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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Vierteljährlicher Bezugspreis; bet vrr Expedition 2 ML, bet allen Postämtern 2,25 M. (qtL Bestellgeld).

JnserttonSgebühr: die gespaltene Zelle oder veren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonntag, 26. August 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Ioh. Lug. Koch, Univerfitätr-Buchdruckerei

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

41. Jahrg«

Zweites Blatt.

Neueste Telegramme.

Berlin, 25. Aug. König Friedrich August von Sachsen wird zur Teilnahme an den dies« jährigen Kaisermanövern bereits am 3. Sep­tember aus Schloß Sybillenort eintreffen. Der Kaiser beabsichtigt am 9. September dem Kö­nige in Sybillenort einen kurzen Besuch abzu­statten.

Zürich, 25. Aug. Das Kriegsgericht der 6. Division verurteilte nach 17stündiger Verhand­lung den sozialdemokratischen Kantonsrat Sigg, der unter die wegen der Streikunruhen auf­gebotenen Truppen antimilitaristische Flug­blätter hatte verteilen lassen, wegen Auf­reizung zur Eehorsamsverweigerung zu 8 Mo­naten Gefängnis und einjähriger Einstellung im Aktivbürgerrecht.

Paris, 24. Aug. In Marseille wurden ge­legentlich einer polizeilichen Durchsuchung in einer Weinschenke, in welcher sich die italieni­schen Anarchisten zu versammeln pflegen, drei Zeichnungen vorgefunden, welche sich allem An­schein nach auf die Herstellung von Bomben be­ziehen. Der Wirt namens Bianco wurde ver­haftet. Die Gattin des Wirtes behauptet, daß die Zeichnungen Stickmuster darstellen, wel se der Anarchist Dangello Vincento für ihre Tochier angefertigt habe. Die Polizei glaubt, daß Dangello Vincento der eigentliche Anstifter des gegen den Präsidenten Falliöres geplanten Anschlages sei.

Paris, 25. Aug. Es heißt nunmehr, daß die niichste Vollversammlung der französischen Bischöfe für den 18. Setpember einberufen wer- d.'n solle. > < «

London, 25. Aug.Daily Telegraph" mel­det aus Tokio: Da der japanische Konsul in Vancouver gemeldet hat, daß es nicht möglich sei, über die Robben-Angelegenheit bei dr t Aleuten, bei der vier Japaner von amerikani­schen Robbenwächtern getötet wurden, einen befriedigenden und erschöpfenden Bericht zu er­halten, beschloß die japanische Regierung, eigene Ermittelungen in dieser Angelegenheit anzustellen. Der Konsul soll zu diesem Zweke persönlich den Tatbestand feststellen.

Belgrad, 25. Aug. Zwischen türkischen Trup­pen und albanesischen Stämmen kam es bst Drenitza in Alt-Serbien zum blutigen Kampfe. Beide Teile hatten starke Verluste an Toten und Verwundeten. Die türkischen Gruppen zogen sich zurück, nachdem sie auch zwei Eebirgs- gesa-ütze verloren hatten.

Tiflis, 24. Aug. Der Katholikos aller Ar­menier berief auf den'28. ds. Mts. nach Et­schmiadsin eine armenische Nationaloersamm- hing ein, auf der u. a. kirchliche Fragen er­örtert werden sollen.

Aus unruhigen Zeiten.

Von 8. Müller.

(Fortsetzung.)

Abermals glaubte die Polizei in Marburg einem Hochverrat, durch einen Profesior be­dangen, auf der Spur zu sein. Der Fall spielte sich diesmal im Museum ab. DerTäter", der dabei die Hauptrolle spielte, war der Statistiker B. Hildebrand, seit 1841 Profesior an der hie­sigen Universität, wo er durch sein freies Auf­treten 1846 mit der Regierung in Konflikt geriet und wegen eines in der deutschen Londoner Zei­tung veröffentlichten Artikels der Majestäts- beleidigung angeklagt und suspendiert wurde. 1848 wurde er freigesprochen und von Marburg in das Frankfurter Parlament und von Bocken- heim in den hessischen Landtag gewählt. Als Hasienpflug wieder Minister wurde, löste er wegen Steuerverweigerung den Landtag auf. -Hildebrand, den man wieder in eine Unter­suchung verwickeln wollte, ging Ende 1850 nach dem Einmarsch der Bundesexekution nach Zürich an die Hochschule und gründete dort das erste .Statistische Bureau in der Schweiz. Seine Woh­nung befand sich in Marburg im Kugelhof und ,wurde 1876 bei dem Bau des Gefängnisses ab­gebrochen. Er starb am 29. Januar 1878 in Jena als Direktor des Statistischen Bureaus der Thüringer Staaten. Der Zufall hat ein Akten­stück vom Jahr 1847 erhalten, das uns einige Dlufklärung über die Vereins- und politischen Verhältnisse im hiesigen Museum gibt und in dem als Hauptperson der bis zum Jahre 1848 suspendierte Universitätsprofessor Bruno Hilde- Lrand geboren zu Naumburg a. d. S., 6. März 1812, und noch einige Museumsmitglieder fun- Dieren. Dieser geheime Bericht des Marburger Landgerichts an das Kasieler Obergcricht lautet: |

Die Kurzsichtigkeit der Schulkinder.

Man schreibt uns: Das Ueberhandnehmen der Kurzsichtigkeit unter den Schulkindern zei­tigt stets neue Bemühungen, die ihre Bekäm­pfung zum Ziele haben. Bis jetzt war man in erster Reihe darauf bedacht, die hygienischen Zustände in der Schule selbst zu heben, obgleich schon seit vielen Jahren darauf hingewiesen wird, daß die Augen der Kinder auch außerhalb der Schule geschädigt werden. Diese Tatsache wird durch statistische Erhebungen erhärtet. Es hat sich leider herausgestellt, daß die Sorge für eine auch an dunklen Tagen genügende Tages­belichtung in den Schulen nicht den großen Ein­fluß gehabt hat, den man erhoffte. Just fand vor längerer Zeit in einem neu erbauten Gym­nasium mit guten Beleuchtungsverhältnissen mehr kurzsichtige Schüler als Cohn und ander« Hygieniker in schlecht beleuchteten Schulen; er betonte daher mit Recht, daß das häusliche Ar­beiten in den Abendstunden bei mangelhafter Beleuchtung und nicht das mangelhafte Licht in den Schulzimmern überwiegend schädlich wirke. Diese Behauptung wird bestätigt durch eine Beobachtung von Hippels, der im neuerbauten Gymnasium zu Gießen eine Verminder­ung der Kurzsichtigkeit erst dann nach­weisen konnte, als eine gründliche Aenderung des Lehrplans, der im wesentlichen ist einer starken Einschränkung der Haus­arbeit bestand, eingeführt wurde. Auch Meer und Dinger konnten in den Jahren 1898 und 1899 bei ihren Untersuchungen an Amster­damer Schülern bezüglich der Kurzsichtigkeit keinen Unterschied zwischen den gut und schlecht beleuchteten Schulen feststellen. In Anbetracht dieser unerfreulichen Ergebnisie hat' sich Dr. Struben der dankenswerten Aufgabe unter­zogen, die Beleuchtungsverhältnisse zu unter­suchen, unter denen die Kinder ihre häuslichen Arbeiten anzufertigen haben. Er beschränkte sich dabei auf die Feststellung der gebräuchlichen. Arbeit von künstlicher Beleuchtung, aus die Messung ihrer Lichtstärke und die Art ihrer Verwendung. Wie Struben in derHygieni­schen Rundschau" mitteilt, besuchte er in Am­sterdam die Kinder zweier Schulen zu Hause, während sie mit der Anfertigung ihrer Schul­arbeiten beschäftigt waren, und zwar handelte es sich einerseits um Kinder sehr wohlhabender Stände, andererseits um die Kinder besserer Arbeiter. Es ergab sich, daß von den 55 Kin­dern der wohlhabenden Klassen 14 elektrisches Licht, 40 Easglühlich und 1 einen Argand- Lrenner benutzten; von den 46 Kindern der Arbeiterklasse arbeiteten 19 bei Petroleum und 27 bei Gasglühlicht. Die zur Verfügung stehende Beleuchtungsstärke war im ganzen bei den Kindern beider Gesellschaftsklassen unge­fähr die gleiche, wenn Gasglühlicht zur Ver­wendung kam, doch erhielten die Kinder der wohlhabenden Stände weniger Licht, wenn sie

Sr. d. 8./4. 1847 Abends. Nr. 959. U. E. P. Kurfürstliches Obergericht, Kriminal-Senat!

Das Landgericht zu Marburg berichtet in der Untersuchungssache gegen den Professor Dr. Hildebrandt daselbst wegen Majestätsverbrechen. Beschl. den 13./4. 1847.

Das Landgericht hat die einschlagenden Akten alsbald anhero einzusenden. p. Becker.

In Gemäßheit hohen Beschlusses Kurfürst­lichen Obergerichts vom 26. d. M. zur Ziffer 813 U. E. P. und mit Wiedereinsendung des uns zugefertigten Gesuchs des Angeschuldigten ver­fehlen wir nicht über die Lage der rubrizierten Untersuchung folgendes gehorsamst zu berichten:

In der ersten Hälfte des Monats Juni 1846 ist in dem hiesigenMuseumeingroßer L e s e k l u b, an welcher Gesellschaft außer eini­gen Staatsdienern die hiesigen Professoren und alle Studenten, sowie andere Personen in gro­ßer Anzahl teil nahmen von der in Kurhessen verbotenen deutschen Londoner Zeitung ein Exemplar vom 17. April v. I. Nr. 55 aufgelegt gewesen, worin Seite 448449 einige Artikel aufeinander folgen in denen nicht nur Schmäh­reden gegen unseren Landesherrn ausgestoßen sind, sondern sehr offene sich um so mehr wirklich hochverräterische Tendenzen finden als diese Artikel in der Reihenfolge ihres Inhalts von deren hier geschehenen Verbreitung nicht wohl anders verstanden werden können.

Nachdem neulich in diesem Blatte, wie Kur­fürstliches Obergericht am 6. d. M. daraus selbst ersehen hat, von Polen am Schlüsse des Artikels ,.die Krakauer Flüchtlinge" S. 448 gesagt worden ist:

trotz der Niederlage von 1831 bleiben in Po­len noch Elemente genug übrig, um eine neue Anstrengung zu versuchen und der gerechten Sache den Sieg zu verschaffen.

ein eigenes Lernzimmer hatten, als wenn sie im Wohnzimmer arbeiteten. Bei elektrischem Licht war die Beleuchtung im Lernzimmer durchschnittlich besser als im Wohnzimmer. Eine Klassifikation der Beleuchtung, je nachdem sie einen Mindestbetrag an Beleuchtungsstärke er­reichte, j« nachdem das Licht blendend wirkte oder von rechts kam, ergab, daß die Beleuchtung nur in 63 Fällen gut zu nennen war, obgleich auch unter den in dieser Beziehung begünstigten Kindern manche waren, denen wegen der Be­schaffenheit ihrer Augen eine noch bessere Be­leuchtung vonnöten gewesen wäre. 6 von diesen Kindern waren mit der vorhandenen Licht­menge unzufrieden. Von den 88 Fällen mit ungenügender Beleuchtung entfielen 22 auf die Kinder der Arbeiter und 16 auf die Kinder der Wohlhabenden; dabei erreichte die Lichtmenge in 22 Fällen den Mindestbetrag für eine brauchbare Beleuchtungsstärke nicht, in 13 Fäl­len war das Licht blendend und in 3 Fällen kam es von rechts her. Daß diese ungünstigen Beleuchtungsverhältnisse zu Haufe einen we­sentlichen Einfluß auf die Verbreitung der Kurzsichtigkeit haben müssen, liegt auf der Hand. Eine Einschränkung der Schularbeiten ist aber nicht das einzige Mittel zu ihrer Be­kämpfung. Da die Kinder sich außer mit den Schulaufgaben mit Näharbeit wie mit Lesen, Musizieren usro. beschäftigen, wird es vor allen Dingen Pflicht der Eltern sein, auf die Be­leuchtungsverhältnisse irn Hause zu achten.

Dr.r

Das Erdbeben in Chile.

DerDaily Mail" wird aus Valparaiso vom 24. telegraphiert: Die vergangene Nacht war ruhiger, und die geringen Erdstöße hören all­mählich auf. Die elektrische Beleuchtung ist in einigen Straßen wiederhergestellt, und die Kabel- verbindung mit dem Rest von Chile ist wieder eine allgemeine. Dampfer treffen mit Proviant ein, und die Wasserzufuhr ist gebessert. Die Feuer sind, wie man hofft, endgültig unterdrückt. Tausende ruinierter Einwohner wandern mit jedem aufzutreibenden Schiff aus. Noch herrscht das Krieasrecht, und viele Räuber werden nie­dergeschossen. Aus Lima wird telegraphiert: Von den 40 Angestellten der Telephon-Gesellschaft in Valparaiso wurden 38 getötet. Als das Haus des zum neuen Präsidenten gewählten Sennor Monti einstürzte, fiel feine Gattin vom Balkon auf die Straße. Vorübergehende Räuber schnit­ten ihr die Ohren und Finger ab, um sich ihrer Ohr- und Fingerringe zu bemächtigen. Sie wurde sterbend auf das KriegsschiffO'Higgins" ge­bracht. Furchtbare Regengüsse erhöhen die Lei­den der auf den Straßen und Plätzen und auf den Hügeln lagernden Flüchtlinge. In Lima herrscht große Besorgnis, da nicht genug Nah­rung vorhanden ist und keine solche aus Chile mehr ankommt. Gestern Abend fanden wieder vier starke Erdstöße statt.

Santiago de Chile, 24. Aug. Gestern Vor­mittag ereigneten sich neuerdings Erdstöße, denen am Abend ein schwächerer Erdstoß folgte. Nach Meldungen aus Valparaiso werden dort ener­gische Maßregeln ergriffen, um die Ordnung aufrecht zu erhalten; über 150 Leute seien er- schossen worden. Noch immer würden Leichen ge- borgen. 1500 Tote seien behördlich beerdigt. Ein« Epidemie erscheine nahezu unausbleiblich.

Berlin, 24. Aug. Die Deutsch-Ueberseeisch« Elektrizitätsgesellschaft gibt nach den ihr neuer­dings aus Valparaiso zugegangenen Nachrichten folgendes bekannt: Die Linie nach Vinna bei Mar ist wieder in Betrieb. Auf der Linie Gran Avenida-Aduana dürfte der Betrieb in zirka acht Tagen wieder eröffnet werden, während sich noch nicht übersehen läßt, wann die Linie Jndepen- dencia-Victoria wieder in Betrieb gesetzt werden kann. Der der Valparaiso-Straßenbcchngesell- schaft entstandene Materialschaden wird auf zirka 300 000 Mark geschätzt. Auf das Geschäfts­ergebnis der Deutsch-Ueberseei scheu Elektrizität» gesellschaft dürsten die bisherigen Vorkommnisse kaum einen Einfluß ausüben.

Valparaiso, 24. Aug. Heute früh trat hier starker Regenfall ein. Dadurch wurden viel« Personen genötigt, das Zeltlager zu verlassen und in den Häusern, trotzdem diese einzustürzen drohen, Zuflucht zu suchen. Sollte der Regen anhalten, so würde die Gefahr des Eintritt­einer Epidemie wachsen.

Die Revolution auf der Insel Cuba.

Rewyork, 24. Aug. Auf Kuba ist die Sagt bedenklicher geworden. Der Jnsurgentenführei Euerra steht mit fünftausend Mann im Pinal del Rio und erwartet noch zweitausend Man« Verstärkung. Die Regierung schickt fünftausend Soldaten mit zweihundertfünfzig Mann Artil­lerie dorthin. Senator Marqueti ist zu den In­surgenten übergegangen. Gegenwärtig finden Kämpfe bei Guines, siebzig Kilometer von Ha­vana statt. Kuba kaufte hier acht Schnellfeuer­geschütze.

Rewyork, 24. Aug. Man hält es hier für unwahrscheinlich, daß die Vereinigten Staaten auf Kuba intervenieren werden. Man glaubt allgemein, daß die kubanische Regierung im Stande sein werde, die Ordnung wiederherzu­stellen.

Havanna, 23. Aug. Die hiesige Regierung hat die Regierung der Vereinigten Staaten um Lieferung von acht Schnellfeuergeschützen ersucht, die, von amerikanischen Artilleristen bedient, bei der Niederwerfung des Aufstandes mitwirken sollen.

London, 24. Aug. Die Meldung aus Havanna nach welcher die dortige Regierung die Vereinig­ten Staaten um Lieferung von acht Schnellfeuer­geschützen zur Mithilfe bei der Niederwerfung des Aufstandes ersucht habe, wird vom Reuter- schen Bureau als unbegründet bezeichnet.

Havanna, 24. Aug. Die dementierte Mel­dung, daß die Regierung die Vereinigten Staa­ten um Lieferung von acht SchnellfeuergeschLtzen ersucht haben soll, erklärt sich dadurch, daß bi« Regierung bei einer amerikanischen Firma eiex .

--es bleibt die Zuversicht, daß Gott die polnische Nation nicht für immer den Henkern überliefert habe." rc. rc.

Weiter folgen nun Mitteilungen über Kur- hessen, nämlich:

Der Kurprinz habe bei einem Besuche, den er im Herbste zuvor bei dem Fürsten Metter­nich gemacht, volle zwei Stunden int Vor­zimmer warten müssen, bis er Audienz er­halten." rc. rc.

,T>er Kurprinz habe angefragt, ob seine Kin­der für successionsfähig erklärt werden könn­ten, worauf der Fürst Unterstützung und Ver­wendung zugesagt unter der vom Kurprinzen zugesagten Bedingung, die kurhessische Verfassung aufzuheben und die Re­gierung in eine autokratische einzurichten." rc.

Die Folgen zeigten sich bereits, es haben viele Versetzungen stattgefunden von Beamten, die Versetzung des Verfassers, von dem Urteil über Jordan, die Vorfälle auf der Universität in den Leseklub-Sachen, Aufhebungdieses Klubs infolge der Verweigerung der Auf­nahme des Polizeidirektors Wangemann, es fei ein neuer Lesezirkel ' lldet, worin nur liberale Mitglieder aufgenc ;n, auch Jordan, und die Einrichtung gegeben, daß die Regierung ihnen nichts anhaben könne." rc. rc.

Weiter heißt es in diesem Artikel:

Mit einem Worte ein System der Reattion hat angefangen, während früher der Kurprinz an seinem eigenen Lande nur Interesse zu neh­men schien, als es ihm Mittel gewährte, für seine Familie Geld zurückzulegen, so ist es eine be­kannte Tatsache, daß die Direktoren der hessischen Eisenbahn ihm die Konzession derselben abkauf­ten und überhaupt gilt es als kein Geheimnis, daß mit Geld bei ihm viel auszurichten ist.*

Vom Kurfürsten wird hier erzählt:

Bei diesem war es ganz gewöhnlich, daß et seine Zivil- und Militärbeamten mit höchst eige­ner Hand dachtelte und züchtigte."

Vom Kurprinzen schreibt der Artikel:

er versuchte dies nur einmal gegen einen seiner Generäle, gab aber den Versuch auf, al» dieser einige Schritte zurücktrat und die Hand an den Degengriff legte, usw.

Das Auflegen vorstehender Artikel durch einen Kurhessischen Untertan und Staatsdiener erscheint, wenn die Verbreitung wissentlich gex schehen, nicht nur als eine Aufreizung zum Auf­ruhr, auch nicht nur als ein Vergehen der be­leidigten Majestät, sondern schwerer als beides ,als ein hochverräterisches Unternehmen mit Majestätsbeleidigung verbunden.

Es-----(unlesbar) schwerere Ver­

brechen vorhandenen Judicien zwar noch zur Zeit nicht genügend um darauf ein verurteilen­des Erkenntnis zu geben, wohl aber um des­wegen gerichtliche Untersuchung z» führen und nach unsrem Dafürhalten die Verhaftung vorzunehmen. Wie aber Kol­lusionen gerade jetzt, wenn wir mit weiteren Untersuchungshandlungen, welche wir nach obigen vorzunehmen uns für verpflichtet Halters vorgehen, schon zu besorgen sind, dürfte schon obige Darstellung nunmehr begründen, was bat her ebenfalls unb noch ganz besonbers die Wie« berverhaftung nötig machen wirb.

Nachdem wir nun befohlenermaßen am 6, März abends den Angeschuldigten (Prof. Hild^ brandt) seines Arrestes entlassen haben, un». nachdem der Untersuchungsrichter inzwischen ein ihm zur Erholung zugestandenen Stägigen Ur­laub benutzt hat, so liegt es in unserem Plan iX folgender Weise die Untersuchung fortzusetzen.

1. Während alles nachgeholt wird was M Leumundsforschung gehört hat> ~ "-4