Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UnwcrsitAs-Buchdruckerek 41.
Marburg, Markt 21. — Telephon 55. w
Marburg
Mittwoch, 29. August 1906.
mit dem Kreisblait für die Kreise Marburg und Kirchkain
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Neueste Telegramme.
. Berlin, 27. Aug. Dem „Tageblatt" zufolge «wird wahrscheinlich Berlin im November einen Massenbesuch aus Frankreich erhalten. Die Deutsche Friedensgesellschaft hatte die Geretteten von Courrieres zu einem Besuch nach der «Reichshauptstadt eingeladen. Der Vorstand der französischen Sociätä Franjaise pour l’ar» bitrage entre les nations hat eine Rundfrage an Pariser Vereine, Volksuniversitäten usw. ge- tichtet, ob französische Deutschenfreunde bereit wären, sich an dieser Fahrt zu beteiligen. Darauf sind bereits 1500 vorläufige Anmeldungen erfolgt. Der Aufenthalt der Franzosen in Berlin soll drei Tage dauern. Die deutsche Friedensgesellschaft wird in Kürze mit einem Aufruf zur Teilnahme der Berliner Vereine und der Berliner Bevölkerung herantreten, um die Franzosen würdig zu empfangen.
Berlin, 28. Aug. Wie gemeldet wird, entbehrt das Gerücht, datz Deutschland auf der internationalen Flottenschau in Jamestown im Frühjahr 1907 nicht vertreten sein werde, jeder Begründung; es steht vielmehr fest, datz das Deutsche Reich der Einladung der Vereinigten .Staaten Folge leisten und die deutsche Flagge in Jamestown vertreten sein wird, wenn auch über die Zahl und Art der dorthin zu entsendenden Kriegsschiffe noch keine näheren Bestimmungen getroffen sind.
Bochum, 27. Aug. Die französischen Ordens- äuszeichnungen, die den Rettern von Courrieres verliehen worden waren, sind denselben jetzt im Beisein des Werksdirektoriums von einem Abgesandten der französischen Botschaft in Berlin Überreicht worden.
\l Marienburg, 27. Aug. Der deutsche O st - m a r k e n v e r e i n hat an den Kaiser und den Reichskanzler Fürsten v. Bülow Huldigungsstelegramme gesandt. Darauf sind nachstehende Antworten eingegangen: An den deutschen Ostmarkenverein zu Händen des Herrn Kenne- mann-Klenka. Ich habe den freundlichen Erutz des auf historischer Stätte versammelten deutschen Ostmarkenvereins mit Freuden entgegengenommen und spreche allen dortigen Patrioten meinen wärmsten Dank mit der Versicherung aus, daß ich die Treue und anerkennenswerte Arbeit auch ferner mit meinen besten Wünschen begleiten werde. Wilhelm R. — Das Telegramm des Reichskanzlers lautet: Ich danke
4 (Nachdruck verboten.)'
Zwei Frauen.
Roman von E. Borchart.
(Fortsetzung.);
' »Ich glaube, Mama rief mich eben." Mit dieser Unterbrechung sprang Elisabeth auf und eilte ihrer soeben eingetretenen Mutter entgegen. Ob es unhöflich war, den Grafen allein zu lassen, das bedachte sie in diesem Augenblick nicht; sie hatte nur den unklaren Wunsch, ihm zu entfliehen.
,Mas fehlt dir. Kind?, Du siehst so erhitzt aus!" fragte sie besorgt.
„Es ist auch so heiß hier im Saal — laß uns in ein anderes Zimmer gehen," bat sie, ihren, Arm in den der Mutter schiebend,
Frau von Rittberg, eine noch immer schöne Erscheinung, blickte in das erregte Gesicht ihrer Tochter.
Die beiden Frauen sahen fast wie Schwestern aus, als sie plaudernd aus dem Saal schritten, und manch wohlgefälliger Blick streifte Mutter und Tochter.
„Du hast gewiß wieder zu viel getanzt, Elisabeth," sagte Frau von Rittberg ernst.
„ »Vielleicht, Mutti. Ich werde mich bei den nächsten Tänzen zurückziehen, und wenn du erlaubst, ein wenig zu den älteren Damen gehen."
„Herzlich gern."
Im Saal erscholl bald wieder die Musik und bei Tanz begann von neuem.
Der Offizier dem Elisabeth diesen Tanz versprochen hatte, suchte sie lange vergeblich, bis er
dem deutschen Ostmarkenverein für sein freundliches Begrützungstelegramm. Fest entschlossen, an der bisherigen Ostmarkenxolitik festzuhalten, rechne ich auf die treue Mitarbeit der dorttgsn Deutschen, um die dem Deutschtum im Osten gesteckten Ziele zu erreichen.
Haag, 27. Aug. Um dafür Sorge zu tragen, 1 datz nur Fleisch von guter Beschaffenheit zur ! Ausfuhr gelangt, brachte die Regierung einen f Gesetzentwurf ein, wonach das zur Ausfuhr kommende Fleisch mit einem amtlichen Stempel über erfolgte Fleischbeschau versehen sein mutz. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschrift sollen der Bestrafung unterliegen.
Madrid, 27. Aug. Die letzten Nachrichten aus Bilbao lassen die Beilegung des Verg- arbeiterstreiks als unmittelbar bevorstehend erscheinen, dank der Vermittlung von General Zoppino und einiger anderer einflutzreicher Persönlichkeiten. — Die letzten Nachrichten aus Santander lauten weniger günstig, jedoch herrscht auch dort eine versöhnliche Stimmung vor.
Cetinje, 27. Aug. In Cetinje ist für Sonntag, 2. September, eine große Volksversammlung einberufen zur Bildung einer politischen Partei, der ersten in Montenegro seit der Gewährung der Konstttutton. Ein Komitee angesehener Grundbesitzer, Bürger und Beamten erließ einen Aufruf an alle Montenegriner, sich der neuen Nationalpartei anzuschlietzen.
Konstantinopel, 27. Aug. Berichte aus Kreta melden, Prinz Georg bereite seine Abreise vor. Zaimis sei endgiltig als Nachfolger für den Prinzen designiert. Die Earantie- mächte wünschen, datz der Prinz unauffällig Kreta verlasse. Die griechische Regierung verlangt dagegen einen feierlichen Abgang unter Mitwirkung der internationalen Truppen. Es finden diesbezügliche Verhandlungen statt. Man glaubt, die Mehrheit der Nationalversammlung werde erst nach Abgang des Prinzen gegen dessen Entlassung Stellung nehmen und seine Wiederernennung verlangen.
Christliche Arbeiterbewegung.
Die christliche Gewerkschaftsbewegung ist von den Bergarbeitern ausgegangen. Nach vielen Fehlschlägen war es der Bergmann August Brust in Altenessen, der seine Kameraden aus den evangelischen und katholischen Knappenvereinen zur Gründung eines Eewerk- vereins christlicher Bergarbeiter für das Ruhrrevier willig machte. Es war der Gegensatz gegen den Versuch, die Bergarbeiter des Ruhrreviers durch Sozialdemokraten zu vertreten, der zur Gründung führte. Man hat in letzter Zeit mehrfach es so dargestellt, als sei die christliche Gewerkschaftsbewegung ursprünglich eine rein katholische Bewegung, die erst nach und nach auch in evangelische Kreise eindringe. Das ist nicht richtig. August Brust hat, in vielfachem Gegensatz gegen seine Konfessionsgenossen, vom ersten Anfang an mit aller Schärfe sich für die Jnterkonfessionalität der christlichen Eewerk-
sie endlich im Kreise der älteren Damen fand. Nun konnte sie sich nicht länger sträuben und mutzte in den Tanzsaal zurück. Erst als sie sich mit einem scheuen Blick überzeugt hatte, daß Graf Landegg nicht im Saale war, atmete sie erleichtert auf. Aber die Freude am Tanzen war jedoch für Elisabeth geschwunden, sie hätte den Grund nicht angeben können, aber sie sehnte das Ende des Festes herbei, das allmählich naher rückte; einer nach dem andern verabschiedete sich, bis auch die letzten gegangen waren. Unter diesen war auch Graf Landegg gewesen. Als er sich abschiednehmend vor Elisabeth verbeugte, blickten seine Augen nochmals eindringlich zu ihr hinüber, doch sie hatte ihren Blick so schnell ge- sentt, daß er sich damit begnügen mutzte, ihre Hand an seine Lippen zu pressen und zu gehen.
Elisabeth war sehr müde und abgespannt; sie wünschte Eltern und Bruder schnell eine gute Nacht und suchte ihr Zimmer auf.
2. Kapitel.
Elisabeth und ihre Mutter hatte» den Speisesaal verlassen, in dem anscheinend nur der Oberst zurückblieb, der den Dienern noch einige Anweisungen geben wollte. Da trat ihm, als er eben ins Zimmer gehen wollte, aus einer Fensternische Karl Günther in den Weg. Sein Gesicht war verstört, sein Blick umflort, und der Ausdruck von Sorglosigkeit, der sonst in seinen schönen Zügen ausgeprägt war, die grotze Aehnlichkeit mit Elisabeth war gänzlich verschwunden.
„Wie viel Herzen haben Sie denn schon ge- ' brachen, Rittberg?" hatte ihn einmal scherzend sein Rittmeister gefragt. Karl Günther hatte gelacht und, die Hacken aneinanderschlagend, er- wwetic ■ - — ------
schaftsbewegnng ausgesprochen; er hat bestimmt darauf gehalten, datz sein Vorstand, zwölf Personen, zur Hälfte evangelische und zur Hälfte katholische Bergleute umfaßt; er hat die parteipolitische Neutralität kraftvoll gegen Fußangel und andere gewahrt. Er war es, der Pfarrer Lic. Weber, den kirchlichen Führer in den Nheinlanden, zur Mitarbeit im Ehrenrat seines Eewerkvereins einlud. Erst Ende der neunziger Jahre, als über die Tattik beim Piesberger Streik Differenzen zwischen Pfarrir Lic. Weber und August Brust entstanden waren, kam es zu einem Zwischenzustand, bei dem es scheinen konnte, als sei die christliche Gewerkschaftsbewegung katholisch. Die katholischen Arbeitervereine Westdeutschlands setzten mit Kraft für die Gewerkschaftsbewegung mit ein, die nun auch auf andere Berufe Übergriff, auf den Katholiken-Tagen stellte man sich sehr freundlich den christlichen Gewerkschaften gegenüber, die durch den katholischen Volksverein kräftige Unterstützung erfuhren. Auf evangelischer Seite aber war es stille.
Da war es die „Kirchlich-soziale Konferenz", die sich auf evangelischer Seite für die christliche Gewerkschaftsbewegung interessierte und es durch die Gewalt der Tatsachen dahin führte, datz nunmehr die wetteren Kreise der evangelischen Kirche, die ein soziales Verständnis besitzen, mit Tatkraft für die evangelischen Gewerkschaften eintreten. Ich denke dabei nicht nur an das Zeugnis, das Generalsuperinten- dent D. Haupt auf dem christlichen Gewerkschaftskongreß in Breslau ablegte, sondern eben so sehr an die Worte von Fräulein Paula Müller, der 1. Vorsitzenden des machtvoll auf- blühenden „Deutsch-evangelischen Frauenbundes" auf dessen Generalversammlung in Nürnberg, das ein offenes Bekenntnis zur christlichen Gewerkschaftsbewegung in sich schloß. Der Ee- samtverband christlicher Gewerkschaften, zu dessen stellverttetendem Vorsitzenden der Generalsekretär des Eewerkvereins christlicher Bergarbeiter, Herr Franz Behrens, ernannt worden ist, hat gerade in den evangelischen Gegenden in den letzten Monaten kräftig zugenommen. In Pommern und Hannover, in Ostfriesland und auf dem Westerwald geht es kräftig voran mit der christlichen Gewerkschaftsbewegung; auch aus dem Königreich Sachsen, aus Thüringen und vom Harz kommen Nachrichten, daß es vorwärts geht. Der Organisationsgedanke hat gewaltige Kraft; in Deutschland sind jetzt 2 Millionen Arbeiter und Arbeiterinnen organisiert. Aber das ist immer nur ein Fünftel aller organisationsfähigen gewerblichen Arbeiter und Arbeiterinnen. Es steht noch ein weites Feld offen. Der Organisations- gedanke regt sich überall; eben bringt „Das Reich" Mitteilungen über das Voranschreiten der deutsch-nationalen Eewerffchastsbewegung in Oesterreich. Die Frage ist nicht mehr, ob der industrielle Arbeiter sich organisieren soll. Diese Frage ist grundsätzlich entschieden; was in einem Menschenalter 2 Millionen deutscher Arbeiter mit „ja" beantwortet haben, wird in
„Zu Befehl, Herr Rittmeister — Legion."
Aber Karl Eünther war nicht nut ein Liebling der grauen, sondern auch ein beliebter Kamerad. Ohne ihn wurde im Regiment nichts unternommen, er war zu jedem losen Streich aufgelegt, nie ein Spielverderber. Daß seine Exttavaganzen oft seine Vermögensverhältnisse überschritten, machte ihm wenig Sorge. Wozu war man denn in einem Earderegiment, wenn man als Philister leben wollte?"
So kamen denn öfter kleine Schulden zusammen, die schließlich von Papa Oberst, wenn auch mit Brummen, bezahlt wurden. Nun hatte inan aber gestern im Kasino ein Spielchen arrangiert, und Karl Eünther glaubte sich nicht ausschlietzen zu können, obgleich er beim Spiel fast immer vom Unglück verfolgt wurde. Ein Geldstück nach dem andern verschwand, und bald spielte der junge Offizier mit geborgtem Eelde bis spät in die Nacht hinein. Als man sich endlich beim Tagesgrauen trennte, erwachte Karl Eünther aus seinem Rausch. Er hatte eine große Summe verloren, und ihm kam auch nicht die geringste Erleuchtung, womit et diese Ehrenschuld begleichen sollte. Der Vater? Hatte er ihm nicht bei der letzten Beichte gedroht, nichts mehr für ihn bezahlen zu wollen? — Und doch war er seine einzige Zuflucht, und schweren Herzens entschloß sich der junge Offizier, dem Vater alles zu gestehen. Mann hatte ihm acht Tage Frist gegeben, aber so viel Zeit brauchte er auch. Nachdem das Fest vorüber war, durfte er nicht länger zögern, und der sonst so Wagemutige bebte doch, als er vor seinem Vater stand.
„Papa — ich bitte Dich um eine Unterredung unter vier Augen.
den kommenden Jahren die Mehrzahl aller deutschen Arbeiter mit „ja" beantworten. Die Frage ist nur, ob in diesen Gewerkschaften ein christlicher oder ein »»christlicher Geist herrsche» soll.
Die Massenstteikaffäre hat wieder deutlich gezeigt, wie abhängig die sogenannten „freien" Gewerkschaften von der Sozialdemokratie sind Wer mit Bewußtsein auf christlichem und nationalem Boden, steht und als Arbeiter sein Brot verdient, gehört hinein in die christlichen Gewerkschaften. Lic. Mumm.
Zur Lage in Rußland.
Petersburg, 27. Aug. Weitere Meldungen besagen: General Minn befand sich auf dem Bahnhof in Peterhof mit seiner Familie, als ein junges Mädchen sich ihm näherte und fünf Revolverschüsse auf ihn abfeuerte, die den General in den Rücken trafen. Frau Minn ergriff die Hand des jungen Mädchens, das sofort verhaftet wurde. Sodann zeigte die Verhaftete der Polizei eine auf dem Bahnhofe liegende Bombe und bat, sich in Acht zu nehmen. General Minn verstarb sofort.
Riga, 27. Aug. In einer Vorstadt wurden in einer Privatwohnung 24 Bomben, acht Pyroxi- lin-Geschosse und viele Sprengmaterialien vorgefunden. — Eine Patrouille verbreitete einen geplanten Uebersall auf die staatliche Branntweinniederlage. Fünf an dem Ueberfalle beteiligte Personen wurden erschossen.
Homel, 26. Aug. Kurz nach Mitternacht kam es hier zu einem Zusammenstoß zwischen Juden und Russen. Dabei wurden mehrere Schüsse abgegeben, jedoch niemand getroffen. Das Eingreifen der Polizei beugte weiteren Ausschreitungen vor. Ein Jude, der geschossen hatte, und fünf andere wurden verhaftet.
Petersburg, 27. Aug. Der Kaiser richtete gestern nach dem Attentat an den Ministerpräsidenten Stolypin nachstehendes Telegramm: „Ich finde keine Worte, um meine Entrüstung auszudrücken. Ich danke Gott, daß er Sie beschützte. Ich hoffe von ganzem Herzen, daß ihr Sohn und ihre Tochter bald wiederhergestellt sein werden, ebenso auch die übrigen Verwundeten. Nikolaus." Stolypin erhielt auch Telegramme von de» Großfürsten Wladimir, Konstantin und Alexander, sowie von den Großfürstinnen Elisabeth und Eugenie und dem Grafen Witte. Die Aerzt« fanden heute den Zustand der Tochter Stolypins sehr bedenklich.
Berlin, 27. Aug. Der „Vorwärts" hat leider auch jetzt nicht einmal ein Wort des Bedauerns für die unschuldigen Opfer, sondern schreibt kühl bis ans Herz heran: „Der Ministerpräsident ist also selbst in seiner stark bewachten Villa nicht sicher. Er so wenig, wie andere hohe und nieder« Zarenschergen. Er hat sich vermessen, daß er mit der Revolution fertig werden wolle. Nun hat er einen sehr deutlichen Beweis dafür erhalten, daß die angeblich gelungene Beruhigung des Landes nur eine trügerische ist. Da die Zeit für große Aktionen noch nicht reif ist, so wird die Energie jener Revolutionäre, deren Temperament ein Verschieben der Rache für die täglichen Schandtaten der Reaktion nicht erträgt, in die Bahnen der Einzelattentate gedrängt. Seit der
lieber Oberst von Rittbergs Gesicht flog si» heftiges Erschrecken. „Folge mir," befahl er kurz und schritt seinem Sohne voran in sein Zimmer. In der Mitte des Raumes angekommen, wandte sich der Vater an den die Tür schließenden Soh» und fragte streng:
„Was willst Du? Sollte es sich wieder tu» Schulden handeln; so sage ich dir: Ich bezahle sie nicht."
„Vaters
„Also doch. — Wie viel ist es?“
Karl Eünther erbleichte. „Laß mich Dir sagen —"
„Wozu die Umschweife? Glaubst Du, ich hätte nicht Sorgen genug? — Also heraus damit!"
„Zwanzigtausend Mark.“
Wie vom Blitz getroffen zuckte der Oberst' zu-, fammen und starrte den Sohn ungläubig an,"
„Wie viel sagst du?"
„Zwanzigtausend Mark,“ wiederholte Kari!
Eünther leise. 1
„Unmöglich — ich bezahlte ja erst kürzlich!“ „Ich machte diese Schulden erst letzte Nacht!“ „In der Nacht? So hast Du —?"
„Ja, Vater — ich konnte mich nicht ausschlie« ßen, aber —“
Die Augen des Oberst hatten sich zu unnatürlicher Weite geöffnet. Er trat dicht auf Kar! Eünther zu und schüttelte ihn an den Schultern,
„Sage, daß es nicht wahr ist —“ keuchte et unheimlich — „sage, daß ich falsch verstand«! habe — Karl Eünther — rede!"
„Es ist leider wahr," gab bet junge ManU flüsternd zur Antwort,
(Fortsetzung folgt.)'