Podbielski.
□ In diesem Zeitalter der Streusandseelen lsr unser preußischer Landwirtschaftsminister mit seiner prächtigen Jovialität und seinem unverwüstlichen Humor eine wahrhaft herzerquickende Erscheinung. Wie er unter den Ministern der einzige ist, der gleich dem Fürsten Bismarck im eigenen Grundbesitze mit allen seinen Anschauungen wurzelt, so ist er auch gleich Bismarck von einer gesunden Unempfindlichkeit gegen i höhere und tiefere Luftströmungen, die das Laub der Espen zum zittern bringen. Es lag etwas von Bismarcks „Dor lach ik öwer" in dem Worts, das Herr v. Podbielski vor anderthalb Jahren sprach: „Nach der Heuernte verdufte ich!" Das lin diesem Scherze zum Ausdruck kommende Bewußtsein seiner erfüllten Pflicht, und die oft erquickend frische Derbheit seiner Ausdrucksweise, eine gewisse gönnerhafte Gutmütigkeit, und die, namentlich den Berlinern ungemein sympathische Abneigung gegen allzu verschlungene ^Pfadc der Grammatik, zu alledem die prächtige, >■■■ -------- .
Heer und Flotte.
V Das Priimiierungssystem, das heute sich »kn der Armee weit mehr als früher geltend macht, wird in der Zuschrift eines Offiziers an die „Frankfurter Ztg." abfällig kritisiert unter (Hinweis auf den Trierer Riesenmilitärprozeß .und auf dis Tatsache, daß in den letzten fünf ; Jahren mehrfach Kompagniechefs wegen Fäl- Jtfjung von Schießlisten bestraft werden mußten. "„Das Prämiierungssystem kostet nicht nur viel, :fo schreibt der Offizier, sondern richtet auch ^Schaden an. Ein Infanterieregiment ist doch 'leine Schützenbrüdergesellschaft, deren Mitglieder nach Auszeichnungen geizen und sich damit zu behängen lieben. Bei diesen mögen sie angebracht sein, aber der Soldat braucht keine Auszeichnung für eine Leistung, die der bloße Dienst erfordert, bei der er nichts tut als seine Pflicht und Schuldigkeit. Durch diese „Auszeichnungen" wird eine Etreberei großgezogen, die vom Uebel ist. Und da bekanntlich die besten Schießleistungen nicht immer von der besten Ausbildung im Schießen, sondern auch von vielen Zufälligkeiten Abhängen, so sind die oft unverdienten Prämiierungen eine Quelle des Neides und der Mißgunst, die dem Geiste unseres Offizierkorps früher fremd waren. Bon Neid, Mißgunst und Rivalität bis zum corriger la fortune müßte natürlich für einen Offizier noch ein weiter Schritt fein, indes er wird leichter gemacht, zumal heute die Existenz des Offiziers mehr als früher von Zufallsleistungen abhängig ist. Die Dienstfreudigkeit wird dadurch natürlich nicht erhöht, dagegen die ohnehin schon in bedenklichem Maße vorhandene Nervosität gesteigert. JEs wäre daher äußerst wünschenswert, wenn dem Prämiierungssystem in der Armee ein Ende gemacht würde."
V Ist es an sich erfreulich und ein erhebender Beweis für das lebhafte Interesse, mit dem das Bolk in Waffen alle Fortschritte auf dem taseufputic nÄtfaioi dab mit
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Marburg
Somit««, 19. August 1906.
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Zweites Blatt.
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Neueste Telegramme.
Bonn, 18. Aug. Gelegentlich der Enthüllung Des Kaiser Wilhelm-Denkmals, die am 16. Okt. d. I. voraussichtlich in Gegenwart des Kaisers pattfindet, soll auch die Immatrikulation des Prinzen Oskar von Preußen an der hiesigen ^Universität erfolgen.
i Genf, 18. Aug. Auf dem 3. internationalen Kongreß für.Wohnungshygiene, der in Genf vom '4. bis 12. September stattfindet, wird Professor ip. Behring eine Konferenz über Tuberkulose abhalten. Die meisten europäischen Staaten und größeren Städte werden offizielle Delegierte 'entsenden: Deutschland den Profesior v. Behring, den Präsidenten des kaiserlichen Gesundheitsamtes Bumm, den Generalstabsarzt der preußischen Armee Schjerning, den Geheimrat Dr. I. Stubben und den Oberbaurat Delius.
Kopenhagen, 17. Aug. König Haakon von Norwegen wird im September und der König von Dänemark im Oktober in Berlin eintreffen, Xim den Deutschen Kaiser zu besuchen. Beide Könige beabsichtigen, auf derselben Reise auch jbem Könige von England in London offizielle 'Antrittsbesuche abzustatten.
- Konstantinopel, 17. August. Der Sultan ist beim heutigen Selamlik erschienen. Damit sind die unmittelbaren Befürchtungen, die in türkischen Kreisen gehegt wurden, vorläufig beseitigt,
untersetzte Husarenerscheinung im leuchtenden Atilla, alles das machte aus ihm jenes prächtige Original, das in der volkstümlichen Abkürzung seines Namens „Pod" so bezeichnenden Ausdruck gefunden hat; seine Volkstümlichkeit bei Freund und Feind ist unbestreitbar. Immerhin gab es eine Zeit, wo er von der Sonne demokratischer Gunst wärmer als heute beschienen ward. Damals er vom Podbielski zum „Postbiclski" avancierte, und durch den Humor seiner Rekchs- tagsreden die Verhandlungen über den Postetat ebenso zu würzen als abzukürzen verstand. Aber diese Beliebtheit gewann einen leicht saueren Stich, als im Mai 1901 aus dem „Postbielski" ein „Kompostbielski" wurde. Der preußische Landwirtschaftsminister mag heißen wie er will: der vom Agrarierkolier besessenen Linken ist und bleibt er die Verkörperung aller todeswürdigen Rückständigkeit! Ein Mann vollends, der mit redlichem Willen der wirtschaftspolitisch schwer geschädigten Landwirtschaft aufzuhelfen, einen für die Gegner so unbequem schlagfertigen Witz verband, wie Herr v. Podbielski, mußte von Stund an zur Zielscheibe des Hasses unserer Händlerpresse werden. Und er ist es geworden! Es war von nun an nicht mehr ein harmloses Scherzwort, daß er der Stadt Berlin die Errichtung einer Mastanstalt empfahl und sich erbot, Herrn Singer die nötigen Ferkel zu liefern; das spaßhafte, sachlich übrigens gar nicht verbürgte Wortvom „Lausekanal" wurde nun nicht mehr als Ausdruck erfrischend gesunder Jovialität bezeichnet, sondern an empfindlicher Stelle denunziert. Und als der Landwirtschaftsminister in die Hamburger Schlachthofanlagen mit den Worten eintrat: „Nun wollen wir uns einmal die Fleischnot besehen!", wurde dies nicht mehr ein guter Scherz, sondern eine empörende Frivolität und ein Hohn auf die Notlage des verhungernden deutschen Volkes genannt. Nun muß man es bei aller ihrer Oberflächlichkeit und Fahrigkeit unserer demokratischen Presse lassen, daß sie eins gründlich versteht: zu hassen! Und diesen Landwirtschaftsminister haßt sie um so leidenschaftlicher, je weniger sie ihm anhaben konnte. Hatte doch noch in diesem Frühjahr die glänzende Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft ihm Gelegenheit geboten, mit berechtigtem Stolze seinem Kaiser und den für Tatsachen immerhin empfänglichen Berlinern zu zeigen, auf welcher Höhe der Leistungsfähigkeit das landwirtschaftliche Gewerbe sich befindet, und wie sehr in Wahrheit die deutsche Tierzucht zur Ernährung unseres Volkes hinreicht. Der ganze Fleischnotrummel wurde gerade durch diese Ausstellung vollends als das gekennzeichnet, als was der gesunde Menschenverstand der Verbraucher ihn bereits erkannt hatte: als ein nichtsnutziger frecher Schwindel.
dem neuen Exerzierreglement für die Infanterie auch die öffentliche Meinung beschäftigt, so kann andererseits der Mangel an Sachlichkeit, an Weitblick und eindringendem Verständnis, der sich nicht selten bei solcher Kritik bemerkbar macht, leicht dazu führen, daß ein schiefes Bild entworfen oder ein falsches Urteil gewonnen wird. So wird an dem neuen Exerzierreglement, und zwar von angeblich „sachkundiger Seite", vor allem die Bestimmung bemängelt, wonach neben der Ausbildung für den Krieg parademäßige Uebungen vorzunehmen und „bei ihrer hohen Bedeutung für die Disziplin mit größter Genauigkeit auszuführen sind". Vom sachlich-militärischen Standpunkte kann man es indessen nur gutheißen, daß durch das neue Reglement neben einer auf die Erfahrungen des südafrikanischen und des ostasiatischen Krieges gegründeten kriegsmäßigen Ausbildung parademäßige Uebungen verlangt werden. In den ungeheuren Massenheeren, die an einem zukünftigen Kriege teilzunehmen hätten, ist in sehr viel höherem Grade als in früheren Feldzügen eine unerschütterliche Manneszucht die erste und unerläßliche Vorbedingung des Erfolges. Wie diese Manneszucht gewonnen wird, ist schließlich Nebensache. Bisher aber steht der militärischen Erziehung kein besseres Mittel zur Verfügung, als eine straffe, bis ins kleine und kleinste sich erstreckende Durchbildung des einzelnen Mannes und die Uebertragung einer uhrwerksmäßigen Präzision aus größere Heereskörper. Das Entscheidende für die Beibehaltung dieses Systems ist, daß es, in der richtigen Weise angewandt, den Erfolg sicherstellt, die Truppe in der Hand des Führers zu einem willigen, absolut zuverlässigen Werkzeug macht, das nie versagt.
Es hieße aber, eine weitverbreitete Täuschung weiter befestigen, wollte man die Außenwelt glauben machen, daß es unbedingter Disziplin nur für den offenen Kampf, für den Angriff bedürfe. Keine Begleiterscheinung des Krieges, tein Stadium feines Verlaufes kann einer nur
Da kam die Tippelskirch-Angelegenheit. Kein anständiger Mensch wird behaupten wollen, daß der Landwirtschaftsminister bei Begründung dieser Firma inkorrekt gehandelt habe, und daß er, der der Geschäftsführung vollkommen fern steht, irgendwie für etwaige Fehler der Leiter verantwortlich gemacht werden könne. Aber die demokratische Presse behauptet trotzdem, ohne den Schatten eines Beweises zu erbringen, frischweg darauf los, daß den Landwirtschaftsminister in dieser Beziehung schwere Vorwürfe treffen. Da dies auf den Minister nicht den geringsten Eindruck machte, versuchte sie es wieder mit der Verdächtigung an allerhöchster Stelle. In einer Unterredung, die Herr von Podbielski einem Ausfrager des „Berliner Lokalanzeigers" bewilligte, hatte er erklärt, daß er über seine Beziehungen zu der Firma v. Tippelskirch vor Uebernahme des Reichspostamtes der allein zuständigen Stelle Mitteilung gemacht habe. Diese rein objektive Mitteilung einer übrigens ganz selbstverständlichen Tatsache versuchen sämtliche demokratische Blätter jetzt dahin zu entstellen, daß Herr von Podbielski sich „mit der Person des Kaisers habe decken wollen". Obwohl Kaiser Wilhelm diese Gesellschaft schwerlich zu seinen Vertrauten machen dürfte, sind sie selbstverständlich über die innersten Gedanken des Kaisers auf das genaueste unterrichtet, und einer dieser Biedermänner versicherte am Mittwoch, daß nach Ansicht des Kaisers ein Mann, und sei er auch persönlich der reizendste Gesellschafter, der sich einen solchen faux pas zu Schulden kommen lasse, nicht den nötigen Takt zum Minister besitze. Pünktlich erklärten denn auch am Donnerstage die Blätter der Berliner Straßenverkäufer, der Kaiser habe Herrn v. Podbielski auffordern lassen, sein Entlassungsgesuch einzureichen. Einiges Nachdenken hätte doch darüber belehren sollen, daß der Kaiser, selbst wenn er sich von Herrn von Podbielski trennen wollte, doch schwerlich diese Form gewühlt haben würde, die einer Entlassung mit Schimpf und Schande gleichkäme.
Inzwischen sitzt Pod auf seinem Gute Dal- min, freut sich an seiner guten Ernte, denkt auch wohl darüber nach, ob es eigentlich ein großes Unglück wäre, den Qualm und Aerger am Leipziger Platz mit der Behaglichkeit seines Landlebens zu vertauschen.
Deutsches Reich.
Berlin, 18. Aug.
— Seine Majestät der Kaiser unternahm gestern Morgen zusammen mit der Kaiserin einen Spazierritt. Der, wie schon gestern gemeldet, morgens angekommene Reichskanzler, ist im Schloß abgestiegen. Später wurde er vom
in eiserner Manneszucht zu gewinnenden Ordnung und Leitung entraten. Es gilt heute als feststehend, daß die enormen Verluste der großen napoleonischen Armee im Jahrs 1812 nicht so sehr auf die Wirkungen des russischen Winters als vielmehr auf die im Heere herrschende Zügellosigkeit und Unordnung zurückzuführen sind. Mit dem Augenblicke, wo die Manneszucht versagte, waren die Truppenmassen nicht mehr zusammenzuhalten und damit dem Zufall, dem Elend und der Selbstvernichtung preisgegeben. In der Begründung seines Entwurfes über die Armee-Reorganisation in England gibt der Kriegsminister Haldane der Ansicht Ausdruck, daß in einem zukünftigen Kriege die Verluste infolge Krankheit viermal so groß sein würden als die Zahl derer, die der Kugel und dem Bajonett zum Opfer fallen. Und ausdrücklich fügte Mr. Haldane hinzu, daß deshalb der Gesundheitszustand einer Armee keineswegs eine Angelegenheit sein dürfe, die nur die Aerzte und das Sanitätspersonal angehe, sondern daß die Disziplin, für die der Offizier verantwort.», ist, das ihrige tun müsse, wenn eine im Felde stehende Armee vor den vernichtenden, meist schon im Anfangsftadium nicht mehr abzuwendenden Folgen seuchenartiger Krankheiten bewahrt werden solle. Gegen den unheimlichen Feind ansteckender Krankheiten bietet einzig und allein eine unter allen Umständen wirksame Manneszucht den besten Schutz, denn nur eine Truppe, die an unbedingten Gehorsam gewöhnt ist, wird sich gegebenenfalls die strengen, über notwendigen Entbehrungen, ullo Einschränkungen auf- erlegen lassen, die allein einem weiteren Umsichgreifen der Krankheitsgefahr Vorbeugen können.
Endlich wird niemand bestreiten können, daß eine humane Kriegsführung, das Verhindern von Ausschreitungen nur da möglich ist, wo eine Disziplin, die gegen die Begehrlichkeit blind macht und jeden Widerspruch verstummen läßt, die Voraussetzung und Handhabung dazu bietet. Auch in diesem. Falle und unter diesem Gesichts
Kaiser empfangen, der lange mit ihm konferierte, Nachmittags verblieb der Kaiser im Schloß. Zu* Abendtafel war der Reichskanzler geladen.
— Ueber den Fürsten Bülow im Reichstag« geht folgende lesenswerte Plauderei gegenwärtig durch die Presse:
„Ein „großer Tag". Die Tribünen des Reichstags überfüllt, das Haus gut besucht, die Tische der Minister und des Bundesrats lückenlos, dicht gedrängt Offiziere, Regierungskommissare und Geheimräte: des Reiches Kanzler, Fürst Bülow, wird sprechen. Ihm selbst merkt man wenig von dieser Absicht an. Mit überschlagenem Vein sitzt er weit zurückgelehnt auf hohem reichsadlergeschmücktem Stuhl und blättert in Schriftstücken. Gelegentlich ordnet die gepflegte weiße Hand die dünne goldene in leichtem Bogen gezogene Uhrkette, während der Blick das Auge der Fürstin in der Ministerloge sucht. Jetzt erhebt er sich und spricht, beide Hände leicht auf das Pult gestützt oder mit den Daumen in den Armlöchern der Weste. Korrekt wie seine äußere Erscheinung vom glatten, blonden Scheitel bis zum gebügelten Beinkleid, ist Inhalt und Form seiner Rede; gleichmäßig Tonfall und Pathos seines Organs. Der Fürst gewährt mehr das Bild eines intelligenten, seiner Verantwortung bewußten Chefs eines großen Handlungshaufes, als eines Diplomaten. Es liegt soviel Wärme und fast Gemütliches in seinen Worten, etwas väterlich Mildes und Beruhigendes. War Fürst Bülows Lehr r der große, grobknochige Staatsmann in sporenklirrenden schweren Reiterstiefeln, so ist er selbst das Vorbild des Salonmenschen. Nicht der Pallasch ist seine Waffe und nicht der wuchtige Hammer, mit dem das Schwert deutscher Einigkeit geschmiedet wurde, sondern das biegsame Florett. In der Kunst, Differenzen zu vermeiden oder nötigenfalls durch Kompromisse zu beseitigen, ist Fürst Bülow Meister. Es gilt ja nicht mehr. Neues, Riesenhaftes zu schaffen und mit Macht zu erkämpfen, sondern das Reich festgefügt zu erhalten, Gefahren vorzubeugen. Andere Zeiten fordern andere Männer. Temperament und Charakter eines Bismarck würden dem Reiche Kaiser Wilhelms II. vielleicht Gefahren bringen, dessen Frieden zum mindesten in der äußeren Temperamentlosigkeit, in der regulierenden Korrektheit und ruhigen Ueberlcgung Bülows den besten Schutz hat. Durfte Bismarck mit Worten und Taten die Gemüter erregen, um sie dann gesammelt mit kräftiger Faust seinem Ziele zuzuführen, so träufelt heute Fürst Bülow fürsorglich glättendes Oel in die Wogen, die das Staatsschiff umtosen und manchmal zu überfluten drohen. Das Steuer überläßt er einem anderen. Es gilt Klippen und Untiefen zu vermeiden, und
punkte wird es heißen müssen: je größer das Heer, desto schärfer die Disziplin!
V Bekanntlich sieht die Marinsvorlage li>Ji bcn Pau von 6 Panzerkreuzern vor, die allcr- dinas erst in 10 Jahren fertig werden, wenn das" Bautempo nicht beschleunigt wird!
Die Aufgaben der Panzerkreuzer erfordern große Geschwindigkeit, großen Aktionsradius und starke Artillerie. Je vollendeter diese Waisen sind, um so geringer kann der Panzerschutz ein. Hieraus ergibt sich, daß die Panzerkreuzer die schwersten Geschütze, die am weitesten und sichersten schießen, haben müssen. Die Armierung müßte daher aus 30,5 crn-Geschützen und aus leichter Artillerie (gegen Torpedoboote) bestehen. Je mehr solche schweren Geschütze der Kreuzer trägt, um so kampfkräftiger ist er. allen Marinen werden jetzt schon Panzerrreuzer gebaut, die 15 000 t Deplacement, 25 sm Geschwindigkeit und eine Armierung von 4—30,3 cm als schwerstes Kaliber haben.
So stellt jetzt der Chefkonstrukteur der Ma- rine der Vereinigten Staaten von Nordamerika den Plan auf, den Panzerkreuzern ein Deplace* ment von 20-22 000 t zu geben und eine Ar« mierung von 12 bis 14—30,5 cm oder b—30,5 und 20—24,0 cm (die mittleren Geschütze könne« zwar nicht den Eürtelpanzer der Linienschiffe, wohl aber den der Kreuzer und den Panzer der. Aufbauten aller Schiffe durchschlagen) und zugleich einen ausreichenden Panzerschutz sowie, eine Geschwindigkeit von 25 bis 27 sm zu Leben« Ein Geschwader von 6 derartigen Pa^erkteu- zern, welches dank seiner großen Geschwindigkeit, und seines großen Aktionsradius überall da wo die Entscheidung fallen mug, eingesetzt werde« kann, würde von ausschlaggebender Bedeutung 'tU5)ie Kosten sind nur rund 200 Millionen Mark, also noch nicht 2 pCt. von den 12 MilliaU den deutschen Eigentums, welches jährM M See schwimmt.