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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. # Sonntagsbeilaae: AUattrirtes Gouniaasbratt.

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durch sein Tier zu ersetzen hat, auch wenn ihn

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der sie traf, zwang ein

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Reichstage vorliegende Gesetzentwurf tzierung einer Aufhebung des § 833 gleichkomme. Demgegenüber habe sich teilung auf den Standpunkt gestellt, Tierhalter jede Beschädigung eines

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der Re- praktisch die Ab- daß der anderen

selbst kein Verschulden trifft. Diese reine Kau­salhaftung erschien insbesondere vielen Land­wirten als unbillige Härte. Eine große Mehr­heit des Reichstages forderte daher auf Antrag des konservativen Abgeordneten von Treuenfels die Negierung auf, die Haftbarkeit des Tierhal­ters für die Fälle aufzuheben, in denen er mit genügender Sorgfalt das Tier hätte bewachen laffen. Der Gesetzentwurf der Regierung vom 24. Februar 1906, der dieses Verlangen zu er­füllen bestimmt ist, harrt noch in einer Reichs- tagskommisiion der Verabschiedung. Die Gut­achter des Juristentages protestieren nun mit aller Entschiedenheit gegen diesen ersten Ein­bruch in das Bürgerliche Gesetzbuch von 1900. Es sei ein alter germanischer Rechtsgedanke, daß das Eigentum nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten verleihe. Mag denen, die berufsmäßig die Wartung eines Tieres übernehmen, die Un­fallversicherung für den Schaden aufkommen, und mag die Haftpflicht des Tierhalters auch den Personen gegenüber eingeschränkt werden, die auf Grund irgend eines Vertrages sein Tier im eigenen Interesse benutzen: dem großen Publi­kum gegenüber erscheint die strengste Haftung des Tierhalters voll gerechtfertigt, wie sie sich im französischen Recht seit hundert Jahren be­währt hat. In der Debatte wandten sich Ober- landesgerichtsrat Schneider (Stettin), der ju­ristische Berater des Deutschen Landwirtschafts­rats, und Prof. Eriebner (Kiel) gegen die Auf­rechterhaltung des § 833. Der Ruf nach sozialer Fürsorge für den Verletzten sei noch kein hin­reichendes Argument für die zivilistische Haftung. Auch der Tierhalter gehöre meistens nur den mittleren und ärmeren Schichten an. Geheim­rat Gierke (Berlin) wandte sich mit großer Ent­schiedenheit gegen den Gesetzentwurf der Regier­ung. Die Rechtsprechung sei schon jetzt auf dem richtigen Wege und habe den ursprünglichen Irr­weg bereits korrigiert. Jede Abänderung des BEB. im gegenwärtigen Augenblicke würde er deshalb tief bedauern, um so mehr, wenn es sich wie hier um einen beklagenswerten unsozialen Rückschritt handele. Die Kapitalisten sollen pri­vilegiert werden gegen die Schadensansprüche der nicht besitzenden Klaffen. In der Abstim­mung sprach sich der Juristentag mit allen gegen sieben Stimmen für die Aufrechterhaltung des § 833 aus. Dann wurde der Juristentag ge­schloffen.

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Die Kaisertage in Schlesien.

Ueber den Verlauf der Kaisermanöver am Donnerstag wird berichtet:

Reumarkt (Schles.), 13. Sept. Bei scharfem Winde und Regen wurden heute die Opera-

Nachtm- vom deutschen Juristentag.

Von den Schlußoerhandlungen wird noch be­richtet: Zu lebhaften Debatten führte die Frage her Haftung des Tierhalters. Prof. Ennec- cerus (Marburg) führte aus, daß der dem

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Honen fortgesetzt. Die rote Partei beabsichtigte sich bei Neumarkt zu verteidigen, während blau angreifen wollte. Die blaue Partei bemühte sich, beide stark zurückgebogenen Flügel von Rot zu umgehen. Der Kaiser folgte von einer Höhe bei Hausdorf aus den in vieler Hinsicht intereffanten Operationen, die am Nachmittage nicht beendet waren.

Primkena«, 13. Sept. Die Kaiserin begab sich heute früh in Begleitung der Prinzeffin Vik­toria Luise und der Herzogin Ernst Günter nach der evangelischen Kirche und legte in der Für­stengruft an den Särgen ihrer Eltern Kränze nieder.

Prinmkena«, 13. Sept. Der Herzog von Hol­stein und Prinz Oskar von Preußen find hier eingetroffen. Der Herzog ist zum Generalmajor befördert worden.

Breslau, 13. Sept. Der Kaiser ist heute abend 6 Uhr im Automobil vom Manöver­gelände eingetroffen und im Schlöffe abgestiegen.

Köln, 13. Sept. DieKöln. Ztg." meldet fol­gende heute vom Kaiser in Liegnitz befohlenen Personenveränderungen im Heere: General der Infanterie von Lindequist und General der Ka­vallerie Edler von der Planitz unter Belastung in ihrer Stellung zu Generalobersten befördert. Kluck, Generalleutnant und Kommandeur der 37. Division, mit der Führung des 5. Armeekorps beauftragt.

Berlin, 13. Sept. DerReichsanz." meldet eine große Anzahl von Ordensverleihungen aus Anlaß der diesjährigen großen Herbstübungen.

hindurch zum Wagen schritt. Die ^ahrt war kurz und die Kaiser Wilhelm-Eedächtniskirche bald erreicht.

Das Gotteshaus war von Neugierigen fast überfüllt. Die Hochzeit des reichen Majorats- Herrn, nach dem so viele Mütter heiratsfähiger Töchter und letztere selbst ihre Netze ausgewor­fen hatten, erregte natürlicherweise das weit­gehendste Interests.

Dazu kam noch, daß alle Fernstehenden der Trauer wegen nicht geladen waren und man wollte sich doch wenigstens den Anblick des Brautpaares nicht entgegen laffen.

Mächtige Akkorde brausten von der Orgel durch den hohen Raum, und die heilige Hand­lung begann. Aller Augen folgten dem statt­lichen Paar, als es durch die Mitte der Kirche zum Altar schritt. Die Braut senkte den Blick. Elisabeth gab sich dem Eindruck dieser Stunde, die über ihr Lebensschicksal entschied, mit ganzer Seele hin.

Wenn sich auch in ihrem Herzen nicht die leidenschaftlichen Empfindungen regten, die viel­leicht eine heißliebende Braut in solchem Augen­blick hegen mag, so fühlte sie doch auch nichts mehr von der Bangigkeit der lebten Monate.

Zwar hatte sie bisher noch nicht gelernt, den Mann an ihrer Seite zu lieben, wie das Weib den Gatten lieben soll, und bebte noch vor jeder Zärtlichkeit zurück, doch jetzt vor dem Altar ge­lobte sie sich, ihn nie ihren Mangel an Liebe empfinden zu lasten und ihm nie zu verraten, daß sie mit ihrer Ehe nur ein Opfer für ihre Lieben gebracht hatte.

Nun war er geschehen. Unverbrüchlich fest war sie an ihn gekettet. Die Ringe waren gewechselt, der Segen gesprochen, die letzten Orgelklänge verhallt: alles drängte sich, das Brautpaar zu beglückwünschen, und Elisabeth war es, als wenn ein Traum sie umfangen hielte, als wenn sie im nächsten Augenblicke erwachen und wieder di« alte Elisabeth von Rittberg sein müßte.Gräfin Landegg Frau Gräfin!" wie fremd das klang!

Kurze Zeit darauf saß sie an der Seite des

und flüsterte:Mein sah vornehm und im-

Gatten am oberen Ende der reich geschmückten Tafel. Sinniger Ernst, liebliche Anmut lagen auf ihrem Antlitz. Sie sah so schön aus in ihre« neuen Würde, daß man kaum den Blick von ih« wenden mochte.

Die Hochzeitsfeier war keine laute. Di» Trauer des Grafen legte allen einen Zwang auf. Aber sie war auch keine trübe; Reden wur- den gehalten und Hochrufe auf das Brautpaar ausgebracht.

Die Tafel war beendet und die Abschieds­stunde nahte. Als Graf Landegg jetzt Elisabeths bat, sich für die Reise zurecht zu machen, durch« schauerte sie doch ein leises Angstgefühl. _ I» einer Stunde ging der Zug nach' München vom Anhalter Bahnhof ab.

Obgleich Elisabeth sich immer wieder zurief: Sei stark!" so brach doch ihre Fastung zm sammen, als sie Abschied von den Eltern nahm, als sie vielleicht für lange Zeit zum letzten Malt am treuen Mutterherzen ruhte. Heiß aufschluchztt sie, als gäbe es eine Trennung auf immer. Fra« von Rittberg versuchte unter Tränen, der Toch­ter Trost zuzusprechen, und der Vater ermahnt« Elisabeth, doch ihrem Gatten kein so unglück­liches Gesicht zu zeigen, er müßte sonst denken, daß sie ihm ungern folge, und wie müßte ihn dieser Gedanke schmerzen. Das half etwas, unli als Elisabeth einen Blick auf den stumm in einer Ecke lehnenden Bruder warf, in desten Antlitz sie eine Hefen Gram las, wurde es ihr klar, was fia durch ihren offen zur Schau getragenen Schmerz verriet. Da kam die volle Fastung wieder, und als Graf Landegg eintrat, um sie abzuholen, b< sah er wohl, daß sie geweint hatte, aber er fand sie freundlich und bereit, ihm zu folgen. Noch eins letzte Umarmung ein letzter Kuß und gewaltsam machte sich Elisabeth aus Karl Gün­thers sie umschlingenden Armen frei.

Der Wagenschlag war zugefallen. Noch etif mal beugte sich Elisabeth hinaus, noch einmal winkte sie mit dem Taschentuch zu den FensterA hinaus, ein letztes Lebewohl.--

^Fortsetzung folgt)

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CM n* it» 63 ilf.

Zum Tode des Prinz-Regenten von Braunschweig.

Ueber den Lebensgang des Heimgegangenen Prinz-Regenten sei folgendes mitgeteilt:

Prinz Albrecht von Preußen, ein Neffe des alten Kaisers, wurde am 8. Mai 1837 geboren. 1847 trat er als Sekondeleutnant beim 1. Earde- regiment zu Fuß in die preußische Armee ein; 1859 wurde er als RiHmeister it la suite zum Earde-Dragonerregiment versetzt. Bei Beginn des deutschen Krieges, Juni 1866, erhielt er das Kommando der 1. schweren Kavalleriebrigade der zweiten Armee. Als Kommandeur der 2. Earde-Kaoalleriebrigade nahm er im deutsch- französischen Kriege an der Schlacht von Erave- lotte-St. Privat, an der Schlacht bei Sedan und an der Einschließung von PaHs teil. Ende Sep­tember übernahm der Prinz den Befehl über eine mobile Kolonne, die zur Deckung des vor Paris stehenden Heeres gegen die von Norden her andringenden Scharen entsandt wurde. Ende Dezember stieß er mit derselben zur ersten Armee (unter General von Manteuffel), folgte dann mit dem 8. Armeekorps dem französischen

Neueste Telegramme.

... Berlin, 13. Sept. Nach einem Telegramm des Gouvernements von Daressalam sind aus hen Bezirken Lindi, Sfongea, Mahenge, Jringa und der Landschaft Irak» neue Meldungen nicht .eingetroffen. Nach einer Meldung der 14. Kom­pagnie sind die meisten Rädelsführer in der Landschaft Donde ergriffen und abgeurteilt wor- . den. Der Häuptling Abdallah Mapande soll die portugiesische Grenze überschritten haben. Die 15. Kompagnie ist von Daborah nach Adjidje ab­marschiert.

Paris, 13. Sept. Kriegsminister Etienne ver­fügte, daß infolge der ungewöhnlichen Trocken­heit, die die vorzeitige Inangriffnahme gewißer landwirtschaftlicher Arbeiten notwendig macht, alle zu den Manövern einberufenen Reservisten bereits morgen heimbefördert werden sollen.

Paris, 13. Sept. Die neue Flugmaschine von Santos Dumont wurde bei dem heuHgen Ver­suche einer Auffahrt völlig zerstört. Santos Du­mont selbst wurde nicht verletzt.

Madrid, 13. Sept. Die spanische Regierung hat das KanonenbootAlvano Bazan" nach Kap Juby entsandt, um von den Marokkanern fest- gehaltene spanische Fischer zu befreien.

Konstantinopel, 13. Sept. Der Oberzere­monienmeister des Sultans, Ibrahim Pascha, ist gestorben. Die Pforte hat an die türkischen Vertreter im Auslande ein für die Großmächte bestimmtes Rundschreiben gerichtet, desten Zweck es ist, die Mächte auf ernste militärische Maß­nahmen vorzubereiten. Die Pforte erklärt, sie wolle keine kriegerischen Vorbereitungen Bul­gariens mehr dulden und habe deshalb beschlos­sen, mit ähnlichen militärischen Maßnahmen zu antworten.

Santiago de Chile, 13. Sept. Der am 25. Juni d. I. neu gewählte Präsident Pedro Monti tritt am 18. d. M. sein Amt an. Das Mini­sterium ist neu gebildet.

Havanna, 13. Sept. Die Regierung von Kuba hat auch über die Hauptstadt Havanna den Kriegszustand erklärt.

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(Nachdruck verboten.).

Zwei Frauen.

Roman von E. Borchart

(Fortsetzung.)

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Sie ging ihm einige Schritte entgegen, und der glückstrahlende Blick, v...

Lächeln auf ihre Lippen. Er ergriff ihre Hand, zog sie an seine Lippen Lieb, wie schön bist du!"

Auch Graf Landegg panierend aus, und ein freudiger Stolz erfüllte Elisabeths Brust bei seinem Anblick. Es konnte doch wahrlich nicht schwer sein, einem solchen Manne ins Leben zu folgen. Ein Gefühl der Sicherheit zog in ihr Herz. Sie wurde ruhig und sah der Zukunft ohne Angst entgegen, fest ent- , schloffen, dem Geschick ihr Glück abzutrotzen.

So machte sie den Eindruck einer glücklichen Braut, als sie fteundlich und ruhig an ihres Bräutigams Seite durch die Menge Neugieriger

Oberst von Rittberg war zum General be­fördert worden, und der Tag der Ernennung war ein hoher Freudentag für die Familie. Elisabeth war stolz und froh; es kam ilv bei­nahe vor, als wenn sie ihrem Vater diese bot>- Auszeichnung verschafft hätte. Und hatte \: nicht wirklich auch dazu beigetragen?

Oft schalt sie sich jetzt wegen ihres Zagens, st wollte mutiger in die Zukunft sehen und zmaw sich, an ihre Hochzeit mit mehr Jntereste zu denken.

Der Sommer war hejß und drückend, Elisa­beth und ihre Mutter hatten still und zurückge- )ogen gelebt, während der General im Manöver var. Zu einer Badereise waren doch die MiHel richt vorhanden, und die Familie schränkte sich überhaupt sehr ein, obgleich für Elisabeths Aus­lattung ja wenig zu besorgen war. Schloß uandegg war ja mit allem sehr reichlich ver­sehen und der Graf ließ es sich nicht nehmen, die Zimmer seiner jungen Frau selbst einzurichten. Nur für die persönliche Aussteuer war zu sorgen, und alles Nötige wurde in einem großen Ge­schäft gekauft, so daß Elisabeth nichts damit zu hin hatte.

Graf Landegg war einmal auf wenige Tage In Berlin gewesen, aber sie hatten nicht genügt, Zm Elisabeth wieder vollständig an ihn zu ge­wöhnen, er kam ihr fremd vor, und trotz seiner »roßen Liebe wurde fie niemals so recht warm in seiner Gegenwart. Mit bangem Herzklopfen Iah sie dem Hochzeitstage entgegen und der Ankunft des Bräutigams, die nun schon für morgen be- porstand.

Es waren unruhige Tage, die der Hochzeit -orangingen, obgleich die Feier der Trauer wegen nur im engsten Familienkreise stattftnden Zollte,

General Faidherbe, nahm mit seiner durch In- fanterie und Artillerie verstärkten Kolonne am 2. und 3. Januar 1871 an den Kämpfen bei Bapaume teil, führte danach die 3. Reserve­division in den Kämpfen bei Amiens, Nach dem Frieden erhielt er das Kommando über die 20. Division (Hannover), wurde 1874 zum kom­mandierenden General des 10. Armeekorps in Hannover ernannt und 1875 General der Ka­vallerie. Am 21. Oktober 1885 wurde Albrecht von der braunschweigischen Landesversammlung, einstimmig zum Regenten von Braunschweig er­wählt. Nach Moltkes Tode erhielt er das Prä­sidium der Landesverteidigungskommission.

Ueber die letzten Stunden des Prinzen wird gemeldet: Prinz Albrecht ist, wie aus Schloß Camenz berichtet wird, sanft und ruhig ent» schlafen. Am Sterbelager waren versammelt die Prinzen-Söhne, die drei Aerzte Geheimrat Dr. Kraus, sowie die Leibärzte Generalarzt Dr. Scheibe und Stabsarzt Dr. Dorendorf, ferner die nächste Umgebung des verstorbenen Prinzen und der Prinzen-Söhne. Das Befinden des Prinzen hatte sich feit dem letzten veröffentlich­ten Bulletin nicht verändert. Es wurde in der Nacht zum Dienstag abwechselnd am Kranken­bett gewacht. Um %5 Uhr wurden die Hof­staaten ins Krankenzimmer berufen. 5 Uhr 20 Min. trat der Tod ein. Noch in der vorigen Woche, so wird weiter gemeldet, hatte das Be­finden des Regenten zu ernsten Besorgnisten keine Veranlassung geboten. Der Prinz ging vielmehr seinen täglichen Gewohnheiten nach und machte noch am Sonnabend Nachmittag einen Spazierritt. Am Sonntag Abend befand sich der Regent anscheinend noch bei vollstän­diger Gesundheit, denn er beteiligte sich, wie ge­wöhnlich, am Kartenspiel. Montag morgen 9 Uhr teilte er seinem Schwiegervater, dem Herzog Ernst von Sachsen-Altenburg mit, daß er am nächsten Sonntag nicht zu desten 80jäh- riger Geburtstagsfeier nach Altenburg kommen werde. Um 11 Uhr vormittags, während der Prinz an feinem Schreibtisch saß, erlitt er den ersten Schlaganfall.

Als Termin der Beisetzung ist vorläufig der Montag in Aussicht genommen, doch hängt di« Festsetzung des Beisetzungstages noch von den Dispositionen des Kaisers ab. Freitag Abend sy2 Uhr wird im Sterbezimmer eine Trauer­feier für die Familie und die Hofstaaten statt- finben. . 1

In Braunschweig hat bie Nachricht vom Hin­scheiden des Regenten allgemeine Trauer erregt In allen Kirchen wurden die Glocken geläutet und bie Stabt legt Trauerschmuck an. Das her­zogliche Staatsministerium macht in .einem Extrablatt bei amtlichen braunschweigischen Anzeigen bas Ableben des Prinzen Albrecht von Preußen, Regenten des Herzogtums, bekannt In einem zweiten Extrablatt wird auf Grund des Regentschaftsgesetzes von 1879 bie Kon­stituierung bes Regentschaftsrats bekannt ge­geben. Der Regentschaftsrat wirb bie provfi

Graf Landegg war angekommen, doch ohne feine Schwester Beate mitzubringen. Er entschul­digte ihr Nichterscheinen mit ihrer tiefen Trauer, die es ihr unmöglich mache, einem Freudenfest beizuwohnen, und bat Elisabeth, ihr das nicht zu verübeln. Wenn es die letztere nun auch nicht angenehm berührte, daß die Schwester bei der Hochzeit ihres einzigen Bruders nicht zugegen Ifein wollte, und wenn sie diejenige, mit der sie fortan unter einem Dache leben sollte, auch gern schon vorher kennen gelernt hätte, so entschul­digte sie Beate doch und ließ ihre Gründe gelten.

Der Hochzeitstag, ein warmer Sommertag, ar angebrochen, und die Sonne strahlte vom iefblauen Himmel herab auf Blätter- und , Zlumenpracht.

Elisabeths BrauttoileHe war beendet. Sie stand mitten im Zimmer, in kostbare weiße Seide gekleidet. Auf ihrem Haupte prangte die Myrtenkrone, und von dieser floß der lange duf- Hge Schleier herab und umhüllte ihre schlanke, anmutige Gestalt wie eine Wolke. Sie war blaß, und ihre Augen zeigten die Spuren von ver- gostenen Tränen, aber sie sah wunderschön aus.

Als Graf Landegg eintrat, das kostbare Brautbukett in der Hand, blieb er einen Augen­blick wie gebannt an der Tür stehen.

Elisabeth!"

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