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rdmg und Kirchhain.
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Marburg
Sonnabend, 11. August 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlage Iah. klug. Koch, UmversitätS-Duchdruckerei
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
41. Jabrg.
Neueste Telegramme.
Berlin, 10. Aug. In der llntersuchungssache wegen Verletzung der Amtsverschwiegenheit gegen einige Beamte der Kolonialabteilung ist setzt auch, wie der „Vorwärts" mitteilt, der sozialdemokratische Abgeordnete Ledebour als Zeuge vorgeladen worden. Da er sich zurzeit zur Erholung in der Schweiz aufhält, hat er dem Untersuchungsrichter mitgeteilt, wann er im September oder Oktober zur Vernehmung disponibel sein werde.
Köln, 10. Aug. Wie aus Amsterdam gemeldet wird, verlautet aus unterrichteten Kreisen, daß der Prinzgemahl Heinrich, um die Königin zu schonen, zum Mitregenten ernannt werden soll. Bei der Neuregelung der Thronfolge käme die niederdeutsche Familie des Prinzgemahls in erster Linie in Betracht.
Friedrichshafen (Bodensee), 9. Aug. Heute wurde nach mehreren Vorversuchen das erste Telephon-Seekabel nach dem System Professor Pupins durch den Bodensee gelegt. Das Kabel liegt in einer Maximaltiefe von 250 Metern ll. verbindet Friedrichshafen mit Romanshorn. Die Kabellegung wurde für die württember- tzische, bayrische und schweizerische Telegraphen- perwaltung von der Firma Siemens u. Halske ausgeführt.
London, 10. Aug. Das Reutersche Bureau -rfährt amtlich, daß das Gerücht von einem für .1906 geplanten Besuche des Königs und der Königin am spanischen Hofe vollständig unbegründet ist.
London, 9. Aug. In einem sehr freundlich gehaltenen Artikel über die Begegnung des Kaisers mit dem König von England nehmen die „Daily News" an, daß bei der Zusammenkunft die russische Frage erörtert werden werde. Wenn es gegenwärtig noch möglich sei, den Fall ^>er Autokratie zu verhindern, so sei dies nur Möglich, wenn der Zar zur Wiedereinberufung der Duma und zur Bildung einer den Wünschen derselben entsprechenden Regierung bewogen wird. Die gegenwärtige Zeit sei für Deutschland und Großbritannien nicht geeignet, ihre telten Zänkereien zu erneuern, im Gegenteil, sie sollten fest zueinander stehen und sich auf die drohenden Stürme vorbereiten.
Washington, 9. Aug. Im Verlaufe der gestrigen Unterredung mit dem japanischen Geschäftsträger hielt der stellvertretende Staatssekretär Bacon zwar die Behauptung aufrecht, haß die Tötung der fünf japanischen Fischer auf den Aleuteninseln zu rechtfertigen sei, kündigte aber gleichzeitig an, die Vereinigten Staaten würden aller Wahrscheinlichkeit nach Japan ihr
43 ' (Nachdruck verboten.)
Die Kette.
Roman von Hans Schulze.
lForstchung.)
16. Kapitel.
Wohl eine halbe Stunde noch hatte Georg nach Käthes Abfahrt im Grase gelegen, regungslos, wie gelähmt in jeder Willensfähigkeit.
Er faßte es noch immer nicht, daß von nun an alles vorbei, zu Ende sein sollte; der Schlag hatte ihn zu unerwartet getroffen.
Ihm ward, als fühle er noch den Druck von Käthes weichen Armen an seinem Halse, das brennende Feuer ihrer Küße auf seinen vertrockneten Lippen, als höre er noch ihr leises, ersticktes: „Ich liebe dich, ich liebe dich." i Und seine Sehnsucht schrie nach ihr.
Sie liebte ihn, und doch ging sie von ihm! — Vergebens sann er nach einer Verknüpfung ser beiden Tatfachen.
Er begriff sich selbst auf einmal nicht, daß /r sie hatte ziehen laffen, daß er nicht auf einer Enthüllung des letzten Grundes ihrer unbegreiflichen Entschließung bestanden hätte.
Welch ein Geheimnis konnte es geben zwischen zwei Menschen, deren Seelen wie aufgeschlagene Bücher voreinander gelegen hatten!
„Weil es für dich geschieht!"
Auf einmal klangen ihm ihre Worte wieder in den Ohren.
Um seinetwillen verließ sie ihn.
Groß und peinigend erhob sich das „Warum" Dieser grausamen Trennung von neuem vor seinen geistigen Augen.--
Eine plötzlich Unruhe bemächtigte sich seiner.
Er richtete sich aus seiner liegenden Stellung Mpor und ging langsam ein paar Schritte in He weite Waldlichtung hinein.
Auf dem fernen, blassen Spiegel des Sees zerdämmerte ein letzter, rosiger Hauch.
Unbeweglich standen die Grashalme rings im Kreise,
Bedauern über den Vorfall aussprechen. Was die festgenommenen Japaner betreffe, so würde dafür gesorgt werden, daß dieselben bald vor Gericht kommen.
Sozialdemokratie und Deutsches Reich.
□ Am 6. August waren es hundert Jahre, daß das alte, längst innerlich bedeutungslos gewordene „heilige römische Reich deutscher Nation" auch äußerlich zusammenbrach; Kaiser Franz II. legte am 6. August 1806 die Kaiserkrone nieder. Die Lehren, an die uns der Gedenktag dieses Ausganges habsburgischer Kaiserillusionen erinnerte, find in der deutschen Prefie aller Parteien ernst und sachlich gewürdigt worden. Selbst die „Vosiische Zeitung" meint trotz eines schwarzblickenden Hinweises auf das nach ihrer Meinung verstärkte Selbstgefühl der Fürsten und des Adels und der allzu starken Betonung nicht mehr zeitgemäßer Ansprüche im Beamtentums und im Heere doch, daß diese Schäden uns nicht die Freude an der Wiedergeburt des Kaisertumes vergällen sollten. Umgekehrt begegnete man in vielen national gerichteten Blättern dem Hinweise, daß wir trotz des wachsenden Einflußes eines volksfeindlichen Geistes nicht am gesunden Kerne der deutschen Art verzagen und den Reichsgedanken wie den nationalen Gedanken hochhalten sollen in unserem Herzen.
Anders steht die Sozialdemokratie zu der Frage. In ihrem gemeinen Hasse gegen Alles, was unserem Volke hoch und heilig und wert ist, insbesondere gegen den Glanz der deutschen Kaiserkrone und die Selbständigkeit unseres Vaterlandes, gaben ihre Blätter durchweg eine Geschichtsklitterung von den Ursachen, die zum Zusammenbruche des alten Reiches führten, und eine Entstellung der Wiederaufrichtung des Reiches, die an niedriger Unwahrhaftigkeit ihresgleichen sucht. So schreibt der „Vorwärts" am Schluffe eines „Des Reiches Herrlichkeit" überschriebenen Aufsatzes:
„Run, von einem Kaisertum, einer Reichseinheit, die auf einem Techtelmechtel einer Proletarier- und freiheitsfürchtigen antidemokratischen Bourgeoisie mit dem absolutistischsten und junkerlichsten Staate des Reiches beruht, ließ sich allerdings nichts anderes erwarten. Und „eindämmen" laffen sich die anmutigen Erscheinungen einer solchen Spottgeburt nun ganz und gar nicht. Im Gegenteil — die Heeres- und Kolonialskandale beweisen das —: Absolutismus und Junkertum verschmelzen sich im? mer mehr mit der spezifisch kapitalistischen Korruption zu einem unlösbaren und unausrottbaren Ganzen. Die Bourgeoisie wird immer
Ein schwüler Hitzedunst brütete über dem schweigenden Sommerabend, wie ein letzter Gruß des scheidenden Tages ging zu weilen ein heimliches Weben gleich einem leisen Chorgesang der feiernden Natur durch die zitternde Stille.--
Georg lehnte sich an einen Kiefernstamm und versuchte zu denken.
Was nun?
In ungeheurer Oede und Zwecklosigkeit gähnte im plötzlich sein Dasein an.
Sollte er nun wirklich das Fazit ziehen, das nach dieser Absage für den Normalmenschen das natürliche war, nach Hause reiten, zu Abend effen, zu Bett gehen und dann am anderen Morgen das gewünschte andere Leben beginnen in der Vergessenheit alles dessen, was Monate lang sein ganzes Sein mit einem so großen, vorher nie geahnten Glücke erfüllt hatte?
Würde er überhaupt je imstande sein, dem 4 Gefäß seiner Persönlichkeit einen neuen Inhalt zu geben?
Eine Vlutwelle stieg ihm bei diesem Gedanken heiß in die Schläfen.
Niemals, das fühlte er, gab es für ihn einen Ersatz deffen, was er mit Käthe verlor, zu tief hatte sich diese Liebe in sein Herz eingegraben, mit seinem ganzen Denken verwoben, als daß es ihm je glingen konnte, eine andere an ihre Stelle treten zu laffen.
Eine fremde Gewalt hatte plötzlich brutal in ihrer beider Schicksal eingegriffen und sich den Verzicht ihres Liebesglücks erzwungen, eine Gewalt, deren Grund und Ursprung er nicht einmal kannte, die ibn durch ihrs Sinnlosigkeit zugleich ängstigte und erbitterte.
„Weil es für dich geschieht?"
Welch ein dunkles Rätsel barg sich hinter diesen Worten?
Immer wieder durchliefen seine Gedanken jene Kombination, die gleichzeitig mit dem ersten entsetzten Verstehen Käthes in ihm aufgeblitzt war, daß das treibende Motiv ihres Entschlusses nach Dombrowo wies.
reaktionärer und das Junkertum immer kapitalistisch korrupter. Wir bekommen amerikanische Zustände mit dem penetranten Beigeschmack ruffischer Zuchten! Das ist das Endergebnis der glorreichen neuen Reichs- gründung!"
Aber zum Glück braucht das deutsche Volk noch nicht zu verzagen, denn es gibt noch Erretter aus aller Rot. Die Herren Bebel und Stadthagen, Mehring und Ihresgleichen werden uns „aus dieser junkerlich-kapitalistischen Unkultur" erlösen und die kulturelle Grundlage der Demokratie und des Sozialismus geben. Sie erst werden „die Sehnsucht aller derer erfüllen, die seit Jahrhunderten für ein geeintes und freies Deutschland kämpfen". Schade nur, daß den Herren dabei eine so starke Inkonsequenz unterläuft! Der „Vorwärts" stellt in seinem Aufsatze ganz richttg, die Erhebung von 1813 als einen Begeisterungskampf für nationale und politische Unabhängigkeit dar, meint aber, daß dieser nicht für die Befreiung der Fürsten, sondern für die Befreiung des Volkes vom Joche des Absolutismus und Feudalismus geschlagen sei. Bisher hatten wir geglaubt, daß in der Begeisterung der Befreiungskriege die Schicksalsverbundenheit von Fürst und Volk ihren weltgeschichtlichen, durch die Jahrhunderte hin leuchtenden Ausdruck gefunden habe! Der „Vorwärts" meint ferner, daß die wachsenden wirtschaftlichen Kräfte der Nation und deren Vedürfniffe den deutschen Zollverein erzwungen haben, und daß dieser die erste Vorbedingung für die neue politische Einigung Deutschlands gegeben habe. Und er betont, daß in gleicher Weise 1870 „eine eherne ökonomische Notwendigkeit das Reich geschaffen" habe. Das ist eine halbe Wahrheit. Diese aber wird zu einer doppelten Lüge dadurch, daß der „Vorwärts" behauptet, daß von der Einheitsfrage Wilhelm I. garnichts und Bismarck nur sehr bedingt etwas habe wiffen wollen, und daß das Einigungswerk lediglich aus wirtschaftlichen Gründen sich vollzogen habe und durch die alle Welt überraschenden Erfolge des Krieges in den Vordergrund geschoben sei. In seinem blinden Hödur-Reide gegen heldenhafte Größe übersteht der „Vorwärts" dabei ganz und gar, welche komische Figur er mit seiner Eeschichtsklitterung spielt. Gewiß haben neben den großen nationalpolitischen Gesichtspunkten auch wirtschaftliche Jntereffen zur Einheit des Reiches geführt. Niemand hat das tiefer erkannt, als Bismarck. Und weil Reiche und Nationen nur bestehen können durch die Kräfte, denen sie ihre Entstehung verdanken, ist gerade Fürst Bismarck es gewesen, der dem wiedergeeinten Reiche die wirtschaftliche Grundlage seiner handelspoliti-
Mehr und mehr verdichtete sich in ihm die Vorstellung, daß es eine Schuld des Elternhauses sein mußte, deren Sühne sich jetzt an den Kindern vollzog, unter der er und Kärhe zusammenbrachen.
Fast mechanisch nahm er den Brief, den er einst im Zimmer der Mutter gefunden und den er seit jenem Tage unausgesetzt bei sich trug, aus der Jackettasche.
Ein jedes der leidenschaftlichen Worte formte sich zu einer Anklage gegen Mutter und Stiefvater, das ganze Gewebe der Erklärungs- und Entfchuldigungsmöglichkeiten, das er sich in letzter Zeit selbst zusammengewoben, war auf einmal zerriffen.
Hier lag der Schlüffe! des Eeheimniffes, hier mußte der Hebel angesetzt werden, um mit der rücksichtslosen Aufdeckung der Vergangenheit auch Licht in die Finsternis der Gegenwart zu bringen.
Und dann fiel es ihm schwer auf die Seele, daß er ja Käthe versprochen hatte, sich still und ohne Widerstand dieser Wendung des Schicksals unterwerfen zu wollen.
Die ganze Herzensgüte des Mädchens, die auch die noch, die ihr nach feinem Verdachte das tiefste Leid angetan, vor Unheil bewahrt wiffen wollte, glaubte er auf einmal aus diesem Verlangen zu erkennen.
Um seine Eltern zu retten, verzichtete sie lieber auf ihr Lebensglück, so schien ihm die Ursachenkette ihrer Handlungsweise eindeutig bestimmt zu sein.
Sollte er da an Hochherzigkeit und Ent- sagungsfähigkeit nachstehen, verlohnte sich da überhaupt diese Nachlese des Kausalzusammenhanges der Vergangenheit, dieser ganze Wirrwarr leerer Vermutungen und Verknüpfungen, wenn er doch den Schlag, den ihm das Leben versetzt, als ein so großes Lebenshindernis empfand, daß sich allmählich in ihm der Entschluß unverrückbar festigte, dieses Leben, das ihn um alles betrogen, als eine unerträgliche Last von sich zu werfen? —7—— .1
fdjen Selbständigkeit in der Geschlossenheit feU nes Wirtschaftsgebietes gegeben hat.
Die Steigerung und Lebenshaltung in breiten Schichten unseres Volkes, insbesondere aber gerade in der industriellen Arbeiterschaft gibt die glänzendste Rechtfertigung dieser wirtschaft- lichen Einigungspolitik des Fürsten Bismarck, der leider nur die Notlage des Mittelstandes in Stadt und Land gegenübersteht, die sich als Ergebnis der Caprivischen Wirtschaftspolitik herausbilden mußte. Kein Arbeiterstand der bewohnten Erde aber hat eine solche Sicherung seiner Lebenslage erfahren, wie der deutsche mit der Wirtschafts- und Sozialpolitik des Fürsten Bismarck. Wer aber hat dies große wirtschaftliche Einigungswerk leidenschaftlicher bekämpft, als gerade die Sozialdemokratie? Wer hat die „eherne ökonomische Notwendigkeit, die das deutsche Reich schuf", nichtsnutziger geschädigt, als gerade die Sozialdemokratie bei den Zollkämpfen, damals, heute und alle Tage? Verlogen, großsprecherisch, von Eitelkeit aufgeblasen, von Neid triefend, unfähig zur Anerkennung männlichen Verdienstes, vom Haffe gegen alles Stolze und Schöne erfüllt, schleicht dieser Schakal bellend und geifernd um unser Volk herum, in r.IIer seiner Widerlichkeit im Grunde genommen lächerlich, und wie seine hohlen Phrasen zeigen, dieser Verächtlichkeit seines ganzen Tuns und Treibens innerlich sich selbst bewußt.
Deutsches Reich.
Berlin, 10. Aug.
—'Ne. Majestät der Kaiser besuchte gestern, wie aus Effen gemeldet wird, die verschiedenen Kruppschen Werke. Der Kaiser besichtigte di« Werke Rheinhausen auf das eingehendste unter Führung des Direktors Eillhausen. Aus der ganzen Gegend waren tausende von Menschen herbeigeströmt, die dem Kaiser, der im Automobil durch das Werk fuhr stürmische Huldigungen darbrachten. Der Kaiser grüßte dankend nach beiden Seiten hin. Nach dem Rundgang« durch das Werk fuhr er im Automobil zur Arbeiterkolonie Margaretenhof und den damit verbundenen Schlaf- und Speisehäusern. Die Rückfahrt nach Hügel erfolgte wiederum im Sonderzuge kurz nach 12 Uhr. Vor der Abfahrt wurde dem Kaiser von dem aus Arbeitern und Beamten der Friedrich-Alfred-Hütte gebildeten Kruppschen Männer-Gesangverein ein Lied vorgetragen. An die Arbeiter hielt der Kaiser ein« Ansprache.Auch zeichnete er wiederholt einzeln« »Arbeiter durch Anreden aus. Einem Feuerwehr- mann, der die Chinadenkmünze trug, schüttelt« der Kaiser die Hand. Später hörte der Kaiser
Georg hatte fein Pferd wieder bestiegen und ritt plan- und ziellos durch den Wald di« Chaussee nach Rahnfeld hinab.
Die geheime Unruhe, die ihn zuvor überfallen, war nach und nach in ihm immer stärke« geworden; er trug das unbestimmte Gefühl in sich, das heute noch etwas Endgültiges, Gewaltsames geschehen müßte und würde, ohne daß e« irgend nach einer Richtung zu einem befreienden Entschlüße gelangen konnte. .
Wie ein Sturm kam eine ttidemchaftttch« Sehnsucht nach Käthe immer wieder über ihn, um dann im nächsten Augenblicke von eine« Empfindung lähmender, ohnmächtiger Verzweiflung abgelöst zu werden.
Die Hitze des Tages hatte sich bisher nur wenig gemildert; es war noch immer unerträglich warm; gewitterschwül hing die schwere Lust unter den unbeweglichen Wipfeln der Baume.
Und als Georg jetzt in die Stadt einritt, glaubte er in der Glut der engen Straßen, die zwischen den Häusern wie gefangen schwebte, fast ersticken zu müßen. . ..
Er stellte sein Pferd bei Eemballa em und stürzte dan gleich am Ladentisch einen Schoppe« Wein und eine Flasche Selters hinab; eine Aufforderung des gefälligen Wirtes, doch in die Trinkstube einzutreten, durch deren halboffene Tür das behäbige Lachen und breite Spreche^ der Stammtischrunde herübertönte, lehnete et dankend ab; er war nicht in der Verfaßung, auch diese Gesellschaft heute noch über sich SeI)<5o ttat"er"denn, der Hitze ungeachtet, ba« wieder aus dem Geschäft heraus und^bummel^ die Königsberger Straße bis zum Markt hmab- auf dem sich um diese Zett die BackfiWM höheren Mädchenschule und die Sekunda^ und Primaner des Progymnasiums m schlichte« nem Korso zu vergnügen pflegten. . i
(Fortsetzung folgt.)'