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Marburg

Dienstag. 3. Juli 1906.

Erscheint wöchentlich sieben mal.

Druck und Verlag' Joh. Aug. Koch, Univerfitäts-Buchdruckerei 41.

Marburg, Markt 21. Telephon 55. ** M

Zweites Matt.

Neueste Telezremme,

Berlin, 1. Juli. In der Gesetzsammlung werden drei unter dem 29. März vollzogene Ctaatsverträge zwischen Preußen und Bremen, nämlich über die Beteiligung Bremens an den Kosten des Rhein-Weser-Kanals, über die Aus­führung einer Wehr- und Schleusenordnung bei Hemelingen und über die weitere Vertiefung der Unterweser zwischen Bremen und Geeste­münde, veröffentlicht.

Kiel, 2. Juli. Fast gleichzeitig mit der Ein­berufung zur Kriegsakademie ist auch die zur Marineakademie erfolgt. Zum 1. Loetus dieser Akademie sind 15 Kapitänleutnants bezw. Ober­leutnants z. S., zum 2. 13 Kapitänleutnants einberufen worden. Die Vorlesungen beginnen gleichfalls am 1. Oktober.

Wilhelmshaven, 2. Juli. Als Depeschenbootc für die Nordlandreise des Kaisers wurden die Torpedoboote8 76,8 79" undS 80 gestern in Dienst gestellt.

Karlsruhe, 30. Juni. Auf die Rede des Fürste'.r Löwenstein in der Ersten Kammer ge­gen die Simultanschulen erklärte Staats­minister v. Dusch, die Regierung werde bestimmt und fest an der Einrichtung der Simultanschulen als einem der Fundamente für die friedliche Entwicklung im Staate festhalten.

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Die englischen Gewerkschaften.

In dem vorläufigen Berichte über die ge­werkschaftliche Studienreise deutscher Arbeiter­vertreter in England, der imZentralblatt der christlichen Gewerkschaften veröffentlicht wird, ist der Trade-Unionismus zwar nicht ausführlich behandelt, aber doch so hell beleuchtet worden, daß man den Unterschied zwischen seinem Wesen und Wirken und dem der sozialdemokratischen Gewerkschaften Deutschlands deutlich erkennt. In England denkt kein Gewerkschaftsführer an prinzipiellen Klasfenkamps, an die Verbreiter­ung der Gegensätze zwischen Arbeiter und Unter­nehmer und an die Anzettelung von Machtpro­ben. Die englischen Gewerkschaften dienen poli­tischen Zwecken nicht, sondern lediglich der Ar­beiterwohlfahrt und dem wirtschaftlichen Frie­den. Wenn unsere Sozialpolitiker die Förder­ung der deutschen Gewerkschaftsbewegung be­treiben, weil sie von ihr eine gleich günstige Ein­wirkung, wie die der Trade-Unions ist, entgegen den sozialdemokratischen Revolutionsbestrebun­gen erwarten, so ziehen sie den bedeutenden Charakterunterschied zwischen den englischen und deutschen Arbeiterorganisationen nicht genügend in Betracht, sondern stellen dem Trade-Unionis- Mus die deutsche Gewerkschaftsbewegung als

V (Nachdruck verboten.),

Die Kette.

Roman von Hans Schulze.

(Fortsetzung.)

- Die Gräfin hatte sich höher in ihrem Stuhle aufgerichtet und sah verträumt in den rieseln­den Regen hinaus.

Ich hielt es für meine heiligste Pflicht, alles daran zu setzen, um Georg durchzubringen. Denn wenn er mir damals gestorben wäre, ich hätte den Gedanken nicht ertragen, daß ihn mein Wunsch gemordet!

Sie schauerte angstvoll zusammen und schmiegte sich wie hilfesuchend eng an den Galten.

Jetzt nach den langen Jahren," fuhr sie dann mit kaum hörbarer Stimme fort,kann ich es dir ja gestehen, Eberhard! Wenn ich in jenen bangen Nächten an Georgs Leidensbett- chen faß. dann kam mir immer wieder der Ge­danke: warum hat der liebe Gott nicht ein Ein­sehen. und befreit mich und dar arme Kind nicht von seiner Existenz? Ich sah im Geiste dies ganze Leben ewiger Angst vor mir, solange das Kind wie ein Zeuge der Vergangenheit zwischen uns stand. Und als ich endlich deinem Bitten und Drängen nachgab, verfolgte mich dieser Gedanke, der sich wie mit Eeierkrallen in meine Seele eingenistet hatte, bis vor denTrau- altar! Da packte es mich wie ein Grauen vor mir selbst! Ich ging herum mit dem Bewußt­sein einer Mörderin, ich lauschte auf jeden .Atemzug meines Jungen, und ich bariTte Gott täglich von neuem, als er dem Kleinen endlich die Genesung schenkte. Sieh, das ist es, was Mein Herz bedrückt! Der Wunsch, dieser schreck­liche Wunsch peitschte immer wieder mein Ee­

gleichwertig an die Seite. Die erwähnte eng­lische Studienreise dürfte auch diese Illusion zer­stört und zur richtigen Beurteilung des Trade- Unionismus, die nicht Streikvereine wie unsere Gewerkschaften, sondern Arbeiterwohlfahrts­organisationen sind, manches beigetragen haben: DerEeneralfederation (Seitenstück zur Gene- ralkommisiiou der deutschen Gewerkschaften) der englischen Trade-Unions ist statutenmäßig fol­gende Aufgabe zuerteilt:

Zu befördern den industriellen Frieden durch freundschaftliche Mittel, als da sind Ver­söhnung, Vermittelung und Auskünfte, oder durch Errichtung eines selbständigen Amts, um Streiks und Aussperrungen zwischen Arbeit­gebern und Arbeitern oder Streitigkeiten zwi­schen Gewerbe und Organisationen vorzubeugen. Wo Differenzen entstehen, helfen zu deren Bei­legung durch eine gerechte und billige Methode.

Wenn der Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften so bemerkt hierzu deren Zen­tralblatt eine solche Bestimmung in sein Sta­tut aufnähme, so könnte er der Verhöhnung und Verketzerung in der sozialdemokratischen Ag - tation sicher sein. Aber nichtsdestoweniger würde es nur erwünscht sein, wenn die nicht­sozialdemokratischen Arbeiterverbände diesen englischen Standpunkt entgegen dem sozialdemo­kratischen Klaffenkampfstandpunkt einnehmen möchten. Wie vorsichtig die englischen Gewerk­schaften in der Aufnahme ihrer Mitglieder ver­fahren, im Gegensatz zu den deutschen Arbeiter­organisationen, die mit allen Mitteln den Mit­gliederfang betreiben, lehrt das Vorgehen des größten englischen Arbeiterverbandes, des Ver­bandes der Maschinenarbeiter, der an 100 000 Mitglieder und 12 Millionen Mark Vermögen hat. Der Aufzunehmende muß einen Frage­bogen mit etwa 50 Nummern ausfüllen und sich die richtige Beantwortung dieses halben Hun­derts eingehender persönlicher Fragen durch zwei Verbandsmitglieder bestätigen laßen. Das Zentralblatt meint mit Recht, daß die deut­schen Gewerkschaften bei einem solchen Verfahren nicht die Hälfte ihrer Mitgliederzahl haben würden.

Weiter macht dasZentralblatt das inter­essante Geständnis, daß die gewerkschaftliche Strategie, sowie der tiefere Einblick in die Ein­zelheiten der sozialen und wirtschaftlichen Ent­wicklung in England mehr auf den Kreis der führenden Personen beschränkt sei und daß Ber- bandsorgane in der englischen Gewerkschafts­bewegung so gut wie gar nicht existierten.Ohne Gewerkschaftspresse hätte sich so heißt es dann zweifellos unsere Gewerkschaftsbewegung in der kurzen Zeit nicht den jetzigen Stamm Agi­tatoren heranzubilden vermocht. Aber ohne Eewerkschaftspreffe wäre auch, wie wir hinzu­fügen, eine solche Verhetzung zwischen Arbeitern und Arbeitgebern in Deutschland, wie wir sie zu beklagen haben, nicht möglich gewesen. Wenn unsere Sozialpolitiker den Wert der Tarifver­

träge preisen und dabei auf England exempli­fizieren, so sollten sie sich auch den Unterschied zwischen den Trägern solcher Verträge in Eng­land und bei uns klarmachen. Bei uns erklärt die Gewerkschaftsleitung den Abschluß von Ta­rifverträgen als eine Etappe auf dem Wege zur Vergesellschaftung. In England aber betrachtet, wie dasZentralblatt betont, kein Gewerk­schaftsführer die Tarifverträge als eine Etappe zum sozialdemokratischen Endziel, vielmehr sucht jeder von ihnen auf gründ der jeweiligen Marktlage möglichst günstige Arbeitsbedingun­gen herauszuschlagen und die gewerkschaftlichen Ziele viel näher zu stecken als die deutschen Ar­beiterorganisationen. Unter solchen Verhält- nisien ist es aber kein Wunder., daß die engli­schen Arbeitgeber mit den Trade-Unions ganz gut auskommen und sie auch weit eber anerken­nen können, als dies den deutschen Arbeitgebern mit den deutschen Klassenkampforganisationen möglich ist.

Zur Lage in Rußland.

Petersburg, 30. Juni. Das erste Bataillon des Preobraschenski-Regiments ist bereits an seinem Verbannungsort in Medjed mit dem Kommandeur Fürsten Trubetzkoi eingetroffen. Es wird alsbald neu uniformiert werden und dabei seiner Eardeabzeichen verlustig gehen. Die Untermilitärs stehen unter strengster Be­wachung. Heute wurden noch weitere 80 Mann und 4 Offiziere des ersten Bataillons des Preo­braschenski-Regiments verbannt, und zwar nach Futorisch, einer kleinen Station der Moskau- Rybinsk-Eisenbahen. Die Ausstoßung des ersten Bataillons aus den Listen der Garde hat auf die höheren Militärs einen niederschmetternden Eindruck gemacht. Die bestraften Offizier»' dürften nach und nach ihren Abschied einreichen

Warschau, 1. Juli. (Meldung Wolffs Tel.- Bureau.) Gestern Abend wurden drei Poli­zisten und ein Gendarm durch Revolverschüsie tödlich verletzt.

Petersburg, 1. Juli. DerRowoje Wremja wird aus Batum unterm 30. Juni gemeldet: Die Gärung bei den Mannschaften der Festungs- Artillerie dauert fort. Die den Meuterern ge­stellte Frist, sich zu ergeben, läuft morgen ab. In der Stadt hört das Morden und Rauben nicht aus. Die durch nun fünf Wochen dauernde Unterbrechung, die der Dampferverkehr mit Odesia durch den Streik der Schiffsmannschaften erlitt, hat das wirtschaftliche Leben an der gan­zen Küste des Schwarzen Meeres lahmgelegt.

Petersburg, 1. Juli. (Petersb. Telegr.-Ag.) Amtlich wird die Meldung bestätigt, daß Fürst Trubetzkoi und sechs Offiziere, darunter Fürst Obolenski, unter Verlust ihrer Würde als Flügeladjutanten, aus dem PreobrPchenski- Regiment in das aus dem bisherigen ersten Ba­taillon desselben gebildete besondereJnfanterie- Vataillon versetzt werden.

Moskau, 30. Juni. Die Verhandlungen über die Bildung eines Kabinetts aus der Duma­mehrheit haben bisher noch zu keinem befriedi-

wisien auf, daß ich, die Mutter, meinem eigenen Fleisch und Blut aus Egoismus einst selbst den Tod gewünscht habe!

Fast tonlos klangen die letzten Worte aus.

Es war ganz still geworden in dem kleinen Zimmer, nur der ächzende Atem der unglück­lichen Frau ging zuweilen stoßweise, von ver­haltenem Schluchzen begleitet, und draußen tropfte der Regen eintönig auf den Blechbeschlag der Fensterbretter.

Der Graf halt: sich leise einen zweiten Stuhl in die Nische hineingezogen und die Gattin sanft in seine Arme genommen.

So saßen sie lange; keiner von ihnen sprach ein Wort.

Und doch durchdrang sie beide in diesem Augenblicke ein Bewußtsein der Zusammenge­hörigkeit und Gemeinsamkeit, das sie fester an­einander kettete, als es alle Gesetze der Welt vermocht hätten.

Vom Schloßturm kündete die alte Uhr mit langsam ausholenden, knarrenden Schlägen die achte Stunde.

Die Gräfin richtete sich mühsam empor und trat näher zum Fenster.

Die Kinder müßen jeden Moment nach Hause kommen! sagte sie.Wollen wir ihnen nicht ein Stück entgegengehen? Ich glaube, es hat allmählich aufgehört zu regnen!

Der Gatte willigte ein; Arm in Arm schrit­ten sie bald darauf langsam die große Haupt­allee zum See hinab.

Rechts und links wandelten sich die Anlagen der englisch gehaltenen Parkes allmählich in die natürliche Wildnis des Waldes; hier und da öffneten sich zwischen einzelragenden Baum­gruppen über weite, grüne Rasenflächen reiz­volle Durchblicke auf das kräftig geformte Massiv des alten Schloßes.

Eine köstliche Frische lag in der Luft.

Der eigentliche Regen hatte ganz nachge­lassen; nur dann und wann noch schüttelte sich ein naßer Zweig und schickte einen kurzen Schauer prasselnder Tropfen auf die festgestampf­ten Kieswege.

Unter den schweigenden Bäumen webte be­reits schemenhaft die einbrechende Dunkelheit; nur gegen Westen zu stand noch der Himmel in schwacher, rötlicher Glut.

Sie hatten unterdessen den Park in seiner ganzen Breite durchmeßen und wandten sich jetzt auf der Uferpromenade nach dem Eingangstor.

Zuweilen rauschte der Wald verloren in das leise Wellenatmen des Sees.

Der zarte, violette Duft der Ferne verblich allmählich, und eine mächtige, dunkle Wolken­wand legte sich wieder groß darüber.

In dem kleinen Forsthause am Sinderoder Ufer flammte bereits ein Licht auf, und ein matter Schein streifte die Flut.

Geheimnisvoll und schweigend schritt die Nacht über den See einher.

Wann kommen die Damen Sinderode eigentlich nach Hause?" nahm der Graf nach langer Pause endlich das Gespräch wieder auf. Ich habe gestern abend ganz vergessen, Georg danach zu fragen!

Sie werden übermorgen erwartet! war die Antwort.Ulrike macht mit Käthe noch in Berlin Station! Ich begreife übrigens Ulrike nicht, daß sie uns nicht direkt von diesem Baden- Badener Zusammentreffen mit Georg unter­richtet hat!

Der Gatte zuckte die Achseln.

Wer weiß, welche Motive sie leiten mögen? Vielleicht bildet auch sie sich wie Georg ein, daß uns diese Liebe mit ihrem Bruder wieder zu­sammenführen könnte. Ich hab' mir aus der

genden Ergebnis geführt. JnPeterhof hätte matt an der Spitze des künftigen Ministeriums am liebsten den Grafen Heyden gesehen, doch lehn­ten die Führer der Konstitutionell-demokrati­schen Partei das entschieden ab, forderten viel­mehr ein rein demokratisches Kabinett, willig­ten aber ein, daß es aus den gemäßigten Partei Mitgliedern zusammengesetzt werden könnte.

Deutsches Reich.

Berlin, 2. Juli.

Seine Majestät der Kaiser, der die Nacht von Freitag auf Samstag auf demMeteor" vor Travemünde verbrachte, hörte am Samstag vormittag Vorträge und folgte dann einer Ein­ladung zur Frühstückstafel auf der JachtUto- wana. Um 41/2 Uhr trat der Kaiser im Son­derzug die Rückreise nach Berlin an, wo die An­kunft um 91/2 Uhr erfolgte. Von der Wildpark­station begab sich der Kaiser nach dem Neuen Palais.

DieDeutsche Kolonialztg." veröffentlicht ein Schreiben des Reichskanzlers, datiert Norderney 18. Juni, an den Präsidenten der deutschen Kolonialgesellschaft Herzog Johan« Albrecht von Mecklenburg, worin der Reichs­kanzler auf die im Schreiben des Herzogs vom 13. Dezember gegebene Anregung erwidernd sich über die schwebenden kolonialen Frage« ausläßt und mitteilt, daß die Fertigstellung der Bahn Lüderitzbucht-Kubub noch im Laufe dieses Jahres zu erwarten ist, daß Ober­baudirektor Kummer zur Aufstellung eines Planes für die Verbeßerung der Landungsver- i'Lltniße sich in Swakopmund befindet, und die Entsendung einer neuen Kommission zu Unter­suchungen wegen der Weiterführung der Usam- barabahn vorbereitet wird. Das Schreiben schließt: Die Bildung eines selbstän­digen Reichskolonialamtes wird auch nach der durch den Reichstag erfolgten Ableh- nnug eine der wesentlichsten Bestrebungen der Kolonialverwaltung bleiben.

Das preußische Abgeordnetenhaus nimmt am heutigen Montag seine Sitzungen wieder auf. Die Tagesordnung zu der 77. Plenar­sitzung ist nicht weniger als elf Seiten lang und umfaßt 30 Punkte. Darunter zunächst die Be­ratung der vom Herrenhause in abg:änderter Fassung zurückgelegten Gesetzentwurfes zur Ab­änderung des Kommunalsteuergesetzes, dann: Beratung des Antrages Mathys, betreffend die Gleichstellung der Sekretäre bei den Amts- und Landgericbten sowie bei der Staatsanwaltschaft mit den Sekretären der allgemeinen Staatsver­waltung in Rang und Gehalt und endlich Be­richte über Kommißionen.

Am Tage von Königgrätz fanden vor nun­mehr 40 Jahren Neuwahlen zum Abgeordneten­hause statt, deren Ergebnis den Umschwung der öffentlichen Meinung seit der Konfliktszeit wie- derspiegelte. Unter den neugewählten Mitglie-

ganzen Sache jedenfalls das eine entnommen, wie thöricht es ist. sich feinem Schicksal entziehe« zu wollen! Und wie läcberlicki klein die Welt ist? Wir schicken Georg absichtlich soweit wie mög­lich von der Heimat fort, und gerade daraus hat sich eine Verwicklung ergeben, an die doch aut allerwenigsten zu denken war?"

Er brach plötzlich ab und legte die Han- schwer auf die Schulter der Gattin.Wir find gezeichnet, Ruth, du und ich?"

Wir hätten weiterziehen sollen, Eberhard, damals vor zehn Jahren, als Sinderode hier nach Ostpreußen zurückkam!

.Weiterziehen, Kind? Nein, das ist es auch nicht! Es ist nicht der einzelne Mensch, der uns friedlos macht, es ist dasBewußtsein der Ver­gangenheit, die diese peinigende Angst um die Zukunft als Schatten wirft! Wir beide finde« wirklicheRuhe erst, wenn wir imGrube liegen!

Ein fernes Wagenrollen mischte sich in feine letzten Worte.

Aus der Zufahrtsallee zwischen den weiten, welligen Feldern, die fern am Horizont, mit der dunklen Kuppel des Himmels ungewiß zufam- menfloßen, glühten zwei feurige Lichtpunkte auf, lange gelbliche Streifen durch die neblige Luft vor sich hersendend; "dazwischen ins riesen­hafte vergrößert wie ein schwarzes Eeisterpserd die schattenhaften Umrisse des Trabers.

Die Kinder?

Roch ein letzter Kuß. ein herzlicher Hände­druck!

Wie ein heimliches Liebespaar? scherzte der Graf, bemüht einen anderen, heiteren To« zn finden.

Da:>. eilte er selbst, das Torgitter zu öffnen.

(Fortsetzung folgt.) -