücktritt Hevias soll auf Meinungsverschiedenheiten mit dem Präsidenten Palma zurückzuführen sein.
Havanna, 18. Sept. General Castillo trifte dem amerikanischen Geschäftsträger mit, daß die Aufständischen zur Herbeiführung des Friedens di« Hand zu bieten bereit find unter der Voraussetzung, daß ihnen die Zusicherung allgemeiner Wahlen und des Rücktrittes der Verwaltung gegeben werde.
Rewyork, 18. Sept. Die kubanische Gesandtschaft in Washington erhielt heute die offizielle Mitteilung vom kubanischen Staatssekretär, daß die Feindseligkeiten auf beiden Seiten einge- ! stellt seien und daß man den Frieden nahe glaube. Eine Pretzdepesche berichtet aber von einem Kampf in der Provinz Santiago, wo 400 Rebellen gegen die Regierungstruppen kämpfen. Der Ausgang sei noch unbekannt. Man hält ein endgültiges Uebereinkomnien der streitenden Parteien vor Tafts Ankunft für unmögl'ch.
strafe die Polizei Wei Anarchisten verhaften wollte, begannen diese zu schießen, «nd töteten einen Schutzmann und einen Wächter, verwundeten zwei Polizisten. Den flüchtenden Anarchisten kam ein Polizist entgegen, der auf sie schoß und einen schwer verwundete. Der andere
Niederlande. In der Th r o n r ev e zur Eröffnung der Eeneralstaaten heißt es: Der Stand des Landes und der Kolonien ist sehr zufriedenstellend, die Beziehungen zu den auswärtigen Mächten find die freundschaftlichsten, die Lage der autonomen Gebiete auf Celebes erfordert viel Taft und Beharrlichkeit, das militärische Vorgehen gegen die Insel Bali war unvermeidlich, infolge der Weigerung der Häuptlinge, den sehr gemäßigten Forderungen Genüge 'zu tun. ! Die Thronrede kündigt eine Revision der Eesetz- gebung betreffend die Attiengesellschaften und eine Revision des Strafgesetzbuches, sowie des Vereins- und Versammlungsrechts an. Entwürfe betreffend eine dauernde Erhöhung der Stempelsteuer für Titres, andere Urkunden und der Tabakssteuer, sowie die technische Revision des Zolltarifs werden folgen. Die Zuckersteuer wird herabgesetzt, diefenige auf Sniritnosen erhöht werden. Eine teilweise Trockenlegung des Zuiderfees wird erwogen. Schließlich werden noch eine Anzahl sozialer Gesetzentwürfe und ein Gesetz angekündigt, durch welches Hollan- disch-Jndien eine größere finanzielle Selbstständigkeit gegeben werden soll.
Norwegen. Bei den Storthingwahlen, für die noch eine Stichwahl nötig war, find bisher gewählt 67 Mitglieder der Linken, von denen 37 als regierungsfreundlich angesehen werden; 44 Gewählte gehören der Sammlungspartei an, 11 sind Sozialisten. Die Regierungsparteien werden demnach indem neuen Stortbing 81 Mitglieder zählen. — Dem Rorsk Telegrambyran zufolge ist die Lage zur Zeit noch etwas umklar. Erst nach dem Zusammentreten des Storthing wird sich Herausstellen, ob die Regierung die Majorität besitzt und wie groß diese ist. Es ist nämlich nicht ausgeschloffen, daß die Linke, die im neuen Stotthing sich in der Mehrheit befindet, ein ausschließlich linksstehendes Ministerium verlangen wird.
Großbritannien. Der Unterstaatssekretär im englischen Finanzministerium, Mc Kenna, hielt eine öffentliche Rede in seinem Wahlkreise und benutzte die Gelegenheit zu einem heftigen Angriff gegen die „Daily Mail". Die Rede erregt ziemlich viel Aufsehen, da es bisher nicht vorgekommen ist, daß ein Mitglied der Regierung auf solche Weise gegen eine Zeitung vorgegangen ist. Mc Kenna führte aus, daß die „Daily Mail" täglich versuche, Deutschland und England gegeneinander zu Hetzen. Die „Daily Mail" treibe ein geradezu gefährliches Spiel. Jeden Tag veröffentliche das Blatt Meldungen über deutsche Vorbereitungen, um gegen England loszuschlagen. Wenn sechs Deutsche irgendwo aus der Welt zusammenkommen, um auf das Wohl ihres Kaisers zu trinken, melde die „Daily । Mail" sofort, daß die Deutschen gegen die See- ( macht Englands eine Verschwörung anzetteln. Durch solche kleine, die Oeffentlichkeit auf- stachelnde Nachrichten hoffe die „Daily Mail" das englische Voll zu alarmieren und dadurch die Regierung zu Wingen, die Ausgaben für die | Kriegsmarine W vermehren. Dir Regierung
Die JubilSumS-Festlichkeiten in Bade«.
Karlsruhe, 18. Sept. Der Herzog von Eon- I naught traf heute vormittag 8 Uhr 56 Minuten I hier ein. Zur Begrüßung waren am Bahnhof I anwesend: der Großherzog mit dem Prinzen I Gustav von Schweden, die in Begleitung des I Generalleutnants von Müller und des Trafen I Sponeck erschienen waren. I
Karlsruhe, 18. Sept. Der Großherzog stat- lete im Laufe des Vormittags dem Herzog von Connaught einen Besuch ab und überreichte ihm I den Hausorden der Treue. Heute nachmittag 4 I Uhr empfing der Großherzog im Beisein der I Großherzogin, der Prinzen «nd Prinzessinnen des Eroßherzoglichen und des Königlich Schwedischen Hauses den Herzog von Connaught, der im Auftrage des Königs von Großbritannien «nd Irland den Hosenbandorden überreichte «nd die feierliche Investitur vornahm.
Karlsruhe, 18. Sept. Heute mittag 12 Uhr empfingen der Herzog und die Großherzogin von Laden mit dem Kronprinzen von Schweden eine Abordnung des grundherrlichen Adels. Rach dem Empfange wurden die Häupter und Mit- glieder der standesherrlichen Häuser ebenso wre die Abordnungen des grundherrlichen Adels zur Tafel gezogen. Gleic^eitig fand bei dem Erb- großherzogspaare eine Frühstückstafel statt, an der der Herzog von Connaught, Prinz und Prinzessin Gustav Adolf, Prinz Wilhelm und Prinz Eugen von Schwttten teilnahmen.
Karlsruhe, 18. Sept. Der Großherzog und die Großherzogin empfingen um 5 Uhr das diplomatische Korps und um 5ya Uhr die Epezial- gesandten im Marmorsaal des Schlosses. Die in Audienz empfangenen Herren nahmen um 8 Uhr an der Tafel teil.
Karlsruhe, 18. Scpt. Um 8^ Uhr begann im Hoftheater die Festvorstellung vor geladenen Gästen. In der Mittelloge des Theaters, das im Innern einem Rosengarten mit goldenen und silbernen Blättern glich, hatte das Erotz- herzogspaar, das schwedische Kronprinzenpaar, die mit einem dreimaligen Hoch und der Fürstenhymne empfangen wurden, und die übrigen anwesenden Fürstlichkeiten Platz genommen. Zur Aufführung gelangte das Vorspiel zu den „Meistersingern" und die Festwiese mit gestrichenem Beckmesser. Am Schluß stimmten Amtliche Darsteller in die Jubelhymne auf das Gr^herzogpaar, di« stehend angehört wurde, ein. Die Feier verlief sehr stimmungsvoll.
Koblenz, 18. Sept. Am 23. d. M. wird durch das badische Grotzherzogspaar eine Abordnung der Stadt Koblenz empfangen zur Ueberreichung einer Glückwunschadreffe zur goldenen Hochzeit. Auch der Oberpräfident der Rheinprovinz folgt einer Einladung des Eroßherzogs zur Teilnahme an den Festlichkeiten.
Paris, 18. Sept. Der König der Belgier hat heute vormittag Paris verlassen, um sich nach Karlsruhe zu begeben, wo et an den Feierlichkeiten anläßlich des 80. Geburtstags des Eroßherzogs von Baden teilnehmen wird.
Mar-ur- und Umgegend.
(Nachdruck aller CrigbtalartiM ist gemäß | 18 Ml WHcherrechtt nur mit der deutlichen Quellenangabe . ■ -Oberheff. Kg " »stattet); »
Mard«r-, 19. September.
• Au» bett hiesigen Schnlen. Die diesjährb gen Herbstferien an den hiesigen Bürgerschule! beginnen am Samstag, den 29. September. Dez. Unterricht nimmt am Montag, den 15. Oktober, »iebet feinen Anfang. Mit Beginn des neuen Schulhalbjahres wird nunmehr das neue Volksschulgebäude „am Biegen" bezogen werden. Als Tag der Einweihung ist, wich schon gemeldet, der 15. Oktober d. I. festgesetzt« In der seit langen Jahren benutzten „Ketzer, bachschule" und der Schule „am KUian" wirt von da ab nicht mehr unterttchtet werden. Di< bis dahin dort untergebrachten Klassen fiedeltz in das neue Gebäude über. Wie verlautet, soft len jene Baulichkeiten zu Wohnungen für stöbt. Beamte umgebaut werden. Als Schuldieney an der neuen Burgerschule-Rord wurde bekanntlich Herr Paul Erzleben hier vom Magistrat bestem. Die seitherige Schuldienerin an der Mädchenbü"gerschule, Frau Merlau, tritt zum Ottober d. I. in den Ruhestand. Sie hat sett über 25 Jahren diese Stellung treu und' gewissenhaft bekleidet. ;
* vom Staatsarchiv. Dem Vizefeldwebei Müller von der Schloßgarde-Kompagnie auf Wilhelmshöhe ist die hiesige Archivdienstftellch । auf dem Schloß probeweise übertragen worden, I * Aus dem Stadttheater. Auf die vielen Anfragen, die beretts an die Direktion wegen der Winterfpielzett gerichtet werden, sei an die, fet Stelle erwidert, daß die Saison am Donner« tag den 4. Oktober (wie wir kürzlich schon g« meldet haben. Red.) mit Schillers „Staut I von Messina" eröffnet wird. Dekorationen und Kostüme zu dieser Aufführung find volk I ständig neu angefertigt worden, lieber Cpieft I plan und Personal wird nächstens wetteres mit« I geteilt werden. — Der Villetvetkauf befindet sich dieses J-^r in der Elwertfchen | llniversitätsbuchhandlung, worauf | besonders aufmerksam gemacht wird.
I * Zu dem große« nationalen Eesaugs-Wett« 1 streit in Marburg im Jahre 1907, den der hie- I fige Gesangverein „Liedertafel" veranstaften I wird, find soeben die Einladungen ergangen. I In Betracht kommen die Gesangvereine in de, I näheren und weiteren Umgebung, auch in West« I falen und der Rheiirprovinz. Als Beginn bei | Festes ist der 7. Juli in Aussicht genommen.
Der Eesangswettstreit besteht in Klassensingen und Ehrenklaffenfingen. Das Preisfingen soft in der Weise statffinden, daß jeder der teilneh« I wenden Vereine In seiner Klaffe einen aufge« I gebenen Preischor und einen selbstgewähltsn I Thor zum Vortrag bringen. Erfahrene Preis- I richtet find gewonnen und hohe Geldpreise nebst I wertvollen Kunstgegenständen ausgesetzt. Di« I Anmeldungsfrist läuft bis zum 15. Januar I 1907. _ _
* Die nächste Feldpost. Die nächste Feldpafl I nach Afrika geht vor Berlin wieder am 21. September ab. Die Feldpost befördett ausschließ- I lich Briefe, Postkarten und Postanweisungen, I Sie wird vormittags %12 Uhr über Dliffinge« I nach Southampton geleitet und dort am 22, I September dem englischen Dampfer nach Kap- I stadt übergeben. Der Dampfer ist planmäßig am I g. Oktober in Kapstadt. Schon am folgenden I Tage, dem 10. Oktober, schließt sich der I regelmäßige Küstendampfer nach Norden an«. I Dieser trifft mit der Feldpost am 14. Ottober in I Lüderitzbucht und am 17. in Swakapmund ein.; I Feldpostbriefsendungen, die mit dieser Gelegen« I heil befördert werden sollen, müssen in Berlitz I spätestens am 20. September, in entfernteren. I Orten schon am 19. zur Post gegeben werden,, i damit sie das Marinepostbureau in Berlin noch» I rechtzeitig erreichen, da fie dort gesammelt und« I nach den Truppenteilen in Südwestafrika sot-! I tiert werden. J
I * Stadt. Schlachthaus. Bei der Vergebung) I pes Gefälles der Großviehhäute der hiesigen! | Fleischerinnung für die Zeit vom 1. Oktober b&;
Zs. bis zum 1. April 1907 erhielt als Höchst, bietende die Leder- und Häutefirma S. Strauß,!
Vabnbofftrabe, hier, den Zuschlag.
• Zugverspatttttgen. Vergangene Rächt hat-; ten wieder die meisten durchgehenden Nacht.: schnellzüge von Norden nach Süden bzw. Frank»; furt-Berlin erhebliche Verspätungen. 1
* Von der Eisenbahn. Der allgemeine Aus», nahmetarif für Düngemittel und Rohmaterial lien der Kunstdüngerfabrikation (letzte Ausgabe; vom 1. Mai 1902) bleibt im Verkehr der preußisch-hessischen Staatsbahnen, der Ersenbahn;n. in Eliatz-Lothringen, der _ oldenburgischew Staatsbahnen und ^r Milttarersenbahn auf, weitere 5 Jahre bis ernschl. 30. April 1912 tn Kraft Die weitere Ausdehnung des Ausnahmetarifs auf die seither beteiligten Ve walt-'—en bleibt vorbehalten.
* Der deutsche Fleischerverband hat nach der Fleischer-Zeitung,, an den Landwirtschaftsminister groet Petitionen gesandt. In der ersten erklärt et, daß die deutsch Schwernebestande- durch Ueberzüchtung und falsche Haltungsweise^ degeneriert und seuchenempfanglich seienu Er. verlangt daher, daß für dre deutcheSchwern^ rucht Körungsbestimmringen erngefuhrt und bttj lum Verkauf gestellten Schweine betört ge^et^ ne7 werden daß ihre Herkunft genaufest gestellt werden kann. Es verlangt ferner die Fleisch-, beickau auch für Hausschlachtungen und allge-, meine
-?n der zweiten Petrtron verlangt er, daß bas, aus Rußland in den deutschen Erenzbezttt 5$ importierende Schweinekontigent nnt an nungsmitglieder abgegeben w^d, die ttnof^ nes Ladengeschäft haben unb den RefftrrtthM | führen dürfen.
^Minden, 15. Sept. Als gestern der Rentner Kr. hierselbst in seinem von etnet Mauer umgebenen Gatten nach Spatzen schoß wurde das aus einem gegenüberliegenden Hause kommende 25 -?ahre alte Mädchen des Kolons Bauer auf der öurburg von einem vettrtten Schrotkorn so unglücklich ins Auge getroffen, daß dieses auslref ^Halle a. d. E., 18. Sept. Der Werßenfelser Schuhfabrikantenverein beschloß infolge bet an« dauernd steigeichen Lederpreise eine Erhöhung der Schuhpreijn.
Wiesbaden, 18. Sept. Der 55 Jahre alte Taglöhner Wilhelm Bever aus Amöneburg bei Kassel-Mainz hat im verflossenen Winter ferne Ehr fr au erschlagen und wurde deshalb »« zwei Jahren Gefängnis verurteilt. In der Unte.- luchung stellte fich heraus, daß Beyer in dritter Ehe verheiratet ist, von der zweiten Frau sich getrennt und die dritte ohne daß «r geschieden war, geheiratet hatte. Er wurde heute von der hiesigen Strafkammer wegen Bigamie zu einem Jahr Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust ^Frankfurt, 18. Sept. Heute Vormittag wollte die siebenjährige Luise Lipp. MolttEee 100 in Bockenheim, in Abwesenbeit der Eltern für ihre Geschwister Milch auf einem Spiritusapparat wärmen. Der brennende Spiritus setzte die Kleider des Kindes in Flammen, das so schwere Brandwunden erlitt, daß es nach einer Stunde starb. — Heute Morgen wurde ein gewisser Paul Eugen Kümmerle in einem Haus der Solmsstraße mit seiner Geliebten verhaftet. Er ist der vielgesuchte Schwindler, der in der letzten Zeit in Franffurt, Offenbach, Hanau Mainz Wiesbaden, Karlsruhe und Stuttgart Vermieterinnen und Geschäftsleute um ihr Geld brockte Er mietete fich ein möbliertes Zimmer und bestellte dann entweder Zigarren oder Stte- fel bei großen Firmen mit der gleichzeitigen Bitte, dem Boten fünfzig bis hundert Mark
Wechselgeld" mitzugeben. Der Bote kam, lieferte Ware und Wechselgeld ab und Kümmerle verschwand damit im Nebenzimmer, angeblich um den „Schein" zu holen. Der Bote wattete dann immer vergebens, denn der Schwindler batte durch einen anderen Ausgang schon langst das Weits gesucht. — Am 26. und 27^September kommen mehr als WO englische Sanger nach Franffurt. Diese „Porkshrre Singers Mit- glieder zweier großer Gesangvereine in Leeds und Sheffield, unternehmen eine achttägige Reise nach Deutschland. Ihr Weg fuhrt sie zuerst nmh Düsseldorf, dann nach Köln und endlich na<mörr?S^i7. Sept. Bei dem Gefecht der 1. und 42. Bttgade auf dem in bei Nahe gelegenen Manöverfelde ereignete fich ein schwerer Unglücksfall. Das Pferd eines Hauptmannes, das scheute, warf seinen Reiter ab und stürmte auf die zahlreich anwesenden Zuschauer loswo- bei ein 24 Jahre alter Mann und ein 2 Jahre altes Kind schwer verletzt wurden. (Greß. Anz.)
Aschaffenburg, 16. Sept. Bei der im hiesigen Bezirk vorgenommenen Hundevifitatron wurden insgesamt 200 Hunde als tollwutverdachttg se-
Heffell-NchiN unb Mchbargebiele. I Cassel, 17. Sept. Die neue katholische Kirche, I die Herr Kommerzienrat Wegmann auf der I köhe des Rothenbergs erbauen laßt, ift fegt jo I weit gediehen, daß mit der Aussetzung des Dach- I gebälkes begonnen werden konnte. Noch etwa I 4 Wochen, und das Schiff der Kirche wird im 1 Rohbau fettig gestellt sein. Die Einweihung ! bet Kitche wird voraussichtlich im nachstenFrüh- I ^sSelbttrg, 15. Sept. In Gottbüren, wo augenblicklich größere Reparaturarbeiten an der Kirche ausgefühtt werden, stürzte der Zimmermann Gante von dem Kirchturm herab und brach das Genick.
Oberauftr. 17. Sept. In dem nahe gelegenen Dörfchen Friedricherode hat fich auf der in der vorigen Woche stattgefundenen Kirmes folgender komische Vorfall zugttragen. Ern schon nahezu 80 Jahre alter Mann saß auf einem Zwetschenbaum in seinem Gatten und pflückte Zwetschen. Inzwischen kam sein Sohn aus dem Wirtshause, wo er ,Mrmes" gefeiert hatte. Als et feinen Vater auf dem Baume fitzen sah, tief et zornig aus: „Wette mache, deste sofatt topp kemmst." Da der Vater nicht gleich herunter ging, ging bet Sohn hrn, holte eine Axt und hieb den Baurn ad, so daß bet Batet nnt samt bem Baurn umfiel. Glücklicherweise find die Verletzungen nicht erheblich. lHerss. Ztg.)
G. Hana«. 18. Sept. Bei Mühlheim a. M. ereignete sich ein recht tragischer Unglücksfall. Die Frau des Bahnwätters WinNer war hinter dem Haufe mit Aufhängen von Wasche beschäftigt. In einem unbewachten Augenblicke ent- fernte fich ihr zwei Jahre altes Kind und kam, unter der Schranke durchlaufend, auf das Dahn- aeleife. Hier wurde es von einem Euterzuge erfaßt. Die Räder trennten dem Kinde den Kopf vom Rumpfe.
Hanau, 18. Sept. Unter den Pferden des hier garnifonierenden thüttngifchen Alanen- regiments Rr. 6 ist, wie der „Han. Anz. be- riihttt im Manöver die Drustfeuche ausgebrochen. Das Regiment wird deshalb morgen hrer- ^G^Skftdn"" 18. Sept. Die Großherzogin von Toskana ist mit den Erzherzoginnen Margarete und Germana zum Besuch der Fürstlich Jsenburgischen Familie hier angekommen.
I Homburg v. d. Höhe, 18. Sept. Der Reichskanzler Fürst v. Bülow trifft am Donnerstag, I 20. d. M., vormittags 10 Uhr 19 Minuten hier
Zur Lage in Rußland. Sozialrevolutionäre Schreckensherrschaft. Rach einer Zusammenstellung der russischen Zeitung „Stimme der Wahrheit" wurden — wie im „Berliner Tageblatt" mitgeteilt wird — in Rußland vonMittebisEndeJulidie |eg Jahres 143 Attentate ausgefühtt, von denen 12 mißlangen. Es kamen btt diesen Attentaten 65 Menschen ums Leben, während 66 verwundet wurden. Von Mitte bis EndeAugust waren 470Attentatezu | verzeichnen, von denen 26 fehlschlugen. Bei diesen Anschlägen kamen 179 Menschen ums Leben und wurden 265 verwundet. In den beiden letzten Juliwochen konnten 115 Raubüberfälle verzeichnet werde, von denen 8 mißlangen, während 50 Ueberfälle ihren Unternehmern bie_ Summe von 151319 Rubel einttugen, btt 78 Fällen ließ fich der Raubertrag nicht feststellen. Für die entsprechenden Pettoden im August stttgern fich die Raubüberfälle schon auf 164 bei 23 mißlungenen. 90 Ueberfälle lieferten bett Räubern einen Ertrag von 340 893 Rubel, in 51 Fällen blieb die geraubte Summe unbekannt. — Das sind die von der deutschen Sozialdemokratie gepriesenen Helden-Brüder, die in wenigen Wochen mü so erschreckenden Erfolgen gemordet, geplündett und gebrandschatzt haben. Zur Unterstützung folcher Leute find die deutschen Arbeiter genötigt worden, mehr als dtttmalhunderttausend Matt httzusteuern. Wenn von einer solchen Rauberund Mörderbande, mit der die sozialdemokratische Pattttltttung sich solidarisch erklätt, eine Regeneration Rußlands erwartet werden soll, dann möge davor das russische Volk tn Gnaden bewahrt bleiben. Im Interesse der russischen Levöfterung kann es nur liegen, daß die Regierung mit der größten Rücksichtslosigkeit und Schärfe vorgeht, um das revolutionäre Raubund Mordgestndel an Haupt und Gliedern aus» «rotten.
verschiedene «eftenge«. ~
Berlin, 17. Sept. Rach einer Petersburg« ^Laffan"-Meldung machte d« deuffche Botschafter in Petersburg bei der russische« Regierung ernste Vorstellung wegen d« (gestern ge- »eldeten) Ermordung des Fabrikanten Busch in
Ria« eines deutschen Staatsbürgers. Der Vot- | werde fich hüten, sich von den Tteibertten bet haftet wies in eindringlichen Worten auf den „Daily Mail" beeinflussen zu lassen^ 60 an= in ben baltischen Provinzen herrschenden Zu- I erkennenswert diese Auslassungen des Mttgfte- ftand bet Anarchie hin und auf die große Ge- I des bet Regierung sind, i" wenig tobt für bas Leben der Deutschen btt bet Un- I ben wir, daß sie an dem Verhaften der ^)aily fähigkttt b« Regierung, die Ordnung aufrecht Mail" -twas andern. Wenn auch> nicht bie Re- « erhalte«. gierung, so wird doch die Oeffentlichkeit bettn-
Odessa, 18. Sept. Als auf bet Bazarnaja- | flußt, «nd solange dieses Treiben dauert, kann Stabe die Polizei Mei Anarchisten verhaften | von freundlichen Dervchunge zwischen England und Deutschland nicht die Rede fein.