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Sept. Die Hungersnot infolge
des Mißratens der Reisernte in Bengal greift Weiter um sich. Die Reispreise sind zu einer ai*
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faßte, nichts zu tun. Sachlich ist der Prinz wie andere Leute nie in der Ueberzeugung irre geworden, daß ohne ein selbständiges Reichsamt diejenige Behandlung der Kolonialgeschäfte, die von der Nation mit Recht verlangt werden, je länger, je mehr undurchführbar wird. Persönlich hat er es ohne Empfindlichkeit verschmerzt, daß die Entscheidung des Reichstages vorläufig gegen die Bewilligung der Stelle eines Kolonial-
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Eeneralstabes, Murray.
Kalkutta, 8.
plündern, die Lagerhäuser.
Konstantinopel, 5. Sept. Obwohl der Sultan bereits am vorigen Sonnabend alle seine Minister sowie die verschiedenen Patriarchen in Audienz empfangen hat, ist bis jetzt noch keine Entscheidung über den Empfang der Botschafter getroffen worden. Der amerikanische Botschafter Leishman hat bereits wiederholt eine Audienz verlangt, um sein Beglaubigungsschreiben zu Überreichen. Der deutsche Botschafter begibt sich
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nächste Woche auf Urlaub. — Die Militärtransporte von Konstantinopel nach dem Westen dauern fort.
und sein Adjutant Major
Zur Laue in Rußland.
Petersburg, 5. Sept. Der Ministerrat hat in seiner Sitzung vom 4. September beschlossen, ein Regierungskommuniquö zu erlassen, durch welches die Gerüchte, denen zufolge die Negierung beabsichtige, das den Kosakenheeren gehörige Landeigentum zu konfiszieren und unter die Bauern zu verteilen, als Erfindung böswilliger Elemente bezeichnet werden, welche im Kosakenheer Beunruhigung Hervorrufen, und die traditionelle Ergebenheit desselben gegen Thron und Vaterland untergraben wollen. Das Kom- munigu«? erinnert daran, daß die Ländereien den Kosakenheeren durch kaiserliche Urkunden auf ewige Zeiten verliehen wurden und nicht enteignet werden können. Bei der Durchführung der Agrarreform werde die Regierung, wie schon öfter festgestellt wurde, an dem Grundsätze der Unantastbarkeit des Privatlandbesitzes festhalten. i
Die russische Herrschaft im Kaukasus scheint nur noch dem Namen nach zu bestehen. Eine Versammlung eines Teiles der dortigen Bevölkerung hat beschlossen, sich als Volksvertretung zu konstituieren und sich weitgehende gesetzgeberische Rechte zuzulegen. Es wird hierüber gemeldet:
Tiflis, 4. Sept. Eine in Etfchmiadzin abgehaltene armenische Volksversammlung hat eine Resolution angenommen, in der die Versammlung als gesetzliche Volksvertretung bezeichnet und erklärt wird, daß sie verpflichtet sei, die For- I derungen des Volkes zu befriedigen und alle mit I der armenischen Kirche verbundenen schuladmi- I nistrativen, ökonomischen, Vermögens- und an- I deren sozialen Fragen zu lösen. Ferner nehme I
Reichskanzler mit vollem Vertrauen der Höch- Stelle empfehlen konnte. Die Ablehnung Reichskolonialamts durch den Reichstag hat den Empfindungen, aus denen heraus jetzt Erbprinz feinen Entschluß zum Rücktritt
gestiegen. Die Eingeborenen
Marburg
7. September 1W'6
Deutsch:-? Reich.
Berlin, 6. September.
— Seine Majestät der Kaiser hörte am Mitt' woch im Neuen Palais bei Potsdam die Vov träge des Staats- und Kriegsministers, Generab leutnants von Einem, des Chefs des Eeneralstabes der Armee, Generalleutnants von Moltk^ und des Chefs des Militärkabinetts, Grafen von Hülsen-Häseler.
— Der Kronprinz hat seine Abreise nach Breslau auf Donnerstag früh verschoben und trifft am 20. d. M. mit der Kronprinzessin be> den Jubiläumsfeierlichkeiten in Karlsruhe wieder zusammen.
— Wie die „N. E. C." von zuverlässiger Seit« erfährt, steht in der Familie des Prinzen eitel Friedrich von Preußen ein freudiges Familienereignis bevor, dessen Eintritt für den Monat Dezember erwartet wird.
— In Baden begann eine Reihe festlicher Veranstaltungen, in deren Mittelpunkt die ver- ehrungswürdige Greisengestalt des Eroßherzogs
dre Versammlung das Recht in Anspruch, sich b allen, das gesamte Rußland, besonders aber Kaukasien berührenden Fragen zu äußern
Petersburg, 5. Sept. Ein kaiserlicher llka, überweist die Strafsachen wegen staatsgefähr licher Propagnda unter den Angehörigen de» Armee bei gleichzeitiger Erhöhung des bisherigen Strafmaßes an die Kriegsgerichte.
Riga, 5. Sept. Das Kriegsgericht hat dü Revision des Prozesses der Kampfgenossenschafter, abgeschlossen. 24 Angeklagte wurden zn Zwangsarbeiten von 2 bis 15 Jahren verurteilt, zwei Frauen wurden freigeprochen.
Petersburg, 5. Sept. An Stelle der bisher in der Mandschurei bestehenden Agenturen des Ministeriums des Auswärtigen werden russische Generalkonsulate in Charbin, Mukden, Kirin, Zizikar und Dalny und ein Vizekonsulat in Kuantsensi errichtet werden.
Petersburg, 5. Sept. An Stelle des temporären Kommandeurs des Semenowschen Leib» garderegimen.ts, Baron Maydell, ist Generalmajor Schilder ernannt worden. — Die Mörderin des Generals Min ist eine frühereLehrerin aus dem Gouvernement Pensan, Sinaida Ko- nopljaninkow, Tochter eines Unteroffiziers- — In Moskau wurde während der Haussuchung bei drei Zuhörerinnen der höheren Familienkurs« ein Gewehrlager entdeckt mit über 20 Kgr Patronen, 10 Revolvern, 4 zusammenlegbarer Gewehren, 3 fertigen Bomben und eine Meng« revolutionärer Schriften.
Posen, 5. Sept. Polnische Erenzblättei melden aus Warschau, daß unter den Wachen vm dem Festungsgefängnis eine Meuterei ausgebrochen sei. Es gelang den Meuterern, 56 Mitglieder des verhafteten Revolutionskomitees aus dem Gefängnis zu befreien.
Zum R ckttitt des
Erbprinzen Hobensobe.
Erbprinz von Hohenlohe-Langenburg, der bisherige Leiter des Kolonialamtes, wurde Dienstag Nachmittag um 5 Uhr vom Kaiser im Neuen Palais zu Potsdam empfangen. In Anwesenheit des Staatssekretärs des Auswärtigen v. Tschirschky-Bögendorff unterhielt sich der Monarch eingehend mit dem aus seinem Amt scheidenden Prinzen. Gegen Abend fuhr der Kaiser in Begleitung des Prinzen und des Staatssekretärs nach der Pfaueninsel, wo ein gemeinschaftliches Abendessen eingenommen wurde. Erst am späten Abend verabschiedete der Kaiser den Erbprinzen in sehr gnädiger Weise.
Der „Süddeutschen Neichskorrespondenz" wird halbamtlich aus Berlin geschrieben:
„Das Ausscheiden des Erbprinzen zu Hohenlohe-Langenburg ist die Folge eines von ihm selbst ausgesprochenen Wunsches, den zu erfüllen vom Reichskanzler unter den obwaltenden Umständen als eine Pflicht der Gerechtigkeit gegen die Person des Prinzen erscheinen mußte. In der von der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung gemeldeten längeren Zwiesprache überzeugte sich Fürst Bülow, wie sehr der Erbprinz unverdienterweise unter Verhältnissen litt, die erst in den Sommermonaten grell hervorgetreten sind, und die jedenfalls in diesem Umfange außerhalb der Abteilung niemand zu dem Zeitpunkte voraussetzen konnte, als Prinz Hohenlohe mit einer an den maßgebenden Stellen noch heute gewürdigten Bereitwilligkeit sich für die Leitung der Kolonialgeschäfte zur Verfügung stellte. Bei einigermaßen normaler Lage dieser Geschäfte hätte sich manches, wie z. B. die naturgemäße Fremdheit in rein kaufmännischen Sachen, ohne große Schwierigkeit ausgleichen lassen. Aber in der Kolonialabteilung sind die Dinge eben nicht normal,' sie sollen es erst wieder werden unter der Hand eines erfahrenen Geschäftsmannes, den
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(Nachdruck verboten.)
Zwei Frauen.
Roman von E. Borchart^
(Forllctzung.)
der sten des mit der
ftaatssekretärs ausfiel. Er warf damals die Flinte nicht ins Korn, wie dies unter solchen Umständen noch kein Hohenlohe getan hat. Menn er jetzt sein Amt zurückgibt aus Gründen, die er seinen Vorgesetzten mit ritterlicher Offenbeit dargelegt hat, so folgt ihm der Dank des Kaisers, die Anerkennung des Reichskanzlers, die Achtung jedes gerecht urteilenden Politikers und die Hoffnung vieler, daß es ihm vergönnt fein werde,' an anderer Stells im Diente r-n Kaiser und Reich die Gaben zu verwerten, dis er in der Verwaltung des Herzogtums Sa^'^oburg und Gotha bewährt hat und in feiner letzten Stellung durch die Ungunst der Umstände zu entfalten verhindert wurde."
Die Ernennung des neuen Leiters der Kolo- tti(*,<$6teifi,n-». Herrn Dernburg, ist im allgemeinen seitens der Presse würdevoll und sachlich aufgenomn-en morden. Von der .
bis zur „Voffsschen Zeitung" herrscht eine Ueber- einstim.mung darüber, daß Herr Dernburg. unter allen Umständen eine Persönlichkeit ist, die das Recht zu dem Verlangen hat, nach ihren Taten beurteilt zu werden.
den Pöbel machen. — Still, erwidere nichts! Ich will jetzt keine Entscheidung von dir, weder ein Ja noch ein Nein. Gehe auf dein Zimmer und prüfe dich ernstlich, was du für den Grafen Lan- degg fühlst. Erst wenn du ganz klar darüber bist, komme wieder zu mit. Ich zwinge dich selbstverständlich nicht, du hast freie Entscheidung, nur eins möchte ich dir zu bedenken geben: Wenn du dieses sich dir jetzt bietende Glück von der Hand weisest, ein zweites ähnliches wird sich dir kaum bieten. — Nun gehe, mein liebes Kind."
Elisabeth wollte etwas erwidern, aber die Kehle war ihr wie zugeschnürt. Des Vaters Worte hatten sie tief getroffen, sie erkannte viel Wahrheit darin, und doch verstand sie den Vater nicht. Sie wollte noch etwas erwidern, aber die aufsteigenden Tränen hinderten sie am Sprechen, und sie bemerkte nur noch, wie leidend und müde der Vater aussah, als er sie mit dem gewöhnten Kopfnicken entließ.
Sie griff nach seiner herabhängenden Hand und drückte einen innigen Kuß darauf, dann eilte sie hinaus, aber nicht in ihr Zimmer zu der vom Vater geforderten Selbstprüfung — deren bedurfte es nicht, denn sie war fest entschlossen, die Werbung des Grafen abzulehnen — sondern zur Mutter.
Frau von Rittberg mußte ihre Tochter schon erwartet haben, denn sie kam ihr mit ausgebreiteten Armen entgegen:
„Elisabeth, mein Kind, bist du glücklich?" „Glücklich, Mutti?"
„Wie seltsam du fragst! Kommst du denn nicht vom Vater?"
Endlich faßte Frau von Rittberg sich wieder, trocknete ihre Tränen und zog die Tochter liebevoll an sich.
„Du hast recht, mein Kind, ich darf dir nicht länger verschweigen, was wir, nur um deinen Frohsinn nicht zu trüben, vor dir verbargen. Nur mußt du mir vorher das Verrsprechen geben, daß meine Enthüllungen keinen Einfluß auf deine weiteren Entschließungen haben sollen, gibst d» es mir?"
„Ja, Mutti," entgegnete Elisabeth erregt.
„Du hast bisher geglaubt," begann Frau von Rittberg, „in den geordnetsten Verhältnissen zn leben, vielleicht gar, ein reiches Mädchen zu {ein. Du warst es aber nie und jetzt bist du wie wir alle eigentlich bettelarm. Du weißt, daß dein Großvater eine bedeutende Schuldenlast hinterließ, die mit dem Verkauf von Rittberg kau« halb gedeckt wurde. Dein Vater hielt sich in fei net Ehrenhaftigkeit für verpflichtet, die ander» Hälfte der Schuld auf sich zu nehmen. Nutzt allein, daß der größte Teil unseres bescheidenen Vermögens darauf hinging wir mußten auch, um werter standesgemäß leben zu können, selbst Schulden machen. Eure Erziehung, besonder« die Karl Günthers, kostete viel, sein Eintritt in die Garde, dazu unsere Repräsentationspflichten verschlangen Unsummen, der Vater mußte immer wieder Geld aufnehmen, und unser Vermögen ging mit Riesenschritten zur Neige. Bis gestern abend hoffte der Vater jedoch noch einen Teil seiner Schuld bis zu dem gestellten Termine durch Aufnahme eines einzigen größeren Darlehens von einem Freunde begleichen zu können. Di wurden mit einem Schlage alle diese Hoffnungen vernichtet, Karl Günther, erschrick nicht, Elisabeth, gestand deinem Vater gestern abend, daß ei eine bedeutende Summe im Spiele verloren habe, die io acht Tagen beglichen werden muß.-
(Fortsetzung folgt)'
die einzig wahre Liebe, Elisabeth. Sie äußert sich nicht in leidenschaftlichen Ergüssen, sie wurzelt tief im wirklichen Leben. Du sagst nun selbst, du achtest den Grafen und bist ihm freundlich gesinnt; so wirst du ihn auch lieben lernen. Sein Charakter bürgt mir für dein Glück. Und diesen Mann, um den dich jedes Mädchen beneiden würde, willst du mit einer kurzen Abweisung abspeisen weil du dir eine falsche Vorstellung von der Liebe machst? Kind, ich glaube, dir stecken allerlei Ideen im * Don Künstlerin werden und so weiter. Aber sage dir: so lange ich ;ßin$ Littberg soll ft!
. - i»Ö, mein Gott!" stöhnte Elisabeth. Er hatte also bemertt, wie sie ihm gestern ausgewichen war und hatte dem nun eine solche Deutung gegeben.
„Väterchen Graf Landegg hat sich geirrt!" entrang es sich ihren Lippen, nachdem sie sekundenlang geschwiegen hatte. Kch habe ihn stets .hoch geachtet, habe ihn auch nicht ungern gesehen, -bei--heiraten kann ich ihn nicht."
„Warum nicht?" ■ >; - K
„Ich--liebe ihn nicht."
„Du liebst ihn nicht! Wie kurz und bündig dü das sagst. Was verstehst du denn unter Hiebe? — Da lest ihr allerhand Geschichten und ?|Iaubt dann die Romantik daraus auf das wirk- iche Leben übertragen zu können. Ich will dir einmal sagen, was Liebe ist: Gegenseitige Hochachtung, ein Sichgernfügen in des anderen Wünsche, ja wenn es not tut, sich sogar unter» ordnen, sich sorgen und mühen für den anderen «nd mit ihm Leid und Freude teilen. Das ist
Neueste Tfic-irtimine.
Berlin, 5. Sept. Die Errichtung neuer D« Züge ist vom Minister der öffentlichen Arbeiten nachträglich angeordnet worden. Die Züge werben schon am 1. Oktober mit dem Inkrafttreten des neuen Winterfahrplanes als v-Züge fahren. Zwischen Berlin und Köln werden 4 Züge mit Durchgangswagen eingeschaltet, und zwar die beiden Nachtzüge sowohl auf dem Wege Hanno- ver-Stendal-Stadtbahn als auch über Magde- burg-Braunschweig-Hannover und ihre Gegen» 3üge.
Trier, 5. Sept. Die streikenden Arbeiter der Solvaywerke in den Saaralpen, die sich bisher ruhig verhielten, verwüsteten nächtlicherweile die Gartenanlagen, verhinderten durch Straßenabsperrung Arbeitswillige am Betreten der Fabrik und warfen am Gemeindehaus die Fenster ein. Bei dem Versuche, einige Verhaftete ju befreien, tarn es an der Kanalbrücke zu einem Zusammenstoß zwischen der Gendarmerie und der taufer dköpfigen Menge. Der beruhigenden I Anspruch,» des Kreisdirektors gelang es, die Menge zu zerstreuen. Die Wirtschaften müssen Um 6 Uhr abends schließen; die Gendarmerie wurde erheblich verstärkt.
München, 5. Sept. Wie die „Münchener Neuesten Nachrichten" melde», ist der Legationsrat bei der bayerischen Gesandtschaft in Berlin Graf zu Ortenburg-Tambach zum Geschäftsträger der bayerischen Gesandtschaft in Paris er- I nannt worden. Der Legationssekretär bei der I bayerischen Gesandtschaft in Rom Frhr. von I Grunelius wurde von Rom nach Berlin versetzt. I
Kiel, 5. September. Wegen des Eintreffens I der russischen Kriegsschiffe fallen die Vorübungen I *u den Herbstmanövern der Schlachtflotte aus. I Sämtliche deutschen Kriegsschiffe bleiben bis I ,Sonnabend im Hafen. I
London, 5. Sept. Der Herzog von Connaught I wird heute die Reise von London nach Deutsch- I land antreten, um dort den Manövern beizu- | Wohnen. In Begleitung des Herzogs befinden I sich Brigadegeneral Maxwell, der Chef feines I
Erscheint wöchentlich sieben nan
Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, llnwcrsttätS-Buchdruckerei
-‘!e-'.’:trg, Markt 21. — Telephon j5.
liui dem Kreisvlatt tut? die Kreise Marburg uud Kirckstain
nen, daß Elisabeth alle Selbstbeherrschung verlor.
„Aber einzige Mutti," rief sie aufschluchzend, „willst du denn dein Kind durchaus fortgeben?"
„O nicht so, mein geliebtes Kind, aber ich wäre so glücklich gewesen in deinem Glück," sagte Frau von Rittberg beschwichtigend. „Liebst du ihn nicht?"
„Nein, ich liebe ihn nicht, sagte Elisabeth mit tränenvoller Stimme.
„Wen liebst du denn? Vertraue es mir an, und nichts soll beinern Glück im Wege stehen."
„Ich habe dir nichts anzuvertrauen--ich
liebe keinen anderen." »
„Und du glaubst, du würdest den Grafen Landegg nie lieben können, du willst seine Werbung ablehnen?"
Zitternd kamen diese Worte über Frau von Rittbergs Lippen.
Elisabeth erschrak über das jetzt gleichfalls bleiche Antlitz und die schmerzvollen Züge der Mutter.
„Mutti," rief sie außer sich vor Angst, „was fehlt dir, was quält dich? Sage es mir und laß mich teilnehmen an deinem Leid. Daß ich den Grafen Landegg nicht heiraten will, kann dir doch nrcht solchen Kummer machen, es muß etwas anderes fein, ja, ich ahne schon längst, daß Ihr mir etwas verschweigt. Sage mir doch: was ist geschehen? Lieber das Schlimmste hören, als die Ungewißheit weiter zu tragen.---Mutti,
einzige Mutti!"
Frau von Rittberg war bei Elisabeths Worten in heißes Schluchzen ausgebrochen. Seit heute Nacht war so viel auf sie eingestürmt; ihre Kraft und Selbstbeherrschung ließen sie endlich im Stich.
Elisabeth führte die Weinende zum Sofa, ließ sich mit ihr daraus nieder vnd sprach sanft tröstend aus sie ein, ।
Vierteljährlicher Bezugspreis, on oti Epp Mion 2 3J£, vci allen Postämtern 2,25 Ml- ,epU Bestellgeld).
JnsertionSgebiihr: die gcstmltene Zelle »derveren Raum 10Psg.
,T>och, aber was du anzunehmen scheinst, trifft nicht zu; ich nehme den Antrag Gras Lan- Kopf I deggs nicht an.“
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