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nähme der Diaz-Doktrin, welche die Integrität und Unabhängigkeit der auch gegen amerikanische Nachbarn soll, auf der Konferenz in Mexiko,

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territoriale Südstaaten garantieren die voraus-

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sichtliche Annahme der Calvo-Resolution in Rio de Janeiro läßt jedenfalls das Bestreben der amerikanischen Mächte zweiten und dritten Ranges erkennen, ihre Unabhängigkeit unter allen Umständen und gegen jedermann behaup­ten zu wollen.

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dürfte, übertragen werden. Es besteht die An­nahme, die noch durch den Verlauf des Vene­zuela-Konfliktes gestärkt wird, daß die nord­amerikanische Regierung ihre prinzipielle Zu­stimmung zu diesem Antrag erklären lasten wird. Eine sympathische Aufnahme der Calvo-Reso­lution auf dem panamerikanischen Kongreß ist also mit nahezu völliger Sicherheit vorauszu­sagen. Dann hätte sich die Friedenskonferenz im Haag der schwierigen Aufgabe zu unterziehen, einen Ausgleich der Jnterestengegensätze zwischen Amerika einerseits und den europäischen Mäch­ten andererseits herbeizuführen.

Das Programm der Konferenz ist übrigens außerordentlich reichhaltig und für die wirtschaft­liche Zukunft Südamerikas bedeutsam. Die vor fünf Jahren zwischen den südamerikanischen Re­publiken abgeschlossenen Verträge betreffend die Ueberweisung streitiger Schuldforderungen an ein Schiedsgericht sollen auf weitere fünf Jahre ausgedehnt werden. Weitere Anträge betreffen Naturalisation, eine Kodifikation des öffent­lichen und privaten Rechts, Vereinfachung der Zoll- und Konsulatsgesetzgebung, Bau einer pan­amerikanischen Eisenbahn usw. Für Europa aber und besonders auch für Deutschland werden alle diese Angelegenheiten in den Hintergrund gedrängt durch die Frage, wie sich in Zukunft das Verhältnis Süd- und Mittelamerikas zu den Vereinigten Staaten gestalten wird. Die An­

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L- pan-amerikanische Kongreß.

Die dritte panamerikanische Konferenz eröff­nete am 21. d. M. in Rio de Janeiro ihre auf mehrere Monate berechnete Tagung. Von ihren beiden Vorgängern in Washington und Mexiko hat sich erst die letztere mit internationalen Fra­gen beschäftigt, und zwar in einer Weise, die deutlich erkennen läßt, daß die süd- und mittel­amerikanischen Staaten eine Bedrohung ihrer Selbständigkeit nicht so sehr von europäischen Mächten, als von der amerikanischen Vormacht, von den Vereinigten Staaten, befürchteten. Es ist nur natürlich, daß dieses Gefühl infolge der andauernd wachsenden politischen und wirtschaft­lichen Macht der Union inzwischen eine weitere Stärkung erfahren hat. Andererseits haben die Vereinigten Staaten ein hohes Interests daran, gute Beziehungen zu den amerikanischen Klein­staaten zu unterhalten und sich in ihnen willige und kaufkräftige Abnehmer ihrer Exporterzeug- niste zu sichern. Wenn auch der Wert der von der Union nach dem Süden ausgeführten Waren gegenwärtig nur 820 Millionen Mark, also er­heblich weniger als der Wert der europäischen Ausfuhr beträgt, so hat doch im Norden die Er­kenntnis Platz gegriffen, daß der Ausfuhrhandel mit den Südstaaten einer sehr bedeutenden Ent­wickelung fähig ist. Neben den Willen aber, die Vorteile dieser Entwickelung der amerikanischen Handels- und Finanzwelt zu sichern, tritt die Notwendigkeit, der unaufhaltsam steigenden Leistungsfähigkeit der Industrie neue Absatz­gebiete zu erschließen. In Berücksichtigung die­ser wohlverstandenen Interessen hat die ameri­kanische Regierung den Staatssekretär Root mit der Vertretung der Union auf dem Kongresse beauftragt, und allgemein wird der Annahme Ausdruck gegeben, daß seine Teilnahme an den Verhandlungen, seine Besprechungen mit den Vertretern der verschiedenen Staaten dem ame­rikanischen Außenhandel wertvolle Zugeständ- niste und Vorteile eintragen werden.

Aber der nordamerikanische Staatsmann bringt auch möglicherweise etwas. Unter den internationalen Fragen, die den Kongreß be­schäftigen werden, steht in vorderster Reihe die sogenannte Calvo-Doktrin, die, auf Antrag der argentinischen Regierung, den Grundsatz ver­tritt, daß Gläubiger-Nationen nicht das Recht zustehe, von Schuldner-Nationen die Regelung kontraktlich übernommener Verpflichtungen im Wege der Gewalt zu erzwingen. In Rio de Janeiro soll allerdings dieser Antrag nur die Genehmigung und Unterstützung der Staatenver­sammlung erhalten. Die endgiltige Entscheidung über diese neueste und eigenartigste Erscheinung des Völkerrechts soll der Haager Friedenskonfe­renz, die im Frühjahr 1907 zusammentreten

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I Zur Rechten über einer niedrigen Voden- I welle tauchte ein Komplex von roten Ziegel- I dächcrn auf; wenige Augenblicke später ritt I Georg auf den Wirtschaftshof von Naulehnen I ein.

I Georg traf, wie voro.uszusehen war, den I Onkel nicht zu Hause an, der Herr Baron, hieß I es, sei noch auf dem Felde und käme erst um elf Uhr wieder zum Frühstück herein.

Georg ließ daher sein Pferd nach dem Stalle führen und ging selbst nach dem Gutshause hin­über, um den Onkel dort in seinem Arbeitszim­mer zu erwarten.

Das Gutshaus von Raulehnen war ein ein­facher Bau im Stile eines Landsitzes aus dem Anfang des neunzehnten Jahrhunderts; auf stattlich gewölbtem Kellerraum ein kräftig ge­gliedertes Hochparterre und darüber ein man- I sardenartiger Stock; der Giebel mit dem Knauff- schcn Wappen wies noch ins achtzehnte Jahr­hundert zurück.

Der kernhafte Baron von Knauff war ein abgesagter Feind alles überflüssigen Luxus und Prunkes in seiner persönlichen Umgebung; da­gegen galten seine Wirtschaftsgebäude und Jnst- häuser als die besten im ganzen Kreise und das Gut selbst, das nach dem Willen seines Besitzers einst Georg erben sollte, als ein Mustergut.

Die Einrichtung des Arbeitszimmers, das Georg jetzt betrat, war daher wie die aller an­dern Räume des Herrenhauses von der denkbar größten Einfachheit.

Ein altes, bequemes Roßhaarfofa nahm die eine Wand an der Tür ein, darüber ein ver­gilbter Stahlstich des alten Kaisers, vor dem einzigen Fenster ein hohes Stehpult mit Schreib­und Kontormaterial neben einem Bücherregal mit einer kleinen landwirtschaftlichen Biblio­thek; in einer anderen Ecke zur Seite einer ein­fachen Nußbaumkommodtz eine endlose Reihe fangschäftiger Stiefel«

Zur Lage in Rußland.

Die Auflösung der Duma.

Petersburg, 23. Juli. Der Ministerpräsident beschäftigt sich zur Zeit mit der Reorganisation des gegenwärtigen Ministerrates, deffen Mit­glieder durch andere ersetzt und vermehrt werden sollen.

Petersburg, 23. Juli. Der Stadthauptmann hat auf Grund des über Petersburg verhängten Zustandes des außerordentlichen Schutzes (Be­lagerungszustand) Versammlungen und Umzüge verboten. Die Hausbesitzer sowie die Portiers sind zur Unterstützung der Polizei verpflichtet.

Wiborg, 23. Juli. Die hier versammelten früheren Abgeordneten zur Reichsduma haben beschlossen, namens der Duma ein Manifest zu

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veröffentlichen. In dem von den Kadetten aus« gearbeiteten Manifest, beffen Wortlaut von der Arbeitsgruppe etwas verschärft worden ist, wird der Regierungsakt vom 21. Juli als ein Versuch bezeichnet, Rußland auf lange Zeit der Volks­vertretung zu berauben. In dem Manifest heißt es weiter: Als logische Folge der Verletzung der Verfassung durch die Regierung erscheine er als Pflicht der Bürger, keine Steuern zu zahlen und nicht einen Soldaten zu stellen. Das Mani­fest ruft das Volk auf, jede Gewalttätigkeit energisch abzuwehren. Anwesend sind hier zwei Drittel der Mitglieder und das Präsidium bet Duma. Den Vorsitz bei den Verhandlungen führt Murowzow.

Paris, 23. Juli. Die heutigen Morgenblät« ter besprechen die durch die Auflösung der Duma geschaffene Lage in Rußland. DiePetite Re« publique" spricht die Befürchtung aus, daß eine Katastrophe eintreten könne.Radikal",Ma­li n" undFigaro" geben gleichfalls ihren Be­fürchtungen von ernsten Ereignissen Ausdruck. DerPetit Parisien" beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die öffentliche Meinung in Ruß­land kundgeben werde. DieRepublique Fram caise" erinnert daran, daß Rußland Verpflich­tungen finanzieller Art gegenüber dem Auslande habe. DasEcho de Paris" gibt dem Wunsche Ausdruck, daß Rußland siegreich aus der Krisis hervorgehen möge.Eclair" undEaulois" er­klären sich völlig mit der Auflösung der Duma einverstanden. Es sind die einzigen Blätter, di« dieser Ansicht ohne Vorbehalt Ausdruck geben. Libre Parole" erklärt, daß alles vom Verhalten der Armee abhänge.

London, 24. Juli. Die Auflösung der Duma wird von der hiesigen Presse einstimmig als eilt verhängnisvoller Schritt verurteilt.

Petersburg, 23. Juli. Die offiziöseRossija* schreibt: Alle sind einig, daß das alte Regiment insolvent ist, aber ebenso begreifen alte, daß eg nur allmählich durch ein neues ersetzt werden kann. Das Alte muß fallen, doch muß an seiner Stelle eine feste Mauer errichtet werden. Die wenigen heute Montag erschienenen Blätter mahnen zur Ruhe und Festigkeit, sowie zur Be­obachtung der Parteidisziplin. Die Nowoft Wremja" spricht den Wunsch aus, die neue Du­ma möge der aufgelösten an Ehrenhaftigkeit und guter Gesinnung nicht nachstehen. Auch die Nowoje Wremja" ist von der Auflösung nicht erbaut; sie warnt die leitenden Persönlichkeiten vor dem Wahn, daß es ihnen leicht würde, das Vertrauen des Volkes zu erwerben.

Petersburg, 23. Juli. Das soeben ausge- gebene und dann konfiszierte Kadettenblatt Rjetfch" meldet aus Wiborg, daß die Nacht« sitzung der in Wiborg versammelten früheren

Marburg

Mittwoch. 25. Juli 1906.

Ein Hauch traulicher Gemütlichkeit lag trotz des strengen Arbeitscharakters über dem kleinen Raum.

Durch das geöffnete Fenster kam in regel­mäßigen Absätzen das dumpfe Stampfen der Oelpresse und der schnarrende Laut der Holz­schneidemaschine, von welchen beiden Anlagen die Triebkraft der dicht am Gut in beträchtlichem Gefäll vorüberfließenden Radaune ausgenutzt wurde.--

Georg warf sich in die eine ganz ausgesessene Ecke des Sofas und entnahm der auf dem Tische stehenden Kiste eine Zigarre.

Er hatte noch eine volle Stunde auf den Onkel zu warten und somit hinreichend Zeit und Weile, die Gedanken des Waldweges weiter zu spinnen.

Doch bald machten der scharfe Ritt und die ungenügende Nachtruhe ihre Wirkung geltend, unversehens hatte ihn unter dem eintönigen, einschläfernden Geräusch der Maschine ein leich­ter Schlummer übermannt.

So fuhr er ganz verstört in die Höhe, als mitten in das bunte Getriebe eines wüsten Traumgewirrs ein wohlbekanntes Lachen her­eindröhnte und er aufschauend die mächtige Ge­stalt des Onkels vor sich erblickte, der, zwischen Sofa und Fenster stehend, mit seinem breiten Rücken beinahe das ganze Zimmer verdunkelte.

Ist das die Möglichkeit!" begrüßte ihn der Baron geräuschlos und stieß seinen derben Knotenstock wuchtig auf den Fußboden auf. Während unsereins sich seit vier Uhr mit dem Polacken ärgert und auf den Feldern herumliegt, schläft der junge Herr hier seinen Jammer aus! Hast gestern wieder einmal bei Eemballa bis in die aschgraue Pechhütte gekneipt? He!"

Mit diesen Worten reichte er ihm die Hand über den Tisch und sah ihm mit gutmütigem Spotte in das überwachte Gesicht.

Georg strömte es heiß zu Herzen.

i Wie ein Nebelspuk zerrannen plötzlich all bie quälenden Gedanken vor dem frischen, treuher­

Erschemt wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag-Joh. Aug. Koch, UniversitätS-Buchdruckerei 41.

Marburg, Markt 21. Telephon 55. M

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain Sormtagsbeilaaer Allustrirtes SsnrrtaasMatt

Neueste Telegramme.

Breslau, 23. Juli. Zum Kongreß christlicher Gewerkschaften sind 70 Delegierte eingetroffen. Auch die Eeneralkommission der freien Gewerk­schaften hat Delegierte entsandt.

Hamburg, 24. Juü. Wie dieHamburger Nachrichten" melden, teilte der zur Zeit in Süd- Ivestafrika sich aufhaltende Landrat von Uslar einem Freunde brieflich aus Omaruru mit, daß am 21. Juni zwei Quellen in Karibib erbohrt worden feien. Seine Angaben über die Tiefe der Quellen und die Richtung der Strömung hätten genau gestimmt. Die Quellen lieferten stündlich 2,3 Kubikmeter klares schönes Wasser tinb auch bei beständigem jumpen lasse der Zu­fluß nicht nach. Der erste Mimnen habe den Namen Kaiserbrunnen erhalten. Bis zum 26. Auni habe Uslar 53 Quellen erbohrt.

Amsterdam, 23. Juli. Die gegen die Einge­borenen auf Celebes operierenden Truppen nah- Men mit Verlust von einem Toten und 21 Ver­wundeten die Vergfestungen bei Bontodsu.

" Paris, 24. Juli. Den beiden Journalisten Tardieu und Robert de Caix, welche während bet Marokko-Affäre eine lebhafte Kampagne zu Gunsten der französischen Politik imTemps" undJournal des Debats" führten, wurde das Ritterkreuz der Ehrenlegion verliehen.

London, 23. Juli. Wie derDaily Tele­graph" aus Newyork meldet, haben die Arbeiter der vereinigten Vaugewerke den Beschluß gefaßt, .in den Ausstand einzutreten, um die Lohnbe­wegung der Bleiarbeiter zu unterstützen. Sie hatten gestern mit der Zurückziehung ihrer Leute begonnen. Sollten die Arbeitgeber nicht gewillt fein, Zugeständnisse zu machen, so werden am Samstag 100 000 Mann in den Ausstand treten.

Tanger, 23. Juli. Aus Marrakesch wird, nach einem Telegramm derVoss. Ztg." gemel­det, daß dort eine sehr wichtige Konferenz von Abgesandten der südkabylischen Stämme statt- gesunden hat, die fast alle vertreten waren und sich verpflichtet haben, sich gegen den Sultan zu erheben, sobald die Ernte beendet ist. Alle ein­flußreichen Kabylenhäuptlinge haben sich für den Aufstand erklärt. Diese Nachrichten haben in Fez große Aufregung verursacht. Die Truppen der Garnison von Tanger haben Befehl bekom­men, sich marschfertig zu halten, und sollen nö­tigenfalls nach Marrakesch beordert werden.

Die Kette.

Roman von Hans Schulze.

(Fortsetzung.)'

Daß dem toten Vater das Recht des Duells, das in Georgs Auffassung mit dem Recht, in be­stimmten Fällen aus eigener Machtvollkommen­heit töten zu dürfen, vollständig zusammenfiel, ohne weiteres zugestanden hätte, war ihm über allen Zweifel erhaben.

War andererseits aber er selbst, ganz davon abgesehen, daß es ihm absolut unmöglich dünkte, die Waffe gegen den Stiefvater zu kehren, dazu berechtigt, jetzt als Richter der Eltern aufzutre­ten, ja handelte er überhaupt im Interesse des Toten, wenn er dies feit vielen Jahren begra­bene Verhältnis, von dem jener vielleicht nie etwas erfahren, wieder ans Tageslicht zerrte?

Der eigene Sohn als Rächer der Ehre des Vaters im Zweikampfe mit dem Stiefvater!

Dieser Skandal in der Heimat und im Reiche, beider Namen vielleicht mit den häßlichsten Verdächtigungen und Beschimpfungen durch die breiteste Oeffentlichkeit der Presse geschleift.

So wogte es im Nachklang der psychischen Er­regung des vergangenen Abends in ihm unab­lässig hin und her, indes ihn der Waldpfad berg- ttuf, bergab langsam seinem Ziele entgegen­führte in dem träumenden Morgenfrieden des »infamen Forstes.

Hoch über ihm die sonnig durchflimmerte Wölbung der stolzen Buchenkronen, die schlanken Platten Stämme fast bis zum Gipfel hinauf mit Zartem Flechtensamt hellgrün überspannen; da- 1 zwischen zuweilen ein versprengter Eichenkoloß, j Mhwere, dicke Moospolster auf der geborstenen viinde.

Dann wandelte sich allmählich der Charakter »es Waldes: eine weite Kiefernschonung trat zu »eiben Seiten an ben Weg heran. v \

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zigen Wesen dieses Mannes; ihm ward, oti würden in einem trüben, dunklen Krankenzrm« mer auf einmal die Fenster geöffnet und unver« mutet ein Strom von Luft und Sonne hereinge- {''er wollte sprechen, doch die Worte blieben ihm würgend im Halse stecken; kaum vermochte er den kräftigen Druck der breiten Rechte des Onkels zu erwidern.

Dem scharfen Auge des Barons entging seine Bewegung nicht; er trat näher an den Neuen heran und legte die Hand ermutigend auf seine Schulter.

,Jst bir etwas verquert gekommen, Schorsch». chen"?" sagte er, unb ein Ton ungewohnter Weich­heit klang durch seine Stimme.Du weißt ja, hier ist die Stelle, wo du dich stets ungeniert aussprechen kannst! Wenn ich dir helfen kann, ich bin jederzeit zum Beistand bereit!'

Mit einem dankbaren Blicke sah Georg zu ihm auf, dann schüttelte er, alle Kraft zusam­mennehmend, die Unsicherheit und Unent­schlossenheit seines Wesens ab.

Davon bin ich überzeugt, Onkel," versetztt er mit fester Stimme,daß du immer für mich zu finden bist, und ich werde dir das auch nie IN meinem Leben vergessen! Doch in dem, was mich jetzt bedrückt, da kannst weder du noch ir­gend jemand anderes auf der Welt mir helfen. Das muß ich ganz mit mir allein abzumachen suchen!" , . .

Er brach plötzlich ab, es schien ihm auf emmm völlig unmöglich, mit dem eigentlichen Zwei seines Besuches herauszukommen.

Ein eigentümliches Gefühl der Furcht, daß er mit der Aussprache seiner Gedanken auch dl« Herrschaft über sich verloren gebe, schloß ihm wieder den Mund; zugleich auch hielt ihn eine Regung von Scham ab, sich dem Onkel, wie nahe er ihm auch stand, so mit seinem innersten Den­ken bloßzulegen, wie er bie Aeußerung eines f^ schimpflichen Verdachts gegen feine Mutter bau stellen mußte. _ y

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