mit Vern Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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M 210
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Marburg
Sonnabend, 8. September 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck imb Verlag« Joh. Ang. Koch, Universitätr-Buchdruckerei
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
41. Jahrg.
Erftes Blatt.
(Nachdruck verboten.)
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Das Kaiserpaar in Breslau.
Donnerstag nachmittags um 5 Uhr trafen das Kaiserpaar, Prinz und Prinzessin Eitel-Fried- rich, Prinz August Wilhelm und Prinz Oskar mit dem Sonderzuge auf dem Hauptbahnhofe in Breslau ein. Auf dem Bahnhofe fand großer Militärischer Empfang statt. Als der Kaiser Und die Kaiserin auf dem Bahnhofplatze erschienen, wurden dieselben von der dichtgedrängten Menge, die den Platz umsäumte, mit stürmischen Kundgebungen empfangen. Der Kaiser, in
Neueste Telegramme.
Berlin, 6. Sept. Das Kriegsministerium erjagt, ob es wünschenswert wäre, den Bezirkskommandos die Wahl der Reserveoffiziere teil- zveise zu nehmen und sie den aktiven Truppenteilen zu übertragen.
Berlin, 6. Sept. Von! 1. bis 4. Oktober wird in Berlin in den Räumen der Universität ein Kongreß für Kinderforschung und Jugendfürsorge abgehalten. Den Vorsitz in dem Ausschüsse führt Professor Wilhelm Münch.
Breslau, 6. Sept. 95 Personen, die wegen des Krawalls am Striegauer Platz in die Untersuchung mit einbezogen waren, erhielten gestern den Beschluß des Landgerichts zugestellt, daß svegen Unzulänglichkeit des Belastungsmaterials das Verfahren gegen sie eingestellt sei. 88 hiervon, darunter eine Arbeiterfrau und der bekannte Arbeiter Viewald waren des Aufruhrs geschuldigt gewesen, die 7 anderen der Nötigung, per Beleidigung und des Streikterrorismus.
Trier, 6. Sept. Durch Vermittlung des Kreis- hirektors gelang es, in dem langwierigen Streik der Solvaywerke in den Saaralben eine Einigung zu erzielen. Die Ausständigen nehmen gegen die Zusicherung einer Lohnerhöhung am 10. d. M. die Arbeit wieder auf.
Braunschweig, 6. Sept. Graf Grote, der Hausmarschall des Hofes in Gmunden, erklärt, fo berichtet der „Hann. Cour.", auf direkte Anfrage eines hiesigen welfisch gesinnten Blattes, daß von der von einem hannoverschen Blatte gebrachten Sensationsmeldung von einem Eintritt des Prinzen August Ernst ins deutsche Heer am Hofe im Gmunden nichts bekannt sei.
Wien, 6. Sept. Der Kongreß der deutschen Eisenbahnverwaltungen hat seine Beratungen beendet und als Ort der nächsten Tagung Amsterdam bestimmt.
Tientsin, 6. Sept. Japan verweigert die Einrichtung gesonderter Fremdenniederlasiungen fn der Südmandschurei. Deutschland errichtet in Mulden ein Konsulat.
Zwei Frauen.
Roman von E. Borchart.
(Sortierung.)
„Karl Günther?" rief Elisabeth entsetzt aus. - „Mein liebes Kind, du grämst dich um deinen Bruder, deffen Leichtsinn uns an den Rand des Verderbens geführt hat. Und doch, trotz aller Tränen, die wir seinetwegen vergossen haben, dürfen wir nicht zu hart über ihn urteilen. Er hatte keine Ahnung, wie es um uns stand, wir ?iahen ihm niemals einen vollen klaren Einblick n unsere Verhältnisse, wenn der Vater ihn auch -ft mahnte, sich mehr einzuschränken und vor allem niemals zu spielen. Uns trifft also ein Teil Schuld und Karl Günther ist nun hart gestraft durch die Enthüllungen, die ihm der Vater heute nacht hat machen müssen. Vielleicht wird piese Erschütterung einen günstigen Einfluß auf Ihn ausüben, wenn es nicht zu spät ist."
„Warum zu spät?"
„Unsere Gläubiger drängen und in acht Tatzen ist die Frist abgelaufen, in welcher dein Baker die bestimmte Summe beschaffen wollte. Nun 'muß er davon zuerst Karl Günthers Ehrenschuld tilgen und für uns bleibt so gut wie nichts, die Katastrophe muß also hereinbrechen. Man wird hie Anzeige bei der Militärbehörde erstatten, der Vater wird einen schlichten Abschied erhalten, und das überlebt er nicht!"
! „Mein Gott, gibt es denn keinen Ausweg, kann uns denn niemand helfen?" rief Elisabeth völlig fassungslos.
„Frage nicht weiter, Kind. Ein Versprechen sbindet deines Vaters Zunge."
‘ „Auch die deine, Mutti?--nun so sprich,
fei harmherzig--wer will uns Helsen? Aus
Knieen will ich ihn darum bitten."
*-< »Gras Landegg," hauchte Frau .von Rittberg
der Uniform der Leibkürassiere, mit dem Bande des Schwarzen Adlerordens, begab sich zu Pferde, die Kaiserin zu Wagen die Feststraße entlang, zunächst zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal, wo die städtischen Behörden Aufstellung genommen hatten.
Als der Wagen der Kaiserin, neben der die Prinzessin Eitel-Friedrich saß, und der Kaiser zu Pferde vor der Versammlung hielten, hielt der Oberbürgermeister eine Ansprache an den Kaiser, in der er ausführte: Auf derselben Stätte habe e'inst der große Heldenkaiser die erprobte Treue der Stadt Breslau gerühmt. Diese schlesische Treue sei nicht mit den Vätern verblaßt. Der Redner gedachte dann der freudigen Ereignisse im Kaiserhause, und sprach besonders die Hoffnung aus, daß der jüngst geborene Erbe der Krone zur Freude des Kaisers und seiner Eltern emporblühen möge, ein Segen und Stolz für Volk und Vaterland. Er äußerte die Zuversicht, daß Schlesiens Söhne vor dem Kaiser ihre Kriegstüchtigkeit bewähren würden, daß besonders Breslau auch zeigen werde, daß es nach Kräften bemüht war, den Wohlstand zu mehren und die hohen Ideale und geistigen Güter des Lebens zu pflegen, wobei die Stadt der besonderen gnädigen Fürsorge des Kaisers sich zu erfreuen hatte. Vornehmlich danke die Stadt dem Kaiser für die technische Hochschule, namentlich aber für das köstliche Gut des ehrenvollen Friedens, dessen sich das Land erfreue. Der Redner schloß mit der Bitte, daß Gott seine starke Hand Über dem Kaiser, dem Schirmherr« des Friedens, der Kaiserin und dem Kaiserhause halten und auf allen Wegen beistehen möge, sowie mit dem Gelübde, treu zum Kaiser und Kaiserhause zu stehen, gleich den Vätern und Vorvätern.
Hierauf erwiderte der Kaiser folgendes:
»Ich sage Ihnen meinen herzlichsten Dank für die treuen Worte, die Sie soeben namens der Stadt ausgesprochen haben. Ich sage Ihnen ebenso den innigsten Dank der Kaiserin und meinen für die wundervolle Ausschmückung der Stadt und den herzlichen Empfang, den die Bürgerschaft uns bereitet hat. Daß die Breslauer stets an unserem Hause fest und treu gehalten haben, das weiß ich, aber ich bin hoch erfreut, es von Ihnen wiederum zu hören, zumal wir jetzt an der Schwelle einer Jahrhundertfeier stehen, voll schmerzlicher Erinnerungen. Aber wir dürfen auch daran gedenken, was an Tatkraft auf Schlesiens Boden entsprossen ist, und wie oft Schlesiens Söhne für ihren König gefochten haben. Von hier aus ist der Aufruf ergangen, der das ganze Vaterland zu gemeinsamer Erhebung und zu neuem Wirken führte. Es ist mir eine Freude, daß es mir vergönnt gewesen ist, nach längerer Arbeit und längerer Ueberlegung der Provinz Hilfe geben zu können gegen die starken klimatischen Gefahren, die ihr drohen, und die so oft des Landes Gedeihen
tonlos und war nicht länger imstande, dem Drängen der Tochter zu widerstehen.
Elisabeths Herzschlag stockte sekundenlang und ein eisiger Schauer rann durch ihren Körper, einer Bildsäule gleich, lehnte sie regungslos an der Mutter.
Nach kurzer Zeit erhob sie das Haupt und fragte leise: „Mutti, sage mir ehrlich---
wußte er das alles schon, als er um mich warb?"
„Nein, dein Vater sagte es ihm erst, nachdem Landegg gesprochen hatte. Er hielt es für feine Pflicht, da der Graf doch unmöglich die Tochter eines entlassenen Offiziers heiraten könnte, der Vater bat ihn also, von seiner Werbung abzustehen."
„Nun, und der Graf?"
„Er sagte, daß er sich ein Leben ohne dich nicht denken könne, daß er dich heiß und innig liebe. Er drang so lange in deinen Vater, bis dieser endlich nachgab und ihm die Summe und Art aller unserer Verpflichtungen nannte. Darauf meinte der Graf, daß es für ihn eine Kleinigkeit wäre, unsere Angelegenheit zu ordnen."
„Und der Vater? Warum ergriff er nicht die rettende Hand?" fragte Elisabeth erregt.
„Er wußte noch nicht, wie es um dich stand, Elisabeth."
„Um mich? So knüpfte Graf Landegg die Bedingung daran, daß ich ihm mein Jawort gäbe?"
„O Kind! Daß du Landegg so wenig kennst, zeigt mir, daß du ihn nicht liebst. Er machte seine Hilfe ganz unabhängig von deinem Entschluß, ja, er nahm dem Vater das Ehrenwort ab, dir nichts von seinem Anerbieten zu sagen. ---Ich habe das Versprechen, bas ich nicht gab, gebrochen, auf dein stürmisches Drängen, Elisabeth."
„Es ist auch gut so, Mutti, aber laß auch den Vater nicht merken, daß ich darum weiß. Graf Landegg ijt ein -dler, hochherziger Mann und
hinderten. Ich hoffe, daß von der Arbeit, die in dieser Beziehung gemacht wurde, dem Lande der größte Vorteil erwachsen möge. Was die technische Hochschule betrifft, so gehört sie nach Breslau, weil die Provinz Schlesien nach der Provinz Westfalen die größte Industrie hat. Ich wünsche, daß die Hochschule der Stadt und der Provinz zu reichstem Segen gereichen möge, und daß sie führende und treibende Geister für das Land und die Industrie hervorbringen möge. Nochmals sage ich Ihnen meinen herzlichsten Dank, den ich Sie bitte, der Bürgerschaft zu übermitteln."
Hierauf überreichte die Tochter des Oberbürgermeisters der Kaiserin einen Blumenstrauß, indem sie ein Gedicht vortrug. Nachdem die Kaiserin gedankt, brachte Oberbürgermeister Bender ein dreifaches Hoch auf das Kaiserpaar aus, worin die Festversammlung und das Publikum begeistert einstimmten. Die Majestäten setzten darauf ihren Weg zum Königlichen Schüsse fort, wo sie Wohnung nahmen.
Der Kronprinz ist Donnerstag Abend um 9.41 Uhr eingetroffen.
König Friedrich August von Sachsen, Erzherzog Friedrich von Oesterreich, sowie der Herzog von Connaught sind im Laufe des Donnerstag-Nachmittages eingetroffen.
Der Kaiser hat dem Kardinal-Fürstbischof Dr. Kopp, dem Oberpräsidenten von Schlesien, Grafen v. Zedlitz-Trützschler und dem Herzog von Rati- bor den Schwarzen Adlerorden verliehen.
Zur Lage in Rußland.
Petersburg, 5. Sept. Morgen wird ein amtliches Kommunique veröfentlicht, in welchem dir Regierung erklärt, einerseits mit der Einführung von liberalen Reformen fortfahren, andererseits verschärfte Strafbestimmungen gegen revolutionäre Umtriebe schaffen und zu diesem Zwecke Kriegsgerichte in allen Ortschaften bilden zu wollen, die sich im Kriegszustände oder im Zustande des verstärkten Schutzes befinden. Die für die Juden bestehenden einschränkenden Bestimmungen werden teilweise aufgehoben und den Provinzen werden größere Selbstverwaltungsbefugnisse zugestanden. In Polen und in den baltischen Provinzen werden Semstwos eingeführt. Schließlich soll eine Einkommensteuer eingeführt und der Polizeidienst und andere öffentliche Dienstzweige reformiett werden.
Petersburg, 6. Sept. Das amtliche Com- muniquch das heute veröffentlicht wird, besagt: Seit zwei Jahren hat die revolutionäre Bewegung eine außerordentliche Stärke erreicht, besonders zugenommen hat sie seit dem Frühjahr dieses Jahres. Während des Sommers 1906 sind ermordet worden der Kommandant der Schwarz- Meer-Flotte Tschuknin, der Gouverneur von Samara Block, der Eeneralgouverneur von Warschau Voljarljarsky, General Margkrassky,
ist durch sein uneigennütziges Handeln meinem Herzen viel näher gerückt. Gräme dich auch nicht weiter, Mutti, es wird noch alles gut werden und der Vater wird die Summe nach und nach an den Grafen abzahlen können. Wenn wir uns sehr einschränken, wirds schon möglich sein."
Frau von Rittberg seufzte schwer auf. Glaubst du, dein Vater würde eine Hilfe von dem ab- gewiesenen Freier seiner Tochter annehmen?"
„Warum nicht? Wenn die Hilfe in so hochherziger Weise geboten wird?" fragte Elisabeth zitternd.
„Dein Vater ist dazu viel zu stolz, er würde lieber zugrunde gehen."
„Mutti!" entrang es sich qualvoll Elisabeths Brust und sie preßte ihre Hand fest auf ihr Herz. Eine Weile schwieg sie, dann sagte sie in ganz verändertem Ton:
„Muttt, ich glaube, ich hatte vorher zu eilig entschieden, ich bin jetzt anderer Meinung, ich werde Graf Landegg heiraten."
„Elisabeth, das wirst du nicht tun!" rief Frau von Rittberg abwehrend und von Reue über ihr Geständnis gepackt. „Du willst ein Opfer bringen und um unseretwillen einen Mann heiraten den du nicht liebst. O, hätte ich doch geschwiegen! Aber du gabst mir das Versprechen, dich nicht beeinflussen zu lassen, du mußt es halten!"
„Aber einzige Mutti, wer denkt denn an ein Opfer?" entgegnete Elisabeth. „Ich habe eben erst durch deine Erzählung erkannt, welchen edlen Mann ich im Begriffe stand, abzuweisen. Wenn ich für ihn auch vielleicht nicht das empfinde, was ich mir bisher unter Brautliebe vorgestellt habe, so achte ich den Grafen doch hoch, ich vertraue ihm, und da ich nun doch einmal heiraten mutz und will, so ist er mir der liebste und sympathischste unter allen jungen Herren meiner Bekanntschaft. Ohne Furcht und Zagen vertraue ich mich ihm an.--Mutti, Papa sprach heute
zu mir so schöne Worte von der wahren Liebe,
General Minn. Außerdem find zahlreiche schreckliche Attentate begangen worden, die eine Masse von Opfern gefordett haben, wie das von Ssewastol, das gegen den Kommandanten der Festung Nepljujew gerichtet war, und das gegen den Ministerpräsidenten. Die Polizei erleidet täglich ungeheure Verluste. Die Regierung hält es für nötig zu erklären, daß die Revolutionäre schon vor Auflösung der Duma einerseits eine be, roaffnete, von dem Heer und der Flotte unterstützte Erhebung, andererseits eine allgemeine Agrarbewegung vorbereiteten, die das ganze Land mit sich fortreißen sollte.
Das ComuniquS betont sodann, daß die Regierung nicht ihre Aufmerksamkeit aus die Unterdrückung der Revolution beschränken könne.
Der Plan der Regierung
ist: die Ordnung aufrechterhalten, durch entschlossene Maßregeln das Volk gegen revolutionäre Ausschreitungen schützen und zu gleicher Zeit mit allen Kräften dahin streben, eine neue, auf Gesetz und vernünftige Freiheit gegründete Ordnung zu schaffen. In dieser Beziehung wird wieder zuerst die Regelung der Agrarfrage her- vorgehoben; ferner soll hinsichtlich der Judenfrage erwogen werden, welche von den in dieser Hinsicht bestehenden Bestimmungen, die nur aufreizend wirken, sofort aufgehoben werden können, das gleiche soll hinsichtlich der Bestimmungen geschehen, die die Beziehungen zwischen den Juden und der russischen Nation regeln. Die Vermehrung der Volksschulen in Verbindung mit dem Plane der Einführung der allgemeinen Schulpflicht und der Verbesserung der materiellen Lage der Volksschullehrer ist von der Regierung bereits vorgesehen. Sie beschäftigt sich auch, außer mit den Arbeiten betreffend die Gesetze über das Vereins- und das Versammln nqsrecht und über d!e Presse, mit einer Reihe von Fragen von großer Bedeutung, wie Religionsfreiheit, Unverletzlichleir der Person, bürgerliche Gleichheit, un^ zwar mit dem Ziele der Abschaffung der für verschiedene Gruppen der Bevölkerung bestehenden einschränkenden Bestimmungen. Ferner prüft die Regierung die Fragen der Lin- führung der Semstwos in den baltischen sowie in 'den nordwestlichen und südwestlichen Provinzen, der Einführung der Semstwos und Munizipalitäten in Polen, der Reform der höheren und der mittleren Schulen, und der Einführung der Einkommensteuer. Endlich beschäftigt sie sich mit der Reform der Polizei, um eine Verschmelz zung der allgemeinen Polizei mit der Gendarmerie herbeizuführen. Die Ausnahmemaßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung und öffentlichen Sicherheit sollen in ein einziges Gesetz zusammengefaßt werden. — Am Schlüsse der Erklärung appelliert die Regierung an die Sympathien der verständigen Gruppen der Gesellschaft, welche die Beruhigung des Staates, nicht feine Gefährdung wünschen.
Petersburg, 6. Sept. Der Kaiser hat den Beschluß des Ministerrats über die Errichtung von Feldkriegsgerichten genehmigt. Hiernach können die Eeneralgouverneure oder andere mir den Funktionen solcher betraute Behörden in sol«
von gegenseitiger Hochachtung — siehst du, so wird es zwischen Landegg und mir sein, und solche Liebe mag wohl auch die richtige sein."
So plaudernd, beschwichtigte Elisabeth alle Zweifel ihrer Mutter, bis sich dieselbe ganz beruhigt hatte und bereits anfing, Pläne für die Zukunft zu fassen. Dann erhob sich das junge Mädchen und ging zu ihrem Vater, den sie nicht länger in Aufregung und Ungewißheit lassen wollte.
Als sie in sein Zimmer trat, sah sie ihn völlig regungslos vor feinem Schreibtisch sitzen, den Kopf in beide Hände gestützt. Er hörte die Tochter nicht, bis diese ihren Arm um seine Schultern legte und leise rief:
„Väterchen!"
Der Oberst wandte sich erschrocken um; den verstötten Ausdruck seines Gesichts verstand Elisabeth jetzt ja nur zu gut, deshalb fuhr sie schnell fort:
„Väterchen, wenn du dem Grafen Landegg schreiben willst, er soll mir willkommen sein."
„Elisabeth, mein Kind!" Damit sprang der Oberst auf und zog seine Tochter an die Brust. „Ich wußte es ja, daß es so kommen mußte. Du hast dich geprüft, mein Töchterchen, du warst nur zu stolz, um gleich ja zu sagen? Wie gut verstehe ich dich!"
Elisabeth hötte kaum auf des Vaters Worte; ste sah nur sein von Freude verklärtes Gesicht, sah, wie er froh aufatmete, und da fühlte sie sich glücklich.
Dem Vater kam kein Argwohn, et ahnte nicht, was Elisabeth zu diesem Schritt getrieben hatte. In doppelter Hinsicht mußte ihn darum die Wahl seiner Tochter erfreuen. Und er gab dieser Freude Ausdruck und warf damit eines hellen Glanz auch in Elisabeths Gemüt.
(FartkHung folgt.)