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Erstes Blatt

hinein.

(Fortsetzung folgt.)

4,

Doch sie wollte nicht wieder schwach werden! sie machte es sich und den anderen damit ja nur immer noch schwerer.

Mit einem energischen Ruck schüttelte sie dies« Regung kleinmütiger Verzagtheit ab und trug Ruth mit fester Stimme auf, Georg zu bitten, er möge sie am anderen Nachmittag gegen sechs Uhr am Grenzstein der beiderseitigen Forstreviere bei der Einmündung des Sinderoder Landweges in die Rahnfelder Chausiee erwarten.

Sie begleitete Ruth mit Ulrike noch bis zur Eemballaschen Ausspannung und trennte sich hier von ihr mit kurzem, aber herzlichem Ab­schied.

Mit feuchten Augen sah die Gräfin der hohen Gestalt des jungen Mädchens nach, bis sie an der Ecke des Marktes immer mehr in den wogenden Regennebeln verschwand.

In schwerer Selbstanklage hob sich ihre Brust; dort ging ein Mensch, der um ihretwillen litt, und dem sie nicht helfen konnte, auch mit dem reinsten Willen nicht, weil ein dritter, den sie beide liebten und von dessen Haupte sie beide gleichermaßen jedes Unheil abgewendet wissen wollten, von dieser Hilfe rettungslos vernichtet worden wäre.

In krankhaftem Zwange drängte sich dies« Gedankenverbindung immer wieder in de« Kreis ihrer Vorstellungen, als sie jetzt die öde Rahnfelder Chaussee nach Hause fuhr.

Sie hatte das Verdeck ihres Wagens aufge­klappt gelassen und gab, ungeachtet, daß di. Rässe der Atmosphäre erkältend in ihr empor­zusteigen begann, ihre glühende Stirn abstchtlrch dem Winde und rieselnden Regen prers. :

Zuweilen sank das Gefährt tief tm Morast ein, rüttelte und schwankte, und dre Pferde patschten in Wasserlachen, , daß die trübe« Tropfen bis zu ihr hinterspritzten. i

Ruth achtete all dessen nicht, wie geistes- abwesend fuhr sie in die neblige Dämmerung

136 001,91 (138 184,01 Mark und in Aache« 124 416,61 (25 854,33) Mark.

Das Eesamtvermögen ist um rund 7901 Mil­lionen, dagegen der Kapitalwert der Schulde« nur um 2338 Millionen Mark und das veran­lagte Vermögen um rund 5564 Millionen Mar­gestiegen, k ------*

Alters- und Invalidenverfiche- rung für die Privatbeamte«.

Wenngleich für die nächste Zeit kaum an eine wesentliche Umgestaltung der Alters- und In­validenversicherung zu denken ist, wird doch di« Agitation, die eine beträchtliche Erweiterung des Kreises der Versicherten zur Folge habe« könnte, auch gegenwärtig eifrig fortgesetzt. Es handelt sich um die Einbeziehung der Privat­beamten in die Versicherung. DieVerl. Pol, Nachr." berichten hierüber: Man wird sich er­innern, daß in weiten Kreisen der Handwerker eine Zeitlang der Wunsch auf Einbeziehung in die Versicherung rege war. In den zuständigen Regierungskreisen ging man auf den Wunsch nicht ein, einmal, weil ein noch größerer Teil des Handwerks von der staatlichen Versicherung nichts wissen wollte, und sodann, weil mit del Einbeziehung des Handwerks in die Verfiche- rungspfljcht, das bisher ihr zugrunde liegend« Prinzip der Versicherung nur von Angestellten, im Gegensatz zu selbständigen Gewerbetreiben­den durchbrochen worden wäre. Man hat auch nicht gehört, daß im Handwerk über diese End­entscheidung eine besondere Betrübnis Platz ge­griffen hätte. Viel energischer wird der Ver­sicherungszwang von dem großen Kreise der Privatbeamten angestrebt. Sie passen sich als Angestellte auch durchaus dem Kreise der bisher schon versicherten Personen an. Es ist bekannt, daß diese Erweiterung des Kreises der Ver­sicherten von der Regierung als erwägenswert bezeichnet ist, und daß nur vor einer Entschei­dung in der Angelegenheit mit vollem Rechte eine Einsichtnahme in die Verhältnisse der Pri­vatangestellten als notwendig erachtet wurde. Zu diesem Zwecke wurde eine Erhebung veran­staltet, deren Ergebnisse gegenwärtig der Be­arbeitung unterliegen. Rach dem Stande dieser Arbeiten ist anzunehmen, daß eine Denkschrift über die Verhältnisse der Privatangestellten dem Reichstage schon im nächsten Tagungsab­schnitt zugestellt werden kann, damit auch das Parlament sich auf Grund sicherer Unterlagen im Prinzip über die in Rede stehende Frage ent­scheiden kann. Man darf also annehmen, daß spätestens im nächsten Jahre Regierung und Parlament zu einer Verständigung über di« Versicherungspflicht der Privatangestellten ge­langen werden. Wenn sie ein positives Ergebnis

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JnserttonSgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Pfg, Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Umschau.

Einkommen und Vermöge« in Preußen.

Der vom preußischen Landesamt bearbeiteten Statistik der preußischen Einkommensteuerver­anlagung für das Jahr 1905 und der Ergän­zungssteuerveranlagung für die Jahre 1905/07 entnehmen wir folgende Mitteilungen:

In Preußen ist für das Steuerjahr 1905 bei 4 393 219 Zensiten der Betrag von 201 768 897 Mark an Einkommensteuer veranlagt worden. Gegen das Vorjahr ergibt sich ein Mehr an Zen­siten von 259 680 und an Steuern von 10 537 950 Mark. Mit einem Einkommen von mehr als 3000 Mk. sind veranlagt 501437 Zensiten (phy­sische Personen), und zwar in den Städten 385 528, in den Stadtkreisen insbesondere 275 341, auf dem Lande 115 909.

Sie dachte nur an das eine, was ihr un­mittelbar bevorstand: die Trennung.

Mit dem raschen Stimmungswechsel von der sieghaftesten Lebensbejahung bis zur äußersten Verzweiflung, dessen die Jugend innerhalb kurzer Attgenblicke fähig ist, glaubte sie auf ein­mal gleichsam in einer Vision ihr künftiges Da­sein bis zu seinem Schlüsse vor sich zu sehen, so wie sie es einst auf einem Bilde der letzten Ber­liner Kunstausstellung geschaut hatte: Zwei öde, kahle, endlos scheinende Mauern unter einem trüben, bleigrauen Himmel und inmitten dieser verlassenen Gasse ein elendes Weib, in Lumpen gekleidet, gesenkten Hauptes, stumpfsinnig in die düstere Ferne der Mauern hineinhastend.

Die heiße Todessehnsucht, die sie nach der Unterredung mit dem Vater mit so übermäch­tiger Gewalt ergriffen hatte, keimte von neuem in ihr auf.

Sterben sterben mit Georg vereint ster­ben ihm den letzten Lebenshauch vom Munde küssen!--

Der Gedanke berauschte sie förmlich.

Was kümmerte sie noch die Welt, nachdem ihr das Liebste auf dieser genommen worden war!

Wenn sie ihm selbst diesen Vorschlag machte, wenn sie ihn bat, gemeinsam mit ihr hinabzu­steigen in das finstere Tal der Schatten?

Und dann wieder inmitten dieser trunkenen Todesräume überfiel sie ein eisiger Schrecken.

Sie war doch noch so jung, so jung und wollte leben, hatte leben wollen im ganzen Glück und Sonnenschein ihrer Liebe.

Vor Jahren hatte sie einmal einen Jungen gesehen, der beim Fischen im See ertrunken und erst nach langem Suchen gesunden worden war; zufällig war sie gerade des Weges gekommen, als man die Leiche bei der Sinderoder Försterei gelandet hatte.

In plastischer Deutlichkeit sah sie das Bild des armen Burschen plötzlich wieder vor stch, das kreidig-fette Gesicht vom Wasser aufgedun«^

Erscheint wöchentlich siebe« mal.

Druck Md Verlag: Joh. Ang. Koch, Univerfitätr-Buchdrnckerri 41,-Yflhnj. Marburg, Markt 2L - Telephon 65. -o**M*H«

Marburg

Sonntag, 5. August 1906

versprochen, über verschiedene wichtige Fragen authentische Auskünfte zu erteilen. Einmal war eine Uebersicht über die zur Zeit in Deutsch­land bestehenden Kartelle in Aussicht gestellt. Die betreffende Denkschrift mit ausführlichen Anlagen, in denen namentlich die Satzungen der Kartelle wiedergegeben wurden, ist dem Reichs­tage Ende November vorigen Jahres unter­breitet worden. Sodann war in Aussicht gestellt eine Zusammenstellung der auf die Kartelle be­züglichen Bestimmungen der inländischen und ausländischen Gesetzgebung unter Berücksich­tigung der wichtigeren Entscheidungen der ober­sten Gerichtshöfe. Auch dieses Versprechen ist noch im vorigen Tagungsabschnitte eingelöst. Das überaus wertvolle Material ist dem Reichs­tage in einer besonderen Denkschrift unter­breitet worden. Endlich hatte die Regierung eine Würdigung der Ergebnisse der durch kon- tradiktorische Verhandlungen im Reichsamt des Innern veranstalteten Kartellenquete an der Hand einer Preisstatistik in Aussicht gestellt. Es ist selbstverständlich, daß an die Ausarbei­tung dieser Denkschrift erst herangetreten wer­den kann, nachdem die Enquete zu einem ge­wissen Abschluß gekommen ist, Im laufenden Jahre aber haben ja noch Kartellverhandlungen im Reichsamt des Innern stattgefunden. Eine solche preisstatistische Uebersicht würde natürlich von großem Wert sein; sie erfordert aber zur Herstellung beträchtliche Zeit. Man kann immer­hin annehmen, daß dem Reichstage zur Beurtei­lung des Kartellwesens auch noch dieses Ma­terial geboten werden wird. Ob es schon im nächsten Tagungsabschnitt der Fall sein wird, ist mit davon abhängig, ob noch weitere kontra- dittorische Verhandlungen im Reichsamt des Innern abgehalten werden. Daß die Absicht da­zu vorhanden wäre, hat man bisher nicht gehört.

Das veranlagte Einkommen beträgt 9 668 607 595 (1904 9 122 689 561) Mark, ist also gegen das Vorjahr um 5,98 Prozent gestiegen. Betrachtet man die Regierungsbezirke im ein­zelnen, so weist das höchste Durchschnittseinkom­men wie in den Vorjahren Wiesbaden mit 3087,61 Mark auf; die niedrigsten Beträge ha­ben wiederum Arnsberg mit 1618,52 Mark, Trier mit 1727,62 Mark und Stade mit 1766,16 Mark. Das Durchschnittseinkommen für Berlin beträgt 2366,60 (1904 2397,28) Mark. Das ver­anlagte Einkommen der Zensiten mit mehr als 3000 Mark Einkommen beträgt 4 459 321 870 (4 227 609 061) Mark, ist also gegen das Vor­jahr um 5,48 Prozent gestiegen. Das Sollauf­kommen der Einkommensteuer in Höhe von 188 036 080 Mark verteilt sich auf die Städte mit 141 788 053 Mark und auf das Land mit 46 248 027 Mark. Es ist mithin gestiegen von je 100 überhaupt auf 105,87, in den Städten auf 185,85 und auf dem Lande auf 105,94. Der Steuerbetrag des einzelnen Zensiten stellte sich im Durchschnitt in den Städten auf 2,07, in den Stadtkreisen insbesondere auf 2,14, auf dem Lande 1,64, überhaupt 1,94 Prozent des veran­lagten Einkommens. Auf den Kopf der Bevöl­kerung entfallen in den Städten 8,72, in den Stadtkreisen 11,26, auf dem Lande 2,31 und überhaupt 5,18 Mark.

Die neue Veranlagung zur Ergänzungssteuer hat ein Mehr von 81736 Zensiten und 3 352135,40 Mark an Steuer ergeben. Veran­lagt sind 1379 221 (1902 1297 485) Zensiten, gleich 3,80 (3,76) Hundertteile der Gesamtbevöl­kerung, und zwar in den Städten 666 283 (616 917), gleich 4,10 (4,10) vom Hundert, in den Stadtkreisen insbesondere 374 669 (339 812), gleich 3,81 (3,83) vom Hundert, und auf dem Lande 712 938 (680 568), gleich 3,56 (3,49) vom Hundert.

Das gesamte steuerpflichtige Vermögen der Zensiten in Höhe von 82 410 286 903 (75 657 746 085) Mark entfällt auf die Städte mit etwas über 52 Milliarden (gegen 1802 mehr: 4y2 Milliarden), auf das Land mit etwas über 30^ Milliarden (mehr nicht ganz 2% Milliar­den). Das Durchschnittsvermögen jedes Zen­siten stellt sich daher in den Städten auf 78 227,58 (77 127,77) Mark, auf dem Lande auf 42,484,17 (41253,84) Mark, überhaupt auf 59 751,33 (58 310,87) Mark. In den Stadtkrei­sen beträgt das Durchschnittsvermögen 103 089,90 (102 822,69) Mark, darunter in Frankfurt a. M. 189 166,87 (186 000,98) Mark, in Charlotten- burg 181 524,21 (174 073,18) Mark, in Essen 170 606,45 (161752,36) Mark, in Wiesbaden 160 712,41 (149117,34) Mark, in Düsseldorf 144 207,67 (133 041,97) Mark, in Berlin 140 556,51 (145 208,94) Mark, in Bonn

fen, die verglasten Augen starr geöffnet, den Unterkiefer schlaff auf die Brust herabgesunken.

Wie ein schwarzer Schatten war diese erste Berührung mit dem Tode in ihr Hellejunges Leben hereingefallen, daß sie die entsetzliche Er­innerung monatelang nicht verlassen hatte.

Und so sollte man sie in wenigen Tagen vielleicht auch aus den Fluten des Redingsees ziehen.

Ihr ward, als packe sie plötzlich eine riesige Faust int Genick, daß ihr fast der Atem verging.

Sie stützte den Kopf in die Hand, und lang­sam stahl sich wieder Träne auf Träne zwischen den schlanken Fingern hindurch.

Allmählich erstarb auch die leise Unterhal­tung Ruths und Ulrikens; der große Schmerz forderte seinen Tribut des Schweigens.

So saßen sie lange still und unbewegt alle drei und starrten vor sich hin in das melancho­lische Dunkel des kleinen Zimmers.

Endlich stand Käthe auf, setzte den Hut auf dem verwirrten Haar zurecht und mahnte zum Aufbruch.

Man hatte sich ja doch nichts mehr zu sagen; die halb fatalistische Hoffnung, aus der heraus sie Ruth überhaupt nur um das Rendezvous ge­beten, daß aus einer gemeinsamen Besprechung doch vielleicht noch im letzten Moment das Licht eines neuen Ausweges aufblitzen werde sie hatte sie betrogen.

Das Schicksal ging unbeirrt seinen Gang weiter.

Morgen um diese Zeit hatte sie Georg viel­leicht schon gesprochen, war alles vorbei.

Und wieder vierundzwanzig Stunden später saß sie bereits mit Tante Ulrike in irgend einer Berliner Hotelkarawanserei, das Leben der Friedrichstadt tobte zu ihren Füßen vorüber, und der ganze Traum ihres stillen Liebesglücks im fernen Osten war für immer zu Ende.

Ein schneidender Schmerz, der sie wie Messer­schärfe durchfuhr, trieb ihr bei diesem Gedanken wieder das Wasser in die Augen, - -

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain, k

SonrrtagsdeUager Allustrirtes GonrttsKS-rM.

88 (Nachdruck Verboten.)]

Die Kette.

jXy Roman von Hans Schulz«.

" (Fortsetzung.)

.... Zweifellos war, wie aus seinem ganzen Wesen hervorging, sein Mißtrauen gegen Vater Und Mutter bereits in hohem Grade erregt; es Band mit Sicherheit zu erwarten, daß er in erster inie bei ihnen die treibende Kraft für Käthes Entschluß suchen und nicht eher ruhen würde, als bis er ihnen oder, wie er es bereits am Abend seiner Ankunft angekündigt, dem Baron Sinderode den Schlüssel dieses Geheimnisses entrissen hätte.

Georg mußte also auf jede Weise an einer Aussprache mit dem alten Baron, dessen Beneh­men ja ganz unberechenbar war, gehindert werden.

Die einzige, deren Einfluß stark genug schien, ihn von einem solchen Schritt abzuhalten, war Käthe.

Gelang es ihren Bitten nicht, Georg dazu zu bewegen, sich gleich ihr in sein Schicksal zu er­geben, so waren alle Anstrengungen, alle Opfer­freudigkeit umsonst.

Dieser Gedanke hob sich aus der gemeinsamen Debatte allmählich immer klarer heraus.

Bei Käthe lag der Schwerpunkt der gesamten Aktion; nicht nur mehr passiv, sondern auch aktiv stand sie auf einmal im Mittelpunkt der ganzen Tragödie alles übrige erschien neben diesem Grundprinzip klein und nebensächlich.

So hörte Käthe denn auch kaum darauf hin, welche Reisepläne Ulrike, um das Gespräch nach und nach auf ein leichteres Thema hinüberzu­lenken, der Gräfin eifrig entwickelte.

' Es war ihr ja so gleichgültig, wie sich ihr Leben gestaltete, wenn sie Georg verloren hatte, ob sie nach Norderney oder dem Salzkammer- tzut ging, ob sie später in Berlin oder in Wies­baden wohnen würde,

Die Verhältnisse im Handwerk.

In verschiedenen Behörden wird an Denk­schriften gearbeitet, die dem Reichstage un­terbreitet werden sollen. Die Denkschrift, in der die Verhältnisse der Privatbeamten dargestell werden, um eine Unterlage für die Entscheidung über die Invalidenversicherung dieser Kategorie von Angestellten zu erlangen, erwähnten wir ierst kürzlich. Eine mindestens ebenso umfang­reiche Arbeit verursacht die Denkschrift über die Verhältnisse im Handwerk. Nachdem durch die Gewerbeordnungsnovelle vom Jahre 1897 die Handwerksorganisation, die ihre Spitzen in den Handwerkskammern hatte, eingeführt war, wollte man Gewißheit darüber haben, wie die Neuerung auf die Verhältnisse dieses wesentlich­sten Bestandteiles des Mittelstandes eingewirkt hätte, und veranstaltete eine Erhebung. Cs wurde sämtlichen Organen des Handwerks ein Fragebogen unterbreitet, in dem eine große Zahl von Fragen zur Beantwortung gestellt war. Die Ausfüllung und Einsendung dieser Dogen hat geraume Zeit gewährt, das Material aber, das damit für die Beurteilung der Ver­hältnisse im Handwerk gewonnen ist, ist dafür auch besonders umfangreich, so umfangreich, daß man kaum damit rechnen kann, die darauf auft zubauende Denkschrift noch in diesem Jahre fer­tigzustellen. Der Reichstag dürfte demnach die Denkschrift erst in der zweitnächsten Tagung zur Kenntnis zugestellt erhalten. Des weiteren ist eine Denkschrift über die Frage der Einführung eines Vergleichsvorverfahrens im Konkursrecht in Ausarbeitung. In kaufmännischen Kreisen gibt man sich der Hoffnung hin, daß durch eine solche Neuerung verschiedenen betrügerischen Manipulationen bei der Abwickelung von Kon- kursen vorgebeugt werden könnte. Dieser Hoff­nung ist auch int Reichstage seitens einiger Ab­geordneten Ausdruck gegeben. Ob sich die Ange­legenheit in der Praxis so würde erledigen lassen, wie in der Theorie gegenwärtig gehofft wird, ist fraglich. Die Erfahrungen, die in Eng­land mit dem Konkursrecht nach dieser Richtung gemacht sind, sprechen nicht für die vorgeschlagene Neuerung. Es dürfte aber die im Reichsjustiz­amt in Angriff genommene Denkschrift über die Frage einige Aufklärung bringen. Wahrschein­lich ist es schließlich auch, daß dem Reichstage noch eine Denkschrift über das Kartellwesen zu­gehen wird. Die Regierung hatte vor längerer Zeit, als noch die Agitation für eine Einschrän­kung der Tätigkeit der Kartelle durch die Gesetz­gebung besonders lebhaft war, dem Reichstage