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Berlin, 9. Juli. Der Arbeitsausschuß des Wißmann-Denkmal-Komitees hat einen Be­dingungsplan für den Wettbewerb unter Künst­lern deutscher Reichsangehörigkeit um ein Her­mann von Wißmann-Denkmal veröffentlicht, ,us dem sich ergibt, daß das in Bronze herzu­stellende Denkmal, dessen Kosten 40 000 Mark nicht übersteigen dürfen, in denWitzmannpark" benannten Anlagen zu Lauterberg a. H. errichtet werden soll. Der Bedingungsplan für den Wett­bewerb und nähere Aufschlüsse über Erlangung von Photographien Hermann von Witzmanns und sonstiges Material find erhältlich beim Witzmann-Dentmal-Komitee zu Berlin W. 9, Potsdamerstratze 127/128 (im Passagebureau der Firma v. Tippelskirch u. Co.). Für die drer besten Lösungen werden drei Preise zu je 1500 Mark ausgesetzt.

Berlin, 10. Juli. Der schon lange recht nachdrücklich laut gewordene Wunsch, dre Behör­den möchten doch dem unglaublichen Unfug der gräflich Pücklerschen Reden steuern, ist letzt end­lich in Erfüllung gegangen. Graf Pückler wurde gestern abend, als er fich in eine seiner berüch­tigten Radauversammlungen begeben wollte, auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft aus seinem Hotel abgcholt und nach Weichselmünde in seine Festungshaft zurückgebracht.

Brandenburg, a. H., 10. Juli. Das Kriegsgericht verurteilte Leutnant Weygand, »er den Lehrer KoggeFlapps" genannt hatte und ihn mit der Reitpeitsche schlug, wegen Be­leidigung zu 100 cH und wegen Körperverletzung zu 3 Wochen Gefängnis.

Köln, 10. Juli. Der verstorbene Fabrik­besitzer Josef Coblenz vermachte, wie dieKöln. Volksztg." meldet, der Stadt Köln 300 000 M zur Errichtung eines Asyls für Altersschwäche, ferner hiesigen Wohlfahrtsanstalten 36 000 <U.

Neumünster, 9. Juli. Auf entsetzluye Weise kam heute vormittag der Arbeiter Franz Karnal in der Fehrmann u. Hauschildschen Holz­bearbeitungsfabrik ums Leben. Er kam auf dem Gebälk der 9 Meter langen Säge zu Fall, geriet In das Getriebe und wurde von der Säge vom Kopfe bis zu den Fützen durchschnitten. Der auf so gräßliche Weise ums Leben gekommene Mann war verheiratet.

Einbeck, 8. Juli. Ein hiesiger Barbier suchte einen Gehilfen und schrieb deshalb an einen 19jährigen jungen Dorfbarbier, der sich 5ur Zeit stellenlos in seinem Heinen Heimats- orf in der Nähe Einbecks aufhält, ob er ge­neigt sei, die Stelle anzunehmen. Darauf lief folgender Bescheid ein:Geehrter Herr! Beant- wortlich Ihres dank Würdigen Entgegenkom­mens dedaure leider eine Abschlägliche Antwort Mitteilen zu Müssen. Ich habe in Hamburg gelernt, bereiste England und Schweiz, bin perf. Damenfriseur-Onduleur, Menikeur, spreche Engl. und Franz. Also einer Stadt wie Einbeck wohl nicht gewachsen. Achtungsvoll erg. R. K." Englilsch und Französisch kann er, aber der eigenen Muttersprache scheint dieser gebildete Haarkünstler noch immernicht gewachsen" zu fein.

Leipzig, 9. Juli. Das Reichsgericht oer- oarf die Revision des katholischen Pfarrers Wörner, der vom Landgericht Konstanz wegen Mitzbrauchs der kirchlichen Amtsgewalt auf Grund des badischen Gesetzes vom 9. Oktober 1860 zu 80 M Geldstrafe verurteilt worden war. Wörner hatte einem Reichstagswähler gedroht, rr werde ihm die Sterbesakramente nicht er­teilen, wenn er nicht für das Zentrum stimme, Das Reichsgericht hat das fragliche Gesetz als gültig erachtet. Nach der Reichsverfassung sei ine Zuständigkeit des Reiches nicht auf die Ver­hältnisse der Kirche ausgedehnt, also seien die Einzelstaaten auf diesem Gebiete souverän ge­blieben.

München, 10. Juli. Ein bayerischer Leutnant aus einer kleinen Garnison, der Spiel- und Schwindelschulden bis zum Betrage von 100 000 e« und darüber gemacht hat, ist, der N. V. L.-Z." zufolge verhaftet worden. In diese Wechselgeschichte soll auch ein Prinz ver­wickelt sein. Die Sache steht in einem gewissen Zusammenhang zur Preysing-Affäre, in der auch eine Spielhölle die Ursache der Katastrophe ge­worden ist. Das Verderben zieht immer weitere und höhere Kreise.

Duisburg, 9. Juli. Die Steuerbehörde tont hier großen, von dem Metzger Priester be­triebenen Fleischschmuggeleien auf die Spur. Es handelt sich um minderwertiges, unter der De­klarationDärme" aus Rußland eingeführtes Fleisch. Bei einer am Samstag beschlagnahmten Sendung fand sich Fleisch von ungeborenen Kälbern vor. Das Fleisch wurde von dem Ab­nehmer mit 35 Pfg. pro Pfund bezahlt. Priester erklärte, eine Anzahl weit größerer Firmen als die seinige betreibe ebenfalls diesen Handel, und Tausende von Kilogramm seien nach Duisburg ringeführt worden.

Braunschweig, 9. Juli. In den Römer­bergen im Amerumer Holze fand man zwei junge Leute erschossen auf. Wie sich jetzt her- ausstellt, handelt es fich um den 17 Jahre alten Kaufmannslehrling Kaje und den 18 Jahre alten Elektrotechniker Schnur, beide von hier. Der Grund des Selbstmordes ist unbekannt.

Metz, 10. Juli. Der Eemeinderat hat die Anstellung von 4 Schulärzten beschlossen, deren jedem etwa 1000 Schulkinder zugewiesen sind, die monatlich mindestens zweimal auf ihren Ge­sundheitszustand untersucht werden müssen. Je­der Arzt erhält dafür jährlich 2000 J».. Die An­stellung eines Zahnarztes wurde abgelehnt. (Zahnpflege ist doch ebenso nötig und wichtig und wird gerade an Schulkindern sehr vernach­lässigt, wie Erhebungen beweisen.)

«endbarkeit der Streitkraft« durch nichts besser Egkeichcn kann al» durch eine überlegene

Ein ergreifender Soldatenbrief. Von einem Freunde derLötzener Zeitung" wird der Re­daktion dieses Blattes nachstehender Brief eines Afrikakämpfers zur Verfügung gestellt, den letz­terer an seine in Ostpreutzen lebende Mutter vor kurzem gerichtet hat. t ; ,

Liebes Mütterchen) ' /

Ich ergreife die Feder, um an Euch herzlich zu schreiben, datz ich munter und gesund bin, und ich hoffe von Euch das Gleiche. Wie mir's sonst geht, das könnt Ihr Euch schon denken. Wir müssen sehr viel hungern und dursten und haben zudem unter einer sehr großen Hitze zu leiden. Den Tag müssen wir 60 Kilometer zu Fuß und zu Pferde zurücklegen. Während 36 Stunden hatten wir nichts zu essen und nichts zu trinken bekommen, aber wir machen uns nichts aus Hunger und Durst. Wir fassen uns immer fri­schen Mut, im Sand, auf dem Felsen und auf den Klippen, wo wir uns überall durchschlagen müssen. Den Cornelius haben wir gekriegt mit 150 Mann. Jetzt ziehen wir gegen Morenga. Dem wollen wir nufbie Lungen geben. Das ist das Schlimmste. Bis wir den Niederkämpfen, wird's noch viel Schweiß und Blutvergießen kosten. Viele von meinen Kameraden find schon in den vorherigen Gefechten gefallen. Auch ich hoffe jeden Moment die Kugel zu bekommen. Dazu find wir Preußen, daß wir unser Leben hingeben. Wir kämpfen und wenn bis zum letzten Moment.

Liebes Mütterchen und meine lieben Ge­schwister, grämt Euch nicht, daß wir in Afttka im heißen Kampfe sterben. Das schadet nichts; wir müssen alle sterben.

Jetzt habe ich keine Zeit mehr zum Schreiben. Den Brief habe ich geschrieben, wie wir 24 Stunden Ruhe bekommen haben. Meine Kam- raden schlummern alle. Ich habe aber noch -en Mut gefaßt, den Brief an Euch zu schreiben. Mir fallen die Augen vor Mattigkeit zu. Es ist bald Zeit, das Pferd zu satteln und weiter zu reiten. Der nächsten Feldpost werde ich den Brief ab­geben. Ob Ihr ihn bekommt, weiß ich nicht. Wenn ich am Leben bleibe, werde ich mehr schreiben. Jetzt ist es an der Zeit zu satteln und weiter zu reiten. Ich muß mein Schreiben schließen.

vom Schah »0« Persien weiß der Pariser Eclair" folgendes Eeschichtchen zu erzählen: Kurz bevor der Schah krank wurde, bekam er aus Paris ein Automobil. Er wollte es, kaum aus­gepackt, in Betrieb setzen.Sire", sagte der Eroßoefir,es ist kein Spiritus für den Motor vorhanden."Kein Spiritus?" rief der Schah. ,Fnd mein alter Kognak von 1868? Schnell einige Flaschen davon!" Und so geschah es, daß das Automobil des persischen Alleinherrschers mit Kognak zu 50 Fr. die Flasche geheizt wurde.

6ine merkwürdige Schulpanik. Aus New- Pork wird berichtet:Allen Schulkindern müs­sen die Mandeln herausgeschnitten werden," dieses Gerücht verbreitete sich blitzschnell unter den Bewohnern des New-Porker Ostens, in dem ich jetzt sehr viele arme Fremde, besonders rus- ische Juden, aufhalten. Daraufhin bombar- »ierten wütende Mütter die fünfzehn öffent­lichen Schulen des Bezirks und erregten einen so entsetzlichen Aufruhr, daß die Lehrer ihre 25 000 Schüler entlassen und die Schulen schlie­ßen mußten. Dps Gerücht war dadurch erregt worden, daß einige Schüler von Aerzten unter­sucht und an den Halsdrüsen leicht operiert worden waren.

Im Teig erstickt. Daß ein Kind im Brotteig erstickt ist, ist wohl noch nicht vorgekommen. In Eroß-Tychow stellte eine Jnstfrau die Wiege mit ihrem einjährigen Kinde an den Trog mit Brot­teig. Als die Mutter sich für einen Augenblick entfernte, richtete sich das Kind in der Wiege auf und fiel in den Brotteig, in dem es die Mutter erstickt vorfand.

Die leichteste Art, sich durch das Leben zu schlagen." Beim Fleddern ertappt wurde unter eigenartigen Umständen eine Witwe Rosalie Mielke in B.rlin. Sie hatte einen Bekannten zu überreden versucht, ihr beim Fleddern zu hel­fen. Der Mann ließ sich aber darauf nicht ein, obwohl sie ihm zeigte, daß sie zum Aufschneiden der Taschen derLeichen" ein besonders scharf geschliffenes Küchenmesser mitgebracht hatte. Ec folgte ihr unbemerkt, um einmal zu sehen, was sie wohl unternehmen werde. Frau Mielke ging die Mittelpromenade der Lothringer Straße hin­unter, setzte sich bald zu einem schlafenden Manne auf die Bank, schnitt ihm die Tasche auf, nahm das gefüllte Portemonnaie heraus und ging mit der unschuldigsten Miene weiter. Der Beobachter weckte jedoch den Bestohlenen, man verfolgte die Diebin und ließ sie festnehmen. Sie gestand so- fott und erklärte, sie habe augenblicklich diese Att für die leichteste gehalten, sich durch das Le­ben zu schlagen.

Auch ein Feuereifer. Eine hübsche Episode erzählt man sich von der Reise des Königs Fried­rich August ins Vogtland. Der Monarch besich­tigte in einem Dorfe die in Parade aufgestell­ten Dorffeuerwehren und richtete dabei an einen der Kommandanten die Frage, ob seine Weyr in letzter Zeit viel zu tun gehabt habe. Unter Achselzucken erfolgte die offenherzige Antwort: , Majestät, bei uns brennt's leider nur selten!" Schallendes Gelächter, in das auch der König einstimmte, ergoß sich über den natürlich nicht böse gemeinten Feuereifer des Komman­danten.

Zwei Pfiftige. Am Martensdamm zu Kiel hatte ein Windstoß einem größeren Knaben den Strohhut vom Kopfe gerissen und eine Strecke weit in den Kleinen Kiel entführt. Ratlos stand der Junge eine Weile am Ufer; der schwimmende Hut schien für ihn verloren. Da gewahrte er einen großen Hund auf der Bösch­ung. Er lockte ihn an sich und warf ein Stück­chen Holz ins Wasser. Als hätte der Hund, ein stattlicher Neufundländer, darauf nut gewartet, stürzte er sich mit freudigem Gebell in die er­frischende Flut und brachte dem Knaben das Holzstück zurück. Auf die Apportierkunst des Hundes baute nun der Junae feinen Man auf.

Er schleuderte nochmals, indem er ein paarmal darauf spuckt, ein kleines Stückchen Holz in das Wasser nach der Richtung, in der seine Kopfbe­deckung schwamm. Der Hund ist wieder mit einem Satze im Wasser, sucht einen Augenblick verge­bens nach dem winzigen Holzstückchen, schwimmt dann aber auf den Strohhut los, packt ihn und bringt ihn seinem Eigentümer, der freudig sei­ner Wege geht, nachdem er das kluge Tier ver­dientermaßen belobt hat.

Gut Ding braucht Welle. Von einer neuen Leistung des Zopfes weiß dasEcho de Paris" zu berichten: Man hat wiederholt über die Ver­zettelung geklagt, mit der die Unterstützung der Opfer der Katastrophe von Courritzres vor sich geht. Das folgende Beispiel, das fich auf die 10000 Franks bezieht, die von dem Vorstände des Generalrats des Seine-Departements am Tage nach dem Unglücke genehmigt wurden, be­weist, wie viel Zeit die öffentlichen Verwal­tungen vergeuden, wenn sie die Verteilung von Unterstützungen übernehmen.

12. März 1906. Herr Bellan, Syndikus des Generalrats, benachrichttgt den Seine-Präfek- ten^ daß der Vorstand 10 000 Frks. bewilligt hat.

13. März. Erlaß des Seine-Präfekten, durch den der Zahlmeister der Armenverwaltung be­nachrichtigt wird, daß der Bettag auf die Wei­sung des Ministeriums des Innern zur Aus­zahlung gelangt.

14. März. Der Betrag wird in der vorge­schriebenen Weise dem Präfetten des Pas-de- Calais überwiesen.

5. Mai. Der Präfett des Pas-de-Calais benachrichttgt, daß die Anweisung abgeändert und an den Generalsteuer-Einnehmer des De­partements gerichtet werden muß.

12. Mai. Auftrag an den Zentralkassierer der Stadt, den Betrag an die vorgeschttebene Adresse abgehen zu lassen.

Es hatte also in Wirttichkeit volle zwei Mo­nate gebauert, um bie Unterstützung bes Ge­rt eralrates des Seinedepartements an die rich­tige Adresse gelangen zu lassen, und die Mög­lichkeit bleibt nicht ausgeschlossen, daß es weitere zwei Monate bedürfen wird, um den Empfang dieser Summe zu betätigen. Es geht doch nichts über den Amtsschimmel!

Humoristisches. Eine gute Tat. Hand­werksbursche:Gelernter Schlosser, seit einem halben Jahre ohne Arbeit, bittet um Unter­stützung!" Schlossermeister:Bei mir ist eine Gehilfenstelle frei; da können Sie gleich Arbeit finden!" Handwerksbursche:Na, Meister, es könnt' nach mir einer kommen, der iwch län­ger ohne Arbeit ist wie ich, und dem möcht' ich diesen Posten doch nicht wegnehmen!"

Monolog eines Hagestolzen:Das Heiraten hat zwei Seiten eine gute und eine schlechte! Eine gute, daß man nicht allein ist, und eine schlechte, daß man zu zweien ist!"

Traumgefühle.Sjeut nacht hat mir 'träumt, i wär beim Wirt 'nausg'schmissen wor'n und wie i in der Früh aufwach, lieg i no drauß'n!"He, Meyer, Cie schlafen schon wieder, statt zu arbeiten!" Entschuldigen Sie, Herr Prinzipal ... ich ... ich hab' wohl ge­schlafen, aber ich hab' vom Geschäft geträumt!" (Fl. Bl.")

Aus der neuen Bahnverkehrs­ordnung. Sobald der Reisende seinen Platz eingenommen hat, darf sich kein anderer darauf setzen.

Die Fenster dürfen auch mit Zustimmung aller Mitreisenden sticht zerschlagen werden.

Kleine tragbare Gegenstände, wie Konzert- unb Automobilomnibusse, hülfen nicht mit in bie Personenwagen genommen werben.

Geladene Schußwaffen find auf den nächst­sitzenden Reisenden zu entladen, ehe sie in das Gepäcknetz gelegt werben.

Gepäck, das fünfzehn Minuten nach Abgang des Zuges aufgeliefert wird, hat keinen An­spruch darauf, mitbefördert zu werden.

Für unterwegs verloren" gegangene Kinder leistet die Eisenbahnverwaltung keinen Ersatz.

Das Beschwerdebuch wird abgeschafft, da es gerade in den wichtigsten Fällen, nämlich von den Passagieren, die bei einem Zusammenstoß ums Leben kamen, niemals benutzt wurde.

(Ult)

Eingegongen: Bücher und Schriften. (Eine eingehendere Besprechung bleibt unser.^r Ermessen vorbehalten. Rücksendung unver­langter Eingänge findet nicht statt.)

** Von den deutschen Kunstausstellungen handelt das eben erschienene Juliheft der be­kannten Münchener ZeitschriftDie Kunst" (Verlag Bruckmann, vierteljährlich 6 Jt). In nicht weniger als 107 ausgezeichneten Repro­duktionen werden die Hauptwerke der Ausstel­lungen der Berliner und Münchener Sezession sowie der Kunstgewerbeausstellung in Dresden vorgeführt; sie zeigen den hohen künstlerischen Stand der drei Ausstellungen, die unter den diesjährigen derartigen Darbietungen an erster Stelle stehen, in glänzender Weise. Hebet der bekannten vornehmen Art der Illustrierung soll aber nicht die textliche Seite der prächtigen Zeit­schrift übersetzen sein; die Aufsätze über die drei Ausstellungen, wie auch der übrige textliche In­halt rühren von bewährter Feder her und zeigen die Zeitschrift durchaus auf der Höhe ihrer Auf­gabe.

** In der Zeit der Rosen bringt das soeben erschienene Heft XXI der .Modernen K u n st" (Verlag von Rich. Bong, Berlin W. 57 Preis des Heftes 60 ^) einen sicher vielen Garten- und Blumenfreunden sehr will­kommenen illustrierten Artikel überKünst­lerische Rosenkultur".

Gettride»Wochenbericht

der Preisberichtstelle deS Deutschen Landwirt- schastsrats vom 3. bis 9. Juli 1906.

Die infolge ungehinderter Erntearbeiten von Amerika ausgehende schwächere Stimmung und die Aussicht auf befriedigende Ernten in den Westeuropäischen Bedarfsländern hat allenthal­ben ein Sinken bet Getreidepreike veranlaßt.

Die deutschen Markte verharren bei unverändert ten Ernteaussichten in zuwartender Haltung,' aber das beschränkte Warenangebot verhindert« eine wesentliche Vertiefung der Weizenpreise, die sich mit wenigen Ausnahmen gut behaupten, vereinzelt sogar befestigen konnten. Die durch Gewitter und Niederschläge Mitte der Woche hervorgerufenen Erntebesorgnisse haben die Kauflust, namentlich für Roggen etwas belebt und auch einige Umsätze in russischer Ware zu­stande kommen lassen; besonders die süddeutschen Märkte sahen sahen sich bei völliger Erschöpfung des inländischen Angebots zu Rückgriffen auf ausländische Sorten veranlaßt. Den Berliner Lieferungspreisen boten die Witterungsverhält­nisse sowie die bessere Aufnahmefähigkeit der Mühlen für sofort greifbare Ware, die zu 12 Mark höheren Preisen Verwertung fand, einige Stütze. Hafer wird in besseren Qualitäten we­nig angeboten und zu letzten, in dringenderem Bedarfsfälle sogar zu höheren Preisen aus dem Markte genommen, während geringe Sorten eher vernachlässigt sind. Die schwierige Beschaf­fung von Mixed Mais läßt den Bedarf hierin auf bie billigere unb qualitativ befriedigende La Plata-Ware zurückgreifen. <

Es stellten fich heute die Getreidepreise in Mark pro 1000 Kilogr. an den nachgenannten Orten, wobei dar Mehr (+) bezw. Weniger () gegenüber der Vor­woche in Klammern 0 beigefügt ist, wie folgt:

Weizen Roggen Hafer

Berlin 181 (4-1) 155 (4-2) 182fc(4-/)

Leipzig 178 (-) 168 (-1) 176 (-)

Hamburg 184 (-1) 167 (-3) 179 <-)

Hannover 178 (-) 160 (-6) 195 (+5)

Köln - (-) 162'/,(-) 175 (-)

Mannheim 190*/, () 163 (1) 167 (-)

Frankfurta.M. l89 (-) - (-) 182W-)

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