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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

SomttaasbeUaaer ZUukttirtes SonntaaSbratt.

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2«sertt»nsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 1V Ptz.

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Marburg

Sonnabend, 18. August 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh.Aug.Koch, UniversttätS-Buchdruckerch

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

41. Jahrg.

Erstes Blstt.

Reueße Telegramme.

. Berlin, 16. Aug. Eine hier verbreitete Rach^ »richt, daß Herr v. Podbielski in den nächsten Tagen sein Abschiedsgesuch, und zwar nicht frei- willig, einreichen werde, wird von derDeut­schen Tagesztg." als ernst behandelt.

München, 17. Aug. Bischof Ignatius von Menestrey ist gestern nachmittag im Alter von M Jahren gestorben. Während seines fast 50- jährigen Bischofsamtes war Regensburg der Sitz fortgesetzter staatsgegnerischer Opposition.

! Norderney, 16. August. Der Reichskanzler Fürst Bülow ist heute Abend nach Schloß Wil- helmshöhe abgereist.

Paris, 16. Aug. Minister Briand erklärte in einer Unterredung:Wir können uns jetzt nicht .damit befassen, was der Papst etwa an dem Separationsgesetze geändert wünscht. Für uns existieren nur die zu erwartenden Handlungen der französischen Bischöfe. Rach diesen Hand­lungen werden wir unsere Entschließungen ein­richten, die selbstverständlich nur durch das von der überwiegenden Mehrheit des Landes als notwendig erkannte Gesetz diktiert werden können." In ähnlichem Sinne sprach sich der ehemalige Ministerpräsident Combes aus, der hinzufügte, daß er ein Anwachsen des Protestan­tismus als natürliche Folge des etwaigen Widerstandes der Bischöfe voraussehe. Der Matin" berechnet, daß der Staat etwa 230 Mil­lionen Franks gewinnen würde, falls die Kirchen und die Kirchengüter eingezogen wür­den und die Auszahlung der Ruhegehälter an die Geistlichkeit wegfiele.

Lissabon, 16. Aug. Die Regierung arbeitet eine Vorlage über eine Konversion der inneren Anleihen aus.

Rio de Janeiro, 16. Aug. Nach dem Kom- missionsbefchlutz genehmigte der panameri­kanische Kongreß die Errichtung eines Spezial­departements für das panamerikanische Bureau »in Washington. Zweck dieser Maßregelung ist die Berichterstattung für den nächsten Kongreß über die Handelsverträge und die Vereinfachung der Zoll- und Schiffahrts-Gesetzgebung Pan­amerikas.

Kapstadt, 16. Aug. Das Parlament der Kap­.kolonie nahm ri-r-' Gesetzentwurf an, nach dem allen denjenigen, die an dem Aufstande während des Vurenkrieges teilgenommen haben, Amnestie gewährt wird. In der Spezialdebatte über das Einwanderungsgesetz wurde ein Antrag, der den Ausschluß aller Asiaten forderte, mit 67 'Stimmen gegen 23 verworfen.

Ueber den Krieg in Südwestafrika hat Hauptmann Bayer, der früher dem Eeneral- stabe der Schutztruppe für Südwestafrika ange­hörte, in 35 deutschen Städten einen Vortrag gehalten, der jetzt im Verlage von Friedrich Engelmann in Leipzig überarbeitet und erwei­tert erschienen ist (Preis 60 Pfg.) Das hübsch ausgestattete und mit 34 Abbildungen und zwei Karten versehene Büchlein macht einen sehr gu­ten Eindruck und ist geeignet, über die südwest­afrikanischen Verhältnisse im allgemeinen und über den Krieg im besonderen schnell und zweck­mäßig zu unterrichten. Der bekannte General­leutnant z. D. von Alten hat sich darüber außer­ordentlich anerkennend geäußert. Wir empfeh­len unseren Lesern das Büchlein zu eigenem Studium und beschränken uns darauf, einige be­sonders interessante Stellen wiederzugeben. Ueber das Verhältnis der Offiziere zu den Soldaten führt Hauptmann Bayer u. a. folgendes aus:

Einer Nacht muß ich dabei gedenken. Es war noch vor dem Gefecht am Waterberg. Das Hauptquartier war auf dem Marsche ohne be­sondere Bedeckung. Wir hielten in dichtem Busch. Die Möglichkeit eines Ueberfalls lag nahe und es mußten, da es an Mannschaften fehlte, wie schon so häufig, die Offiziere mit auf Posten ziehen. Ich hatte die Nummer von 23 Uhr nachts. Dann ging ich, um meine Ablösung zu wecken. Der Betreffende lag in ein paar Decken eingehüllt unter einem Baum. Ich weckte ihn, wie man das eben so macht, und sagte:Excellenz es ist Zeit zum Posten stehen." Darauf stand Generalleutnant von Trotha, der, wie wir alle vollständig bekleidet und mit der Waffe dicht neben sich dagelegen hatte, vom Bo­den auf, nahm das Gewehr unter den Arm, und übernahm das Po st en stehen im öst­lichen Teil des Lagers. Eine Stunde später kam der Chef des Stabes, Oberstleutnant von Beau­lieu an die Reihe, dann Major Quade, der erste Eeneralstabsoffizier, und inzwischen war es Zeit geworden, die Pferde zu satteln, und weiter zu marschieren. Nicht einen einzelnen besonderen Fall, eine Anekdote habe ich erzählt, sondern etwas Typisches. Der Offizier wurde während der Dauer des Krieges alsGewehr" gerechnet und mußte im Feld überall mit zufassen. Wir haben es gerne getan, da wir sahen, es war- tig, und ich glaube, wer von Südwest zurück-, kommt, wird mit Freuden von dem herzlich­kameradschaftlichen Verhältnis sprechen, das un­ter dem Einfluß des Feldlebens bei unserer Truppe zwischen Reiter und Vorgesetzten ent­stand. Die Grenze zwischen Offizier und Mann verwischt sich unter solchen Umständen leicht, aber dann gerade empfindet man doppelt den Wert einer innerlich gefestigten Disziplin, die auch da

19 (Nachd: "1 verboten.)

Die Kette.

Roman von Hans Schulze.

(Forijetzung.)

- Noch wollte er nicht an das letzte glauben, das ihm den ganzen Weltenlauf umzukehren schien; noch wehrte sich alles, was gut in ihm war, was er an Liebe in sich barg, gegen die be­schimpfende Entehrung der Frau, die ihn einst unter dem Herzen getragen, die jetzt von dem Stuhle glitt und seine Knie umklammerte, eine Büßerin, ein müdes, gebrochenes Geschöpf. f Eine Woge von Weichheit kam wieder in ihm empor.

Er hob die Weinende auf und bat noch ein­mal wie ein Kind mit schmeichelnden, flehenden Worten, daß sie lügen, daß sie die furchtbare Wahrheit nicht Wahrheit sein lassen möge.

Höre mich, Mutter! Es kann dock nicht alles Lug und Trug gewesen sein, du, Vater, Käthe, mein ganzes Leben! Sieh mich an, Mutter, sag mir doch bloß, daß alles, was ich denke und spreche, nur ein wüster, entsetzlicher Traum ist!"

Die demütig-zitternde Angst seines Herzens rührte an ihrer Seele mit erschütternder Ge­walt.

Und als ob sie gleichsam all ihre Schuld in einem Meer von Liebe ertränken könne, in dem Meere ihrer unermeßlichen, unergrüdlichen Mutterliebe, die sie noch tiefer leiden ließ als ihn selbst im Anblick seines Leidens, ließ sie ihn plötzlich an sich und preßte ihn, als ob sie ihn er­drücken wolle, an ihre wogende Brust.

Einen Augenblick lang gab er sich ganz die­sem elementaren Ausbruch ihrer Zärtlichkeit gefangen, war er wieder ganz das Kind von einst, das sich in den Nöten seines kleinen Her­zens in die Obhut der Mutter, des natürlichsten, sichersten Schutzes auf dieser Erde, flüchtet.

Dann aber erwachten die Stimmen der dunk­len Rachegeister von neuem aus der künstlichen Betäubung seines gemarterten Herzens.

Die Frau, die er jetzt in seinen Armen hielt, sie hatte einst seinem Vater die Treue gebrochen, sic hatte sich über seiner Leiche ein neues Hoch­zeitsbett errichtet mit dem anderen, dessen Kugel den Weg zur Brust ihres ersten Gatten ge­nommen.

Wie ein blutiger Vorhang wallte es auf ein­mal vor seinen Augen; er fühlte, wie ihm lang­sam die Herrschaft über sein Selbst entglitt, wie ein fremdes, wildes, grausames Verlangen von seinem ganzen Innern Besitz ergriff, wie ein übermenschlicher Haß, ein glühender Rachedurst in ihm aufschwoll, sein ganzes Wesen gleichsam in das eines Raubtiers wandelnd, das an sei­nem Kerkergitter rüttelt, das es im nächsten Augenblick gesprengt haben wird.

Ein düsterroter Blitz lohte in diese Mo­ment in den Fenstern auf.

Ein unbeschreiblicher Laut ging durch die Luft, dann schmetterte ein Donnerschlag hinter­drein, daß der ganze mächtige Bau des Schlosses in seinen Grundfesten erbebte.

Zugleich erhob sich, als habe er nur auf die­ses Signal gewartet, die Wut des Sturmes; mit heiserem Gebrüll brandete er gegen das Haus, wühlte er in den Bäumen des Parkes sein brau­sendes Zerstörungswerk und warf prasselnde Wasserströme gegen die klirrenden Scheiben.

Wie berauscht horchte Georg in den wilden Tanz der Elemente hinaus, der ihm durch den wahnsinnigen Taumel der Vernichtung, durch die wilden, heulenden Sturmesftimmen nur immer wieder das eine Erundmottv entgegen­zutragen schien:Rache!"

Der Aufruhr der Natur fegte auf einmal auch den letzten Halt seines Innern zu Boden.

Mutter!" schrie er auf, in seine Vrusttasche greifend.Mit diesem Revolver schieße ich

standhält, wo die äußeren Formen sich ab- schwächen.

Von dem Geiste und der Anpas­sungsfähigkeit der Truppe sagt er:

Es zeigte sich erfreulicherweise, daß unsere deutschen Reiter sich sehr schnell in die neuen Ver­hältnisse eingewöhnten, und aus dem afrikani­schen Neuling wurde in wenigen Monaten ein alter Schutzttuppler", handfest, entschlossen und wettergebräunt. Wieviel aber von dieser afri­kanischen, wohlbewährten Erziehungsmethode auf europäische Verhältnisse übertragen werden kann, ist eine andere Frage. Mir scheint aber vor allem die Feststellung wichttg, daß der deutsche Soldat sich in Südwest sehr gelehrig und anpassungsfähig zeigte, und daß der Geist in der Truppe ein vortrefflicher war. Strafen waren eigentlich sehr selten, es herrschte musterhafter Gehorsam. Beispielsweise ist mir während der zwei Monate, die ich im Lager des Majors von Estorff in enger Fühlung mit der Truppe ver­brachte, nicht ein einziges Subordinationsver­gehen zu Ohren gekommen; andere Offiziere be­richteten mir von gleichen Erfahrungen."

»Ich gestehe es offen, auch ich war gespannt, zu beobachten, was wir jetzt im Kriegsfälle leisten könnten, und wie weit sich das notwendi­gerweise Unkriegerische der Friedensausbildung auf den Krieg übertragen würde. Ich kann es aber ebenso offen bekennen, daß ich mit vollem Vertrauen auf die Tüchtigkeit unserer Armee aus Afrika zurückkehre. Man muß es nur ge­sehen haben, wie Offiziere und Mannschaften sich freiwillig zu Patrouillenritten gefährlichster Art drängten, wie unsere Leute unverzagt und ruhig selbst bei schweren Verlusten im feindlichen Feuer aushielten, wie Verwundete ihre Schmer­zen verbissen, mit welchem Gleichmut Entbeh­rungen und Strapazen aller Art ertragen wur­den. Man muß wissen, was es heißt, bei halber Portion, enger geschnalltem Gurt und trockener Kehle sich freiwillig zu Patrouillenritten im afrikanischen Dornbusch zu melden, nicht etwa zu offenem, ehrlichem Kampf, sondern gewärtig des Todes aus heimtückischen Hinterhalt. Dazu gehört ein ganz gewaltiges Maß von Energie und Hingebung."

Die Zusammenkunft in Kronberg.

Wie aus Kronberg gemeldet wird, fanden am Mittwoch noch spät abends um 11 Uhr Be­sprechungen auf Schloß Friedrichshof statt, an denen sich König Eduard, Kaiser Wilhelm/der Unterstaatssekretär des englischen auswärtigen Amtes Hardinge und Staatssekretär von Tschirschky beteiligten. Erst gegen 2 Uhr nachts sollen sich die Monarchen zur Ruhe begeben haben.

Vater, wenn ich ihn treffe, nieder wie einen Hund!"--

Georg!" -

Matt, kraftlos kam sein Name aus dem Munde der Mutter.

Sie wollte sich aufrichten, ihm in den Arm fallen, doch die Glieder versagten ihr den Dienst.

Wie durch einen Schleier sah sie die Gestalt des Gatten plötzlich in der dunklen Oeffnung der Balkontür erscheinen, noch unbemertt von dem Sohne, der, der Tür abgewandt, mit keu­chender Brust am Tische lehnte.

Im nächsten Moment mußten sich die beiden Männer gegenüberstehen, mußte sich eine Kata­strophe vor ihren Augen abspielen, ohne daß sie fähig gewesen wäre, auch nur einen Finger zu rühren.

In blitzartiger Schnelligkeit jagten sich die Gedanken durch ihr Hirn. Es durste nicht zum äußersten kommen es mußte eine Rettung, einen Ausgleich geben.--

Da wandte Georg, von dem Geräusch der Schritte berührt, langsam den Kopf und um­faßte die Erscheinung des Vaters ohne Ueber- raschung, ohne Erschrecken mit einem starren, leeren Blicke.

Dann schob er mit plötzlichem Entschlüsse den Revolver wieder in den Rock und warf sich mit über dem Gesicht gekreuzten Armen aufschluch­zend in einen Stuhl.

Mit angstvoller Spannung folgte die Mutter einer jeden seiner Bewegungen; sie wollte spre­chen, doch kein Laut kam über ihre Lippen sie glich in diesem Augenblick einer Gelähmten, deren Bett in Flammen steht, die sich hilflos dem entsetzlichsten Tode durch die immer näher züngelnde Flackerlohe preisgegeben sieht.

Ein wohltätiger Nebel senkte sich auf einmal über das Bewußtsein der unglücklichen Frau.

Sie fühlte nur noch, wie sie von zwei starken Armen aufgehoben und im anstoßenden Zimmer auf eine Chaisenlongue gebettet wurde.

Nach dem Frühstück am Mittwou) Mittag waren der Kaiser, König Eduard, der britisch« Botschafter am Berliner Hofe Sir Frank Lar« celles und Herr von Tschirfchky eine Stund« lang allein auf der Schloßterrasse. Bei diese« Gelegenheit sind die schwebenden Fragen im leichten Konversationston besprochen worden. Wichtige Entscheidungen find nicht gefallen, weil in der internationalen Politik im Augen­blick nichts zur Entscheidung' drängt. Kaiser und König hatten vorher allein konferiert. Diese Unterhaltung scheint der Kernpunkt bei Zusammenkunft zu sein, auch wenn nur Miß­verständnisse privater Natur, die bei den aus­geprägten Persönlichkeiten der beiden Herrschet doch ihre Reflexe auf die Polittk der beteiligten Staaten werfen, beseitigt worden sind.

London, 16. Aug. Die herzliche Aufnahme, welche König Eduard in Kronberg gefunden hat, erregt hier lebhafte Befriedigung. Di« leitenden Blätter drücken die bestimmte Zu­versicht aus, daß die Monarchenbegegnung zur Stärkung der freundschaftlichen Beziehungen der beiden Länder und zur Wahrung des Welt­friedens beitragen werde, selbst wenn bei Ab­wesenheit des verantwortlichen englischen Mini­sters des Aeußeren keine definitiven Abmachun­gen getroffen worden seien. Die Daily Eraphu hebt die gänzliche Grundlosigkeit der hier laut gewordenen Besorgnisse bezüalich deutscher Pläne in Aegypten hervor und weist daraus hin, daß von allen Ländern gerade Deutschland sich am freundschaftlichsten und hilfreichsten gegen England in Aegypten erwiesen habe.

Paris, 16. Aug. Unter den Morgenblättern sind es vornehmlich die der Regierung nahe­stehenden, derPetit Parisien", das . Journal" und derEaulois", welche die große Bedeutung des Friedrichshofer Tages würdigen. Man dürfe, wenn gleich augenblicklich nur Vermutun­gen über die zwischen Deutschland und England schwebenden Verhandlungen gestattet seien, fti^ im Interesse der Erhaltung des europäisch« Friedens darüber freuen, daß diese freundlich« Aussprache überhaupt möglich geworden ist.

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Deutsches Reich.

Berlin, 17. Aug. !

Seine Majestät der Kaiser begab sich gestern einige Zeit nach der Abreise König Eduards in Begleitung der Kronprinzessin von Griechenland und des Prinzenpaares Friedrich Karl von Hessen nach Homburg zur Ent­hüllung des Landgrafendenkmals. Unter Glockengeläute traf der Kaiser am Denk­mal ein. Er trug die Uniform des 1. Earde- regiments z. F. mit den Generalfeldmarschalls­abzeichen. Der Kaiser schritt die Front d« Ehrenkompagnie ab und begrüßte die Anwesen­den. Der Blumenthalsche Männerchor into nierte:Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" Hierauf hielt der Kaiser, indem er an dru

Das liebe, vertraute Gesicht des Barons noi Knaufs beugte sich zu ihr herab, dann wob au einmal ein nachtschwarzes Dunkel um sie her ihr schwanden die Sinne.-- i

Georg?"

Der Graf war an den Tisch getreten uni rührte mit der Hand an die Schulter des Stief­sohnes. ;

Ich habe mit dir zu reden!" ;

Du verwechselst die Rollen, Vater!" klang es dumpf zurück.Nicht du hast mit mir, ick habe mit dir zu sprechen, wenn ich mich auch fast am Ende meiner Kräfte fühle? Du mußt mir noch heute Antwort stehen, ich hab's mir zu­geschworen, noch ehe diese Nacht zu Ende geht, von dir Rechenschaft zu fordern!"

Laß nur Onkel!" wehrte er dem Baron Knaufs, der begütigend zwischen die beiden Männer treten wollte.Das muß erst klar wer­den zwischen uns beiden, da soll sich kein dritter einmischen, auch du nicht! Das geht nur uns beide an! Willst du bleiben, so bleib als Zeuge dessen, was ich mit diesem Manne abzumacheu habe!"

Er hatte sich mit mühsam gewahrter Fassung langsam in die Höhe gerichtet und fuhr mit dem Taschentuch über die glühende Stirn; ein Zug düsterer Entschlossenheit erschien auf seinem Gesicht und verlieh ihm einen so fremden, fast wilden Ausdruck, daß die Herren unwillkürlich einen Schritt vor ihm zurückwichen.

Du verlangst von mir Rechenschaft, Georg!" nahm der Graf nach langem Zaudern endlich das Wort.Wie aber soll ich mich verteidigen, da ich das einmal Geschehene doch nicht un­geschehen machen kann! Ich hab' den heutigen Abend schon seit vielen Jahren vorausgesehen und oft darüber nachgedacht, was ich dir ant- wotten sollte, wenn es einmal zu dieser Aus­einandersetzung kommen würde? Ja, Georg, dein Vater und ich, wir haben uns einst mit den Waffen in der. Land aegenübergesiandenl