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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Zweites Blatt

2.

8.

4.

Marburg und Umgegeud.

Oberheff.

6. General-Versammlung des Deutsch-Evangelischen Frauenbundes

in Nürnberg. I,

ochsen verkauft. Im April: Maultiere 30 000 Pfund, Esel 6000 Pfund, Ochsen 8000 Pfund; im Mai: Maultiere 7000 Pfund, Esel 6000 Pfd., insgesamt also 87 000 Pfund Sterling oder 1% Millionen Mark binnen drei Monaten. Selbst-« verständlich partizipieren auch andere Firmen an dem Geschäft, und die hiesigen Blätter brin­gen Notizen über denBig Trade". Sehr naiv ist, wenn sie sich dabei über die schlechten zerfah­renen Wege über Rietfontein und Dawignab beschweren und vom Windhuker Gouvernement deren Ausbefferung wünschen. Man ersieht dar­aus, in welch ungeheurem Maße die Kapkolonie aus dem Aufstande Nutzen zieht. Wäre die Bahnverbindung in der Kolonie eine bessere, könnten Unsummen gespart werden. Freilich, für das Verständnis gewisser Reichstagsabge­ordneten sind diese Tatsachen zu hoch.

* Deutsche Kolomen.

Sudwestafrika. Ein deutscher Kaufmann übergab derKol. und Uebersee-Korr." einen Brief eines Kapstadter Geschäftsfreundes, dem wir folgende Sätze entnehmen:Allein die Firma Dreyer und Pearl hat im letzten März an die deutsche Regierung für 23 000 Pfund Sterling Maultiere und für 10 000 Pfund Zug­

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Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck imb Verlag: Zoh. Ang. Koch, UniverfitLtS-Buchdmckerei 41» Marburg, Markt 21. Telephon 65. '

und Westfalen an.

.. Beim Reichsjustizamt Lei der bevorstehen­den Revision des Strafrechts, Aenderung verschiedener Paragraphen des Strafgesetz­buches zum Schutz der Kinder und Frauen

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 bei Urheberrechts nur nut der deutlichen Quellenangabe .Oberheff. Ztg.' gestattet)

Hessen-Nassau und Nachbargebrete.

Jesberg, 9. Juli. Die hiesige Wasser­leitung ist dank der rührigen und umsichtigen Leitung des Aufstchtspersonals bald fertig. Nach­dem die Arbeiter die Röhren von der Quelle im Kellerwald bis in unseren Ort, eine ca. 4,7 km weite Strecke, gelegt haben, beginnen jetzt di« Hausanschlüsse. In ca. drei Wochen haben wir das Wasser in den Häusern. Die jüngste Messung ergab, daß die Quelle pro Sekunde 2 Liter, mit­hin einen täglichen Erguß von ca. 118 cbm liefert, wovon etwa 80 cbm täglich verbraucht werden.

Eietzen, 9. Juli. Bei dem am 3. und 4. Juli stattgefundenen Viehmarkte waren aufgetrieben 1550 Stück Rindvieh, 444 Schweine.

Nauheim, 6. Juli. Das bisher dem Bank- hause Kahn u. Eo.-Frankfurt gehörige Hotel Europäischer Hof" wurde für M 800 000 an den Hotelier Hauff aus Wiesbaden verkauft.

Frankfurt, 7. Juli. Der junge Erbgraf Eras­mus von Erbach-Erbach hatte, wie f. Z. ausführ­lich berichtet, sich im Porjahre mit der Tochter einer Wäscherin vermählt. Die in London, ge­schlossene Ehe führte zu einer Reihe von Zivil­prozessen. Zunächst klagte lautFrkf. Ztg." der Vater des Erbgrafen gegen die junge in Ober­ursel wohnende Frau auf Ungültigkeitserklä­rung der Ehe. Der Kläger machte geltend, daß der junge Graf bei Abschluß der Ehe geisteskrank gewesen sei, außerdem seien bei Schließung des Eheaktes die hierzu nötigen Formalien außer Acht gelassen worden. Gleichzeitig hatte der alte Graf die Entmündigung feines zur Zeit in der Heilstätte Hohemark untergebrachten Sohnes bei dem Amtsgericht Homburg bewirkt. Gegen den Entmündigungsbeschluß hat die junge Gräfin die Anfechtungsklage erhoben. Die Klage auf Ungültigkeitserklärung der Ehe wird nach dem Beschluß der Zivilkammer des Frankfurter Land­gerichts bis zur Entscheidung des Anfechtungs­prozesses ruhen bleiben. Die llnterhaltungs- pflicht der Gräfin hat das Oberlandesgericht dahin geregelt, daß die junge Gräfin neben freier Wohnung monatlichM 200 von ihrem Schwiegervater erhält. Die auf eine hohe Summe lautenden Ansprüche der Gräfin wur­den abgewiesen. i

Frankfurt a. M., 9. Juli. Hebet einen Wertzuwachs st euer-Prozetz berichtet dieFrkf. Ztg.": Die Kaufleute Wiesbader und Bauer in Frankfurt waren, nachdem sie Grund­besitz für 480 000 Mark erworben und diesen bald darauf für 831 060 Mark verkauft hatten, auf Grund der für Frankfurt erlassenen Wahr­schaftssteuerordnung mit 53 421 zur Währ- schaftssteuer herangezogen worden. Nach der Steuerordnung unterliegt feder nicht unmittel­bar auf Erbfall beruhende Wechsel des Eigen­tums an einem in Frankfurt belegenen Grunde stück der Währschaftssteuer von zwei Prozent des Erwerbspreises, Bei freiwilliges Vers

lung derselben unter 18 Jahren.

Pelm preußischen Landtage, § 1, Ziffer I, das Fürsorge-Erziehungsgesetz betreffend.

An das Abgeordnetenhaus um Sitz und Stimme für Frauen und Lehrerinnen in her kommunalen Schulverwaltung. Einer dahin gehenden Eingabe des Rheinisch- Westfälischen Frauenbundes schlossen sich außerdem die Ortsgruppen von Rheinland

* Eine Sterbekasse. Viele Leute gehören einer Sterbekasse an, ohne es zu wissen. Es ist nämlich die Jnvalwenversicherung, sofern der Versicherte keine Rente bezogen hat. Und das wird unter den vielen Millionen Versicherten bei den weitaus meisten der Fall sein. Die Hinterbliebenen der Versicherten, Witwen und Kinder unter 15 Jahren haben das Recht, sich die von dem Versicherten geleisteten Beiträge zurück erstatten zu lassen. Jedoch was wohl zu beachten ist geschieht diese Rückzahlung nur auf Antrag, der innerhalb eines Jahres nach dem Ableben des Versicherten gestellt wer­den muß.

* Warnung vor eiskalten Getränken. Bei Großer Hitze ist das Trinkbedürfnis des Men- hen ein ebenso starkes wie nachhaltiges, und man kommt demselben auch dadurch nach, daß man möglichst kalte Getränke genießt, um sich zu erfrischen. Diese Erfrischungsart hat aber sehr große Nachteile, wenn die Getränke unter 10 Grad Celsius kalt sind, weil die Abkühlung des Magens so stark ist, daß Erkältungen desselben eintreten müssen. Sie äußern sich auch in ernsten Verdauungsstörungen, unstillbaren Durch­fällen, Erbrechen, Leibschneiden u. dergl. Ein unvorsichtiger Trunk kann langwierige und schmerzliche Krankheiten zur Folge haben. Des­halb sollte jeder sein Trinkbedürfnis so stillen, daß er nie eiskalte Getränke genießt, nie große Mengen auf einmal zu sich nimmt und hinsicht­lich der Wahl vorstchttg ist. Ein richtiger Wirt, der sein Geschäft versteht, weiß z. B. auch ganz genau den Unterschied zwischen kaltem und kühlem Bier und wird seine Gäste dement­sprechend aufmerksam bedienen. j

t Ginseldorf, 9. Juli. Der in unserer Zeitung wegen seiner schönen theatralischen Veranstal­tungen schon mehrfach erwähnte Gesangverein Cäcilia" begeht am 15. und 16. Juli, wie be­reits im Inseratenteil erwähnt, sein Fahnen­weihfest.

Marburg, 10. Juli.

* Postperfonslien. Bestanden hat die höhere Verwaltungsprüfung für Post und Telegraphie unter Ernennung zum Ober-Postprakttkanten der Postpraktikant Hochstrate in Marburg. Ver­liehen ist der Titel Ober-Postassistent den Post- assistenten Berninger in Marburg und Franke in Kirchhain. Versetzt: Postassistent Bätten- hausen von Marburg nach Cassel.

* Preisschietzen. Das Resultat des Preis­schießens des Schützenvereins ist folgendes:

300 Meter (Serienpreise): 1. Werneck, 2. Dietrich, 3. Fendt, 4. Dr. Suhl, 5. Bang, 6. Fritz Schulz, 7. Kolmar, 8. Lauer, 9. Bepler, 10. Köster; (Tabellen): 1. Lauer, 2. Bepler, 3. Wer­neck, 4. Fendt, 5. Fritz Schulz.

175 Meter (Serie): 1. Dietrich, 2. Fritz Schulz, 3. Dr. Suhl, 4. Bepler, 5. Fendt, 6. Kol­mar, 7. Lauer, 8. Werneck, 9. Karl Keßler, iO. Kurt Pfeiffer. (Tabelle): 1. Dietrich, 2. Werneck, 3. Fritz Schulz, 4. Karl Keßler, 5. Kal­mar.

100 Meter (Serie): 1. Herling, 2. Fendt, 3. Köster, 4. Bepler, 5. Kurt Pfeiffer, 6. Lauer, 7, Sommermann, 8. Fritz Schulz, 9. Dr. Suhl, Heinrich Unkel, 11. Th. Schmidt I., 12. Dula, 13. Wilh. Weishaupt, 14. Kolmar, 15. Karl Keß­ler, 16. Dietrich. (Tabelle): 1. Köster, 2. Fendt, 3. Unkel, 4. Lauer, 5. Kolmar, 6. Dr. Suhl, 7. Dietrich.

* Unreife Früchte. In Fischbach bei Koburg ist ein 6jähriger Knabe nach dem Genüsse von unreifen Stachelbeeren gestorben. .n-ss:

Ausland.

Frankreich. Der Minister des Auswärtigen Bourgeois wird diese Woche seinen aus London kommenden italienischen Kollegen Tittoni emp­fangen, um gewisse Einzelheiten des abessinischen Uebereinkommens zu besprechen. Formell soll die Eisenbahn bis Addis-Abeba französisch sein, doch ist vorläufig nicht klargestellt, ob die seiner­zeit von Menelik für diese Strecke den Franzosen gemachten Zugeständnisse Einschränkungen er­fahren und welche. Die unvermeidliche Um­wandlung der völlig mittellosen franco-äthio­pischen Gesellschaft in eine kräftige Kompagnie kann sich nicht ohne Zuhilfenahme auswärtiger Kapitalien vollziehen. Das Statut dieser künf­tigen Gesellschaft soll in seinen Erundzügen aus­gearbeitet sein. Italien erhält hierbei die Op­tion für eine Bahnverbindung seiner eryträischen Kolonie mit der Hauptlinie Frankreich, Eng­land und Italien verpflichten sich, die vom Menelik für unerläßlich erachtete Ofsene-Tür- Politik streng innezuhalten. In einer neuen Urkunde will Menelik die Grenzen der Befug­nisse feststellen, welche der zu schaffenden Unter­nehmung mit völligem Ausschluß territorialer Zugeständnisse zu gewähren seien. Menelik ver­langt auch volle Bürgschaft für Einhaltung de« Termins der korrekt auszuführenden Arbeiten sowie gewisse Vorteile für die Sicherheit und für den Handelsverkehr Abessiniens.

China. Eine Illustration zu dem Thema die gelbe Gefahr" gibt u. a. der in aller Stille erfolgende Ausbau der chinesischen Flotte, über den man nur durch hin und wieder zufällig in die Oeffentlichkeit gelangende Tatsachen unter­richtet wird, nicht etwa, wie in Europa, schon durch langwierige Parlamentsverhandlungen. So sind auf der privaten japanischen Kawasaki­werft in Kobe nicht weniger als 4 Schlachtschiffe für China im Bau, von denen eins bereits ab- geliefert wurde und sich auf dem Wege nach China befindet. Außerdem aber liegt bei der genannten Werft schon wieder ein neuer Auf­trag auf 6 Kanonenboote und 4 Torpedoboote vor.

schäftigungsstuben. Regelmäßige Zusammen­künfte und Jungfrauenvereine gibt es für Dienstmädchen, Fabrikarbeiterinnen, Kellnerin­nen, Ladnerinnen, Plätterinnen usw. Bei die­sen Zusammenkünften wird Bibelbesprechung, Einführung in christliche Liebestättgkeit durch Vorträge und anderes getrieben. Eine feste Stätte für regelmäßige Vereinigungen bieten die Arbeiterinnenheime. Heimstätten für Säug­linge, Krippen, Kinderschulen, Kinderhorte und Kindervolksküchen wurden in mehreren Orts­gruppen gegründet. 3 Ortsgruppen verpflegen kranke Kinder. Außerdem wird gearbeitet von Ortsgruppen und Einzelmitgliedern in der Waisenpflege sowie in der Sorge für Zieh­kinder. Fürsorgezöglinge, Pfleg- und Vor­mundschaften werden ebenfalls übernommen. Durch Ärbeiterinnenvereine, Mitarbeit an der Organisation der Gewerkschaft der Heimarbei­terinnen, Stellenvermittlung und Bekämpfung des Alkoholismus beteiligen sich die Ortsgrup­pen weiter an der Besserung der schwierigen sozialen Verhältnisse. Ebenso an der Hebung der Sittlichkeit durch Bahnhofsmission, Bekäm­pfung des Mädchenhandels, Gründung von Asylen für Gefährdete und Fürsorge für Ge­fangene.

Rechtsbelehrung für Frauen durch Rechts- schutzstellen wird meist in Verbindung mit an­deren Frauenvereinen getrieben. Die Refe­rentin schließt ihren Bericht mit dem Hinweis auf die großen Aufgaben, die vor jedem Ein­zelnen liegen, es sei daher Pflicht, mit Hand anzulegen und das Seinige zu tun, sie lösen und das große Elend lindern zu helfen.

Es folgt der erste Bericht über die C h r i st- lich-soziale Frauenschule in Han­nover, erstattet von Frl. v. Bennigsen. Diese Frauenschule in Hannover ist nach Beschluß der letzten Generalversammlung des Bundes ge­gründet worden, ihre Eröffnung erfolgte am 15. Oktober 1905. Die Leitung ist der 2. Vorsitzen­den Frl. A. v. Bennigsen, und ihrer Stellver­treterin, Frl. Busch, übertragen. Den theoreti­schen Unterricht übernahmen 5 Herren und 3 Damen, darunter eine Aerztin. Die zur prak­tischen Ausbildung erforderlichen Anstalten ha­ben sich in entgegenkommendster Weise bereit erklärt .Schülerinnen zur Unterweisung aufzu­nehmen. Die letzteren nehmen teil an den Ar­beiten der Kinderheilanstalt, des Krüppel­heims, des Kindererholungsheims, des Magda- leniums, des Versorgungshauses der Orts­gruppe Hannover. Da diese Anstalten nicht ausreichten, wurde noch das Kinderhospital in Lüneburg, das Wöchnerinnenheim in Bremen, das Linerhaus bei Altencelle und die Kranken­häuser in Celle und Osnabrück zur Beteiligung herangezogen. Die Propaganda für die sozialq Frauenschule wurde von der literarischen Kom­mission und der Zentrale für Stellenvermitt­lung des Deutsch-Evangelischen Frauenbundes unterstützt. Es liefen viele Anfragen und Anmeldungen ein, darunter solche aus Eng­land, Rußland und Ungarn. Freundliche Gönner stifteten zwei Stipendien, außerdem steht für ein Mitglied einer Ortsgruppe eine Freistelle offen. Bei Eröffnung der Schule waren 15 Schülerinnen angemeldet, an einzel­nen Lehrfächern nahmen 14 Hospitantinnen teil. Der Evangelische Verein in Hannover stellte freundlichst einen Saal seines Vereins­hauses zum Unterricht zur Verfügung. In dem ersten Teil des Lehrplanes, Oktober 1905 bis 1. Februar 1906, wurden außer dem theo­retischen Unterricht Besuche mit Waisenpfleger­innen gemacht, Wohlfahrtsanstalten und soziale Einrichtungen besichtigt und Vorträge und Ver­sammlungen, die dem Zweck der Schule ent­sprechen, besucht. Die folgenden Monate wur­den zur Mitarbeit der Schülerinnen in der Dia­konie und Wohlfahrtspflege verwendet. Mai und Juni sind zum Teil mit praktischer Arbeit, zum Teil mit Besichtigungen und Vortragen über die verschiedensten Gebiete sozialer Arbett ausgefüllt gewesen. Zum Schluß der Aus­bildung ist eine nochmalige Anstaltsarbeit vor­gesehen. Die Schülerinnen, die den ganzen Ausbildungskursus durchmachen, erwerben sich ein Recht auf ein Abgangszeugnis.

vorzunehmen.

V5. Beim Minister des Innern und dem Kul- tusminister behufs Einsetzung einer Kom« Mission zum Studium der Prostitutions­frage mit Hinzuziehung geeigneter Frauen. In Verbindung mit dem Evangelischen Verein Hannover um Befreiung milder Stiftungen von der erhöhten Erbschafts­steuer.

Beim Kultusminister um Festhaltung an dem im Januar 1906 vorgelegten Regie- , rungsplan zur Reform des höheren Mäd- chenschulwesens.

Die Beziehungen zum Verband fortschritt­licher Frauenvereine löste der Vorstand; sie ma­ßen leider nicht aufrecht zu erhalten. In der letzten Eeschäftsperiode wurden 16 neue Orts­gruppen gegründet, ihre Zahl stieg somit auf ß5. Die Gesamtzahl der Mitglieder des Bun­des stieg von 4937 auf 6475.

h Die Auflage des Bundesorgans, derEoan- tzelischen Frauenzeitung", ist von 5000 auf 7000 bewachsen.

fWas nicht zur Tat wird, das hat keinen Wert", an dies Wort Gustav Werners knüpft Fräulein Schmidt (Stuttgart) den nun folgen­den Bericht über die Arbeit der Orts­gruppen.

An der Lösung der Frauenfrage sowie an .der religiös-sittlichen Erneuerung und an der ^wirtschaftlichen und sozialen Hebung des Volks­lebens nach § 2 der Bundessatzung arbeiten verschiedene Ortsgruppen durch Abhaltung von Kursen für Innere Mission und Wohlfahrts­pflege, viele derselben durch Einzelvorträge und Diskussionsabende, andere durch Lesezirkel, Kesezusammenkünfte, Ortsbibliotheken, Vlätter- )ind Schriftenverteilung. Einige Gruppen Ha­chen Samariter- und hygienische Kurse, sowie chauswirtschaftliche Lehrkurse und Kurse zur «Hebung der Ladnerinnen, der auch die Handels­schule der Ortsgruppe Weimar dient, eingerich­tet. In Stuttgart sind besonders Mutterabende jheroorzuheben, die von ca. 400 Teilnehmerin­nen besucht werden. Ein Teil der Ortsgruppen beteiligt sich an der Armenpflege, sorgt für Alte, Einsame und Blinde, sowie Wöchnerinnen trnd Kranke, auch Schwindsüchtige. Nähvereine, Volksküchen, Kaffee- und Kakaostuben unter« Mützen diese Arbeit, ebenso Flickoereine und Be­

f Den Geschäftsbericht erstattet Fräu­lein v. Bennigsen, die 2. Vorsitzende des Bun- hes. Er erstreckt sich dieses Mal auf eine fast Zweijährige Eeschäftsperiode, da nach Beschluß per Generalversammlung 1904 dieselben nur zroch alle 2 Jahre abgehalten werden. Auf ßrunb der bei der Generalversammlung und Pen Ausschußsitzungen gefaßten Beschlüsse wurde jein christlich-soziale Frauenschule in Hannover ins Leben gerufen und Kommissionen zum tztudium der Arveiterinnenfraae und des Kin­derschutzes gebildet. Cs wurden tn Verbin­dung mit sieben dem Bund angeschlossenen Ver« einen Petitionen um Erweiterung der Frauen« pflichten und Rechte im kirchlichen Gemeinde- ie6en an alle Landes- und Provinzialsynoden gesandt. Die Eingaben waren zuerst allgemein gehalten, wurden aber später nach gemachten Erfahrungen bestimmter gefaßt. Die Fassung war nach Maßgabe de« zunächst Erstrebens­werten und Erreichbaren für jede Synode ver­schieden. Weiter wurden vom Bundesvorstände Petitionen eingereicht:

1. An den Bundesrat um feste Lohnzahlung 4 für Kellnerinnen und Verbot der Anstel-

BierteljShrlicher Bezugspreis: bet der Expedition 8 MH, .**<***.*

bet offen PostSmtern 2,25 M. (epl. Bestellgeld). Z

JnserttonSgebühr: die gehaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg. - * *a (V..T1

Reclamm: die Zelle 25 M. MMW0H, II. ZUU 19Ub.