Marburg und Umgegend.
[(”1(15)6tue! aller Origmalartikel ist gemäß § IS des Urheberrechts nur mit der deuilichen Quellenangabe .Oberhess. Zig." gestattet),
Marburg, 2. August.
* Universität. Professor Dr. med. von Dansemann, Privatdozent für Pathologie »nd pathol. Anatomie an der Universität Ber- Sn, hat einen Ruf als Nachfolger Professor fchoffs hierher erhalten. Die Annahme ^es Rufs ist noch nicht entschieden.
8 Bürgerversammlnng. Die Frage des Ankaufs des Museumsgebäudes durch die Stadt ist schon so oft und so ausführlich in Versammlungen und in der Presse erörtert worden, daß pch eigentlich wenig Neues noch darüber sagen läßt. Jetzt handelt es sich nur darum, welche Maßregeln die Stadt zu ergreifen gedenkt und für heute abend steht der Punkt bekanntlich Siebet auf der Tagesordnung der Stadtverord- etenversammlung. Um nun noch einmal die Kkeinung der Bürgerschaft zu hören, hatten Jn- iteresienten eine Bürgerversammlung auf gestern abend im großen Museumssaal angesetzt. Nqch- dem gegen y210 Uhr etwa 60—70 Herren erschienen waren, eröffnete Herr August Heppe mit kurzen Begrüßungsworten die Versammlung. Er wies dann nach erfolgter Bureauwahl auf die frühere Versammlung und die damals gefaßte Resolution hin und verband damit - einen Hinweis auf das aufgetauchte Projekt, daß eine Aktiengesellschaft das Museum erwer- ten und die Stadt dabei Hauptaktionärin werden soll. Dies bestätigte auch der anwesende Stadtverordnete Schäfer und fügte hinzu, es wäre ihm lieb, die Meinung der Versammlung ilt? dieses Projekt zu hören. Seiner Ansicht »ach wären dies zwei Hebel, jedenfalls fei dann ba Erwerb des Museums seitens der Stadt vor- zuztehrn, obgleich er prinzipiell dagegen sei. Er sührte dann weiter feine bekannten Bedenken gegen den Erwerb des Museums aus und legte ziffernmäßig dar, wie teuer die Sache der Stadt ja stehen komme. Stadtv. Dietrich schloß sich dieser Ansicht an und führte aus, daß er gegen den Erwerb des Museums durch die Stadt fei. Stadtv. Stroinsky gab seiner Verwunderung darüber Ausdruck, daß so äußerst wenig Marburger Bürger da seien. Jedenfalls wäre es Lesser gewesen, wenn die (Einbetufer, die et jetzt kenne, ihren Namen unter das Inserat gesetzt hätten. Er wünsche, daß die Anwesenden sich einmal äußerten, wie sie eigentlich dächten; die Stadtverordneten wollten doch hören und nicht reden. Er sei der Ansicht, daß die Stadt das Museum erwerbe oder eine Aktiengesellschaft gründe. Der Redner knüpft an diese Ansicht längere Betrachtungen, ob es im Interesse der Stadt liege, solch ein Besitztum zu haben. Diese Frage müsse et unbedingt bejahen. Marburgs Entwicklung verlange, daß irgend etwas für die Allgemeinheit geschaffen würde, und dazu gehöre ein großer Saal, über den die Stadt verfügen könne. Wenn Marburg 40000 Einwohner habe, genüge das Museum immer noch, da brauche man kein neues Theater. Jrn Interesse bet Stadt liege zweifellos der Erwerb des Mu- feurns, entweder ganz oder als maßgebender Aktionär. Marburg müsse für die Zukunft sorgen. Herr Heppe sprach sich entschieden gegen den Erwerb des Museums aus; es würde eine Schraube ohne Ende werden und die Steuerzahler müßtens bezahlen. Herr ©ans schloß sich tut und wies darauf hin, daß der Theatersaal im Museum von dem Augenblick an nicht mehr genüge, wo das Gebäude städtisch würde. Herr Schäfer meinte, daß man an maßgebender Stelle schon mit einem jährlichen Zuschuß von 5000
mosaik (Obermeister Joh. Brauer), zinnerner Leuchter (Mechaniker Markus Schmidt), zinnerner Untersatz zumWarmhalten der Speisen (Beigeordneter Schimpfs), Schnupftabaksdose aus Messing, sog. Holländer (Schlossermeister Sa- lowski), Schnupftabaksdose aus Holz (Schlosser- meister Heinrich Ernst), 6 Holzformen für Anisgebäck (Bäckermeister Heinrich Keßler), 2 rotlackierte Leuchter, Tabalsbehälter aus Ton, Körbchen aus Ton (Geschwister Ammenhäuser), weißseidener Tabaksbeutel (Fräulein Emmy stuise Erotefend), geblümtes Porzellan-Milch- lännchen int Biedermeierstil und französischer Fayenceteller aus Ereil (Professor Wiegand), gestickter Schellenzug (Fräul. Mathilde Eroos), Stadt Dortmund, Kupferstich von 1621 (Rentner Max Seippel), gepolsterter Rokokostuhl (Frau Geh. Rat llbbelohde), Eoldwage (Rentner Litt- mann), Ausschellglocke (Sprachlehrer Tilly).
9. Kinderspielzeug. Kaufladen aus den 50er Jahren und Schachtel mit Dorf zum Aufstellen (Schlossermeister Heinrich Ernst).
10. Kleidung und Schmuck. Rosa- seidenes Mieder, drei Kinderhäubchen aus Brokat, drei Stücke bestickten Brokat (Uhrmacher Freund), Halskette aus schwarzen Glasperlen (Rentner L. Müller), grüne Samtjacke aus Ockershausen (Professor Wiegand), lederne Kniehosen von der Schwalm (Kunstmaler Lins in Düsseldorf), Spitzenkragen und Fichu, Ans. k 19. Jahrh. (Fräulein Emmy Luise Erote- fenb), Vrustschmuck aus Mornshausen (Professor Wiegand).
11. SBa^en. Säbel und Bandelier mit Säbeltasche der Marburger BLrgergarde .'(Bankier M. Eichelberg), Flötet (Sprachlehrer ßkilly), französisches Tabati^geweht (Beigeord- Zeter Schimpfs), Säbel der Bürgergarde (Ee- jschwister Ammenhäuser), kurhessischer Offiziersdegen, Fabrikat Bindernagel in Cassel (Professor Wiegand).
,12. Handwerk und Zünfte. Zunst- vtief der Marburger Schreinerzunft von 1789 fSchreinetinitung, Leihgabe). Aunftbricf der ,
bis 6000 e« gerechnet hatte. Stadtv. Stroinsky trat den Ausführungen entgegen. Marburgs Wohlstand beruhe auf dem Zuzug von außerhalb und wenn nichts geboten würde, höre der Zuzug auf. Der Museumssaal reiche völlig aus und könne mit kleinen Mitteln noch verbessert werden. Der Musemnswirt Kohlet kam des längeren auf die Rentabilität des Museums zu sprechen und bemerkte, daß nicht das Theater, sondern die Tüchtigkeit des Wirts die Rentabilität des Museums bedinge. Um richtig arbeiten zu können, müßten mindestens 100 000 cM. in das Gebäude hineingesteckt werden. Er sei dafür, daß die Stadt das Museum so billig wie möglich kaufe, denn es müsse viel Geld hineingesteckt werden. Im Anschluß an diese Erörterungen sprachen noch einige Redner und schließlich kam es zwischen dem Museumswiit und dem Stadtv. Stroinsky zu einer Auseinandersetzung über die Betriebsweise im Museum und die Einnahme, die ein Wirt dort habe. Herr Kohler behauptete, daß er von der Museumsgesellschaft seht wenig habe, fünf Mark im Tag, das sei alles. Er habe zwar einmal auf das Museum geboten, aber seiner Ansicht nach zuviel. Der Stadtv. Stroinsky trat diesen Ausführungen entgegen und schließlich fand eine Abstimmung statt. Die große Mehrheit der Versammlung war dafür, daß die Stadt sich in keiner Weise beim Erwerb des Museums beteilige. Gegen ?/>V2 Uhr wurde die Versammlung geschlossen.
() Altertumsfunde. Nahe bei der Kirche in Odenhausen an der Lahn (Station Friedel- Hausen) ist in diesen Tagen auf Veranlassung des Archivdireftors Dr. Frhrn. Schenck zu Schweinsberg aus Darmstadt eine Ausgrabung veranstaltet worden, die die Reste eines stattlichen Turmes sowie zahlreiche Ziegelstücke, Ee- fäßschetben, Eisenteile u. dgl. zu Tage gefördert hat. Es handelt sich wahrscheinlich um die Trümmer eines int 13. Jahrhundert erbauten Sitzes der in dieser Gegend reich begüterten Dynasten von Merenberg. Der hiesige E e - schichtsverein wird am kommenden Sonnabend, 4. d. Mts., die Ausgrabung besichtigen. Hieran wird sich ein Besuch von Fronhausen an der Lahn anschließen.
* O. H. T. B. (Westerwaldfahrt.) Die diesjährige Tour in das Gebiet des angrenzenden Westerwald-Clubs verspricht sehr lohnend zu werden. Um die Wanderung frühzeitig beginnen zu können, fahren die Teilnehmer Samstag Abend nach Herborn, wo für Quartier im Ritter gesorgt ist. Sonntag Morgen den 5. August früh 7.05 fährt der Zug der neuen Westerwaldbahn nach Schönbach, von wo die Wanderung über Breitscheidt, Rabenscheid, Weißenberg, Neukirch (die höchsten Terrassen des Westerwalds) beginnt. Nachdem der Salzburger Kopf (658 m) genommeen ist, geht die Wanderung talabwärts Über Marienberg, den Wolfstein, Korb nach Hachenburg, wo die sechsstündige Wanderung des ersten Tages endet. Der zweite Tag bringt die Wanderer nach Kloster Marienstadt, die Krop- pacher Schweiz und nach Station Ingelbach mit der Bahn nach Westerburg, von wo die Dornburg mit ihrem ewigen Eis bestiegen wird. Heber die St. Blasius-Kapelle führt der Weg nach Frickhofen und mit der Bahn nach Höhr. Nacht- quartier im Hotel Müllenbach. Dienstag morgen nach Besichtigung der ,^Kannebäckereien" wird der Weg durch die herrlichen Täler derBrex- bach und Sayn Über Nauort, Isenburg nach Sayn führen. Dann nimmt die Elektrische die Wanderer auf bis Vallendar, wo einen schönen Ausblick auf den stolzen Rhein die Humboldt- höhe bietet. Weiter mit der Elektrischen nach Ehrenbreitstein und dem Wallfahrtsort Urenberg, von wo nach zweistündiger Wanderung das Ziel des Tages, Bad Ems, erreicht wird. Der Abendzug bringt die Gesellschaft zu den
Marburger Metzgerzunft von 1790 (Metzgerinnung, Leihgabe), Lehrbrief von 1816 und Meisterbrief von 1823 für Ferdinand Purgold (Vuchbindermeister Adolf Purgold), 3 Schreinergesellenzeugnisse von 1787,1805,1806 (Schreiner- meister Heinrich Lang), Bäckergewerbepatent von 1813 (Maurermeister Brauer), Lehrbrief eines Chirurgen von 1736 (Kaufmann C. Schmidmann, Leihgabe), Handwerksburschenfelleisen seines Vaters Philipp Ernst (Schlosser- meister Heinrich Ernst), Schlosserzunftfahne und Maurerzunftfahne (Ungenannt).
13. Apotheke. Schachtel mit 14 alten Apothekergewichten (Kaufmann Georg Schaaf),
2 deutsche, 3 kurhessische, 1 badische, 4 preußische Pharmakopöen, Codex mebicamentarius Ham- burgensis, kurhesstsche Medizinalordnung, preußische Arzneitaxe von 1815 (Apotheker Ruppers- berg).
14. Studentisches. 2 Bretter aus dem Marburger Universitätskarzer mit eingeschnitte- nen Namen (Steinhauer Haupt, Ockershausen), 6 Postkarten mit Marburger Studentenwappen (Buchbindermeister Schaaf).
15. Münzen und Stempel. 8 hessische,
5 preußische Münzen (Bankier M. Eichelberg), Schützenabzeichen vom 11. Verbandsschießen des Gaues Hessen-Nassau (Rentner Dietrich Matthäi), 5 Kupfermünzen von Landgraf Friedrich II. (Professor Wiegand), Westfälisches >-Centimestück (Kunstmaler llbbelohde), hefsi- cher V24 Taler von 1788 (Polizeisergeant Ilrich), 33 Silber- und Kupfermünzen und Metallschild mit kurhessischem Löwen (Uhrmacher Freund), Petschaft der Einhornapotheke aus dem 18. Jahrh. (Apotheker Ruppersberg, Leihgabe), Siegel der Stadt Rauschenberg (Professor Wiegand).
Wir schließen unseren Bericht diesmal mit dem Wunsche, daß alle diejenigen, welche bisher noch keine Zeit gefunden haben, die Ausstellung zu besuchen, dies recht bald nachholen mögen. Sie wird bereits im Laufe des August geschlossen werden.
heimischen Penaten zurück. „Fttsch auf nach dem Westerwald."
- Personal-Nachrichten. Pensioniert wurde vom 1. Oktober ab der Archrvdiener Paulus auf dem Schloß.
§ Die Pflichtseuerwehr hielt gestern abend auf dem Kämpfrafen eine Hebung ab. Bei der Namensverlesung stellte sich heraus, daß viele unentschuldigt fehlten.
«--Erledigte Stellen. Die evang. Schulstelle zu Rengersfeld, Kreis Gersfeld, kommt wegen Austritts des gegenwärtigen Inhabers aus dem diesseitigen Schuldienst am 1. Oktober zur Erledigung. — Die zweite Schulstelle in Oberaeis wird vom 1. August d. I. ab frei. — Eine mit Kirchendienst verbundene Lehrerstelle an der evangelischen Volksschule in Oberschönau ist zum 1. Oktober d. Js. anderweit zu besetzen. — Die kath. Schulstelle in Lütter soll infolge Pensionierung ihres seitherigen Inhabers vom 1. Oktober d. I. neu besetzt werden. — An der kath. Volksschule zu Großkrotzenburg ist eine Lehrerstelle zu besetzen.
§ Schöffengericht. Zwei fremde Kollektanten, die für ein Kinderheim gesammelt und das Geld für sich behalten hatten, wurden zu 11 bezw. 18 .K Geldbuße verurteilt. — Der Schreinergeselle Rößler von hier stand unter der Beschuldigung, bei der Schützenpfuhlbrücke gegenüber dem arbeitswilligen Schreinergesellen Daniel Otto aus R.-Holzhausen beleidigende Aeußerungen getan zu haben. Ein als Zeuge vernommener anderer streikender Schreinergeselle wollte nichts davon gehört haben; gegen ihn soll deshalb das Verfahren wegen Meineid eingeleitet werden. Rößler wurde zu 9 «.# Geldstrafe verurteilt, außerdem wurde dem beleidigten Schreinergesellen das Recht der Publikation des Hrteils auf Kosten des Angeklagten zugesprochen. — Ein hiesiger Student, welcher zwei Polizeibeamte mit dem Ausdruck Polyp bezeichnet hatte, wurde wegen Beamten-Belei- bigung zu 30 <M. Geldbuße verurteilt.
* Die amtliche Gewinnliste der Kirchhainer Fohlenmarkt-Lotterie liegt der heutigen Nummer der Zeitung bei.
)(^Areihaufen. 1. Aua. Im Armenhause entstand yeute ein Brand, bet sich auch ausgedehnt hätte, wenn nicht in kürzester Zeit die Feuerwehr erschienen wäre und die Gefahr beseitigt hätte.
Gemünden, 1. Aug. Der frühere Eutsver- walter Ritter aus Bendorf am Rhein wurde als Bürgermeister der Stadt Gemünden auf die Dauer von 12 Jahren bestätigt.
Hochschulnachrichten.
— Berlin: Zum Rektor der Berliner Universität für das am 1. Oktober beginnende Studienjahr ist der Professor der Theologie Dr. Julius Kaftan gewählt worden.
— Jena: Der Privatdozent in der juristischen Fakultät Dr. Heinrich Gerland ist zum außerordentlichen Professor befördert worden.
— Freiburg: Der Professor Dr. Deecke von der Hniverfität Greifswald hat den an ihn ergangenen Ruf als Nachfolger des Geheimen Hofrats Steinmann, der an die Hniverfität Bonn übergeht, angenommen.
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Vermischtes.
Heidelberg, 1. Aug. In Dossenheim hat ein Motorradfahrer einen 9 Jahre alten Knaben überfahren, der hierdurch ein Vein brach. Statt sich nun seines Opfers anzunehmen, stteg der unbekannte Fahrer von feinem Rad, versetzte dem Kind einige Hiebe und sauste dann in schnellstem Tempo davon.
> Metz, 31. Juli, a H, Saulny wurde am Sonrät» eine aus Fvuckvich stammende Frau, die-dort j}u Besuch war, - als sie quer über die Straße ging, von einem dahersausenden Automobil überfahren, eine Strecke weit geschleift und völlig in Stücke zerrissen. Leider ist es nicht gelungen, die Identität der Wageninsassen festzustellen.
San Francisco, 1. Aug. Briefliche Nachrichten aus Samoa vom 9. Juli, die hier am 31. Juli eintrafen, besagen, daß die Vulkane auf Sawaii noch tätig find. Die Insel nimmt an Umfang zu. Mehrere Quellen treten an Stellen auf, wo bisher kaum Wasser war. Neue Landansprüche wurden bei der deutschen Regierung erhoben.
Letzte Nachrichten.
Berlin, 2. Aug. Die amerikanische Regierung hat nunmehr endlich den auf sie entfallenden Anteil an der Entschädigung für die in den samoanischen Unruhen von 1899 geschädigten Europäer im Betrage von 20 000 Dollar bezahlt. Somit ist diese Angelegenheit, die sich von 1899 durch endlose Verhandlungen bis jetzt hinge- Sogen hatte, endgültig erledigt, da England bereits in diesem Frühjahr seinen Anteil gezahlt und die deutsche Regierung ihrerseits einen Beitrag von etwa 38 000 M angewiesen hat. Es hat wirklich reichlich lange gedauert, bis Uncle Sam geruhte, in den Beutel zu greifen.
Kiel, 2. Aug. Die Germaniawerft hat das erste Unterseeboot der deutschen Marine vollendet. Das Fahrzeug wird heute zu Wasser gebracht werden. Vertteter des Reichsmarine- amts leiten die Erprobungen, welche anfangs September beginnen.
Essen, 2. Aug. Der Kaiser wird, wie jetzt bestimmt feststeht, am 8. bs., nachmittags 3V2 Ihr, auf Villa Hügel eintreffen. Am 9. ds. wird eine Fahrt nach Rheinhausen unternommen, am olgenben Tage erfolgt die Besichtigung des hie- igen Kruppschen Werkes.
Leipzig, 2. Aug. Eine von 1800 Personen besuchte Versammlung der Sozialdemokraten beider Leipziger Reichstagswahlkreise erklärte den Boykott über alle die Bierpreise erhöhenden Brchlereien und Wirte.
Paris, 2. Aug. Laut Meldung der „Magd. Ztg." ist es zwischen dem Russensyndikat und der russischen Regierung zu einer Vereinbarung gekommen, nach der die Pariser Banken sich verpflichtet haben, im Falle einer Börsenpanil für Rechnung Rußlands mit einem täglichen Betrage von 250 000 Rubel zu intervenieren.
Petersburg, 1. Aug. Wie den Blättern aus Terijoki (Finland) gemeldet wird, wurde dort gestern abend um 9 Uhr der frühere Abgeord« nete Herzenstein, als er mit Frau und Tochter am Meeresstrande spazieren ging, durch zwei aus einem unbewohnten Gebäude abgefeuerte Schüsse getötet, die Tochter wurde an der Hand verwundet.
Petersburg, 2. Aug. (Von einem besonderen Korrespondenten,) Das hiesige Havpttelegra- phenarnt ist heute nacht von Truppen besetzt worden.
Petersburg, 2. Aug. Sämtliche Führer der Kadettenpartei find in Terijoki (Finland) ein« getroffen. Die Beerdigung Herzensteins soll in Moskau stattfinden. Wie verlautet, erfolgte die Ermordung auf Befehl des Verbandes des aktiven Kampfes gegen die Anarchie. Zwei Personen gelten als der Tat verdächtig. Wegen Verdachts der Teilnahme wurde der Station«« genbarnt verhaftet, der mit jenen Personen wiederholt zusammen gesehen wurde.
Sofia, 1. Aug. Der hiesige griechische Geschäftsträger erhob bei der bulgarischen Regierung wegen der in Philippopel vorgekommenen' griechenfeindUchen Kundgebungen Protest und verlangte für die griechischen Staatsangehörigen, die durch die Ausschreitungen Schaden er«' litten, Schadenersatz. Die Regierung traf die strengsten Maßnahmen. In den größeren Provinzstädten ist die Ruhe wiederhergestellt, nur in einigen Dörfern dauern die griechenfeindlichen Kundgebungen fort.
Tanger, 1. Aug. Entsprechend den Bereits baiungen der Marokkokonferenz gab der Wachsen Befehl, 2000 Mann für den Polizeidienst in den marokkanischen Häfen auszuwählen. Der Sultan tut sein Möglichstes, um alle Bestimmungen der Konferenz so schnell wie möglich in die Tat umzufetzen.
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Dienststelle Weilburg (Landwirtscha'..schule).,
Voraussichtliche Witterung ffit die Zeit vom Abend des 2. Aug. bis zum nächsten Abend:
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Verantwortlich für die Redaktion: Dr. DoerkeS-Bobbard in Marbura.