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mit dem Kreisblatt für -ie Kreise Marburg und Kirckkain.

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(Nachdruck verboten.)!

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den Weg nach Reval eingeschlagen hatten, gaben sie den anderen Schiffen das Signal, ihnen z« folgen. Als die Offiziere sowie diejenigen Mannschaften, di« ihrem Eide treu blieben, sich weigerten, dem Befehle nachzukommen, fingen die Meuterer an, aus den Geschützen zu feuern, hatten jedoch keinen Erfolg. Alle Schiffe blie­ben unversehrt. Der kleine KreuzerAbrek", den die Mannschaft auf den Strand hatte laufen lassen, kam ohne fremde Hilfe wieder frei und befindet sich gegenwärtig in der Narowamün- dung. Das Torpedoboot Nr. 106 verschwand zwischen den kleinen Inseln. Auf demPosp- jeschnyi", dessen Kingstons man geöffnet hatte, wurden dieselben von den Maschinisten wieder geschlossen, so daß das Schiff über Wasser blieb. Sobald derPamjat" Asowa" sich vom Schau­platz entfernt hatte, kehrte die ans Land ge­flohene Besatzung der übrigen Schiffe an Vorh zurück und brachte die Schiffe nach Reval. Dies« wurden von einer Kommission der Marine­behörde untersucht und für vollkommen unver­sehrt befunden.

Petersburg, 5. Aug. Die Petersb. Tel.-Ag. meldet aus Helsingfors umterm 5. August: Di« Nachricht von der Verhaftung Kocks, des An­führers der roten Garde, bestätigt sich nicht. Es sind nur seine Papiere beschlagnahmt worden. Die rote Garde wird fetzt von dem Anarchisten Luoto geführt. Es heißt, sie halte sich jetzt in der Umgegend von Helsingfors auf. Der Senat hat die sofortige Aufhebung der Organisation der roten Garde angeordnet. Die gerichtliche Untersuchung der Vorgänge in Sweaborg hat ergeben, daß die Initiative zu dem Aufstand von russischen Revolutionären ausgegangen ist und daß sich dann die rote Garde an der Orga­nisation beteiligt hat. Die Zahl der Streiken­den beträgt 4000.

Der Generalstreik in Petersburg. ' ' ''

Petersburg, 4. Aug. Im Laufe des gestrigen Tages hat der Ausstand große Ausdehnung an­genommen. Alle Fabriken stehen still, dir Pferdebahnen verkehren nicht. Im allgemeinen ist der Tag ruhig verlaufen, hier und da fanden Massenversammlungen der Arbeiter auf den Straßen statt. Zu einem größeren Zusammen­stoß mit der Polizei kam es auf der Wassilji- Jnsel, wobei viele Arbeiter und mehrere Po­lizisten nicht unerheblich verletzt wurden. Die kurze Eisenbahnlinie nach Sestroresk wurde stark beschädigt. Auf der Petersburger Endstation gerieten" Arbeiter in einen Kampf mit der Po­lizei, wobei acht Polizisten getötet wurden. Zwei Divisionen Infanterie sind aus Krasnoj« Selo gestern hier angekommen. Der Gedanke an eine Kabinettsbildung mit Beteiligung der Führer der Partei friedlicher Erneuerung ist endgültig aufgegeben worden.

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den der Rebellen befindlichen Kronstädter Forts Alexander II. und Konstantin erhielten von Sweaborg in Geheimschrift das Telegramm: Haltet euch bereit, die freie Flotte zu empfan­gen. Wir hoffen, euch als Freunde und nicht als Feinde zu treffen." Es verlautete außer­dem, daß der KreuzerAfia" die rote Flagge hißte. Die Mannschaft des KreuzersPamiat Asowa" ermordete den Kapitän und 4 Offiziere. Das Schiff ging sodann in See. Rach dem offi­ziellen Bericht aus Petersburg wurde die Meu­terei blutig unterdrückt.

Die Unterdrückung der Meuterei in Sweaborg.

Die Meuterei in Sweaborg ist definitiv un­terdrückt, nachdem die Kriegsschiffe 450 Bomben geworfen haben. Von den leitenden Offizieren der Meuterer sind Kahenski und Emiljanow er­griffen, Cyon entflohen. 150 Artilleristen und 100 finländische Sozialdemokraten sind gefallen, 800 Artilleristen und 50 Sozialdemokraten ge­fangen. Die Gesamtziffer der Meuterer belief sich auf 1400. Das bereits in Tätigkeit befind­liche Kriegsgericht wird 700 Artilleristen, 300 Infanteristen und 100 Marinetruppen abzu­urteilen haben. Es ist noch nicht entschieden, ob die dem Zivil angehörenden Teilnehmer an dem Aufruhr aus Finland vor einen russischen oder einen finländischen Richterstuhl gestellt werden. Hier in Helsingfors ist die Ruhe wkederherge- stellt, die sozialdemokratischeRote Garde" zer­streut und der Generalstreik beendet.

Reval, 3. August, 10 Uhr 48 Min. abends. Als das meuternde KriegsschiffPamjat Aso­wa" vor Reval eintraf, geriet die ganze Stadt in heftige Aufregung, da man eine Beschießung befürchtete. Am Meeresufer strömte alles zu­sammen, um die Vorgänge auf hoher See genau zu verfolgen. Man hörte Gewehrfeuer und sah schaudernd, wie Menschen über Bord geworfen wurden. Ein Zollkutter hißte die Neutralitäts- flagge und fragte durch Signale, ob er in die Nähe des Kriegsschiffes fahren könne, um Ver­wundete aufzunehmen. Auf die bejahende Ant­wort fuhren noch zwei Dampfer mit Militär hinaus. Man fand an Bord fünf Offiziere und 15 Matrosen ermordet sowie viele Verwundete. Die Meuterer ergaben sich und wurden unter starker Militäreskarte ans Land in Gewahrsam gebracht.

Petersburg, 5. Aug. Die Petersb. Tel.-Ag. meldet aus Reval unterm 5. Aug.: Als ein Teil der Mannschaft des PanzerkreuzersPamjat Asowa" in der Nacht zum 2. August meuterte, befand sich das Schiff in der Papenwiek-Bucht, 40 Meilen östlich von Reval. Bei ihm waren die kleinen KreuzerAbrek" undWojewoda", das SchulschiffWojin", der Torpedobootszer­störerPospjeschnyi" und die Torpedoboote Nr. 106 und 107. Als die Meuterer sich des Pan­zerkreuzersPamjat Asowa" bermächtigt und

Erscheint wöchentlich siebrn mal.

Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerel 41.

Marburg, Markt 2L Telephon 55. M B

Marburg

Dienstag, 7. August 1906.

nicht daheim und wollte nur nachsehen, ob auch alles zur Nacht richtig für dich in Ordnung ge­bracht sei!" ,

Es lag ein so liebevoll-wercher, mütterlicher Ton in ihrer Stimme, daß Georg unwillkürlich schmerzgefoltert zusammenzuckte. t

Eine heiße Sehnsucht überkam ihn plötzlich die Mutter in die Arme zu nehmen und sie zu bitten, ihm zu bestätigen, daß alles, was er gegen sie im Herzen trug, nichts anderes ser als ein häßlicher, grundloser Verdacht, ern törichtes Erzeugnis seiner erhitzten Phantasie, das . wi« bei Nebel vor der aufgehenden Sonne vor einem einzigen ihrer Worte zerstob.

Doch dann trat wieder das Bild des Mannes, das er soeben vor den Blicken der Mutter ver­steckt, anklagend vor seine Seele und schloß ihm den schon geöffneten Mund. >

War diese Frau, die jetzt so bleich und abge­härmt vor ihm stand, einst eine Sünderm ge­wesen, die seinem Vater die Treue gebrochen hatte?

Er wagte kaum ihr ins Auge zu sehen aus Furckt, daß er plötzlich die Herrschaft über seine Gedanken verlieren und ihr diese Frage brutal ins Gesicht schleudern könne.

.Ich glaubte euch schon alle zur Ruhe!" gab er nach langer Pause, seine Erregung mühsam meisternd, zur Antwort.Sonst wäre ich noch einmal heruntergekommen!" .3

Die Mutter schüttelte leise den Kops.

Das ist nicht die Wahrheit, Georg du weichst uns aus ! Glaubst du, ich habe es Nicht schon längst bemerkt, daß du alle Tage absichtlich n^ Raulehne reitest, nur um uns hier aus de« Wege zu gehen! Willst du mrr Nicht sagen, was dach bedrückt?" 1 _?>

Mit verhaltenem Atem harrte sie ferner Ent­gegnung. .

Zn Georgs Gesicht arbeitete es mächtig; dX Stiick Papier, das ihm gerade in dis JssoÜÄ 1»»

tritt vollständig überhörten und sie sich unbe­merkt wieder zurückziehen konnte.

Die Zufälligkeit kam Ruth sehr gelegen; der ganze Tag hatte sie bereits derart angegriffen, daß sie froh war, auf diese Weise einer letzten aufregenden Auseinandersetzung heute noch ein­mal aus dem Wege gehen zu können.

Erleichterten Herzens stieg sie. die Treppe zu ihrem Schlafzimmer hinauf, um, wenn sie auch auf Stunden hinaus noch keinen Schlummer fand, wenigstens die todmüden Glieder im Bette ausstrecken zu können.

Als sie an Georgs Tür vorbeiging, fiel ihr plötzlich Käthes Bestellung ein.

Seit vollen drei Tagen hatte sie den Sohn nicht mehr gesehen.

Halb unbewußt klinkte sie die Tür ein und fuhr fast erschrocken zurück, als ein schmaler Streif hellen Lampenscheins durch den Spalt auf den halbdunkeln Korridor hinausfiel und zugleich die Stimme des Sohnes nach dem Na­men des späten Besuchers fragte.

Jetzt öffnete sie die Tür ganz und stand im nächsten Augenblicke in dem kleinen Raum.

Georg, der am Tisch gesessen, fuhr beim An­blick der Mutter verwirrt in die Höhe und schob einen Gegenstand, den er bis dahin in der Hand gehalten, mit einem hastigen Stoß unter einen

Zeitungshaufen.

So schnell er diese Bewegung aber auch aus­geführt, die Mutter hatte doch gesehen, daß es das Bild feines Vaters gewesen, das er vor ihr zu verbergen suchte.

Diese Bemerkung frappierte sie so, daß sie ein paar Augenblicke lang keinen einzigen Laut herauszubringen vermochte.

Endlich, nach einer qualvollen halben Mi­nute, fand sie die Sprache wieder, und näher an den Tisch herantretend, legte sie schüchtern die Hand auf die Schulter des Sohnes.

Verzeih, Georg," sagte sie,daß ich noch so spat bei dir eindring«! Ich glaubte dich noch

Weggange wollte keine herzlichere Stimmung zwischen den beiden Frauen aufkommen.

Bald durchflog die Gräfin in nervöser Un­ruhe die Tageszeitungen, bald nahm sie ihre Schreibmappe oder eine Handarbeit vor, um sie im nächsten Augenblicke wieder beiseite zu legen.

Dabei gab sie fortwährend so teilnahmlose und unaufmerksame Antworten, daß Herta merkte, wie weit sie mit ihren Gedanken der Gegenwart entrückt war.

Nach einer peinvoll-unbehaglichen Stunde des Zusammenseins trennten sich auch Mutter und Tochter.

Herta begab sich nach ihrem Zimmer hinauf, während die Gräfin mit dem Bemerken, den Gaten heute noch einmal sprechen zu wollen, weiter im Speisesaal zurückblieb.

Sie glaubte ihm die neueste Wendung der Dinge nicht länger vorenthalten zu dürfen; schon mit Rücksicht auf die morgen bevorstehende Un­terredung Georgs und Käthes, die zu unüberseh­baren Konsequenzen führen konnte, mußte er über den Stand der Angelegenheit wenigstens in große» Zügen orientiert sein.

Seit dem Abend ihrer Heimkehr aus Sinde- rode war das Thema der Verlobung zwischen den beiden Ehegatten nicht wieder berührt wor­den; Ruth wußte nur, daß der Graf seine sämt­lichen Verhältnisse mit dem Justizrat Schröder auf das peinlichste geordnet und sich in jeder Weise auf eine Katastrophe gerüstet hatte.

Er arbeitete täglich bis in die späte Nacht hinein, teils allein, teils mit der Oberinspektor, der sich in diesen Wochen zu allen Zeiten für ihn bereit halten mußte.

So traf sie den Gatten denn auch heute, als sie ihn nach langem Warten endlich in seinem Arbeitszimmer aufsuchte, mit seinem ersten Be­amten in noch so eifriger Beratung über eine Drainageanlage, daß die beiden über große Karten und Pläne gebeugten Herren ihren Ein<

I lagen- schlossen sich den Meuterern an. Sie bra- yivuvpc I chen in die Offizierwohnungen ein und töteten

Berlin, 5. Aug. Die Vertrauensmänner des I ihre Vorgesetzten oder nahmen sie fest. Oberst Lundes der Landwirte haben beschlossen, der I Alexandrow von den Pionieren wurde getötet Kandidatur des nationalliberalen Profes- I und seine Frau wurde schwer verwundet. Der sors Dr. Hasse zuzustimmen. Wir begrüßen, | älteste Stabsoffizier wurde ebenfalls umge- da auch die Konservativen im ersten Wahlgang | bracht. Die Infanterie weigerte sich, mit den bereits Hasse unterstützen, diese Einigung als er- I Meuterern gemeinsame Sache zu machen. Diese sreuliches Vorzeichen für ein einheitliches Zu- I griffen mehrere Jnfanterieoffiziere auf und fammenMhen im Jahre 1908. I mißhandelten sie. Die Meuterer überrumpelten

Berlin, 4. Aug. Der Vortragende Rat im I darauf einen Eisenbahnzug der Festungseisen- Reichsamt des Innern Geh. Oberregierungsrat I bahn, fuhren mit diesem Zuge in die Batterie Dr. Kaufmann ist zum Präsidenten des Reichs- I Konstantin und überraschten dort die schlafen- sersicherungsamtes ernannt worden. I den Artilleristen, die, als sie aus ihren Träu-

Paris, 5. Aug. Auch dieAgence Havas" I men geweckt wurden, über der Batterie die rote dementiert mit großer Entschiedenheit das aus I Flagge mit der schwarzen Inschrift:Land und amerikanischer Quelle stammende Gerücht, dem- I Freiheit!" wehen sahen. Die Meuterer nah- zufolge Frankreich int Begriffe stehen soll, die I men in dem Fort 7 Offiziere fest und eröffneten Insel Tahiti an England abzutreten. In dieser I sodann das Feuer auf Kronstadt. Die Militär- Nachricht war ferner behauptet, alle Land- und I behörden hatten aber die Möglichkeit des Aus- Marinetruppen hätten unter Mitnahme der I bruches einer Meuterei keineswegs übersehen Munitions- und Materialvorräte die Insel ver- ' ~ "

lassen und die Negierungsgebäude seien ge­räumt.

Die Kette.

Roman von Hans Schulz«.

(Forstetzung.)'

Unter den halbgeschlossenen Lidern sah sie weiter nichts als die Umrisse der massiven Figur des Kutschers vor sich auf dem hohen Bock mit der wippenden Peitsche.

Erst als der Wagen durch das Dombrowoer Parktor einfuhr, schreckte sie aus ihrem Sinnen auf und befahl, sie nicht an der Eattenterrasse abzusetzen, sondern durch eine der Seitenalleen direkt nach dem Wirtschaftshofe herumzulenken.

Sie wollte vor dem Einttitt in die Familie noch einmal unbemertt in ihr Zimmer hinaus und dort Toilette machen, um den Gatten und die Kinder nicht durch ihr verstörtes Aussehen zu erschrecken.

Als sie ihr Boudoir betrat, war es bereits so dunkel geworden, daß sie eine Lampe anstecken mutzte.

Mit unsicheren Händen kleidete sie sich so schnell wie möglich um und ging dann in den Speisesaal hinab.

Sie fürchtete sich plötzlich vor dem Alleinsein und atmete erst wieder freier, als sie das helle Licht der Abendtafel umfloß, an der der Gatte und Käthe bereits Platz genommen hatten. Georg war wie zum Mittagsessen auch jetzt nicht erschienen.

Das Mahl verlief wie immer in letzter Zeit In ziemlich trüber Einsilbigkeit, nur mühsam schleppte sich die Unterhaltung in ein paar kon­ventionellen Floskeln hin.

Ruths Ausfahrt war kaum bemertt worden »nd wurde mit Wort berührt.

Der SraL;..e sich, sobald es irgend angängig 8?nr. dem Vorwande, noch mehrere drin- sic ^^Rechnungsabschlüsse erledigen zu müssen,

Zimmer zurück; doch auch nach feingm

und General Adlerberg konnte deshalb sofort eine überwältigende Masse zuverlässiger Trup- pen gegen die Meuterer entsenden. Diese Trup- Paris, 5. Aug. DerPetit Parisien" be- I pen bestanden aus Infanterie und Feldartil- zeichnet die in amerikanischen Blättern verbrei- I lerie der Garde unter dem Kommando des tete Nachricht von dem beabsichtigten Verkauf I Obersten Scheelow. Gegen 3 Uhr morgens er­ber Frankreich gehörenden Insel Tahiti an I öffneten die Maschinengewehre das Feuer, das England als unzutreffend. - I von den Rebellen mit Eewehrfeuer erwidert

Petersburg, 5. Aug. Zum Oberprokurator 1 wurde. Oberst Scheelow ließ darauf die schwe- des heiligen Synods wurde D. F. Samarin er- I rett Geschütze in Tätigkeit treten. Vier gut ge- uannt. I zielte Granaten genügten, um die Rebellen zur

London, 5. Aug. Der Berliner Korrespon- I Unterwerfung zu bringen. Auf Fort Konstan- dent derDaily Mail" hält es für angebracht, | tin ersetzte die weiße Flagge die rote. Es ver- besonders zu betonen, daß die deutsche Presse I lautete später, daß die Artilleristen des Forts einen auffallenden Mangel an Begeisterung mit I die Meuterei gebrochen hätten. Sie hätten sich Bezug auf den bevorstehenden Besuch König I geweigert, den Rebellen die Geschütze auszulie- kduards bezeuge. Die Tatsache stimmt. Aber I fern, und hätten außerdem ihre Offiziere ge- ivundern sollte sich gerade dieDaily Mail" am I waltsam befreit. Die meuterischen Seeleute rllerwenigsten darüber. . I schlossen sich in ihre Kaserne ein und verweiger-

London, 5. Aug. Aus Kapstadt wird ge- I ten noch um 10 Uhr morgens die Kapitulation, meldet, 3 deutsche Kolonnen hätten bei Mols- I In allen Straßen von Kronstadt bewegen sich drift vergeblich eine Abteilung Hottentotten I ununterbrochen Kavallerie- und Infanterie-Pa- einzuschließen versucht und dabei an Toten 3 I trouillen. Den Passanten wird geraten, nach Offiziere und 5 Mann zu verzeichnen gehabt. I Hause zu gehen, da vielleicht geschossen werden (Anderweitige Bestätigung liegt nicht vor.) I müsse. Am 2. August nachmittags waren sämt- ......... ... ii................ I liche Läden geschlossen. Die revolutionäre Par- Qlty tei zeigte sich sehr niedergeschlagen. Sie hatte

Zur LugC lU JlllBlunv, I auf den Anschluß der Infanterie und Artillerie

Die Meuterei in Kronstadt. ' I gerechnet, weil die Truppen im Oktober die Die Meuterei in Kronstadt begann nach dem ersten waren, die revoltierten. Diesmal ver-

Bureau Reuter mit Gewehrschüssen um Mittel- sagten sie vollständig und die Revolution brach

nacht des 2. August. Die Garnison wurde so- I dadurch zusammen. Aus Petersburg lief der fort alarmiert. Man stellte fest, daß das vierte I Befehl ein, die Rädelsführer der Meuterer ohne und das fünfte Marinebataillon revolttert hat- I weitere Umstände zu erschießen. Die Zahl der ten. Es waren dies die einzigen in Kasernen I Meuterer wird auf 400 Pioniere und 2000 bis befindlichen Marinetruppen. Daß die Meuterei I 2500 Seeleute geschätzt.

eine rein politische war, geht schon daraus her- I Die Revolutionäre hatten aus den Anschluß vor, daß jede Plünderung unterblieb. Zwei I der Flotte gerechnet und die Hoffnung war wohl Kompagnien Pioniere, die auf der Insel Kotlin I nicht ganz unbegründet, denn die in den Hän-