mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Marburg
Freitag, 10. August 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck und Verlag- Joh. Aug. Koch, UniverfitätSAuchdruckerei
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
41. Jahrg.
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Neueste Telegramme.
r Hamburg, 8. August. 550 Mitglieder des Wiirttembergischen Landesverbandes des Deutschen Flottenvereins trafen heute zur Besichtig- )ung der Hamburger Hafenanlagen ein.
Luxemburg, 9. Aug. Wie Staatsminister Vyschen mitteilte, wird Luxemburg einen Kanal hauen, der die Mosel mit den luxemburgischen Lndustriezentren verbindet. Nach der französischen Zeitschrift „L'Usine" würde der Kanal bei Remich in die Mosel münden.
Wien, 9. Aug. Nach der „9L Fr. Pr." wird der Kaiser im September nach Lissa fahren, dort einer Seelenmesse für die in der Seeschlacht am 20. Juli 1866 Gefallenen beiwohnen und dann in Ragusa die kombinierten Land- und Seemanöver besichtigen, worauf er zum ersten Male die okkupierten Provinzen betreten ward, indem rr nach Trebinje in der Herzegowina reist.
Paris, 8. Aug. Den Blättern zufolge hat der Papst drei Instruktionen nach Frankreich gesandt: eine zu Händen des Kardinals Richard, welche den allgemeinen Protest gegen die Verletzung des Konkordats enthält, eine zweite an die französischen Bischöfe mit den Bedingungen, unter denen die Ortspfarrer sich der Bildung sogenannter kanonischer d. h. unter bischöflicher Kontrolle stehender Kultusgemeinschaften widmet! können und eine dritte, ganz vertrauliche an die französischen Kardinale.
Konstantinopel, 8. Nug. England hat seiner früheren Bedingung für die Annahme der drei- prozentigen Zollerhöhung eine weitere Forderung hinzugefügt, die keineswegs die Zustimmung der anderen Großmächte findet und von der Türkei abgelehnt wurde. In der stattge- habten Konferenz der Botschafter erklärten sämtliche Vertreter der Großmächte ‘ dem englischen Botschafter, daß es weder angängig noch zulässig sei, den einmal schriftlich festgesetzten und angenommenen Bedingungen neue Sonder- forderungen hinzuzufügen. Der englische Botschafter erwiderte darauf, daß seine Regierung voraussichtlich von dieser neuen Forderung nicht zurücktreten werde, selbst wenn Verwicklungen eintreten sollten.
Tientsin, 8. August. China bildet ein neues Ministerium für Bahnen, Poft, Telegraph, Telephon und Seezoll. Somit ist die Unabhängigkeit des Seezolls näher gerückt.
Lälibliche Fortbildungsschulen.
Aus Marburg wird uns geschrieben:
' Die Erkenntnis von dem großen Segen, den auch die ländliche Fortbildungsschule für die schulentlassene Jugend auf unseren Dörfern Hai, fehlt in noch recht vielen Gemeinden. Obgleich unsere Provinz ein besonderes Gesetz — vom
42 (Nachdruck verboten.),
Die Kette.
Roman von Hans Schulze.
(Sortierung.)
Doch sie konnte nicht mehr umkehren, sie fühlte, wie ihr der Rückweg für immer versperrt war durch die Gestalt der verhärmten Frau, deren Schuld zwei Schuldlose verfolgte; es mußte jetzt hcrausgesagt werden, auch wenn es sie beide vernichten sollte.
„Ich weiß das alles, Georg, was du mir vorhältst! Trotzdem aber müssen wir uns trennen! Es ist nicht anders möglich! Ich habe versucht, mich gegen das Schicksal anzustemmen, aber ich habe eingesehen, daß es vergeblich ist! ■ Morgen schon reise ich fort von hier, wo uns niemand kennt, wo du mich niemals wiederfinden wirst!"
„Käthe!“
In fassungslosem Entsetzen war er aufgesprungen.
Wie eine blitzartige Erleuchtung überkam es ihn, daß es sich hier nicht mehr um die haltlose Sorge eines geängstigten Mädchenherzens hin- delte, sondern daß sich eine furchtbar ernste Notwendigkeit hinter diesen resignierten Worten verbarg.
Er rüttelte an ihrer Schulter, er kniete vor ihr nieder, er suchte den Blick ihrer Augen, indes sie den Kopf in den Armen abgewandt hielt und ihm nicht ins Gesicht zu schauen wagte.
„Käthe!" wiederholte er immer In furchtbarster Angst. „Co sprich doch bloß nur ein ein= 3’9/5 Wort! Ich verstehe dich ja nicht, ich kann dich ja nicht verstehen! Was soll denn das alles bedeuten?" —
. hatte sich wieder auf den Baumstumpf niedergelassen und zog sie von neuem auf seinen Schoß.
Ihr Kopf fiel schwer auf seine Schulter, doch
ß? duldete es letzt, daß er Hr todbleiches Gesichts
9. August 1904 — erhalten hat zur Einrichtung von Fortbildungsschulen in Landgemeinden, steht es doch um die Einrichtung solcher Schulen in den Dörfern des Kreises Marburg noch recht schlecht. Es gibt manche Gemeinden, die gar kein Verständnis für die Bedeutung der Fortbildungsschule haben und die sich sträuben, durch Ortsstatut die Schule einzuführen und die Schulversäumnisse zu bestrafen. Allen denen, die den Wert der Schule nicht erkennen wollen, möge hier ein Beispiel erzählt werden, wie in anderen Provinzen, in denen der Fortbildungsschulzwang nicht durch besonderes Gesetz festgelegt ist, junge Bauernsöhne selbst für ihre landwirtschaftliche Fortbildung sorgen:
In einigen Dörfern des Kreises Lübben in der Provinz Brandenburg war in den jungen aus der Schule entlassenen Landwirtschafts- »söhnen die Ueberzeugung wachgerufen, daß sie als zukünftige Landwirte neben ihrer allgemeinen Volksschulbildung auch eine gute Ausbildung in allen landwirtschaftlichen Fächern besitzen müßten. In den Dörfern Jessern und Cogatz beschlossen deshalb rührige Bauernsöhne, für die Errichtung einer landwirtschaftlichen Fortbildungsschule tätig zu sein, die Kosten des Unterrichts wollten sie aus eignen Mitteln bestreiten. So wurde denn im Herbst 1905 eine solche Schule in Jessern errichtet. Der Unterricht dauerte von Anfang November bis Ende März. Junge Leute aus Gogatz machten jeden Abend den Weg nach Jessern. Wie sehr es den jungen Leuten um Fortbildung zu tun war, bewies der regelmäßige Schulbesuch, selbst die auswärts wohnenden Schüler versäumten bei dem schlechtesten Wetter den Unterricht nicht. Anfangs Avril wurde eine öffentliche Prüfung abgehalten und es zeigte sich, was die jungen Leute gelernt hatten in Chemie, Bodenkunde, Dünger- und Fütterungslehre. Um das im Winter Gelernte noch mehr zu befestigen, finden auch in diesem Sommer zu einer Zeit, in der die Arbeit nicht sehr drängend ist, an den Sonntagsnachmittagen Wiederholungsstundeir statt, verbunden mit Pflanzenbau, Wiesenbau und Feldmessen. Vom 1. Juli ab begann jeder Schüler die Buchführung in der väterlichenWirt- schaft und führt sie unter ständiger Anleitung und Aufsicht des Lehrers fort. Der so überaus günstige Ausfall der ersten Schlußprüfung hat auch in anderen Dörfern des Kreises bei den Landwirten und ihren Söhnen so großes Interesse an dem landwirtschaftlichen Fortbildungsschulunterricht erweckt, daß in mehreren Ortschaften Anregungen zur Errichtung ähnlicher Schulen gemacht wurden. Man hofft, daß mit kommendem Winter viele solcher Schulen ins Leben treten. Bemerkenswert ist es, daß der Bildungstrieb und die Lernlust der jungen
emporhob und sie auf die erblaßten Lippen küßte.
Dann öffnete sie enlich die Augen und rhre Blicke tauchten tief ineinander, als ob sie sich gegenseitig in innerster Seele lesen wollten.
Und aus der stahlharten Energie, die aus dem Ausdruck ihrer Augen sprach, ward ihm auf einmal die Erkenntnis, daß das Mädchen sich selbst überwunden, daß sie einen Entschluß gefaßt hatte, in dem sie unbeugsam blieb, daß alles, alles für ihn verloren war.
Im ersten Moment glaubte er zusammenbrechen zu müssen unter der Wucht dieser Erkenntnis, dann aber peitschte ihn ein neuer Ee- dinke wie mit Eeißelhieben auf, der Gedanke nach dem Grunde dieses Entschlusses, den er gerade von Käthe am allerwenigsten erwartet hatte.
„Warum?" —
Unzählige Kombinationen durchkreuzten in der heißen Erregung des Augenblicks sein Hirn; irgend ein unerwarteter Zwischenfall mußte ein- getreten sein, ein Zwischenfall, dessen Fäden zu dem dukleu Geheimnis feines elterlichen Hauses hinüberliefen.
„Käthe!" begann er endlich mühsam nach langem Schweigen, und seine Stimme klang ihm selber fremd und rauh. „Ich fasse noch immer nicht, was du mir gesagt hast! Du willst dich von mir trennen, du willst fort von mir? Plötzlich, aus heiterem Himmel? Ich bitte dich um alles in der Welt, sprich, warum das geschehen soll! Löse mir dies Rätsel, oder ich verliere darüber meinen Verstand!"
Mit angstvoller Spannung hingen seins Blicke an ihren Lippen, sein ganzer Körper beote, sie ,fühlte bep stürmischen Herzschlag des Mannes in ruckweisen Stößen an der eigenen Brust.
»Ich kann es dir nicht sagen, Georg!" war die leise Antwort. „Quäl mich auch weiter nicht Mt Fragen! Laß es dir genug sein, daß es
Bauernsöhne selbst Anregung zur Gründung der Schule gegeben hat.
Es gibt leider noch viele Leute, die von ununseren Fortbildungsschulen eine ganz irrig- Meinung haben, indem sie glauben, die Schule sei nur Wiederholungsschule für das in der Volksschule Gelernte und daran hätten die jungen Leute kein Interesse. Heute hat aber eine Fortbildungsschule eine viel höhere Aufgabe, sie soll eine tüchtige Berufsbildung vermitteln, die Bildungsarbeit der Volksschule zu einem notwendigen Ausbau und Abschluß bringen. Möchte doch bald bei unserer Landbevölkerung die Erkenntnis sich durchringen: Die ländlichen Fortbildungsschulen sind ein dringendes Bedürfnis für unsere Dorfbewohner, sie sind ebenso wichtig, wie die gewerblichen Fortbildungsschulen in den S tä d t e n.
Deutsches Reich.
- Berlin, 9. August.
— Seine Majestät der Kaiser traf gestern Vormittag kurz nach 10 Uhr in Urbach ein, von wo aus er sich alsbald mit Gefolge zum Schießplatz Wahn begab, lebhaft begrüßt von einer tausendköpfigen Menschenmenge, welche die reich dekorierten Straßen sowie die zum Schießplatz führenden Wege besetzt hielt. Auch mehrere ausländische Offiziere wohnten den Schießübungen der beiden Fußarttllerie-Regimenter bei. Bei der Durchfahrt durch Köln-Deutz begrüßten die vor Anker liegenden Schiffe den Monarchen durch Böllerschüsse. Später erfolgte die Abreise nach Essen zum Besuche der Familie Krupp. Nachmittags 4 Uhr traf der Kaiser in der Villa Hügel ein und wurde von Frau Krupp und deren beiden Töchtern begrüßt. Dem Kaiser werden bei der Besichtigung der Kruppschen Fabrik eine Anzahl verschiedener neuer Geschütze auf dem dortigen Schießplatz vorgeführt werden.
— Bemerkenswert scharfe Tone schlägt die sonst so friedliche „Tägl. Rundschau" an:
„Das Antclegraphieren ist wieder im besonderen Schwünge. Nachdem unlängst der Reichskanzler Fürst Bülow es für nötig gehalten hat, dem früheren italienischen Minister Luzzatti, einem der schärfsten Gegner unserer Handelsvertragsbestrebungen, in einem überschwänglichen Telegramme seine Genialität amtlich zu bescheinigen, hat nunmehr der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Tfchirschky auf die Nachrichten über eine Feuersbrunst in der Mailänder Ausstellung dem Präsidenten der Ausstellung, Senator Mangili, und dem Bürgermeister von Mailand. Senator Marchese Ponti, telegraphisch die lebhafte Teilnahme der deutschen Regierung ausgedrückt.
unmöglich ist. daß wir uns beide gehören dürfen. Ein Schicksal steht zwischen uns, dem wir nicht trotzen, dem wir nur ausweichen können! Mein Entschluß ist unerschütterlich! Ich bin heute hier, um für immer von dir Abschied zu nehmen! Du wirst mich niemals wiedersehen! Ich habe mich durckaerungen und kenne jetzt nur noch den einen Wunsch, daß auch du dich, obne zu fragen, zu forschen, still in dein Geschick ergibst!"
Ihre Stimme sank zu einem fast lautlosen Flüstern berab.
„Glaube mir, Georg, daß auch ich leide, grenzenlos leide, daß ich alles nur ertrage und durchkämpfe aus Liebe zu dir, weil es für dich geschieht!" —
Wie konnte in der Verweigerung seines Lebensglücks für ihn eine Notwendigkeit liegen; diese dunkle Andeutung mirfte nur, daß sie sein Kausaliiätsbedürfnis auf die Spitze trieb.
Er sollte sich in Ruhe scheiden, die Hände in den Schoß legen, indes sein leidenschaftliches Temperament, schon um. der unerträglichen Spannung seines Innern ein Ende zu machen, zu irgend einem Gewaltakt drängte.
„Das kann dein letztes Wort nicht fein, Käthe!,, sagte er und wühlte mit der Rechten krampshait in dem dicken Moosuberzug seines Sitzes. „Du kannst von mir nicht verlangen, daß ich mich ohne den Verlach eines Widerstandes in etwas fügen soll, das mir vor einer Stunde noch undenkbar geschienen hätte? Sag mir doch nur. warum ans einmal dieser Entschloß! Es trägt sich ja alles leichte", wenn man weiß, warum man es trägt!"
Der schlichte, fast kindliche Ton seiner Stimme ging ihr tief zu Herzen.
Ohne Reoung saß sie da, den Blick in die verdämmernde Ferne geheftet; in ihren Zügen wühlte und kämpfte es gewaltig, und ihreAugen füllten sich wieder langsam mit Tränen, j <-
Beide Herren haben gedankt, haben es aber unterlassen, der deutschen Regierung ihre „lebhafte Teilnahme" über die Kolonialunfälle auszudrücken, die auf uns schwerer lasten als «ich den Italienern der Mailänder Ausstellungs- brand. Was die deutsche Regierung der Brand- unfall in Mailand angeht, ist um so weniger erfindlich, als die Mailänder Presse auf bi« bloße Nachricht, daß der Kaiser die Ausstellung besuchen wolle, ihn gröblichst insultierte und der König von Italien bei seinem Mailänder Besuche um die deutsche Ausstellung im Vogen herumging. Müssen wir denn überall dabÄ sein, wo Worte gemacht werden und muß unsere Freundschaft jedem bei allen nut erspähbaren Gelegenheiten auf dem Präsentierteller dargebracht werden, auch dann, wenn er uns noch wenige Monate vorher das Brett aus der Hand geschlagen hat? Nach Algeciras schien es ein« Zeitlang, als ob wir endlich zu einer Periode der -Gelassenheit und Zurückhaltung im Verkehr mit unfern Nachbarvölkern gelangen mürben; aber es scheint ein schöner Traum gewesen zu sein.«
— Die Christlich-Sozialen der Ruhrwahl- freife haben, wie gestern schon gemeldet, am Sonntag in Essen eine Parteikonferenz abgehak- ten. Der Konferenzleiter Herr Franz Behrens (Essen) sprach als erster Redner über „die ps- litische Lage". Er begrüßte die Bewilligunz von Diäten an den Reichstag, weil es dadurch den Männern der untern und Mittlern Volksschichten möglich gemacht werde, die Interessen ihrer Stände zu vertreten, wandte sich gegen di« den Verkehr erschwerende Fahrkartensteuer und die zum Schaden der Mittlern und kleinen Brauereien ausschlagende Biersteuer, bedauerte die Ablehnung der Erbschaftssteuer und bezeichnete die von den Sozialdemokraten bekämpfte Tantiemesteuer als durchaus berechtigt. Die Lösung der Finanzfrage des Reiches sieht Behrens in der Einführung einer direkten Neichs- einkommensteuer, die allerdings eine Verfassungsänderung bedinge. Der Flottenpolitik, die nicht in letzter Linie im Interesse der Arbeiter liege, wünscht er guten Fortgang. Weiter streifte der Rediter die Angriffe gegen das Kolonialamt und die parlamentarischen Beratungen über das Hülfskassengesetz. Als beklagenswert bezeichnete er es, daß die Rechtsfähigkeit der Verufsvereine immer noch nicht Gesetz geworden sei; hoffentlich werde auch auf diesem Gebiet« bald etwas Energisches geschehen. Der Redner wandte sich dann den Arbeiten des preußische?: Landtages zu. Das Schulgesetz betrachtet er als einen Fortschritt, besonders im Hinblick auf die Erhaltung der Konfessionsschule, wenn auch die Frage der Lehrerbesoldung noch nicht zufriedenstellend gelöst sei. Die Regierungsvorlage zu Titel VIT des Berggesetzes sei unter
Sie fühlte, daß sie dieser S;cne bald ein Ende machen mußte, daß sie schließlich doch di« Gewalt über sich verlor, wenn sie noch lange ia dem zwingenden Bann seiner Persönlichkeit verblieb. .
Rur des Versprechens seines Schweigens bedurfte sie noch, bann war ihre Auftabe erfüllt.
„Quäl uns beide nicht so, Georg?" bat sie. „Sei barmherzig, es wird mir ja schon ft bitter, von dir zu gehen, und dennoch gibt es nichts auf bei Welt, was meinen Sinn wenden könnte!"—
Sie hatte sich von seinem Schoß emporgerich- tet und stützte sich mit der Hand schwer auf ferne Schulter.
Laß mich gehen, Georg, rch kann mcht langer bleiben! Versuche mich zu vergessen, mich unb all die Tage, die wir für uns gelebt haben! Ur» nun zum Abschied, Georg, wenn du mich noch eU ganz klein wenig lieb hast, versprich mrr, nie, niemals nach dem Grunde unserer zetzrae» Trennung zu forschen, gegen jedermann von mit iU schweigen, die heutige Stunde und alles, was sich mit verbindet, für alle Zeiten begraben feil zu lassen?" .
Sie tastete bei den letzten Worten nach ferner Rechten, die er ihr widerstandslos überließ.
Ein dumpfer, schmerzlicher Druck lastete auf seinem Hirn.
Er verstand kaum, was sie weiter zu rum sprach mit weichen, flehenden Worten; er wußte nur, daß sie ihn verließ und daß er sie lrevt^ liebte mehr als andere auf der Welt, daß drese Welt für ihn auf immer öde und leer ward te dem Augenblicke, da sie aus feinem Leben schrei».
Wie ein Knäuel stieg zuweilen ein Gefühl ohnmächtiger, grimmer Verzweiflung, die Key!«, zusammenschnürend, in ihm empor, daß 8t meinte, daran ersticken zu Müssen. >■; -
Mechanisch wiederholte er selbst das fito! kubde bes Schweigens, das ihm Käthe endlich porfprach, —~—* -—