mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchtzain.
Sonntagsbeilage: Jllnstrirtes Sonvtaasblatt.
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XL 145
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Marburg
Sonntag. 24. Juni 1906.
Erscheint wöchentlich sieben mal.
Druck mtb Verlag' Joh. Aug. Koch, Umverfitätr-Buchdruckerek 41. Jahrg.
Marburg, Markt 21. — Telephon a5.
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Die gesetzliche Regelung der Heim- Arbeit.
Die „Leipziger Zeitung" hat vor kurzem eine sehr ausführliche Betrachtung über die Lage der Heimarbeit und die Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung derselben veröffentlicht. Diese Darlegungen sind nicht bloß aus dem Grunde beachtenswert, weil sie offenbar den Standpunkt der sächsischen Regierung, deren Organ die „Leipziger Zeitung" ist, kennzeichnen, sondern weil sie die Heimarbeitfrage von durchaus objektiven Gesichtspunkten aus in allen Stücken beleuchten.
Reformen — so wird ausgeführt — die sich in einem Falle bewährt haben, sind nicht ohne weiteres auf andere anwendbar. Verbote der Heimarbeit, die eine Zunahme der Fabrikbetriebe nach sich ziehen würden, können die Hausindustriellen selbst schädigen. Sozialpolitisch ist ja, seit man sich gewöhnt hat, die Fabrik unter das wachsame Auge der Obrigkeit zu nehmen, diese die wünschenswerteste Unternehmungssorm. Aber nicht jeder Arbeiter und nicht jede Arbeiterin mag oder kann sich in die Fabrikdisziplin finden. Fede Kraft kann auch die Fabrik nicht gebrauchen. Für solche nicht mehr ganz voll leistungsfähige Individuen mästen Arbeitsgelegenheiten vorhanden sein, sie finden sich in der Tat in der Hausindustrie, also kann man die letztere nicht aus der Welt schaffen. Soll man nun deswegen die Hände in den Schoß legen und die Dinge weiter gehen lasten wie bisher? Nachdem so viele Schäden aufgedeckt worden sind, könnte man das gar nicht verantworten. Es ergibt sich denn auch die Möglichkeit wenigstens einer teilweisen Reform, wenn auch in anderer Richtung, als sie seither gesucht ist.
Mit der Ausdehnung der Krankenversiche- rungspflicht auf die Hausindustriellen länger zu zaudern, hätte keinen Sinn, nachdem sie wiederholt Gegenstand der Erörterung im Reichstage gewesen ist. Die Gesetzgebung hält Heimarbeiter
89 (Nachdruck verboten.),
Jolanda und Salomea.
i Roman von Erich Friesen.
(Schluß)
Das Wiedersehen zwischen dem Marchese Umberto und dem Südafrikaner gestaltete sich überaus merkwürdig.
Mit dem festen Vorsatz, sich zu versöhnen, begegneten sie einander. Als die beiden Männer sich jedoch gegenüberstanden — da brach nochmals der alte Haß mit voller Macht aus.
„Nichtswürdiger, du wolltest meinen Vater töten!" knirschte der Marchese mit aufflackernder Lebenskraft, indem er die zitternde Hand wie zum Schlage erhob.
„Mörder meiner Schwester!" wütete der rotbärtige Hüne und wollte sich auf den anderen stürzen.
Doch Salomea und Jolanda, die angstvollen Herzens dem ersten Begegnen der beiden früheren Feinde beiwohnten, besänftigten die aufkochenden Zorneswellen, bis beide Männer einander schließlich die Hand reichten — Paolo Rosso freilich vorerst mit abgewandtem Gesicht und leisem Knurren.
Seitdem beginnen sie, sich einander zu gewöhnen — ja der noch immer leidende Marchese freut sich förmlich auf die geistauffrischende Stunde, in der allwöchentlich der brave Südafrikaner in' seiner ungenierten, polternden Art und Weise im Palazzo Vonmartino von seinen Erlebnisten und Erfahrungen in den Eold- mincn Transvaals erzählt.
So sind scheinbar in dem Palazzo Bonmar- tino wieder Glück und Zufriedenheit eingezogen.
Aber auch nur scheinbar.
Jolanda ist es, derenHerz schmerzlich trauert, obgleich sie dem Vater stets ein frohes Gesicht »eigt. ...
und Hausgewerbetreibende auseinander. Nur die ersteren als unselbständige Arbeiter sind versicherungspflichtig, die letzteren, als selbständige Gewerbetreibende betrachtet, sind es nicht. Indes sind beide Kategorien wirtschaftlich in der gleichen Abhängigkeit und Unselbständigkeit. In der Praxis hat diese Auffastung die Folge gehabt, daß man den Kreis der Heimarbeiter enger zog und die Klasse der Hausgewerbetreibenden tunlichst weit faßte. Dadurch sind dann immer weniger Heimarbeiter der Wohltat der Krankenversicherung teilhaftig geworden. Nirgends wäre jedoch diese so nötig wie eben in der Hausindustrie, die unter besonders ungünstigen Bedingungen sich vollzieht und überdies häufig nicht ganz voll leistungsfähige Kräfte mit geschwächter Gesundheit verwertet. In dem letzteren Moment liegt freilich wieder eine neue Gefahr, nämlich die zu starke Belastung kleinerer Krankenkasten. Manche werden sich vielleicht als Hausindustrielle angeben, selbst wenn sie dieser Tätigkeit nur ganz nebenher obliegen, um Mitglied der Krankenkasse zu werden. Dem müßte dadurch vorgebeugt werden, daß lediglich Hausindustrielle von einem bestimmten Einkommen an krankenversicherungspflichtig sind und gleichzeitig nur Ortskrankenoder Gemeindekrankenkassen zu ihrer Aufnahme verpflichtet wären. In dem größeren Umfange der letzteren würde das Risiko erträglicher werden.
Zur Durchführung der Versicherungspflicht ist unbedingt die Registrierung der Heimarbeiter anzustreben. Man muß wissen, wo die Leute zu finden sind, denen man helfen möchte. England, einige amerikanische Staaten, die australische Kolonie Viktoria, Neuseeland sind uns in dieser Beziehung vorangegangen. Unternehmer und Zwischenmeister sind verpflichtet, Listen ihrer Außen- arbeitcr zu führen. In Viktoria ist auch den Heimarbeitern die Anzeigepflicht auferlegt. Demnach müßten auch in Deutschland die Heimarbeiter angehalten werden, Listen zu führen, in denen Namen, Beschäftigung, Wohnung, Lohn der zu Haufe Beschäftigten nachzuweisen wäre. Damit verbindet sich die Möglichkeit zur Ausübung einer gewissen Sanitätspolizei und Wohnungsinspektion. Unter hygienisch verwahrlosten Bedingungen sollte keine Heimarbeit vor sich gehen dürfen. Errichtung von Zentralwerkstätten, in denen die Hausindustriellen Plätze mieten, um unter angenehmeren Bedingungen, als sie zu Hause durchführbar sind, ihrer Arbeit nachgehen zu können, empfiehlt sich desgleichen. Das Vorgehen von Genf und Lausanne verdient in dieser Richtung Anerkennung. Oeffentliche Mittel dazu zu verwenden, wäre durchaus zulässig. Weniger leuchtet die vorgeschlagene Markierung haus- industrieller Erzeugniste ein. Man hat sie aus vorwiegend sanitätspolizeilichen Rücksichten ins Auge gefaßt. Doch würde sie als ein Mittel zur Abwehr der Hausindustrie wirken. Jeder würde
So lange der geliebte Vater todkrank war, so lange sie Tag und Nacht um ihn besorgt sein mußte — da hatte sie keine Zeit zum Nachdenken.
Aber jetzt, da alles seinen alten gewohnten Weg geht, jetzt kommt es ihr so recht mit ganzer zum Bewußtsein, was sie an Vittorio Graziano verloren.
Niemand ahnt den geheimen Kummer der jungen Marchesina — niemand, außer Salomea. Sie weiß, woher die tiefen Schatten unter den ehemals so lachenden Augen kommen, weiß, warum die früher rosigen Wangen jetzt so durchsichtig bleich erscheinen.
Und ihr im Glück doppelt warm empfindendes Herz beschließt, einen Gewaltstreich auszu- führen, um die — sie ist dösten sicher — einander noch immer tief und leidenschaftlich Liebenden wieder zu vereinen.
Sie schreibt ein paar Zeilen an den jungen Staatsanwalt unter seiner früheren Adresse,'in denen sie in einer wichtigen Angelegenheit um seinen Besuch bittet. Erst nach mehreren Tagen kommt Antwort — aus Florenz, wohin Vittorio sich hat versehen lasten — vielleicht um die ihm zugefügte Kränkung eher zu vergesten, vielleicht auch, weil sein Gewisten ihn von Rom wegtrieb, sein Gewissen, welches ihn beständig mahnt, daß er ein vor vielen Jahren begangenes und noch immer ungesühntes Verbrechen nicht zur Anzeige bringt und somit seine Pflicht verletzt.
Salomea ist tiefbetrübt. Vittorio Graziano nicht mehr in Rom! Also — ein Wiedersehen zwischen ihm und Jolanda und eine vielleicht erlösende Aussprache — vereitelt! Was tun?
Da kommt ihr der Zufall zu Hilfe.
Bei einer Spazierfahrt durch den Park der Villa Borghese sieht sie auf einer Bank einen --Herrn sitzen, der Vittorio sehr ähnelt; nur erscheint er ihr älter, magerer.
gleichsam gewarnt, einen Artikel zu erstehen, der unter gesundheitswidrigen und unzweckmäßigen Bedingungen hergestellt worden ist. Damit würde der Preis solcher Artikel noch mehr gedrückt werden.
Endlich sollte die Selbsthilfe nicht ganz vernachlässigt werden. Die Bildung von Genossenschaften, sei es zum Ankauf von Rohmaterial, sei es zur Verwertung fertiger Erzeugnisse wird nicht von der Hand zu weisen sein. Schwer aber ist es gewiß, ihnen Anerkennung zu verschaffen. Frauen und Kinder als Träger der heutigen Hausindustrie lassen sich nicht leicht organisieren, Wo die Preise für hausindustrielle Gegenstände niedrige sind, oder die Erzeugnisse keine höhere Bewertung zulassen, wird eine Genossenschaft wenig zu tun vermögen. Mitunter werden sie doch ein Mittel sein, aus der drückenden Abhängigkeit vom Verlegen oder Zwischenmeister freizukommen.
Umschau.
Eine ernste Mahnung.
Auf Chicago folgt Newyork. Die Erregung über die skandalösen Zustände im Schlachthaus- wescn von Chicago hat sich noch nicht gelegt, und schon wird uns ein Bild über die nicht minder schlimme Mißwirtschaft in Newyorker Schlacht- und Packhäusern in grellen Farben ausgemalt. Wer freilich als zielbewußter Freisinniger auf eins der Hündlerblätter abonniert ist, hat von diesen Dingen entweder gar nichts erfahren oder er ist mit der Bemerkung beschwichtigt worden, die Zustände seien in dem an den amerikanischen Kongreß erstatteten Berichte maßlos übertrieben; der deutsche Konsument mag ruhig das ungenießbare Zeug schluk- ken, das die braven Amerikaner uns über den „großen Teich" herüberschicken, wenn nur der Händler bei der Geschichte sein Geschäftchen macht. Neuerdings schreibt die Stettiner „Ostsee-Zeitung":
„In den Newyorker Schlacht- und Packhäusern sind, wie eine Untersuchung ergeben hat, die Zustände nicht weniger schlimm und ekelerregend, als in Chicago. Die Ueberwachung, wie sie zur Zeit gehandhabt wird, ist völlig ungenügend und eine reine Posse. In Newyork hatten im verflossenen Jahre sechs Inspektoren 493 000 Waggonladungen Feischerzeugnisse zu prüfen, und dazu noch täglich mehrere tausend Stück lebendes Vieh zu besichtigen. Bei der kürzlich vorgenommenen Untersuchung der Chicagoer Schlachthäuser wurden über 11 Pfund Fleisch als krank oder anderweit zum,Genuß ungeeignet befunden. Einer der geheimen Kommissare des Präsidenten Roosevelt sah, wie die Inspektoren 31 kranke Tiere besichtigten, die große Beulen an den Kinnladen hatten; von diesen 31 Stück Vieh wurden nur 7 zurückgewiesen. In Omaha, einem Hauptsitz der Fleischindustrie im Westen, hat seit zehn Jahren keine
Besichtigung stattgefunden. Der Sekretär der Newyorker Schlächterveretnigung erklärte jüngst in einer Unterredung, in den Newyorker Wurst« fabriken herrschten unsagbar scheußliche Zu« stände. Viele Arbeitsstätten haben keine Ka« nalisationsverbindungen, sondern nur große Senkgruben mit stinkendem, verfaulendem Abfall gefüllt. In einer Fabrik laufen Ratten auf den Tischen umher, auf welche das Fleisch zum Zerkleinern geworfen wird, und niemand denkt daran, den von den Ratten hinterlassenen Schmutz wegzuschaffen. Geraten einmal ein Dutzend Ratten in die Hackmaschine, so werden sie mit dem Fleisch zerkleinert. Abfall wird aus Hotels und Restaurants in großen Massen bezogen und mit dem Wurstfleisch vermischt. Kei« Wurstfabrikant würde sich soweit überwinden, seine Erzeugnisse selber zu essen. Der früher« Schlachtdirektor ThomasDolan, der Leiter eines der größten Chicagoer Packhäuser war, sagt, tausende Stück Vieh mit Tuberkulose, Brand und anderen Krankheiten behaftet, würden von der Aufsicht durchgelassen. Zum Hundefutter ungeeignetes Fleisch wird eingekocht und die Bouillon wird zu Suppen- und Fleischextrakten verwandt, während das trockene wertlose Fleisch mit Eelatin- vermischt, in Büchsen gefüllt und als Sülzfleisch verkauft wird. Krankes Fleisch, das von den Inspektoren zur Vernichtung bestimmt wurde, wird zurückgeschmuggelt und milverwendet."
Man wird sich wohl darauf gefaßt machen müssen, daß in absehbarer Zeit ähnliche Zeichnungen über weitere amerikanische Großstädtt entworfen werden, und dann wird wohl endlich auch den links stehenden Parteien ein Licht aufgehen und man wird sich dann hoffentlich allgemein zu der von der Rechten von jeher vertretenen Anschauung bekennen, daß für deutsch« Fleischkonsumenten am besten gesorgt ist, wenn die heimische Landwirtschaft in die Lage verseht wird, den Inlandsbedarf selbst zu decken. Leider hat die „Ostsee-Zeitung" diese ernste Mahnung an ihre Mitteilung nicht geknüpft.
Bon den neuen Fahrkarten.
Dir in d:n Ausfiihrungsbcstimmungen, be« treffend die Besteuerung der Personefahrkarten, enthaltene Bestimmung, daß für Fahrtausweise, die streckenweise zur Benutzung verschiedener Wagenklassen berechtigen, die Stempelabgabe t ont Gesamtbeträge nach dem Satze der höchsten Klasse berechnet werden soll, muß in vielen Fallen als nicht gerechtfertigt erscheinen. Es ist tticht wohl cinzusehcn, weshalb der mit einem Fahrscheinheft vcrs"hene Reisende, der nur auf einer verhältnismäßig kleinen Strecke aus irgend einem Grunde in der höheren Klasse fahren will, als der, auf die die übrigen Fahrscheine lauten, einfach durchweg nach den für die höhere Klasse geltenden Sätzen besteuert wird. Richtiger wäre es entschieden, wenn für die Steuer die Gesamtbeträge der Fahrschein« gleicher Klasse im einzelnen zu Grunde gelegt, und die sich ergebenden Steuerbeiräge addiert
Sofort läßt sie den Wagen halten.
Sie hat sich nicht getäuscht. Es ist der junge Staatsanwalt, der sich beruflich für einige Tage in der ewigen Stadt aufhält.
Mit der ihr eigenen geraden Offenheit steuert sie sofort auf ihr Ziel los.
Doch der junge Staatsanwalt will nichts von dem Gesprächsthema wissen. Selbst, als Salomea äußert, sie sei überzeugt, Jolanda liebe ihren ehemaligen Bräutigam noch, selbst da lehnt er fast brüsk ab.
„Nein. Wie hätte sie es sonst fertig gebracht, meinen Brief nicht zu beantworten? Meinen Brief, in dem ich ihr schwor, sie nie zu verlassen, was auch zwischen uns treten möge!"
Ein Brief? Was für ein Brief?
Wie ein Blitz fährt es Salomea durch den Kopf: Dieser Brief ist ein Anhaltspunkt; mit ihm hat es eine besondere Verwandtnis! Entweder Jolanda hat ihn nie erhalten oder--
Und schon ist ihr Entschluß gefaßt.
Sie bittet Vittorio Graziano, sich nach der Villa Fortuna vor der Porta Pia, ihrem neuen Heim zu begeben. Sie selbst wolle sofort zu Jolanda fahren, um sie nach jenem Brief zu fragen.
Nur widerstrebend fügt der junge Staatsanwalt sich dem Wunsch der energischen Frau.
Eine halbe Stunde später erwartet Vittorio in der Villa Fortuna mit Ungeduld Salomeas Rückkehr, deren Zuversicht auch ihn wieder mit einem Schimmer von Hoffnung erfüllte.
Klopfenden Herzens geht er in dem traulichen Empfangszimmer auf und ab, in das ihn Ni- nella zum Warten gewiesen.
Da — unten Räderrollen. Ein Wagen hält.
Vittorio eilt ans Fenster und schiebt die schweren Atlasvorhänge beiseite.
Ein dunkles Frauenkleid verschwindet gerade im Portal. - .... _
Im weiten, erhabenen Petersdom, In einer der kleinen Seitenkapellen, kniet ein junge«. Paar. ,
Die einfach gekleidete Braut rst bleich; aber aus ihren großen Augen strahlt jubelndes Gluck, als sie die Hand in die ihres Erwählten legt zum ewigen Bunde. 1
Durch die hohen, buntfarbigen Krrchenfenstf blitzt die helle Eottessonne, den ganzen Dom' mit feierlich magischem Leuchten erfüllend. k
Und über allem das tiefe Summen bet Glocken, welche Ostern einläuten — das hehr« Fest der Auferstehung.
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Und jetzt öffnet sich die Tür.
Hastig wendet Vittorio sich um.
„Jolanda!"
„Vittorio!"
Ein einziger Schrei des Entzückens.
Sie liegen einander in den Armen. —
„Jolanda, Einzig-Eeliebte — du hast also meinen Brief damals nicht erhalten?"
„Nein, Liebster."
„Und du glaubtest, ich würde dich so leicht aufgeben?" .
„Mußte ich es nicht glauben, da kerne Nachricht mehr von dir kam? Was stand in dem Brief, Vittorio?"
Daß du mir gehörst — brs rn den Tod!
„Aber du weißt ja nicht, Geliebter — weißt nicht —"
„Ich weiß alles, Jolanda. Und deshalb eben schrieb ich jenen Brief!"
„O, Vittorio!"
„Meine Jolanda!" ,
Eine fester Händedruck. . . ern lerdenschaft« lich zärtlicher Kuß . .. ein langer, tiefer Blick.-- c
Die beiden haben einander wredergefunden. ■