Erstes Blatt
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794 360 6,09
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(Fortsetzung folgte
17 017 039 18 434 009 1 416 970 8,33
13 835675 15 321946 1486-271 10,74.
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»Oberhessische Zei tnng" nebst ihren /Beilagen werden von unserer Expedition /(Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern ent«
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> Nun könnte man aus der „Zentralgruppe", die nach Abscheidungen von Osten, Westen und
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Nordosten Süden Zentralgruppe Westen
Marburg
Sonntag, 26. August 1906
Erscheint wöchentlich sieben mal, Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, UmversttätS-Buchdruckerei 41. Marburg, Markt 21, — Telephon 55. u
Die Bevolkerungszunahme In den landwirtschaftlichen und industriellen Gebieten und die Fortschritte der städtischen Konzentration der Volksmassen im Deutschen X: Reiche.
In Heft 1 des Jahrgangs 1906 der vom Kaiserlichen Statistischen Amt herausgegebenen „Vierteljahrshefte zur Statistik des Deutschen Reichs" sind, wie bereits mitgeteilt wurde, einige vorläufige Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 nach Reichsteilen, Großstädten und Gemeinden von mehr als 20 000 Einwohnern veröffentlicht worden. Das Königlich württembergische Statistische Landesamt hat daraus in seinen „Mitteilungen" die Angaben über die Zunahme der Bevölkerung der einzelnen Staaten und Provinzen sowie derjenigen ^er Groß- und Mittelstädte einer gesonderten Betrachtung unterzogen und ist dabei zu bemerkenswerten Ergebnissen gelangt.
Teilt man in rohem geographisch-politischem Rmriß das Reich in vier Gruppen: Nordosten (die preußischen Provinzen Ost- und Westpreu- ßen, Pommern, Posen, Schlesien, beide Mecklenburg), Süden (Bayern, Württemberg, Baden, Elsaß-Lothringen, Hessen), den eigentliche^ Westen (Rheinland, Hessen-Nassau, Westfalen, Hannover und Oldenburg) und den Rest als Zentralgruppe (Königreich Sachsen, die preußischen Provinzen Sachsen, Brandenburg mit Berlin, Schleswig-Holstein, thüringische und andere Kleinstaaten, Hansestaaten), so ergibt sich für die
mit. Da wandte sich Graf Landegg plötzlich an Elisabeth und fragte ganz unvermittelt: „Gnädiges Fräulein sprachen einmal davon, in Bayern gewesen zu sein, darf man fragen, wann und wo das war?"
„Es war im vorigen Jahre auf der Durchreise nach der Schweiz," antwortete die Gefragte freundlich, denn sie war froh, daß ihr Nachbar wieder etwas lebhafter wurde. „Wir machten in München Station und von hier einen Abstecher nach dem Starnberger See."
„Und es gefiel Ihnen dort?"
„Ueber alle Maßen. Ihre Heimat ist sehr schön, Herr Graf."
„Ja, das ist sie! Die Berge, die Seen, die schneebedeckten Firnen der Alpen — die grünen Wälder — tausendmal kann man sie schauen, und der Eindruck ist immer wieder erhebend und überwältigend."
So begeistert hatte Landegg noch nie von seiner Heimat gesprochen, wenn er ihrer überhaupt je Erwähnung tat.
„Dort liegt Ihr väterliches Schloß?" fragte Elisabeth.
»Za, im schönsten Teile Oberbayerns, südöst- lrch von München, schon ganz in den Alpen. Es ist ein herrliches Fleckchen Erde, worauf meine Väter ihren Wohnsitz erbauten."
„Aber Sie ziehen es dennoch vor, Ihrer schönen Heimat fern zu bleiben."
»Za, so lange mein Vater noch lebt — er ist gottlob rüstig und kräftig, und an ein Später wUl ich jetzt noch nicht denken. Das Gut gedeiht unter meines Vaters Leitung und dem sehr tatkräftigen Beistand meiner einzigen, älteren Schwester vorzüglich. Ich kann also meinen persönlichen Neigungen nachgehen."
„Und nach hohen Zielen streben," ergänzte Elisabeth.
„Eie haben recht — ohne sie ist das Leben schal und leer. Doch solche Weisheit aus dem Munde einer so jungen Dame ist zum mindesten — befremdend."
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sontttaasveilager-AUrtstrirteS Eormtaäsblatt.
Bestellungen
für de« Monat September
Umschau.
Die Berechtigung des Duells verficht ein Artikel in der Zeitschrift „Der Deutsche", in dem es heißt: „Man verlangt Unmögliches vom Offizier. Er soll in Friedenszeiten ein Lämmlein sein in weißem Unschulds- vlietz: derselbe Mann soll im Krieg mit elastischem Temperament, stählernen Nerven, rücksichtslos über Leichen schreiten. Zwei solche Naturen stecken nicht in einer Haut. Nur Männer von angeborener Spannkraft und draufgängerischem Wesen können sich im Felde bewähren. Sie werden auch im Frieden ein anderes Gepräge zeigen, als der rechnende Kaufmann. Sie können sich nicht als Kommandanten einer Bürgergarde oder der Miliz einer neutralen Republik fühlen, die nach menschlichem Ermessen nicht ins Feuer kommen. Warum daher das Geschrei, wenn die Chronik eines ganzen Jahres ein halbes Dutzend Gewalttätigkeiten von Offizieren verzeichnet? Jeder solche Fall wird geahndet, mit Recht geahndet. Aber diese Vorkommnisse find so selten, daß man eher die hohe Disziplin eines doch zum Kampf erzogenen Standes bewundern sollte. Und warum zetert die Presse über Offizierduelle? Sie werden unter Standesgenossen ausgetragen: ihr strenger Begriff von Exklusivität schützt ja jeden Außenstehenden, daß sich keine Kugel in seine aufgeklärte Brust verirrt. Aber eben: diese vornehme Abgeschlossenheit kränkt unsere öden Eleichmacher, die mit in der vordersten Reihe stehen wollen, ohne — sich zu exponieren. Herr von Oldenburg, allerdings ein mißtönender Name in bürgerlichen Ohren, hat seinerzeit in die Antiduelldebatte eine lästige geschichtliche Erinnerung geworfen. Der alte Fritz machte dem Obersten Seydlitz, dem späteren Helden des siebenjährigen Krieges, Vorhaltung wegen der zahlreichen Offizierduelle in seinem Regiment. Da erwiderte ihm der kühne Reiterführer: wenn Majestät so viel Aufhebens machen von ein paar gefallenen Leutnants, so werden Sie kein Offizierkorps mit Ehre im Leibe haben, das auch vor dem Feinde besteht. Der große König, das sehr verkannte Ideal aller Aufklärer und Humanitätsdusler, hatte darauf nichts mehr zu sagen. Die Auffassung von Seydlitz besteht auch heute noch zu Recht. Wir wollen gewiß keine Raufbolde in unserem Heere aufkommen lassen. Doch dafür bürgt schon die Auswahl unseres Offizierkorps. Dafür sorgen auch die kaiserlichen Erlasse zur Regelung des Duells. Aber es wäre schlimm, wenn sie je dahin ausgelegt würden, als sollten ernsthafte Ehrenhändel verdrückt werden. Das würde den Geist unseres Offizierkorps dauernd schädigen."
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Volkszahl Zunahme 1900 1905 überhaupt in 1»
12 461 620 13002 024 540404 4,34
Zahl Bevölker. der Zahl Bevölker. der Reichsbev. Reichsbev. Großstädte mit je
100000 u. mehr
Einwohner 83 9120280 16,18 41 11498049 18,97 Gemeinden mit 20000/100000 e. 194 7111447 1261-208 7811643 12,89 Zusammen
Gemeinde« mit über 20000 E. 227 1623172728,79249 19309692 31,68 Reichstes! — 40135451 71.21 — 41295491 68,14
Reich — 56367178 100 — 60605183 100
Dieses Bild ist nun zwar kein Bild der Bewegung, sondern nur das der zwei Zustände; man kann nicht sagen, daß die Zunahmen ganz auf die Kategorien selbst fallen, denn viele Gemeinden sind nach Erreichung der Grenze mit ihrer ganzen Volkszahl eingerückt. Trotzdem bleibt natürlich die Tatsache, daß bei einer Ee- samtzunahme von etwa 4,24 Millionen Köpfen im Reiche die Zahl der Bewohner allein von Gemeinden mit je 20000 und mehr Einwohnern am 1. Dezember 1905 um etwa 3,1 Millionen größer ist als am 1. Dezember 1900. Da nun am 1. Dezember 1900 auf die Gemeinden mit je über 2000 Einwohnern 54,35 Proz., auf diejenigen mit über 5000 Einwohnern 42,26 Proz.
Elisabeth wußte, daß Landegg auch heute ihr Tischnachbar sein würde. Die Eltern hatten es so bestimmt, und sie war mit dieser Anordnung zufrieden. In ihre Gedanken vertteft, hatte sie ihn nichst aus sich zukommen sehen. Erst als er dicht vor ihr stand, sah sie auf. Der Graf verbeugte sich tief vor Elisabeth, und diese reichte ihm unbefangen ihre Hand, die er an seine Lippen führte.
,Zch habe die Ehre, Sie zu Tische führen zu dürfen, mein gnädigstes Fräulein."
„Ich weiß es," lachte sie froh.
„Und war Ihr eigener Wunsch bei d-eser Wahl maßgebend?" fragte er, sie scharf ansehend.
„Nun," erwiderte Elisabeth mit harmloser Offenheit, „ich wurde eigentlich nicht erst gefragt, aber ich bin ganz zufrieden damit."
„Wirklich?" Er lächelte und reichte ihr seinen Arm. „Darf ich bitten?"
Elisabeth nahm seinen Arm und schritt plaudernd an seiner Seite den bereits vorangegangenen Gästen nach; sie waren eines der stattlichsten und schönsten Paare.
Im Speisesaal herrschte bereits ein fröhliches Stimmengewirr, die Diener gingen geschäftig hin und her, die Gläser wurden gefüllt, man stieß an und ließ es sich wohlschmecken. Elisabeth saß so, daß sie ihren Bruder nicht sehen konnte, deshalb vergaß sie auch für einige Zeit ihre Sorge um ihn und gab sich dem frohen Eindruck des Augenblicks hin.
Graf Landegg war heute nicht so unterhaltend rote sonst. Das Gespräch stockte zuweilen, und Graf Landegg starrte oft, wie in tiefes Sinnen versunken, schweigend vor sich nieder. Elisabeth kannte zwar diese seine Art schon, aber sie fühlte sich doch in ihrer Erwartung einer fesselnden Unterhaltung getäuscht, und da sie zu stolz war, ihrerseits die Anregung zu geben, nahm sie an der Unterhaltung ihres Nachbarn zur Rechten und dessen Dame teil. Dieser,' ein junger Leutnant, erzählte drollige Erlebnisse aus seiner Fähnrichszeit, und Elisabeth lachte
5 Jahre 1900/1905 folgendes Massen- und Zu- uahmebild
(Nachdruck verboten.)'
Zwei Frauen.
Roman von E. Borchart.,, (Fortsetzung.)' -----•
Elisabeth dachte an dergleichen überhaupt nicht, sie sah in dem Freunde des Hauses eine Art Respektsperson, da er ihrer Jugend gegenüber bedeutend älter erschien, als er in Wirklichkeit war. Außerdem dachte das junge Mädchen überhaupt nicht daran, zu heiraten, sie hatte andere Pläne, andere Ziele für ihre Zukunft, obgleich sie bis jetzt ihre geheimsten Wünsche noch niemandem von den Ihren verraten hatte. — Schon zweimal hatte man um ihre Hand angehalten, Offiziere von altem Adel, die das schöne Mädchen begehrten, doch Elisabeth hatte sie abgewiesen, aus dem einfachen Grunde, weil sie keine Spur von Zuneigung für die Bewerber empfand, und wenngleich sie noch zu jung war, um einer leidenschaftlichen Liebe Einlaß zu gewähren, so fühlte sie doch, daß eine große Zuneigung nötig sei, um einen Bund für das Leben zu schließen; einem ungeliebten Manne die Hand zu reichen, dünkte ihr eine Unmöglichkeit. Bis jetzt hatte ihr noch keiner von den Männern ihres Kreises ein tieferes Gefühl einzuflößen vermocht. Für Graf Landegg empfand sie, wie schon gesagt, eine Art Respekt und auch ein gewisses Interesse, da er auch ihr als oft und gern gesehener East des Hauses näher getreten war. lleberdies war er anders als die Mehrzahl der jungen Offiziere, die Elisabeth sah, ein Mensch von ausgeprägtester Eigenart. Seine Unterhaltung war geistreich, fesselnd und niemals banal. Elisabeth sprach darum gern mit ihm, und es machte sie stolz, wenn der kluge Mann ihr gegenüber Gebiete berührte, die er sonst nur mit seinesgleichen zu besprechen pflegte. Sie war selbst klug und begabt und vermochte seinem Eciftec- t 'luge zu folgen, darum freute sie sich stets auf seine Gesellschaft.
Süden her als „Restgruppe" erscheint, ein „Seegebiet" abschneiden und als solches die drei Hansestaaten gesondert betrachten; dann ergibt sich für die beiden Gebiete folgende Polkszahl und Bevölkerungszunahme: ,■< ^/
Volkszahl Zunahme 1900 1905 überhaupt in*/.
Seegruppe 1090 006 1 244 373 154 367 14,2 Ze»tralgr.(Rest) 15927033 17189636 1262603 7,9,
Selbstverständlich find dies nur rohe Umrisse, wie fie aus dem vorläufigen Zahlenmaterial erhellen; denn die „Seegruppe" müßte unter Umständen wesentlich nach geographischen, nicht nach polittschen Gesichtspunkten gebildet werden; trotzdem wird die Stufenleiter der 5 Gruppen: Seegruppe, schwere Jndustriegruppe, Zentralgruppe mit der Reichshauptstadt, Südgruppe und Nordgruppe mit etwa 14)?, 10,74, 7,9, 6,09 und 4,34 Proz. Zunahme schon aus den Menschenanhäufungen heraus die treibenden Ursachen der Menschenanziehungen einigermaßen ersichtlich machen.
Auch die Fortschritte der städttschen Konzentration der Volksmassen im Reiche find aus den Zusammenstellungen des Kaiserlichen Stattstischen Amts schon einigermaßen erfichtlich. Angaben über die Bevölkerungszunahmen in den Groß- und Mittelstädten seit 1900 fehlen zwar noch, da fie wegen Eingemeindungen bezw. Ausgemeindungen nicht so einfach zu berechnen find; doch tritt uns das Maß der fottschreitenden „Verstadtlichung" des deutschen Volks schon in dem nachfolgenden kurzen lleberblick entgegen;
Vierteljährlicher Bezugspreis; bet Der ErpÄ>ition 2 DU, -j QQ bet allen Postämtern 2,25 M, (exel. Bestellgeld).
InsertlonSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
Reclanten: die Zeile 25 Pfg.
Turnerschaft und Sozialdemo, ]]. kratie. j
Auf der Hauptversammlung der „Denk, schen Turnerschaft" die dieser Tage in Hildesheim stattfand, find scharfe Wotte gegen die Sozialdemokratte gefallen. Am schärfsten sprach sich der Senior der Turnerschast, Dr. med, Götz, der frühere nationalliberale Reichtagsab- geordnete, aus. Er sagte u. a.: ।
»Es gab eine Zeit, in der die Führer dies« Pattei von dem Turnen der Männer und In- gend nichts wissen wollten, weil fie fürchteten, das frische fröhliche Turnen leite das Volk von polittschen Zielen und von dem Interesse au Parteitreiben ab, eine Befürchtung, die sich bis jetzt, Gott Lob, auch bewahrheitet habe. Neue« dings, weil die ganze Bewegung nicht schnell ge* nug zum Umsturz und zum allgemeinen Kladderadatsch führen will, hat man jenen Standpunkt aufgegeben und setzt Kopf und Krage« dran und Himmel und Erde in Bewegung, die arbeitende Jugend und auch die arbeitende« Männer der deutschen Turnerschaft abspenstig z« machen und in ihre neue Schöpfung, die frei« Turnerschast, bezw. in den Arbeitetturnerburch hineinzuzwingen. Man muß sagen, zu zwinge^ denn der neueste Trik ist der, daß die soziale demokratischen Gewerkschaften und wirtschaft» lichen Organisationen drohen, diejenigen aui rein wirtschaftlichem Interesse ihnen angehörigen Arbeiter, die der Deutschen Turnerschaft nicht den Rücken kehren, hinauszuwerfen! Der Beweis, daß die freien Arbeiterturnvereine Parteivereine sind, wird ja dadurch auf das glänzendste geliefert, wenn er bisher auch schon durch den Inhalt der Arbeite« turnzeitung und das rote Liederbuch geführt war und in die Welt hinausgesungen wurden Der Erfolg der mit Fanatismus gelei« teten Agitation ist zwar bis jetzt kein großer, — man hat eine Anzahl Vereine, meist kleine Landvereine, uns abwendig gemacht, hat vielleicht auch einige Turnhallen erobert, — tüchtige, gut geleitete Vereine sind nicht untren geworden, und unsere Zahlen sind gewachsen, — nicht zurückgegangen. Herrscht in unseren Vereinen ein frohes, fttsches Turnerleben, herrscht überall Treue und deutscher Sinn, so haben wir nur wachsam zu sein, aber nicht nötig, uns zu sorgen, — umsoweniger, weil bei jenem Patteitreiben die Perle des deutschen Turne« lebens, der frische frohe Geist, den finsteren Geistern des Hasses und des Mißtrauens, dem Unfrieden und dem fortwährenden Streiten weichen muß. Auch hierfür liefert die Arbeiter- turnzeitung regelmäßig die Beweise. Damit das Komische nicht fehlt, versucht man auch den Vater Jahn zum roten Genossen u m z u p r ä g e n, — den treuen Alten, der in seiner Schwanenrede einen Absagebrief an die Roten geschrieben hat, den kein freier Turne? an den Spiegel stecken wird! Also treu bleiben und treu und unermüdlich im deute schen und vaterländischen Gei st < =£--------i ' k
Elisabeth lächelte. „Meinen Sie, mich könn« ein Leben, das nur aus Vergnügungen und Tändeleien besteht, befriedigen? Nein, auch ich strebe nach einem höheren Ziele, ich kämpfe und ringe, schon jetzt darum." ,
„Und darf man fragen, welches dieses Ziel ist?" forschte Graf Landegg, indem er das junge Mädchen aufmerksam betrachtete. Elisabeth e« rötete. Sie hatte bisher noch fast zu niemandem von ihren Plänen gesprochen. Nun hatte sie sich verraten und konnte, ohne unhöflich zu sein, nicht gut auf diese dirette Frage schweigen. Da durchc zuckte fie blitzschnell ein Gedanke: Wenn Graf Landegg ihr Verbündeter werden könnte? Wem? er ihren Vater, der so viel von ihm hielt, zu beeinflussen versuchte?
„Ich möchte — mich dem Berufe einer Sängerin widmen," erwiderte sie langsam. Graf Landegg zuckte zusammen, als habe ihn ein Schlag getroffen. Seine Augen bohrten sich förmlich in Elisabeths Antlitz hinein.
„Von diesen Plänen wußte ich nichts," sagt« er mit bebender Stimme, „nicht einmal, daß Si< überhaupt singen. Es hat mich in der Tat überrascht, jetzt davon zu hören," entschuldigte et. seine seltsame Erregung. /
„Ich hielt meine Absicht bisher geheim," e« widerte Elisabeth.
„Und warum sagen Sie es mit jetzt?" V S> Eine leichte Verlegenheit bemächtigte sikf ihrer. r
„Ich hoffe, in Ihnen einen Verbündete«,' einen Fürsprecher für mich zu finden." I
„In mir einen Fürsprecher? — Und bei wem?" • '
„Bei meinem Vater."
„Ihr Herr Vater verweigert also seine 3« ftimmung?“ Wie ein befreites Aufatmen ging eg; durch seine Brust. . !-