mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
SonntaasbeUaae: Mußtrtrtes SomifanSMn#*.
M 195
Vierteljährlicher Bezugspreis: btt oer Erprditioa 2 Mk, bet allen Postämtern 2,25 DL Bestellgeld).
Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 1V Pfg.
Neclamen: die Zeile 25 Pfq.
Marburg
Mittwoch, 22. August 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck mtb Verlag' Joh. Aug. Koch, UnwerfitätS-Vuchbruckerel 41.
Marburg, Markt 21. - Telephon 55.
Neueste Telegramme.
Berlin, 21. Aug. Heber das Entlaßungs- tzesuch des Landwirtschaftsministers v. Pod- bielski ist nach dem Vortrag des Reichskanzlers in Wilhelmshöhe noch nichts Endgültiges entschieden worden. Es mutz eine weitere Klärung in der den Minister betreffenden Angelegenheit abgewartet werden.
Norderney, 20. Aug. Der Reichskanzler ist heute vormittag von Wilhelmshöhe wieder hier eingetroffen.
Brüssel, 21. Aug. Der „XX. Steele" meldet, daß der belgische Arzt Bordet der belgischen Akademie für ärztliche Wissenschaften die Mitteilung gemacht habe, es sei ihm geglückt, den Keuchhustenbazillus zu isolieren und Reinkulturen von ihm zu -erhalten! Im Sekret der Kehle kleiner Kranken hat Bordet während des Anfangsstadiums der Krankheit den Bazillus in großer Zahl entdeckt. Später findet er sich nur spärlich und vermischt sich mit anderen Parasiten im Munde und Rachen. Das Serum kleiner Keuchhustenkranker wirkt auf den Bazillus heilend ein. Bordet ist Direktor des Ccruminstituts von Brabant.
Paris, 21. Aug. Vom eucharistischen Kongreß in Tournay wird gemeldet, daß der Erzbischof von Mecheln eine zur papsttreuen Haltung ermunternde, die Solidarität der belgischen Bischöfe versprechende Ansprache auf die anw^en>on französischen Amtsbrüder hielt, wo- tuu, der Koadjutor des Pariser Kardinal-Erzbischofs Richard mit der Versicherung erwiderte, daß die französischen Bischöfe, welche Verfolgungen auch immer die französische Kirche zu bestehen haben werde, sich vertrauensvoll dem Episkopat der ganzen Welt anschließen würden. Die hiesigen Blätter betrachten diese Kundgebung in Tournay als den Anfang des Widerstandes der französischen Bischöfe.
Maiseille, 20. Aug. In seinem Laden in der Rue Blida wurde der italienische Schuhmacher Cyrillo Franzesco, der sich Giovanni Vincenz« nannte, verhaftet. Material zur Erzeugung von Bomben, namentlich Quecksilber- Fulminat und Bleikugeln wurden vorgefunden. Der Schuhmacher gehört einer Gesellschaft meist italienischer Anarchisten an, unter denen sich mehrere befinden, die schon aus Frankreich ausgewiesen waren. Es wird stark vermutet, daß es sich um ein Attentat gegen den Präsidenten der Republik, Fallteres, handle, welcher am 15. September in Marseille erwartet wird.
1 Macon, 20. Aug. Sarrien, der Präsident des Eeneralrats erklärte, die Regierung werde das Trennungsgesetz im vollen Umfange zur Ausführung bringen. Was die auswärtige Beziehungen angehs, so habe die Regierung den festen Willen, die guten Beziehungen, die sie bis dahin mit allen Mächten unterhalten habe Und die für den Weltfrieden unerläßlich seien, weiter zu erhalten und zu festigen.
52 (Nachdruck verboten.),
Die Kette.
Roman von Hans Schulze.
(Forljetzung.)
Rings um ihn her wogten und wallten waf- sergctränkte Dünste, raschelte und rauschte es wie von riesigen, unsichtbaren Vögeln in drm nachtschwarzen Düster; als er jetzt aus dem Boote sprang, versank er bis über die Knöchel in den gurgelnden Schlamm.
Erst auf dem Wurzelgeflecht einer Weide vermochte er festeren Fuß zu fasten; hier fand er in einem der knorrigen Aeste auch einen Stützpunkt für seine Hände; mit einer gewaltigen Anstrengung gelang es ihm endlich, sich auf die Höhe der Uferböschung hinaufzuschwingen.
Rur langsam, sich Schritt für Schritt mühsam erzwingend, kämpfte sich Georg durch ein unentwirrbares Labyrinth von Brombeerstauden über die erste Hügelwelle der Insel bis in das freiere Terrain des Laubholzes durch.
Zuweilen rannte er in der Finsternis gegen einen Baum, scharfkantige Aeste schlugen ihm stechend ins Gesicht, wie Kleingewehrfeuer rauschte der Regen prastelnd und sausend auf Blätter und Gezweig.
Endlich war er bis zu der kleinen Lichtung der Heuhlltte durchgedrungen.
Die Wut des Gewitters hatte sich in der Zwischenzeit allmählich erschöpft.
Der Regen sprühte nur noch in einzelnen windverwehten Spritzern; wie lange Rauch- istreifen zogen die letzten Nachzügler der Gewitterwolken über den Himmel, an dem bereits da und dort die ungewißen Silberpunkte der Sterne hindurchzuzittern begannen.
' Nach dem ungeheuren Aufruhr in der Natur, dem verderblichen Toben der Dämonen der Ver-
Die Akademie in Posen.
Aus Universitätskreisen wird uns geschrieben: Der Gedanke einer Umgestaltung oder eines Ausbaues der Posener Akademie bildet fortgesetzt den Gegenstand publizistischer Erörterungen. Für die allmähliche Umwandlung der Akademie in eine Universität nach westdeutschem Muster treten diejenigen eifrig ein, welche den Organisationsplan für das vor etwa drei Jahren errichtete Lehrinstitut in der Ostmark von Anbeginn für verfehlt gehalten haben. Sie glauben, daß die praktischen Erfahrungen, die mit der Entwicklung der Lehrtätigkeit in der neuen Akademie gemacht seien, ihren früher erhobenen Bedenken zum Teil Recht gäben. Selbstverständlich werden derartige Kritiken und die aus ihnen sich ergebenden Wünsche nach einer Reorganisation der Akademie mit freudigem Schmunzeln auf der nationalpolnischen Seite ai.fgenommen, der es ja vor allem darauf ankommt, das zur Förderung deutscher Kultur in der Ostmark begründete Lehrinstitut als ein mißratenes Unternehmen hinzustellen. Welche Maßnahmen aber zur weiteren Entwicklung der Posener Akademie auch künftighin ergriffen werden mögen, an dem hauptsächlichen Zielpunkt der Gründung wird bei allen etwa als nutzbringend erachteten Neuerungen unter keinen Umständen gerüttelt werden dürfen: die Akademie wird sein und bleiben müssen ein Tragbalken im Gefüge jener staatlichen Politik, die dem deutschen Geistesleben in unserer Ostmark Gelegenheit zur Anregung und Aufrichtung darbieten will. Hält man an diesem Grundsatz unverrückbar; fest, so wird man den Plan einer Umwandlung der Akademie in eine Universität mit der allergrößten Entschiedenheit a b w e i - s e n müßen. Denn es kann nicht zweifelhaft sein, daß eine Universität Posen binnen kurzem zum Sammelpunkte der gesamten polnischen Jugend werden würde, die jetzt ihre gelehrte fachwissenschaftlruie Ausbildung für das Berufsleben auf den einzelnen deutschen Universitäten sich anzueignen genötigt ist. Unterschätze man doch nicht den Einfluß, den das akademische Zusammenleben der studierenden Jugend auf den Einzelnen ausübt! Während bisher auf den deutschen Universitäten die polnischen Jünglinge nur in geringer Zahl auszutreten vermögen und daher den Wirkungen ihrer durchweg deutschen Umgebung sich nicht entziehen können, würde in Posen das studentische Leben alsbald ein Gepräge annehmen, deßen Einzelzüge mehr oder minder vom Tun und Treiben einer enggeschloßenen Gemeinschaft nationalgesinnter Studenten polnischer Zunge abhängig wären. Es erscheint unvermeidlich, daß die nationale Agitation die polnischen Studierenden zu einer sich absondernden Einheit zusammenschweißen, die deutschfeindlichen Triebe in ihnen nähren und großziehen,
nichtung kein anderer Laut in der unermeßlichen Stille als der klingende Fall der Tropfen und die leise murmelnden Töne des plätschernden Sees.
Langsam kam Georg durch das kniehohe, feuchte Gras bis zu der Sandbank, auf der er an jenem Sonntag seiner Begegnung mit Käthe so glücklich, so voller Hoffnungsfreudigkeit gelandet war.
Die Abspannung nach der gewaltigen Erregung und Anstrengung der letzten Stunde war so groß, daß er auf Augenblicke fast den ganzen Zweck seiner Fahrt vergaß.
Erst der Anblick eines Bootes, das sich, zum Teil mit Waßer gefüllt, unter den überhängenden Zweigen eines Erlengebüsches schaukelte, mahnte ihn wieder an die Suche nach der Mutter.
Mit angehaltenem Atem lauschte er in das nächtliche Dunkel hinaus.
Seine erregte Phantasie spiegelte ihm allerlei undeutliche Geräusche vor; bald brauste es ihm wie Elockenklang und Orgelton in den Ohren; dann schien es ihm wie das leise Tappen nahender Schritte.
Doch alles blieb still.
Nur zuweilen sprang ein Fisch im See oder eine Fledermaus strich mit schwankendem Geflatter an ihm vorüber.
Da schrie er auf einmal mit dem Laut verzweifelnder Herzensangst den Namen der Mutier hinaus, daß es weit über die schweigenden Wasser hallte.
Und plötzlich kam als Antwort ein leises Wimmern zurück, wie ein unterdrücktes Schluchzen, wie der Wehlaut eines angeschoßenen Tieres.
Gleich einer Zentnerlast sank es ihm von der
Seele! . - ... - > •
_ Die Mutter!
kurz daß aus dem akademischen Nachwuchs der polnischen Bevölkerungselemente frühzeitig ein Rüstzeug gegen das Deutschtum sich heranbilden würde. Und int Gefolge solcher Bestrebungen dürften alsdann die unerquicklichen Beziehungen zu den Kameraden und den Lehrenden emporwachsen, die wir an anderen Orten wahrzunehmen Gelegenheit haben, an denen scharfe nationale Gegensätze den gemeinsamen Organismus der alma mater auseinandertreiben.
Eine Universität in Posen würde voraussichtlich schon nach wenigen Jahren in ihrem ganzen Zuschnitt von den Ausstrahlungen beeinflußt werden, mit denen eine geschloßene Menge von mehreren Hundert Studierenden durch zielbewußtes, rücksiktsloses Auftreten auf ihre Umgebung einzuwirken vermag. Zum Glück wird es gänzlich ausgeschlossen fein, daß die preußische Kulturpolitik in eine Umbildung der Posener Akademie Willigen könnte, die die Aussaat des Polentums befruchten hülfe.
Das Erdbeben in Chile.
Rew-Pork, 20. Aug. Nach einer Meldung des „New-Pork Herald" aus Valparaiso sind 60 000 Personen obdachlos. Es drohe Hunger. In Santiago sprangen manche Menschen aus den Fenstern, als das Erdbeben eintrat und sie glaubten, daß der Weltuntergang nahe sei.
Hamburg, 21. Aug. Gestern vorliegende Privatmeldungen aus Chile schildern die Lags als wesentlich ernster. Gebäude und Warenlager sind durch das Beben und Feuer doch wesentlich mehr geschädigt, als zuerst wahrzunehmen war. Eine Schätzung des Schadens lautet auf 10 Millionen Pfund Sterling.
New-Pork, 20. Aug. Dem „New Port Herald" wird aus Valparaiso unterm 19. August gemeldet: Die Feuersbrunst, die seit Donnerstag wütete, beginnt zu erlöschen, da in vielen Teilen der Stadt Brennbares nicht mehr übrig ist. Es besteht nur geringe Furcht, daß Hungersnot eintreten könne, da viele Tausend Tonnen Mehl, Reis und Weizen hier auf Lager beziehungsweise an Bord von Schiffen sind. Die Zahl der Toten überschreitet wahrscheinlich tausend.
Bremen, 20. Aug. Nach einem hier eingetroffenen Telegramm aus Valparaiso begab sich ein Teil der deutschen Familien an Bord der im Hafen liegenden Dampfer der Bremer Ro- landlinie „Lambert" und „Turpin".
Hamburg, 20. Aug. Nach einem hier vorliegenden Telegramm "her Firma W. R. Grace u. Co., einer der bedeutendsten New-Poerker im Chilegeschäfte, aus Valparaiso ist deren Geschäftshaus unversehrt. Die Beamten find alle wohlbehalten. Das Bureau der Firma, die sehr viele deutsche Angestellte beschäftigt, liegt int Zentrum der Stadt.
Berlin, 20. Aug. Bei der hiesigen chilenischen Gesandtschaft ist heute folgendes Tels-
Er hatte die Stimme der Mutter erkannt.
Noch lebte sie also, noch konnte er sie von dem Aeußersten abhalten, zu dem der Weg nur über seine Leiche ging.
In irrender Suche strich er wieder durch die üppige Wildnis des dichten Unterholzes, bis es ihm auf einmal wie Schuppen von den Augen fiel.
Wenn sie sich in die Hütte als in ihr letztes Versteck vor ihm geflüchtet hatte!
In der nächsten Minute stand er vor dem verfallenen Bau und riß die windschiefe Tür mit solcher Gewalt auf, daß ihm ein Tropfen- regen von dem halb herabgesunkenen Strohdach ins Gesicht sprühte.
„Mutter!"
Eine modrige Luft schlug ihm aus dem dumpfigen, kleinen Raume entgegen.
Sein rechter Fuß glitt auf den brüchigen, morschen Holzbohlen der Schwelle aus, daß et unversehens fast rücklings hingeschlagen wäre.
In fieberhafter Hast suchte er in seiner Jackettasche nach Streichhölzern; doch als er eine Schachtel gefunden hatte, flammten dis feucht gewordenen Köpfe nicht auf, sondern '' chien nur mit mattem Lichtstrahl über die 5 iche.
Da tastete er sich endlich mit '.gen Schritten längs der einen Wand weU>.; in die Finsternis des Inneren hinein.
Eine Maus sprang ihm über den Fuß und verraschelte in dürrem Stroh.
Dann streifte er mit dem einen Knie an die Ecke einer niedrigen Bank; im nächsten Augenblicke stieß er an die reglose Maße einer menschlichen Gestalt.
Die Mutter!
Wie vom Blitz getroffen lag er vor ihr traf dem Bretterboden der Hütte.
gramm des Ministeriums des Auswärtigen kn Santiago de Chile eingegangen: „Am 16. Aug. abends wurden die Provinzen von Valparaiso und Talca von einem Erdbeben heimgesucht. Verluste an Menschenleben nicht bedeutend. Schaden an Eigentum in Valparaiso bedeutend, in Santiago weniger bedeutend. Oeffentliche Ordnung ungestött, Behörden und Private sorgen für alle Vedürfniße auswärtiger Vertreter und deren Familien." — Ein dem hiesigen chilenischen Konsul Schmidt zugegangenes Telegramm der Vereinigten Salpeter-Produzenten in Jquique lautet: Salpeterregion ohne Erdstöße. Salpeterproduktion geht ohne Unterbrechung weiter.
Die Londoner „Daily Mail" meldet (undatiert) aus Valparaiso: Die Schätzungen der Verluste an Menschenleben schwanken zwischen 2000 und 10 000. Nach einem vorn Sonntag datierten Telegramm aus Valparaiso glaubt man, daß 2000 Personen getötet wurden, und daß der Schaden 250 Millionen Dollars betragen werde. Den größten Schaden verursachten die Feuersbrünste. Alle Bahnen find zerstört. Das Kriegsrecht wurde erklärt, doch alle Versuche, Ordnung herzustellen, waren bisher vergeblich. Mele Räuber und menschliche Hyänen wurden von den Truppen erschoßen. Die Arbeiter weigern sich beim Rettungswerk zu helfen, weil die Erdstöße sorffahren. Als die letzten Depeschen abgingen, wurden die Leute zwangsweise von den Truppen zur Mithilfe angetrieben. Wahrscheinlich sind die Verluste an Menschenleben in den kleineren Städten zwischen den Anden und der Küste viel höher als in Valparaiso. Los Andes ist fast ganz zerstört und unter den ganz oder teilweise zerstörten Städten find Quillota, Jllapel, Vo- lanar und San Filepe. Alle Eisenbahnbrücken und Tunnels von Santiago bis zu den Anden find zerstört. In Santiago wurden 30 Personen getötet und Eigentum im Werte von 2 Millionen Dollars vernichtet. Das Geschäft steht dort noch still. — Infolge der allgemeinen Trauer in Chile wurden alle Vorbereitungen zum festlichen Empfange des amerikanischen Staatssekretärs Root aufgehoben. Ueberall herrscht unbeschreibliches Elend, und die grauenhaften Szenen in den brennenden Straßen spotten aller Beschreibung.
Zur Lage in Rußland.
Gegenüber den immer wieder von Zeitungen verzeichneten Gerüchten von der Möglichkeit einer Einsetzung einer Militärdiktatur in Rußland erklärt die Petersburger Telegraphen- Agentur, sie sei ermächtigt, die Gerüchte auf das entschiedenste für unbegründet zu erklären. Der Ministerrat beschäftigte sich in der letzten Sitzung mit den Erundzügen des politischen Programms und begann sodann die Prüfung der Gesetzentwürfe, die der Reichsduma nach
Sein Name hatte mit leisem, flehendem Laut sein Ohr berührt.
Der ganze Jammer einer gequälten Menschenseele lag in dem einen Wort.
„Mein Junge, mein lieber, armer Junge!"
Eine eiskalte Hand strich ihm über die Stirn; sekundenlang dachte er, erschüttert von dem Klang der gebrochenen Stimme, nichts anderes, als daß sie noch lebte, daß et sie noch lebend getroffen hatte. ,
Und nun fühlte er ihre Tränen auf feinen Wangen, und alles, was er an Haß und Bitterkeit in sich trug, schmolz dahin unter diesen Tränen.
„Mutter!" stammelte er, „ich faße es ntdfc Mutter, warum denn gerade mir das alles!
Wie ein entfesselter Wildbach brandete es in ihm empor; in faßungslosem Schmerze schlug sein Körper hin und her, von stoßweisem Schluchzen geschüttelt; jetzt endlich fand er Erleichterung von der unaussprechliche Qual, die seine Brust zu zersprengen drohte.
Eine lange, traurige Stille folgte; sie sahen einander nicht — sie fühlten einander nur, wie ihre Herzen sich entgegenschlugen, voll Dankbarkeit, darin ausruhen zu dürfen.
Und plötzlich begann die Mutter zu sprechen, leise, mit müder, verlöschender Stimme.
Ihm war, als säße er wieder als Kind zu ihren Füßen und lauschte zu den Märchen empor, die aus ihrem Munde flößen, und eine wahre Sehnsucht ergriff ihn, daß das, was sie ihm jetzt sagte, auch nur ein seltsames, sinnloses Märchen, ein wüster, entsetzlicher Traum sei« möchte. — .
(Fortsetzung folgt.)