Einzelbild herunterladen
 

k

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag: Joh. Slug. Koch, UniversttätS-Buchdruckerei 41, 3flhT(L

Marburg, Markt 21. Telephon 55. m

Marburg

Mittwoch, 1? August 1906.

mit dem Kreisblatt für Vie Kreise Marburg und Kirchhain.

GonntagsbeUager ZAuftrittes Tonn-aasblati.

Vierteljährlicher Bezugspreis: bet ver ExpLition 2 Mk -VT"! ber allen Postämtern 2,25 Mi, (tyl. Bestellgeld).

Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 1V Psg.

Reclamcn: die Zeile 25 Psg.

Neueste Telegramme.

>'*' Essen, 31. Juli. Der Kaiser trifft am 9. August auf Villa Hügel zum Besuch der Familie Krupp ein. Er wird eine ausgedehnte Besichti­gung der Kruppschen Werke in Esten und Rhein- tzausen vornehmen.

Hamburg, 31. Juli. Der DampferErna Wörmann" ist gestern Abend mit 6 Offizieren, 44 Unteroffizieren und Mannschaften und 1GQ Werden nach Südwestafrika gegangen.

Haag, 39. Juli. Die Leibärzte der Königin erklären das Befinden der Königin für durch­aus zufriedenstellend. Bulletins werden daher ^nicht mehr veröffentlicht.

' Wien, 30. Juli. Der Kaiser stimmte der Er­richtung eines freiwilligen Automobil-Korps zur Unterstützung der Armee im Felde, speziell für den Befehls- und Meldedienst zu.

Rom, 31. Juli. DerOffervatore Romano" veröffentlichte eine päpstliche Kundgebung über -ie Errichtung von religiösen Orden und Kon­gregationen. Es wird darin festgesetzt, daß die Genehmigung solcher Vereinigungen ausschließ- lich vom Papste erteilt wird, während dies bis­her auch durch die Bischöfe geschehen konnte.

Paris, 30. Juli. DerPetite Röpublique" wird über die in Moutier in Savoyen veran- jstalteten ersten Versuche mit dem neuen Schnell- leuer-Eebirgsgeschütz folgendes berichtet: die Tragweite dieser auf drei Rädern sich bewegen­den Geschütze ist 5 Kilometer, übertrifft demnach um 2 Kilometer die bisher in Hebung gewe­senen. Die Versuche ergaben, daß 23 Schüste in der Minute abgegeben werden können, ohne daß die Lafette ihre Stellung verändert. Beim Abfeuern des Eeschostes gleitet nämlich die Kanone nach vorne und wird nach dem Schuste wieder in die frühere Lage automatisch zurück- tzesiihtt. Die Batterien bestehen aus 4 oder 5 Geschützen.

V Bergen, 30. Juli. Der bis zum 1. August be­absichtigte Aufenthalt der attiven Schlachtflotts, kn dem norwegischen Hafen ist bis zum 3. August Dachmittags verlängert worden. Aus Anlaß jhes Geburtstages des Königs von Norwegen am 3. August wird die aktive Schlachfflotte über die Joppen flaggen und einen Salut von 21 Schutz feuern. Nachmittags gehen die Verbände zu ge- meinsamen Uebungen in See. Im Anschluß da- ran tritt die Flotte am 4. August einen Marsch nach der Helgoländer Bucht an.

;; London, 30. Juli. Reynolds Newspaper setzt neuerdings alarmierende Meldungen über Chamberlains Befinden in Umlauf. Dem besten Vernehmen nach sind diese entschieden übertrie­ben, obwohl der Zustand des Siebzigjährigen nicht ganz unbedenklich ist.

jjl (Nachdruck Verboten.)

Dir Kette.

Cv > Roman von Hans Schulze.

' (Fortsehung.)

. Niemals durfte der Schleier des entsetzlichen Geheimnisses gelüftet werden, von dieser Ueber- geugung war sie jetzt ebenso fest durchdrungen wie die Tante, ja sie fühlte es unwillkürlich, dah dieses Geheimnis, auch wenn es unentdeckt blieb, für alle Zeiten wie ein Schatten zwischen ihr und Georg stehen würde.--

So wühlte sie mit ihren Gedanken unabläs­sig in den Tiefen der furchtbaren Tragödie, deren Mitwisserin sie so unvermutet geworden war, indes sich der junge Tag in strahlender Schöne allmählich aus den verschwimmenden Nebellinien des Morgengrauens zu erheben be- 'gann.

Endlich glitt sie wieder von ihrem Fensterfitz herab und kleidete fich, um die Tante nicht zu stören, so geräuschlos wie möglich an.

Am liebsten wäre fie sofort zum Vater hin­über gegangen, um im nächsten Augenblick doch .wieder schwankend zu sein.

Einerseits hatte fie den lebendigen Wunsch, ohne Zaudern auf der Stelle durch die quälende Ungewißheit zu einer Entscheidung, welcher Art fie auch sein möge, durchzudringen; andererseits ließ sie, so sicher fie ihres Sieges auch zu sein glaubte, ein leiser Ton der Besorgnis, aller festen Ueberzeugung ungeachtet, doch immer Wieder zu keinem endgültigen Entschlüsse kommen.

Was wurde, wenn der Vater aller Erwar- tnng entgegen, unerbittlich blieb?

Noch wagte fie dieser Eventualität überhaupt nicht ins Geficht zu sehen und schob darum, so gering fie die Aussicht einer Abweisung auch bewertete, den Moment der Aussprache in einem Gefühl instinktiver Furcht von Stunde zu Stunde »eiter hinaus, , _ _j ...,..

Die Wiederaufnahme des Deutsch­tums in den baltischen Provinzen.

Ein baltischer Deutscher schreibt uns: Nach den entsetzlichen Greueln des Vorjahres, denen fast 300 Schlösser und Güter deutscher Besitzer zum Opfer fielen, flammte im Mutterlande die tatkräftige Sympathie für die baltischen Brüder mächtig empor. Unvergessen wird es Deutsch­land immer bleiben, wie alle Hände sich dort ge­regt haben, um die furchtbar schwere Not zu lin­dern. Die Hilfe und Teilnahme der Brüder im Reich, die in den zwanzig trüben Jahren, da unter Alexander III. den Balten ihre deutsche Schule und ihre deutsche Verwaltung und Justiz genommen wurde, nur zu oft schmerzlich ver­mißt worden war, gab den Deutschen in den bal­tischen Provinzen aber auch den Mut wieder die Hand an den Wiederaufbau ihrer zerstörten Schule zu legen, als im Mai die ersehnte kaiser­liche Erlaubnis eintraf, die Privatschulen mit deutscher Unterrichtssprache wieder errichten zu dürfen. Es war zwar weit weniger bewilligt worden, als der Monarch schon im Mai des Vor­jahres in Aussicht gestellt hatte: den Städten und sonstigen Kommunen wurde nach wie vor die Unterhaltung deutscher Schulen verweigert, den deutschen Schulen auch alle staatlichen Rechte abgeschlagen, mit Ausnahme der Gymna­sien, deren Errichtung man den baltischen Rit­terschaften bewilligt hatte aber man hat es doch wenigstens in der Hand, private deutsche Schulen zu errichten. Um das zu ermöglichen, beschloßen patriotische Männer in Liv-, Est- und Kurland die Begründung vonDeutschen Ver­einen", die sich u. a. die Errichtung und Subven­tionierung von privaten Schulen zur Aufgabe gestellt haben. Der Gedanke zündete, in Estland trat einDeutscher Vildungsverein" ins Leben, in Livland ein bereits 14 Ortsgruppen umfas­senderDeutscher Schul- und Hilfsverein", der dann den NamenDeutscher Verein in Livland" annahm, und in Kurland einVerein der Deutschen in Kurland". Der Zustrom zu diesen Vereinigungen ist sehr bedeutend, in Livland gehören ihr bereits viele Tausend Personen an, Ein ganzes Netz von Elementarschulen und Bür- : gerschulen für den kleinen deutschen Mann soll im nächsten Semester schon ins Leben treten. Aber auch Gymnasien und Realschulen werden nicht fehlen und als freilich erst später zu ver­wirklichende Absicht ist die Errichtung deutscher Profesiuren in Dorpat und am Polytechnikum in Riga in Aussicht genommen. Dazu Volks- bibliotheken, Lesehallen u. a. m. Freilich ge­hört dazu viel Geld, das in dem durch die niederträchtigen Mordbrennereien verarmten Lande nicht aufgebracht werden kann. Hier

öffnet sich ein großes Tätigkeitsfeld für den Zu­sammenschluß der zwei Millionen Deutschen in ganz Rußland, die an einer deutschen Univer­sität und deutschem Polytechnikum wie deutschen Lehrerseminarien nicht weniger interessiert sind als die baltischen Deutschen. Die neuen deut­schen Vereine haben fich aber auch die nicht we­niger wichtige Aufgabe des wirtschaftlichen Zu­sammenschlußes und der Kräftigung der deut­schen Bevölkerung durch Bevorzugung des Land­mannes bei Einkauf, Bestellungen und Anstel­lungen gestellt, da es selbst dem Tauben und Blinden klar geworden ist, daß die bisherige Bevorzugung der lettischen und estnischen Ar­beiter und Handwerker zum Ruin des Deutsch­tums führen muß. So wagt sich allerorten wie­der ein kräftiges nationales Empfinden hervor die segensreiche Folge der schweren Prüfung. Gedenke, daß du ein Deutscher bist!" diese Lo­sung gilt jetzt im baltischen Lande. Es war aber auch hohe Zeit! Wieviel haben sich die Arbeitgeber von den tumultuierenden lettischen Arbeitern abtrotzen müßen: Entlastung deut­scher Meister und Beamter, Anstellung lettischer Fabrikärzte und Gott weiß was! Und wie an­ders wäre es auf dem flachen Lande in den Re­volutionsmonaten ergangen, wenn auf jedem Gute wie noch vor einem Menschenalter 56 deutsche Meier, Stellmacher, Hufschmiede, För­ster und Jäger existiert hätten! Not lehrt beten nachdem man aus Bequemlichkeit und der niedrigen Löhne wegen dieses zuverlästige deutsche Element hatte fortziehen oder gar- let- tisiert werden lasten, ist heute die Einsicht in die Notwendigkeit sich mit deutschen Wirtschafts­beamten zu umgeben, wieder so klar geworden, daß es schwer hält, den Bedarf zu decken. Ein großes deutsches Zentralstellenvermittelungs­bureau wird diese bedeutsame Frage der in­neren Kolonisation zu zielbewußter Regelung bringen.

Unerbaüliches aus der Kolonial- Verwaltung.

DemFränkischen Courier" ist aus Hamburg eine Zuschrift zugegangen, die sich mit der Ver­waltung von Kamerun beschäftigt und durch Auszählung von Einzelfällen einige gerade nicht schmeichelhafte Streiflichter auf die Art der Ge­schäftsführung fallen läßt. Die Angaben stam­men, wie derFränkische Coutter" bemertt, aus den Angaben von Westafrikandern, von Kauf­leuten, die lange in Kamerun gelebt haben. Es heißt da u. a.:

Das Gouvernement von Kamerun hatte kürzlich auf Veranlastung des betreffenden Res- jortchefs beim Kolonialamt in Berlin 5 fechs-

Da öffnete sich unversehens die Tür des Ar­beitszimmers, und die hohe Gestalt des Vaters erschien auf der Schwelle.

Mit einer stummen Handbewegung wrntte er ihr, ihm zu folgen.

In der nächsten Minute saß ihm Käthe auf demselben Sestel gegenüber, auf dem Gräfin Ruth, für die sie heute zu bitten kam, zehn Tage zuvor ihre vernichtende Verurteilung empfan­gen hatte.

Auch der Baron hatte wieder an seinem Ar­beitstische Platz genommen; vor ihm lag auf­geschlagen eine mächtige alte Bibel zu Füßen eines hohen, elfenbeinernen Kuzifixes.

Durch die halbgeschlostenen Fensterpottieren zogen die zarten Lichtbänder der finkenden Sonne in bläulich schillernden Streifen phos­phoreszierenden Staubes schräg zum Fußboden hernieder.

Einer der Streifen glitt Über die fahlen Züge des Vaters, und jetzt auf einmal sah Käthe mit Schrecken, welch einen Verfall, ja welch eine Verwüstung fast die letzten Wochen in seinem Gesicht angerichtet hatten.

In erschreckender Magerkeit sprangen der ge­bogene Nasenrücken und die eckigen Konturen der Backenknochen aus dem scharfumttßenen Profil heraus, daß sie unwillkürlich glaubte, den nackten Eesichtsschädel durch die pergamen­tene Haut schimmern zu sehen.

Am merkwürdigsten aber schienen ihr die Augen verändert; tief zurück lagen fie unter den buschigen Brauen in den dunklen Höhlen, statt des früheren stechenden Ausdrucks schwamm ein eigentümlich fiebrig-glühender Glanz dattn, der - zuweilen, wenn er mit seinen Blicken das Bild des Gekreuzigten umspannte, in ein verzücktes, überirdisches Leuchten überging.

Fast fünf Minuten hatte der Baron, als . habe er die Anwesenheit der Tochter völlig ver- - geßen, regungslos in tiefen Gedanken gesesten, Äs er jetzt plötzlich, wie aus einem Traume ^r-

So verging der Vormittag, der Mittag in peinigender Unentschlossenheit.

Tante Ulrike hielt sich dabei vollständig pas­siv; sie war der Ansicht, daß Käthe in einer so schwerwiegenden Entscheidung von keiner Seite beeinflußt werden dürfte und ganz allein die Vertretung ihrer Entschließung tragen müßte.

Aus diesem Grunde vermied sie jedes Ein­gehen auf das Thema des vergangenen Abends, so deutlich fie auch aus Käthes Augen den Wunsch heraus las, von ihr beraten und ge­tröstet zu werden.

Endlich gegen sechs Uhr abends glaubte Käthe nicht länger zögern zu dürfen; sie suchte sich den alten Christian in der Dienerstube und schickte ihn zum Flügel des Barons hinauf, ob sie den Vater vielleicht heute noch in einer sehr bringenden Angelegenheit sprechen könne.

Rach einer qualvollen Viettelstunde des Wattens kam der gebrechliche Bote schließlich mit der Nachricht zurück, der Herr Baron sei bereit, das Fräulein Tochter zu empfangen; fie möge ihn in der Bibliothek erwarten; er würde sie dann selbst im gegebenen Moment in sein Zimmer rufen.-----

Das Herz klopfte Käthe zum Zerspringen, als sie fünf Minuten der väterlichen Weisung folgte und in den kleinen, stillen Raum der Bibliothek eintrat.

Seit Jahren schon war fie nicht mehr in den von dem Baron bewohnten Schloßflügel ge­kommen.

Mit scheuer Neugier sah fie fich in dem ein­samen Gemache um. Es war noch alles wie einst: der dumpfe, modrige Büchergeruch, die lange BilderreHe ber Sinderoder Ahnen, vor deren starren Äugen sie sich als Kind so sehr gefürchtet hatte.

Sie kam fich auf einmal wie verwandell,. verzaubert vor, als würden all die Rokokogestal­ten der alten Gemälde um fie her plötzlich lebendig und schauten mit grinsendem, schaden- - frohem Lächeln auf sie heraS, V'^

zöllige Troßen (Schiffstaue) bestellt. Jeder, der nur eine blaße Ahnung von Schiffssachen hat, weiß, daß darunter Trossen von 6 Zoll Umfang zu verstehen find. Im Berliner Kolonialamt war man nicht so gut unterrichtet: man schickt» Trossen von 6 Zoll Durchmesser! Nun kann drüben kein Mensch diese Riesentaue gebrauchen! Dabei kostet jede dieser Trossen mindestens 1500 «M.. Die Schuld an der unangenehmen Verwechs­lung tragen natürlich die Herren in Berlin. Aber die zuständige Stelle in Kamerun hätte nun doch sofort dafür Sorge tragen müssen, daß die Unglückstroßen zurückgeschickt würden. Dann wäre doch ein großer Prozentsatz zu retten ge­wesen. Jedoch die Tau-Ungetüme liegen noch in Duala, der Hafenstadt von Kamerun, umher als Ruinen! Das meiste haben die Ratten schon weggeholt; und wer gerade etwas Tauwerk oder Werg braucht, säbelt fich ein Stück herunter.

In Duala war kürzlich die Soda ein rarer Artikel. Warum? Das Gouvernement hatte 6000 Kilogramm davon in Berlin bestellt und außerdem 200 Kilogramm kaustische Soda (Aetz- natron). Das Berliner Kolonialamt hatte die Sache umgekehrt und 6000 Kilogramm kaustische Soda, dagegen 200 Kilogramm gewöhnliche Soda geschickt! Wäre nur ein bischen Sachver­stand bei dem Effektuieren des Kameruner Auf­trages maßgebend gewesen, so hätte natürlich diese fatale Verwechselung nicht vorkommen kön­nen; denn Fabrikbetriebe, welche solche Mengen kaustischer Soda verbrauchen könnten, gibt es noch nicht in Kamerun; andererseits hätte fich ein Sachverständiger in Berlin sogleich gefragt, wie weit denn die paar hundett Pfund gewöhn­liche Soda reichen sollten. Nun mußte man in Kamerun die nötige gewöhnliche Soda für teu­res Geld von den Engländern kaufen, während die kaustische Soda in den Eisenblechkästen ver­dirbt, weil für den Ueberfluß keine Verwendung ist. Natürlich hätte auch hier der Ueberschuß zu­rückgeschickt werden müßen. Aber das geschah nicht.

Wie der heilige Bureaukratius in Kame­run wirkte, davon ein kleines Beispiel: Einem Unterbeamten in Duala war ein Fenster einge­schlagen worden. Ein neues Glas muß eingesetzt werden. Das geschieht auch aber hübsch auf dem Instanzenwege! Zuerst wird auf dem Be­zirksamt ein Protokoll ausgenommen. Das be­sorgt der Sekretär. Das Protokoll wird dem Be­zirksamtmann, dem Regierungsrat, vorgelegt. Dieser setzt seinen Namen darunter. Jetzt wan­dert die Atte zum Reßortchef, dem Architekten, zur Aeußerung. Der Architekt kann nur bestä­tigen, daß das Fenster eingesetzt werden muß, Das Schriftstück geht mit einem entsprechenden Vermerk zurück ins Bezirksamt und wird vom Sekretär aufs neue dem Bezirksamtmann vorge-

----I

wachend, auffuhr und sich mit einer hastigen V» wegung Käthe voll zuwandte.

Du hast mich zu sprechen gewünscht, Kind!" sagte er, und seine müde, leise Stimme verklang wie verschleiert in dem weiten Raum.Womtt kann ich dir zu Diensten fein?"

Vater?" *'

Mit einer demütigen Bewegung haschte fit nach seiner schlaff herabhängenden Rechten uni führte sie, ehe er ihr wehren konnte, zaghaft i ihre Lippen.

Ich habe eine sehr, sehr große Bitte a« dich!"

Sie fühlte, wie all ihr Mut, all ihre Enk« schloßenheit wieder dahinschwand in dieser öiu fieren Umgebung, vor dem feierlichen Ernst ber alten Mannes. .

Dann faße dich kurz, mein Kind!" war bi« Antwort.Meine Zeit ist nur knapp bemesse« für die Dinge dieser Welt!" :

In stummer Ratlosigkeit saß Käthe ein paar Augenblicke; endlich stand sie mit plötzlichem! Entschluß auf und trat dicht an den Stuhl de« Vaters heran.

Vater'" sagte sie, und ein Tränenschleier umflorte ihre Augen.Gib mir Georg lag ihn mit ohne diese Bedingung, die seine Mutte« ja doch nicht erfüllen kann!" -

Mit einem rührenden Ausdruck flehentliche« Bittens sah fie ihm in das hagere Geficht, tatf langsam ein Gepräge unheimlicher, eisiger Starr­heit anzunehmen begann.

Dann faßte der Baron nach der auf sein«? Arm lastenden Hand der Tochter und wies fitz wieder auf ihren Sessel zurück.

Ich wußte, daß bu mit dieser Bitte komm« würdest, Kind! Früher oder sp<tter! errotbc-^ er tiefernst, mit Nachdruck auf jedem verweilend.Und es schmerzt mich bu ;-ii vornherein erklären zu müßen, daß deine BrM eine vergebliche ist!" <

*:: V; - - - v- .(Fortsetzung WJh*