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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jllnktrirtes SonntaaSMat^

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Vierteljährlicher Bezugspreis; bet der ExpÄition 2 Lik., bet allm Postämtern 2,25 M. (e$tL Bestellgeld).

Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Freitag. 27. Juli 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck tmb Verlag- Iah. Aug. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerek

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

41. Jahrg.

Bestellungen

ftir die Monate August und September

; auf die

^vberhessische Zeitung" nebst ihren peilagen werden von unserer Expedition Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain, Neustadt und Wetter, sowie von ^rllen Postanstalten und Landbriesträgern ent- tzegengenommen.

ReueAe Telegramme.

Berlin, 26. Juli. Laut hier eingelaufener stelegraphischer Meldung aus Windhuk wurde stuf einem Patrouillenritt bei Earuna- xub am 21. Juli der Leutnant Block (von der 4. Kolonnen-Abteilung) durch einen Bauchschuß schwer verwundet. Der Reiter Voß derselben Patrouille fiel. Er hatte gleichzeitig Kopf-, Hals- und Brustschutz erhalten.

> Berlin, 26. Juli. In Wien erzählt man sich, wie demReichsboten" geschrieben wird, datz die ^Exkaiserin Eugenie mit ihrer Reise nach Ischl 'zu Kaiser Franz Josef angeblich auch die Absicht bekundet habe, zu der Aussöhnung zwischen Papsttum und Königtum in Italien beizutragen. Papst Pius X. habe dafür Verständnis und Ent­gegenkommen gezeigt. Nachdem eine solche Aus­söhnung einerseits nicht ohne Einflutz auf die österreichisch - italienischen Beziehungen bleiben könnte, andererseits aber ein Eingreifen des österreichischen Hofes zugunsten einer solchen Aussöhnung eine mächtige Förderung dieses !Werkes'"bedeuten würde, hätte es die greise Ex­kaiserin unternommen, persönlich dafür bei Kai­ser Franz Josef einzutreten. In gleicher Mis­sion soll die Kaiserin schon vor einiger Zeit beim Papst gewesen sein.

Bern, 26. Juli. Wegen der schweizeristh .französischen Handelsbeziehungen hatte der fran­zösische Botschafter Revoil mit dem Bundesrat 'eine Unterredung. Wie verlautet, ist die Hofs- jnung auf eine Verständigung geschwunden.

4 London, 26. Juli.Daily Telegraph" erklärt Autoritativ, das Flottenprogramm werde ge­ändert. Anstatt zweierDreadnoughts" und zweier großer Panzerkreuzer seien jetzt drei ^Dreadnoughts" projektiert.

ß. Tientsin, 25. Juli. Nach einem gut begrün­deten Gerücht wird laut Meldung derFranks. "Ztg." der Zopf bei dem Militär und bet der Polizei noch vor dem Herbstmanöver abgeschafft. Die chinesischen Zeitungen berichten, daß ein Ver­bot des Futzbindens bevorstehe. ,

BO (Nachdruck verboten.);

Die Kette.

.yRoman von Hans Schulze. ... .ZU- (Fortsetzung.)' "

M Und doch hatte ihn der Herdeninstinkt zu ihnen getrieben, mit denen ihn im Grunde nicht die geringste Gemeinschaft verband, nur um der Verlassenheit zu entfliehen, um nicht allein zu sein.

!> Und plötzlich stand groß und quälend eine Frage vor ihm: Kannten all diese Leute das Geheimnis, das er selbst nicht kannte, das sich seiner festen Ueberzeugung nach aber doch um seine Persönlichkeit wob?

Eine merkwürdige Lust überkam ihn auf ein­mal, diese verhängnisvolle Frage in die immer mehr verödende Kanaldebatte zu werfen, die allgemeine Trägheit zu einem Sturme aufzu« veitschen, um selbst den Sturm seines Innern darin austoben zu können,

- Wie um sich zu betäuben, goß er heftig ein Glas Wein nach dem andern hinab und faß dann mit dem Amtsrichter, als sich die verhei- 'rateten Herren längst entfernt hatten, noch viele ^Stunden zusammen.

I Erst kurz vor Mitternacht hatte er das Grauen vor dem einsamen Heimwege so weit überwunden, daß er sein Pferd zu satteln befahl trnd mit dem Juristen als letzter dasEemballasche Lokal wieder verließ.

l Das ganze Schloß Dombrowo lag wie ein riesiges, schwarzes Ungeheuer bereits in tiefem Dunkel, als Georg jetzt langsam die Lindenallee zum Parktor hinaufritt.

Er führte das Pferd selbst um die Earten- .front nach dem Wirtschaftshofe herum und über­gab es hier einem verschlafenen Stallknecht, den Jet nach langen Bemühungen endlich aus einem lodähnlichen Schlummer aufgerüttelt, zur wei­teren Besorgung.

. Dann wandte er sich zu einer kleinen Hinter- ßforte an der Rückseite des Herrenhauses, die für ,

Jnlerkoloniale Rechtshilfe, ii.

Demgemäß schlägt der Verf. (S. 42/43) nicht bloß den weiteren Ausbau des vertragsmäßigen Auslieferungsrechts in räumlicher wie staatlicher Beziehung vor, sondern weist auch darauf hin, daß auch inhaltlich die llbzuschließcnden Verträge auf die besonderen Verhältnisse der Kolonien, insbesondere auf die verschiedene Kulturstufe ihre Bewohner, z. B. bei der Frage der Auslie­ferung wegen politischer Delitte, Rücksicht zu neh­men haben, und daß namentlich auch bet der Frage des Ersatzes der Kosten, die bei der Aus­lieferung aus Kolonien sehr beträchtlich sein kön­nen, besondere Bestimmungen zu treffen seien.

Was sodann die Nacheile anlangt, welche in interkolonialen Verhältnisien um so größere Be­deutung hat, als das Auslieferungsrecht, wie soeben bemerkt, in Bezug auf die Kolonien noch sehr der Ausbildung bedarf und eine Pflicht einer Kolonialregierung, auf ihr Gebiet über­getretene Banden rebellischer Eingeborenen einer Nachbarkolonie zu entwaffnen, wie eine solche Pflicht neutralen Staaten beim Uebertritte von Truppen der Kriegführenden obliegt, nicht anerkannt werden kann, so führt der Verf. aus, daß die Nacheile bei Kolonien vom Standpunkte eines völkerrechtlichen Notstandes wenigstens in bestimmten Grenzen zulässig erscheint, und er­örtert sodann, ob und in welchem Umfange etwa bei Jntereffensphären von Verletzung der Ge­bietshoheit durch Nacheile gesprochen werden kann.

Im Anschluffe an diese allgemeinen Erörter- ungen bespricht sodann der Verf. (S. 72 ff.) eine Anzahl von internationalen Abkommen, durch welche die Nacheile vertragsmäßig unter ge- wiffen Voraussetzungen zugelaffen wurde, und hebt dabei die zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Mexiko abgeschloffenen Ver­träge, der letzte ist am 4. Juni 1896 abgeschloffen, hervor. Diese sind zum Zwecke wirksamer Be- kämpfung räuberischer Jndianerbanden, die an der Grenze beider Staaten ihr Wesen trieben, vereinbart. Nach diesen Verträgen haben die regulären Truppen der beiden Staaten das Recht, auf der Verfolgung feindseliger Indianer die Grenze zu überschreiten, jedoch nur in unbe­wohnter Gegend, d. h. in der Entfernung von wenigstens 10 Kilometer von einer Niederlas­sung. Der Truppenführer hat, wenn möglich, schon vor dem Überschreiten der Grenze dem nächsten Militärposten oder der nächsten Zivil­behörde hiervon Anzeige zu erstatten. Der Auf­enthalt der Truppen im fremden Gebiete darf hüt so lange dauern, als es die Verfolgung der Bande erfordert.

Daß der Abschluß ähnlicher Verträge unter den Kolonialstaaten sehr zu empfehlen wäre, ist zweifellos. Bezüglich des Inhalts solcher Ver­träge bemerkt der Verfaffer (S. 88), daß es sich empfehle, dieselben nur für verbrecherische Ban­den abzuschließen, bei Eingeborenen aber auch gleichgültig, ob es sich um gemeine oder um sog. politische Delikte handelt. Zu erwägen dürfte auch sein, ob nicht ein allgemeines Zugeständnis mit Vorbehalt für Sonderabmachungen bestimm­ten Inhalts durch die zivilen oder militärischen Befehlshaber in den Kolonien selbst am Platze wäre. Außerdem weist der Verfaffer darauf hin, daß noch weitere Bestimmungen in Frage kom­men können, wie z. V. Befristung etwa auf die Dauer eines Aufstandes, dann räumliche Be­schränkung der Nacheile auf den Grenzbezirk in einer gewiffen Ausdehnung u. dergl.

Jedenfalls wäre der Abschluß von derartigen Rechtshilfeverträgen unter den Kolonialstaaten sehr zu begrüßen. Sie würden dadurch nicht bloß zur Befestigung ihrer kolonialen Herrschaft und zur Stärkung des Ansehens der weißen Raffe bei den Eingeborenen beitragen, sondern im gewiffen Sinne auch um die Zivilisation der Eingeborenen, deren Grundlage doch vor allem deren Unterwerfung unter eine geordnete Herr­schaft ist, sich ein mindestens ebenso großes Ver­dienst erwerben, wie durch den Abschluß vielleicht auf einer etwas übertriebenen Fürsorge beru­henden Vrüffeler Eeneralakte vom 2. Juli 1890. Wenn die, wie eingangs erwähnt, in den letzten Jahren wiederholt gegebenen Anregungen, die internationale Rechtshilfe durch Auslieferungs­oder Nacheileverträge weiter auszubauen, inso­fern praktischen Erfolg haben, daß das deutsche Reich mit anderen Kolonialstaaten in Unter­handlungen wegen des Abschlusses solcher Ver­träge eintritt, so werden dabei wohl die ebenso gründlichen als von praktischem Verständnis zeu­genden Ausführungen der Fleifchmannschen Schrift'volle Beachtung finden können.

Zur Lage in Rußland.

Die Auflösung der Duma.

Allen Meldungen aus Petersburg zufolge ist die Lage nicht gefahrdrohend. In den Arbeiter­vierteln herrscht Ruhe. In einer großen Ver­sammlung von Arbeitern der Putilowfchen Fa­briken gelang es nach erregten Debatten den ge­mäßigten Elementen, den Heißspornen von der Veranstaltung eines allgemeinen Aufstandes ab­zuraten. Andere Versammlungen verliefen gleichfalls ruhig. Die Tendenz, eine abwartende Politik zu befolgen, ist vorherrschend. Vertretet der äußersten Linken sprachen sich in dem Sinne aus, daß ein Ausstand gegenwärtig nicht zweck­

verspätete Schloßangehörige die ganze Nacht ge­öffnet blieb, und tappte sich vorsichtig auf einer schmalen Treppe zu dem Korridor des Parterre hinauf.

Vor dem Zimmer der Mutter hemmte et plötzlich wie gebannt seinen Schritt; eine unbe­zwingliche Lust war über ihn gekommen, den Raum noch einmal zu betreten, in dem er tags zuvor diese sein ganzes Denken umwälzende Ent­deckung gemacht hatte.

Im nächsten Augenblick stand er an dem offenen Erkerfenster des kleinen Gemachs und schaute sinnend in den schweigenden Park hinaus.

Durch die duftzerfloffene Märchenpracht der Mondnacht ging es wie ein süßes Klingen ein unendlich zarter Chor des Friedens und dagegen diese Unftätheit und Zerrissenheit in seiner Brust!

Verstört sah er sich in dem engen Raum um, dessen Möbel ihn aus dem unbestimmten Halb­dunkel bet Wände wie ernste, schwere Gedanken anzustarren schienen.

Und plötzlich erhob sich in ihm ein übermäch­tiges, versuchendes Verlangen.

Wenn er die Gelegenheit benutzte und das schwache Schloß des Mahagonischreibtisches er­brach, wenn er sich endlich volle Gewißheit über das verbrecherische Verhältnis jener beiden ver­schaffte!

Mit ein paar unsicheren Schritten, an allen Gliedern bebend, stahl er sich tiefer in das Zim­mer hinein in der Richtung auf den Schreib­tisch zu.

Doch noch im letzten Moment sank ihm die schon erhobene Hand wieder herab.

Lieber an der Qual des Zweifels zugrunde gehen als sich auf diese Weise in den Besitz des Geheimnisses der Mutter setzen. . , -

Der Mutter! ' '

Wie eine Welle der Vernichtung ging es auf einmal über ihn hinweg, und eine heiße Sehn­sucht nach der stillen, blaffen Frau, die ihm einst das Leben geschenkt, rang sich mit elementarer Gewalt in ihm empor. .> v vy&,

Er wollte sie ja gar nicht, diese Wahrheit der letzten Offenbarung!

Er wollte seine Mutter nicht verlieren, wett er sie liebte, weil er fühlte, daß mit dem Glau­ben an sie sein Glaube an die Menschheit über­haupt in Trümmer ging. .. ;

12. Kapitel.

Gräfin Ruth war wieder außer Bett.

Länger als zehn Tage hatte sie trotz des drin­genden Abratens des alten Rahnfelder Sanitäts­rats die unfreiwillige Muße des Krankenlagers nicht ertragen und war heute, um jedem Wider­spruch der Tochter zuvorzukommen, schon in aller Morgenfrühe aufgestanden.

Als Herta mit leiser Behutsamkeit nach ge­wohnter Weise um sieben Uhr das elterliche Schlafgemach betrat, fand sie die Mutter zu ihrem Erstaunen bereits vollständig fertig ange­kleidet.

Ein herzlicher Kuß schloß ihr, alle Vorwürfe abschneidend, den Mund; gleich darauf kamen Mutter und Tochter Arm in Arm die Treppe vom ersten Stockwerk herab.

Ein wunderbares Gefühl des Wiedergenesen­seins erfüllte die Gräfin, als sie jetzt am Kaffee­tisch auf der Terraffe Platz nahm.

Die Sonne erschien ihr heute strahlender, der blaue Sommerhimmel sie lichtet zu grüßen, die ganze Natur gleichsam zu ihrem Empfange sich mit ihren leuchtendsten Farben geschmückt zu haben.

Eine zage Hoffnungsfreudigkeit keimte im Glanze dieses taufrischen, schleierlosen Morgens in ihrer gehetzten Seele auf. *

Sie zog die Tochter, die sie in stiller, freudi­ger Geschäftigkeit bediente, auf ihren, Schoß herab und küßte sie wieder und wieder in dem Bedürfnis, die große Liebe, die ihr ganzes We­sen durchdang, an irgend jemand anderes weiter zu geben.

Dann fragte sie nach Georg: auch et sollte in dieser Stunde um sie sein. . v v - v

mäßig sei. Die Zahl der Ausständigen in Pe­tersburg beläuft sich auf 7000. Das Zentral, Ausstandskomitee hat an alle Fabriken eine Be> kanntmachung versandt, datz es notwendig sef sich des politischen Aufstandes zu enthalten« Eine ähnliche Bekanntmachung wird auch de« Eisenbahnverbänden zugestellt werden.

DemL.-A." wird aus Petersburg berichtet! Der Zar sieht außergewöhnlich frisch und mun­ter aus. Die Auflösung der Duma erregt in ihm keinerlei Besorgniffe. Sie war bereits beschlos­sene Sache, als der Konflikt der Duma mit dem Ministerium begann. Der jetzige Zeitpunkt wurde gewählt, da innerhalb der Kadettenpar- tei, also der Majorität der Duma, ein Zwiespalt eingetreten war und die Möglichkeit vorlag, datz der linke Flügel der Kadetten zur Arbeits­gruppe übertreten könnte, wonach ein Zusam­menwirken mit der Regierung vollends un­möglich gewesen wäre. Der jetzige Premier­minister Stolypin stimmte warm für die Auf­lösung der Duma. Er beabsichtigt, in das Ka­binett einige neue Männer aufzunehmen. So­eben sind sämtliche politische Klubs polizeilich geschlossen worden. Die Zusammenkünfte de« ehemaligen Deputierten werden streng konttol- liert. Im Kadettenklub waren 40 Personen be­reits anwesend; sie mußten das Lokal verlaffen

Die Parteien der Rechten haben ihre Agita­tion begonnen mit einem von den Mitglieder« desVerbandes vom 30. Oktober" Graf Heyden, Stachowitsch und Lwow unterzeichneten Wahl­aufruf der friedlichen Verjüngung, welcher zu« Ruhe und Ordnung auffordert. Aus dem ent­gegengesetzten Lager, dem der revolutionären Parteien, mehren sich die Anzeichen, daß der Plan eines politischen Generalstreiks für jetzt wenigstens aufgegeben werden wird. Rach te­legraphischer Meldung aus Petersburg hielten dort die Delegierten der professionellen Ver­einigungen und des Verbandes der Verbände eine Beratung ab, in welcher eine Resolutton angenommen wurde des Inhalts, daß die Ver­bände sich hinsichtlich der Auflösung der Duma nicht untätig verhalten könnten und daß die Antwort darauf der Generalstreik sein muffe, lieber den Zeitpuntt dieser Maßregel wurde jedoch nichts beschloffen. Aus Moskau wird ge­meldet, daß eine dort abgehaltene Beratung von Delegierten verschiedener Verbände mit Rücksicht auf die Abneigung der Arbeiter und Eisenbah­ner gegen einen Ausstand zu dem Beschlüsse ge­langt sei, gegenwärtig sei ein Streik nicht wün­schenswert, auch sei die Agitaion im Heere ein« zustellen und auf die Bauern zu konzentrieren.

Betriebene Meldungen.

Brest-Litorosk (Gouvernement Erodno), 24. Juli.. Hier fand eine Soldatenmeutetei

Herta ging selbst nach dem Zimmer des Bru­ders hinauf, um ihn gleichfalls zum Kaffee zu rufen, doch schon unterwegs teilte ihr der Diener mit datz der junge Herr ebenso wie gestern wie­der zum Baron von Knaufs hinübergeritten fei und bereits seit einer Stunde das Schloß ver« laffen habe. ,, , , .,

Ein Schatten der Verstimmung flog bet die­ser Nachricht über das Gesicht der Mutter, das schmerzliche Bewußtsein, daß Erorg Mwtlich ihrer Gesellschaft auswich, fiel wie ein Rauhrerf auf die zarten Blütenträume ihrer neuen Lebenshoffnung. .

Und plötzlich zerriß er rote em Vorhang vor ihrem geistigen Auge.

Die ganze klingende, singende Sommerweir war auf einmal um sie versunken; schwarz und drohend gähnte wieder der entsetzliche, trostlos dunkle Schlund der Zukunst zu ihren Fußen, reckte das ungelöste Problem der Sühne rote so oft in den Fieberstürmen der vergangenen Nächte von neuem sein unversöhnliches, erbar­mungsloses Gorgonenhaupt.

Vergebens forschte Herta kummervoll nach dem Grunde dieses unvermuteten Stimmung« Wechsels, die Mutter wies all ihre tetlnehmem den Fragen mit einem traurigen Lächeln ab.

Das Bedürfnis nach Alleinsein wurde plotzc lich wieder so mächtig in ihr, daß sie die Tochter, unter dem Vorwande, sie muffe die in den Ta­gen ihres Krankenlagers angesammelte Korre­spondenz einmal einer Durchsicht unterzt^en und zugleich nach Möglichkeit zu erledigen suchen, zur Mamsell in die Küche hinabschickte.

Herta, die die Absicht der Mutter, si e a us ihrer Umgebung zu entfernen, um ungestörter ihren trüben Gedanken nachhangen zu könnest, sofort erriet, fügte sich diesem Wunsche^nur mq Widerstreben und räumte erst nach mehrmalige« ernstlicher Wiederholung der Bitte den Kaffes tisch und brachte das Schreibzeug samt einem Packen uneröffneter Briefe heraus.

Mit gleichgülttgen Blicken überflog bte Grä­fin, als die Tochter endlich zögernd die Terraffes